Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):056

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LV verso:

Das vierd alter
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     Die myndern propheten.

Sophonias der. ix. prophet von den. xij. propheten ein sun chus des edelsten mans vnder den hebreyschen hat fueruerkundet die zerstoerung vnd widerpawung iherusalem.

Vrias der prophet ward ertoedt vomm konig Jeconia.

Abacuck der. x. vnder den xij. propheten vol des gaists der weyssagung bey iudeam in wierden gehalten weissaget wider Nabuchodonosor vnnd babilonem. Diser bracht auch die speyß dem Daniel do er zu babilonia in der leoben gruoben was

 
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Baruth ein notari Jheremie des propheten hat ein prophetisch buch gemacht. vnd darinn den trost von der widerfart auß der fencknus fuergekundet. Sarayam hat der nabuchodonosor in reblata mit andernn ratgeben sedechie todgeslagen.

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Ieremias der allerheiligst prophet von mutter leib geheyligt. auß briesternn geporn. fieng an dieweil er noch ein kindt. xiij. iar alt was zu der zeit Josie wider iherusalem vnnd den tempel zeweyssagen. vnnd er weyssaget xl. iar. on die iar in den er zu egipten prophetisiret. daselbst wardt er nach vil im bewysenns frefels

 
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bey Taphnas von demselben volck verstainigt vnd an demselben ende begraben. vnnd nach dem er die slangen veriaget darumb ward er nach senym tod geeret.

Olda die weyssagin wz Sellum des hoehsten briesters weib vnd hat geleuechtet vnd geweissagt dem konig iosie vnd sunderlich die zerstorung iherusalem vnnd die fencknus irs volcks.


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Dise sechs alle noch kindere warden mit dem konig Joachim gein babilonia gefangen gefuert.

Nabuchodonosor het ein guldine sawl. lx. elnpogen hoh imm feld auffgesetzt vnd alle fuersten der gegent zu weyhung vnd erung derselben sawl gefordert vnd der scherg oder puettel rueffet auß. Ir solt die sawl anbetten. dann wer die nit anbettet der wuerdt in diser stund in den ofen eins prennenden fewrs gesennd werden. Nw betten sie alle an on die gesellen Danielis. daruemb warden sie bey dem konig verclagt. da ward ein ofen sibenfeltig angezuendt darein warden sie gepunden mit irn klaidern geworffen, aber der flamm des fewrs ertoedtet die mann die sie in den ofen ließen. vnd der engl des herren fueret hinein als einen wehenden wind des tawes der sie erquicket. do lobten vnnd benedeyten dise drey kinder mit einem mund got den herren.

     Josedech der bischoff ein sun Azarie ist als der herr iudam vnd iherusalem durch den gewalt Nabuchodonosor verwendet mit andern gein babiloniam gefangen gefuert. Ettlich sprechen ine Eßdram den schreiber vnnd briester oder villeicht seinen bruder gewesen sein.


LVI recto:

Blat LVI

der werlt
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Rhea (sunst auch Ilia genant) Numitoris des koenigs tochter zu diser noch ein iunckfrewlein wardt nach gewaltsamer entsetzung irs vaters vomm reich von Amulio irem vetter vnder die iunckfrawen der goettin des fewrs Vesta genant getan vnd ewige iunckfrawschaft zehalten benoettigt. als sie aber zu volligerm alter komen was vnd mit vnzuechtigen stacheln bewegt wardt do vermischet sie sich in vnloblich vmbfenng eins vnbekanten mans. von dem wardt sie geswengert. also das sie Romulum vnd Rhemum miteinander gepare. daruemb wardt sie auß befelhe Amulij irs vetters lebendig begraben. darnach hieß er auch die zwen zwiling in die Tyber zu Rom werffen. aber nach dem die diener zumm gestadt des fluss von der menig wegen der wasser nit komen mochten do legten sie die zwyling an dz gestadt vnd also mocht auß gepiet Amulij der in den fluss hingeworffen Romulus mit rhemo seinem bruder nit außgeloesscht werden. do nw das wasser eingezogner wardt vnd ein wuelffin das wainen der kinder hoeret verließe sie ire woelflein volget dem waynen der kinder nach vnd muettert die kindlein. dieselben hat darnach einer des koenigs hirt Faustulus genant bey einem pawm gefunden vnd in sein haws haim getragen vnd schier vnder der herden des vihs in grobem pewrischem leben erneret. Etlich maynen dise kind seyen des abgots Martis gewesen. daruemb das sie in dem wald Martis geporn. oder von einer wuelfin (die in dem schutz desselben Martis ist) erneret seyen. do sie nw vnder den hirten aufwuchsen so mereten sie vmb die kraft teglichen streyt. sterck vnd verwuestung. do sie aber zu iren tagen komen haben sie amulum iren vetter den koenig ertoedt. vnd Numitorem iren anheren wider in das reich eingesetzet. derselb wardt aber in dem nachfolgenden iar abgethan. vnd also der namen der Lateinischen oder Albanischen koenig außgeloesscht. do man vnder. xxi. koenigen. vic. xxvij. iar geregiert het.

