Die Fledermaus

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Textdaten
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Autor: Johann Christoph Friedrich Haug
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Titel: Die Fledermaus
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 250
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die Fledermaus.

Die Fledermaus rief: O Wiesel!
Vor Aengsten ergreift mich ein Friesel.
Dein bin ich kein würdiger Schmaus,
Ich bin ja nicht Vogel, nur – Maus.

5
Grossmütig sagte das Wiesel:

Die Mausart, wahrlich, ist neu;
Doch hab’ ich kein Herz von Kiesel!
Und liess die Fledermaus frei.

     Die Fledermaus rief: O Schuhu,

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Verschone mich, edelster Uhu!

Dein bin ich kein würdiger Schmaus,
Ich bin ja ein Vogel, nicht Maus.
Ei, sprach der Tyrann der Mäuse,
Die Vogelart ist mir neu;

15
Doch entflieg aus unserem Kreise!

Und liess die Fledermaus frei.

     Die Fledermaus rief: O Katze!
Lass ab von mir seltenstem Schatze,
Dem Adler dien’ ich zum Schmaus:

20
Zugleich bin ich Vogel und Maus. –

Nein, Prahler, du sollst mir verderben,
Nicht umsonst hab’ ich dich erzielt!
Auch möge jeder so sterben,
Der zweierlei Rollen spielt!


Joh. Ch. Friedr. Haug.
(1769–1829.)