BLKÖ:Weiß, Adolph G.

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 54 (1886), ab Seite: 82. (Quelle)
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Weiß, Adolph G. (Botaniker, geb. zu Freiwaldau in Oesterreichisch-Schlesien am 25. August 1837). Er ist ein Zwillingsbruder des dermaligen Directors der Wiener Sternwarte, Professor Dr. Edmund Weiß. Die Wohlhabenheit der hochgebildeten Eltern gestattete den Knaben die sorgfältigste Erziehung, und fanden diese schon in den frühesten Jugendjahren in den reichen naturwissenschaftlichen Sammlungen im Vaterhause eine weit über ihr Alter hinausreichende Belehrung. Im Frühjahre 1845 übersiedelte der Vater mit der Familie nach England, wohin er unter glänzenden Bedingungen einen Ruf erhalten hatte, und blieb bis Winter 1846 daselbst, zu welcher Zeit eine Krankheit, die er sich in Ausübung seiner Berufspflicht zugezogen, die Rückkehr nach Europa forderte. Er erlag seinem Leiden am 19. März 1847, und die Mutter blieb mit den Zwillingsbrüdern zurück. Sich ganz der Erziehung der Söhne widmend, begleitete sie dieselben nach Troppau, wo sie 1847 bis 1855 das Gymnasium besuchten, und später nach Wien, wo die Brüder im Wintersemester 1855 die Universität bezogen. Der Sinn für Naturwissenschaften, der im Gymnasium schon sich durch eifriges Studium am Mikroskope und Fernrohre bethätigte, erhielt durch den näheren Umgang, in welchen die beiden Brüder bald mit Unger, Littrow, Ettingshausen, Grailich, Kunzek, Fenzl u. A. traten, neue Nahrung und entschied für ihre zukünftige Lebensrichtung. Edmund wurde Astronom, Adolf Physiolog. Schon als Gymnasiast hatte Letzterer sich literarisch erprobt und in einem Buche: „Studien aus der Natur“, das 1856 in erster, 1858 in zweiter Auflage erschien, noch nicht 20 Jahre alt, eine reiche Literaturkenntniß und klare Darstellungsgabe verrathen. Von der richtigen Idee geleitet, daß Physiologie eben nur angewandte Physik und Chemie sei, vertiefte sich Weiß zunächst in das Studium dieser Fächer und betheiligte sich auch durch drei Jahre an den praktischen Arbeiten im physicalischen Institute als einer der eifrigsten Zöglinge desselben. Die Frucht seiner Thätigkeit daselbst sind eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten, von denen die Untersuchungen über die Fluorescenz der Pflanzenfarbstoffe, die Revision der vorhandenen Beobachtungen über die Krystallgestalten der Grundstoffe, die Untersuchungen der Spektren des Chlorophylls, der Untersalpetersäure, etc., die Arbeiten über den Zusammenhang zwischen Dichte und Brechungsexponenten, Untersuchungen über die physicalischen Eigenschaften krystallisirter Körper die wichtigsten sind und den Verfasser gleich durch seine Entdeckung der einseitigen Absorption der Spectrallinien in directen Verkehr mit Poggendorff, Gladstone, Faraday und Anderen brachten. In seinen Mußestunden betrieb er astronomische Studien an einem in seinem Besitze befindlichen vierzölligen [83] Refractor, und stammen aus jener Zeit Hunderte von Zeichnungen von Mondlandschaften und Sonnenflecken. Eine Anzahl derselben gelangte später in den Werken von Secchi und Littrow zur Veröffentlichung. So suchte er zunächst eine breite naturwissenschaftliche Basis zu gewinnen, ehe er an die Bearbeitung seines Specialfaches ging, und ließ sich nicht im mindesten daran beirren, wenn man seine intensive Beschäftigung mit Physik und Chemie als tadelnswerthe Zersplitterung betrachtete und rügte. 