Die Groß-Industrie des Königreichs Sachsen in Wort und Bild. Erster Theil. König Albert und Königin Karola

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Titel: Die Groß-Industrie des Königreichs Sachsen in Wort und Bild. Erster Theil. König Albert und Königin Karola
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aus: Die Groß-Industrie des Königreichs Sachsen in Wort und Bild. Erster Theil, in: Die Groß-Industrie des Königreichs Sachsen in Wort und Bild.
Herausgeber: Eckert & Pflug, Kunstverlag
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Eckert & Pflug, Kunstverlag
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Erscheinungsort: Leipzig
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[Ξ] Dies Werk, das die Einrichtungen und Leistungen der Industrie des sächsischen Landes zusammenfassend vorführen will, stellt sich selbst in treuer Hingebung und dankerfüllter Verehrung unter den Schutz unseres Allergnädigsten Königs und Herrn. Unter dem fürsorgenden Schutze Seiner Majestät ist Sachsens Industrie in die Höhe gewachsen; in demselben Augenblicke, in welchem sie auf ihre Stellung und ihre Leistungen sich selbst zu besinnen unternimmt, vergegenwärtigt sie sich, was Sachsen überhaupt seinem Königlichen Herrn verdankt.

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Carola Königin v. Sachsen.

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Albert. König v. Sachsen.

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König Albert

ist der älteste Sohn des damaligen Prinzen Johann von Sachsen aus seiner Ehe mit der Prinzessin Amalia von Bayern, am 23. April 1828 in Dresden geboren. Früh hatte seine Neigung sich dem kriegerischen Berufe zugewendet; 1843 war er Offizier geworden; aber auch historische und staatswissenschaftliche Studien fesselten früh seine Interessen. Seine Erziehung und wissenschaftliche Bildung leitete Herr von Langenn, der selbst als Geschichtsforscher um die sächsische und um die allgemeine deutsche Geschichte sich bleibende Verdienste erworben. Der Prinz bezog im hergebrachten Lebensalter die Universität Bonn; unterbrochen wurden dort seine Studien durch die Pariser Ereignisse der französischen Revolution im Februar 1848. Er trat jetzt als Hauptmann der Artillerie in das Heer zurück und machte den Feldzug in Holstein und Schleswig mit. Bei dem Düppeler Sturm (13. April 1849) zeichnete er sich persönlich aus; seitdem blieb er im Verband des sächsischen Heeres.

Nach der Thronbesteigung des Vaters (9. August 1854) empfing der nunmehrige Kronprinz seinen Anteil an den allgemeinen Staatsgeschäften; er war thätig als Mitglied der Ersten Kammer und als Vorsitzender des Staatsrates, ohne daß man ihm einen maßgebenden Einfluß auf Sachsens Regierungspolitik während der Staatsleitung des Ministers von Beust zuzuschreiben irgend welchen Anlaß gehabt. In einer gewissen streng sachlichen Neutralität beharrte der Kronprinz gegenüber den Ereignissen der Tagespolitik, während er vornehmlich auf die Ausbildung des Heereswesens unablässig sein Auge gerichtet hielt. Zuletzt stand er als General an der Spitze der sächsischen Infanterie; ja 1866 übernahm er den Oberbefehl über das sächsische Heer im Böhmischen Feldzuge wider Preußen.

Es gehört nicht an diesen Ort, von den kriegerischen Lorbeeren ausführlich zu berichten, welche der sächsische Kronprinz unter den ungünstigen Verhältnissen von 1866 sich errungen. Hell erstrahlte der Ehrenschild des sächsischen Heeres in Böhmen; vom obersten Führer bis zum letzten Mann that Jeder seine Pflicht. Aber die Österreicher, Führer wie Truppen, bewährten sich keineswegs als Geistesverwandte ihrer sächsischen Verbündeten. Dagegen sahen mit unbedingtester Bewunderung die Sieger von 1866 auf die Feldherrnkunst des sächsischen Heerführers hin; ihnen war er ebenbürtig.

Es war selbstverständlich, daß nach dem Eintritt Sachsens in den Norddeutschen Bund dem Kronprinzen die oberste Führung des sächsischen Heeres anvertraut blieb, das 1867 das XII. Armeekorps des norddeutschen und später des deutschen Heeres bildete. Um die innerliche Ausgleichung und Verschmelzung der sächsischen und preußischen Heere erwarb der Prinz sich während der nächsten [Ξ] Jahre in stiller, aber zielbewußter Arbeit die wesentlichsten Verdienste. 1870 fand er die Gelegenheit, unter günstigen Verhältnissen seine Feldherrnbegabung zu zeigen.

Keinem Deutschen ist es unbekannt geblieben, von keinem Deutschen kann es jemals vergessen werden, welche Beihülfe zur Niederwerfung des französischen Erbfeindes und zur Aufrichtung des Deutschen Reiches unser Kronprinz 1870 geleistet hat. Hat doch der unvergleichliche Schlachtendenker selbst in dem sächsischen Königssohne Seinesgleichen erkannt und ihm vor allen anderen deutschen Generalen den höchsten Ehrenpreis zugesprochen! Nachdem er bei Gravelotte und St. Privat seine Bedeutung als Stratege offenbart, wurde ihm die Führung der selbständig operierenden IV. Armee übertragen. Bei Beaumont und Sedan und später vor Paris traten die Vorzüge seiner Heeresführung deutlich hervor. Unter den Helden, die dem deutschen Volke Kaiser und Reich erstritten, stand Kronprinz Albert in der ersten Reihe. Jubelnd empfing ihn das deutsche Volk am 16. Juni 1871 bei dem Einzuge in Berlin, jubelnd empfing ihn das sächsische Land am 12. Juli in Dresden. Vertrauensvoll blickt Deutschland seit jenen Tagen auf den in schwerer Zeit erprobten Helden, und wiederum werden, wenn es nötig sein sollte, mit siegesgewisser Begeisterung unter seiner Führung Deutschlands Krieger zum Kampf ausziehen, das Vaterland, sei es gegen Westen oder gegen Osten, zu verteidigen.

