Das Newe Testament Deutzsch/Mt

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[9] [WA.DB 6,14]
Euangelion Sanct Matthes.
Das Erst Capitel.
Luther Das Newe Testament Deutzsch 015 Initial.jpg

1 Luce. 3.Djs ist das buch von der gepurt Jhesu Christi der do ist ein son Dauids des sons AbrahamAbraham vnd Dauid werdenn furnemlich antzogen darumb das den selben Christus sonderlich verheyssen ist..

2 Abraham hat geporn den Jsaac.
Jsaac hatt geporn den Jacob.
Jacob hatt geporn den Juda vnnd seyne bruder.
3 Juda hat geporn den Pharez vnnd den Zaram von der Thamar.
Pharez hat geporn den Hezron.
S. Mattheus lesset ettlich gelid ausßenn, vnnd furet Christus geschlecht von Salomon nach dem gesetz aber Sanc. Lucas furet es nach der natur vonn Nathan Salomonis bruder. Denn das gesetz nennet auch die kinder, so von brudern auß nachgelassenem weyb geporn sind. Deuter. 25.Hezron hat geporn den Ram.
4 Ram hat geporn den Amminadab.
Amminadab hatt geporn den Nahasson.
Nahasson hatt geporn den Salma.
5 Salma hat geporn den Boas von der Rahab.
Boas hat geporn den Obed von der Rhut.
Obed hat geporn den Jesse.
6 Jesse hatt geporn den konig Dauid.

Der konig Dauid hat geporn den Salomon vonn dem weybe des Vrie.
7 Salomon hat geporn den Roboam.
Roboam hat geporn den Abia.
Abia hat geporn den Assa.
8 Assa hat geporn den Josaphat.
[16] Josaphat hat geporn den Joram.
Joram hat geporn den Osia.
9 Osia hat geporn den Jotham.
Jotham hat geporn den Achas.
Achas hat geporn den Ezechia.
10 Ezechia hat geporn den Manasse.
Manasse hatt geporn den Amon.
Amon hat geporn den Josia.
11 Josia hatt geporn den Jechonia vnd seyne bruder, vmb die zeyt der Babylonischen gefencknis.

4. Reg. 25.12 Nach der Babylonischen gefencknis, hat Jechonia geporn den Sealthiel.
Sealthiel hatt geporn den Zorobabel.
1. Esdre. 2.13 Zorobabel hatt geporn den Abiud.
Abiud hat geporn den Eliachim.
[10] Eliachim hat geporn den Asor.
14 Asor hat geporn den Zadoch.
Zadoch hat geporn den Achin.
Achin hat geporn den Eliud.
15 Eliud hat geporn den Eleasar.
Eleasar hat geporn den Mathan.
Mathan hat geporn den Jacob.
16 Jacob hat geporn den Joseph den man Marie, von wilcher ist geporn Jhesus, der da heyst Christus.

17 Alle gelid von Abraham biß auff Dauid, sind vierzehen gelid, Vonn Dauid biß auff die Babylonische gefenckniß sind viertzehen gelid, Von der Babylonischen gefenckniß bifß auff Christum sind viertzehen gelid.

Luce. 1.18 Die gepurt Christi war aber alßo gethan, Als Maria seyne muter dem Joseph vertrawet war, ehe sie mit eynander zu hauß sassen, erfand sichs das sie schwanger war, von dem heyligen geyst. 19 Joseph aber yhr man war frum, vnd wolt sie nit rugen(Rugen et ce.) Das ist er wolt sie nicht zu schanden machen fur den leuten, als er wol macht hatte nach dem gesetze, vnd rumbt also Sanct Matth. Josephs fromkeyt das er sich auch seynes rechten vmb liebe willen vertzigen hatt., gedacht aber sie heymlich tzuuerlassen, 20 Jn dem er aber alßo gedacht, sihe, da erschyn yhm eyn Engell des hernn ym trawm vnd sprach, Joseph du son Dauid furcht dich nit Mariam deyn weyb zu dyr zu nehmen, denn das ynn yhr geporn ist, das ist von dem heyligen geyst, 21 vnnd sie wirt geperen eynen son, des namen solltu heyssen Jhesus, denn er wirt seyn volck selig machen von yhren sunden.

Jsa. 7.22 Das ist aber alles geschehen, auff das erfullet wurd das der herr durch den propheten gesaget hatt, der do spricht. 23 Sihe, eyne iunckfraw wirt [18] entpfahen vnnd geperen eynen son, vnd sie werden seynen namen heyssen Emanuel, das ist verdolmaschet. Got mit vns.

24 Da nu Joseph vom schlaff erwachte, thet er wie yhm des hernn Engell befolhen hatte, vnnd nam seynn weyb zu sich, 25 vnd erkennet sie nicht, biß sie yhren ersten son gepar, vnd hieß seynen namen Jhesus.

Das ander Capitel.

Do Jhesus geporn war zu Bethlehem, yhm Judischen land, tzur tzeyt des konigs Herodis, sihe, da kamen die weysen(weysen et ce.) Die S. Math Magos nennet, vnnd sind magi in etlichen morgenlender Naturkundiger vnnd priester gewesen. vom morgenland gen Hierusalem, vnnd sprachen. 2 Wo ist der newgeborne konig der Juden? wyr haben seynen stern gesehen ym morgen land, vnd sind komen, yhn antzubeten.

3 Do das der konig Herodes horte, erschrack er vnnd mit yhm das gantz Hierusalem, 4 vnd ließ versamlen alle hohe Priester vnd schrifft gelertenn vntter dem volck, vnd erforschete[1] von yhn, wo Christus solt geporn werden? 5 vnnd sie sagten yhm, zu Bethlehem yhm Judischen land. Denn also ist geschrieben durch den propheten. 6 Vnd du Bethlehem ym Judischen land bist mit nichte(Mitt nichte) Bethlehem war kleyn an zu sehen darumb auch micheas sie kleyn nennet. Aber on Euangelist hatt (mitt nichte) hyn zu chan darumb das sie [18] itzund erhohett war, do Christus da geporn ward. Und trifft also der Euangelist die figur, denn Bethlehem bedeut, die christenheytt die veracht fur der welt, groß fur gott ist. die kleynist vnter den fursten Juda, denn auß dyr soll myr komen, der hertzog der vber meyn volck von Jsrael eyn herr sey.Mich. 5.
Joh. 7.

[11] 7 Da berieff Herodes die weysen heymlich, vnd erlernet mit vleyß von yhnen, wenn der stern erschynen were, 8 vnd weyßet sie gen Bethlehem, vnnd sprach, zihet hyn, vnd forsschet vleyssig nach dem kyndlin, vnnd wen yhrß findet, sagt myr widder, das ich auch kome vnd es anbete.

9 Als sie nu den konig gehort hatten, zogen sie hyn, vnnd, sihe der stern, den sie ym morgen land gesehen hatten, gieng fur yhn hyn, biß das er kam, vnd stund oben vber, da das kyndlin war. 10 Da sie den stern sahen, wurden sie hoch erfrawet, 11 vnd giengen ynn das hauß, vnd funden das kyndlin mit Maria seyner mutter, vnnd fielen nyder, vnnd betten es an, vnd theten yhre schetze auff, vnnd legten yhm geschenck fur, gollt, weyrach vnnd myrrhen. 12 Vnnd gott bevahl yhn ym trawm, das sie sich nitt sollten widder zu Herodes lencken, vnd zogen durch eynen andern weg wydder ynn yhr land.

13 Da sie aber hynweg getzogen waren, sihe, da erscheyn der engell des herren dem Joseph ym trawm, vnnd sprach, stand auff, vnnd nym das kyndlin vnd seyn mutter zu dyr, vnd fleuch ynn Egypten land, vnnd bleyb alda, biß ich dyr sage, denn es ist forhanden das Herodes das kyndlin suche dasselb [20] vmbtzubringen. 14 Vnd er stund auff vnd nam das kyndlin vnnd seyne mutter zu sich, bey der nacht, vnnd entweych ynn Osee. 11.
Numeri. 24.
Egypten land, 15 vnnd bleyb alda, biß nach dem todt Herodes, auff das erfullet wurde, das der herr durch den propheten gesagt hatt der do spricht, Auß Egypten hab ich meynen ßon beruffen.

16 Da Herodes nu sahe, das er von den weysen betrogen war, wart er seer tzornig, vnd schickt auß, vnd ließ alle kynder tzu Bethlehem todten, vnnd ann yhr gantzen grentze, die da tzwey ierig vnd drunder waren, nach der tzeytt, die er mit vleyß erlernet hatte vonn den weysen.


17 Da ist erfullet, das gesagt ist von dem propheten Jeremia, der do spricht.Jeremie 31 18 Auff dem gebirge hat man ein geschrey gehoret, viel klagenß, weynenß vnnd heulenß, Rachel beweynet yhre kyndere, vnd wollt sich nitt trosten lassen, denn es war auß mit yhnen(auß mittyhnen) Disen spruch hat Sanct Math. sonderlich anzogen, das er durch yhn anzeygt, wie es sich allrzeytt vmb die Christenheytt helt, denn es lest sich alweg fur der welt an sehen als sey es aus vmb die christen, doch wer den sie, wider alle macht der helle, wunderlich durch got erhlaten, vnd sicht man hie in disen kinden, wie ein recht christlich wesen, yn leyden standt..

19 Da aber Herodes gestorben war, sihe, da erscheyn der engel des hernn Joseph ym trawm, ynn Egypten land, 20 vnd sprach, stand auff, vnnd nym das kyndlin vnnd seyne mutter zu dyr, vnd ziehe hyn, ynn das land Jsrael, Sie sind gestorben, die dem kynd nach dem leben stunden. 21 Vnd er stund auff, vnnd nam das kindlin vnnd seyne muter zu sich, vnd kam ynn das land Jsrael. 22 Da er aber horete, das Archelaus ym Judischen land konig war, an stat seynes vatters Herodes, furcht er sich da hyn zukomen, vnnd ym trawm entpfieng er eyn bevehl von gott, vnd zog ynn die ortter des Gallileischen lands, 23 vnd kam, vnnd wonet ynn der stat die do heyst, Nazareth, auff das erfullet wurd, das gesagt ist durch die propheten, Er sol Nazarenus heyssen.Judicum. 13.

[12]
Das dritt Capitel.

Luce. 3.
Joh. 1.
Zv der zeyt kam Johannes der teuffer, vnd prediget ynn der wusten des iudischen lands 2 vnnd sprach, Bessert euch, das hymel reych ist nah erbey komen. 3 Vnd er ist der, von dem der prophet Jsaias gesagt hatt, vnnd gesprochenJsa. 40.
Marci. 1.
, Es ist eyn ruffende stymme ynn der wusten, Bereyttet dem herrn den weg, vnnd macht seyne steyge richtig.

4 Er aber Johannes hatte eyn kleyd von Cameel haren, vnnd eynen leddern gurttel vmb seyne lendenn. Seyne speyße ware, heuschreckenSolche hewschrecken pflegt man yn ettlich morgenlender tzu essen als Hierony. schreybt vnd wild honig. 5 Da gieng zu yhm hynauß die stat Hierusalem, vnnd das gantz iudisch [22] land, vnnd alle lender an dem iordan, 6 vnnd ließen sich teuffen von yhm, ym iordan, vnnd bekanten yhre sunde.

7 Als er nu viel pharisecr vnnd saduccer sahe zu seyner tauff komen, sprach er zu yhnen, yhr otter gezichte, wer hatt denn euch so gewyß gemacht das yhr entrynnen werdet dem kunfftigen zorn? 8 Sehet zu, thut rechtschaffne frucht der puß. 9 Denckt nur nit, das yhr bey euch wolt sagen, wyr haben Abraham zum vater. Jch sage euch, gott vermag dem Abraham aus diesen steyn kinder erwecken. 10 Es ist schon die axt den bewmen an die wurtzel gelegt, darumb welcher bawm nit gutte frucht bringt, wirt abgehawenn, vnnd ynß fewr geworffen.

11 Jch teuffe euch mit wasser tzur busße, der aber nach myr komet, ist stercker denn ich, dem ich auch nit byn gnugsam, seyne schuch zu tragen, der wirt euch teuffen mit dem heyligen geyst vnnd mit fewr, 12 vnnd er hatt seyne worfschauffel ynn der hand, er wirt seyne tenne fegen, vnd den weytzen yn seyne schewren samlen, aber die sprew, wirt er verprennen mit ewigem fewr.

13 Zu der zeyt kam Jhesus von Gallilea an den Jordan, zu Johanne, das er sich vonn yhm teuffen ließe, 14 Aber Johannes weret yhm, vnnd sprach, ich bedarff woll, das ich von dyr getaufft werde, vnnd du komist zu myr? 15 Jhesus aber antwortt vnd sprach, laß itzt also seyn, alßo gepurt es vns,

alle gerechtickeyt(alle gerecht) Alle gerechtickeytt wirt erfullet wenn wir vns aller vnser gerechtickeytt vnnd ehre vertzeyhen, das gott alleyn fur den gehalten werd, der gerecht sey, vnnd gerecht mache die glewbigen. Dis thut Johannes, so er sich seyner gerechtickeyt ausßert, vnd will von Christo getaufft vnnd gerechtfertigett werden Dis thut auch Christus so er sich seyner gerechtikeyt vnd ehre nit annymbt, sondern lest sich teuffen vnd todten, Denn tauff ist nicht anders denn todt. zu erfullenn. Da ließ ers yhm zu, 16 vnd do Jhesus getaufft war, steyg er bald erauff auß dem wasser, vnnd sihe, da wurden vber yhm die hymel auffgethan, vnnd Johannes Joh. 1.
Matth. 17
sahe den geyst gottis gleych als eyn tawben erab steygen vnd vbir yhn komen, 17 vnnd sihe, Eyn styme vom hymel erab sprach, diß ist meyn lieber son, ynn wilchem ich eyn wolgefallen habe.


Das vierde Capitel.

Marci. 1.
Luce. 4.
Da wart Jhesus vom geyst ynn die wusten gefurt, auff das er von dem teuffel versucht wurde, 2 vnnd da er viertzig tage vnnd viertzig nacht gefastet hatte, hungert yhn,3 vnnd der versucher tratt zu yhm, vnnd sprach, Bistu gottis son, so [13] sprich das dieße steyne, brott werden, 4 Vnd er [24] antworttet vnd sprach Es ist geschrieben.Deu. 8. Der mensch wirt nit von dem brott alleyn leben, sondern von eynem iglichen wortt, das durch den mund gottis gehet.

5 Da furt yhn der teuffel mitt sich ynn die heylige stadt, vnnd stellet yhn auff die tzynnen des tempels, 6 vnnd sprach zu yhm, Bistu gottis son so laß dich hyn abe. Denn es ist geschrieben, Er wirtt seynen Engelln vbir dyr befelhen, vnd sie werden dich auff den henden tragen auff das du deynen fuesß nit an eynen steyn stossest, 7 Da sprach Jhesus zu yhm, widderumb ist auch geschriebenn.Deute. 6. Du solt gott deynenn herrn nit versuchenn.

8 Widderumb, furt yhn der teuffel mit sich, auff eynen seer hohen berg, vnnd tzeygt yhm alle reych der welt, vnnd yhre herlickeyt, 9 vnd sprach zu yhm Das alles will ich dyr geben, so du nyder fellist, vnnd mich anbetist. 10 Da sprach Jhesus zu yhm, heb dich Satan, denn es ist geschriebenDeute. 6. Du sollt anbeten gott deynen herrnn vnd yhm alleyne dienenn.

11 Da verließ yhn der teuffel, vnd sihe, da tratten die Engel zu yhm vnnd dieneten yhm.

Luce. 4.
Joh. 2.
12 Da nu Jhesus horete, das Johannes vberantwortet war, zog er ynn das Gallileysche land, 13 vnnd lies die stadt Nazaret, kam, vnnd wonete zu Capernaum, die do ligt am meer an der grentze Zabulon vnd Nepthalim, 14 auff das erfullet wurde, das do gesagt ist, durch den propheten Jsaiam, der do spricht, Jsai. 9.15 Das land Zabulon vnd das land Nepthalim, am wege des meeriß, ihensid dem Jordan, vnd die heydnisch Gallilea, 16 das volck da ym finsterniß sasß, hatt eyn grosses liecht gesehen, vnd die da sassen ynn dem ortt vnnd schatten des tods, den ist eyn liecht auffgangen.

17 Von der zeytt an, fieng an Jhesus zu predigen, vnd sagen Bessert euch, das hymel reych ist nah erbey komen.

18 Als nu Jhesus an dem Gallileyschenn meer gieng, sahe er zween brudere, Simon, der do heyst Petrus, vnnd Andreas seynen bruder,Marci. 1. die wurffen yhre netze ynß meer, denn sie waren fischer, 19 vnnd er sprach zu yhn, folgett myr nach, ich will euch zu menschenfischer machen, 20 Bald ließen sie yhre netze, vnnd folgeten yhm.

[26] 21 Vnnd da er von dannen furbaß gieng, sahe er zween andere brudere, Jacob den ßon Zebedei vnnd Johannem seynen bruder, ym schiff mit yhrem vater Zebedeo, das sie yhre netze flickten, vnd er rieff yhn. 22 Bald liessen sie das schiff vnd yhren vatter, vnd folgeten yhm nach.

23 Vnnd Jhesus gieng vmb her ym gantzen Gallileyschen land, leret ynn yhren schulen, vnnd prediget das Euangelion von dem reych, vnnd heylet allerley seuche vnnd kranckeyt ym volck, 24 vnnd seyn [14] gerucht erschall yn das gantz Syrien land, vnnd sie brachten zu yhm alle kranckenn, mit mancherley seuchen vnnd quall behafft, die besessenen, die monsuchtigen vnd die gichtpruchtigen, vnnd er macht sie alle gesundt, 25 vnd es folgete yhm nach viel volcks, von Gallilea, von den tzehen stedten, von Jherusalem, vom iudischen land, vnnd von ihensytt des iordans.


Das funffte Capitel.

Da er aber das volck sahe, steyg er auff eynen berg, vnd satzet sich, vnnd seyne Junger tratten zu yhm, 2 vnnd er thatt seynen mund auff, leret sie, vnd sprach,Luce. 6. 3 Selig sind, die da geystlich arm sind, denn das hymelreych ist yhr, 4 Selig sind, die da leyde tragen, denn sie sollen getrostet werden, 5 Selig sind die senfftmutigen, denn sie werden das erdreych besitzen(besitzen) die welt vermeynt die erden zu besitzen vnd das yhr zu schutzen wenn sie gewalt vbet, aber Christus leret, das man die erden alleyn mit senfftmutickeyt on gewalt behalt.,6 Selig sind die da hungert vnnd durstet nach der gerechtickeyt, denn sie sollen satt werden, 7 Selig sind die barmhertzigen, denn sie werden barmhertzickeyt erlangen, 8 Selig sind die von hertzen reyn sind, denn sie werden got schawen, 9 Selig sind die fridfertigen(fridfertigen) Die fridfertigen sind mehr denn fridsamen, nemlich, sie den frid machen furdern vnd erhalten vnter andern, wie Christus vns bey gott hatt frid gemacht., denn sie werden gottes kynder heyssen, 10 Selig sind, die vmb gerechtickeyt willen verfolget werden, denn das hymel reych ist yhr, 11 Selig seyd yhr, wenn euch die menschenn schmehen vnd verfolgen, vnd reden allerley arges widder euch so sie daran liegen vmb meynen willen. 12 Habt freud vnnd wonne, Es wirt euch ym hymell woll belonet werden, denn also haben sie verfolgt die propheten, die fur euch gewesen sind.

13 Yhr seyd das saltz(das saltz) wenn die lerer auff horen gottes wortt zu lesen, mussen sie von menschen gesetzen vberfallen vnd zu tretten werden. der erden, wo nu das saltz thum wirtt, was kan man[2] da mit saltzen? Es ist zu nicht hynfurtt nutz, denn das man es hyn [28] auß schutte, vnd laß die leutt zur tretten. 14 Yhr seyd das liecht der welt, Es mag die stat die auff eynem berge ligt nit verporgen seyn, 15 Man tzundt auch nicht eyn liecht an vnd setzt es vnter eynen scheffell, sondern auff eynen leuchter, so leuchtet es denn allen, die ym hawse sind, 16 Also last ewer liecht leuchten fur den leutten, das sie ewere gute werck sehen, vnnd ewrn vatter ym hymel preyssenn.

17 Yhr sollt nit wehnen, das ich komen byn das gesetz odder die propheten auff zu losen(auff loset) Also thut der Papisten hauff, sagen, dise gepott Christi seyen nicht gepott sondern redte., ich byn nit komen auff zulosen, sondernn zu erfullen, 18 denn ich sage euch warlich, bis das hymel vnd erden zurgehe, wirt nit zur gehen, der kleynist buchstab, noch eyn tittle vom gesetz, bis das es alles geschehe.

19 Wer nu eyns von dißen kleynisten gepotten auff loßet, vnnd leret die leutt also, der wirtt der kleynist heyssen(kleynist heyssen) das ist, wenig geacht sonder verworffen werden. (grosß heyssen) das ist, großgeacht werden. ym hymel reych, Wer es aber thut vnnd leret, der wurtt groß heyssen ym hymel reych.

20 Denn ich sage euch, Es sey denn ewr gerechtickeyt besser, denn der schrifftgelerten vnnd phariseer(der phariseer) Der phariseer fromkeyt steht alleyn [15] in ausserlichen wercken vnnd scheyn Christus aber fodder dets hertzen fromkeyt., so werdet yhr nit yn das hymel reych komen.

[15] Exod 20. et 21.
Leui. 24.
21 Yhr habt gehortt, das zu den alten gesagt ist, du sollt nit todten, wer aber todtet, der soll des gerichts schuldig seyn. 22 Jch aber sage euch, wer mit seynem bruder zurnet, der ist des gerichts schuldig, wer aber zu seynem bruder sagt, Racha(Racha) Racha ist das rauchscharren ym halß, vnd begreyffet alle zornige zeychen., der ist des rads schuldig, wer aber sagt, du narr, der ist des hellischen fewrß schuldig.

23 Darumb wenn du deyn gabe auff den allter opfferst, vnd wirst alda eyndencken, das deyn bruder ettwas widder dich hab, 24 so las alda fur dem altar, deyn gabe, vnnd gehe zuuor hyn, vnnd versune dich mitt deynem bruder, vnnd als denn kom vnnd opffer deyn gabe.

25 Sey willfertig deynem widersacher, bald, die weyl du noch mit yhm auff dem wege bist, auff das dich der widdersacher nit der mal eyns vbir antwortte dem richter, vnd der richter vbirantworte dich dem diener, vnd werdist ynn kercker geworffen, 26 warlich ich sage dyr, du wirst nit von dannen erauß komen, bis du auch den letzten heller bezalest.

Exod. 20.27 Yhr habt gehortt, das zu den alten gesagt ist, du sollt nit ehebrechen. 28 Jch aber sag euch, wer eyn weyb an sihet, yhr zu begeren, der hat schon mit yhr die ehe brochen ynn seynem hertzen.


