Das Unglück im Hauensteintunnel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das Unglück im Hauensteintunnel
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 28-29, S. 388-392, 400-406
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1857
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[388]
Das Unglück im Hauensteintunnel.

„Mitten in die sonnigen Tage des herrlichen Mai trat ein düsteres, furchtbares Ereigniß. – Als vor fast zwei Jahren die Erde unter unsern Füßen zu wanken schien und die Gebirgsinsel des Wallis von den heftigsten Stößen erschüttert wurde, die Schweiz mit einem furchtbaren Unglücke bedrohend, wurde dasselbe mit verhältnißmäßig sehr geringen Opfern von uns abgewendet.

Abermals ist der Schooß der Erde der Heerd des Unglückes. Diesmal ist aber der Mensch selbst in das Innere der Gebirgskette eingedrungen, dem regsten Verkehrsleben eine Gasse zu bahnen. Es ist die Durchbrechung des Jura, eines jener Riesenwerke, durch welche sich unsere Generation auszeichnet und welche manches sogenannte Wunderwerk des Alterthums weit hinter sich zurücklassen. Allein der Triumph des Geistes, sein Sieg über materielle Hindernisse hat schon manches Lebensopfer gefordert, ein so grauenhaftes aber, so viele Menschenleben mit einem Male forderndes Unglück hat sich unseres Wissens noch bei keinem Eisenbahnbau ereignet. Zweiundfünfzig Mann haben sich unwissend ihr eigenes Grab gegraben, indem sie um knappen Lohn ihr und der Ihrigen Leben zu fristen suchten, und elf Andere sind den Heldentod beim Rettungsversuche ihrer Cameraden gestorben.

Jeder Tag zeigt den Tod in seinen verschiedenen Formen und gleichgültig sieht die Welt den Schnitter mit der Sense. Diesmal aber hat die Größe des Unglücks und des dabei bewiesenen Heroismus tiefe Erschütterung der Gemüther bewirkt.“ –

Es sei uns erlaubt, mit diesen Worten, die ein schweizerischer Publicist seinen Betrachtungen über „das industrielle Schlachtfeld“ voranschickt, unsere Erzählung des Herganges und Verlaufes des traurigen Ereignisses einzuleiten.


Von Basel, der reichen Handelsstadt am Rheine, führen vier Hauptstraßen über die Höhen des Jura in die Ebene des großen Aarthales und in’s Innere der Schweiz. Die eine zieht sich in südwestlicher Richtung durch das bernische Münsterthal an die Ufer des Bielersees, wo sie in die große, dem südlichen Abhange des Juragebirges folgende Heerstraße, die vom Bodensee an den Genfersee führt, einmündet. In südöstlicher Richtung führt die zweite der genannten Handelsstraßen über den Bözberg nach Zürich und der östlichen Schweiz. Den Verkehr mit der eigentlichen Centralschweiz vermitteln die beiden übrigen Straßen. Ein paar Stunden in südlicher Richtung vereint, zweigt sich dann die eine etwas nach Westen wendend ab, überschreitet den obern Hauenstein, und bringt den Reisenden über Solothurn in’s Emmenthal, die Heimath der weitberühmten Schweizerkäse, oder nach Bern und Interlaken, in die Mitte der majestätischen Gebirgswelt der Berner Alpen. In südlicher Richtung verharrend, zielt die zweite der beiden letztgenannten nach dem Herzen der Schweiz, nach Luzern, an den herrlichen See der vier Waldstätte, von wo die Kunststraße über den St. Gotthard nach Italien führt. – In der Landschaft Basel zieht sich die Straße von Basel her die nördliche Abdachung des Juragebirges hinan und führt über den untern Hauenstein, am östlichen Ausläufer einer Kette des Juragebirges, im Solothurnischen Städtchen Olten über die Aare, und in den Canton Luzern. Die Länge dieses uralten, seit 25 Jahren erst in eine sehenswerthe Kunststraße verwandelten Bergpasses über den untern Hauenstein beträgt vom Dorfe Läufelfingen am nördlichen Fuße des Berges bis nach Trimbach, der ersten solothurnischen Dorfschaft, am südlichen Fuße über 9000 Meter; die Höhe des Gebirgskamms ist 2139 Fuß über dem Meer. –

Die Gartenlaube (1857) b 388.jpg

Der Hauensteintunnel. (Querdurchschnitt.)[WS 1]

Dreißig Jahre nach dem Neubaue dieser Straße vermag dieselbe den Anforderungen des Verkehrs nicht mehr zu genügen. Der allmächtig gewordene Unternehmungsgeist brachte auch zu uns das „nothwendige Uebel“ der Eisenbahnen.

Indem die Vorarbeiten und technischen Untersuchungen für den Bau der schweizerischen Centralbahn, welche, mit dem Kreuzpunkte in Olten, Basel und Luzern einerseits, die westliche Schweiz mit der östlichen andererseits verbinden soll, indem jene Untersuchungen für die Schienenverbindung Basels mit Luzern die Richtung der oben beschriebenen Straße über den untern Hauenstein als die allein ausführbare und daher zu befolgende Linie herausstellten, wurde der Durchstich des Hauensteins nothwendig.

Der Bau des Tunnels, welcher bei einer Steigung von 2½ Procent auf 100 Fuß 8301 Fuß lang, 40 Fuß hoch und 30 Fuß breit wird und durchschnittlich 500 Fuß unter dem Berge liegt, wurde um die Summe von 5 Millionen Franken dem englischen Bauunternehmer Brassey in Accord gegeben. In der Hoffnung, dadurch den Termin zur Vollendung des Baues, 31. März 1857, einhalten zu können, ließ der Unternehmer den Hauenstein nicht blos an dem nördlichen Endpunkte, oberhalb des Dorfes Läufelfingen, und am südlichen Endpunkte, oberhalb des Dorfes Trimbach, von der Außenseite des Berges in Angriff nehmen, sondern von der Höhe des Berges drei Schächte in die Tiefe hinabtreiben, um auf die Tunnel-Linie zu gelangen, so daß man sechs weitere Angriffspunkte gewann. In der Folge mußte der mittlere der drei Schachte (Nr. 2.) wegen zu starken Wasserandranges verlassen werden und blieb unvollendet. Die Schachte Nr. 1. südlich und Nr. 3. nördlich wurden hingegen glücklich ausgegraben. Auf den 31. März dieses Jahres war denn auch der Tunnel, wenn auch nicht vollendet, doch der Vollendung nahe, der Stand der Arbeiten

[389]
Die Gartenlaube (1857) b 389.jpg

Auffindung der ersten 31 Todten im Schacht Nr. 1.

war folgender. Von der Nordseite ist der Tunnel bis über den Schacht Nr. 3. in einer Länge von 1893 Fuß vollendet; von Süden her über den Schacht Nr. 1. und den verlassenen Schacht Nr. 2. hinaus sogar in einer Länge von 5554 Fuß, so daß nur noch eine Länge von 854 Fuß zwischen dem Schacht Nr. 3. und dem unvollendeten Schacht Nr. 2. zu durchbrechen war.

