BLKÖ:Wagensperg, Franz Anton Adolph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wagensperg, Felician
Band: 52 (1885), ab Seite: 76. (Quelle)
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Franz Anton Adolph von Wagensperg in der Wikipedia
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6. Franz Anton Adolph (geb. in Gratz 22. Februar 1675, gest. 31. August 1723). Als zweitgeborener Sohn des Grafen Johann Balthasar aus dessen erster Ehe mit Juliana Elisabeth Gräfin von Dietrichstein für den geistlichen Stand bestimmt, erhielt er 1690, erst 15 Jahre alt, ein Canonicat in Salzburg. Die theologischen Studien machte er in Rom, wo er auch öffentlich theologische Sätze vertheidigte; sein erstes Meßopfer verrichtete er zu Gratz am 2. Februar 1700. Schon 1702, im Alter von 27 Jahren, wurde er Bischof von Seckau, als welcher er die damalige Augustiner-, spätere Pfarrkirche im Münzgraben zu Gratz einweihte. 1712 vertauschte er das Bisthum von Seckau mit jenem von Chiemsee, welches er eilf Jahre, bis zu seinem Hinscheiden, versah. Er starb im schönsten Mannesalter von erst 48 Jahren zu Greissenegg bei Voitsberg, und seine irdischen Ueberreste wurden in der Carmeliterkirche letzteren Ortes beigesetzt. Man rühmte ihm Freigebigkeit gegen die Armen und die sonstigen priesterlichen Tugenden nach. Seine aus verschiedenen Anlässen und an verschiedenen Orten gehaltenen Predigten und Kirchenreden wurden nach seinem Tode gesammelt und (Augsburg und Gräz 1725 bei Veit’s Erben, 4°.) herausgegeben. [Leardi (Peter). Reihe [77] aller bisherigen Erzbischöfe zu Salzburg, wie auch der Bischöfe zu Gurk, Seckau, Lavant und Leoben u. s. w. (Gratz 1818, Alois Tusch, 8°.) S. 117, Nr. 40. – Winklern (Joh. Bapt. von). Biographische und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern. welche in dem Herzogthume Steiermark geboren sind u. s. w. (Gratz 1810, Ferstl, 8°.) S. 247. – Neue Chronik von Salzburg. Von Dr. Judas Thaddäus Zauner, fortgesetzt von Corbinian Gärtner (Salzburg 1818, Mayr, 8°.) III. (des ganzen Werkes IX.) Theil, S. 37 und 287 [er wird hier Anton Adolph genannt, doch sind seine richtigen Vornamen Franz Anton.] – Grabdenkmal. Bischof Franz Anton liegt zu Voitsberg in Steiermark bestattet. Der Denkstein, der oben mit seinem Bildniß im geistlichen Kleide und mit dem Kreuze auf der Brust, dann mit dem Wappen des Bisthums und dem seiner Familie geziert ist, trägt folgende Inschrift: Celsissimo Principi | Francisco Antonio Adolpho | Primum Ecclesiae Seccoviensis, Dein | Chiemensis Episcopo | Ex Comitibus de Wagnsperg | Anno MDCLXXV. Die VIII. Kal. Martij. | In Urbe Graecensi nato | Religione, zelo morumque integritate | Praesuli sanctissimo | Sapientia Aequitate Clementia | Principi optimo | Profusa in Miseros inopesque Largitate | Patri Pauperum Pientissimo | Ideoque pia et sancta morte | Anno MDCCXXIII. Prid. Kal. Sept. | ex avito castro Greiseneckensi | Ad immortalem in coelis gloriam evocato | Sepultis in aede Lauretana eximijs | Rudolphus Sigismundus com: de Wagnsperg | Fraterni amoris et doloris monumentum) | posuit. – Porträt. Vor seiner in Augsburg und Graz bei Veit’s Erben 1725 in Quart herausgegebenen Sammlung seiner Predigten.] –