BLKÖ:Wurm, Joseph Svatopluk

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wurm, Ignaz
Band: 58 (1889), ab Seite: 284. (Quelle)
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Wurm, Joseph Svatopluk (čechischer Schriftsteller, geb. zu Čejkovic im Brünner Kreise Mährens am 15. December 1837). Nachdem er 1856 die höhere Realschule in Brünn beendet hatte, trat er daselbst bei der Post in den k. k. Staatsdienst. 1859 wurde er nach Olmütz übersetzt, wo er die Muße seines amtlichen Berufes benutzte, um sich besonders eifrig an der Gründung des in dieser Stadt erscheinenden čechischen Blattes „Hvězda“ d. i. Der Stern, einer Unterhaltungszeitschrift für Volk und Jugend, welche 1859–1863 herauskam, zu betheiligen. Von ihm erschienen darin, sowie in dem von Wenzel Žirovnický 1860 in Olmütz herausgegebenen Almanach „Zora“, d. i. Die Morgenröthe, zahlreiche Artikel und Erzählungen. Auf seine Veranlassung bildete sich in Olmütz der nach dieser Stadt benannte landwirthschaftliche Verein, der erste dieser Art in Mähren, wie er denn auch der erste war, welcher in diesem Kronlande nationale Versammlungen veranstaltete, von denen vor allen jene von Buchlowitz 1860 und Hostein 1864 genannt seien. Außer für die schon erwähnte „Hvězda“ schrieb Wurm auch für die „Olomucké noviny“, d. i. Olmützer Zeitung, und für andere čechische Blätter. Von seinen selbständig erschienenen Schriften ist uns bekannt: „Kuruci, povídka z dějin Moravských“, d. i. Die Kurutzen, Erzählung aus der mährischen Geschichte (Olmütz 1862, 12°.), welche er unter dem seinem Geburtsorte Čejkovic nachgebildeten Pseudonym Svatopluk Čejkowský herausgegeben hat. Zur Zeit ist er Ersatzmann im Verwaltungsrathe der Hypothekenbank in Brünn, und Director des čechischen Versicherungsvereines „Slavia“, der in dem unten angeführten „Neuen Fremden-Blatt“ zugleich mit dem Director wegen nationaler Velleitäten, die doch mit dem Versicherungswesen nichts zu thun haben, scharf interpellirt wird. Uebrigens ist diese Interpellation nicht deutschen Ursprungs, sondern dem čechischen Blatte „Moravan“ entnommen.

Šembera, (Alois Vojtěch), Dějiny řeči a literatury česko-slovenské. Věk novejší, d. i. Geschichte der čechoslavischen Sprache und Literatur. (Wien 1868, gr. 8°.) S. 307. – Neues Fremdenblatt (Wien, gr. 4°.) 11. September 1872, Nr. 250, S. 8: „Die Slavia und ihr J. S. Wurm“.