Unter dem Schacht Nr. 1. war auf acht Pfosten ein hölzernes Gerüst aufgeschlagen; es bildete eine gitterartige Decke, damit nicht Steine, Erde u. dergl. aus dem Schacht hinunter die im Tunnel beschäftigten Arbeiter beschädigen möchten. Unter diesem Gerüste lief eine Pferdebahn durch. Die auf dieser Bahn laufenden Rollwagen waren dazu bestimmt, den in der Tiefe des Tunnels sich ergebenden [390] Schutt aus dem Tunnel zu schaffen. Ebenso wurden auf denselben von der eben bezeichneten Stelle unter dem Schachte Nr. 1. aus die zur Auskleidung des Tunnelgewölbes benöthigten Steine, welche man von der Höhe des Berges an einem langen, 3½ Zoll dicken, stark in Theer getränkten Seile den Schacht hinunter auf oben erwähntes Gerüste und durch eine eigens hierzu angebrachte Fallthüre auf die darunter gestellten Rollwagen herabließ, nach der Tiefe des Tunnels verführt. Hinter dem Schachte, also gegen Norden, stand eine kleine Schmiede mit zwei Feuern, um verdorbene Werkzeuge sofort wieder herzustellen. Ferner befanden sich dort eine Wagenwerkstätte, eine hölzerne Boutike, die den Arbeitern zum Trocknen ihrer Kleider und zur Ruhestätte diente, 31 Centner Steinkohlen und eine große Masse Holz zu Gewölbegerüsten. Vor dem Schachte war ein großes, durch das aus der Tiefe des Tunnels ziemlich reichlich herfließende Wasser getriebenes Wasserrad mit einem Ventilator, um die Luft zu erneuern, welche gegen den innern Raum zu wegen der Sprengarbeiten, des Lichterqualmes und des Verbrauches durch die zahlreichen Arbeiter fast unathembar wurde. Da nun aber bei den herangenahten wärmeren Tagen in Folge des Einflusses der Sonnenstrahlen, welche um die Mittagszeit in den Schacht und auf die südliche Tunnelmündung fielen, zu dieser Zeit gar kein Luftzug stattfand, folglich der Ventilator keine frische Luft zuführen konnte, so errichtete man auf dem oben beschriebenen, unter dem Schachte Nr. 1. aufgeschlagenen Gerüste einen kleinen Ofen, damit das darin unterhaltene Feuer den Einfluß der Sonnenstrahlen paralysire und einen Luftzug ermögliche. Der Ofen ward zu diesem Ende mit einem hohen Kamine versehen und der Schacht, etwa 30 Fuß über dieser neuen Ventilations-Vorrichtung, durch eine Decke aus blechbeschlagenen und mit einer dicken Lehmschicht bedeckten Dielen luftdicht abgeschlossen. Nur das eben erwähnte Kamin ging durch diese Decke. Von der Mündung des Kamins war der Schacht 80 Fuß in Felsen getrieben, oberhalb war er auf etwa 300 Fuß mit Holz eingeschalt und mit Holzwerk ausgesperrt, blos der oberste Theil, gegen 200 Fuß, war förmlich ausgemauert.

Die neue Ventilation mit warmer Luft erwies sich als zweckmäßig und entsprach den Erwartungen vollkommen. Aber sie wurde zugleich die Ursache der schrecklichen Katastrophe, die am 28. Mai Mittags eintrat. Der hölzerne Einbau des Schachtes war durch Hitze, Rauch und Ruß, herrührend von der oben berührten Tunnel-Schmiede gleichsam dazu vorbereitet. Unglücklicherweise wurde nämlich das schon erwähnte Seil, an welchem man früher Gewölbsteine durch den Schacht hinuntergelassen hatte, bei Aufstellung des Ofens nicht hinaufgezogen. Es hing am verhängnißvollen Mittag über dem Kamin, und zwar so, daß das untere Ende desselben auf dem Rande des Kamins und der Haken an demselben auf dem den Schacht vom Tunnel abschließenden Lehmboden, unterhalb der Mündung des Kamins auflag. Dieses stark getheerte Seil entzündete sich, die Flamme fuhr daran in die Höhe bis zum Holzwerke und theilte sich demselben mit. Daß dies die wirkliche Entstehungsart des Feuers war, schließt die ihrem Ende nahende amtliche Untersuchung aus dem Umstande, daß die Schmiede nebst ihrem Kamine vom Feuer nicht berührt aufgefunden wurde und auch das unterste Stück Seil sammt dem eisernen Haken sich unverbrannt vorfand, woraus hervorgeht, daß das Seil gerade an dem Punkte, wo es auf der Mündung des Kamins auflag, vom Feuer ergriffen wurde. –

Schacht.

Die Gartenlaube (1857) b 390.jpg

E. Schmiede. – F. Tröknungsstube. – a. Das eiserne Rohr (Kamin). – b. Oeffnung zum Einfeuern. – c. Rohr zur Entfernung der Steinkohlendämpfe aus der Schmiede. – d. mit Theer getränktes 3½ Zoll starkes Seil, welches in Brand gerieth. – e. Rost. – f. Gerüst. – † Decke mit Lehmschicht.

Furchtbar wüthete das entfesselte Element den beinahe 600 Fuß hohen Schacht hinauf, sprühte nicht blos wildtobend Gluthen, Flammen und Rauch gen Himmel, sondern warf, einem feurigen Krater ähnlich, mit großer Gewalt brennende Bretter und Balken, Steine und Erde bis weit über die Oberfläche des Hauensteins empor. Gefahrdrohende Funken flogen und schwebten über den Dächern der friedlichen Bevölkerung des Bergdorfes Hauenstein, über die sich maßlose Angst und Schrecken verbreitete. Der Brand des hölzernen Einbaues, der Bretter, Sparren und Balken hatte den Einsturz des ganzen Schachtes zur Folge.

Drunten in der Tiefe des Berges, im Tunnel, hatte kurze Zeit zuvor die Ablösung der Arbeiter, welche alle drei Stunden zu geschehen pflegt, stattgefunden. Am ersten Feuer der kleinen Tunnel-Schmiede arbeiteten beim Ausbruche des Brandes Meister Martin Brügger aus dem nahegelegenen Dorfe Lostorf, Schmied Simon, ebenfalls aus einem benachbarten solothurnischen Dorfe, und der funfzehnjährige Lehrjunge Mrs. Gisiger ab dem Hauenstein. Am zweiten Feuer waren ein Würtemberger und ein Badenser beschäftigt. Sie konnten die Entstehung des Brandes wegen des den Schacht vom Tunnel trennenden, luftdichten Lehmbodens nicht sehen; um so entsetzlicher war es, als das tosende Knistern und das Gepolter des nach und nach herunter stürzenden Gebälkes keinen Zweifel mehr ließ über die fürchterliche Gefahr, in welcher Alle schwebten. Meister Brügger besaß noch die Geistesgegenwart, seinen Lehrburschen Gisiger den weiter nach der Tiefe des Tunnels beschäftigten Arbeitern zuzuschicken, mit der Aufforderung hervorzukommen, „der Tunnel falle ein!“ – Noch war es Zeit; Viele folgten dem Rufe des Knaben und waren gerettet. Andere, sei es, daß sie, zu weit in der Tiefe, den Warnruf nicht verstanden, oder daß sie den Ruf des Knaben: „Der Tunnel fällt zusammen!“ nicht glaubten, indem ja derselbe gewölbt sei und sie im unglücklichsten Falle durch den Schacht hinauf sich retten könnten, – blieben bei ihrer Arbeit und verhöhnten die Fliehenden als feige Bursche. – Kaum hatten Jene aus dem innern Tunnel hervor die Brandstelle unter dem Schachte Nr. 1. passirt und die freie Passage gegen die Südöffnung des Tunnels gewonnen, so stürzte das feurige Gebälk aus dem Schacht, den obgedachten Lehmboden durchschlagend und mit sich reißend in den Tunnel hinunter, Schutt und Steine ihm nach, und der Rückweg war den in der Tiefe des Tunnels Zurückgebliebenen vollständig versperrt. Es waren ihrer zweiundfünfzig. –

