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Beschreibung des Oberamts Wangen/Kapitel A 6

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« Kapitel A 5 Beschreibung des Oberamts Wangen Kapitel A 7 »
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VI. Gesellschaftlicher Zustand.

1. Grundherrliche Verhältnisse.
A. Grundherren und deren Besitzungen.
Die Grundherrschaft im engeren Sinn ist zwischen der Krone, fünf standesherrlichen und einer ritterschaftlichen Familie getheilt. Vgl. oben A, 1, 5.| 1) Die unmittelbare Grundherrlichkeit hat die Krone über die ehemalige Reichsstadt Wangen und deren Gebiet, die ehemalige Herrschaft Neuravensburg, die ehemalige Herrschaft Amtzell, Theile der ehem. Österreichischen Landvogtei und der Kl. Weingartenschen Besitzungen, (29.6841/2 Morgen, 111/16 Q-Meilen, 5507 Einw.).

2) Der Fürst von Waldburg-Zeil und Trauchburg die Herrschaft Trauchburg (35.8111/8 M. 21/16 Q-M. 4882 E.).

3) Der Fürst von Waldburg-Wolfegg-Waldsee besitzt die Herrschaft Praßberg und Leupolz, und (getheilt mit dem Fürsten von W. Wurzach) die Herrschaft Kißlegg (17.5103/8 M. 1 Q-M. 2525 E.).

4) Der Fürst von Waldburg-Zeil-Wurzach Antheil an der Herrsch. Kißlegg (14.5661/4 M. 27/32 (od. nicht ganz 7/8) Q-M. 1417 E.).

5) Der Fürst von Windisch-Grätz die Herrschaften Eglofs und Siggen (10.794 M. 5/8 Q-M. 2016 E.).

6) Der Graf von Quadt-Isny die ehem. Reichsstadt Isny und die ehem. Reichsabtei Isny (53227/8 M. 5/16 Q-M. 2354 E.).

7) Der Graf von Beroldingen, Mitglied des Ritterschaftlichen Adels, die Herrschaft Ratzenried (43705/8) M. 1/4 Q-M. 646 E.).

Der Rittergutsbesitzer Werner von Kreit zu Mosisgreut besitzt den Weiler Moossing, Gem. Pfärrich. Außerdem sind Grundherren im weitern Sinn mit Lehens- und Gefällrechten über einzelne Güter viele Pfarreien, Kirchenpflegen und Stiftungen.

Nur der Fürst von Windisch-Grätz und der Graf von Quadt gehören mit ihren gesammten standesherrlichen Besitzungen dem diesseitigen Bezirk an; die staatsrechtlichen Verhältnisse des Letzteren sind durch die Königl. Deklaration vom 8. Mai 1827 festgesetzt.