[30] 29 Ergert dich aber deyn rechtes aug, so reyß (reyß) Geystlich auß reyssen, ist hie gepotten, das ist, wenn der augen lust getodtet wirt ym hertzen vnnd auethun.es auß, vnd wirffs von dyr. Es ist dyr besser, das eyns deyner glyd verderb, vnd nicht der gantze leyb ynn die helle geworffen werde, 30 Ergert dich deyne rechte hand, ßo haw sie abe vnd wirff sie von dyr, Es ist dyr besser, das eyns deyner glid verderbe, vnd nit der gantze leyb ynn die helle geworffen werde.

Matth. 18.
Marci. 9.
Deu. 24.
Matth. 19.
Marci. 10.
Luce. 16.
31 Es ist wol gesagt, wer sich von seynem weybe scheydet, der soll yhr geben eynen scheydbrieff. 32 Jch aber sag euch, wer sich von seynem weyb scheydet (es sey denn vmb ehebruch) der macht, das sie die ehe bricht, vnnd wer eyn abgescheydete freyet, der bricht die ehe.

33 Yhr habt weyter gehoret, das zu den allten gesagt ist, du solt keyn falschen eyd thun, vnd sollt gott deynen eydt hallten. Leuit. 19.34 Jch aber sage euch, das yhr allerding nicht schweren(schweren) Alles schweren vnd eyden ist hie verpotten, das der mensch von yhm selber thutt, wens aber die lieb, nodt, nutz des nehisten, odder gottis ehre foddert, ist wolthun, gleych wie auch der zorn verpotten ist, vnnd doch loblich wenn er aus liebe vnd zu gottes ehren, erfoddert wirt. solt, widder bey dem hymel denn er ist gottis stuel 35 noch bey der erden, denn sie ist seyner fusse schemel, nach bey Jherusalem, denn sie ist eynis grossen konigs stadt, 36 Auch soltu nit bey deynem hewbt schweren, denn du vermagist nitt eyn eynigs har weysß odder schwartz tzu machen, 37 Ewr rede aber sey ya, ya, neyn, neyn, was daruber ist, das ist vom argen.

Leui. 24. Deu. 19. Luce. 6.38 Yhr habt gehort, das gesagt ist, Eyn aug vmb eyn aug, eynen zan vmb eynen zan. 39 Jch aber sage euch, das yhr nitt wider streben(nitt widder streben) das ist, niemant soll sich selb rechen noch rach suchen auch fur gericht, auch nitt rach begeren. Aber die vbrikeytt des schwerds, sol solches thun, vonn yhr selbs odder durch den nehisten aus lieb ermanet vnnd ersucht. solt dem vbel, sondern so dyr yemant eyn streych gibt auff deyn rechten backen, dem biete den andernn auch dar. 40 Vnd so ymand mit dyr rechten will, vnd deynen rock nehmen, dem laß auch den mantell. 41 Vnd so dich ymant nottiget eyn meyle, so gang mit yhm zwo. 42 Gib dem der dich bittet, vnnd wende dich nit von dem, der von dyr borgen will.

[16] 43 Yhr habt gehoret das gesagt ist. Du sollt deyn nehisten lieben vnd deynen feynd hassen.Leui.t 19.
et. 26.
Luce. 6.
44 Jch aber sage euch, Liebet ewere feynde, benedeyt die euch maledeyen, thut wol den die euch hassen, bittet fur die, so euch beleydigen vnnd verfolgen, 45 auff das yhr kynder seyd ewers vatters yhm hymel, Denn er lest seyn Sonne auff gehen vbir die bosen vnd vbir die gutten, vnd lest regnen vbir gerechten vnd vngerechten, 46 denn so yhr liebet, die euch lieben, was werdet yhr fur lohn haben Thun nit dasselb auch die zollner?(zollner) heyssen latinisch Publicani vnd sind gewesen, die der Romer rendte vnnd zoll bestanden haten, vnnd waren gemeyniglich gotloße heyden, dahyn von den Romern gesatzt 47 Vnd so yhr euch nur zu ewern brudern freuntlich thut, was thutt yhr sonderlichs? thun nit die tzollner auch also? 48 Darumb yhr sollt volkomen seyn, gleych wie ewr vatter ym hymell volkomen ist.

[32]
Das sechst Capitel.

Habt acht auff ewr almoßen, das yhr die nitt gebet, fur den leutten, das yhr vonn yhn gesehen werdet, yhr habt anders keynen lohn bey ewrm vatter ym hymel, 2 wenn du nu almosen gibst, solltu nitt lassen fur dyr posaunen, wie die heuchler thun yn yhren schulen vnd auff den gassen,Matth. 23. auff das sie von den leuten gepreysset werden, warlich, ich sage euch, sie haben yhrn lohn dahyn. 3 Wenn du aber almosen gibst, so laß deyne lincke hand nitt wissen, was die rechte thut, 4 auff das deyn almosen verporge sey, vnd deyn vatter, der ynn das verborgen sihet, wirt dyrs vergelten offentlich.

5 Vnnd wenn du bettist, soltu nitt seyn, wie die heuchler, die da gerne stehen vnnd beten ynn den schulen, vnd an den ecken auff den gassen, auff das sie von den leuten gesehen werden, warlich, ich sage euch, sie haben yhrn lohn dahyn, 6 Wenn aber du bettist, so gehe ynn deyn kemerleyn, vnnd schleuß die thur zu, vnnd bete zu deynem vater verporgen, vnnd deyn vatter, der yn das verporgen sihet, wirt dyrs vergelten offentlich.

7 Vnnd wenn yhr betet, sollt yhr nitt viel plappern, wie die heyden, denn sie meynen, sie werden erhoret, wenn sie viell wortt machen, 8 darumb solt yhr euch yhn nit gleychen, Ewer vatter weyß, was yhr bedurfft, ehe dann yhr yhn bittet, 9 darumb solt yhr also beten.

Luce. 11.Vnser vater ynn dem hymel. Deyn name sey heylig. 10 Deyn reych kome. Deyn wille geschehe auff erden wie ynn dem hymele 11 Vnser teglich brott gib vnns heutt, 12 vnd vergib vns vnsere schulde, wie wyr vnsernn schuldigern vergeben, 13 vnnd fure vnns nitt ynn versuchung, sondern erlose vns von dem vbel, denn, deyn ist das reych, vnd die krafft, vnnd die herlickeyt in ewickeyt. Amen. 14 Denn so yhr vergebt den menschen yhre feyle, so wirtt euch ewr hymelischer vatter auch vergeben, 15 wo yhr aber den menschen nit vergebt yhre feyle, so wirtt euch ewr vater auch nitt vergeben ewre feyle.Matth. 18.
Marci. 11.

16 Wann yhr fastet, solt yhr nit sawer sehen wie die heuchler, denn sie verstellen yhr angesicht, auff das sie fur den leutten scheynen mitt yhrem fasten, warlich, ich sag euch, sie haben yhrn lohn dahyn. [17] 17 Wenn du aber fastist, so salbe deyn hewbt, vnnd wasche deyn angesicht, 18 auff das du nitt scheynist fur den leutten, mit deynem fasten, sondern [34] fur deynem vatter, welcher verporgen ist, vnd deyn vatter, der do ynn das vorporgen sihet, wirt dirs vergelten offentlich.

Luce. 12.19 Yhr sollt euch nit schetze samlen auff erden, da sie der rost vnd die motten fressen, vnd da die diebe nach graben vnd stelen. 20 Samlet euch aber schetze ym hymel, da sie widder rost noch motten fressen, vnnd da die diebe nit nach graben, noch stelen, 21 denn wo ewer schatz ist, do ist auch ewr hertz.

Luce. 11.22 Das auge ist des leybs liecht, wenn deyn auge eynfeltig ist, so wirt deyn gantzer leyb liecht seyn, 23 wenn aber deyn aug eyn schalck ist, so wirt deyn gantzer leyb finster seyn. Wenn aber das liecht, das ynn dyr ist, finsterniß ist, wie groß wirtt denn die finsterniß selber seyn?

Luce. 16.24 Niemant kan zweyen herrnn dienen, entweder, er wirt eynen hassen, vnnd den andern lieben, odder wirt eynem anhangen, vnnd den andern verachten, yhr kund nitt gott dienen vnnd dem Mammon, 25 Darumb sage ich euch, sorget nit fur ewr leben was yhr essen vnd trincken werdet, auch nitt fur ewern leyb, was yhr antzihen werdet, ist nitt das leben mehr denn die speyse, vnd der leyb mehr denn die kleydung? Luce. 12.26 Sehet an die vogel vnter dem hymell, sie seen nitt, sie erndten nit, sie samlen auch nitt ynn die schewren, vnnd ewr hymlischer vatter neeret sie doch. Seyd yhr denn nitt viel mehr denn sie?

27 Wer ist vnnter euch, der seyner lenge eyn elle tzu setzen muge? ob er gleych drauff sorget, 28 worumb sorget yhr denn fur die kleydung? Schawet die lilien auff dem feld, wie sie wachsen, sie erbeytten nitt, auch nehen sie nit, 29 ich sage euch, das auch Salomon ynn alle seyner herlickeyt, nit bekleydt gewesen ist, als der selbigenn eyns, 2. Cor. 930 So dann gott das graß auff dem felld also kleydet, das doch heutte steht, vnnd morgen ynn denn offen geworffen wirtt, sollt er das nit viel mehr euch thun, o yhr kleyn glewbigen?

31 Darumb sollt yhr nitt sorgen, vnd sagen, was werden wyr essen, was werden wir trincken, wo mit werden wyr vnns kleyden? 35 Nach solchem allem trachten die heyden. Denn ewr hymlischer vatter weyß, das yhr des alles bedurffet, 33 tracht am ersten nach dem reych gottis, vnnd nach seyner gerechtickeyt, ßo wirt euch solchs alles zufallen, 34 Drumb sorget nit fur den andern morgenn, denn der morgene tag, wirt fur das seyn sorgenn. Es ist gnug das eyn iglich tag seyn eygen vbell(seyn eygen vbell) das ist tegliche arbeytt, vnnd will, es sey gnug das wir teglich arbeyten, sollen nicht weytter sorgen. habe.

[36]
Das siebend Capitel.

[18] Richten gehortt alleyn gott, darumb wer richtet on gottesbeuehl, der nympt gott seyn ehre, vnnd diß ist der balck.Luce. 6.Rjchtet nit, auff das yhr nit gerichtet werdet, 2 denn mit wilcherley gericht yhr richtet, wirt euch gerichtet werden, vnd mit welcherley maß yhr messet, wirt euch gemessenn werden. 3 Was sihestu aber den spreyssen ynn deyns bruders auge, vnd wirst nit gewar des balckenn ynn deynem auge? 4 odder wie tharstu sagen zu deynem bruder, hallt, ich will dir den spreyssen aus dem auge tzihen, vnnd sihe, eyn balcke ist ynn deynem auge. 5 Du heuchler zeuch am ersten den balcken auß deynem auge, darnach besihe, wie du den spreyssen auß deyns bruders auge zihest[3]?

6 Yhr sollt das heylthum(heyligthum) das heyligthum ist gottes wort da durch alle ding geheyligett werden,
(hunden) hund sind die das wort verfolgenn (sew) sew seind, die ersoffen ynn fleyschlichem lust, das wort nicht achten.
nit den hunden geben, vnnd ewere perlen solt yhr nit fur die sew werffen, auff das sie die selbigen nitt zur tretten, mit yhren fussen, vnnd sich wenden, vnnd euch zu reyssen.

Luce. 11.
Jacob. 1.
Deu. 4.
7 Bittet, so wirt euch geben, sucht, so werdet yhr finden, klopfft an, so wirt euch auff gethan, 8 denn wer do bitt, der empfehet, vnd wer do sucht, der findt, vnnd wer do anklopfft, dem wirt auffgethan. 9 Wilcher ist vnter euch menschen, so yhn seyn son bittet vmbs brott, der ym eynen steyn biete, 10 odder so er yhn bittet vmb eyn fisch, der yhm eyn schlangen biete? 11 so denn yhr, die yhr doch arge seydt, kund dennoch gutte gaben ewern kindernn geben, wie viel mehr, ewer vater ym hymel, wirtt guttes geben, den die yhn bitten?

Luce. 6.12 Alles nu, das yhr wollet, das euch die leutte thun sollenn, das thutt yhn auch yhr, das ist das gesetz vnnd die propheten.

Luce. 13.13 Gehet eyn durch die enge pforte, denn die pfortt ist weyt, vnnd der weg ist breytt, der do abfuret zur verdamnis, vnnd yhr sind viel, die da durch gehen, 14 vnnd die pfort ist enge, vnnd der weg ist schmal, der do zum leben furet, vnnd wenig ist yhr, die yhn finden.

Marci. 8.
Luce 12.
15 Sehet euch fur, fur den falschen propheten, die zu euch komen ynn schaffs kleydern, ynnwendig aber sind sie reyssende wolffe, 16 An yhren fruchten solt yhr sie erkennen, Mag man auch weyndrawben samlen von den dornen? odder feygen von den distellnn? Luce. 6.17 Also eyn iglicher guter bawm bringt gutte [38] fruchte, aber eynn fauler bawm bringt arge fruchte, 18 Eynn guter bawm kan nitt arge fruchte bringen, vnnd eyn fawler bawm kan nit gute frucht bringen, 19 Eyn iglicher bawm, der nit gute frucht bringt, wirtt abgehawen vnnd ynß fewr geworffen, 20 darumb an yhren fruchten sollt yhr sie erkennen.

21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen, Herr herr, ynn das hymel reych komenn, sondern, die do thun(thut) Hie fodert Christus auch den glawben, denn wo nit glaub ist, thut man die gepot nict, Ro. 3. vnnd alle gutte werck nach dem scheyn, on glawbenn geschehenn seyn sund Dagegen auch wo glawb [19] ist, mussen recht gutte werck folgen, das heysset Christus (thun) von reynem hertzen thun. Der glawb aber reynigt das hertz. Act. 15. vnd solche fromkeytt, steht vest wider alle wind, das ist alle macht der hellen, denn sie ist auff den felß Christus, durch den glawbenn gebawet. Gutte werck on glawben, seyn der torichtenn iunckfrawen lampen on ole. den willen meynes vaters yhm hymel. 22 Es werdenn viel zu mir sagen an ihenem tag. Herre her haben wyr nitt yn deynem namen weyssaget? haben wyr nitt ynn deynem namen teuffel auß trieben? haben wyr nit ynn deynem namen viel thatten than? Psalm. 6.23 dann werd ich yhn bekennen, ich hab euch noch nie erkand, weychet alle von mir yhr vbeltheter.

Luce. 13.
Luce. 6.
24 Darumb wer diße meyne rede horet, vnd thut sie, den vergleych ich eynem klugen mann, der seyn hawß auff eynen felßen bawet, 25 da nu eyn platz rege fiel, vnnd eyn gewesser kam, vnnd webeten [19] die wind, vnd stiessen an das hawß, fiel es doch nicht, denn es war auff eyn felßen gegrundt. 26 Vnnd wer diße meyne rede horet, vnnd thut sie nitt, der ist eynem torichten mann gleych, der seyn hauß auff den sand bawet, 27 da nu eyn platzrege fiel, vnd kam eyn gewesser, vnd webeten die winde, vnd stiessen an das hawß, da fiel es, vnnd seyn fall war grosß.

28 Vnnd es begab sich, da Jhesus diße lere volendet hatt, entsatzte sich das volck vbir seyner lere, 29 denn er prediget gewalticklich, vnd nitt wie die schrifftgelerten.


Das acht Capitel.

Marci. 1.
Luce. 5.
Da er aber vom berge herab gieng, folgte yhm viel volcks nach, 2 vnd sihe, eyn außetziger kam, vnd bettet yhn an, vnd sprach, Herr so du willt(So du wilt) der glaub weyß nit, vertrawet aber auff gottes gnad., kanstu mich wol reynigen, 3 vnnd Jhesus streckt seyne hand auß, rurt yhn an, vnnd sprach, ich wills thun, sey gereynigt, vnd als bald wart er von seym außsatz reyn, 4 vnnd Jhesus sprach zu yhm, sich zu, sags niemant, sondern ganng hyn vnnd tzeyg dich dem priester, vnnd opffere die gabe, die Moses befolhen hat, zu eynem tzeugnis vber sie(Uber sie) Mos. nennet das gesetz ein zeugnis vber das volck, Deu. 31. denn das gesetz beschuldiget vns, vnnd ist eyn tzeug, vber vnyser sund, alßo hie, die priester so sie zeugen, Christus hab disenn gereyniget, vnd gleuben doch nicht, zeugen wider sich selb..

5 Da aber Jhesus eyngieng zu Capernaum, tratt eyn hewbtmann zu yhm der batt yhn vnd Luce. 7.6 sprach, Herr, meyn knecht ligt zu hauß, vnd ist gichpruchtig, vnnd hat grosse quall, 7 Jhesus sprach zu yhm, ich will komen, vnd [40] yhn gesund machen. 8 Der hawbtman antwortt vnd sprach. Herr ich byn nit wertt, das du vnter meyn dach gehist, sondernn sprich nur eyn wortt, so wirt meyn knecht gesund. 9 Denn ich byn eyn mensch, datzu der vberkeyt vnterthan, vnd habe vnter myr kriegs knecht, noch wenn ich sage(wenn ich sage) das ist. Sind meyne wortt so mechtig, wie viel mechtiger sind denn deyne wortt? zu eynem, gehe hyn, so gehet er, vnd zum andern, kom her, so kompt er, vnnd zu meynem knecht, thu das, ßo thut ers. 10 Da das Jhesus horet, verwundert er sich, vnd sprach zu den, die yhm nach folgeten, Warlich, ich sage euch, solchen glawben hab ich yn Jsrahel nit funden. 11 Aber ich sage euch, viel werden komen vom morgen (von morgen et.) das ist, die heyden werden angenommen, darumb das sie glawben werden, die iuden vnd werck heylgen verworffen. Ro. 9.vnd vom abent, vnd sitzen mitt Abraham vnnd Jsaac vnnd Jacob, ym hymel reych. 12 Aber die kinder des reychs, werden außgestossen ynn die außersten finsternisß, da wirt seyn weynen vnd tzeen klappen. 13 Vnd Jhesus sprach zu dem hewbtman, gehe hynn, dyr geschehe, wie du geglewbt hast, vnnd seynn knecht wart zu der selbigen stund gesund.

Marci. 1.
Luce. 4.
14 Vnd Jhesus kam ynn Peters haus, vnd sahe das seyne schwyger lag vnd hatte das fiber, 15 da greyff er yhr hand an, vnnd das fiber verließ sie, vnnd sie stund auff, vnnd dienete yhn.

16Marci. 1. Am abent aber, brachten sie viel besessener zu yhm, vnnd er treyb die geyster auß mitt wortten, vnnd machte alle krancken gesundt 17 auff das erfullet wurd, das da gesagt ist, durch den propheten Jsaia,Jsai. 53. der do spricht, Er hatt vnser schwacheyt auff sich genomen, vnd vnser seuche hatt er getragen. [20] (wo du hyn etc.) Ettlich wollen Christo nicht folgen, sie seyn denn gewisß wo hyn, darumb verwirfft Christus dißen, als der nicht trauwen, sondern zuuor, der sach gewisß seyn will.Luce. 9.18 Vnd da Jhesus viel volcks vmb sich sahe, hies er man solt hynvber iensyd des meers faren, 19 vnd es tratt zu yhm eyn schrifftgelerter, der sprach zu yhm, Meyster, ich will dyr folgen, wo du hynn gehist, 20 vnd Jhesus sagt zu yhm. Die fuchße haben gruben, vnd die vogel vnter dem hymell haben nester, aber des menschen son hat nit, da er seyn hewbt hyn lege. 21 Vnnd ein ander vnter seynen Jungern, sprach zu yhm, Herr, erleube myr, das ich hyn gehe, vnnd zuuor meynen vatter begrabe(Begrabe etc.) Ettlich wenden gute werck fur, das sie nicht folgen odder glewben wollen. Aber die deuttet Christus todte vnd verlorne gute werck.. 22 Aber Jhesus sprach zu yhm, folge du mir, vnnd las die todten yhre todten begraben.

Mar. 4.
Luce. 8.
23 Vnnd er tratt ynn das schiff, vnd seyne iungere folgeten yhm, 24 vnd sihe, da erhub sich ein grosse vngestum ym meer, also das auch das schifflin mit wellen bedeckt wart, vnnd er schlieff, 25 vnnd die iungere tratten zu yhm, vnd weckten yhn auff, vnd sprachen, Herr, hilff vns wyr verderben, 26 da [42] saget er zu yhn, yhr kleynglewbigen warumb seytt yhr so furchtsam? vnd stund auff, vnd bedrawtte den wind vnnd das meer, da wart es gantz still. 27 Die menschen aber verwunderten sich, vnd sprachen, was ist das fur ein man, das yhm der wind vnd das meere gehorsam sind?

Marci. 5.
Luce. 8.
28 Vnnd er kam iensyd des meers ynn die gegend der Gergesener, da lieffen yhm entkegen tzween besessene, die kamen auß den todtengreben, vnd waren seer grymmig, alßo, das niemand kund die selbigen strasß wandelln, 29 vnnd sihe, sie schriehen vnnd sprachen Ach Jhesu du son gottis was haben wir mitt dyr tzu thun, bistu her komen vns zu quelen, ehe denn es zeyt ist? 30 Es war aber fernn von yhn, ein grosse herdt sew an der weyde, 31 da baten yhn die teuffell, vnnd sprachen, wiltu vns auß treyben, so erleube vns ynn die herd sew zu faren, 32 vnd er sprach, faret hyn, da furen sie auß, vnd furen ynn die herd sew, vnnd sihe, die gantze herd sew stortzt sich mitt einem sturm ynß meer, vnnd ersoffen ym wasser, 33 vnnd die hirten flohen, vnd giengen hynn ynn die stadt, vnd sagten das alles, vnd wie es mit den besessenen ergangen war, 34 vnnd sihe, da gieng die gantze stadt erauß Jhesu entgegen, vnnd da sie yhn sahen, baten sie yhn, das er weychen wolt von yhr grentze.

Das neund Capitel.

Da trat er ynn das schiff, vnd fur widder hervber, vnd kam ynn seyne stadt(Seyne stadt) Capharnaum., 2 vnd sihe, da brachtenn sie zu yhm einen gichpruchtigen,Marci. 2.
Luce. 5.
der lag auffem bett. Da nun Jhesus yhren glawben sahe, sprach er zu dem gichpruchtigen, sey getrost meyn ßon, deyn sund sind dyr vergeben. 3 Vnnd sihe, ettlich vnter den schrifftgelerten, sprachen bey sich selbs, dißer lesteret gott. 4 Da aber Jhesus yhre gedancken sahe, sprach er, warumb denckt yhr ßo arges ynn ewren hertzen? 5 wilchs ist leychter? tzu sagen, dyr sind deyne sund vergeben? odder zu sagen, stand auff vnd wandele? 6 Auff das yhr aber wisset, das des menschen ßon macht habe, auff erden, die sund tzu vergeben, sprach er tzu dem gichpruchtigen, stand auff, heb [21] auff deyn bette, vnd gang heym, 7 vnd er stund auff vnd gieng heym. 8 Da das volck das sahe, verwunderte es sich, vnd preyßete gott der solche macht den menschen geben hatt.