1857 trat er mit seinen ersten Untersuchungen über die Spaltöffnungen hervor. Die Entdeckung derselben an unterirdischen und untergetauchten Organen, an gefärbten dikotylen Corallen etc., die Feststellung der Abhängigkeit ihrer Gestaltungen von den Wachsthumsverhältnissen der betreffenden Organe, das Aufhellen ihrer Entwickelung an Querschnitten, waren die Früchte dieser Arbeiten. Bei dem Mangel an Instituten zur praktischen Ausbildung, welche reiche Hilfsmittel und methodische Schulung ermöglichen, bestimmte er in seiner Wohnung ein Zimmer als Mikroskopirlocal und zog nach und nach einen kleinen Kreis gleich strebender junger Männer an sich heran, die mit ihm vereint beobachteten und forschten. Hier verband ihn bald ein inniges wissenschaftliches und freundschaftliches Verhältniß mit Julius Wiesner. Beide veröffentlichten nun eine größere Anzahl von gemeinschaftlich durchgeführten Untersuchungen, von denen wir die über die physicalischen und chemischen Eigenschaften des Milchsaftes, über die directe Nachweisung des Eisens in Pflanzenzellen, über das Verhalten des Kupferoxydammoniaks zu Stärke, Zellhaut und Zellkern, sowie die über Chromsäure und Stärke hervorheben. Schon 1857 wurde Weiß von dem damals in Gratz wirkenden Bill ein Lehramt an einer Mittelschule daselbst angeboten, doch da er eine Universitätsprofessur anstrebte und ihn in diesem Vorhaben Unger unterstützte, schlug er dasselbe aus. Schon hatte er sich einen geachteten Namen in der wissenschaftlichen Welt erworben, als er, 1858 zum Doctor der Philosophie promovirt, im Sommersemester 1860 sich als Privatdocent für physiologische Botanik an der Universität Wien mit einem Vortrage über die Diffusionserscheinungen pflanzlicher Zellhäute einführte und im Wintersemester seine Vorlesungen eröffnete. Er wirkte zwei Jahre in dieser Stellung, und es fällt in diese Zeit auch eine Reise nach den ionischen Inseln, Griechenland und Kleinasien, die er als Begleiter seines Bruders zur Beobachtung einer totalen Sonnenfinsterniß unternahm, und auf welcher er reiche Fundstätten von Tertiärpetrefacten in der Nähe von Olympia auffand und Daten darüber veröffentlichte. Nach der Rückkehr von dieser Reise wiesen die Brüder auf die Wichtigkeit und die durch den bloßen Augenschein nicht anzuzweifelnde Ergiebigkeit archäologischer Nachgrabungen in Olympia und Arkadien hin, ohne doch damals das Interesse weiterer Kreise dafür wachrufen zu können. Die Reise selbst war nicht ohne Schrecken verlaufen. Das Erdbeben, das im December 1861 Patras verheerte, machten sie im Centrum seiner Zerstörungen mit, und eine furchtbare Sturmnacht, in welcher sie sich im offenen Boote auf der Ueberfahrt von Katakolo nach Zante befanden, ließ die Meldung vom Untergange der gescheiterten Zwillingsbrüder nach Wien gelangen. Glücklicherweise kam bald die Nachricht von der Rettung der Todtgesagten. In Athen [84] am Hofe König Ottos mit größter Auszeichnung aufgenommen, im Verkehre mit den Spitzen der griechischen Gesellschaft: Baron Testa, Rangabé, Heldreich, Schmidt und Anderen schwelgten die Reisenden im Genusse der herrlichen Alterthümer, und schloß Weiß jene dauernde Freundschaft mit Theodor von Heldreich, die später dem botanischen Garten in Lemberg so reiches Pflanzenmaterial zuführte. Von den Diatomaceen-Aufsammlungen, die er in Arkadien, im Haine der Eumeniden etc. gemacht hatte, wurden durch Grunow in den Rabenhorst’schen „Dekaden“ Präparate veröffentlicht, während die Ausbeute an Meeresalgen Verwerthung für die Flora der ionischen Inseln und Griechenlands fand. Im August 1862 als Assistent an das k. k. Hofmineraliencabinet in Wien berufen, ging er gerade daran, die reiche Sammlung fossiler Hölzer dieses Institutes zu bearbeiten, als er den Ruf als ordentlicher Professor der Botanik und Director des botanischen Gartens in Lemberg erhielt. Bevor er diese Stellung antrat, unternahm er eine mehrmonatliche Reise durch Italien, die Schweiz, Frankreich und Deutschland, um sich genau über den Stand und die Einrichtungen in den botanischen Gärten dieser Länder zu unterrichten und zugleich dauernde Verbindungen mit dem Lemberger Institute anzubahnen. Nach seiner Rückkehr ging er sofort mit seltener Energie daran, die verwahrlosten Verhältnisse seiner