Remus der obgenanten Rhee sun hat in disem iar mitsampt Romulo seinen bruder ein statt do yetzo Rom ist fuergenomen vnd erpawen. vnd dieweil sie nw zwiling brueder vnd gleich erben waren do vnderstunden sie sich durch vogelgesiht mittel zesuchen welcher auß ine regiren vnd der statt nach ime namen geben solt. nw het Remus (der den Auentinischen berg innhielt) zu erst sechs geyern. vnd darnach Romulus (der den Palatinischen berg besasse) zwelff geyernn gesehen. Also maynet Romulus das er als ein obsyger des gesihts der merrernn foegl auch billich ein regirer der statt. vnd dieselb statt nach bedeuetnus der pluotgirigen zu dem rawb gewonten foegl ein streitterin seyen wurdt. nw wardt es angesehe dz ein auffgeworffne schuedt zu beschirmung der newen stat gnuogsam solt sein. Diss belachet vnnd beredet der Rhemus. daruemb wardt er (ettlich sagen auß gehaiss seins bruders. die andern sprechen von Fabio des romuli rittermeister) erslagen. vnd an dem ende begraben da er den fueßstapffen oder das zil der kuenftigen mawr uebertrate. Diss was das erst opffer dardurch er die befestigung diser newen statt mit seinem pluot geweyhet hat.

Anfang der Roemer reich

Romulus der erst koenig der roemer hat imm. xxi. iar seins alters. vnd imm. iijc. xxiiij. iar des reichs Dauid. als Numitor ertoedt was vnd dz reich der Lateinischen in zerstrewung lage. nit mit kleiner versamelter hand der hirten. mitsampt dem obgenanten Remo seinem bruder an einem vnbewarten erdpodem ein kleine statt gepawt vnd die nach ime rom genennt. vnd daselbst in disem iar (als Eusebius schreibt) zeregirnn anfahende. xxxviij. iar geregiert. Wiewol aber romulus auß zweifelicher gepurt dar komen wz so wz. doch (als plutarcus setzt) sein angeporne art vnd aigenschaft nit knechtlich. sunder sie truog ein koenigliche groeß vnd fruemmkeit vor ir. in ime fuerschyne ein geringfertige natur. vnd ein fast geschickte synnreichigkeit zu den reten vnd zu burgerlicher sytlicher fruemkeit. daruemb kome er zu grosser hoehe der wirdigkeit. Als nw Rom gepawet was do teylet er die. die kreftigs alter erlangten auß in ritterliche rott zu uebung der streit. die uebrige menige hieß er ein volck. darnach schoepffet er rattherren. die hieß er vater. vnd die so auß ine geporn warden Patricios. vnd nach dem aber vorher daselbst gepruch vnd mangl an innwonernn war so ließe er einen wald der nahend dabey was allermeniglichen frey. daselbsthin komen von vil oertern ein grosse anzal menschen. also machet er ein Roemisch volck. Aber allda was ein weiplichen personen ein mercklicher mangl. vnd deßhalb ein sorg der verminderung des volcks. demnach machet Romulus ein gedichtes scheinspil. dar zu komen vil iunckfrawen in der nehe wonende dasselb spil zeschawen. do warden sie von den roemischen gefangen. vnder sie verheyratet vnd also vrsachen vil kriegs. vnd also nw diser allerweisist koenig den stannd der Roemer in mancherlay weise geordnet het vnnd auff ein zeit außerhalb der stat bey einer pfuetschen was do wardt er gehling auß aller menschen gesihte hingezucket.