Der wiederholte Ruf der Sturmglocken der benachbarten Ortschaften und die himmelhoch aus dem verschütteten Schachte emporwirbelnde Rauchsäule brachten im Lauf des Nachmittags eine außerordentliche Menschenmenge auf den Platz. Bauführer und Aufseher, das technische Personal der Centralbahngesellschaft, die Aerzte Oltens, an ihrer Spitze der „Tunnel-Doctor“, d. h. der den Tunnel-Arbeitern seit dem Beginne des Baues eigens bestellte Arzt, Dr. Eugen Munzinger, ein junger tüchtiger Mann, denen dann später ihre Collegen aus dem benachbarten Aarau mit großer Bereitwilligkeit zur Seite standen, und die Bezirksbeamten von Olten waren zur Stelle. Heerweise strömten Männer aus den umliegenden Ortschaften herzu; die Arbeiter aus der Maschinenbauwerkstätte in Olten, die Tunnelarbeiter von Aarau, alle disponiblen Arbeiter der Centralbahn eilten herbei und wurden zum Theil durch Extrazüge auf den Schauplatz des Unglücks befördert. Weithin hatte schon der Telegraph von Olten aus Kunde von dem Unfalle [391] getragen. – Es galt, die unterirdisch Abgesperrten zu retten, und alle nur erdenklichen Versuche wurden zu diesem Behufe mit todesverachtender Kraft-Anstrengung gemacht. Man hoffte und glaubte was man wünschte. Rettung schien möglich. Man wußte, daß Jeder der Verschütteten eine Flasche Rum, mancher auch noch etwa ein Stück Brod besaß; 8 Pferde, zur Wegschaffung des Schuttes beständig im Tunnel, waren mit ihnen eingesperrt, ihr Fleisch konnte ihnen für den Nothfall Nahrung bieten; Wasser, reichlich aus den Schichten des Berges sickernd, war im Ueberfluß da, von welchem man auch noch hoffte, daß es, von dem erhöhten inneren Theile des Tunnels gegen die Brandstelle abfließend – es floß sogar beständig durch den Schuttkegel ab – zur Erneuerung der Luft und Dämpfung der Gluth dienen werde.

Die Hoffnung lieh dem Muthe Kraft. Bald war ein Stollen von 8 Fuß Tiefe in den Schuttkegel getrieben, welch’ letzteren man als ungefähr 40 Fuß Durchmesser haltend berechnete. Da trat aber der werkthätigen Bruderliebe ein Feind entgegen, der die Rettenden ohnmächtig hinwarf und zwang, die Rettungsarbeiten verlassend, den Tunnel zu räumen. – Es entwickelten sich nämlich jene furchtbaren Gase, welche im Augenblicke die Arbeiter zu Boden streckten und den Tunnel erfüllten. „Die Luft wurde so schlecht,“ – schreibt der uns befreundete Tunnel-Arzt – „daß die Arbeiter massenhaft weggetragen werden mußten. In Gemeinschaft mit dem leitenden Ingenieur, Pressel aus Würtemberg, ging ich, die Luft im Tunnel zu untersuchen. Bald fühlten wir Schwerathmen, Eingenommenheit des Kopfes mit furchtbarem Sausen in den Ohren. Ich erklärte die Luft als irrespirabel, in Folge dessen die Arbeiten eingestellt wurden und man sich nur noch mit dem Retten der im Tunnel zurückgebliebenen Rettungsmannschaften beschäftigte. Auch diejenigen, die zu diesem Behufe in’s Innere des Tunnels abgegangen, wurden uns massenhaft, in halb ersticktem Zustande zur Behandlung gebracht, bis endlich gegen Mitternacht der Tunnel vollständig geräumt war.“

Ueber die Entstehungsart und Natur der vergiftenden Gase war man geraume Zeit im Unklaren. Das aus dem Schacht in den Tunnel herabgestürzte Gebälk erhielt unten den Brand, wozu noch kam, daß die theilweise überdeckte Gluth, statt zu Kohlensäure zu verbrennen, es nur zur Entwickelung von Kohlenoxydgas brachte, das viel giftiger als jene ist. Man hatte geglaubt, das Feuer habe auch die im Tunnel liegenden Gerüsthölzer und die bei der Schmiede befindlichen 31 Ctnr. Steinkohlen ergriffen und dadurch das ungeheuere Quantum Kohlenoxydgas erzeugt. Unser Freund ist aber überzeugt und nach Rücksprache mit einem ausgezeichneten Geologen, Amand Gressei, dem vertrautesten Kenner der Juraformation, der die geologischen Untersuchungen für den Hauensteintunnel vorgenommen hatte, darin bestärkt, daß außer dem Kohlenoxydgas auch ölbildendes Gas in großer Quantität vorhanden war, da durch das Ausglühen des organische Stoffe haltenden Lias-Mergels, sowie durch das Verbrennen des sehr langen und dicken, mit Theer getränkten Seiles jenes Gas nothwendig gebildet werden mußte. Der graue Lias wurde ganz roth gebrannt.

Noch weiter geht die Meinung jenes Experten, der die Entstehung des Feuers jener wahrscheinlichen Entzündung von Gasarten im oberen Theile des Schachtes zuschreibt. „Dorthin führten die Rauchfänge,“ schreibt derselbe, „die das Holzwerk nicht berühren konnten, da dasselbe erst sechszig Fuß oberhalb der Rauchfänge anfing. Dagegen befanden sich dort bituminöse kohlige Schiefer des Lias mit Schwefelkies, die durch die Hitze oder durch Selbstentzündung in Brand gerathen konnten. Das Feuer war also zuerst oben im Schacht, was auch durch den noch vorhandenen unverbrannten untern Theil des obwohl getheerten herabhängenden Schachtseiles bewiesen wird. Der herabfallende Schutt allein hätte weniger Gefahr für die Eingeschlossenen gebracht. Dagegen senkten sich, als der Schacht an seiner Oeffnung beim Dorfe Hauenstein mit Laden und Rasen zugedeckt wurde, die in demselben abgesperrten verderblichen Gase abwärts, wozu auch die Wasserdämpfe beitrugen, die in Folge des eingeflossenen Wassers entstanden waren.“