Lehrkanzel und des botanischen Gartens zu ordnen. Obgleich durch Böswilligkeit und Trägheit ihm die mannigfachsten Hindernisse bereitet wurden, konnte er doch bereits ein Jahr nach seiner Berufung den ersten Samenkatalog des botanischen Gartens drucken lassen und trat in regen wissenschaftlichen Verkehr mit den bedeutendsten botanischen Instituten Europas. Was er für den ihm anvertrauten Garten geleistet, besonders dadurch, daß er die wichtigsten der seltenen Repräsentanten der Lemberger und der Karpathenflora in demselben zog, ist in wissenschaftlichen Kreisen bekannt, und der Lemberger Garten war bald einer der umworbensten Oesterreichs. Zugleich suchte er durch die ausgiebigste Förderung in Rath und That junge Kräfte heranzuziehen und zunächst eine Anzahl tüchtiger Gymnasialprofessoren zu bilden. So wurden unter zahlreichen anderen auch die Professoren Tangl und Junowics durch ihn in die Wissenschaft eingeführt und zu ihren ersten Arbeiten angeregt. In die Zeit seines Lemberger Wirkens fallen, außer vielen kleineren Abhandlungen, seine umfassenden Untersuchungen über die Zahlen- und Größenverhältnisse der Spaltöffnungen, über die Entwicklung des Farbstoffes in Pflanzenzellen, und die nach sechzehn Jahren noch heute bedeutendste Schrift über Trichome, deren Entwicklung er zuerst genauer kennen lehrte. Eine Fülle neuer Thatsachen und anregender Gedanken ist in diesen Arbeiten niedergelegt, und die seltene Meisterschaft in der Handhabung von Pinsel und Feder macht die Abbildungen zu seinen Abhandlungen mit zu den auch künstlerisch vollendetsten, die wir besitzen. Auch für die Kenntniß der Flora seines Gebietes war er thätig, und manche von ihm gesammelte Pflanze war für das ganze Florengebiet von Galizien neu. Eine Agave Jacquiniana, die 1864 in Lemberg zur Blüte gelangte, benützte er nicht nur zur Aufstellung einer ausführlichen Diagnose der Pflanze, sondern auch zu eingehenden Untersuchungen über das Wachsthum ihres Blütenschaftes, deren Ergebnisse er veröffentlichte. [85] Von einer Reise nach St. Petersburg, wo er als Juror bei der ersten internationalen botanischen Ausstellung wirkte, zurückgekehrt, veröffentlichte er seine Untersuchungen über die Entwicklung der Milchsaftgefäße von Syngonium decipiens. Nach fast zehnjähriger rastloser Thätigkeit, die durch den Druck der politischen Verhältnisse, welcher von Jahr zu Jahr schwerer auf dem in Galizien exilirten Deutschen lastete, wahre Kriegs- und Leidensjahre gewesen, wurde er 1871 an die Hochschule in Prag berufen. Bevor er diesem Rufe folgte, benützte er eine Einladung zur Theilnahme an der österreichischen Sonnenfinsternißexpedition nach Tunis zu einer Reise in Nordafrica, die seine Naturanschauung durch das Kennenlernen subtropischer Florengebiete erweiterte. Auch auf dieser Reise wurde das Expeditionsschiff, auf welchem sich unter dem Commando Oesterreicher’s, außer den Gebrüdern Weiß und Anderen, auch die Seeofficiere Weyprecht und Lehnert befanden, als gescheitert gemeldet und die Nachricht vom Untergange der Mitglieder der Expedition durch die Zeitungen verbreitet. Von einem gefährlichen Fieber, welches sich Weiß auf dieser Tour zugezogen hatte, geheilt, konnte er im Wintersemester 1872 seine Thätigkeit in Prag aufnehmen. Es ist nicht nur sein Verdienst, dort das erste eigentliche pflanzenphysiologische Institut als selbständiges Glied der Universitätsanstalten geschaffen zu haben, sondern daß auch die Trennung der systematischen Botanik in der Bezeichnung der Lehrkanzeln als solcher fortan ihren Ausdruck findet, wie dies bei der Ernennung der Directoren der botanischen Gärten in Prag, Wien und Innsbruck bereits geschehen ist. Auch in Prag suchte Weiß fördernd auf seine Zuhörer zu wirken, und im neuen Institute entfaltete sich bald ein reges wissenschaftliches Leben, das sich kundgab in zahlreichen von ihm angeregten, zum