Marci. 2.
Luce. 5.
9 Vnnd da Jhesus von dannen gieng, sahe er eynen menschen am tzoll sitzen, der hieß Mattheus, vnnd sprach tzu yhm, folge myr, vnd er stund [44] auff, vnd folgete yhm. 10 Hose. 6.(nicht am opfer) Christus spricht er esße mitt sundern das er barmhertzigkeyt beweyse vnd heyst die phariseer auch barmherzigkeyt beweysen vnnd die sunder nicht verachten, drumb das alleyn ditz gutte werck sind, die dem nehisten tzu gut komen, singens fastens, opffers, acht gott nichts.
(nicht die frumen) Christus verwurfft alle menschliche fromkeyt, vnd will das wir alleyn auf seyn fromkeyt bawen, darumb er auch hie spricht, er ruffe alleyn den sondern, vnd 1. Timot. 1. spricht Paulus Christus sey in die weltt komen, die sunder selig zu machen.
(pfeyffer) die man denn zu der leyche brauchet vnnd bedeutten falsche lerer
(leyde tragen) Es ist zweyerley leyden. Eyns aus eygner wal angenommen, als der monch regulen etc. wie Baals priester sich selbst stachen. 3. Reg. 18. Solchs leyden helt alle welt, vnd hielten die phariseer, auch Johannis [22] iungere fur gros. Aber got veracht es. Das ander leyden, von got on vnser wal zugeschickt, als schand, todt etc. Ditz williglich leyden ist eyn recht kreutz vnd got gefellig. Darumb spricht christus seyne iungere fasten nicht, die weyl der breutgam noch bey yhn ist, das ist die weyll yhnen gott noch nit hatt leyden tzu geschickt, vnnd Christus noch bey yn war, vnnd sie schutzet, ertichten sie yhnen keyn leyden, denn es ist nichts fur gott, Sie musten aber fasten, vnnd leyden denn, do Christus todtet ward, damitt verwurfft Christus der hechler leyden vnd fasten, aus eygner wal angenomen. Jtem wo sich Christus fruntlich ertzeygt, als eyn breutgam, do mus freud seyn, wo er sich aber anders erzeyt, mus trawren seyn.
(Nimant flickt) mit disen worten weyset er sie von sich, als die, so seyne leer, von solcher freyheytt seyner iunger, nicht verstunden, vnd spricht man kunde alte kleyder nicht mit newen lappen flicken, denn sie halten doch den stich nit, das ist, man kunde dise newe leer nit mit allten fleyschlichen hertzen begreyffen, Und wo man sie fleyschlichen leuten predige, werde es nur erger, wie man itzt sihet, das so man geystliche freyheyt leret, mast sich das fleysch der freyheyt an, zu seynem mutt willen.
Vnd es begab sich, da er tzu tisch saß ym hauße, sihe, da kamen viel tzollner vnnd sunder vnnd sassen tzu tisch mitt Jhesu vnd seynen Jungern. 11 Da das die phariseer sahen, sprachen sie tzu seynen Jungernn, warumb isset ewer Meyster mitt den zollnernn vnnd sundern? 12 Da das Jhesus horet, sprach er tzu yn, Die starcken durffen des artztes nit, sondernn die krancken, 13 Gehet aber hyn, vnd lernet, was das sey (Jch hab ein wolgefallen an der barmhertzigkeyt, vnnd nicht am opffer) Jch bynn komen den ßundern zur busße zu ruffenn, vnnd nicht den frumen.

Marci. 2.
Luce. 5.
14 Jn des kamen die iungere Johannis tzu yhm vnd sprachen, Warumb fasten wyr vnd die phariseer ßo viel, vnd deyne iunger fasten nicht? 15 Jhesus sprach zu yhn, Wie konnen des breutgamß kinder leyde tragen, so lange der breuttgam bey yhn ist? Es wirt aber die zeyt komen, das der breuttgam von yn genomen wirt, alß dann werden sie fasten, 16 Niemant flickt ein allt kleyd mit einem lappen von newem tuch, denn er reysset doch den lappen wider vom kleyd vnd der rysß wirt erger. 17 Man fasset auch nit den most ynn alte schleuche, anders die schleuche zu reyssen, vnd der most wirtt verschutt, sondern man fasset den most ynn newe schleuche, so werdenn sie beyde mit eynander behaltenn

Marci. 5.
Luce. 8.
18 Da er solchs mitt yhn redet, sihe, da kam der vbirsten einer tzu yhm, vnnd fiel fur yhm nyder vnnd sprach, Herre, mein tochter ist itzt gestorben. Aber kum, vnd lege deyne hand auff sie, ßo wirt sie lebendig, 19 Jhesus stund auff, vnnd floget yhm nach. 20 Vnnd sihe, ein weyb, das tzwolff iahr den bluttgang gehabt, tratt von hynden zu ym, vnd ruret seynes kleydis sawm an, 21 denn sie sprach bey yhr selbs, mocht ich nur seyn kleyd an ruren, so wurd ich gesund. 22 Da wendet sich Jhesus vmb, vnnd sahe sie vnnd sprach, sey getrost meyn tochter, dein glawb hatt dir geholffen, vnd das weyb ward zu der selbigen stunde gesund.


[46] 23 Vnnd als er ynn des vbirsten hawß kam, vnd sahe die pfeyffer vnd das getumele des volcks, 24 sprach er zu yhn, weycht, denn das meydlin ist nit todt, sondern es schlefft. Vnd sie verlachten yhn. 25 Als aber das volck außgetrieben war, gieng er hyneyn vnnd ergreyff sie bey der hand, da stund das meydlin auff, 26 vnnd ditz gerucht erschall ynn das selbige gantze land.

27 Vnd da er von dannen furbaß gieng, folgeten yhm tzween blynden nach, die schriehen vnd sprachen, Ach du son Dauid, erbarm dich vnser, 28 vnnd da er heym kam, tratten die blinden zu yhm, vnnd Jhesus sprach zu yhn, glewbt yhr, das ich euch solchs thun kan? Da [22] sprachen sie zu yhm, Herre, ia, 29 da rurete er yhr augen an, vnnd sprach, Euch geschehe nach ewrem glawben, 30 vnnd yhr augen wurden geoffnet, vnnd Jhesus bedrawet sie, vnd sprach, sehet zu, das es niemant erfare, 31 aber sie giengen auß, vnd machten yhn ruchtpar ynn dem selben gantzen land.

Marci. 7.32 Da nu dise waren hynaus komen, sihe, da brachten sie tzu yhm eynen menschen der war stum vnnd besessen, 33 vnd da der teuffel war aus getrieben, redet der stumme, vnnd das volck verwunderte sich, vnnd sprach, solchs ist noch nie ynn Jsrael ersehenn worden, 34 aber die phariseer sprachen, Er treybt die teuffel aus durch der teuffel vbirsten.

Luce. 10.35 Vnnd Jhesus gieng vmbher ynn alle stedte vnnd merckte, leret ynn yhren schulen, vnnd predigt das Euangelium von dem reych, vnnd heylte allerley seuche vnnd allerley kranckheyt ym volck, 36 vnnd da er das volck sahe, iameret yhn des selbigen, denn sie waren verschmacht vnnd zerstrawet wie die schaff, die keynen hirtten haben, 37 da sprach er zu seynen iungernn, die ernd ist groß, aber wenig sind der erbeyter, 38 darumb bittet den herrn der erndte, das er erbeyter ynn seyne erndte sende.

Das zehend Capitel.

Marci. 6.Unnd er rieff seyne tzwelff iungere zu sich, vnd gab yhn macht, vber die vnsawbernn geyster, das sie die selbigen aus tryben, vnnd heylten allerley seuche vnnd allerley kranckheyt.

Luce. 6.2 Die namen aber der tzwelff apostel sind dise, der erst, Simon, genant Petrus, vnnd Andreas seyn bruder, Jacobus Zebedei son, vnnd Johannes seyn bruder, 3 Philippus vnd Bartolomeus, Thomas vnnd Mattheus der tzollner, [48] Jacobus Alphei son, Lebbeus, mit dem zu namen Thaddeus, 4 Simon von Cana, vnd Judas Jscarioth, wilcher yhn verriehet.

Luce. 9.5 Dise tzwelffe sandte Jhesus, vnd gepott yhn vnd sprach, Geht nit auff die strasse der heyden, vnd zihet nit yn die stedte der Samariter, 6 Sondern gehet hyn tzu den verloren schaffen aus dem haus Jsrael, 7 geht aber vnnd predigt, vnnd sprecht, das hymelreych ist nahe er bey komen, 8 macht die schwachen gesund, reynigt die außsetzigen, weckt die todten auff, treybt die teuffel aus, vmbsunst habt yhrs empfangen, vmbsonst gebet es auch, 9 habt nicht gollt noch sylber, noch ertz ynn eweren gurttelen, 10 auch keyn tasche zur weg fart, auch nit zween rocke, keyn schuch, auch keynen stecken, denn eyn arbeyter ist seyner speyse werd.

Luce. 10. 11 Wo yhr aber ynn eyne stadt oder marckt gehet, da erkundigt euch, ob yemand drynnen sey, der es werd ist, vnnd bey dem selben bleybt bis yhr von dannen zihet.

[23] 12 Wo yhr aber ynn eyn haus gehet, so grusset das selbige, 13 vnnd so das selbige haus werdt ist, so wirt ewr frid auff sie komen, ist es aber nit werdt, so wirt sich ewr frid widder zu euch wenden.

14 Vnd wo euch ymant nit annehmen wirt, noch ewer rede horen, so gehet erauß von dem selben hauß odder stadt vnnd schuttellt den stawb von ewren fussen,(schuttelt) alßo gar nichts solt yhr von yhn nemen, das yhr auch yhren staub von schuchen schuttlet, das sie erkennen, das yhr nicht ewrn nutz, sondern yhr seligkeyt gesucht habt. 15 warlich, ich sage euch, dem land der Sodomer vnnd gomorrer wirt es treglicher ergehen am iungsten gericht, denn solcher stadt.

16 Sihe, ich sende euch, wie die schaff mitten vnter die wolffe, darumb seytt klug wie die schlangen, vnnd on falsch wie die taubenn, 17 Huttet euch aber fur den menschen, denn sie werden euch vbirantwortten fur yhre radhewser, vnnd werden euch geysselln ynn yhren schulen, 18 vnd man wirt euch fur fursten vnnd konige furen vmb meynen willen, zum zeugnis vbir sie vnd vbir die heyden.

19 Wenn sie euch nu vbirantworten werden, so sorget nicht wie oder was yhr reden solt, denn es soll euch zu der stund geben werdenn was yhr reden sollt, 20 denn yhr seyt es nicht die da reden, sondernn ewers vaters geyst ist es, der durch euch redet.

21 Es wirtt aber eyn bruder den andernn zum tod vbirantworten, vnd der vatter den son, vnd die kinder werden sich emporen widder die eltern, vnd yhn zum tod helffen, 22 vnd musset gehasset werden von yderman, vmb meynes namens willen. Wer aber bis an das ende beharret, der wirt selig.


Joh. 15.[50] 23 Wenn sie euch aber ynn eyner statt verfolgen, so fliehet yn eyn andere, warlich ich sage euch, yhr werdet die stett Jsrael nitt außrichten(nicht ausrichten) als wollt er sprechen, ich weyß wol das sie euch verfolgen werden denn dis volck wirt das euangelium verfolgen, vnd nicht bekeret werden bis zu end der welt. bis des menschen son komet. 24 Der iunger ist nit vbir den meyster, noch der knecht vbir den herren, 25 Es ist dem iunger gnug das er sey wie seyn meyster, vnd der knecht wie seyn herr, Haben sie den haußvatter Beelzebub geheyssen, wie viel mehr werden sie seyne haußgenossen also heyssen? 26 darumb furcht euch nicht fur yhn.

Es ist nichts verporgen, das nit offenbar werde, vnnd ist nichts heymlich, das man nit wissen werde, 27 was ich euch sage ym finsternis, das redet ym liecht, vnd was yhr horet ynn das ore, das prediget auff den dechernn.

28 Vnd furcht euch nit fur denen, die den leyp todten, vnd die sele nit mugen todten, furcht euch aber viel mehr fur dem, der da vermag, leyb vnd seel verderben ynn die helle. 29 Kaufft man nitt zween sperling vmb eynen pfennig? noch fellt der selbigen keyner auff die erden on ewren vatter, 30 Nu aber sind auch ewre hare auff dem hewbt alle gezelet, 31 darumb furcht euch nit, yhr seyd besser denn viel sperlinge.

Marci. 8.
Luce. 9.
32 Darumb wer mich bekennet fur den menschen, den will ich bekennen fur meynem vatter ym hymel, 33 wer mich aber verleugnet, fur den menschen, den wil ich verleugnen fur meynem vater ym hymel. [24] Luce. 12.34 Yhr solt nit wehnen, das ich komen sey frid zu senden auff erdenn, ich bynn nit komen frid zu senden, sondernn das schwerd, 35 denn ich byn komen, den menschen tzu erregen widder seynen vater, vnnd die tochter widder yhre mutter, vnnd die schnur widder yhre schwiger, 36 vnd des menschen feynd werden seyne eygen haußgenossen seyn.

Luce. 14.37 Wer vatter vnnd mutter mehr liebet denn mich, der ist meyn nitt werd, vnnd wer ßon odder tochter mehr liebet denn mich, der ist meyn nitt werd 38 vnnd wer nit seyn creutze auff sich nimpt vnnd follget mir nach, der ist meyn nit werd, 39 wer seyn leben findet, der wirtt es verlierenn, vnd wer seyn leben verleuret vmb meynen willen, der wirt es finden.

Marci. 9.
Luce. 10.
40 Wer euch auff nimpt, der nimpt mich auff, vnnd wer mich auff nympt, der nympt den auff, der mich gesand hatt, 41 wer eynen propheten auff nympt, ynn eynis propheten namen, der wirtt eyns propheten lohn entpfahen, wer eynen gerechten auff nympt, ynn eynis gerechten namenn, der wirt eynis gerechten lohn entpfahen, 42 vnnd wer diser geringsten eynen nur mit eynem becher kalts wassers trencket, ynn eyns iungern namen, warlich sag ich euch, es wirt yhm nicht vnbelonet bleyben.

[52]
Das Eylfft Capitel.

Unnd es begab sich, da Jhesus vollendet hatt solche gepott zu seynen tzwelff iungernn, gieng er von dannen furbas, zu leren vnd zu predigen ynn yhren stedtenn.

Luce. 7.2 Da aber Johannes ym gefencknis horete die werck Christi, sand er seyner iunger zween, 3 vnd lies yhm sagen, Bistu, der do komen soll, oder sollen wir eyns andern wartten? 4 Vnd Jhesus antwort vnd sprach zu yhn, gehet hynn, vnd sagt Johanni widder, was yhr sehet vnnd horet, 5 die blinden sehen, vnd die lamen gehen, die aussetzigen werden reyn, vnnd die tawben horen, die todten stehen auff, vnnd den armen wirtt das Euangelium predigt,Jsa. 61. 6 vnnd selig ist, der sich nit ergert an myr.

7 Da die hyn giengen, fieng Jhesus an zu reden zu dem volck von Johanne. Was seyd yhr hynnaus gangen ynn die wusten zu sehen? wolltet yhr eyn rhor sehen, das der wind hyn vnnd her webt? 8 odder was seytt yhr hynaus gangen zu sehen? wolltet yhr sehen eynen menschen ynn weychen kleydern? Sihe, die da weyche kleyder tragen sind ynn der konige heußer. 9 Odder was seyt yhr hyn aus gangen zu sehen? woltet yhr eynen propheten sehen? ia ich sag euch, der auch mehr ist, denn eyn prophett, 10 denn diser ists von dem geschrieben ist,Malach. 3. Sihe, ich sende meynen Engel fur dyr her, der deynen weg fur dyr bereytten soll.

11 Warlich ich sage euch, vnter allen, die von weyben geporn sind, [25] ist nitt auff gestanden, der grosser sey, denn Johannes der teuffer, der aber der kleynist(der kleynist) Christus. ist ym hymel reych, ist grosser denn er, 12 Aber von den tagen Johannis des teuffers,Luce. 16. bis hieher, leydet das hymlreych(leydet das hymelreych) die gewissen, wenn sie das euangelion vernemen dringen sie hyntzu, das yhn niemant weren kan. gewallt, vnnd die do gewalt thun, die reyssen es zu sich, 13 denn alle propheten vnd das gesetz haben geweyssagt bis auff Johannes, 14Matth. 17
Marci. 9.
vnd so yhrs wollt an nehmen, er ist Elias, der do soll zu kunfftig seyn, 15 wer oren hat zu horen, der hore.

Luce. 7.16 Wem sol ich aber dis geschlecht vergleychen? Es ist den kindlin gleych, die an dem marckt sitzen, vnnd ruffen gegen yhren gesellen 17 vnnd sprechen, wyr haben euch gepfyffen, vnnd yhr woltet nicht tantzen, wyr haben euch geklaget, vnnd yhr wolltet nicht weynenn. 18 Johannes ist komen, asß nit vnnd tranck nit, ßo sagen sie, er hat den teuffell. 19 Des menschen son ist komen, isset vnd trinckt, so sagen sie, sihe, wie ist der mensch eyn fresser vnnd eyn weynseuffer vnd der tzolner vnnd der sunder gesell? Vnd die weyßheytt mus sich rechtfertigen lassen von yhren[4] kyndern.


Luce. 10.[54] 20 Da fieng er an die stedt zu schellten, ynn welchen am meysten seyne thatten geschehen waren, vnd hatten sich doch nit gebessert. 21 Weh dyr Chorazin, weh dyr Bethsaidan, weren solche thatten zu Tyro vnd zu Sidon geschehen, als bey euch geschehen sind, sie hetten vortzeytten ym sack vnnd ynn der asschen busß than, 22 doch ich sage euch, es wirtt Tyro vnnd Sidon treglicher ergehen am iungsten gericht, denn euch. 23 Vnnd du Capernaum, die du bist erhaben bis an hymel, du wirst bis ynn die helle hynvnter gestossen werden. Denn so tzu Sodoma die thatten geschehen weren, die bey dyr geschehen sind, sie stunde noch heuttigs tages, 24 doch, ich sage euch, es wirt der Sodomer lande treglicher ergehen am iungsten gericht, denn dyr.

25 Vnd da redet Jhesus weytter vnnd sprach. Jch preysse dich, vatter, vnnd herre hymels vnd der erden, das du solchs den weysen vnd verstendigen verporgen hast, vnnd hast es den vnmundigen offenbart,Joh. 17. 26 ia vater, denn es ist alßo wolgefellig gewesen fur dyr. 27 Alle ding sind myr vbirgeben von meynem vatter, vnd niemant erkennet den son, denn nur der vatter, vnd niemant erkennet den vatter, denn nur der son, vnnd wem es der son will offenbaren.

Joh. 7.28 Kompt her zu mir, alle die yhr muheselig vnnd beladen seytt, ich will euch erquicken, 29 nempt auff euch mein ioch(meyn joch etc.) das creutz ist gar eyn leychet last denen die, das Euangelion schmecken vnnd fulen., vnnd lernet von myr, denn ich byn senfftmutig vnnd von hertzen demutig, so werdet yhr ruge finden fur ewere seele, 30 denn meyn ioch ist senfft, vnnd meyne last ist leycht.


Das zwelfft Capitel.

Zv der zeyt, gieng Jhesus durch die sadt am sabath, vnnd seyne iunger waren hungerig, fiengen an ehern ausreuffen, vnnd assen, 2 da das die phariseer sahen, sprachen sie zu yhm, [26] Sihe, deyne iungere thun, das sich nit zimpt am sabbath zu thun. Marci. 2. Luce. 6.3 Er aber sprach zu yhn, habt yhr nicht gelesen was Dauid thett, da yhn vnnd die mitt yhm warenn, hungerte? 4 wie er gieng ynn das gottis haus, vnnd asß die schawbrott die yhm doch nit tzimpte zu essen,Reg. 21. noch den die mitt yhm waren, sondernn alleyn den Priestern. 5 Odder habt yhr nicht gelesen ym gesetz, wie die priester am sabbath ym tempell den sabbath brechen, vnd sind doch on schuld? 6 Jch sage aber euch, das hie der [56] ist, der auch grosser, denn der tempel ist, 7 wenn yhr aber wisstet, was das seyHose. 6. (ich habe eyn wolgefallen an der barmhertzigkeyt, vnnd nicht am opffer) hettet yhr nicht verdampt die vnschuldigen. 8 Des menschen son ist eyn herr, auch vbir den sabbath(vder den sabath) so gar stehet der verstandt aller gepot ynn der liebe, das auch gottis gepot nicht bindet wo es liebe vnd nodt foddert..

Marci. 3.
Luce. 6.
9 Vnd er gieng von dannen furbas, vnd kam ynn yhre schule. 10 Vnd sihe, da war eyn mensch, der hatte eyn verdurrete hand, vnnd sie frageten yhn vnnd sprachen, thar man auch am Sabbath heylen? auff das sie yhn schuldigen mochten. 11 Aber er sprach zu yhn, welcher ist vnter euch, so er eyn schaff hatt, das yhm am sabbath ynn eyn gruben fellt, der es nitt ergreyff vnnd auff hebe? 12 wie viel besser ist nu eyn mensch denn eyn schaff? darumb mag man wol am sabbath guttis thun. 13 Da sprach er zu dem menschen, streck deyne handt aus, vnnd er streckt sie aus, vnnd sie ward yhm widder gesund gleych wie die andere.

14 Da giengen die Phariseer hynaus, vnnd hielten eynen radt vbir yhn, wie sie yhn vmbrechten. 15 Aber da Jhesus das erfur, weych er von dannen, vnd yhm folgete viel volcks nach, vnnd er heylet sie alle, 16 vnnd bedrawete sie, das sie yhn nitt meldeten, 17 auff das erfullet wurde, das da gesagt ist, durch den propheten Jsaiam, der do spricht.Jsai. 42. 18 Sihe, das ist meyn knecht den ich erwelet habe, vnnd meyn liebster, an dem meyn seel eynen wolgefallen hatt, ich will auff yhn legen meynen geyst, vnnd er soll den heyden das gericht verkundigen, 19 Er wirt nicht tzancken noch schreyen, vnnd man wirtt nitt horen seyn geschrey auff den gassenn, 20 das zustossen rhor wirt er nitt tzubrechen, vnd das glumende tocht wirtt er nitt aus lesschen, bis das er aus fure das gericht, zu dem sieg, 21 vnnd die heyden werden auff seynen namen hoffen.

22 Da wart eyn besessener tzu yhm bracht der war blind vnd stum, vnd er heylet yhn, also, das der blinde vnd stumme, beyde redet vnd sahe, 23 vnnd alles volck entsatzte sich, vnnd sprach, ist diser nit Dauids son? 24Marci. 3.
Luce. 11.
Aber die phariseer, da sie es horeten, sprachen sie. Er treybt die tewfel nit anders aus, denn durch Beelzebub der teuffel vbirsten.