B. Lehens- und Leibeigenschaftswesen.
Das Lehenssystem besteht in sämmtlichen standesherrlichen Gemeinden und in der ritterschaftlichen Gem. Ratzenried. Bei den Staats- und Stiftungslehen sind die Allodifikationen oder Eigenkaufungen vollzogen oder in Unterhandlung. Die meisten Stiftungslehen bestehen noch in der sogenannten Vogtei Kißlegg. Von den 17 Lehengütern des Hospitals in Kißlegg sind nur 4 zinseigen gemacht. Vermögliche Lehenbauern, die Familie haben, suchen hier die Allodifikation seltener nach. Häufiger sind schon die Eigenkaufungen unter den Lehensleuten des Hospitals Bärenweiler. Wangen hatte| in seinem Gebiet nur Unterthanen mit eigenem Grundbesitz, keine Lehensleute. Auch in den standesherrlichen Bezirken, namentlich in der Gem. Eglofs sind eigene Güter nicht selten. In der Hauptsache sind die Lehensformen dieselben, wie im übrigen Oberschwaben und wie sie namentlich in den Oberamts-Beschreibungen von Waldsee und Ravensburg beschrieben worden sind. Falllehen mit Belehnung auf beide Ehegatten sind allgemein, Erblehen höchst selten,[1] wiewohl das Lehen in der Regel auf der Familie bleibt und dem Erstgeborenen verliehen wird. Auch Belehnungen der Nachgeborenen, selbst der Adoptivsöhne, kommen vor. Immer haben die Nachgeborenen auf dem Hof ihre unangefochtene Heimath. Die Frohnen – die Jagdfrohnen ausgenommen – und die Leibeigenschaftsabgaben (Mortuarien und Manumissionen) waren größtentheils schon seit früherer Zeit fixirt und normirt. Ihre Ablösung wird von dem Pflichtigen gerne angenommen und ist fast durchgängig vollzogen. Übrigens gehört der Oberamtsbezirk hinsichtlich der Grundlasten unter den Oberämtern des Donaukreises zu den am wenigsten beschwerten; dieselben übersteigen um Weniges den Durchschnitt der Grundlasten im ganzen Lande. Nach der Tabelle IV. betragen die Grundlasten des Oberamts, mit Ausschluß des grundherrlichen Katasters, 20.094 fl. 38 kr. und mit Beirechnung des im Kataster abgezogenen Fünftheils 25.118 fl. 17 kr. Die Frohn- und Lehenlasten sind theilweise nicht gering, wiewohl auch hier die Dienste des Bauern immer wieder durch ansehnliche Gegenleistungen des Lehensherrn, namentlich an Brenn-, Bauholz und Torf erleichtert werden. Eigenthümliche Titel gab es mehrere, z. B. das Kälbergeld im Wurzachschen Antheil am Kißleggschen und im ehem. Stift Isny, wo die Lehensleute die Kälber, welche sie nicht zum Nachziehen anbinden wollten, dem Lehensherrn anzeigen und um einen geringen Preis ihm überlassen oder gegen eine Abgabe an Geld für den freien Verkauf auslösen | mußten. Eigenthümlich war ferner die Verbindlichkeit von 7 Lehenhöfen in der Herrschaft Praßberg, gemeinschaftlich einige Reitklepper (von St. Gallen her Mönchsklepper genannt) für herrschaftliche Dienste zu halten, daher jene Höfe die Klepperhöfe hießen. Drei Höfe zu Röthsee entrichteten ein sogenanntes Seefahrtgeld für die Verbindlichkeit, den herrschaftl. Weinbedarf von den Bodenseegegenden zu holen. Hier ist auch einer in der Grafschaft Trauchburg unter dem Namen Großwochensteuer bestandene Kammersteuer zu erwähnen; es mußte nämlich jeder Trauchburgische Unterthan jährlich in der Weihnachtswoche von jedem 100 fl. Vermögen (an Fahrniß, Aktivkapitalien und liegenden Gütern, daher auch Vermögenssteuer genannt) 20 kr. Steuer entrichten. Der Ursprung dieser Abgabe verliert sich im Dunkel der Vorzeit. Sie ist jetzt größtentheils auf Kosten des Staats (der jährlich 1275 fl. an den Fürsten von Waldburg-Zeil bezahlt) erlassen, theils auf Grund und Boden als Grundzins vertheilt. Es folgt hier eine Übersicht der ständigen Grundlasten nach der Aufnahme des provisorischen Katasters im Jahr 1823, mit Berücksichtigung der inzwischen vorgekommenen Ablösungen. Dabei mußte aber die frühere Gemeinde-Eintheilung, wie sie im Jahr 1823 bestand, angenommen werden, da bei den späteren Veränderungen der Gemeindebezirke nur eine summarische Ausgleichung statt hatte. (S. die folg. Seite.) Den Zehenten haben zum kleineren Theil der Staat und die Grundherrn, zum größeren Theil aber die Pfarrstellen und Kirchenpflegen zu beziehen. Der Naturalbezug ist zwar überall noch zulässig; allein fast sämmtliche Zehentherrn haben Akkorde geschlossen, und manche derselben bestehen schon seit Menschenaltern. Im Ganzen sind diese Ansätze sehr gemäßigt und Klagen über zu hohe Zehentabgaben sind noch nie vorgekommen. In den Kißleggschen Gemeinden wird der meiste Zehenten jährlich verliehen; in Natura beziehen ihn hauptsächlich die beiden Hospitäler Kißlegg und Bärenweiler, und auch diese nur theilweise.|
Gefäll-Berechtigte. Geld. N a t u r a l i e n.
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Wangen.
Bayerische Pfarrei Wohnbrechts–12
Meßnerei daselbst–4
Kirchenpflege Amtzell251
Sattelpflege Wangen256
Seelhauspflege daselbst633
St. Martinipflege632
St. Sebastianspflege434
St. Eulogipflege436
Gottesacker-Kappellenpflege317
St. Wolfgangspflege–32
Meßpfründe Deuchelried–17
Andreaspflege–48
St. Mangipflege–34
Kirchenpflege Wohnbrechts143
Stadtpflege Wangen13137––161/2
Schmiedezunft daselbst–27
Spitalpflege Wangen27719
44452––161/2
Amtzell.
Kameralamt Wangen34115––5–
Kirchenpflege Amtzell1014
35129––5–
Beuren.
Kameralamt Wangen323
Graf von Quadt-Isny16723
Fürst von Waldburg-Zeil16636––144
Pfarrei Beuren17
Hospital Bärenweiler6–
Kirchenpflege Beuren7–
Rosenkranz-Bruderschaftspflege Beuren530
Kirchenpflege Christatzhofen–51
Kirchenpflege Isny–201/2––7–
Hospital Isny821/2––266
Kirchenpflege Kleinweiler15–
Kirchenpflege Ratzenried143
38256––482
Bolsternang.
Graf von Quadt-Isny2519––174
Fürst von Waldburg-Zeil12653––761/2
Pfarrei Bolsternang––––24
Kirchenpflege Isny628––4–
St. Leonhardipflege Isny239––26
Spitalpflege Isny331––27
Kirchenpflege Kleinweiler199
Kirchenfabrik Wangen–28
Widdumgut der Pfarrei14111––––12
32538––3731/212