Theile von ihm auch geleiteten Abhandlungen, die in verschiedenen gelehrten Fach- und Sammelwerken, so insbesondere in den „Arbeiten des k. k. pflanzenphysiologischen Institutes in Prag“, zum Abdruck gelangten. Zugleich wurden durch die von ihm herangebildeten Privatdocenten Dr. Kreutz (Universität) und Fr. Reinitzer (Polytechnicum) die zahlreichen Zöglinge im Institute in die praktische Mikroskopie eingeführt. Er selbst veröffentlichte gleich zu Beginn seiner Prager Wirksamkeit seine über Bau und Natur der Diatromaceen angestellten Untersuchungen, welche bahnbrechend für eine neue Forschungsmethode bleiben. Hatte er schon in Wien populäre Vorträge gehalten, so trat er auch in Prag erfolgreich als Interpret neuerer Errungenschaften seiner Wissenschaft auf, desgleichen wurden im dortigen naturwissenschaftlichen Vereine „Lotos“, dessen Präsident er jahrelang war, vielfach von ihm Mittheilungen über Untersuchungen, die er eben durchgeführt hatte, gemacht und veröffentlicht. Im Jahre 1878 erschien seine Anatomie der Pflanzen. Eine Fülle von neuen Thatsachen ist in diesem Werke enthalten, und die Capitel: Zellkern, Farbstoffe, Spaltöffnungen, Trichome etc., beruhen ganz und gar auf eigenen Untersuchungen. Das Baufälligwerden des Institutsgebäudes im Winter 1879 und die spätere provisorische Unterbringung der Anstalt in durchaus ungeeignete Räumlichkeiten, sowie all der politisch-sociale Jammer, der seit Jahren das Ausharren an der Prager Universität für Deutsche zu einem Acte größter Opferwilligkeit [86] macht, haben nicht vermocht, den Schaffungsdrang unseres Gelehrten zu brechen. In mannhaftester Weise trat er für sein Deutschthum ein und zählt zu den Zierden der Prager Hochschule und der Prager Gesellschaft. Als einer der hervorragendsten österreichischen Botaniker und bedeutendsten jetzt lebenden Pflanzenanatomen hat Weiß ebenso in seinem Vaterlande, als auch weit über die Grenzen desselben hinaus Anerkennung gefunden. Er wurde von Seiner Majestät dem Kaiser zum k. k. Regierungsrathe ernannt, von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zum correspondirenden Mitgliede, von anderen Akademien und sonstigen wissenschaftlichen Vereinen theils zum Ehren-, theils zum correspondirenden Mitgliede erwählt. Von mehreren ausländischen Regierungen erhielt er hohe Orden. Im Frühjahre 1863 hatte sich Weiß mit Hermine Vocati vermält, über welche der Gelehrte selbst zwölf Jahre später in einer seiner Abhandlungen schreibt: „daß sie stets regen Antheil an seinem Wirken nehme und ihm die treue Gefährtin auf seinen Wanderungen und rührige Theilnehmerin an seinen wissenschaftlichen Arbeiten geblieben“. Aus dieser Ehe stammt eine Tochter Hermine (geb. in Lemberg 21. April 1864).

Uebersicht der wissenschaftlichen Werke und Abhandlungen des Professors Adolf G. Weiß. A. selbständige Werke: „Studien aus der Natur. Mit 9 Tafeln“ (Troppau 1857, 2. Aufl. 1858). – „Anatomie der Pflanzen. Mit 2 Tafeln und 267 Holzschn.“ (Wien 1878 bei Braumüller). B. Wissenschaftliche Abhandlungen. In den Schriften der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien: „Ueber ein neues Vorkommen der Spaltöffnungen“ [1857, mit 1 Tafel]. – „Beiträge zur Kenntniß der Spaltöffnungen“ [1857, mit 2 Tafeln]. – „Zur Entwickelung der Spaltöffnungen“ [1857]. – „Bau und Entwickelung der Anhänge an Girecudia manicata“ [1858, mit 1 Tafel]. – „Zur Flora von Lemberg“ [1865]. In den Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftlicher Classe in Wien: „Ueber den Zusammenhang in den Aenderungen der Dichten und Brechungsexponenten“ [1858, Bd. 30, mit 1 Tafel]. – „Derselben Untersuchungen II. Theil (zusammen mit Edm. Weiß)“ [1858, Bd. 33, mit 6 Holzschn.]