25 Jhesus aber vernam yhr gedancken, vnnd sprach zu yhn. Eyn iglich reych, so es mitt yhm selbs vneyns wirt, das wirtt wust, vnd eyn iglich stadt odder haws, so es mitt yhm selbs vneyns wirt, mag nitt bestehen. 26 So denn eyn [58] Satan, den andern aus treybt, so mus er mit [27] yhm selbs vneyns seyn, wie mag denn seyn reych bestehen? 27 Szo aber ich die teuffel durch Beelzebub aus treybe, durch wen treyben sie ewre kindere aus? Darumb werden sie ewre richter seyn. 28 So ich aber die teuffel aus treybe, durch den geyst gottis, so ist yhe das reych gottis vbir euch komen.

29 Odder wie kan yemand ynn eynes starcken haus gehen, vnnd yhm seynen haußradt rawben, es sey denn, das er zuuor den starcken binde, vnnd als dann yhm seyn haus berawbe? 30 wer nicht mitt myr ist, der ist widder mich, vnnd wer nicht mit myr samlet, der verstrawet. 31 Darumb sage ich euch, alle sund vnnd lesterung wirt den menschen vergeben, aber die lesterung widder den geyst, wirt nicht vergeben,Marci. 3.
Luce. 12.
32(widder den heyligen geyst) Die sund ynn den heyligen geyst ist, verachtung des Euangeli vnnd seyner werck, die weyil sie stehet, ist keyner sund radt, denn sie ficht wider den glauben, der das ist der sund vergebung, wo sie aber wirtt abthan, mag der glawbe eyngehen vnnd alle sund abfallen.
(noch ihnener) das hie Mattheus spricht (widder ynn diser noch ynn ihener wellt) saget Marcus also: Er ist schuldig eyner ewigen schuld.
vnd wer ettwas redet wider des menschen son, dem wirt es vergeben, aber wer ettwas redet widder den heyligen geyst, dem wirts nicht vergeben, widder ynn diser noch ynn ihener wellt.

33 Setzt entwedder eynen gutten bawm, ßo wirtt die frucht gutt, odder setzt eyn fawlen bawm, ßo wirt die frucht faul, denn an der frucht erkendt man den bawm. 34 Jhr ottern getzichte, wie kund yhr gutts reden, die weyll yhr bose seyt? Wes das hertz voll ist, des geht der mund vbir.Luce. 6. 35 Eyn gut mensch bringt gutts erfur, aus seynem gutten schatz, vnd eyn boß mensch bringt boses erfur, aus seynem bosen schatz, 36 Jch sage euch aber, das die menschen mussen rechenschafft geben am iungsten gericht von eynem iglichen vnnutzen wortt, das sie geredt haben. 37 Aus deynen wortten wirstu gerechtfertiget werden vnnd aus deynen wortten wirstu verdampt werdenn.

Marci. 8.
Luce. 11.
38 Da antwortten ettlich vnter den schrifftgelerten vnnd phariseer vnd sprachen. Meyster, wyr wollten gern eyn tzeychen von dyr sehen, 39 vnnd er antworttet vnnd sprach. Dise bose vnnd ehebrechersche art sucht eyn zeychen, vnnd es wirtt yhr keyn tzeychen geben werden denn das zeychen des propheten Jonas.Jone. 1. 40 Denn gleych wie Jonas war drey tag vnnd drey nacht yn des walfisschis bauch, Also wirt des menschen son drey tag vnnd drey nacht seyn mitten ynn der erden. 41 Die leute von Niniue werden auff stehen am iungsten gericht, mitt disem geschlecht, vnnd werden es verdamnen, denn sie thetten bus nach der predigt Jonas, vnnd sihe, hie ist mehr denn Jonas. 42 Die konigyn vom mittag wirt auff stehen am iungsten[5] gericht mitt diesem geschlecht, vnnd wirtt es verdamnen, denn sie kam vom end der erden zu horen die weyßheyt Salomonis, vnnd sihe, hie ist mehr denn Salomon. [60] 43 Wenn der vnsawber geyst von dem menschen aus gefaren ist, so durchwandellt er durre stett, vnd sucht ruge vnnd sie nicht, 44 da spricht er denn, ich wil wider vmb keren, ynn meyn haus, daraus ich gangen bynn, vnnd wenn er kompt, so find ers mussig, gekeret vnnd geschmuckt, 45 so gehet er hynn vnnd nympt zu sich sieben ander geyster, [28] die erger sind, denn er selbs, vnnd wenn sie hyn eyn, komen wonen sie aldo, vnd das letzt dises menschen wirtt erger, denn das erste. Also wirtts auch disem argen geschlechte gehen.

Marci. 3.
Luce. 8.
46 Da er noch also zu dem volck redte, sihe, da stunden seyne mutter vnnd seyne bruder draussen, die wolten mitt yhm reden, 47 da sprach eyner tzu yhm, sihe, deyn mutter vnnd deyne bruder stehen draussen, vnnd wollen mitt dyr reden. 48 Er antwort aber vnd sprach zu dem der es yhm ansaget. Wer ist meyn mutter, vnd wer sind meyne bruder? 49 vnnd recket die hand aus vber seyne iunger, vnd sprach, sihe da, das ist meyn mutter, vnd meyne bruder. 50 Denn wer do thut den willen meynes vaters ym hymel, der selbige ist meyn bruder, schwester vnnd mutter.


Das dreytzehend Capitel.

Marci. 4.
Luce. 8.
An dem selbigen tag, gieng Jhesus aus dem hause vnd satzt sich an das meer, 2 vnd es versamlete sich viel volcks zu yhm, also, das er ynn das schiff tratt vnnd sasß, vnd alles volck stund am vfer, 3 vnd er redte zu yhn mancherley durch gleychnissen, vnnd sprach, Sihe, Es gieng eyn Seemann aus seynen samen zu seen, 4 vnd ynn dem er seet, fiel ettlichs an den weg, da kamen die vogel, vnd frassens auff. 5 Ettlichs fiel ynn das steynichte, da es nicht viel erden hatt, vnd gieng bald auff, darumb das es nitt tieffe erden hatte, 6 als aber die sonne auffgieng, verwelcket es, vnd die weyl es nit wurtzel hatte, ward es durre. 7 Ettlichs fiel vnter die dornen, vnd die dornen wuchsen auff, vnnd ersticktens. 8 Ettlichs fiel auff eyn gutt land, vnnd gab frucht, ettlichs hundertfeltig, ettlichs sechtzigfeltig, ettlichs dreyssigfeltig, 9 wer oren hat zu horen, der hore.

10 Vnnd die iunger tratten zu yhm, vnnd sprachen, warumb redistu zu yhn durch gleychnisse? 11 Er antwort vnnd sprach, Euch ist geben das yr das geheymnis des hymelreychs vernemet, dissen aber ists nit geben. 12 Denn wer do hatt(wer do hatt) wo das wort gottis verstanden wirt, da mehret es sich vnd bessert den menschen, wo es aber nicht verstanden wird, da nympt es ab vnnd ergert den menschen., dem wirtt gegeben, das er volle genug habe, wer aber nicht hat, von [62] dem wirt auch genomen, das er hat. 13 Darumb rede ich zu yhn durch gleychnisse, denn mit sehenden augen sehen sie nicht, vnd mit horenden oren horen sie nicht, denn sie verstehen es nicht, 14 vnd vbir yhn wirt erfullet die weyssagung Jsaie,Jsai. 6.
Johan. 12.
die do sagt, mitt dem gehore werdet yhr horen, vnnd werdt es nicht verstehen, vnd mitt sehenden augen werdet yhr sehen, vnnd werdets nicht vernemen, 15 denn das hertz dises volcks ist verstockt, vnnd yhr oren sind dick worden tzu horen, vnnd yhr augen sind yhn schleffrig worden, auff das sie nicht der mal eyns, mitt den augen sehen, vnnd mit den oren horen, vnnd mitt dem hertzen verstehen, vnd sich bekeren, das ich yhnen hulffe.

[29] 16 Aber selig sind ewr augen, das sie sehen, vnd ewr oren, das sie horen, 17 warlich ich sage euch, viel propheten vnnd gerechten haben begerd zu sehen das yhr sehet, vnd habens nit gesehen, horen das yhr horet, vnd habens nit gehoret. 18 So horet nu yhr dise gleychnisse von dem Seemann. 19 Wenn yemant das wortt von dem reych horet, vnd nicht verstehet, so kompt der arge, vnd reysst es hyn, was da geseet ist ynn seyn hertz, vnd der ists, der an dem weg geseet ist. 20 Der aber auff das steynichte geseet ist, der ists, wenn yemant das wort horet, vnd dasselb bald auff nympt mit freuden, 21 aber er hatt nicht wortzeln ynn yhm, sondern er ist wetterwendisch, wenn sich trubsal vnd verfolgung erhebt vmb des worts willen, so ergert er sich balde. 22 Der aber vnter die dornen geseet ist, der ists, wenn yemant das wort horet, vnd die sorge diser welt, vnd betrug des reychtumbs, ersticket das wort, vnd wirt vnfruchtbar. 23 Der aber ynn das gutte land geseet ist, der ists, wenn yemant das wort horet, vnnd verstehet es, vnd denn auch frucht bringet, vnnd ettlicher gibt hundertfeltig, ettlicher aber sechtzigfeltig, ettlicher dreyssigfeltig.

24 Er leget yhn eyn ander gleychnus fur, vnnd sprach, das hymel reych ist gleych eynem menschen, der gutten samen auff seynen acker seet, 25 da aber die leutt schlieffen, kam seyn feynd, vnnd seete vnkrautt tzwischen den weytzen, vnnd gieng dauon, 26 da nu das krautt wuchs vnd frucht bracht, da fand sich auch das vnkrautt, 27 da tratten die knechte zu dem haus vatter, vnd sprachen, Herre, hastu nit guten samen auff deynen acker geseet? wo her hatt er denn das vnkraut? 28 vnd er sprach, das hat eyn feyndt than, da sprachen die knechte, wiltu denn das wyr hyn gehen, vnd es aus getten? 29 Er sprach, Neyn, auff das yhr nit zu [64] gleych den weytzen mit aus reuffet, so yhr das vnkraut aus gettet, 30 lasseis beyde mit eynander wachsen bis zu der ernd, vnd zu der ernd zeyt will ich zu den schnyttern sagen, Samlet zuuor das vnkraut, vnd bindt es ynn bundle, das man es verprenne, aber den weytzeu samlet myr ynn meyne scheuren.

(senff korn) keyn vrachter wortte ist, denn das Euangelium, vnd doch keyn krefftigers, denn es macht gerecht die so yhm glewben, gesetz vnnd werck thun es nicht.
(sawr teyg) ist auch das wortt das den menschen vernewert.
31 Eyn ander gleychnis leget er yhn fur, vnd sprach, das hymel reych ist gleych eynem senffkorn, das eyn mensch nam vnd seet auff seynen acker, 32 wilchs das kleynist ist vnter allem samen, wenn es aber erwechst, so ist es das grossist vnter dem kol, vnd wirtt eyn bawm das da komen die vogel vnter dem hymel, vnd wonen vnter seynen zweygen

33 Eyn ander gleychnis redet er zu yhn, das hymelreych ist gleych, eynem sawer teyg, den eyn weyb nam vnnd vermengt yhn vnter drey scheffel mehls, bis das es durch vnnd durch versawerte.

Psal. 77.34 Solchs alles redte Jhesus durch gleychnissen zu dem volck, vnd on gleychnisse redet er nicht tzu yhn, 35 auff das erfullet wurd, das gesagt ist durch den propheten, der do spricht, ich will meynen mund auffthun ynn gleychnissen, vnnd will aus sprechen die heymlickeyt von anfang der wellt. [30] 36 Da lies Jhesus das volck von sich, vnd kam heym, vnd seyne iungere tratten zu yhm, vnnd sprachen, sage vns die gleychnisse vom vnkrautt auff dem acker. 37 Jhesus antwortt vnnd sprach tzu yhn, Des menschen son ists der do guten samen seet, 38 der acker ist die welt, der gutte same sind die kinder des reychs, das vnnkraut sind die kinder der boßheyt, 39 der feynd der sie seet ist der teuffel, die ernd ist das end der welt, die schnytter sind die engel, 40 gleych wie man nu das vnkraut ausgettet vnnd mit fewr verprent, so wirts auch am ende diser wellt gehen. 41 Des menschen son wirt seyne engel senden, vnd sie werdenn samlenn aus seynem reych alle ergernisse, vnnd die da vnrecht thun, 42 vnnd werden sie ynn den fewrofen werffen, da wirtt seyn heulen vnnd zeenklappen, 43 denn werden die gerechten leuchten wie die sonne, yn yhrs vatters reych, wer oren hatt zu horen, der hore.

(schatz) der verborgen schatz ist das euangelium das do yns gnad vnd gerchtickeyt gibt, on vnser verdienst, darumb findt man es, vnnd macht frewd das ist eyn gutt frolich gewissen, welche man mit keynen wercken zu wege bringen mag Ditz euangelium ist auch dis perlen44 Aber mal ist gleych das hymelreych eynem verborgen schatz ym acker, wilchen eyn mensch fandt, vnnd verbarg yhn, vnd gieng hyn fur freuden vbir dem selbigen, vnnd verkauffte alles was er hatte, vnd kauffte den acker.

[66] 45 Abermal ist gleych das hymelreych eynem kauffman der gutte perlen suchte, 46 vnd da er eyne kostliche perlen funden hatte, gieng er hynn, vnd verkauffte alles was er hatte, vnnd kauffte die selbigen.

47 Abermal ist gleych das hymelreych eynem netz das ynß meer geworffen ist, da mit man allerley gattung fahet, 48 wenn es aber vol ist worden, so zihen sie es eraus an das vfer, sitzen vnd lesen die gutten yn eyn gefesß tzu samen, aber die faulen werffen sie hyn, 49 Also wirt es auch am end der welt gehen, die engel werden aus gehen vnnd die bosen von den gerechtenn scheyden, 50 vnd werden sie ynn den fewr ofen werffen, da wirtt seyn heulen vnnd tzeenklappen.

51 Vnnd Jhesus sprach tzu yhn, habt yhr das alles verstanden? sie sprachen, ia herr, da sprach er, 52 Darumb eyn iglicher schrifftgelerter der zum hymelreych gelert ist, ist gleych eynem haus vatter, der aus seynem schatz newes vnnd alltes(altes) das gesetz (newes) das euangelium. erfur tregt.

53 Vnnd es begab sich, da Jhesus dise gleychnissen vollendet hatte, gieng er von dannen, 54 vnd kam ynn seynn vatterland, vnd leret sie ynn yhren schulen, also auch das sie sich entsatzten vnd sprachen, wo her kompt dißem solche weyßheyt vnnd macht? 55 ist er nicht eyns tzymmermans son? Heyst nitt seyne mutter Maria? vnnd seyne brudere Jacob, vnd Joses vnd Simon vnd Judas, 56 vnd seyne schwestern,Matth. 6. sind sie nitt alle bey vns? wo her kompt yhm denn das alles? 57 vnnd sie ergerten sich an yhm, Jhesus aber sprach zu yhn. Eyn prophet gillt nyrgend weniger denn da heym vnd bey den seynen, 58 vnd er that da selbs nit viell tzeychen, vmb yhres vnglawbens willen.

Das vierzehende Capitel.

[31] Zv der zeyt kam das geruchte von Jhesu fur den vierfursten Herodes, 2Marci. 6.
Luce. 3.
(vier furst) Judea mitt yhr zu gehor was in vier herschafften teylt, da her man die hern tetrachas, das ist vierfursten nennet vnnd er sprach zu seynen knechten, dißer ist Johannes der teuffer, Er ist von den todten auff erstanden, dar vmb ist seyn thun so gewaltig. 3 Denn Herodes hatte Johannem griffen, gebunden vnd yns gefengnis gelegt, von wegen der Herodias seynes bruders Philipps weyb, 4 denn Johannes hatte zu yhm gesagt, Es ist nit recht, das du sie habest. 5 vnd er hette yhn gern todtet, furcht sich aber fur dem volck, denn sie hielten yhn fur eyn propheten. [68] 6 Da aber Herodes seynen iars tag begieng, da tantzete die tochter der Herodias fur yhnen, vnd das gefiel Herodes wol, 7 darumb verhies er yhr mit eynem eyde, er wollt yhr geben, was sie foddern wurde, 8 vnnd als sie tzuuor von yhrer mutter zugericht war, sprach sie, gib myr her auff eyn schussell das hewbt Johannis des teuffers, 9 vnnd der konig wart trawrig, doch vmb des eydis willen vnd der, die mit yhm zu tisch sassen, befalh ers zu geben, 10 vnd schickt hynn vnnd enthewptet Johannes ym gefencknis, 11 vnnd seyn hewbt wart hertragen auff eyner schusselln, vnnd dem meydle gegeben, vnnd sie brachts yhrer mutter. 12 Da kamen seyne iunger, vnnd namen seynen leyp, vnnd begruben yhn, vnnd kamen vnd verkundtigeten das Jesu.

13 Da das Jhesus horete, weych er von dannen auff eynem schiff, ynn eyne wuste alleyne, vnd da das das volck horete, folgete es yhm nach zu fusß aus den stetten, 14 vnnd Jhesus gieng erfur, vnd sahe das grosse volck, vnd es iamerte yhn der selbigen vnnd heylete yhre krancken, 15 Am abent aber, tratten seyne iunger zu yhm, vnd sprachen, ditz ist eyne wuste, vnd die nacht fellt daher, las das volck von dyr, das sie hyn ynn die merckte gehen, vnnd yhnen speyse kauffen, 16 Aber Jhesus sprach zu yhn,Marci. 6.
Luce. 9.
Johan. 6
Es ist nitt not das sie hyn gehen, gebt yhr yhn zu essen, 17 sie sprachen, wyr haben hie nichts denn funff brot vnnd zween fisch, 18 vnd er sprach, bringt myr sie hye her, 19 vnd er hieß das volck sich lagern auff das gras, vnd nam die funff brott vnnd die zween fisch, vnd sahe auff gen hymel, vnnd sprach den segen vnd brach die brott, vnd gab sie den iungern vnd die iunger gaben sie dem volck, 20 vnd sie assen alle vnd wurden satt, vnd huben auff was vberig bleyb von brocken, zwolff korbe voll. 21 Die aber gessen hatten, der waren bey funff tausent man, on die weybe vnnd kindt.

22 Vnd als bald treyb Jhesus seyne iunger, das sie ynn das schiff tratten vnd fur yhm widder hervber furen, bis er das volck von sich liese, 23 vnd da er das volck von sich gelassen hatte, steyg er auff eynen berg alleyne, das er bette, vnd am abent, war er alleyn daselbs,Marci. 6.
Joh. 6.
24 vnnd das schiff war schon mitten auff dem meer, vnd leyd nodt von den wellen, denn der wind war yhn widder.Die nacht teyltt man vorzeytten in vier wachte, der igliche drey stund hatte. 25 Aber ynn der vierden nachtwache, kam Jhesus zu yhn vnd gieng auff dem meer, 26 vnd da yhn die iunger sahen auff dem meer gehen, erschracken sie, [70] vnd sprachen, Es ist eyn spugniß, vnd schryen fur furcht, 27 Aber als bald redte Jhesus mit yhn, vnd sprach, seyd getrost, ich byns, furcht euch nicht. [32] 28 Petrus aber antwort yhm vnnd sprach, Herre, bistu es, so heyß mich zu dyr komen auff dem wasser, 29 vnnd er sprach, kom her, vnd Petrus trat aus dem schiff, vnnd gieng auff dem wasser, das er zu Jhesu keme. 30 Er sahe aber eynen starcken wind, da erschrack er, vnd hub an zu sincken, schrey vnnd sprach, Herr hilff mir, 31 Jhesus aber recket seyne hand aus, vnnd erwisscht yhn, vnnd sprach zu yhm, o du kleyn glewbiger, warumb zweyfeltistu? 32 vnd traten yn das schiff, vnd der wind leget sich. 33 Die aber ym schiff waren, kamen vnd fielen fur yhn nyder, vnnd sprachen, du bist warlich gottis son, 34 vnd schifften hyn[6] vber, vnnd kamen ynn das land genezareth, 35 vnnd da die leutte am selben ortt seyn gewar wurden, schickten sie auß ynn das gantz land vmbher, vnnd brachten alle vngesunden zu yhm, 36 vnnd baten yhn, das sie nur seynes kleyds sawm anrureten, vnd alle die da anrurten, worden gesundt.


Das funfftzehend Capitel.

Marci. 7.Da kamen zu yhm die schrifftgelerten vnnd phariseer von Jherusalem vnd sprochen, 2 warumb vbirtretten deyne iunger der allten auff setze? sie wasschen yhre hende nicht wenn sie brod essen. 3 Er antwortt vnnd sprach zu yhn, warumb vbirtrettet denn yhr gottes gepott vmb ewr auff setze willen? Leuit. 20.4 Got hatt gepotten, du solt vater vnd muter ehren, wer aber vater vnd muter flucht, der soll des tods sterben, 5 Aber yhr sprecht, Eyn iglicher solle sagen zu vater adder zur muter, Es ist gott geben,(gott gebenn etc.) odder, Es ist dyr nutzer, wenn ichs zu opfer gebe, wie die Canones itzt leren von testamenten, vnd stifftungen das dyr solt von mir zu nutz komen. 6 Damit geschichts, das niemant hynfurt seyn vatter oder seyn muter ehret, vnd habt also gottis gepot auff gehaben vmb ewer auff setze willen? 7 yhr heuchler, es hat wol Jsaias von euch weyssagt, vnd gesprochen, 8 dis volck nehit sich zu mir mit seynem mund vnnd ehret mich mit seynen lippen, 9 aber yhr hertz ist fern von myr, 9 Aber vergeblich dienen sie myr, die weyl sie leren solche lere die nichts denn menschen gepott sind.

10 Vnnd er rieff das volck zu sich vnnd sprach zu yhm, horet zu vnnd vernemts. 11 Was zum mund eyngehet das vervnreyniget den menschen nit, sondern was zum mund aus gehet das vervnreyniget den menschen.

[72] 12 Da tratten seyne iunger zu yhm vnnd sprachenn, weysistu auch, das sich die phariseer ergerten, da sie das wort horeten? (alle pflantze) alle werck die gott nicht wirckt ym menschen, sind sund vnd hie sihet man wie gar nichts der frey will vermag.13 Aber er antwortt vnnd sprach, Alle pflantze die meyn hymlischer vatter nitt pflantzt hatt, die werden aus gerewtt, 14 last sie faren, sie sind der blinden blinde leytter, wenn aber eyn blinder den andern leyttet, so fallen sie beyde ynn die gruben.Luce. 6.

15 Da antwort Petrus vnd sprach zu yhm, deute vns dise gleychnis, 16 vnnd Jhesus sprach zu yhn, seyt yhr denn auch noch vnuerstendig? 17 Merckt yhr noch nit? das alles was zum mund eyngehet das gehet ynn den bauch, vnnd wirt durch den naturlichen gang aus geworffen [33] 18 was aber zum mund eraus gehet, das kompt aus dem hertzen, vnd das verunreyniget den menschen. 19 Denn aus dem hertzen komen arge dancken, mord, ehbruch, hurerey, dieberey, falsche getzeugnis, lesterung. 20 Das sind die stuck, die den menschen vervnreynigenn. Aber mit vngewasschen henden essen, verunreynigt den menschen nicht.