Christatzhofen.
Kameralamt Wangen88
Fürst von Windisch–Grätz––––67
Graf von Quadt–Isny7656––661
Fürst von Waldburg–Zeil16114––74
Hospital Bärenweiler1620
Kirchenpflege Christatzhofen242
28640––804
|
Gefäll-Berechtigte. Geld. N a t u r a l i e n.
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Christatzhofen.
Kirchenpflege Eisenharz217
Kirchenpflege Isny238––56
St. Leonhardipflege Isny–517–
Spitalpflege Isny425––122
Kirchenpflege Kleinweiler1730
Kirchenpflege Ratzenried181/2––2–
Kirchenpflege Siggen181/2––25
Pfarrei Christatzhofen1116––206
1414––503
28640––804
42744––1307
Deuchelried.
Kameralamt Wangen108521/2––822–23/4
Graf von Beroldingen345
Kirchenpflege Deuchelried59181/2––172
Frauenpflege daselbst54521/2––112
Kirchenpflege Pfärrich130
Spitalpflege Wangen25101/2––137–3
Sattelpflege Wangen–341/2
Kirchenpflege daselbst111
Rosenkranzpflege daselbst181/2
Gottesackerpflege daselbst1251/2
Kapelle Bach2–
Kirchenpflege Ratzenried251
Stadtpflege Wangen24281/2––61/2
2878––13051/2–53/4
Eggenreute.
Kameralamt Wangen15495431854
Kameralamt Weingarten26471/2
Pfarrei Leupolz–35
Kirchenpflege Amtzell–31/2
Kirchenpflege Pfärrich–341/2
18291/25431854
Eglofs.
Kameralamt Wangen1421/2––411/4
Fürst von Windisch-Grätz316241/2––362
Graf von Beroldingen51441/2––3744–
Baron von Weinbach in Bayern10341––276
Baron von Syrgenstein in Bayern6246
Graf von Quadt-Isny44611––212
Baron von Horben–44––4–
Manualkaplanei Gestraz in Bayern–––––31/8
Kathol. Pfarr-Geistlichkeits-Präsenz
zu Ravensburg
154––126
Hospitalpflege Wangen75381/2––1741/2
Sattelpflege daselbst4341/2––915/8
St. Martinipflege Wangen2–––6–
Wolfgangspflege daselbst1151/2
Frauen-Meßpfründe Deuchelried––––255/8
St. Nikolai-Kirchenpflege Isny4–––135
St. Leonhardipflege Isny2626––137
Hospital Isny98––184
Kirchenpflege Eglofs7291/2
Armenpflege daselbst17–
Lokalschulfonds zu Ravensburg–26––21/2
1823451/2––22745/84–
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Gefäll-Berechtigte. Geld. N a t u r a l i e n.
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Kirchenpflege Ratzenried4271/2
Kirchenpflege Eschau8–
Stadtpflege Wangen18910––214
Gemeindepflege Eglofs2–
Gemeinde-Angehörige zu Eglofsthal120
Gemeinde Reute–30
Gemeinde Gestraz in Bayern2–
Oberjäger Fisch zu Eglofs–––––3
207271/2––217
1823451/2––22745/84–
203113––24935/84–
Eisenharz.
Kameralamt Wangen514
Graf von Quadt-Isny4545––156–
Fürst von Waldburg-Zeil319201/2––322–
Graf von Beroldingen1255––16––
Kathol. Pfarr-Geistlichkeits-Präsenz
zu Ravensburg
2822––43–
Hospital Bärenweiler25–
Kirchenpflege Eisenharz2551––1–
Kirchenpflege Deuchelried181/2
St. Martini-Kirchenpflege Wangen–101/2––2–
Kirchenpflege Isny143
St. Leonhardipflege Isny4211/2––84
Hospital Isny1541/2––94
Kirchenpflege Ratzenried3251/2––11
Kirchenpflege Siggen3571/2––4–
Landschaft Neutrauchburg32–
Pfarrei Eisenharz8330––177
594381/2––1123
Emmelhofen.
Fürst von Waldburg-Wolfegg20264116/811841/2
Fürst von Waldburg-Wurzach20923937/811365/8
Schullehrer zu Leutkirch–35
Pfarrei Merazhofen–7––111/2
Spital Bärenweiler8441–1–
Kirchenpflege Gebrazhofen–34––14
Kirchenpflege Immenried19
Hospital zum heil. Geist in Kißlegg2337771/41947/8
Kirchenpflege St. Galli zu Kißlegg1027––42
St. Ulrichspflege daselbst––––6–
Willerazhofer Kirchenpflege zu Kißlegg––––1–
Kirchenpflege Merazhofen–7––111/2
Kirchenpflege Röthsee–3–––6
St. Katharinen-Kaplanei zu Kißlegg215––231/4
458468947/827121/4
Enkenhofen.
Kameralamt Wangen1026
Fürst von Waldburg-Zeil211–––62
Fürst von Windisch-Grätz–15––31
Graf von Quadt-Isny817––36
Kirchenpflege Enkenhofen––––3–
Leonhardipflege Isny––––2–
Hospitalpflege daselbst13261/2––31–
Kirchenpflege Kleinweiler35–
Kirchenpflege Siggen–47
279111/2––491
|
Gefäll-Berechtigte. Geld. N a t u r a l i e n.
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Friesenhofen.
Graf von Quadt-Isny288392374164
Fürst von Waldburg-Zeil28338––332
Pfarrei Friesenhofen19645
Winklerisches Beneficiat Leutkirch–23
Pfarrei Urlau–21––23
Kirchenpflege Isny––1–4–
Hospital daselbst––––16
St. Leonhardipflege Rimpach312
51227402787164
Göttlishofen.
Kameralamt Wangen542
Fürst von Windisch-Grätz132–––23–
Graf von Quadt-Isny877
Fürst von Waldburg-Zeil1–––64
Graf von Beroldingen126––133
Baron von Syrgenstein43–
Pfarrei Christatzhofen1047–––41/2
Kathol. Pfarr-Geistlichkeits-Präsenz
zu Ravensburg
14
Pfarrei Siggen6624
Kirchenpflege Christatzhofen1030
Frauen-Meßpfründe Deuchelried434
Armenpflege Eglofs29–
Kirchenpflege Eisenharz655
Kirchenpflege Enkenhofen––––1–
Kirchenpflege Isny––––1–
Kirchenpflege Merazhofen242––34
Kirchenpflege Ratzenried21
Kirchenpflege Siggen77–––5
Kirchenpflege Waltershofen–40
St. Martinipflege Wangen543
Sattelpflege Wangen–17
Stadt Wangen19
Gemeinde Willatz322
42230––4941/2
Großholzleute.
Kameralamt Wangen–37
Graf von Quadt-Isny2812––129–
Fürst von Waldburg-Zeil19212––255
Baron von Horben229––124
Hospital Bärenweiler30–
Kirchenpflege Bolsternang143––12
Kapellenpflege Großholzleute19
Kirchenpflege Isny2–––1–
St. Leonhardipflege Isny547––144
Hospital Isny8153––25–
Kirchenpflege Kleinweiler2321
Kirchenpflege Rohrdorf249
Landschaft Neutrauchburg7630
Jakob Felix v. Eberz’sche Erben zu Isny419––104
70551––2193
Immenried.
Fürst von Waldburg-Wolfegg17611/245–1203
Fürst von Waldburg-Wurzach–8–––1
Pfarrei Immenried1622251/2711/4
St. Katharinen Kaplanei Kißlegg–19––71/4
Kirchenpflege Arnach153–––21/4
194431/24751/213473/4
|
Gefäll-Berechtigte. Geld. N a t u r a l i e n.
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Hospital Bärenweiler4–146–
Kirchenpflege Einthürnenberg17––637
Kirchenpflege Immenried24––461/2
Hospital zum heil. Geist in Kißlegg40913
Kirchenpflege St. Ulrich in Kißlegg4493181/4
Armenverwaltung Waldsee143––7–
6945662953/4
194431/24751/213473/4
264281/25431/216451/2
Isny, Stadt.
Fürst von Waldburg-Zeil1401/2
1401/2