. – „Die Krystallformen einiger chemischer Verbindungen“ [1859, Bd. 37, mit 1 Tafel]. – „Revision der Beobachtungen an krystallisirten Körpern“ [I. Die Grundstoffe, 1860, Bd. 39]. – „Ueber die directe Nachweisung des Eisens in Pflanzenzellen“ [1860, Bd. 40]. – „Die Krystallformen einiger chemischer Verbindungen“ [1861, Bd. 42]. – „Die Abhängigkeit der Liniendistanzen im Spectrum von der Dichte“ [1861, Bd. 43, mit 2 Fig.]. – „Das Verhalten von Kupferoxlydammoniak zur Zellhaut etc.“ [1861, Bd. 44]. – „Das Verhalten von Zuckeroxydammoniak zur Stärke“ [1862, Bd. 46]. – „Untersuchungen über die Entwickelung des Farbstoffes in Pflanzenzellen“ [1864, Bd. 49, mit 3 Tafeln]. – „Derselben Untersuchungen II. Theil“ [1866, Bd. 54, mit 4 Tafeln]. – „Zum Baue und der Natur der Diatomaceen“ [1871, Bd. 63, mit 2 Tafeln]. – „Ueber einen eigenthümlichen Farbstoff einiger Papavexacten“ [1884, Bd. 90]. – „Ueber spontane Bewegungen pflanzlicher Farbstoffkörper“ [1884, Bd. 90, mit 3 Tafeln]. – „Ueber Kalkoralatmassen in den Organen der Acanthaceen“ [1884, Bd. 90, mit 1 Tafel]. – „Ueber gegliederte Milchsaftgefäße im Fruchtkörper von Lactarius deliciosus“ [1885, Bd. 91, mit 4 Tafeln]. – „Die Fluorescenz der Pilzfarbstoffe“ [1885, Bd. 91]. – „Die Haarschöpfe einiger Sempervivumarten“ [1886, mit 2 Tafeln]. – „Gegliederte Milchröhren der Galorthöen“ [1886, mit 3 Tafeln]. – Außerdem 18 von ihm veranlaßte und geleitete Arbeiten, die in den Sitzungsberichten unter dem Titel: „Arbeiten des pflanzenphys. Institutes in Prag“ I–XVIII erschienen sind. In Poggendorff’s Annalen der Physik und Chemie: „Ueber die Lagenänderung der Spectrallinien“ [Berlin 1861]. – „Beobachtungen am Sonnenspectrum“ [Berlin 1862]. In Karsten’s Botanischen Untersuchungen: „Die Pflanzenhaare“ [Berlin 1867, mit 13 Tafeln]. – „Das Wachsthum des Blütenschaftes einer Agave Jaquiniana[87] [Berlin 1867]. – „Entwickelung der Milchsaftgefäße von Syngonium decipiens“ [Berlin 1867, mit 1 Tafel]. In v. Mohl’s Botanischer Zeitung: „Zur chemischen und physicalischen Natur des Milchsaftes der Pflanzen“ [Halle 1861]. – „Derselben Untersuchungen II. Theil“ [Halle 1862]. – „Das Verhalten der Chromsäure zur Stärke“ [Halle 1866, mit 1 Tafel]. In den Schriften der naturforschenden Gesellschaft zu Bamberg: „Die Fluorescenz der Pflanzenfarbstoffe“ [Bamberg 1860, mit 22 Tabellen]. In Pringsheim’s Jahrbüchern für wissenschaftliche Botanik: „Untersuchungen über die Zahlen- und Größenverhältnisse der Spaltöffnungen“ [Leipzig 1865]. In den Jahrbüchern der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien: „Ueber einige neue Fundorte von Tertiärpetrefacten in Griechenland“ [Wien 1863]. Im Bulletin des Botaniker-Congresses zu St. Petersburg: „Zur Kenntniß der Agave Jacquiniana“ [St. Petersburg 1870, mit 2 Figuren]. In den Schriften des Vereines zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien: „Die Bewegungserscheinungen sensitiver Pflanzen“ [Wien 1861, mit 5 Fig.]. – „Die Befruchtung blütenloser Pflanzen“ [Wien 1862, mit 2 Tafeln]. – Nebstdem zahlreiche kleinere Aufsätze und Notizen in botanischen und physikalischen Fach-Zeitschriften.
Quellen. Oesterreichische botanische Zeitschrift (Wien, 8°.) Jahrg 1884, Nr. 1 in der „Galerie österreichischer Botaniker“. Biographie von S. [nach dieser geb. am 26. August 1837]. – Poggendorff (J. C.). Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften u. s. w. (Leipzig 1863, Ambr. Barth, schm. 4°.) Bd. II, Sp. 1290 [nach diesem geb. am 25. August 1837, welches das richtige Datum ist]. Der vollständige Name unseres Gelehrten ist Joseph Gustav Adolf Weiß. In seinen ersten Veröffentlichungen schrieb er sich zuweilen J. G. Adolf Weiß, dann eine Reihe von Jahren hindurch blos Adolf. Als aber mehrere naturwissenschaftliche Schriftsteller in Deutschland ebenfalls unter dem Namen Adolf Weiß auftraten, schrieb er sich und schreibt sich heute noch zur Unterscheidung Adolf G. Weiß
Porträt. Im Holzschnitt im Jahrg 1884 der „Oesterreichischen botanischen Zeitschrift“.