Die Klagemutter, die Schretzelein, die Druden und die Feuermänner bei der Stadt Hof

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Die Klagemutter, die Schretzelein, die Druden und die Feuermänner bei der Stadt Hof
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 25
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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620) Die Klagemutter, die Schretzelein, die Druden und die Feuermänner bei der Stadt Hof.
S. Ernst, Gesch. u. Beschreib. d. Bezirks u. d. St. Hof. 1866. S. 36 fg.

In der Nähe der Stadt Hof wohnten die Klagemütter. Es sind dieses alte Weiber, die an düstern Plätzen wohnen, sich aber Niemanden zu nahe kommen lassen, ihre Farbe ist schwarz und ihre Beschäftigung besteht in Wehklagen und Heulen.

In der Stadt Hof selbst wohnen die Schretzelein oder Schretel, namentlich in den Ställen, wo sie in Gestalt kleiner hurtiger Thiere Unfug treiben. Hören und sehen sie, daß das Gesinde das Rindvieh schlecht behandelt, flucht und schimpft, dann sind sie oben auf, verderben das Futter und machen das Vieh unruhig, so daß es nicht gedeiht.

In derselben Gegend treiben auch die Druden ihr Unwesen. Es sind diese eine Art Hexen, welche sich bei Nacht in die Schlafkammern schleichen, sich diejenigen Schläfer, welche auf den Rücken liegen, aussuchen, sich auf die Brust derselben setzen und sie so stark drücken, daß sie sich weder rühren noch um Hilfe rufen können. Dieselben tauschen auch, wenn sie in ein Haus kommen, wo eine Wöchnerin liegt, sobald diese schläft und allein ist, was man deshalb im ganzen Voigtlande auch überall ängstlich vermeidet, die wohlgebildeten Kinder gegen ihre eigenen ungestalteten, die sogenannten Wechselbälge, um.

In derselben Gegend lassen sich auch bei Nacht im Freien an sumpfigen öden Stellen feurige Männer sehen, welche die Wanderer vom rechten Wege abzulenken suchen.