Das oben berührte Eingießen von Wasser in den Schacht scheint sich zu bestätigen; vorsorglich und wohlmeinend glaubten die Bewohner des Dorfes Hauenstein dadurch den Brand im Schachte löschen, damit ihre Häuser vor der drohenden Feuersgefahr sichern und zugleich die Verschütteten retten zu können. –

Bezüglich des Zudeckens des Schachtes sind die Ansichten verschieden und die Angaben widersprechend. Während unser Gewährsmann das Zudecken als eine Thatsache annimmt und demselben einen nachtheiligen Einfluß beimißt, bedauern Andere, daß dies nicht geschehen sei, indem dadurch das Feuer erstickt und der Tunnel nicht durch den Schuttsturz verschlossen worden wäre. Die Hauensteiner behaupten, sie hätten zudecken wollen, wären aber davon durch einen englischen Aufseher, der dies für nachtheilig erklärte, abgehalten worden; der Aufseher dagegen sagt, die Hauensteiner haben das Zudecken nicht gestatten wollen, weil sie Erstickung der Verschütteten befürchtet haben. – – –

Wie dem nun sein mag, Donnerstag Nachts blieben alle Bemühungen erfolglos. Drinnen war wohl das stumme Gebet aller noch Lebenden die Bitte um baldige Erlösung; draußen stand der schwache Mensch verzweifelnd den vereinten feindlichen Elementen gegenüber. –

Am Freitag wurden die Arbeiten am frühesten Morgen wieder aufgenommen. Von Basel her war das ganze Directorium der Centralbahn in Begleit des Chemikers Schönbein[WS 2] auf Ort und Stelle eingetroffen, um für alle Fälle das Nöthige anzuordnen. Alle verfügbaren technischen Kräfte waren auf den Platz beordert. Von Basel und Aarau waren Spritzen, Rettungsapparate mit Mannschaft, Bettwerk und anderes Nöthige auf dem Wege. Während der Fahrt hatte Schönbein die Hoffnung ausgesprochen, die Luft auf chemischem Wege reinigen zu können, an Ort und Stelle angekommen, Angesichts der großen Dimensionen jedoch erklärte er, daß hier mit chemischen Mitteln nichts auszurichten sei, und nur mit gewaltigen mechanischen Mitteln gewirkt werden könne.

Aber die Bruderliebe und die Aufopferungsfähigkeit der Arbeiter hatte keine Geduld. Sie wollten ihre abgesperrten Brüder retten, um jeden Preis – auch um den höchsten – das Leben. Wie Helden wagten sie sich hinein an die Arbeit im giftigen Dunstkreise des Todes. Nach einer Viertelstunde tragen in der Regel je vier die Leiche des Fünften wieder aus dem Stollen heraus. Die todtblassen Träger erfrischen sich dann und mit dem entseelten Getragenen werden sofort alle Rettungsversuche vorgenommen. In der Regel vermag die Kunst der Aerzte das fliehende Leben wieder zurückzurufen – in der Regel nur, nicht immer! – Aber die Hingebung hatte keine Grenzen und die innere Aufregung verdoppelte wieder die sinkenden Kräfte. Von der letzten Colonne waren einige betäubt oder todt im Tunnel liegen geblieben.

Freiwillige drängten sich in Ueberzahl hinzu und wurden beordert, die Verunglückten zu retten. Sie begaben sich in das Gewölbe und brachten wirklich einige der Verunglückten wieder hervor. Beim Appell jedoch zeigte sich, daß von ihnen selbst mehrere zurückgeblieben waren. So wurde Colonne auf Colonne gesendet, bis die letzte, 16 Mann stark, wovon beinahe alle besinnungslos waren, auf dem Rollwagen aus dem Tunnel herauskam. Sie brachten die Leiche eines Bruders – die siebente; vier Mann waren noch vermißt, sie hatten sich zu tief in den Tunnel gewagt und waren erlegen. Neuerdings drangen die Arbeiter auf einen fernern Versuch, auch diese noch herauszuholen. Es bedurfte der ganzen Energie der Führer, dies zu verhindern und dem Tode eine gewisse, noch reichere Ernte zu entziehen. Denn schon hatten also die Rettungsversuche elf Opfer gefordert. Aber sie achteten des Lebens nicht mehr. Es gibt Ingenieure und Arbeiter, die sechs, sieben Mal ohnmächtig aus dem höllischen Schlunde herausgetragen wurden und zum achten Mal mit ungebrochenem Muth wieder hineinstürzten. Weit entfernt, eines Sporns zu bedürfen, mußte man die Arbeiter, deren sich eine Leidenschaft bemächtigt hatte ähnlich der Schlachtwuth der Soldaten, zeitweise mit Bayonnetten zurückhalten.

Man begann nun die ersten Versuche zur Luftreinigung. Das Wasser, das aus der Tiefe des Tunnels hervorquillt, hatte sich durch den Schutt hindurch Bahn gebrochen und ermöglichte es, mehrere auf dem Platze vor dem Tunnel und in dessen Eingange aufgestellte Feuerspritzen in Bewegung zu setzen. Man schleuderte aus denselben einen fortwährenden Regen gegen die andringenden Gase, und glaubte durch das Ausspritzen von Kalkwasser die Kohlendämpfe neutralisiren zu können. Aber stets noch stürzten die Arbeiter halb erstickt um, weshalb sie alle 10 Minuten abgelöst werden mußten, bis man, von der Unzulänglichkeit dieses Mittels überzeugt, diese Versuche einstellte.

Aber die immer belebende Hoffnung spornte zu neuen Versuchen an. Man glaubte, durch mächtig große Strohfeuer und durch rasches Hin- und Herfahren mit Rollwagen, auf welchen [392] Segel, das Tunnelprofil ausfüllend, ausgespannt waren, eine entprechende Luftcirculation herstellen zu können. Es war alles erfolglos; die feindliche Naturmacht spottete der menschlichen Anstrengungen. – – –

Und draußen, auf dem Platze vor der Tunnelmündung, welch’ Gemälde entrollt sich da der fast unzähligen Menschenmenge, die der Sonntagsmorgen aus der weitesten Entfernung herbeigeführt! Welch’ ein Jammer und Wehklagen hier, und die Freude und das Gottdanken dort! Hier die Mutter mit vier Waisen, den Säugling auf dem Arme, bei einer Leiche knieend und in herzzerbrechendem Geschrei, die Kleinen mit gefalteten Händen, vom Himmel – ach, dem unerbittlichen – das Leben des Vaters sich erbetend. Und dort die Freudenscene, die alte Mutter und der blinde Vater, das Haupt seines wiederbelebten Sohnes betastend, sie stammeln ein Lobgebet dem Allmächtigen, bis Thränen die schwache Stimme ersticken. Die Verzweiflung aber derer, die gekommen waren, Gewißheit über das Schicksal eines Angehörigen zu erlangen, den man bei den lebendigbegrabenen Verschütteten wußte – ich wage den Versuch nicht, davon eine Beschreibung zu geben. Es waren Scenen, die sich Niemand wieder aufzufrischen begehrt. Und aus all’ dem Jammer hier und der schmerzlichen Freude dort schöpften acht Aerzte Aufmunterung und Kraft zu ihren fast übermenschlichen Anstrengungen während voller acht Tage.

