BLKÖ:Trautmann, Leopold

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Trautenberg
Nächster>>>
Trautmannsdorf
Band: 47 (1883), ab Seite: 39. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 13022054X, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Trautmann, Leopold|47|39|}}

Trautmann, Leopold (landwirthschaftlicher Schriftsteller, geb. in Wien 1766, gest. ebenda 10. August 1825). Nachdem er in Wien seine Studien beendet hatte, wirkte er als Erzieher im Hause des Hofkanzlers Freiherrn von [40] Eger [Bd. III. S. 432], durch dessen Vermittlung und unter dessen Leitung er dann zu staatsräthlichen Geschäften verwendet wurde. Fortdauernde Kränklichkeit aber hinderte ihn, die Beamtenlaufbahn, welche ihm offen stand, anzutreten, und so begann er das Studium der Landwirthschaft. Ein Schüler des berühmten Oekonomen Peter Jordan [Bd. X, S. 266, Nr. 4], ward er 1805 dessen Nachfolger in der Professur der Landwirthschaft an der Wiener Universität. Mit diesem Lehramte zugleich übernahm er die Stelle des ersten Secretärs der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien. Im Jahre 1819 zum niederösterreichischen Regierungsrath ernannt, legte er Lehramt und Secretärstelle nieder, blieb jedoch Ausschußmitglied gedachter Gesellschaft. Auf seinem neuen Posten besorgte er das Referat der Grundsteuer-Regulirungscommission in Wien. In der letzten Zeit immer kränkelnd, starb er im Alter von erst 59 Jahren. Sowohl als landwirthschaftlicher Lehrer, wie als Secretär der Landwirthschaftsgesellschaft erwarb er sich unläugbare Verdienste. In ersterer Eigenschaft wirkte er nicht nur durch seinen belehrenden, klaren und deutlichen Vortrag, viel mehr noch durch sein gutes, damals allgemein gesuchtes und sehr geschätztes, öfter verlegtes Lehrbuch, welches unter dem Titel: „Versuch einer wissenschaftlichen Anleitung zum Studium der Landwirthschaftslehre“ zwei Bände (Wien 1810, Beck, gr. 8°.; zweite Aufl. 1815; dritte Aufl. Wien 1820, Heubner; vierte Aufl. 1835) erschien, und von welchem Stephan Langhy eine ungarische Bearbeitung nach der dritten Auflage im Jahre 1829 bei Landerer in Pesth herausgab. Trautmann benutzte zur Ausarbeitung dieses Werkes vornehmlich die Hefte seines Lehrers Jordan, der die Oekonomie auf chemische und physiologische Grundsätze zurückgeführt hatte; jedoch geschah diese Benützung mit Jordan’s ausdrücklicher Einwilligung. Des Lehrbuches bediente man sich nicht nur in Oesterreich, sondern auch an den landwirthschaftlichen Collegien in Deutschland. Ueberdies erschien von Trautmann auch noch ein „Oekonomischer Almanach“ (Wien 1802, Mösle. Mit P. Jordan’s Porträt, 8°.) und „Lehrplan der Landwirthschaft, vorgetragen beim Antritt seines öffentlichen Lehramtes“ (Wien 1808, Beck, 8°.).

Wiener Allgemeine Theater-Zeitung von Adolph Bäuerle (Wien) 1841, S. 843. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1837, 8°.) Bd. V, S. 399.