Marci. 7.21 Vnnd Jhesus gieng aus von dannen, vnnd entweych ynn die gegend Tyro vnnd Sidon, 22 vnnd sihe, eyn Cananisch weyb, gieng aus der selben grentze vnnd schrey yhm nach vnd sprach. Ach Herre du son Dauid erbarm dich meyn, Meyne tochter hatt eynen bosen teuffel. 23 Vnd er antworttet yhr keyn wortt. Da tratten zu ym seyne iunger, vnnd baten yhn, vnnd sprachen, las sie doch vonn dyr, denn sie schreyet vns nach. 24 Er antwortt aber vnnd sprach, ich bynn nicht gesand, denn nur zu den verloren schaffen von dem haus Jsrael. 25 Sie kam aber vnnd fiel fur yhn nyder vnd sprach. Herre, hilff mir. 26 Aber er antwortt vnnd sprach. Es ist nicht feyn, das man den kindern yhr brott neme, vnd werff es fur die hunde, 27 sie sprach ia Herre, aber doch essen die hundlin von den brosamlin, die da von yhrer herren tisch fallen, 28 da antwortt Jhesus, vnnd sprach tzu yhr, o weyb, deyn glawbe ist gros, dyr geschehe wie du wilt vnd yhr tochter ward gesund tzu der selbigen stunde,

29 Vnnd Jhesus gieng von dannen furbas, vnnd kam an das gallileische meer, vnnd steyg auff eynen berg, vnnd satzt sich alda,30 vnnd kam zu yhm viel volcks, die hatten mit sich, lamen, blinden, stummen, kruppler, vnd viel andere, vnd worffen sie Jhesu fur die fuesß, vnnd er heylet sie, 31 das sich das volck verwunderte, da sie sahen, das die stummen redten, die kruppler gesund waren, die lamen giengen, die blinden sahen, vnnd preyseten den gott von Jsrael.

Marci. 8.[74] 32 Vnd Jhesus rieff seynen iungern zu sich, vnd sprach. Es iamert mich des volcks, denn sie nu wol drey tag bey myr beharren, vnnd haben nichts zu essen, vnnd ich will sie nit vngeessen von myr lassen, auff das sie nicht verschmachten auff dem wege, 33 da sprachen zu yhm seyne iunger. Woher mogen wyr so viel brots nemen ynn der wusten, das wyr settigen so viel volcks? 34 Vnd Jhesus sprach zu yhn. Wie viel brott habt yhr? sie sprachen, sieben, vnnd eyn wenig fisschlin, 35 vnnd er hieß das volck sich lagern auff die erden, 36 vnd nam die sieben brott vnd die fissche, dancket, brach sie, vnnd gab sie seynen iungern, vnnd die iunger gaben sie dem volck, 37 vnd sie assen alle, vnd worden satt, vnd huben auff was vbirbleyb von brocken, sieben korbe voll, 38 vnnd die da gessen hatten, der war vier tausent man, außgenommen weyber vnnd kinder, 39 vnd da er das volck hatte von sich gelassen, tratt er ynn eyn schyff, vnd kam ynn die grentze Magdala.


Das sechtzehend Capitel.

Marci. 8.
Luce. 11.
Da tratten die phariseer vnnd saduceer zu yhm, die versuchten yhn, vnd fodderten das er sie eyn zeychen vom hymel sehen [34] ließe. 2 Aber er anttwort vnd sprach, des abents sprecht yhr, Es wirt eyn schoner tag werden, denn der hymel ist rodt, 3 vnnd des morgens sprecht yhr, Es wirtt heutte vngewitter seyn, denn der hymel ist rodt vnd trube.Luce. 12. Jhr heuchler, des hymels gestalt kundt yhr vrteylenn, kundt yhr denn nit auch die zeychen diser zeyt vrteylen?(zeychen) die zeychen meynet Christus seyne wunderthatten, die verkundiget waren, das sie geschehen sollten tzu Christus zeyten Jsaie. 61. 4 Dise bose vnd ehebrechersche art sucht eyn zeychen, vnd es soll yhr keyn zeychen geben werden, denn das zeychen des propheten Jonas, vnnd er ließ sie, vnd gieng daruon.

Marci. 8.5 Vnd da seyne iunger waren hyn vber gefaren, hatten sie vergessen brot mitt sich zu nemen. 6 Jhesus aber sprach zu yhn, Sehet zu vnd huttet euch fur dem sawr teyg der phariseer vnd Saduceer, 7 da dachten sie bey sich selbs, vnd sprachen, das wirts seyn, das wyr nit haben brot mit vns genommen. 8 Da das Jhesus vernam sprach er zu yn, yhr kleynglewbigen, was bekommert yhr euch doch, das yhr nitt habt brot mit euch genommen? 9 vernemet yhr noch nichts? gedenckt yhr aber nit an die funff brott vnter die funff tausent, vnd wie viel korbe hubt yhr da auff? 10 auch nit an die siben brot vnter die vier tausent, vnd wie viel korbe hubt yhr da auff? 11 wie verstehet yhr denn nicht, das ich euch nitt sage vom brott, wenn ich sage, Hutt euch fur dem sawrteyg der phariseer vnd saduceer? 12 Da verstunden sie, das er nicht gesagt [76] hatte, das sie sich hutten solten fur dem saurteyg des brots, sondernn fur der lere der phariseer vnd saduceer.

Marci. 8.
Luce. 9
13 Da kam Jhesus ynn die gegend der stadt Cesarea philippi, vnd fraget seyne iunger, vnd sprach. Wer sagen die leutt, das da sey des menschen son? 14 sie sprachen. Ettlich sagen, du seyst Johannes der teuffer, die andern, du seyst Elias, Ettlich, du seyst Jeremias, odder der propheten eyner. 15 Er sprach zu yhn, wer, sagt denn yhr, das ich sey? 16 Da antwortt Simon Petrus vnd sprach, du bist Christus des lebendigen gottis son.(Petrus) Cepha Syrisch, Petros kriechisch heyst auff deutsch eyn fels, vnd alle Christen sind petri vmb der bekentnis willen, die hie Petrus thut, wilche ist, der felß, darauff Petrus vnd alle petri bawet sind, gemeyn ist die bekentnis also auch der name.
(helle pforten) Die helle fporten sind aller gewalt widder die Christen, als, sunde, tod, helle, welltliche weyßheyt vnd gewalt etc.
17 Vnnd Jhesus antwortt vnd sprach tzu yhm. Selig bistu Simon Jonas son, fleysch vnnd blutt hatt dyr das nit offenbartt, sondern meyn vatter ym hymel, 18 vnnd ich sage auch dyr, du bist Petrus, vnnd auff disen felß will ich bawen meyne gemeyne, vnnd die pfortten der hellen, sollen sie nicht vbirweldigen, 19 vnnd will dyr die schlussel des hymelreychs geben. Alles was du binden wirst auff erden, soll auch ym hymel gepunden seyn, vnd alles was du auff erden losen wirst, soll auch ym hymel loß seyn.

Luce. 9.20 Da verpott er seynen iungern, das sie niemant sagen sollten, das er Jhesus, Christus were. 21 Von der zeyt an fieng Jhesus an vnd zeygt seynen iungern, wie er muste gen Jherusalem gehen, vnd viel leyden von den eltisten vnd hohen priestern vnd schrifftgelerten, vnd getodtet vnd am dritten tage aufferweckt werden. Vnd Petrus nam yhn tzu sich, fur yhn an vnnd sprach, Herr, schon deyn selbs, das wider far dyr nur nicht. 23 Aber er wand sich vmb, vnnd sprach zu Petro, heb dich Satan von myr, du bist mir ergerlich, denn du meynist nicht das gottlich, sondernn das menschlich ist.

24 Da sprach Jhesus zu seynen iungern, will myr yemant nach folgen, [35] Marci. 8.
Luce. 9.
der verleucken sich selb, vnnd neme seyn creutz auff sich vnnd folge myr. 25 Denn wer seyn leben will erhalten, der wirts verlieren, wer aber seyn leben verleuret vmb meynen willen, der wirts finden, 26 was hulffs den menschen, so er die gantzen welt gewunne, vnnd neme doch schaden an seyner seel? adder was kan der mensche geben damit er seyn seel widder loße? 27 denn es wirt yhe geschehen, das des menschen son kome ynn der herlickeyt seynes vatters, mitt seynen engelln, vnnd als dann, wirtt er vergellten eynem iglichen nach seynen wercken. 28 Warlich ich sage euch, es stehen etlich hie, die nit schmecken werden den todt,(den todt) das ist, wer an mich glawbt wirt den tod nit sehen Johan. 8. 11. 12. bis das sie sehen komen des menschen son ynn seynem reych.

[78]
Das sibenzehend Capitel.

Marci. 9.
Luce. 9.
Unnd nach sechs tagen nam Jhesus zu sich Petrum vnd Jacobum vnnd Johannem seynen bruder, vnnd furet sie beseyts auff eynen hohen berg, 2 vnd verkleret sich fur yhnen, vnd seyn angesicht glentzete wie die sonne, unnd seyne kleyder worden weysß, als eyn liecht, 3 vnnd sihe, da erschienen yhn Moses vnd Elias die redten mitt yhm. 4 Petrus aber antworttet vnnd sprach tzu Jhesu. Herre hie ist gutt seyn, wiltu, ßo wollen wyr hie drey hutten machen, dyr eyne, Mosi eyne, vnd Elias eyne. 5 Da er noch[7] also redte, sihe, da vbirschattet sie eyn liechte wolcken, vnnd sihe, eyn stymme aus der wolcken sprach. Das ist meyn lieber son ynn welchem ich eyn wolgefallen hab, gehorchet yhm. 6 Da das die iunger horeten, fielen sie auff yhr angesicht, vnnd erschrocken seer. 7 Jhesus aber tratt tzu yhnen, ruret sie an, vnd sprach, stehet auff, vnd furcht[8] euch nicht, 8 da sie aber yhr augen auff huben, sahen sie niemant, denn Jhesum alleyne.

9 Vnd da sie vom berge nyder giengen, gepott yhn Jhesus, vnd sprach, yhr sollt dis gesicht niemant sagen, bis des menschen son von den todten aufferstanden ist, 10 vnd seyne iungern fragten yhn vnd sprachen, was sagen denn die schrifftgelerten, Elias musse zuuor komen? 11 Jhesus antwortet vnd sprach. Elias sol iah durch seyne tzukunfft alles zu recht bringen. 12 Doch ich sage euch, es ist Elias schon komen, vnd sie haben yhn nicht erkandt, sondernn haben an yhm than, was sie wolten, alßo wirt auch des menschen son leyden mussen von yhn, 13 da verstunden die iunger, das er von Johanne dem teuffer geredt hatte.

14 Vnnd da sie zu dem volck kamen, tratt tzu yhm eyn mensch, vnnd beuget die knie gegen yhm, 15 vnd sprach.Marci. 9.
Luce. 9.
Herre erbarm dich vber meynen son, denn er ist monsuchtig, vnd hatt eyn schweres leyden. Er fellt offt ynnß fewr, vnd offt ynß wasser, 16 vnd ich hab yhn zu deynen iungern bracht, vnd [80] sie kunden yhm nicht helffen, 17 Jhesus aber antworttet vnnd sprach, o du vngleubige vnnd verkerete art, wie lange soll ich bey euch seyn? wie lange soll ich euch dulden? Bringt myr yhn hieher, 18 vnnd Jhesus bedrawet yhn, vnd der teuffel fure aus von yhm, vnd der knabe ward gesund zu der selbigen stunde.

[36] 19 Da tratten zu yhm seyne iunger besonders, vnnd sprachen. Warumb kundten wyr yhn nit austreyben? 20 Jhesus aber antwortet vnd sprach, vmb ewers vnglawbens willen, denn ich sage euch warlich, so yhr glawben habt als eyn senff korn, so mogt yhr sagen zu disem berge,Luce. 17. heb dich von hynnen dort hyn, so wirtt er sich heben, vnd euch wirtt nichts[9] vnmuglich seyn, 21 aber dise art feret nicht aus, denn durch beten vnd fasten.

22 Da sie aber yhr wesen hatten ynn Galilea, sprach Jhesus zu yhn. Es ist zu kunfftig, das des menschen son vberantwort werde ynn der menschen hend, 23 vnd sie werden yhn todten, vnd am dritten tage wirtt er auff stehen, vnd sie worden seer betrubt.

24 Da sie nu gen Capernaum kamen, giengen zu Petro die den zins groschen eyn namen, vnd sprachen, pflegt ewr meyster nit den tzins groschen zu geben? 25 Er sprach, ia, Vnd als er heym kam, kam yhm Jhesus zuuor, vnd sprach, was dunckt dich Simon?(frey) wie wol Christus frey war, gab er doch den tzins, seym nehisten tzu willen, also ist eyn Christen seynet halben alles dings frey vnnd gibt sich doch seynem nehisten willich tzu dienst. von wem nemen die konige auff erden den zoll oder tzinße? von yhren kyndern odder von frembden? 26 da sprach zu yhm Petrus, von den frembdenn. Jhesus sprach zu yhm, so sind die kinder frey, 27 auff das aber wyr sie nicht ergern, so gang hyn an das meer, vnd wirff den angel, vnnd den ersten fischMarci. 9.
Luce. 9.
der auffer fert, den nym, vnd wenn du seynen mund auff thuest, wirstu eyn halben gulden finden, denselbigen nym, vnd gyb yhnen fur mich vnd dich.


Das achzehend Capitel.

Marci. 9.
Luce. 9.
Zv der selbigen stund tratten die iunger tzu Jhesu vnd sprachen, wer ist doch der grossist ym hymelreich? 2 vnnd Jhesus rieff eyn kynd zu sich, vnnd stellet das mitten vnter sie, 3 vnnd sprach, warlich ich sage euch, Es sey denn das yhr euch vmbkeret, vnd werdet wie die kinder, so werdet yhr nicht yns hymell reych komen, 4 wer nu sich selbs nydriget, wie dis kind, der ist der grossist ym hymelreych, 5 vnnd wer eyn solchs kind auff nympt ynn meynem namen, der nympt mich auff, 6 wer aber ergert diser geringsten eynen,Marci. 9.
Luce. 17.
die an mich glawben, dem were besser, das eyn mulsteyn an seynen hals gehenckt wurd, vnnd er erseufft wurde ym meer, da es am tiefisten ist.

7 Wehe der welt der ergernis halben. Es mus ia ergernis komen, doch wehe dem menschen, durch wilchen ergernis kompt. 8 So aber deyn hand odder [82] deyn fueß dich ergert, so hawbe yhn abe, vnd wirff yhn von dyr, Es ist dyr besser, das du tzum leben, lam odder eyn kropel eyn gehist, denn das du zwo hend odder zween fues habist, vnd werdist ynn das ewige fewr geworffen, 9 vnd so dich deyn auge ergert, reys es aus, vnd wirffs von dyr, Es ist dyr besser, das du eyneugig zum leben eyngehist, denn das du tzwey augen habist, vnd werdist ynn das hellische fewr geworffen.

10 Sehet zu, das yhr nicht verachtet yemand von disen kleynen, denn ich sage euch, yhre engele sehen allzeyt das angesichte meynes vatters ym hymel, 11 denn des menschen son ist komen selig tzu machen, [37] Luce. 15.das do verloren ist. 12 Was dunckt euch? wenn yrgent eyn mensche hundert schaff hette, vnd eyns vnter den selben sich veryrrete, lessit er nitt die neun vnd neuntzig auff den bergen, gehet hyn, vnnd sucht das veryrrete, 13 vnd so sichs begibt, das ers findet, warlich sage ich euch, er frewt sich daruber, mehr denn vber die neun vnnd neuntzig, die nicht veryrret sind. 14 Alßo auch ists fur ewrem vatter ym hymel nicht der wille, das yemand von disen kleynen verloren werde.

Luce. 17.15 Sundigt aber deyn bruder an dyr, so gang hyn vnnd straff yhn zwisschen dyr vnd yhm alleyn. Horet er dich, so hastu deynen bruder gewunnen. 16 Horet er dich nicht, so nym zu dyr noch eynen odder zween, auff das alle sach bestehe auff zwey oder dreyer zeugen mund, 17 Horet er die nicht, so sag es der gemeyne, Horet er die gemeyne nit, so halt yhn als eynen heyden vnd zolner. 18 Warlich ich sage euch, was yhr auff erden binden werdet, soll auch ym hymel gepunden seyn, vnd was yhr auff erden losen werdet, soll auch ym hymel los seyn. 19 Weyter sag ich euch, wo tzween vnter euch eynis werden auff erden, warumb es ist, das sie bitten wollen, das soll yhn widderfaren von meynem vatter ym hymel, 20 denn wo tzween odder drey versamlet sind ynn meynem namen da byn ich mitten vnter yhn.

21 Da trat Petrus zu yhm, vnd sprach, Herre wie offt mus ich denn meynem bruder vergeben? ists gnug sieben mal? 22 Jhesus sprach tzu yhm, ich sage dyr nicht sieben mal, sondernn, siebentzigmal sieben mal. 23 Darumb ist das hymelreych gleych eynem konige, der mit seynen knechten rechen wolt, 24 vnd als er anfieng zu rechen, kam yhm eyner fur, der war tzehen tausend pfundt schuldig, 25 da ers nu nicht hatte zu betzalen, hies der herr verkeuffen, yhn vnd seyn weyb vnd seyne kynder vnd alles was er hatte, [84] vnnd betzalen, 26 da fiel der knecht nyder, vnnd bettet yhn an, vnd sprach, Herr, habe gedult mit myr, ich will dyrs alles betzalen. 27 Da iamert den herren desselbigen knechts, vnd lies yhn loß, vnd die schuld erlies er yhm auch.

28 Da gieng der selbige knecht hynaus, vnnd fand eynen seyner mitknechte, der war yhm hundert grosschen schuldig, vnd er greyff yhn an, vnd wurget yhn, vnd sprach, betzale myr was du myr schuldig bist, 29 da fiel seyn mitknecht nydder, vnd bat yhn, vnd sprach, habe gedult mit myr, ich wil dyrs alles betzalen, 30 Er wollt aber nicht, sondern gieng hyn, vnd warff yhn yns gefencknis, bis das er betzalet was er schuldig war, 31 Da aber seyne mitknechte solchs sahen, worden sie seer betrubt, vnd kamen vnnd brachten fur yhren herrn alles das sich begeben hatte, 32 da foddert yhn seyn herre fur sich, vnd sprach tzu yhm, Du schalck, alle dise schuld hab ich dyr erlassen, die weyl du mich batist, 33 solltistu denn nit auch dich erbarmen vbir deynen mitt knecht, wie ich mich vbir dich erbarmet habe? 34 Vnd seyn herre wart tzornig, vnd vbir antwortt yhn den peynigernn, bis das er betzalet alles was er yhm schuldig war. 35 Also wirt euch meyn hymlischer vater auch thun, so yhr nit vergebt von hertzen eyn iglicher seynem bruder seyne feyle.

Das Neunzehend Capitel.

[38] Marci. 10.
Luce. 16.
Und es begab sich, da Jhesus diße rede vollendet hatte, erhub er sich aus Galilea, vnd kam ynn die grentze des Judischen lands, iensydt des Jordans, 2 vnnd folgete yhm viel volcks nach, vnnd er heylet sie da selbist. 3 Da tratten zu yhm die phariseer, vnd versuchten yhn, vnd sprachen zu yhm. Jst es auch recht das sich eyn man scheyde von seynem weybe, vmb yrgent eyner vrsach? 4 Er antwort aber vnd sprach, Habt yhr nit gelesen, das der ym anfang den menschen gemacht hat, der macht, das eyn man vnd weyb seyn sollt, 5 vnd sprach, darumb wirt eyn mensch vatter vnd muter lassen, vnd an seynem weybe hangen, vnd werden die zwey eyn fleysch seyn? 6 so sind sie nu nit zwey, sondernn eyn fleysch, was nu gott zu samen fuget hat, das soll der mensch nitt scheyden.

(hertickeyt) Ettlich gesetz leren. Ettliche weren, ihene leren das beste, dise weren dem bosen das nicht erger werde, drumb lassen sie viel des besten nach, gleych wie das weltliche schwerd auch thut.7 Da sprachen sie, warumb hatt denn Moses gepotten, zu geben eynen scheydebrieff, vnd sich von yhr zu scheydenn? 8 Er sprach zu yhn, Moses hatt euch [86] erleubt zu scheyden von eweren weyben, von ewris hertzen hertickeyt wegen, von anbegyn aber ists nicht also gewesen, 9 Jch sage aber euch, wer sich von seynem weybe scheydet (es sey denn vmb der hurrerey wyllen) vnd freyet eyn andere, der bricht die ehe, vnd wer die abscheydete freyet, der bricht auch die ehe.

10 Da sprachen die iunger zu yhm, stehet die sach eyns mannes mit seynem weyb also, ßo ists nicht gutt ehlich werden. 11 Er sprach aber zu yhn, das wortt fasset nit yderman, sondernn den es geben ist.(sich selbs) das dritte verschneytten mus geystlich seyn, nemlich willige keuscheit, sonst were es eynerley mit dem andern das leyplich geschicht. 12 Denn es sind ettlich verschnitten, die sind aus mutter leyb also geporn, vnd sind ettlich verschnitten, die von menschen verschnytten sind, vnd sind etliche verschnytten, die sich selbs verschnytten haben, vmb des hymelreychs willen. Wer es fassen mag, der fasß es.

Marci. 10.
Luce. 18.
13 Da worden kindlin zu yhm bracht, das er die hende auff sie leget, vnd bettet, die iunger aber schnaubten sie an. 14 Aber Jhesus sprach, last die kyndlin, vnnd weret yhn nicht zu myr zu komen, denn solcher ist das hymelreych, 15 vnd er leget die hend auff sie, vnd zoch von dannen.

Marci. 10.
Luce. 18.
16 Vnnd sihe, eyner tratt zu yhm vnnd sprach. Guter meyster, wie mus ich woll thun, das ich muge das ewige leben haben? 17 Er aber sprach zu yhm, was heyssistu mich gutt(mich gutt) Gleych wie Christus spricht Johan. 7. meyne lere ist nicht meyn, also auch hie. Jch byn nicht gutt, denn er redet von sich selb nach der menscheyt durch wilche er vnns ymer zu gott furet.
(volkomen) Uolkomenheyt ist eygenttlich gotis gepott halten, darumb ists klar, das diser iungling die gepott ym grund nit gehalten hat, wie er doch meynet, das tzeyget yhm Christus, damit, das er die rechten werck der gepott yhm furhelt, vnd vrteylt, das keyn reicher selig werde, der diser iungeling auch eyner ist, Nu werden yhe die selig, die gottis gepott halten.
? Niemant ist gutt, denn nur der eynige gott. Wiltu aber zum leben eyngehen, so hallt die gepott. 18 Da sprach er zu yhm, wilche? Jhesus aber sprach, du sollt nit todten, du sollt nit ehebrechen, du sollt nitt stelen, du sollt nit falsch getzeugnis geben, 19 Ehre vater vnnd mutter, vnnd du sollt lieb haben deynen nehisten als dich selbs. 20 Da sprach der iungling zu yhm, das hab ich alles gehalten[10] von meyner iugent auff, was feylet myr noch? 21 Jhesus sprach zu yhm, wiltu volkomen seyn, so gang hyn, verkeuffe was du hast, vnd gibs den armen, so wirstu eynen schatz ym hymel haben, und kum, vnd folge myr nach. 22 Da der iungling das wortt horet, gieng er betrubt von yhm, denn er hatte viel gutter.