[400] Nicht weniger als 500 solcher ohnmächtiger, halbtodter Arbeiter der Rettungsmannschaft wurden den Aerzten während dieser Zeit zur Behandlung gebracht. Sie wurden alle gerettet bis auf die sieben todt aus dem Tunnel gebrachten und die vier todt im Tunnel liegen gebliebenen Unglücklichen. Unterstützt durch die an Ausdauer ihren Männern nicht nachstehenden Frauen der englischen Arbeiter, deren Lebensmanieren ihnen bis jetzt bei der genügsamen Bevölkerung der Umgegend keine besondere Anhänglichkeit zu erwerben vermocht hatten, mit denen sich nun aber aussöhnte, wer ihren hingebenden Eifer sah, unterstützt von diesen bei den Wiederbelebungsversuchen und der nachfolgenden Pflege, vermochten die Aerzte mehr zu leisten, als sie selbst für möglich gehalten. – Der Eindruck der Wiederbelebungsversuche war ein furchtbarer. Die Verpflegung der Verwundeten auf dem Schlachtfelde, mitten im Kugelregen hat weniger Erschreckendes, als das Weilen unter diesen im ohnmächtigen Kampfe gegen einen unsichtbaren und ungeahnten Feind unterlegenen Unglücklichen. Dort Blut und Wunden, aber überall noch Leben, selbstbewußtes, todesmuthiges, pulsirendes Leben; hier zwar keine fürchterlichen Verletzungen, aber überall, wenn auch nur momentaner Tod, oder aber ein Leben, das sich in furchtbaren Zuckungen und Convulsionen windet; dort die Musik dsr Kanonen und Gewehre mit obligaten Trommelwirbeln und Trompetenstößen, hier sinnbetäubende Stille, hie und da unterbrochen von dem Rasseln ab- und zufahrender, mit neuen Opfern beladener Rollwagen, die dem Tode seine Beute auf halbem Wege entrissen; dort endlich ein offener, selbst verwundbarer, hier ein unsichtbarer, aber sicher tödtender Feind. – –

– – Es war Sonntag Nachmittag geworden. Ernst und schweigend bewegte sich ein langer Zug langsam die Windungen der Bergstraße hinan; man geleitete die ersten fünf Opfer der Rettungsversuche nach dem basellandschaftlichen Dorfe Läufelfingen zur letzten

[401]
Die Gartenlaube (1857) b 401.jpg

Die Wiederbelebungsversuche vor dem Tunnel.

[402] Ruhestätte; die beiden andern Opfer der Hülfsbereitwilligkeit waren in Trimbach begraben. Eine ungeheure Menschenmenge von nah und fern hatte sich eingefunden, diesen Unglücklichen – es waren zwei Schweizer, zwei Engländer und ein Würtemberger, drei von ihnen waren Familienväter – die letzte Ehre zu erweisen. Es mußte auch das härteste Herz bewegen, als die Menge der Leidtragenden das weite Grab umstand, welches die Angehörigen dreier Nationen umschloß; selbst des Geistlichen Stimme erstickte fast unter Weinen und Wehklagen, als er seinen trefflichen Vortrag begann, und besonders, als er in ergreifendem Gebete der Bejammernswerthen gedachte, welche noch im Tunnel eingeschlossen, und deren Schicksal noch ungewiß war. –

Die Namen der elf beim Retten selbst Verunglückten, von denen sieben heute begraben, vier noch Vermißte später im Tunnel liegend gefunden wurden, verdienen aufgezeichnet zu werden; es sind: die Engländer Baker, Burns und Geys; der Würtemberger Rathgeb; die Schweizer Aeschmann aus Zürich, Strub und Müller aus Baselland, Bitterli, Moll, Borner und Huri aus Solothurn. – – –

Zwei Tage lang war trotz der versuchten Luftreinigung ein weiteres Vordringen im Tunnel unmöglich gewesen. Inzwischen waren nun die bereits Freitag Morgens in den benachbarten Städten Olten, Aarau, Luzern und Basel bestellten hölzernen Röhren von 14 Zoll Durchmesser zur Herstellung einer wirksamen Ventilation fertig geworden. Sonntag Abends begann man mit Legen dieser Röhren, und vor der Mündung des Tunnels wurde eine Ventilations-Dampfmaschine aufgestellt, welche durch die gelegten Röhren gesunde Luft in das Tunnelgewölbe pumpte. Die Arbeit, mit äußerster Vorsicht betrieben, ging nach Umständen rasch vorwärts, wozu die Einrichtungen im Tunnel, vorzüglich die Pferdeeisenbahnen, sehr wesentlich beitrugen. Alle möglichen Vorsichtsmaßregeln zur Verpflegung der Mannschaft, Aufrechthaltung der Ordnung und Sicherheit wurden sowohl von Seiten der Behörden, als von den Leitern der Arbeit, unter denen sich besonders Herr Friedmann, engl. Oberangestellter, Sections-Ingenieur Preßel, Architekt Maring in Basel, Ingenieur Kaufmann und Zschokke[WS 3] hervorthaten, getroffen. – Ein Hoffnungsstrahl, der Montags betreffs der Lage der Abgesperrten aufging, erleichterte die Mühseligkeiten der in Angriff genommenen Operation, steigerte aber noch mehr die Ungeduld der Arbeiter, die Gewißheit wollten über das Schicksal ihrer verunglückten Brüder. Man bemerkte nämlich am besagten Tage diesseits des Schuttes in dem im Tunnel entspringenden und durch den Schutt abfließenden Wasser Blut. Gerne hoffend und glaubend, schloß man daraus, die Abgesperrten müssen gegen die giftigen Gase geschützt sein, und haben zur Fristung des Lebens die mit ihnen verschütteten Pferde geschlachtet. – Eine fernere Hoffnung gründete man stetsfort noch auf das Vertrauen, das man in die zwei Engländer setzte, die sich unter den Verschütteten befanden; Einer von den beiden war schon einmal in England mehrere Tage verschüttet und wurde wiederum gerettet. Es ist nämlich oberster Grundsatz der englischen Mineurs, wenn sie abgesperrt – oder in der Sprache der Bergleute zu reden – „versetzt“ werden, sich zurückzuziehen und, ohne selbst an der Rettung zu arbeiten, diese nur von Außen abzuwarten. Der Theil des Tunnels, in dem sich die Verschütteten befanden, ist vom verschütteten Schacht ab auf etwa 1000 Fuß gewölbt, die übrigen 1500 Fuß sind erst im Stollenbetrieb. Haben sich nun die Abgesperrten auf den Rath der unter ihnen befindlichen Engländer zurückgezogen, und einen der Stollen luftdicht verschlossen, so konnten sie ihr Leben wohl erhalten, da sie Rum, Wasser, Brod, Pferde, eine Kiste voll Kerzen und Oel bei sich hatten und durch die verschiedenen Wasserquellen, von denen drei sehr bedeutend sind, immerhin die nöthigste Luft zuströmte. – Inwieweit diese Hoffnungen begründet waren, werden wir in der Folge sehen. Mehrere Särge, die man bereits in den Tunnel gebracht, zeigten wohl deutlich genug, daß nicht Alle so hoffnungsvoll waren. – –