Isny, Vorstadt.
Graf von Quadt-Isny166556––822
166556––822
Kißlegg.
Fürst von Waldburg-Wolfegg11547751/4183/8
Fürst von Waldburg-Wurzach1015461322
Pfarrei Kißlegg–––––52/8
St. Katharinen-Kaplanei daselbst159
Hospital zum heil. Geist in Kißlegg217
Kirchenpflege St. Galli daselbst––––121/8
Kirchenpflege St. Ulrich daselbst–10––125/8
22271361/45343/8
Menelzhofen.
Graf von Quadt-Isny27714––1696
Fürst von Waldburg-Zeil13357––62
Kaplanei zum heil. Georg in Altdorf–48––4–
Pfarrei Beuren224–––4
Hospital Bärenweiler96––4–
Kirchenpflege Beuren––––14
Kirchenpflege Christatzhofen–341/2
Kirchenpflege Isny2–––5–
Hospital Isny227––2–
428301/2––193–
Neuravensburg.
Kameralamt Wangen49623––24521/4
Pfarrei Roggenzell–32
Pfarrei Schwarzenbach–49––251/2
Kirchenpflege Amtzell–23
Sattelpflege Wangen115
St. Martinipflege daselbst325
Spital Lindau–51––11
Kirchenpflege Primisweiler–35
Kirchenpflege Roggenzell139
Kirchenpflege Schwarzenbach4191/2
510111/2––2493/4
Neutrauchburg.
Graf von Quadt-Isny864––1386
Fürst von Waldburg-Zeil1167––415
Hospital Bärenweiler10049
Kirchenpflege Isny2–
305–––1803
|
Gefäll-Berechtigte. Geld. N a t u r a l i e n.
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Neutrauchburg.
St. Leonhardipflege Isny217––1–
Hospitalpflege Isny4429––5–
Kirchenpflege Rohrdorf––––1–
4646––7–
305–––1803
35146––1873
Niederwangen.
Kameralamt Wangen31220––8411/4
Kaplanei Haslach21
Pfarrei Niederwangen12541/2
Kathol. Pfarrgeistlichkeits-Präsenz zu
Ravensburg
––––255/8
Pfarrei Schwarzenbach–14
Pfarrei Thann113
Stadtpfarrei Wangen–44
Pfarrei Wohnbrechts–23
Baron von Deuring7814
Kirchenpflege Amtzell4–
Hospital Wangen189––3021/4
Sattelpflege Wangen22–––255/8
Seelhauspflege Wangen7251/2
Kirchenpflege daselbst444––26/8
Sebastianspflege daselbst143
St. Eulogipflege daselbst241
St. Wolfgangspflege daselbst181/2
Kirchenpflege Deuchelried217
Frauenpflege daselbst12856
Kapellenpflege Hiltensweiler126
Kirchenpflege Niederwangen187
St. Mangipflege daselbst961/2
Kirchenpflege Pfärrich1158––731/2
Kirchenpflege Ratzenried434
Kirchenpflege Schwarzenbach–45
Stadtpflege Wangen202––281
66711––1574
Pfärrich.
Kameralamt Wangen374358741/22931/411/4
Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen228
Fürst von Fürstenberg––––1331/2
Freiherr Werner von Kreit816––2161/8
Baron von Hundbiß32–
St. Gregor-Kaplanei Altdorf–38
Pfarrei Leupolz–42
Kathol. Pfarr-Geistlichkeits-Präsenz
zu Ravensburg
2551/2
Kirchenpflege Altdorf1–––22
Kirchenpflege Amtzell5839––62
Kirchenpflege Pfärrich20152––2661/8
St. Eulogipflege Wangen–7
Andreaspflege Niederwangen–34
Kirchenpflege Haslach–14
Stadtpflege Wangen5230
736301/28741/2363411/4
Praßberg.
Kameralamt Wangen330––25–31/4
Fürst von Waldburg-Wolfegg13592224–31541853/4
Baron von Hundbiß––––531/4
13625224–32341/4191
|
Gefäll-Berechtigte. Geld. Naturalien:
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Pfarrei Leupolz123
FürstL. Sigmaringisches Amt Achberg––––1–
Hospital Bärenweiler8262646
Kapellenpflege Herfatz932
Kirchenpflege Leupolz7049––236⅝
Kirchenpflege Pfärrich3034½
Kirchenpflege Karsee–24½
Stadtpflege Wangen217
134626294⅝
13625224–3234¼191
149658266353⅞191
Ratzenried.
Graf von Beroldingen86533––327–132
Kaplanei Ratzenried––––31¾
Kathol. Pfarr-Geistlichkeits-Präsenz
zu Ravensburg
–35
Hospital Wangen–34
Pfarrkirchenpflege St. Petri zu Deuchelried–34––35½
St. Martinipflege Wangen–––––4
Hospitalpflege Isny–34––52
Kirchenpflege Merazhofen110–––4
Kirchenpflege Ratzenried1650––73
Kirchenpflege Siggen217
Kirchenpflege Waltershofen–34––52¾
Pfarrei Ratzenried6048322–3–
94845833747161
Rohrdorf.
Graf von Quadt-Isny14937––2403
Fürst von Waldburg-Zeil7423––81
Kirchenpflege Isny–41
Hospitalpflege Isny126––10–
Kirchenpflege Rohrdorf––––24
Landschaft Neutrauchburg25–
Leonhardi-Kaplanei zu Leutkirch18
25215––261–
Sammisweiler.
Fürst von Waldburg-Wolfegg34641354⅓1234¾
Fürst von Waldburg-Wurzach2291835–876⅜
Fürst von Waldburg-Zeil142
Pfarrei Kißlegg4–6–66
Katharinen-Kaplanei Kißlegg440––252¼
Pfarrei Leupolz2–
Hospital Bärenweiler785771303
Kirchenpflege Leupolz20–
Hospital zum heil. Geist in Kißlegg662494176
St. Gallipflege zu Kißlegg4314
St. Ulrichspflege daselbst121––9¾
Stadtpflege Wangen358
83325931⅓3005⅛
Schweinebach.
Graf von Quadt-Isny3056––565
Fürst von Waldburg-Zeil1840
St. Leonhardipflege Isny1164
Hospitalpflege daselbst153––54
16733––621
|
Gefäll-Berechtigte. Geld. N a t u r a l i e n.
Dinkel.Haber.Glatte Frucht.
fl.kr. Schfl.Sri. Schfl.Sri. Schfl.Sri.
Siggen.
Fürst von Windisch-Grätz28828
Pfarrei Siggen13541/2
Kirchenpflege daselbst6451/2–––3
43018–––3
Sommersried.
Fürst von Waldburg-Wolfegg1713826–6823/4
Fürst von Waldburg-Wurzach2931754510721/41–
Graf von Beroldingen18––53
Baron von Hundbiß–34––531/4
Frauenkloster Kißlegg––––251/2
St. Katharinen-Kaplanei in Kißlegg532––206
Hospital Bärenweiler1172486156
Hospital Wangen620
St. Nikolaipflege Sattel634
Kirchenpflege Einthürnenberg230
Kirchenpflege Immenried–––––63/4
Spital zum heil. Geist in Kißlegg910437/8771/4
Kirchenpflege St. Galli in Kißlegg1143––511/8
Kirchenpflege St. Ulrich daselbst211––541/2
Kirchenpflege Waltershofen148––221/4
Stadtpflege Wangen544––214
647539367/826865/81–
Wiggenreute.
Fürst von Waldburg-Wolfegg127183231/2664
Fürst von Waldburg-Wurzach148114541/4914
St. Katharinen-Kaplanei in Kißlegg18
Hospital Bärenweiler834––11–
Kirchenpflege Einthürnenberg439
Kirchenpflege Immenried423
Hospital zum heil. Geist in Kißlegg10–511/467
Kirchenpflege St. Galli daselbst139––573/8
Kirchenpflege St. Ulrich daselbst140––527/8
3073283118712/8
Winterstetten.
Fürst von Waldburg-Zeil19135
Graf von Quadt-Isny43410–117
Pfarrei Friesenhofen21–
Winklerisches Beneficiat zu Leutkirch–11
Pfarrkirchenpflege Isny–34
Spitalpflege daselbst858––41–
Kirchenpflege Muthmannshofen116
228810–527
Hauptsumme    17.5674165523/8488143/8597