23 Jhesus aber sprach zu seynen iungern, warlich ich sage euch, Eyn reycher wirt schwerlich ynß hymelreich komen, 24 Vnd weyter, sag ich euch, Es ist leychter, das eyn kameel durch eyn nadel ore gehe, denn [39] das eyn reycher yns reych gottis kome, 25 da das seyne iunger horeten, entsatztenn sie sich seer vnd sprochen, yhe wer kan denn selig werden? 26 Jhesus aber sahe sie an, vnd sprach zu yhn, bey den menschen ists vnmuglich, aber bey gott sind alle ding muglich.


Marci. 10.
Luce. 18.
[88] 27 Da antwortet Petrus vnnd sprach, sihe, wyr haben alles verlassen, vnd sind dyr nach gefolget, was wirtt vns da fur? 28 Jhesus aber sprach, warlich ich sage euch, das yhr, die yhr myr seyd nachgefolget, ynn der widergepurt, da des menschen son wirt sitzen auff dem stuel seyner herligkeyt, werdet yhr auch sitzen auff zwelff stuelen, vnd richten die tzwelff geschlecht von Jsrael. 29 Vnd eyn iglicher, der da verlest, heuser, odder bruder, oder schwestern, oder vater, odder mutter, odder weyb, odder kind, odder ecker, vmb meynes namen willen, der wirts hundertfeltig nemen, vnnd das ewige leben ererben. 30 Aber viel, die do sind die ersten, werden die letzten, vnd die letzten, werden die ersten seyn.


Das zwentzigist Capitel.

Das hymelreych ist gleych eynem haußvatter, der gleych am morgen aus gieng erbeyter zu mieten ynn seynen weynberg, 2 vnd da er eynis wart mit denn erbeyternn vmb eynen grosschen zum taglohn, sand er sie ynn seynen weynberg. 3 Vnd gieng aus vmb die dritten stund vnnd sahe andere an dem marckt mussig stehen, 4 vnd sprach zu yhn, geht yhr auch hyn ynn den weynberg, ich will euch geben, was recht ist, 5 vnd sie giengen hynn. Aber mal gieng er aus vmb die sechst vnd neunde stund, vnnd thett gleych also. 6 Vmb die eylfften stund aber gieng er aus, vnd fand andere mussig stehen, vnd sprach zu yhn, was stehet yhr hie den gantzen tag mussig? 7 sie sprochen zu yhm. Es hatt vns niemand gedinget. Er sprach zu yhn, geht yhr auch hynn ynn den weynberg, vnnd was recht seyn wirt soll euch werden.

8 Da es nu abent wartt, sprach der herr des weynbergs zu seynem schaffner, Ruff den erbeytern, vnnd gib yhn den lohn, vnd heb an, an den letzten, bis tzu den ersten. 9 Da kamen, die vmb die eylfften stund gedingt waren, vnd empfieng eyn iglicher seynen grosschen, 10 da aber die ersten kamen, meyneten sie, sie wurden mehr empfangen, vnd sie empfingen auch eyn iglicher seynen grosschen, 11 vnd da sie den empfiengen, murreten sie widder den haußvater, 12 vnd sprachen, dise letzten haben nur eyne stund erbeyttet, vnd du hast sie vnns gleych gemacht, die wyr getragen haben die last des tages, vnd die hytze.

13 Er antworttet aber vnd sagt tzu eynem vnter yhn, Meyn freundt ich thu dyr nicht vnrecht, bistu nit mit myr eyns worden vmb eynen grosschen? [90] 14 Nym was deyn ist, vnd gang hyn, ich wil aber disem letzten geben, gleych wie dyr 15 odder hab ich nicht macht zu thun, was ich will mitt dem meynen? Sihistu darumb scheel das ich so guttig bynn? 16 Also werden die letzten, die ersten, vnd die ersten, die letzten seynn. Denn viel sind beruffen, aber wenig sind erwelet.

[40] Marci. 10.
Luce. 18
17 Vnnd er tzoch hynauff gen Hierusalem, vnnd nam tzu sich, die tzwelffe iungern besunders auff dem wege, vnd sprach tzu yhn. 18 Sihe, wir tzihen hyn auff gen Jerusalem, vnd des menschen son wirtt den hohen priestern vnnd schrifftgelerten vbirantwortt werden, vnnd sie werden yhn verdamnen zum todt, 19 vnnd werden yhn vbirantwortten den heyden, zu verspotten, vnd tzu geysselln, vnd tzu creutzigen, vnd am dritten tage wirt er widder aufferstehen.

20 Da tratt tzu yhm die mutter der kinder Zebedei mitt yhren sonen, fiel fur yhm nydder vnnd bat etwas von yhm, 21 vnd er sprach tzu yhr, was wiltu? sie sprach zu yhm, las dise meyne tzween sone, sitzen ynn deynem reych, eynen zu deyner rechten, vnd den andern tzu deyner lincken. 22 Aber Jhesus antworttet, vnnd sprach, yhr wisset nicht was yhr bittet, kundt yhr trincken den kilch(den kilch) das ist, leyden. Das fleysch aber wl ymer ehe herlich werden, denn es gecreutzigt wirt, ehe erhohet denn ernyderigt werden., den ich trincken werde, vnnd euch teuffen lassen mit der tauffe, da ich mit taufft werde? Sie sprachen zu yhm, ia wol, 23 vnd er sprach zu yhn. Meynen kilch solt yhr tzwar trincken, vnnd mit der tauff, da ich mit taufft werde, solt yhr tauffet werden, Aber das sitzen zu meyner rechten vnd lincken, ist nit meyner macht zu geben, sondernn, den es bereyt ist von meynem vater.

Marci. 10.
Luce. 22.
24 Da das die tzehen horeten, wurden sie vnwillig vbir die tzween bruder. 25 Aber Jhesus rieff yhn zu sich vnd sprach, yhr wisset, das die welltliche fursten hirschen, vnnd die vbirherrnn faren mit gewalt, 26 ßo soll es nit seyn vnter euch, sondernn ßo yemant will vnter euch gewalltig seyn geachtet, der sey ewer diener, 27 vnd wer do will der furnemst seyn, der sey ewr knecht, 28 gleych wie des menschen son ist nicht komen das er yhm dienen lasse, sondernn das er diene, vnnd gebe seyn leben zu eyner erlosung fur viele.

Marci. 10.
Luce. 18.
29 Vnd da sie von Jericho aus zogen, folgete yhm viel volcks nach, 30 vnnd sihe, zween blinden sassen am wege, vnd da sie horeten das Jesus fur vber gieng, schryen sie vnd sprachen. Ach herre, du son Dauid, erbarm dich vnser, 31 aber das volck bedrawet sie, das sie sollten schweygen, Aber sie schrien viel mehr vnd sprachen, Ach herr, du son Dauid, erbarm dich vnser, 32 vnd Jhesus stund still, vnnd rieff yhn, vnnd sprach, was wollt yhr, das ich euch thun soll?

[92] 33 sie sprachen zu yhm, herre das vnßer augen auff than werden, 34 vnnd es iamerte Jhesum, vnd rurt yhr augen an, vnnd als bald, wurden yhr augen widder sehend, vnd sie folgeten yhm nach.


Das eyn vnd zwentzigst Capitel.

Marci. 11.
Luce. 19.
Johan. 12.
Da sie nu nahe bey Hierusalem kamen gen Bethphage an den oleberg, sandte Jhesus seyner iunger zween 2 vnd sprach zu yhn, gehet hyn yn den flecken der fur euch ligt, vnd bald werdet yhr finden eyn esellin angepunden, vnnd eyn fullen bey yhr, loßet sie auff, vnd furet sie zu myr, 3 vnd so euch yemand wirt etwas sagen, so sprecht der herr bedarff yhr, so bald wirt er sie euch [41] lassen.Zachar. 9 4 Das geschach aber alles, auff das erfullet wurd, das gesagt ist, durch den propheten, der do spricht. 5 Saget zu der tochter Zion, Sihe, deyn konig kompt zu dyr sanfftmutig, vnnd reytet auff eynem esell vnnd auff eynem fullen der lastbaren esellynn. 6 Die iunger giengen hynn vnd thetten wie yhn Jhesus befolhen hatte, 7 vnnd brachten die eselyn vnd das fullen, vnd legten yhre kleyder drauff, vnd satzten yhn drauff, 8 Aber viel volcks breyttet die kleyder auff den weg, die andern hywben tzweyge von den bawmen, vnnd streweten sie auff den weg. 9 Das volck aber das vorgieng vnnd nach folget, schrey vnd sprach. Hosianna(Hosianna) Hosianna heyst auff deutsch. Ach hilff odder ach gib gluck vnd heyl dem son dauid, gebenedeyet sey, der do kompt ym namen des herren, Hosianna ynn der hohe.

10 Vnd als er zu Jherusalem eynzoch, erreget sich die gantze stadt vnd sprach, wer ist der? 11 das volck aber sprach, das ist der Jhesus, der prophet von Nazareth aus Gallilea, 12 vnnd Jhesus gieng tzum tempel gottis hynneyn, vnd treyb eraus alle verkeuffer vnd keuffer ym tempel, vnnd sties vmb der wechsler tische, vnnd die stuele der tawben kremer, 13 vnnd sprach zu yhn, Es ist geschrieben, Meyn haus soll eyn bett haus heyssen, yr aber habt eyn morder gruben draus gemacht, 14 vnd es giengen zu yhm, blinden vnd lamen ym tempel, vnd er heylet sie.

15 Da aber die hohen priester vnd schrifftgelerten sahen die wunder, die er thett, vnnd die kinder ym tempel schreyen, Hosianna dem son dauid, wurden sie entrustet, 16 vnd sprachen zu yhm, Horistu auch, was dise sagen? Jhesus sprach zu yhn, ia, habt yhr nie gelesen,Psal. 8. Aus dem mund der vnmundigen vnd seuglingen, hastu lob zu gericht? 17 vnnd er lies sie da vnd gieng zur stadt hynaus gen Bethanien, vnd bleyb da vbir nacht.

[94] 18 Als er aber des morgens wider ynn die stad gieng, hungert yhn, 19 vnd er sah eynen feygen baum an dem wege vnd gieng hyntzu, vnnd fand nichts dran, denn alleyne bletter, vnd sprach zu yhm. Nu wachse auff dyr hynfurt nymmer mehr keyn frucht, vnd der feygen baum verdurrete als bald, 20 vnd da das die iunger sahen, verwunderten sie sich vnd sprachen, wie ist der feygen baum so bald verdurret? 21 Jhesus aber antworttet vnd sprach, So yhr glawben habet, vnd nicht zweyffellt, so werdet yhr nit alleyn solchs mit dem feygen baum thun, sondernn so yhr werdet sagen zu disem berge, heb dich auff, vnd wirff dich yns meer, so wirts geschehen, 22 vnd alles was yhr bittet ym gepett, glewbt yhr, so werdet yhrs empfahen.

Marci. 11.
Luce. 20.
23 Vnd als er ynn den tempel kam, tratten zu yhm, da er leret, die hohen priester vnd die Elltisten ym volck vnd sprachenn, Aus waser[11] macht thustu das? vnd wer hatt dyr die macht geben? 24 Jhesus aber antworttet vnd sprach zu yhn, ich will euch auch eyn wort fragen, so yhr myr das sagt, will ich euch sagen, aus waser macht ich das thu, 25 wo her war die tauff Johannes? war sie vom hymel, adder von den menschen? Da gedachten sie bey sich selbs, vnd sprochen, sagen wyr, [42] sie sey vom hymel gewesen, so wirt er zu vns sagen, warumb glawbtet yhr denn yhm nicht? 26 sagen wyr aber, sie sey von den menschen gewesen, so furchten wyr vns fur dem volck, denn yderman hielt Johannes fur eynen propheten, 27 vnnd sie antwortten Jhesu vnd sprachen. Wyr wissens nit, da sprach er zu yhn, so sag ich euch auch nit, aus waser macht ich das thu.

28 Was dunckt euch aber? Es hatte eyn man tzween sone, vnnd gieng zu dem ersten, vnnd sprach, meyn son gang hyn, vnnd erbeyte heutte ynn meynem weynberge, 29 Er antwortt aber vnd sprach, ich wills nicht thun, darnach rawet es yhn, vnd gieng hyn. 30 Vnd er gieng zum andernn vnd sprach gleych also, Er antworttet aber vnd sprach, Herr ia, vnd gieng nicht hyn, 31 wilcher vntter den zween hat des vaters willen than? sie sprachen zu yhm, der erste. Jhesus sprach zu yhn, warlich ich sage euch, die tzolner vnnd hurnn werden ehe yns hymelreych komen denn yhr. 32 Johannes kam zu euch vnnd leret euch den rechten weg vnnd yhr glawbtet yhm nicht, aber die tzollner vnnd hurn [96] glewbten yhm, vnnd ob yhrs wol sahet, thattet yhr dennoch nitt busse, das yhr yhm darnach auch glawbet hettet.

Marci. 12.
Luce. 20
33 Horet eyn ander gleychnis. Es war eyn haus vatter, der pflantzt eynen weynberg, vnnd furt eynen tzaun drumb, vnnd grub eyn kellter drynnen, vnd bawet eynen turn, vnd thett yhn aus den weyngartner vnnd tzoch vbir land. 34 Da nu erbey kam die zeytt der fruchten, sand er seyne knechte zu den weyngarttener, das sie seyne fruchte empfingen, 35 da namen die weyngarttner seyne knechte, eynen steupten sie, den andern todten sie, den dritten steynigeten sie, 36 Abermal, sand er ander knechte, mehr denn der ersten waren, vnd sie thetten yhn gleych also. 37 Darnach sand er seynen son zu yhn, vnd sprach, sie werden sich fur meynem son schewen, 38 da aber die weyngarttner den son sahen, sprachen sie vntternander, das ist der Erbe, kompt, last vns yhn todten, vnd seyn erbgutt an vns bringen, 39 vnd sie namen yhn, vnd stiessen yhn zum weynberge hyn aus, vnd todten yhn. 40 Wenn nu der herr des weynbergis komen wirt was wirt er disen weyngartner thun? 41 Sie sprachen zu yhm Er wirt die boßwicht vbel vmbringen vnd seynen weynberg aus thun andern weyngartenern, die yhm die fruchte zu rechter zeytt geben.

Psal. 117.42 Jhesus sprach zu yhn. Habt yhr nie gelesen ynn der schrifft? Der steyn den die bawleut verworffen haben, der ist zum ecksteyn worden, von dem herren ist es geschehen, vnd es ist wunderbarlich fur vnsern augen, 43 darumb sage ich euch, das reych gottis wirtt von euch genommen vnd den heyden geben werden, die seyne fruchte bringen, 44 vnd wer auff disen steyn fellet, der wirt zur schellen, auff wilchen aber er fellt(fellt) Es mus sich alles an Christo stossen, ettlich zur besserung ettlich zur ergerung., den wirt er zu mallmen. 45 Vnd da die hohen priester vnd phariseer seyne gleychnissen horeten, vernamen sie das er von yhn redet, 46 vnd sie trachten darnach wie sie yhn gryffen, aber sie furchten sich fur dem volck, denn es hielt yhn fur eynen propheten.

Das zwey vnd zwentzigst Capitel.

[43] Unnd Jhesus antworttet, vnnd redet aber mal durch gleychnisse zu yhn, vnd sprach. 2 Das hymelreych ist gleych eynem konig der seynem son hochtzeyt machteLuce. 14. 3 vnnd sandt seyne knechte aus, das sie den gesten zur hochtzeyt rufften, vnd sie wolten nicht kommen. 4 Abermal, sand er andere knechte aus vnnd sprach, saget den gesten, Sihe, meyn maltzeyt hab ich bereyt, [98] meyn ochßen vnd meyn mastfich ist geschlacht, vnd alles bereytt, kompt zur hochtzeyt. 5 Aber sie verachten das vnd giengen hyn, eyner auff seynen acker, der ander tzu seyner hantierunge, 6 ettlich aber griffen seyne knechte, honeten sie vnd todten sie. 7 Da das der konig horet, ward er tzornig, vnd schickt aus seyn here, vnd bracht diße morder vmb, vnd tzung yhre stadt an.

8 Do sprach er zu seynen knechten, die hochtzeyt ist tzwar bereytt, aber die geste warens nitt werd, 9 darumb gehet hyn auff die strassen, vnd ladet zur hochtzeyt wen yhr findet. 10 Vnd die knecht giengen aus auff die strassen, vnnd brachten tzu samen wen sie funden, bose vnd gute, vnd die tische wurden alle voll. 11 Da gieng der konig hyneyn die gest zu besehenn, vnnd sahe alda eynen menschen, der hatte keyn hochtzeytlich kleyt an,(hochtzeyt kleyd) ist der glawbe denn dis Euangelion verwirfft die werck heyligen, vnnd nympt an die gleubigen. 17 vnnd sprach tzu yhm, freundt, wie bistu hiereyn komen, vnnd hast doch keyn hochtzeytlich kleyd an? Er aber verstummet, 13 do sprach der konig zu seynen dienern, bindet yhm hend vnd fueß, vnd werfft yhn ynn das eußerste finsternis, da wirt seyn heulen vnd zeenklappen. 14 Denn viell sind beruffen, aber wenig sind außerwelet.

Marci 12.
Luce. 20
15 Da giengen die phariseer hyn, vnd hielten eynen radt, wie sie yn bestrickten ynn seyner rede, 16 vnd sandten zu yhm yhre iunger, sampt Herodis diener, vnd sprachen. Meyster, wyr wissen, das du warhafftig bist, vnd lerist den weg gottis recht, vnd du fragist nach niemant, denn du achtist nit das ansehen der menschen, 17 darumb sage vns, was dunckt dich? ists recht, das man dem keyser tzinß gebe odder nicht? 18 Da nu Jhesus marckt yhre schalckeyt, sprach er, yhr heuchler, was versucht yhr mich? 19 Weyset myr die zinßemuntz, vnnd sie reychten yhm dar eynen pfennig, 20 vnnd er sprach zu yhn, wes ist das bild, vnnd die vbirschrifft? 21 Sie sprachen zu yhm, des keysers. Da sprach er zu yhn, so gebt dem keyser, was des keysers ist, vnd gotte, was gotis ist. 22 Da sie das horeten, nam sie es wunder, vnd liessen yhn, vnd giengen daruon.

Marci. 12.
Luce. 20
23 An dem selbigen tage, tratten tzu yhm die Sadduceer, die da halten es sey keyn aufferstehen, vnd fragten yhn, 24 vnd sprachen. Meyster, Moses hat gesagt, so eyner stirbt, vnd hat nit kinder, so sol der bruder seyn weyb freyen, vnnd seynem bruder eyn samen erwecken. 25Deutero. 25. Nu sind bey vns gewesen sieben bruder, der erst freyet, vnd starb, vnd die weyl er nicht samen hatte, lies er das weyb seynem bruder, 26 desselben gleychen der ander, vnd der dritte, bis an den siebenden, 27 zu letzt nach allen starb auch das weyb. 28 Nu ynn der aufferstehung, wilchs weyb wirtt sie seyn vnter den sieben? sie haben sie yhe alle gehabt?

[100] 29 Jhesus aber antwortet vnnd sprach tzu yhn, yhr yrret vnnd verstehet [44] die schrifft nicht, noch die krafft gottis. 30 Jnn der aufferstehung, werden sie, widder freyen, noch sich freyen lassen, sondern sie sind gleych wie die engel ym hymel.

31Habt yhr aber nicht gelesen von der aufferstehung, das euch gesagt ist von gott, da er spricht, 32Exodi. 3. ich bynn der gott Abraham, vnnd der gott Ysaac, vnnd der gott Jacob? Got aber, ist nit eyn gott der todten, sondern der lebendigen. 33 Vnnd da solchs das volck horet, entsatzten sie sich vber seyner lere.

34 Da aber die phariseer horeten, das er den Saduceer das maul stopfft hatte, versamleten sie sich, 35 vnd eyner vnter yhn, eyn schrifft gelerter versucht yhn, vnd sprach, 36 Meyster, wilchs ist das furnemst gepott ym gesetz?Deuter. 6. 37 Jhesus aber sprach tzu yhm. Du solt lieben gott deynen herren von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemuete, 38 ditz ist das furnemst vnnd das grosse gepot. 39 Das ander aber ist dem gleych, Du solt deynen nehisten lieben als dich selbst, 40 Jnn dissen tzweyen gepotten hanget das gantz gesetz vnnd die propheten.

41 Da nu die phariseer bey eynander waren, fraget sie Jhesus 42 vnnd sprach, wie dunckt euch vmb Christo? wes son ist er? Sie sprachen, Dauids. 43 Er sprach zu yhn, wie nennet yhn denn dauid ym geyst eynen herrn? da er sagt. 44 Gott hatt gesagt tzu meynem herrnn, Setze dich tzu meyner rechten, bis das ich lege deyne feynde zum schemel deyner fuesse, 45 so nu dauid yhn eynen herren nennet, wie ist er denn seyn son? 46 vnnd niemant kundt yhm eyn wortt antwortten vnd thurste auch niemant von dem tag an hynfurt yhn fragenn.

Das drey vnd zwentzigst Capitel.

Da redte Jhesus zu dem volck vnnd zu seynen iungern 2 vnnd sprach,(auff Moses.) wenn man anders vnd mehr denn Moses gesetz leret, so sitzt man nicht auff Moses stuel, darumb verwirfft er auch her nach yhre burden vnnd menschen lere. Auff Moses stuel haben sich gesetzt die schrifftgelerten vnd phariseer, 3 alles nu was sie euch sagen, das yhr halten sollet, das haltet, vnd thuets, aber nach yhren wercken, solt yhr nicht thun, sie sagens woll, vnd thuns nit. 4 Denn sie binden schwere vnnd vntregliche burden, vnnd legen sie den menschen auff den hals, aber sie wollen die selben nit mit eynem finger regen, 5 Alle yhre werck aber thun sie, das sie von den leutten gesehen werden, sie machen breytte dencktzedell, vnd grosse sewm an yhren kleydern, [102] 6 sie sitzen gern oben an, vber tisch, vnd ynn den schulen, 7 vnd habens gern, das sie grusset werden auff dem marckt, vnd von den menschen Rabi genant werden.

8 Aber yhr sollt euch nitt Rabbi nennen lassen. Denn eyner ist ewr meyster Christus, yhr aber seyd alle brudere. 9 Vnd sollt niemant vater heyssen auff erden, denn eyner ist ewr vater, der ym hymel ist. 10 Vnd yhr solt euch nitt lassen meyster nennen, denn eyner ist ewr meyster [45] Christus. 11 Der grossist vnter euch, soll ewer diener seyn, 12 denn wer sich selb erhohet der wirtt ernydriget, vnd wer sich selb ernyddert, der wirtt erhohet.

(schliesset) dise schlussel sind die gewalt zuleren das hymel reych, das lereten sie nit, sondern mit menschen leren hinderten sie, die da gern die recht lere gehort hetten.13 Weh euch schrifftgelerten vnd phariseer, yhr heuchler, die yhr das hymelreych zu schlisset fur den menschen, yhr kompt nicht hynneyn, vnd die hyneyn wollen, last yhr nit hyneyn gehen.