Dienstag den 2. Juni Nachmittags war man mit den Ventilationsröhren bis zum Schuttkegel vorgedrungen. Die vier bis jetzt noch nicht aus dem Tunnel gebrachten verunglückten Retter waren aufgefunden. Man begann sofort mit der Stollenarbeit zur Durchbrechung des Schuttkegels. Die Arbeit war schwierig, und es wurde nöthig, die Arbeiter nach je einer halben Stunde durch andere zu ersetzen. Auch drang man nur langsam vorwärts, da nur acht bis zehn Mann zugleich beschäftigt werden konnten – die Stollen wurden nur auf eine Höhe von 8 Fuß und eine Breite von 4 Fuß getrieben – und glühender Schutt und mächtige Balken die Arbeit sehr erschwerten. –

Tags darauf, am Mittwoch Vormittag, glaubte man am Schuttkegel durchgegraben zu haben, da man auf einen großen leeren Raum stieß und starker Verwesungsgeruch daraus entgegendrang. Es war jedoch dem nicht also; im Innern des Schuttkegels hatten nämlich die herabgestürzten Balken sich so verrammt, daß es eine Höhle von 6 Fuß Tiefe bildete, und es blieb noch eine Strecke von etwa 7 Fuß zu durchbrechen übrig. Um Mittag war dann der Durchbruch des Stollens so weit vorgerückt, daß Leute aus- und einsteigen konnten. Aber gegen die jenseitige innere Tunnelabtheilung war die Luft so verpestet, daß man noch nicht vordringen konnte. Man rief den Verschütteten zu, kein Lebenszeichen erfolgte; das Klopfen auf die Eisenschienen blieb ohne Antwort; die Töne eines Signalhorns – sie riefen Niemanden wach. – Jetzt ging’s langsam und vorsichtig; die Luft fand einen Ausweg den Schacht hinauf, das erleichterte die Arbeiten. Endlich war der Stollen durchgetrieben.

Hinter dem Schuttkegel hatte sich das nicht ganz abgeflossene Wasser angesammelt und nun eine Tiefe von etwa 2 Fuß erreicht. In diesem Wasser lagen sechs Leichen. Die erste Leiche wurde an den Beinen und am Rumpfe von den brennenden Balken erwischt, bedeckt, zerquetscht und verbrannt; Kopf und Stirn sind im Gebälke gen Himmel gerichtet, Fleisch und Haut sind vom Brande, vom Wasser und von der Gährung zerfressen. Die zweite Leiche zeigt ein Auge innerhalb und eins außerhalb des Kopfes, liegt querüber, das Angesicht gen Himmel gerichtet und litt den Tod durch Erstickung. Die drei folgenden Leichen liegen an- und übereinander, davon der Eine unter den Beiden, die Beiden bis in den Tod sich fest im Arme haltend. Von diesen Beiden richtet der Eine den Blick gen Himmel, der Andere zur Erde. Alle drei haben den Kopf nach Trimbach gerichtet. Der Sechste der Unglücklichen hatte das früher durch Ventilation seinen Dienst leistende Luftrohr aufgerissen, also offenbar die Entdeckung gemacht, daß es sich bei der in Folge des Brandes und Einsturzes erzeugten Luft nicht leben lasse, sein Angesicht auf die bewirkte Oeffnung der Luftrohres gelegt; sein Lebensmittel-Säcklein hatte er noch umgehängt – allein das vom Schutt zertrümmerte Luftrohr leistete den erwarteten Dienst für den Unglücklichen nicht mehr! – – Der unausstehliche Modergeruch erfüllte die Arbeiter in diesem großen Grabe mit wahrem Entsetzen. – Lassen wir die Luftreinigung fortsetzen, welche auch den Schuttkegel wieder entzündet und ein diesmal vorsichtiges, mühevolles Löschen erfordert, und gehen wir nach Trimbach.

Schon war da das gemeinsame Grab für die Leichen auf dem Kirchhofe angefangen, als die Aerzte ihren Befund dahin abgaben, daß die scharfe, ätzende Ausdünstung der Verwesung so vieler Leichen mitten im Dorfe zu dieser Jahreszeit bei den benachbarten Einwohnern schwere Krankheiten erzeugen dürfte. Die Gemeindebehörde beschloß daher, von diesem Kirchhofe abzustehen, und außer dem Dorfe den Todesacker, wo früher die Kirche gestanden, zu benutzen. Schnell begannen hier Schaufeln und Pickel den Unglücklichen eine zehn Schuh tiefe Stätte ewigen Friedens zu öffnen.

Schon vorher ließ man die Holzarbeiter aus der mechanischen Werkstätte in Olten kommen, und sie beeilten sich, die erforderlichen Särge herzustellen. – –

So wenig angenehm es auch ist, im Geiste nochmals den Schuttkegel zu durchkriechen und jene grausenerregende Todesstelle zu betreten, so haben wir’s doch tausendmal leichter als die Arbeiter, welche mit unbegrenzter Selbstbeherrschung das Entsetzen überwinden und hingehen, um ihre zum Cadaver gewordenen Brüder zu suchen, zu ergreifen und durch den engen Stollen zu schleppen, um sie herwärts in die Särge zu legen. – Sind wir nun wieder im Innern, so machen wir die überraschende Entdeckung, daß die Steinkohlenvorräthe nicht verbrannt, ja nie in Brand gerathen sind, wodurch die anfängliche, lange festgehaltene Behauptung, die schlechte Luft sei ein Product der Steinkohlenverbrennung, vollständig geschlagen wird. – In geringer Entfernung von den bereits aufgefundenen sechs Leichen lagen fernere elf; in und vor der Tröknungsstube weitere vierzehn, so daß man hier, unmittelbar hinter dem Schuttkegel, zusammen 31 Verunglückte auffand. Diese, soweit sie nicht schon erwähnt, liegen bald auf dem Gesichte, bald auf dem Rücken, bald lehnen sie am Schutt oder an der Tunnelwand an. Verschiedene Einzelnheiten geben Andeutungen über Zeit und Art ihres Todes. [403] Manche tragen z. B. noch ihre Kerzen in der Hand. Wäre die Luft rein gewesen, so wären die Kerzen ganz verbrannt; da sie aber also nur kurze Zeit gebrannt haben, so war in kurzer Zeit die Lebensluft verschwunden und die Arbeiter starben ebenfalls in kurzer Zeit den Tod der Erstickung am Kohlengas. Ein Stück Brod, das man in der Tasche eines der Verunglückten vorfand, zeigt wohl auch deutlich, daß sie nicht lange Zeit zu leiden hatten, indem ihn sonst der Hunger sein Brod wohl hätte verschlingen lassen. Aus dem ferneren Umstande, daß die Uhr eines der Verunglückten auf 2½ wies, glaubt man schließen zu dürfen, der Tod habe die Verschütteten bereits Donnerstags Nachmittags spätestens um die angegebene Stunde überrascht, indem angenommen wird, der Unglückliche hätte sonst die Uhr gewiß wiederum aufgezogen, da in solcher Lage jedes Zeichen über den Zeitverlauf hoch angeschlagen werden müsse. – Viele waren übrigens mit ihrem Werkzeuge versehen, hielten im Tode noch den Pickel, mit dem sie unzweifelhaft den Schutt hatten wegräumen wollen, der ihnen den Ausgang so unerbittlich verschloß. In der gemeinsamen Noth zeigten die armen Arbeiter überall die herrlichsten Züge von Bruderliebe. Denn auch hier trafen wir eine rührende Gruppe von fünf, die alle einander im Leben und Sterben fest und treu im Arme hielten. – Das mag ein wehmüthiges gemeinsames Schlagen der aneinander pochenden Herzen und ein gemeinsames Verstummen dieser feierlichen Stimmen der Seelen gewesen sein! – – Hier fand man auch den englischen Minirer todt, auf dessen Erfahrungen man Hoffnungen für die Verschütteten gegründet hatte – was mochte daher wohl aus den übrigen 21 hier nicht gefundenen geworden sein? Das war die peinliche Frage, welche die zahlreiche, vor der Tunnelmündung harrende Volksmenge bewegte. Die Einen schwiegen, die Andern jammerten, und viele glaubten durch lautes Schreien dem überschwenglichen Schmerze Luft machen zu können. Und wenn sie glaubten, in einem der hervorgebrachten Särge die Leiche eines lieben Bruders, eines theuren Sohnes zu finden – welch’ entsetzlicher Anblick bot sich ihnen dar! Keiner konnte mehr aus seiner Leibesbeschaffenheit wieder erkannt werden – so verheerend hatte die Verwesung bereits um sich gegriffen. – –

