Der Kranz im Rhein

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Autor: Hans auf der Wallfahrt, d.i. August von Arnswaldt
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Titel: Der Kranz im Rhein
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aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Zugabe Nr. 1, S. 212
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Scans auf Commons
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Der Kranz im Rhein.

     Der alte Rhein der rauschet,
Die Winde darüber gehn;
Zu Cöllen bei dem Rheine
Da müssen die Rosen verwehn.

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     Es kam wohl über die grüne Haid

Gezogen ein junger Gesell:
„Ich sehe mein Schätzelein wieder,
Wie scheint die Sonne so hell.

     Mach auf, mach auf, mein Schätzelein,

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Ich bring dir ein’n frischen Kranz;

Mach auf, mach auf, mein Schätzelein,
Ich will dich führen zum Tanz.“

     „Sey stille du da draußen,
Ich hab schon einen Kranz;

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Zieh weiter du da draußen,

Wohl ohne dich geh ich zum Tanz.“

     „Und hast du schon einen Kranz im Haar,
Und ohne mich tanzen willt,
So trag’ ich doch so fest und treu

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Im Herzen dein liebes Bild.


     Und bist du schon eines Andern Braut,
Und thust du mir so weh?
Mein Schätzel zu Cölln am Rheine,
Und ich am Bodensee!

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     Ich bin gekommen vom Bodensee

Und will auch wieder hin.
Ich habe dich dort im Sinn getrag’n
Und trage dich noch im Sinn.“

     Der Gesell der ging zum Bodensee,

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Da wand er ein’n Kranz so hell.

Der Kranz der lag im Bodensee
Und auch der junge Gesell.

     Der junge Gesell der blieb da lieg’n,
Der Kranz der schwamm in’n Rhein,

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Der schwamm nach Cölln am Rheine

Zur Herzallerliebsten sein.

     Und als sie den Kranz gefunden,
Da drückt sie ihn an den Mund,
Und mit dem Kranz im Haar sie liegt

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Im Rheine auf dem Grund.
Hans auf der Wallfahrt.