14 Weh euch schrifftgelerten vnd phariseer, yhr heuchler, die yhr der wittwen heuser fresset, vnd wendet fur lange gepett, darumb werdet yhr deste mehr verdamnis empfahen.

15 Weh euch schrifft gelerten vnd phariseer, yhr heuchler, die yhr land vnd wasser vmbzihet, das yhr eynen iudgenossen machet, vnd wenn ers worden ist, macht yhr aus yhm eyn kind der hellen, zweyfaltig mehr denn yhr seyd.

16 Weh euch verblendte leytter, die yhr saget, wer do schweret bey dem tempel, das ist nichts, wer aber schweret bey dem gollt am tempel, der ist schuldig. 17 Jhr narren vnnd blinden, was ist grosser? das gollt odder der tempel, der das gollt heyliget? 18 Vnd wer do schweret bey dem alltar, das ist nichts, wer aber schweret bey dem opffer das droben ist, der ist schuldig. 19 Jhr narren vnd blinden, was ist grosser? das opffer odder der alltar der das opffer heyliget? 20 darumb, wer do schweret bey dem alltar, der schweret bey dem selben vnnd bey allem das droben ist, 21 vnnd wer do schweret bey dem tempel, der schweret bey dem selben, vnd bey dem der drynnen wonet, 22 vnd wer do schweret bey dem hymel, der schweret bey dem stuel gottis vnnd bey dem der darauff sitzet.

Luce. 11.23 Weh euch schrifftgelerten vnd phariseer, yhr heuchler, die yhr verzehendet die myntz, anys vnd kymel, vnd lasset dahynden das schwerist ym gesetz, nemlich, das gericht, die barmhertzickeyt, vnd den glawben, ditz sollt man thun, vnnd ihenis nit nachlassen, (seyget) das ist, yhr macht enge gewissen ynn geringen stucken vnd achtet nicht der grossen stuck.24 yhr verblendte leytter, die yhr mucken seyget, vnd kameel verschluckt.

[104] 25 Weh euch schrifftgelerten vnd phariseer, yhr heuchler, die yhr reyniget das auswendige am becher vnnd schussell, ynnewendig aber seyt yhr vol rawbis vnd vnreynes, 26 du blinder phariseer, reynige zum ersten das ynnwendige am becher vnnd schusselln, auff das auch das außwendige reyn werde.

Luce. 11.27 Weh euch schrifftgelerten vnd phariseer, yhr heuchler, die yhr gleych seyt, wie die vbirtunchte greber, wilche auswendig hubsch scheynen, aber ynnewendig sind sie voller todten beyn vnd alles vnflatts. 28 Also auch yhr, von aussen scheynet yhr fur den menschen frum, aber ynnwendig seyt yhr voller heucheley vnd vntugent.

29 Wehe euch schrifftgelerten vnd phariseer, yhr heuchler, die yhr der propheten greber bawet, vnd schmuckt der gerechten greber, 30 vnd sprecht, weren wir zu vnser vetter zeyten gewesen, so wolten wyr nit teylhafftig [46] seyn mitt yhn, ann der propheten blut, 31 so gebt yhr tzwar vbir euch selbs tzeugnis, das yhr kinder seyt, der, die die propheten todtet haben? 32 Wolan, erfullet auch yhr das maß ewer vetter, 33 yhr schlangen, yhr ottern getzichte, wie wolt yhr entrynnen der hellischen verdamnis.

Luce 11.34 Darumb, sihe, ich sende zu euch propheten vnnd weysen vnnd schrifftgelerten, vnd der selbigen werdet yhr ettliche todten, vnd creutzigen, vnd ettlich werdet yhr geysselln ynn ewern schulen, vnd werdet sie verfolgen von eyner stat, zur andern, 35 auff das auff euch kome alle das gerechte blutt,Diser Barachias hatt zween namen. Denn. 2. Para. 24. wirt er Joiada genent, wie denn der brauch ist zweyer namen ynn der schrifft vnd allenthalben.2. Para. 24. das vergossen ist auff erden, von dem blute an Abels des gerechten, bis auffs blutt Zacharias des sons Barachie wilchen yhr todtet habet zwisschen dem tempel vnnd altar 36 Warlich, ich sage euch, das solchs alles wirtt komen auff ditz geschlecht. 37 Jherusalem, Jherusalem, die du todtist die propheten vnd steynigst die zu dyr gesand sind, wie offt habe ich wollen deyne kinder versamlen, wie eyn henne versamlet yhre kuchlin vnter yhre flugel, vnnd yhr habt nicht gewolt? 38 sihe, ewr haus soll euch wust gelassen werden, 39 denn ich sage euch, yhr werdet mich von itzt an nit sehen, bis yhr sprecht, gebenedeyet sey, der do kompt ym namen des herren.(bis yhr sprecht) das geschicht noch teglich wenn sich die iuden bekeren, vnd ist nicht zuuerstehen, das sie yhn heufflich allesampt widdervmb werden auff nemen leyplich.

[106]
Das vier vnnd zwentzigist Capitel.

Marci. 13.
Luce. 21.
Unnd Jhesus gyeng hynweg von dem tempel vnd seyne iunger tratten zu yhm, das sie yhm tzeygeten des tempels gepew, 2 Jhesus aber sprach zu yhn, sehet yhr nicht das alles? warlich ich sage euch. Es wirt hie nit eyn steyn auff dem andern bleyben, der nitt zu brochen werde.

3 Vnd als er auff dem oleberge sas, tratten zu yhm seyne iunger besunders, vnnd sprachen, sage vns, wenn wirtt das alles geschehen? vnd wilchs wirt das tzeychen seyn deyner zukunfft vnd der welt ende? 4 Jhesus aber antworttet vnnd sprach zu yhn, sehet zu, das euch nicht yemant verfure, 5 denn es werden viel komen vnter meynem namen vnd sagen, ich byn Christus, vnd werden viel verfurenn.

6 Yhr werdet horen kriege vnd geschrey von kriegen, sehet zu, vnd erschreckt nit, das mus zum ersten geschehen, aber es ist noch nit das ende da, 7 denn es wirt sich emporen eyn volck vbir das ander, vnd eyn konig reych vbir das ander, vnd werden seyn pestilentz vnd thewr tzeytt vnd erdbeben hyn vnd wider, 8 da wirt sich aller erst die nodt anheben.

9 Als dann werden sie euch vbir antwortten yn trubsall, vnd werden euch todten, vnd yhr musset gehasset werden vmb meynes namens willen von yderman. 10 Denn werden sich viel ergern, vnd werden sich vnternander verrhaten, vnd werden sich vnternander hassen, 11 vnd es werden sich viel falscher propheten erheben, vnd werden viel verfuren, 12 vnd dieweyl die vngerechtickeyt wirt vbirhand nehmen, wirt die liebe ynn vielen erkalten. 13 Wer aber beharret bis ans ende, der wirt selig. 14 Vnd es wirt predigt werden das Euangelium vom reych ynn der gantzen welt, zu eynem zeugnis vbir alle volcker, vnd denn wirt das ende komen.

[47] Daniel. 9.(grewel) Diser grewel fur got mus ein schon euserlich anschen der heylickeyt fur der wellt haben, da mitt die recht heylickeyt verwustet wirt, wie des Bapsts regiment vnnd vor zeytten der iuden vnd heyden abgotterey waren.
(ym wynter) Das ist auff eyns sprichworts weys gered, also viel gesagt, sehet das yhr zu rechter zeyt fliehet, denn ym winter ist nit gutt wandelln, vnd des sabats war es den iuden verpotten.
(sihe hie ist) Da sind die secten vnd orden die eyn gutt leben an euserlichen dingen odder mit wercken suchen, senderlich sind itzt dise kamern, alle geystliche kloster das fellt aber, walifarten vnd stiffte.
(wo eyn aß ist) Das ist eyn sprichwortt, vnnd will sagen so viel, wyr werden vns woll zu samen finden, wo ich byn werdet yhr auch seyn, gleych wie Aß vnd Adler sich woll tzusamen finden, vnd darff keyn ort sonderlich antzeygen.
15 Wenn yhr nu sehen werdet den wusten grewel (dauon gesagt ist durch den propheten Daniel) das er steht an der heyligen steet (wer das lieset, der merck drauff) 16 Als dann fliehe auff die berge wer ym iudischen land ist, 17 vnd wer auff dem dach ist, der steyg nitt er nydder etwas aus seynem hause zu holen, 18 vnd wer auff dem felld ist, der kere nit vmb seyne kleyder zu holenn. 19 Weh aber den schwangern vnnd seugernn zu der zeyt. 20 Bittet aber, das ewre flucht nit geschehe ym wintter odder am sabbath, 21 denn es wirt dann eyn gros trubsal seyn als nit gewesen ist vom anfang [108] der wellt bis her, vnd als auch nicht werden wirt, 22 vnd wo dise tage nit worden verkurtzt, so wurde keyn mensch selig, aber vmb der auserwelten willen, werden die tag verkurtzt.

23 So dann yemant zu euch wirtt sagen, sihe hie ist Christus, odder da, so sollt yhrs nicht glewben, 24 denn es werden falsche Christi, vnd falsche propheten auff stehen, vnd grosse tzeychen vnd wunder thun das verfuret werden, yhn den yrthum (wo es muglich were) auch die auserweleten.Marci. 13.
Luce. 17.
25 Sihe, ich habs euch zuuor gesagt, 26 darumb, wenn sie zu euch sagen werden, Sihe, Er ist ynn der wusten, so geht nitt hynnaus, Sihe, er ist ynn der kamer, so glewbt nicht, 27 denn gleych wie der blix aus gehet vom auffgang vnnd scheynet bis zum nydder gang, also wirt auch seyn, die tzukunfft des menschen sons, 28 wo aber eyn aß ist, da samlen sich die Adeler.

29 Bald aber nach dem trubsall der selbigen tzeyt, werden sonn vnd mond den scheyn vorlieren, vnnd die sternn werden vom hymel fallen, vnd die krefft der hymel werden sich bewegen, 30 vnd denn wirt erscheynen das zeychen des menschen sons ym hymel, vnnd denn werden heulen alle geschlecht auff erden, vnd werden sehen komen des menschen son ynn den wolcken des hymels, mitt grosser krafft vnnd herlickeyt, 31 vnnd er wirt senden seyne Engele mit hellen pasaunen, vnd sie werden samlen seyne außerwelten von den vier winden, von eynem ende des hymels zu dem andern.

Marci. 13.
Luce. 21.
32 An dem feygen bawm lernet eyn gleychnis, wenn seyn tzweyg itzt safftig wirt, vnnd bletter gewynnet, so wisset yhr, das der sommer nahe ist. 33 Also auch, wenn yhr das alles sehet, so wisset, das es nah fur der thur ist, 34 warlich ich sage euch, ditz geschlecht wirt nicht ab gehen, bis das alles geschicht. 35 Hymel vnd erden werden zurgehen, aber meyne wortt werden nitt vergehen. 36 Von dem tage aber vnd von der stunde weys niemant, auch die Engell nicht ym hymel, sondern alleyn meyn vater.

Luce. 17.37 Gleych aber wie es zu der zeyt Noe war, also wirt auch seyn die zukunfft des menschen son, 38 denn gleych wie sie waren ynn den tagen fur der sindflut, sie assen, sie truncken, freyten vnd liesen sich freyen, bis an den tag, da Noe zur archen eyngieng,Gene. 7. 39 vnd sie wustens nicht bis die sindflut kam, vnd nam sie alle dahyn. Also wirt auch seyn die zukunfft des menschen sons, 40 denne werden zween auff dem felde seyn, eyner wirtt angenomen, vnnd der ander wyrt verlassen werden, 41 zwo werden malen auff der mul, eyne wirt angenommen, vnnd die ander wirtt verlassen werdenn. [48] Marci. 13.
Luce. 12.
42 Darumb wachet, denn yhr wisset nit, wilche stund ewer herr komen wirt. 43 Das solt yhr aber wissen, wenn eyn haußuater wyste, wilche stund [110] der dieb komen wollt, so wurde er ia wachen vnd seyn haus nit durch graben lassen. 44 Darumb seyt yhr auch bereyt, denn des menschen son wirt komen zu eyner stund da yhr nitt meynet. 45 Wilcher ist aber nu eyn trewer vnd kluger knecht, den seyn herr gesetzt hatt vber seyn gesind, das er yhn speys gebe zu rechter zeyt? 46 Selig ist der knecht wenn seyn herr kompt vnd findet yhn, das er also thutt, 47 warlich ich sage euch, er wirt yhn vbir all seyne guter setzen. 48 So aber der bose knecht wirt ynn seynem hertzen sagen, meyn herr kompt noch lange nicht, 49 vnd fehet an zu schlagen seyne mit knecht, isset vnd trincket mitt den trunckenen, 50 so wirt der herr des selben knechts komen, an dem tag des er sich nit versihet, vnd zu der stund die er nicht weys, vnd wirt yhn zu scheyttern, 51 vnnd wirt yhm seyn lohn geben mitt den heuchlern, da wirt seyn heulen vnd zeen klappen.

Das funff vnd zwentzigst Capitel.

(yhre lampen) Die lampen on ole sind die guten werck on glawben, die mussen alle verlesschen, das olgefesß aber ist der glawb ynn dem gewissen auff gottis gnade, der thutt gutte werck die bestehen, wie aber hie das ole keyne der andern gibt, also mus eyn iglicher fur sich selb glewben.

Dann wirt das hymel reych gleych seyn zehen iungfrawen die yhre lampen namen vnnd giengen aus dem breuttigam entgegen. 2 Aber funff vnter yhn waren thoricht, vnd funffe waren klug, 3 die thorichten namen yhre lampen, aber sie namen nicht ole mit sich, 4 die klugen aber namen ole ynn yhren gefessen sampt yhren lampen. 5 Da nu der breutigam vertzog, worden sie alle schlefferig vnd entschlieffen, 6 zu mitternacht aber wart eyn geschrey, sihe, der breuttigam kompt, gehet aus yhm entgegen. 7 Da stunden dise iungfrawen alle auff vnd schmuckten yhre lampen, 8 die thorichten aber sprachen zu den klugen, gebt vns von ewerem ole, denn vnsere lampen verlesschen, 9 da antworteten die klugen vnd sprachen, nit also, auff das nit vns vnd euch geprech, gehet aber hyn, zu den kremern vnd keufft fur euch selbs. 10 Vnd da sie hyn giengen zu keuffen, kam der breuttgam, vnd wilche bereytt waren, giengen mit yhm hyneyn zur hochtzeyt, vnd die thur wart verschlossen, 11 Zu letzt kamen auch die andernn iungfrawen vnd sprachen, Herr, Herr, thu vns auff. 12 Er antwortet aber vnnd sprach, warlich, ich sage euch, ich kenne ewr nicht 13 darumb wachet, denn yhr wisset widder den tag noch die stunde ynn wilcher des menschen son komen wirtt.

Luce. 19.14 Gleych wie eyn mensch der vbirland zog, ruffte seynen knechten vnd thet yhn seyne gutter eyn, 15 vnnd eynem gab er funff centner(Centner) Dis centner sind das befolhen gottis wortt, wer das wol treybt, der hat seyn viel vnd leret viel andere, wer es lest ligen, der hat seyn wenig, denn an yhm selb ists einnerley wortt, aber es schafft durch etlich mehr denn durch andere, drumb ists, itzt funff Centner, itzt zween centner genennet., dem andern zween, dem dritten eyn, eynem ydern noch seynem vermugen vnd zoch hynweg. 16 Da [112] gieng der hyn, der funff centner entpfangen hatte, vnd handelte mit den selben, vnd gewan andere funff centner, 17 Des gleychen auch der zween centner empfangen hatte, gewan auch zween andere, 18 Der aber eyn empfangen hatte, gieng hynn, vnd machte eyne grub ynn die erden, vnnd verparg seynes herren gelt. 19 Vbir eyn lange zeyt kam der herr diser knechte vnd hielt rechenschafft mit yhn, 20 vnd da tratt ertzu, der da funff centner empfangen hatte, vnd legt dar andere [49] funff centner vnd sprach? Herr, du hast myr funff centner eyn than sihe da, ich habe da mitt andere funff centner gewonnen, 21 da sprach zu yhm seyn herr, Ey du frumer vnd trewer knecht, du bist vber wenigem trew gewesen, ich will dich vber viel setzen, gang eyn zu deynes herren freud. 22 Do trat auch ertzu, der do zween centner empfangen hatte, vnd sprach, Herr du hast myr zween centner eynthan, sihe da, ich hab mit den selben, zween andere gewonnen, 23 seyn herr sprach zu yhm, Ey du frumer vnd trewer knecht, du bist vber wenigem trew gewesen, ich will dich vber viel setzen, gang eyn zu deynes herrn freude.

24 Da tratt auch ertzu, der eyn centner entpfangen hatte, vnd sprach, Herr, ich wuste, das du eyn harter man bist, du schneyttist wo du nicht geseet hast, vnd samlest, da du nit gestrawet hast, 25 vnd furchte mich, gieng hyn, vnd verparg deyn centner ynn die erden, sihe, da hastu das deyne. 26 Seyn herr aber antworttet vnd sprach zu yhm, du schalck vnd fauler knecht, wustestu das ich schneytte, da ich nicht geseet habe, vnd samle, da ich nicht gestrewet habe, 27 so solltistu meyn gellt zu den wechslern than haben, vnd wenn ich komen were, hette ich das meyne zu myr genommen mit wucher, 28 drumb, nemet von yhm den centner, vnd gebts dem der zehen centner hat. Matth. 13.
Marci. 4.
Luce. 8.
29 Denn wer do hat, dem wirt gegeben werden, vnnd wirtt die fulle haben, wer aber nitt hat, von dem wirt auch das er hat genommen[12] werden, 30 vnd den vnnutzen knecht werfft ynn die eussersten finsternis, da wirt seyn heulen vnnd zeen klappen.

31 Wenn aber des menschen son komen wirt ynn seyner herlickeyt, vnd alle heylige engel mitt yhm, denn wirtt er sitzen auff dem stuel seyner herlickeyt, 32 vnnd werden fur yhm versamlet werden alle volcker, vnd er wirt sie von eynander scheyden, gleych als eyn hirt die schaff von den bocken scheydet, 33 vnd wirt die schaff zu seyner rechten stellen, vnd die bock zur lincken, [114] 34 da wirt denn der konig sagen zu den zu seyner rechten, kompt her yhr gebenedeyeten meynis vatters, ererbett[13] das reich das euch bereytt ist von anbegynn der wellt, 35 denn ich byn hungerig gewesen, vnd yhr habt mich gespeyset, ich byn durstig gewesen, vnd yhr habt mich getrenckt, ich byn eyn gast gewesen, vnnd yhr habt mich beherberget, 36 ich byn nacket gewesen, vnnd yhr habt mich bekleydett, ich byn kranck gewesen, vnd yhr habt mich besuchet, ich byn gefangen gewesen, vnd yhr seyd zu myr komen.

37 Dann werden yhm die gerechten antwortten vnd sagen, Herr, wenn haben wir dich hungerig gesehen vnnd haben dich gespeysset? odder durstig, vnd haben dich getrenckt? 38 wenn haben wyr dich eynen gast gesehen, vnd beherberget? odder nacket, vnd haben dich bekleydet? 39 wenn haben wyr dich kranck adder gefangen gesehen, vnd sind zu dyr komen? 40 vnnd der konig wirt antwortten vnd sagen zu yhn, warlich ich sage euch, was yhr than habet eynem vnter disen meynen geringsten brudern, das habt yhr myr than.

41 Dann wirt er sagen zu den zur lincken, geht hynn von myr yhr vermaledeyten, ynn das ewige fewr, das bereytt ist dem tewffel vnd seynen engelen, 42 ich byn hungerig gewesen, vnd yhr habt mich nicht gespeyset, ich byn durstig gewesen, vnd yhr habt mich nicht getrenckt, [50] 43 ich byn eyn gast gewesen, vnd yhr habt mich nit beherberget, ich bynn nacket gewesen vnd yhr habt mich nit bekleydet, ich byn kranck vnd gefangen gewesen, vnnd yhr habt mich nit besucht.

44 Da werden sie auch yhm antwortten vnd sagen. Herre, wenn haben wyr dich gesehen, hungerig, odder durstig, odder eynen gast, odder nackt, odder kranck, odder gefangen, vnd haben dyr nicht gedienet? 45 dann wirt er yhn antworten vnnd sagen, warlich ich sage euch, was yhr nitt than habt eynem vnter disen geringsten, das habt yhr auch myr nit than, 46 vnnd sie werden ynn die ewigen peyn gehen, aber die gerechten ynn das ewige leben.

Das Sechs vnd zwentzigst Capitel.

Marci. 14.
Luce. 22.
Joh. 12.
Und es begab sich, da Jhesus alle dise rede vollendet hatte, sprach er zu seynen iungern, 2 yhr wisset, das nach zween tagen, ostern wirt, vnnd des menschen son wirtt vbirantwort werden, das er gecreutziget werde. 3 Da versamleten sich die hohen priester vnd schrifftgelerten, vnd die Eltisten vom volck, ynn den pallatz des hohen priesters, der do hies Caiphas, 4 vnd [116] hielten radt wie sie Jhesum mit list griffen vnd todten, 5 sie sprachen aber, ia nicht auff das fest, auff das nit eyn auffrur werde ym volck.

6 Da nu Jhesus war zu Bethanien ym haus Simonis des außsetzigen, 7 tratt zu yhm eyn weyb, das hatte eyn glas mitt kostlichem wasser, vnd gos es aus auff seyn hewbt, da er zu tisch sas, 8 da das seyne iunger sahen, wurdenn sie entrustet vnd sprachen, wo zu dienet diser vnradt? 9 dißes wasser hette mocht thewr verkaufft, vnnd den armen geben werden, (gutt werck) Da sihet man das der glawb alleyn das werck gutt macht, denn alle vernunfft, hette dis werck verdampt, wie auch die Apostel selb thetten, denn die werck sind die besten, die man nicht weys wie gutt sie sind.
(begraben) Das ist vnd wirtt erfullet, da man das euangelium hatt prediget ynn aller wellt, wilchs den allten Adam mitt Christo begrebt.
10 da das Jhesus merckte, sprach er zu yhn, was bekummert yhr das weyb? Sie hatt eyn gutt werck an myr than, 11 yhr habt alletzeyt armen bey euch, mich aber habt yhr nicht alletzeyt, 12 das sie dis wasser hatt auff meynen leyb gossen, hatt sie darumb than, das man mich begraben soll, 13 warlich ich sage euch, wo ditz euangelium prediget wirt ynn der gantzen welt, da wirt man auch sagen, zu yhrem gedechtnis, was sie than hatt.

14 Da gieng hynn der zwelffen eyner, mitt namen Judas Jscharioth, zu den hohen priestern, 15 vnnd sprach, was wolt yhr myr geben, ich will yhn euch verrhaten? vnnd sie boten yhm dreyssig silberlinge, 16 vnd von dem an, such er gelegenheyt das er yhn verrhiete.