Darunter sind die ständigen Frohnen in ihrem Geldanschlag begriffen, auch sind die Gegenleistungen der Grundherren und das im Kataster abgerechnete Fünftheil hier nicht abgezogen.

Durch den Vollzug der neueren Ablösungsgesetze wird übrigens ein Theil dieser Gefälle und Leistungen, besonders Frohnen, wegfallen.

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2. Staats- und kirchliche Einrichtung.
A. Eintheilung und Ämter.
a. Weltliche.
Der Oberamtsbezirk Wangen ist ein Bestandtheil des Donaukreises und wird von den gewöhnlichen Bezirksbehörden verwaltet, welche ihren Sitz in der Stadt Wangen haben. Nur das Forstamt befindet sich außerhalb des Bezirks, indem das diesseitige Revier Amtzell dem Forstamt Altdorf zugetheilt ist. In Isny befindet sich ein Amtsnotar und ein Unteramtsarzt. In Hoch- und Straßenbau-Sachen ressortirt der Bezirk von den Inspektionen in Ravensburg. Mit Ausnahme der Fürsten von Waldburg-Wolfegg und Waldburg-Wurzach haben die Grundherren auf die Ausübung der Gerichtsbarkeit und Polizei verzichtet. Die genannten Fürsten üben zwar ebenfalls keine Gerichtsbarkeit, haben aber für die Beaufsichtigung der Polizei- und Kommunalverwaltung in der sogenannten Vogtei Kißlegg (d. h. den Gemeinden Emmelhofen, Immenried, Kißlegg, Praßberg, Sommersried und Wiggenreute) eine gemeinschaftliche Bezirks-Polizeibehörde in dem K. Fürstl. Amt Wolfegg.[2] In forstlicher Beziehung sind die Gemeindebezirke Wolfegg’schen Antheils mit Ausnahme einzelner Parzellen der Forst-Verwaltung Wolfegg, die Waldburg-Zeil-Trauchburg’schen Gemeinden Beuren, Christatzhofen, Eisenharz, Friesenhofen, Großholzleute, Neutrauchburg, Rohrdorf und Winterstetten mit unbedeutenden Ausnahmen der Forstverwaltung Zeil zugetheilt. Bürgerliche Gemeinden zählt das Oberamt 26, wovon 6 in die zweite, die übrigen in die dritte Klasse fallen. Isny Stadt und Kißlegg sind die einzigen Gemeinden, welche gar keine Parzellen haben; aus den meisten kleinen Theilen zusammengesetzt sind: Deuchelried, Eglofs, Eisenharz, Praßberg, Sommersried und Pfärrich. Letztere ist die parzellirteste Gemeinde im ganzen Königreich; sie besteht aus 107 Weilern,| Höfen und einzelnen Wohnsitzen. – Standes- und grundherrschaftliche Rentämter befinden sich in Kißlegg, Neutrauchburg, Isny, Eglofsthal und Ratzenried.[3]