Nachdem zehn Leichen von den benachbarten Gemeinden in Empfang genommen und abgeführt worden waren, wurden die 21 gebliebenen auf 3 Wagen zur Ruhestätte begleitet. Unter Glockengeläute und dem Gebete des Geistlichen wurden die Leichen in dem einen großen Grabe beigesetzt, das bald auch ihre übrigen Brüder aufnehmen sollte.

– – Bis Samstag Morgens 7 Uhr wurde die Luft so weit gereinigt, daß man bis 1500 Fuß hinter den Schuttkegel vordringen konnte. Da man auf dieser langen Strecke nur 2 todte Pferde, aber keinen menschlichen Leichnam mehr fand, so erreichte die Spannung, was man die noch übrige Strecke von etwa 700 Fuß entdecken werde, einen grenzenlosen Grad! Noch 2 Stunden lang wurde auf Tod und Leben Luft gepumpt, bis man dann endlich zu hinterst im Tunnel die übrigen 21, den Erstickungstod gestorben, neben einander liegend todt fand. – Während jene zuerst aufgefundenen in den verschiedensten Stellungen, stehend und liegend und die Werkzeuge in der Hand haltend, vom Tode überrascht worden waren, und die gräuliche Entstellung der Leichen durch die Verwesung die Beruhigung gab, daß sie schon im Anfange gestorben, gaben verschiedene Umstände die Gewißheit, daß diese letzteren, in den innersten Raum Geflüchteten, noch einige Tage gelebt haben, einige wohl gar bis Mittwoch, also sechs Tage lang. Aller Wahrscheinlichkeit nach verließen sie die Feuerstätte, wo ihre Milch- und Theekannen stehen blieben, und wo noch frisches Fleisch auf dem Scheiterhaufen lag, und stiegen die Leiter hinan auf das mit Brettern belegte Gerüst der Mauer. Dahin nahmen sie Kerzen, Oel und etwas Pferdefleisch mit, ihre Lampen hingen sie symmetrisch auf. Ohne Zweifel dachten sie, in der Höhe sei die Luft etwas besser. Mehr und mehr entschliefen; die Uebrigen aßen endlich etwa vier oder fünf Pfund rohes Pferdefleisch, ordneten die Leichen in Reihen und setzten die Reihen selber fort. Es ist rührend, mit welch’ religiösem Sinn der Ordnung und Ergebung die sonst harten Arbeiter, selbst dem Tode verschrieben, ihre verstorbenen Brüder besorgten. In einer Reihe liegen Mineurs, in der andern die Maurer; beide Reihen hatten die Stiefeln ausgezogen und streckten die Füße gegen einander, sind aber noch so entfernt, daß man zwischen den Füßen beider Reihen hindurch gehen kann. Unter dem Kopfe liegt ein Brett und etwas Stroh, die Hände sind gefaltet. Die, welche bald ihren Geist aufgaben, konnten Gott danken, aber die, welche alle ihre Brüder so gesunden Herzens hinsterben sahen und dies ihr eigenes Loos sicher erwarten mußten, litten die Todesschmerzen in zehnfachem Maße. Ein Todter hielt in der einen Hand ein Stück Lehm, in das der Daumen gedrückt war, um die Kerze, die er in der andern Hand hatte, hineinzustecken. Auf allen Gesichtern lag eine stille Ruhe; sie waren schmerzlos eingeschlafen – für immer. Drei Jünglinge: Soland, Hunziker und Schrenk, noch in ungebrochener Blüthe ihrer Lebenskraft, vermochten dem Tode wahrscheinlich am längsten zu widerstehen. Sie müssen erst kurz vor der Auffindung verschieden sein, denn sie zeigten noch ein sehr gutes frisches Aussehen und ihre Glieder waren noch nicht steif. Die Untersuchung durch die Aerzte lieferte das Gutachten, daß sie letzte Mittwoch noch gelebt haben. Zwei hatten sich ausgezogen, ohne Zweifel denkend, ganz nackt fühlen sie den Luftmangel weniger und das Athmen sei leichter. Das letzte Opfer, das seinen Geist aushauchte, war wohl der 25 Jahre alte Schrenk aus Baden. Recht schön von Angesicht, wohlgestaltet und gut gesittet, war er allen ein guter, lieber Camerad. Als man ihn am Sonnabend auffand, waren seine Wangen noch blühend roth, seine Lippen noch frisch und vor dem Munde die Spuren eines kleinen Schaumes. Man wollte seinen Leib noch warm finden und vermuthete, er könnte seinen heißen Todeskampf nur wenige Stunden vorher erst ausgekämpft haben.

Am Samstag Mittag besichtigte eine ärztliche Commission die Todten und sprach sich dahin aus, daß einige am Mittwoch noch gelebt haben dürften. Die von unserm Freunde vorgenommene Section ergab: „Hyperämie des Gehirns, der Lungen und der Leber, mit allen Zeichen der Folgen von Einathmung einer irrespirablen Gasart. Im Magen wurden Speisereste gefunden, also nicht Hungertod. – Die Consistenz der Organe, der Mangel an Zersetzungsgeruch bei der Section und andere Umstände lassen auf kürzlich erfolgten Tod des secirten Individuums schließen. Der Secirte lag übrigens allein, getrennt von den Andern, unterhalb des Gerüstes, und scheint entweder als Ueberlebender sich bei den vielen todten Cameraden unheimlich gefühlt zu haben, oder als Wachtposten zum Aufpassen auf allfälliges Geräusch – während des Schlafes der Anderen – aufgestellt gewesen zu sein.

