Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):279

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
278 <<<Vorheriges Blatt
Die Schedelsche Weltchronik    Blatt CCLXXIX
Nächstes Blatt>>> 280
Schedelsche Weltchronik d 279.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


CCLXXVIII verso:

ist die maist kawfmanschatz rauhe ware. der geprauch des gelts ist vnbekant. an des gelts stat geprauchen sie die rauhen ware. als zoebel vnnd der gleichen. Die edeln weiber haben offenlich pulen oder koebßmann mit verhengknus irer eemann. die heissen sie helffer der ee. Den mannen ist nit gepuerlich sunder schentlich neben iren eelichen frawen zuweiber zehaben. Sie entledigen sich leichtlich irer ee vnnd nemen denn wider aneinander. Bey den Littawrn gefelt vil wachs vnd hoenigs dz die wilden pynen in den welden außziehen. der geprauch des weins ist bey inen seltsam vnd fast schwartzs brot. so haben sie von dem vihe vil milch. Das gezueng diss volcks ist Windisch.[1] dann diss ist gar ein weite zung vnd in vil seckt getailt. wann ettlich auß den windischen hangen der roemischen kirchen an. als die dalmacier. croacier. crayner vnd poln. Ettlich der kriechischen irrung als die Bulgari Rewssen vnd vil auß den Littawern. Ettlich haben sundere ketzerey erdacht. als die Beheim Merhern vnd Bossen. Vnder denen der miast tayl der Manicheyschen absynnigkeit nachhenngt. Ettlich sind nochmals mit haidnischer plintheit verfinstert als vil auß den Littawern. auß denen ein große anzal zu dem cristenlichen glawben bekert worden ist. als Vladislaus in disem volck das polnisch koenigreich anname. dann ettlich auß den Littawern hetten dauor die schlangen angebettet. ein yeder hawßuater het ein schlangen in einem winckel die speyset er. Ettlich ereten dz fewr fuer heillig. ettlich die sunnen. vnd einen vbergrossen eyßnen hamer. ettlich den waldt. von disen irrungen vnd aberglawben allen sind sie zu Cristo bekeret worden durch einen von Prag puertig Jheronimus genant. der zu den zeiten des vrsprungs vnd anfangs der hussitischen ketzerey auß Beheim gein Poln flihende von dem Polnischen koenig Vladislao befelhbrieff an den Littawischen fuersten Vitoldum empfieng in die Littaw zohe vnnd die vorberuerten irrung vnder dem volck außrewtet.


Von Rewssen land

DIe Rewssen stossen an die Littawer ein grobs vngeschickts volck. Alda ist die gross statt Nogartte. dahin die Teuetschen kawflewt mit großer arbai raysen. Alda ist grosse habe. vil silbers. vnnd koestliche rauhe war kawffende vnd verkawffende. das silber gewegen vnd nicht gepregt geprauchende. Alda mitten auff dem margk ist ein vieregketer stain welcher auff denselben steygen mag vnd nit herab geworffen wirdt der erlanngt die herrschung der statt.


Von Eifland

Eyfland darnach die letst gegent vnd prouintz der cristen stost gein mitternacht an die rewssen. Die Tarter lawfen offt in dise gegent. Die teuetschen brueeder habin diss land mit dem schwert gesucht vnd zu cristenlichen glawben gezwungen. dann es was dauor haidnisch vnd eret die abgoetterey. An dise gegent rueert vom nydergang das balteeisch meer. das ettlich das alt wendelmeer gehaissen haben. die weil die mitternachtlich gegent als yetzo den kriechen vnd walhen nochmals nit bekant was der cristenlich glawb hat disen tail der erden vnßerm geschlecht eroeffnet. vnd die grobheit der grawsamen voelcker hingenomen vnd ir leben zu sytlicherm wesen gebracht.


Von dem volck Massagete genant

ZWischen Eyfland vnd Preueßen ist ein klains land villeicht einer tagrays prayt aber fast lang von den preuessen gein Eyfland. darinn wonet ein volck Massagete genant das ist weder haidnisch noch recht cristglawbig vnd doch dem polnischen gewalt vnderworffen. vnd von dannen heer erstreckt sich dz polnisch koenigreich bis an das meer.


Von Prewßen
Nuremberg chronicles f 277r (Carinthia).jpg

CCLXXIX recto:

Nach dem Massagetischen volck begegnen die Preueßen. Die wonen an beden gestadten dess fluss die Weichsel genant. die dann ein endschaft des Polnischen vnd Teuetschen lands ist. die entspringt auß den pergen die Poln vnd Hungern schaiden. vnd befeuechtiget einen tayl des Polnischen lands. aber sie lawft durch Preueßen auß vnd auß von det statt Dorn bis gein Tantzko alda rynnet sie in das meer. Vnd nach dem hieuor in dem buoch am .cc.x. blat von gelegenhait diss lands vnd von den kriegs geschihten zwischen den Teuetschen brueedern vnd Polnischen koenigen in disem land verloffen meldung vnd anzaigung beschehen ist so wirdt an dem end vermiden die beschreybung derselben ding durch Eneam nach der leng begriffen alhie abermals zeuerkleren.


Von grossem Sachsen land
Nuremberg chronicles f 281v (Saxonia magna) de 281r.jpg

  1. wendisch, d.h. slawisch