b. Kirchliche.

Sämmtliche katholische Kirchenstellen (24 Pfarreien mit 10 Kaplaneien) sind dem Dekanatamt Wangen untergeordnet. Einzelne Filialien auswärtiger Kirchen, die in der Ortsbeschreibung namhaft gemacht werden, gehören in die Dekanate Leutkirch, Ravensburg, Tettnang und Waldsee. Ebenso stehen einige Parzellen der Oberämter Leutkirch, Waldsee und Ravensburg als Filialien diesseitiger Pfarreien unter dem Dekanatamt Wangen.

Die einzige evangelische Gemeinde, Isny Stadt (mit zwei Pfarrern) gehört mit den Filialisten in der Stadt Wangen und in der Parzelle Blitzer zum Dekanat Ravensburg. Die evangelischen Einwohner in Amtzell und Krottenthal sind der Pfarrei Ravensburg ohnedieß zugetheilt.


B. Anstalten.
a. Schulen.
Eine lateinische Schule mit Einem Lehrer besteht in Wangen. Elementar- und Volksschulen katholischer Konfession finden sich 27 mit 29 Lehrern, darunter drei Filialschulen.| Die evangelische Schule in Isny hat 4 Lehrer. Industrieschulen bestehen überall, wo eine deutsche Schule ist. Auf dem Lande aber werden sie nur im Winterhalbjahr gehalten und nur von den Mädchen besucht. Wegen der Vereinödung ist jedoch der Besuch im Ganzen mangelhaft. Einer Unterstützung von dem Wohlthätigkeits-Verein erfreut sich keine der Industrieschulen. Handwerker-Sonntagsschulen wurden in Wangen und Isny gehalten. An ersterem Orte befinden sich auch eine Zeichnungs- und Musikschule. Die katholischen Schulen beaufsichtigt ein Schulinspektor, derzeit der Pfarrer in Rohrdorf, die evangelische Schule in Isny der Dekan in Ravensburg. Unverkennbar sind die Fortschritte, welche das Streben nach Verbesserung des Volksunterrichts in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat.
b. Wohlthätige Anstalten.

Der Hospital nebst dem Armen- und Seelhaus in Wangen und der Hospital mit den Almosenpflegen in Isny dienen zur Unterstützung und Verpflegung armer und gebrechlicher Leute dieser beiden Gemeinden. Außerdem besteht in Isny eine Stiftung für arme Waisen. Für arme Wolfegg’sche Unterthanen sorgt ein Hospital in Kißlegg, für Wurzach’sche ein solcher in Bärenweiler. Auf dem Lande hat fast jede Gemeinde ihre besondere Armenpflege. Bei dem ziemlich gleichmäßig verbreiteten mittleren Wohlstand genügt jedoch oft schon der Wohlthätigkeitssinn Einzelner, die wenigen Nothleidenden zu unterstützen, s. oben S. 52.

c. Landwirthschaftliche Anstalten.

Des landwirthschaftlichen Vereines für das Allgäu, der sich jedoch nicht bloß auf den Oberamtsbezirk beschränkt, ist oben S. 57 Erwähnung geschehen.

d. Anstalten für Handel und Verkehr.
Postämter befinden sich in Wangen und Isny; an letzterem Orte ist der Poststall von der Expedition getrennt. Ein auf den Ravensburger Eilwagen influirender Wagen| verbindet Wangen und den ganzen Bezirk mit der Hauptstadt Stuttgart. Durch Wangen passiren auch die K. bayerischen Eilwagen von Lindau nach Augsburg und München. Außer den gewöhnlichen Amtsboten gehen Landboten durch den Bezirk, und zwar einer von Wangen nach Ravensburg und nach Isny, einer von Leutkirch nach Isny, und von da nach Kempten. Auch passirt die Oberamtsstadt der Lindauer Bote nach Memmingen und Augsburg.

Über die Jahr - und Wochenmärkte s. oben und Näheres in der Beschreibung der betreffenden Gemeinden.

Straßen und Brücken.
a. Landstraßen.

1) Die Straße von Leutkirch nach Wangen.

2) Die Straße von Wangen nach Lindau. Diese beiden sind bei weitem die frequentesten, besonders wegen des Getreidehandels an den Bodensee, der aus dem Bayerischen diesen Weg zieht.

3) Die Straße von Ravensburg nach Wangen und gegen Bregenz.

4) Die Straße von Wangen nach Isny. Diese Straße tritt eine halbe Stunde oberhalb der Stadt ins Bayerische, und erst bei Eglofsthal wieder ins Württembergische ein.

5) Die Straße von Tettnang nach Wangen.

6) Die Straße von Leutkirch nach Isny und gegen Kempten.