17 Aber am ersten tage der sussen brott, tratten die iunger zu Jhesu, vnd sprachen zu yhm, wo wiltu, das wyr dyr bereytten das osterlamp zu essen? 18 Er sprach zu yhn, gehet hynn ynn die statt, zu eynem, vnnd sprecht zu yhm, der meyster lest dyr sagen, meyn zeyt ist erbey komen, ich will bey dyr die ostern hallten mit meynen iungern, 19 vnd die iunger thatten, wie yhn Jhesus befolhen hatte, vnnd bereytten das osterlamp.

[51] 20 Vnd am abent, satzt er sich zu tisch mit den zwelffen, 21 vnd da sie assen sprach er warlich, ich sage euch, eyner vnter euch wirt mich verrhaten 22 vnnd sie wurden seer betrubt, vnnd huben an, eyn iglicher vnter yhn, vnnd sagten zu yhm, Herre bynn ichs? 23 Er antwortt vnnd sprach, der mit der handt mit myr ynn die schussell tauchet hatt, der wirt mich verrhaten, 24 Des menschen son geht da hyn, wie von yhm geschriben ist, doch weh dem menschen, durch wilchen, des menschen son verrhaten wirtt, es were yhm besser, das der selbige mensch noch nie geporn were, 25 da antwort Judas, der yhn verrhiet vnd sprach, Bynn ichs meyster? Er sprach zu yhm, du hasts gesagt.

Marci. 14.
Luce 22.
1. Corin. 11.
[118] 26 Da sie aber assen, nam Jhesus das brott, vnd danckt vnd brachs vnd gabs den iungern vnnd sprach, Nemet, esset, das ist meyn leyb, 27 vnd er nam den kilch, vnd danckt vnd gab yhn vnd sprach, Trincket alle draus, 28 das ist meyn blutt des newen testaments, wilchs vergossen wirt fur viele, zur vergebung der sunden, (nicht trincken) Das ist, wyr werden, hynfurt keyn leyplichen wandell mit eynander haben, vnnd das soll das valete seyn.29 Jch sage euch, ich werde von nu an nit trincken von dem gewechs des weynstocks, bis an den tag, da ichs newe trincken werde mit euch ynn meynes vatters reych, 30 Vnd da sie den lob gesang gesprochen hatten, giengen sie hynaus an den oleberg.

Zachari. 13.31 Da sprach Jhesus zu yhn, ynn diser nacht, werdet yhr euch alle ergernn an myr, denn es ist geschrieben, ich werde den hyrten schlagen, vnd die schaff der herdt werden sich zustrawen, 32 wenn ich aber aufferstehe, will ich euch zuuor gehen ynn Galilean, 33 Petrus aber antworte vnd sprach zu yhm, wenn sie auch alle sich an dyr ergerten, so wil ich doch mich nymmer mehr ergern, 34 Jhesus sprach zu yhm, warlich ich sage dyr,ynn dyser nacht, ehe der hane krehet, wirstu meyn drey mal verleugnen, 35 Petrus sprach zu yhm, vnd wenn ich mit dyr sterben muste, so will ich dich nicht verleugnen, des gleychen sagten alle iunger.

36 Da kam Jhesus mit yhn ynn eyn feld das hies Gethsemane, vnd sprach zu seynen iungern, setzt euch hie, bis das ich dort hyn gehe vnd bete, 37 vnd nam zu sich, Petrum vnd die zween sone Zebedei, vnd fieng an betrubet seyn vnd zagen, 38 da sprach Jhesus zu yhn, meyn seel ist betrubt bis an den todt, bleybt hie, vnnd wachet mit myr, 39 vnnd gieng hynn eyn wenig, fiel nyder auff seyn angesicht vnd bettet, vnnd sprach, meyn vatter, ists muglich, so gehe diser kilch von myr, doch nicht wie ich will, sondern wie du wilt, 40 vnd er kam zu seynen iungern, vnd fand sie schlaffend, vnd sprach zu Petro, kundt yhr denn nit eyne stund mit myr wachen? 41 wachet vnd betet, auff das yhr nicht ynn anfechtung fallet, der geyst ist willig, aber das fleysch ist schwach.

42 Zum andern mal gieng er aber hyn, bettet vnd sprach, meyn vatter ists nit muglich, das diser kylch von myr gehe, ich trincke yhn denn, so geschehe [120] deyn wille. 43 Vnd er kam, vnd fand sie aber mal schlaffen, vnd yhr augen waren voll schlaffs, 44 vnd er lies sie, vnd gieng aber mal hynn, vnd bettet zum dritten mal, vnd redt die selbigen wort. 45 Da kam er zu seynen iungern, vnd sprach, ia schlafft nu vnd ruget, sihe, die stund ist [52] er bey komen, das des menschen son ynn der sunder hende vbirantwort wirt, 46 stehet auff, last vnns gehen, sihe, er ist nah erbey, der mich vorrhedt.

47 Vnd als er noch redte, sihe, da kam Judas der zwelffen eyner, vnd mit yhm eyn grosse schar mitt schwerdten vnd mit stangen, gesand von den hohen priestern vnd eltisten des volcks, 48 vnd der verrheter hatte yhnen eyn zeychen geben vnd gesagt, welchen ich kussen werde, der ists, den greyffet. 49 Vnd als bald tratt er zu Jhesu, vnnd sprach, gott grus dich, Meyster, vnnd kusset yhn. 50 Jhesus aber sprach zu yhm, meyn freund, warumb bistu komen? Da tratten sie zu vnd legten die hend an Jhesum, vnd gryffen yhn.

51 Vnd sihe, eyner aus denen die mit Jhesu waren, reckt seyne hand aus, vnd zoch aus seyn schwerd, vnd schlug des hohen priesters knecht, vnd hyeb yhm eyn ohr ab,(nympt) Das schwerdt nemen, die es on ordenlich gewallt brauchen.
(vmb komen) das ist, er ist ynn des schwerttis vrteyl gefallen, ob woll zu weylen des schwerds geweldigen vmb seyner pus odder ander vrsach solchs vrteyl nicht volfuren also bestetiget Christus das schwerdt.
(Legio) Legio ist eyn zall bey sechs tausend on gefehr.
52 da sprach Jhesus zu yhm, thu deyn schwerdt an seynen ortt, denn wer das schwerdt nympt, der soll durchs schwerdt vmb komen, 53 odder meynstu, das ich nit kunde meynen vatter bitten, das er myr zu schickte mehr denn zwelff legion Engell? 54 wie wurden aber die schrifft erfullet? Es mus also gehen.

Marci. 14.
Luce. 22.
Joh. 18.
55 Zu der stund, sprach Jhesus zu der scharen, yhr seytt aus gangen als zu eynem morder, mit schwerdten vnd mitt stangen, mich zu fahen, bynn ich doch teglich gesessen vnd hab geleret ym tempel, vnnd yhr habt mich nit griffen, 56 Aber das ist alles geschehen, auff das erfullet wurden die schrifft der propheten. Da verliessen yhn alle iunger vnd flohen. 57 Die aber Jhesum griffen hatten, fureten yhn zu dem hohen priester Caiphas, dahyn die schrifftgelerten vnd Eltisten sich versamlet hatten, 58 Petrus aber folgete yhm nach von fernis, bis ynn das pallatz des hohen priesters, vnd gieng hyneyn, vnd satzt sich bey die knechte, auff das er sehe, wo es hynnaus wollt.

[122] 59 Die hohen priester aber vnd eltisten vnd der gantze Radt, suchten falsch zeugnis widder Jhesum, auff das sie yhm zum tod hulffen, 60 vnd funden keyns, vnd wie wol viel falcher zeugen ertzu tratten, funden sie doch keyns, zu letzt tratten ertzu zween falsche zeugen, 61Joh. 2. vnd sprachen, Er hat gesagt, ich kan den tempel gotis abbrechen, vnd ynn dreyen tagen den selben bawen.

62 Vnd der hohe priester stund auff, vnd sprach zu yhm, Antworttistu nichts? was ists, das dise widder dich zeugen? 63 Aber Jhesus schweyg still. Vnd der hohe priester antwort vnd sprach, ich beschwere dich bey dem lebendigen gott, das du vns sagist, ob du seyst Christus, der son gottis, 64 Jhesus sprach, du hasts gesagt, doch sage ich euch, von nu an, wirtts geschehen, das yhr sehet des menschen son sitzen zur rechten der krafft, vnnd kommen ynn den wolcken des hymels.

65 Da zurreyß der hohe priester seyne kleyder, vnd sprach. Er hatt got gelestert, was durffen wyr weytter zeugnis? sihe, itzt habt yhr seyne gotslesterung gehoret, 66 was dunckt euch? Sie antwortteten vnnd sprachen, er ist des tods schuldig. 67 Da speyeten sie aus ynn seyn angesicht, vnd schlugen yhn mit feusten, Ettlich aber schlugen yhn yns angesicht 68 vnd sprachen, weyssage vns Christe, wer ist der dich schlug?

[53] Marci. 14.
Luce. 22.
Joh. 18.
69 Petrus aber saß draussen ym pallatz vnd es tratt zu yhm eyne magd vnd sprach, vnd du warist auch mitt dem Jhesu von Gallilea. 70 Er leugnet aber fur yhn allen vnd sprach, ich weys nit was du sagist. 71 Als er aber zur thur hynaus gieng, sahe yhn eyn andere, vnd sprach zu denen die da waren, diser war auch mit dem Jhesu von Nazareth, 72 vnnd er leugnet aber mal, vnd schwur da zu, ich kenne des menschen nicht, 73 vnd vber eyn kleyne weyl, tratten hyn zu, die da stunden, vnd sprachen zu Petro, warlich, du bist auch eyner von denen, denn deyn sprach verrhedt dich,Marci. 14.
Luce. 22.
74 da hub er an sich zu verfluchen vnd schweren, ich kenne des menschen nicht, vnd als bald krehet der hane, 75 da dacht Petrus an die wort Jhesu, da er zu yhm sagte, ehe der hane krehen wirt, wirstu mich drey mal verlaugnen, vnd gieng eraus, vnd weynet bitterlich

[124]
Das sieben vnd zwentzigst Capitel.

Des morgens aber, hielten alle hohe priester vnnd die Eltsten des volcks eynen radt vbir Jhesum, das sie yhm zum todt hulffen, 2 vnd bunden yhn, fureten yhn hyn, vnd vbirantwortten yhn dem landpfleger Pontio Pilato.

3 Da das sahe Judas der yhn verrhatten hatte, das er verdampt war zum todt, gerewet es yhn vnd bracht erwidder die dreyssig sylberlinge den hohen priestern vnd den Eltisten 4 vnd sprach, ich habe vbel than, das ich vnschuldig blutt verrhaten habe, 5 sie sprachen, was geht vns das an? da sihe du zu, vnnd er warff die sylberling ynn den tempel, hub sich daruon, gieng hyn, vnd erwurget sich selb.

6 Aber die hohen priester namen die silberling, vnnd sprachen. Es taug nicht, das wyr sie ynn den gottis kasten legen, denn es ist blutt gelt 7 sie hielten aber eynen radt, vnnd kaufften eyn topffers acker drumb, zum begrebnis der pilgern, 8 daher ist der selbige acker genennet, der bluttacker, bis auff den heuttigen tag. 9 Da ist erfullet, das gesagt ist, durch den propheten JeremiasZacha. 11. do er spricht, sie haben genommen dreyssig sillberlinge, damit betzallt wart der verkauffte, wilchen sie kaufften von den kindernn von Jsrael, 10 vnd haben sie gebenn vmb eyn topffers acker, als myr der herr befolhen hat.

Marci. 15.
Luce. 23.
Joh. 18.
11 Jhesus aber stund fur dem landpfleger, vnd der landpfleger fragt yhn, vnd sprach, bistu eyn konig der iuden? Jhesus aber sprach, du sagists, 12 Vnd da er verklagt wart von den hohen priestern vnd Eltisten, antworttet er nichts, 13 da sprach Pilatus zu yhm, Horestu nicht wie hartt sie dich verklagen? 14 vnd er anttwortet yhm nicht auff eyn wort, also, das sich auch der landpfleger seer verwunderte.

15 Auff das fest aber, hatte der landpfleger gewonet, dem volck eynen gefangnen los zu geben, wilchen sie wolten, 16 er hatte aber zu der zeyt eynen gefangnen der hies Barrabas der war fast ruchtig, 17 vnd da sie versamlet waren, sprach Pilatus zu yhnen, wilchen wolt yhr das ich euch los gebe? Barrabam odder Jhesum den man nennet Christum, 18 denn er wisset woll, das sie yhn aus neyd vbirantwortt hatten. [54] [126] 19 Vnnd da er auff dem gericht stuel saß, schickte zu yhm seyn weyb, vnnd lies yhm sagen, hab du nichts zu schaffen mit disem gerechten, ich habe heute viel erlitten ym trawm, von seynet wegen.

20 Aber die hohen priester vnd die eltisten, vbirredtenn das volck, das sie vmb Barrabas bitten sollten, vnd Jhesum vmb brechten. 21 Da antwortet nu der landpfleger vnnd sprach tzu yhn, wilchen wollt yhr vnter disen zweyen, den ich euch soll los geben? sie sprachen, Barrabas, 22 Pilatus sprach zu yhn, was soll ich denn machen mit Jhesu, den man nennet, Christus? sie sprachen alle, las yhn creutzigen, 23 der land pfleger sagt, was hatt er denn vbels than? sie schryen aber noch mehr, las yhn creutzigen.

24 Da aber Pilatus sahe, das er nichts schaffet, sondern das viel eyn grosser getumel ward, nam er wasser, vnd wusch die hend fur dem volck, vnd sprach, ich byn vnschuldig an dem blutt dises gerechten, sehet yhr zu, 25 da antworttet das gantz volck vnd sprach, seyn blutt kome vbir vns vnd vnsere kinder, 26 da gab er yhn Barrabam los, aber Jhesus lies er geysselln, vnd vbirantwortt yhn, das er creutziget wurde.

Marci. 15.
Luce. 13.
Joh. 19.
27 Da namen die kriegs knecht des landpflegers Jhesum zu sich ynn das richthaus, vnd samleten vbir yhn die gantze rotte,28 vnnd tzogen yhn aus, vnd legten yhm eynen purpern mantel an, 29 vnd flochten eyne dornen kron, vnd satzten sie auff seyn hewbt, vnd eyn rohr ynn seyne rechte handt, vnd biegeten die knye fur yhm, vnd spotten yhn, vnd sprachen, gott grus dich, du lieber konig der iuden, 30 vnd speyeten yhn an, vnd namen das rohr, vnd schlugen damit seyn hewbt.

31 Vnnd da sie yhn verspottet hatten, zogen sie yhm den mantel aus,vnd zogen yhm seyne kleyder an, vnnd fureten yhn hynn, das sie yhn creutzigten, 32 vnd ynn dem sie hynaus giengen, funden sie eynen menschen von Cirene, mit namen, Simon, den tzwungen sie, das er yhm seyn creutz trug, 33 vnnd da sie kamen an die stett mitt namen golgata, das ist vorteutscht, scheddel stett, 34 gaben sie yhm essig zu trincken mit gallen vermischet, vnnd da ers schmeckt, wollt er nicht trincken.

35 Da sie yhn aber creutzigt[14] hatten, teyleten sie seyne kleyder, vnd worffen das los drumb, auff das erfullett wurde, das gesagt ist durch den propheten,Psal. 12. Sie haben meyne kleyder vnter sich geteylet, vnd vbir meyn gewand haben sie [128] das los geworffen. 36 Vnnd sie sassen alda, vnd huteten seyn, 37 vnnd sie hefften oben zu seynen hewbten, die vrsach seynes tods, beschrieben, nemlich, ditz ist der konig der iuden, 38 vnnd da worden tzween morder mitt yhm creutziget, eyner zur rechten, vnd eyner zur lincken.

39 Die aber fur vber giengen, lesterten yhn, vnd schuttelten die kopffe 40 vnd sprachen, der du den tempel gottis zu brichst, vnd bawist yhn in dreyen tagen, hilff dyr selber, Bistu gottis son, so steyg er ab vom creutz, 41 des gleychen auch die hohen priester, spotteten seyn sampt den schriftgelerten [55] vnd Eltisten vnnd sprachen, 42 Andern hatt er geholffenn, vnd kan yhm selber nicht helffen, ist er der konig von Jsrael, ßo steyg er nu vom creutz,Psal. 21. so wollen wyr yhm glawbenn. 43 Er hatt gott vertrawet, der erlose yhn nu, lusts yhn, denn er hat gesagt, ich byn gottis son, 44 Dasselbe ruckten yhm auch auff die morder, die mitt yhm creutzigt waren.

45 Vnd von der sechsten stund an, wart eyn finsternis vbir das gantz land, bis zu der neunden stund, 46 vnd vmb die neunde stund schrey Jesus lautt, vnnd sprach, Eli Eli, lamma asabthani?Psal. 21. das ist, meyn gott, meyn got, warumb hastu mich verlassen? 47 Ettlich aber, di do stunden, da sie das horeten, sprachen sie, der rufft dem Elias, 48 vnnd bald lieff eyner vnter yhn, nam eynen schwam, vnd fullet yhn mitt essig, vnd steckt yhn auff eyn rhor, vnnd trenckt yhn, 49 die andern aber sprachen, hallt, las sehen, ob Elias kome, vnd helffe yhm. 50 Aber Jesus schrey abermal lautt, vnd gab seynen geyst auff.

51 Vnd sihe da, der vorhang ym tempel zu reys ynn zwey stuck, von oben an bis vnden aus, 52 vnd die erde erbebete,vnd die felsen zu ryssen, vnd die greber thetten sich auff, vnd stunden auff viel leybe der heyligen, die da schlieffen, 53 vnd giengen aus den grebern nach seyner aufferstehung, vnd kamen ynn die heyligen stadt, vnd erschynen vielen.

54 Aber der heubtman, vnnd die bey yhm waren vnd bewareten Jhesum, da sie sahen das erdbeben, vnd was da geschach, erschracken sie seer, vnd sprachen, warlich, diser ist gottis son gewesen. 55 Vnd es waren da viel weyber, die von fernß zu sahen, die da Jhesu waren nachgefolget von Gallilea, vnd hatten yhm gedienet, 56 vnter wilchen war Maria magdalena, vnd Maria die mutter Jacobi vnd Joses, vnnd die mutter der kinder Zebedei.

Marci. 15.
Luce. 23.
Johan. 19.
[130] 57 Am abent aber kam eyn reycher man von arimathia, der hies Joseph, wilcher auch eyn iunger Jhesu war, 58 der tratt zu Pilato, vnnd batt yhn vmb den leyb Jhesu, da hies Pilatus, man solt yhm yhn geben, 59 vnd Joseph nam den leyb, vnd wickelt yhn ynn eyn reyn linwad, 60 vnd legt yhn ynn seyn eygen new grab, wilchs er hatte lassen hawen ynn eynen felß, vnnd weltzet eynen grossen steyn fur die thur des grabs, vnd gieng dauon. 61 Es war aber alda Maria magdalena vnd die ander Maria vnd satzten sich gegen das grab.

62 Des andern tags, der do folget nach dem rust tage, kamen die hohen priester vnd phariseer semptlich zu Pilato, 63 vnnd sprachen, Her wyr haben gedacht, das diser verfurer sprach, da er noch lebet, ich will nach dreyen tagen aufferstehen, 64 darumb befilhe, das man das grab verware bis an den dritten tag, auff das nicht seyne iunger komen, vnd stelen yhn, vnnd sagen zum volck. Er ist aufferstanden von den todten, vnd werde der letzt betrug erger denn der erste. 65 Pilatus sprach zu yhn, da habt yhr die huter, gehet hyn, vnd verwaret, wie yhr wisset, 66 sie giengen hyn, vnd verwareten das grab mit huttern vnnd versigleten den steyn.

[56]
Das acht vnd zwentzigst Capitel.

Marci. 16.
Luce. 24.
Johan.
20.
(Am abent) Die schrifft fehet den tag an am vergangenen abent, vnd desselben abents ende ist der mogen hernach Also spricht hie S. Math. Christus sey am morgen aufferstanden, der des abents ende vnd anbruch des ersten feyrtags war, denn sie tzeleten, die sechs tage nach dem hohen osterfest alle heylig, vnd fiengen den ersten an am nehisten nach dem hohen oster fest.Am abent aber der feyertagen, wilcher anbricht am morgen des ersten tags der sabbaten, kam Maria Magdalena vnd die ander Maria das grab zu besehen.

2 Vnnd, siehe, es geschach eyn grosse erdbebung, denn der Engell gots steyg vom hymel erab, tratt hynzu vnd waltzet den steyn von der thur, vnd satzt sich drauff, 3 vnd seyne gestallt war wie der blitz, vnnd seyn kleyd weyß, als der schne, 4 die huter aber erschracken fur furcht, vnd worden als weren sie todt.

5 Aber der engel sprach, zu den weyben, furcht euch nicht, ich weys das yhr Jhesum den gecreutzigten sucht, 6 Er ist nicht hie, Er ist aufferstanden, wie er gesagt hat, kompt her, vnnd sehet die stett, da der herr hyn gelegt war, 7 vnnd geht schnell hyn, vnnd saget es seynen iungern, das er aufferstanden [132] sey von den todten, vnd sihe, er wirt euch zuuor komen ynn Galilea, da werdet yhr yn sehen, sihe, ich habs euch gesagt.

8 Vnd sie giengen schnell zum grab hynauß mitt forcht vnd grosser freude, vnd lieffen, das sie es seynen iungern verkundigeten, vnnd da sie giengen seynen iungern zu verkundigen, 9 sihe, da begegent yhn Jhesus, vnd sprach, got grusse euch, vnd sie tratten zu yhm vnd griffen an seyne fusse, vnd fielen fur yhn nyder, 10 da sprach Jhesus zu yhn, furcht euch nicht, gehet hyn, vnd verkundiget es meynen brudernn, das sie gehn ynn Gallilea, daselbs werden sie mich sehen.

11 Da sie aber hyn giengen, sihe da, kamen ettlich von den hutern ynn die stadt, vnd verkundigeten den hohen priestern, alles was geschehen war, 12 vnd sie kamen zu samen mitt den Eltisten, vnd hielten eynen radt, vnd gaben den kriegs knechten gellts gnug, 13 vnd sprachen, saget, Seyne iungern kamen des nachts, vnd stolen yhn, die weyl wyr schlieffen, 14 vnd wo es wurd aus komen bey dem land pfleger, wollen wyr yhn stillen, vnnd schaffen das yhr sicher seytt, 15 vnnd sie namen das gellt, vnd thetten, wie sie gelert waren, vnd solch rede ist ruchtbar worden, bey den iuden, bis auff den heuttigen tag.

16 Aber die eylff iungern giengen ynn Galilea, auff eynen berg, da hyn Jhesus yhn bescheyden hatte, 17 vnd da sie yhn sahen, fielen sie fur yhn nyder, Ettlich aber zweyffelten, 18 vnnd Jhesus tratt zu yhn, redt mit yhn vnd sprach, Myr ist geben aller gewallt ynn hymel vnnd erden, 19 darumb gehet hyn, vnd leret alle volcker, vnnd teufft sie ynn den namen des vatters vnd des sons vnnd des heyligen geysts, 20 vnnd leret sie halten, alles was ich euch befolhen habe, vnd sihe, ich bynn bey euch alle tage, bis ans ende der wellt.

Das ist das ende des Euangeli Sanct. Matthes.

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