BLKÖ:Wodzicki, Petronella

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 57 (1889), ab Seite: 209. (Quelle)
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6. Petronella, (gest. in Krakau am 6. November [210] 1859). Eine Tochter des Fürsten Stanislaus Jablonowski, Starosten von Kowel, und einer Gräfin Siemińska, verlebte sie ihre Kindheit auf den Gütern der Eltern, später kam sie zur Erziehung ins Kloster Dubno in Volhynien, wo sie in den Frauen dieses von der Welt abgeschiedenen Asyls treue und liebevolle Pflegerinen ihrer geistigen und sittlichen Anlagen fand und sich in diese von leichter Arbeit und frommen Uebungen erfüllte Einsamkeit so sehr hineinlebte, daß sie mit Thränen das Kloster verließ, in welchem sie ihre Mädchenjahre zugebracht hatte. Da inzwischen ihre Eltern gestorben waren, kam sie unter die Obhut einer nahen Verwandten, der Wojwodin von Bracław, wo sie in der Umgebung einer herrlichen Natur, getragen von der Liebe ihrer Verwandten, sich entwickelte und fortbildete, bis sie im Jahre 1799 sich mit Joseph Grafen Wodzicki, dem Sohne des Generals und letzten Starosten von Krakau, Elias, vermälte und in Krakau ihren bleibenden Aufenthalt nahm. In dieser alten Königs- und Krönungsstadt aber wurde sie bald die Wohlthäterin der armen Bevölkerung, welche sie in deren ärmlichen Hütten aufsuchte, um die Noth mit eigenen Augen zu sehen und die bitteren Thränen des Elends zu trocknen, die Hungrigen zu speisen, die Nackten zu kleiden, die Kranken zu pflegen. Als dann 1816 die Krakauer Wohlthätigkeitsgesellschaft ins Leben trat, war Gräfin Petronella eine der ersten und thätigsten Förderinen derselben, und als ihre Schwägerin Thekla, vermälte Gräfin Malachowski, erste Präsidentin des Vereines, 1830 das Zeitliche segnete, wendete Alles die Blicke auf die Gräfin Wodzicka, welche nun, zur Präsidentin des Damenausschusses dieser Gesellschaft gewählt, dieses Amt, in welchem sie als milde und unermüdliche Förderin der Interessen derselben waltete, bis zum 20. Februar 1848 bekleidete. Was sie daselbst des Guten gethan, ist in den Annalen dieses Wohlthätigkeitsinstitutes verzeichnet. Noch 11 Jahre lebte Gräfin Petronella ein dem Wohlthun gewidmetes Leben, dann schloß sie hochbetagt und beweint von der ganzen Bevölkerung, die in ihr den Schutzengel der einstigen Freistadt betrauerte, die Augen. Die Kinder aus ihrer Ehe mit dem Grafen Joseph sind aus der Stammtafel ersichtlich. [Pamiętnik towarzystwa dobroczynności Krakowskiego wydany powodu obchodzonego w d. 24. i 25. czerwca 1866 pięcdziescąt letniego Jubileusza, d. i. Denkbuch der Krakauer Wohlthätigkeitsgesellschaft, herausgegeben aus Anlaß des am 24. und 25. Juni 1866 gefeierten Jubiläums ihres 50jährigen Bestandes (Krakau 1868, Kirchmayer, schm. 4°.) S. 157: „Biographie der Gräfin Petronella“. Von X. Heinrich Księżarski. – Porträt. Unterschrift: „Petronella z ks. Jabłonowskich hr. Wodzicka | Prezesowa Dam. Tow. Dobro.“. Lithogr. ohne Angabe des Zeichners (Krakau, M. Salb, 4°.). –