Diese sämmtlichen Straßen werden vom Staate unterhalten und sind, wenn auch theilweise etwas schmal, im Ganzen in einem befriedigenden Zustande. Die wenigsten Unebenheiten hat die Leutkirch-Isnyer Straße. Das Material ist das gewöhnliche Gerölle der Gegend. Die Ruthenzahl der durch das Oberamt ziehenden Straßen beträgt 21.171,2. Hierin ist der Etter-Betrag mit 1542,3 mitbegriffen.

b. Vicinalstraßen.
Amts-Korporations-Straßen bestehen keine; desto zahlreicher sind die den ganzen Bezirk nach allen Richtungen durchkreuzenden Verbindungssträßchen, welche von den Gemeinden oder auch einzelnen Parzellen unterhalten, zwar gewöhnlich sehr schmal, doch für leichtes Fuhrwerk vollkommen genügend und meistens ganz bequem zu befahren sind. Als die wichtigsten nennen wir:|
1) Die Wangen-Kißlegger Straße, über Praßberg an Sommersried vorüber.
2) Die Straße von Kißlegg über Immenried und Einthürnen nach Waldsee.
3) Die Straße von Kißlegg über Wiggenreute nach Wolfegg.
4) Die Straße von Kißlegg über Emmelhofen nach Zeil.
5) Die Straße von Kißlegg nach Gebratzhofen und Leutkirch.
6) Die Straße von Kißlegg nach Christatzhofen, Neutrauchburg und Isny.
7) Die Verbindungsstraße zwischen Friesenhofen und Großholzleute über Rohrdorf.
8) Die Verbindungsstraße zwischen Isny, Beuren, Enkenhofen, Göttlishofen, Ratzenried und Deuchelried.
9) Die Verbindungsstraße zwischen Ratzenried und Isny über Siggen, welche in Nr. 6 einmündet.
10) Die Verbindungsstraße zwischen Wangen, Deuchelried und Eisenharz.
11) Die Wangen-Wolfegger Straße über Leupolz.
12) Die Straße durch das Eschach- und Kreuzthal.

Das Areal sämmtlicher Straßen und Wege des Oberamts beträgt 21016/8 Morgen.

c. Brücken.

Brücken und Stege hat das Oberamt in genügender Anzahl. Die Staatsstraßen führen über zwanzig größere und kleinere Brücken, darunter sind die bedeutendsten die über die untere Argen bei Großholzleute, bei Rengers (Gem. Rohrdorf), bei Dürren auf der Straße nach Leutkirch, und bei Herfatz (Gem. Praßberg), über die obere Argen bei Eglofs und bei Wangen, über die Eschach bei Friesenhofen. Sämmtliche Brücken sind von Holz, die meisten, auch die der Vicinalstraßen, bedacht; offen sind die von Großholzleute und Eglofs.

Weggelder werden nirgends mehr erhoben. Pflastergeld beziehen die beiden Städte. Brückengeld bezahlt man in Wangen, Eglofs, Großholzleute und Rengers.

e. Sonstige Anstalten.
Eine Viehversicherungsanstalt hat in den Jahren 1829–31 bestanden, konnte aber wegen unzureichender Theilnahme nicht länger erhalten werden.| Seit 1827 ist eine Sparkasse für den Oberamtsbezirk errichtet; sie nimmt Anlehen von 5 fl. bis 400 fl. an von Dienstboten, Handwerksgehülfen, Kindern unter 15 Jahren, minderjährigen Pfleglingen, auch von sonstigen älteren oder gebrechlichen Personen, welche nicht über 1000 fl. Vermögen besitzen und entweder Oberamtsangehörige sind, oder im Oberamtsbezirk wohnen. Sie leiht die Gelder zu 41/2 pCt. gegen Versicherung wieder aus und zahlt von den bei ihr angelegten Kapitalien 4 pCt. Ihr Aktivbestand betrug
am Schluß des Rechnungsjahres 1838–39:   173.685 fl.

Ihre Passiven standen auf   161.573 fl.
Somit blieb ihr ein Reservefonds von   12.112 fl.
welchen die Oberamtskorporation, so lange er nicht 20.000 fl. beträgt, bis auf diese Summe verbürgt hat und der den Gläubigern zur Sicherheit dient.

3. Oberamts- und Gemeinde-Haushalt.
A. Oberamtspflege.
Seit dem Jahr 1828 bis 30. Juni 1840 ist das Vermögen der Oberamtskorporation von 1484 fl. auf 13.500 fl. gestiegen, wovon 11.700 fl. in Kapitalien angelegt sind. Liegenschaft besitzt die Korporation nicht; Schulden eben so wenig. Steuerrückstände von den Gemeinden an die Oberamtspflege, oder von dieser an die Staatskasse sind nicht vorhanden; auch sonstige Ausstände hat die Oberamtspflege nicht. Die jährlichen Ausgaben betragen nahe an 4000 fl., mit welchen die Besoldungen der Korporations-Beamten und Diener, die Rekrutirungkosten, ein Beitrag zu dem landwirthschaftlichen Verein (200 fl. vorerst auf 3 Jahre) und andere, kleinere, im Interesse der Bezirksverwaltung zu machende Ausgaben bestritten werden. Zu Deckung der Ausgaben werden als sogenannter Amtsschaden in der Regel 3500 fl. nach dem Verhältniß der Staatssteuer umgelegt; etwaige Überschüsse fallen dem Reservefonds oder dem Vermögen der Oberamtskorporation anheim. Die Amtsvergleichungskosten sind, außer den Feuerschaukosten, sehr| unbedeutend; sie betragen mit diesen kaum etwas über 250 fl. und werden besonders umgelegt. – Die der Korporation gesetzlich überlassenen Scortationsstrafen werden auf Unterstützung unehelicher Kinder verwendet, mit je 20 fl. für einen Knaben und 10 fl. für ein Mädchen. – Von der Garantie, welche die Oberamtspflege für die Sparkasse leistet, s. oben.
B. Gemeinde- und Stiftungs-Pflegen.
1. Vermögen der Gemeinden.
a. Verzinsliche Kapitalien18.905 fl.
b. Sonstige Forderungen647 fl.
Summe:19.552 fl.
2. Schulden der Gemeinden.
a. Verzinsliche Kapitalien23.608 fl.
b. Sonstige Forderungen39 fl.
Summe:23.719 fl.