Um 29. Oktober 1873 folgte der Kronprinz dem Vater auf dem ererbten Königsthrone.

König Albert ist eine der sichersten und festesten Säulen und Stützen des deutschen Kaisertumes, zu dessen Begründung und Aufrichtung gerade sein Schwert so erfolgreich mitgearbeitet hatte. Der deutsche Kaiserhof wußte es und weiß es, daß es in Deutschland keinen treueren Reichsgenossen giebt, als König und Volk und Heer in Sachsen. Hand in Hand sind in allen entscheidenden Fragen zwei Jahrzehnte hindurch die Reichsregierung und die sächsische Regierung gegangen. Wie König Albert dem kaiserlichen Heldengreise ein unlöslich fester Gehilfe gewesen, zu jeder Leistung in jedem Augenblicke bereit, so bot er dem jugendlichen Herrscher, der heute die Kaiserkrone trägt, als selbstloser, unbedingt zuverlässiger Ratgeber sich dar: innige Freundschaft und Gemeinschaft halten König und Kaiser miteinander verbunden.

Die Art und Weise, wie König Albert seit 1873 die Regierung des Sachsenlandes geführt hat und führt, ist ganz dazu angethan, Bewunderung und Verehrung und Liebe in den Herzen seiner Unterthanen und aller übrigen Deutschen zu entzünden. Er hat sein Leben in den Dienst seines Volkes gestellt. Das Wohlergehen des ihm anvertrauten Volkes ist der Mittelpunkt seines Denkens und Fühlens: er lebt ausschließlich den Interessen seines Volkes.

Hier in unserem Sachsen hat sich während des letzten Menschenalters die Eigenart deutschen Verfassungslebens aufs trefflichste bewährt. Königtum und Volksvertretung arbeiten und wirken hier einträchtig und einsichtig zusammen zum Heile von Staat und von Volk. Keine Eifersucht spaltet die Interessen der Krone von denen des Volkes; besonnen und überlegt schaffen vielmehr alle Faktoren des staatlichen Lebens gemeinsam an der Weiterentwicklung der staatlichen und öffentlichen Einrichtungen, um allmählich und schrittweise die Anforderungen der Neuzeit ins Leben zu führen. Auf allen Gebieten schreitet eine maßvolle Reform vorwärts, ohne Hemmungen und Erschütterungen, ohne Übereilungen und Rückschläge.

Auf alle Gebiete des staatlichen Lebens erstreckt sich Bemühung und Sorge unseres Königs. Kunst und Wissenschaft, Kirche und Schule, Handel und Industrie erfreuen sich seiner thatkräftigen Fürsorge; auf Hebung und Förderung des materiellen Wohles der arbeitenden Klassen richtet sich [Ξ] unermüdlich die Thätigkeit seiner Regierung. Ein frommer und überzeugungstreuer Bekenner katholischen Glaubens umfaßt unser König mit gleicher Fürsorge und gleichem Wohlwollen auch die Thätigkeit der evangelischen Landeskirche: den Geboten landesherrlicher Parität gehorcht unser König mit billig abwägender Gerechtigkeit.


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Ihm zur Seite steht die gleichgesinnte Genossin seines Hauses und seines Lebens. Am 18. Juni 1853 hatte Prinz Albert schon den Bund geschlossen mit der Prinzessin Karola, die am 5. August 1833 dem Hause Wasa entsprossen, das einst eine hervorragende Bedeutung in der nordeuropäischen Geschichte behauptet, dann aber durch die Ungunst der Zeiten seines fürstlichen Besitzes verlustig gegangen war. Mit voller Hingebung waltet


Königin Karola


ihres hohen Amtes, eine thatkräftige Pflegerin und Beschützerin unzähliger Veranstaltungen und Vereinigungen, welche der öffentlichen Barmherzigkeit, der Kranken- und Armenpflege sich widmen, ein leuchtendes Vorbild den Frauen und Töchtern ihres Landes.


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König Albert gehört zu denjenigen fürstlichen Persönlichkeiten unserer Zeit, denen die glückliche Wiederherstellung und machtvolle Wiedererhebung des monarchischen Prinzips verdankt wird; unmittelbar wird in der Erinnerung späterer Geschlechter sein Bild an die Erscheinung des alten Heldenkaisers Wilhelm sich anschließen.

Dauern wird sein Gedächtnis als eines der Mitbegründer des neuen Deutschland für alle Zeiten!

König Albert hat niemals nach der an und für sich wohlfeilen und wertlosen Popularität bei den Massen gehascht; ihm ist in stetig wachsendem Umfange Anerkennung und Verehrung der denkenden Volksgenossen zu teil geworden. Je mehr man von dem Walten des Königs erfahren, je eingehender die Kenntnis seines Wesens unter den Zeitgenossen sich verbreitet, desto heller erglänzte der Stern seines Namens, desto lauter ertönte Preis und Ruhm seiner Verdienste. Heute erhebt sich ein Segensruf und Gebet aus aller Sachsen Herzen:

„Gott erhalte dem Sachsenvolke noch viele Jahre lang seinen König Albert und dem deutschen Reiche die feste und treueste Stütze seiner segensreichen Regierung!“


Dr. ph. Wilhelm Maurenbrecher,
Professor an der Universität Leipzig, Direktor des Königlichen historischen Seminars,     
Königlich Sächsischer Geheimer Hofrat, Ritter pp.