Nachmitttags 4 Uhr fuhren 35 Arbeiter in den Tunnel, um die Leichen einzusargen und herauszuschaffen, mit welcher sehr schwierigen Arbeit sie erst gegen 8 Uhr Abends fertig wurden. Es war eine ergreifende Scene, als die Rollwagen mit den Särgen bis an die Mündung des Tunnels herausfuhren, wo die amtliche Commission im Scheine mehrerer Fackeln, welche das Gewölbe schauerlich erhellten, die Identität der Todten constatirte. Der Mond war eben aufgegangen und schien durch die Wipfel der Bäume auf die traurige Stätte. Außen stand eine große Volksmenge, darunter viele Angehörige der Verunglückten, deren Jammern und Wehklagen schmerzlich durch die stille Nacht drang. – Die Beerdigung ward der späten Abendstunde wegen auf den folgenden Morgen angesetzt. – – –

Es war ein ergreifender Zug, der am Sonntag die Verunglückten zum großen gemeinsamen Grabe geleitete, das die ersten Opfer des Unglücks bereits aufgenommen hatte. Die Bezirksbehörden von Olten, alle Bauangestellten, sämmtliche Arbeiter und eine ungeheuere Menschenmasse folgten den drei großen Leichenwagen, voran, von 31 Knaben getragen, die schmucklosen hölzernen Kreuzchen, die einzige Zierde für das einzelne Grab, bis alle Namen auf dem gemeinsamen Denksteine eingegraben sind, der diese letzte Ruhestätte bezeichnen wird. Hier angekommen, hielt Herr Professor und Kaplan Bläsi von Olten eine treffliche und ergreifende Grabrede. Sie entsprach der Bedeutung des Momentes und wirkte beruhigend und versöhnend, um so mehr, als er beauftragt war, Namens des Directoriums der Centralbahn die Erklärung abzugeben, daß dasselbe zu Gunsten der Wittwen und Waisen der Verheiratheten und zu Gunsten der Eltern der unverheiratheten Arbeiter, die im Tunnel den Tod gefunden haben, Beschlüsse gefaßt habe, welche der eigentlichen Noth derselben auch für eine entfernte Zeit vorzubeugen im Stande seien. Gleichzeitig mit den Beschlüssen hatte das Directorium und hatten bereits die öffentlichen Blätter die Sammlung von Liebesgaben mit Erfolg angeregt. In Folge dessen ist für die ökonomische Zukunft der Hinterlassenen auf angemessene Weise gesorgt. – –

[040]
Die Gartenlaube (1857) b 404.jpg

Todesstätte der letztem 21 Verschütteten am Stollen.

[405]
Die Gartenlaube (1857) b 405.jpg

Die Beerdigung der letzten 21 Verschütteten.

[406] Die letzte traurige Arbeit war gethan und wir kennen das namenlose Unglück in seinem ganzen erschütternden Umfange.

Wenn Angesichts desselben noch etwas erfreuen und trösten kann, so thut jenes die heldenmüthige Hingebung der Retter und dieses die Theilnahme an dem Unterstützungswerke, das nun der ganzen Nation für die Hinterlassenen der Todten auf dem Schlachtfelde der Industrie überbunden ist.

Es muß für Jeden, der nicht allen edlern Regungen verschlossen ist – und deren sind doch Wenige – wenn er vor diesem tiefen Abgrunde des Leidens und Jammers steht, der wunderbare Todesmuth einfacher, aller höhern Bildung baarer Arbeiter eine Erscheinung sein, die aus dem nur zu oft trüben und bewegten Treiben der Industrie unserer Zeit emporsteigt wie ein Stern, der aus undurchdringlicher Wolkennacht rettungverheißend für den bedrängten Schiffer hervortritt. Vor der Macht der Elemente ist des Menschen Wissen und Können nur zu oft Ohnmacht, aber aus dem Untergange selbst erhebt sich das Ewige in ihm und beurkundet triumphirend seinen göttlichen Ursprung. –

So mildert den theilnehmenden Schmerz an dem Unheile die strahlende Erscheinung aufopfernden Heldenmuthes, die wir in diesen Tagen wahrgenommen haben, und mit Wonne verweilt der tränenschwere Blick bei diesen Rettungsscenen. Und daß das Schweizer-Volk so denkt und wie es handeln wird, das zeigt am besten wohl der Wiederhall, den in allen Thalschaften des Landes die öffentliche Stimme gefunden, welche „am Grabe der Arbeiter“ also sprach:

„Hier ruhen sie nach harten Tagesmühen, gefallen auf dem Felde der Ehre, gefallen im Dienste der ganzen menschlichen Gesellschaft, gefallen für die Verwirklichung der höchsten Idee des Jahrhunderts, den freien Verkehr der Menschenkinder der verschiedensten Nationen, Italiener, Engländer, Franzosen, Deutsche, Schweizer – ein gemeinsames Unglück hat Euch erreicht bei der Arbeit für einen gemeinsamen Zweck.

„Nicht nur habt Ihr im Interesse Aller und bei einem hartverdienten Brod das Einzige, was Ihr hattet, Gesundheit, Kraft und Leben gewagt und – verloren; sondern Euer letzter Herzschlag war gedrückt, gefoltert bei dem Gedanken an eine kranke Mutter, an hülflose Waisen, einen gebeugten Vater, denen Euer kräftiger Arm jetzt fehlt. Elf von Euch haben ihr Leben im Rettungsversuche der Andern verloren und doppelten Anspruch auf Achtung und Dankbarkeit erworben.

„Aus Euerem Grabe erschallt eine Stimme, welche sagt: Auch wir haben Euch eine Gasse gemacht, sorgt für unsere Weiber und Kinder. Ja, Ihr habt uns eine Gasse gemacht, und wir wollen sorgen für Eure Weiber und Kinder. Und dabei wollen wir uns recht innig zu Herzen führen, was wir der „Hand mit den Schwielen“ verdanken; wir wollen sie herzlich schütteln diese Hand, wo wir sie immer im Leben antreffen. Diesen Vorsatz wollen wir uns mit fortnehmen von Euerem Grabe, indem wir Euch nicht besser ehren können, als in der Achtung und Liebe von Euresgleichen.

„Ruhet wohl, müde Leiber, während Eure seligen Geister, wie der Christenglaube lehrt, eine Heimath gefunden haben, welche jedem Verdienste seinen Lohn angedeihen läßt.“ –



Anmerkungen (Wikisource)

  1. Seite 392: Bei einer Anzahl Exemplaren dieser Nummer ist auf der Abbildung: Querdurchschnitt der Schacht rechts aus Versehen mit Nr. 3. anstatt Nr. 1. bezeichnet worden.
  2. Christian Friedrich Schönbein, Vorlage: Schönlein
  3. Olivier Zschokke, Vorlage: Zschoke