Die Einkünfte ohne die Gemeinde-Umlagen betrugen im Jahr 1839–40: 19.867 fl., die Ausgaben: 39.349 fl., die Gemeinde-Umlagen: 20.124 fl.

Die Stadt Wangen ist die wohlhabendste Gemeinde. Von den 26 Gemeinden des Oberamts sind 18 ganz schuldenfrei, und die Schulden der übrigen 8 sind auch nur von geringem Belang. Im Jahr 1823 hatten die Gemeinden des Oberamts noch 156.327 fl. verzinsliche Schulden, die Steuerreste bei den einzelnen Pflichtigen waren 17.812 fl. Gegenwärtig betragen die letzteren nur einige hundert Gulden.

Das Vermögen der Stiftungen beträgt nach dem Stande des Jahres 1840 an baarem Geld und Kapitalien 498.650 fl., mit Einschluß des Kapitalwerths der Gefälle beiläufig 650.000 fl.; die Schulden derselben belaufen sich auf 2560 fl., die Einkünfte auf 43.346 fl., die Ausgaben auf 38.829 fl. Die reichsten Stiftungen besitzt die Stadt Isny, dann Wangen, Kißlegg, Pfärrich und Friesenhofen.

4. Kataster und Steuern.
Das Kataster des Oberamts beträgt mit Einschluß der Grundherrschaften von|
Grundeigenthum                        293.226 fl.59 kr.
Gefällen17.417 fl.31 kr.
Gebäuden2.038.575 fl.
Gewerben4.810 fl.26 kr.
2.354.029 fl.56 kr.

Die direkte Steuer für das Jahr 1840–41 war an 2.000.000 fl.

Grundsteuer                              23.212 fl.50 kr.
Gefällsteuer1.480 fl.15 kr.
Gebäudesteuer4.313 fl.  2 kr.
Gewerbesteuer3.270 fl.52 kr.
32.276 fl.59 kr.
Auf eine Quadratmeile kommen somit an Steuern 4747 fl. und auf eine Person 1 fl. 40 kr.|
Kataster der Grund- und Gefällherren,
das nicht unter dem Gemeinde-Kataster begriffen ist.
Grund- und Gefällherren Grund-
Kataster.
Gefäll-
Kataster.
Gebäude-
Kataster.
Gewerbe-
Kataster.
Grund-
Steuer.
Gefäll-
Steuer.
Gebäude-
Steuer.
Gewerbe-
Steuer.
fl.kr. fl.kr. fl.kr. fl.kr. fl.kr. fl.kr. fl.kr. fl.kr.
Fürst v. Waldburg-Wolfegg 250013622–11.100–––2123030752229––
Fürst v. Waldburg-Wurzach 107256190538900–––91121615824––
Fürst v. Waldburg-Zeil 125772529425975–50810651215–1630346
Fürst v. Windisch-Grätz 1343571884000–––11496121419––
Fürst v. Fürstenberg ––748–––––––40––––
Graf v. Quadt-Isny 22143031445112.175–202421881426719304013750
Graf v. Beroldingen 1029257015810.525–5538730594020203726
Freiherr v. Pappus ––72–––––––67––––
Summe:     9417412.702544.675–3075380026107938106220922


  1. ↑ In der ganzen Vogtei Kißlegg z. B. finden sich nur zwei Erblehen, eines in Reipertshofen (Gem. Emmelhofen), das andere in Kißlegg.
  2. ↑ Das Nähere s. in der Ortsbeschreibung von Kißlegg.
  3. ↑ Vom Jahr 1806 an, nachdem der jetzige Oberamtsbezirk, mit Ausnahme der ehemaligen Reichsstadt Wangen und ihres Gebietes und der Herrschaft Ratzenried, an Württemberg angefallen war, bildeten diese sämmtlichen Territorien einen Theil des Oberamtes Altdorf und mit diesem des Kreises Altdorf, und zwar gehörten die unmittelbaren (ehemals landvogteilichen und Weingartenschen) Theile zu den Unterämtern Pfärrich und Karsee, die mittelbaren zu dem Patrimonialamt Amtzell, den Patrimonial-Obervogteiämtern Eglofs, Isny, Kißlegg-Wolfegg mit Praßberg, Kißlegg-Wurzach, Neuravensburg und Waldburg-Zeil-Trauchburg. Bald aber wurden die Patrimonialämter aufgehoben, die mittelbaren Territorien vom Oberamt Altdorf getrennt und in einem eigenen Oberamt Isny vereinigt. Endlich wurde (1810) nach der Acquisition von Wangen (nebst dem größten Theil seines Gebiets) und Ratzenried der Oberamtsbezirk in seiner jetzigen Gestalt gebildet, der Landvogtei am Bodensee einverleibt, und in den unmittelbaren Oberamtsbezirk mit 12, und das Unteramt Isny mit 13 Schultheißereien eingetheilt. Nach manchem Wechsel wurde endlich ums Jahr 1830 die jetzige Eintheilung in 26 Gemeinden festgesetzt.