Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):148

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verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter

Alboinus der.xi.konig longobardorum wardt mit allem seinem volck ausz pannonia in welsche land als in ein fruchtperere vnn weidreiche gegent zekomen von narsete gefordert vnn darauff bewegt dz er mit allen longobardis. mannen. weibern. iren kindern vnd vihe durch syrmium vnd foriaul in welsch land mit auszerklawbtem heer gerayset. die gantzen venediginischen gegent erstlich eingenomen. vnd darnach in Insubriam ziehende die statt mayland mit gewalt erobert vnd verheeret. papiam drey iar belegert vnd zu letst gewunen vnn sich fueroan gein verona gefueeget vnn daselbst einen stuol des gantzen koenigreichs auffgericht hat. In derselben statt het alboinus sein weib die konigin rosumundam. auch sein schatz vnd allen konigclichen hawszrat. Als nw diss volck in wunn vnd freueden schwebet vnn also nach seiner vnart solche freued in wirtschaft vnnd trunckheit mit zutrincken vermischet do truncke der konig einsmals auch in solchen wirtschaften ausz eim becher gemacht von der hirnschaln seins schwehers gamundi den er dauor in pannonia ertoedt het. Vnd al aber der konig des weins zeuil vnbeschaidenlich in sich geschoepft het also das er froelich. oder (aigetlich zereden) absinnig wardt do schicket er seiner gemahel der koenigin denselben becher vol guts weins. das empfieng die fraw so hoh zu hertzen das sie ir in derselben stund fuersetzet die belachung vnd hoenung irs vaters hinschaln mit irs mans todt zerechen. vnnd fieng den handel also an. Helmechildis em edler ritterlicher vnnd schoener iungling an dem koenigclichen hoff buolet ein iunckfrawen in der koenigin frawen zimmer. als die konigin solchs erfuere do verfueget sie das die iunckfraw dem iungling sein willens volget. das tet die koenigin darumb das sie hoffet der iungling wuerd ausz gewagter fuerwitzigkeit vnn gailhait seins gemueets zu vnbesunner tuerftigkeit kunftiger tat vnn der konigin anmuotung dest liederlicher bewegt werden. als sich dann das in der geschihte darnach erfunde. dann der iungling wardt heimlich in des konigs schlafkamer gefueert vnd toedtet den konig in hoffnung er solt (als ine die konigin vertroestet het) angeender konig werden. aber sie mochten das nit erlangen sunder wichen ausz forcht gein rauenna. vnd vnlang darnach ertoeteten sie sich selbst mit gift.


Longinus der kriechisch man erster oberster regiret welschs lands erarchus genant hat mit einem newen namen des regirens oder oberkeit in welschem lannd aufgebracht vnd sich zu rauenna enthalten. vnd in pflegnus welschs lands vnd der stett die in den gegenten des kaisers iustini mit rom vnd rauenna verharreten. erstlich ein solche weisz gehalten. dz einicher verweser.pfleger oder obrer nit landen vnn gegenten vor sein solt. sunder ein yede stat.marckt oder commun solt von iren obernn bewart vnd geregirt werden. vnd dieselben obrer hiesz er hertzogen. Also machet er rom andern welschen stetten gleich. sie allain in dem stueck erende das er den regirer deszmals der stat rom einen verweser.aber doch sein nachkomen hertzogen hiesz. vnd also ist darnach vil iar ein roemischs hertzogthum in namen gewesen vnd solche oberkeit hat bey hundert vnd.xxiiij.iarnn gewert.

Leander der tolletanisch oder hispalensisch bischoff was ein heilliger vnd hohgelert man. Ausz des predig.lere.ebenpild vnd kluogheit alles volck visigothorum durch recaredum iren koenig von der arrianischen ketzerey bekert wardt. dann er hat vil schrift gemacht nit allain zu bestetigung vnsers recht cristenlichen glawebens. sunder auch zu vertilgung. verachtung vnd verschmahung der arrianischen irrung. die die wandali ausz aphrica in hispaniam von belizario vertriben gebracht hetten. Diser heillig man hat in seinem leben vnd imm end an vil wunderzaichen vnd wercken geleuechtet. darumb ist er vnder die zall der heilligen geschriben. vnd sein tag wird gehalten amm.xxvij.tag februarij.

Iohannes der almusner vnd alexandrinisch bischoff hat diser zeit die orientischen kirchen souil mueglich wz in dem glawben enthalten. mit lesen.disputiren.s.hreiben vermanen.leren.wiewol er vil widersacher het. het auch grosze zaichen. viel almuosens vnd andere werck der gueetigkeit getan. Diss heilligen mans loeblichs vnd wunderperlichs leben hat Leontius der bischof neapolis der inseln ciprie gar schoen beschriben.

In disem aufruorigen vngestuomen wesen diser zeit wer es schier gar vmb den welschen namen geschehen wo die heilligen mann paulus patriarcha aquileynsis.vnd felix der bischof zu teruis welschem land nit zu hilff komen wernn. dann paulus flohe mit seiner briesterschaft vnd pfafheit vnd heilligen zierde ausz aquileya gein venedig so erwarb felix seiner kirchen guettern bey den konig alboino frid vnd sicherung.

recto:[Bearbeiten]

der werlt Blat CXLVIII

Fortunatus der tudertinisch bischoff ist in ausztreibung der boeszen gaist groszer gnad vnnd kraft gewest. also das der yezuzeiten von beseszen lewten vil schar der teufel auszgeiagt vnd vil menschen geledigt. auch ein schel.lichs schedlich pferd mit dem zaichen des creuetzes gesenftigt vnd einen plinden erleuechtet. man sagt das sein leichnam in der statt Tudertina nochhewt bey tag die tewfel ausztreib vnd die krancken gesund mach wie er lebendig getan hat

Ein ander fortunatus ein hohgelert vnn wolsprechend man hat die gallier mit schriften vnnd exempeln zu nachgueetiger goetlichter ere angeschickt. vnd sigiberto irem konig ein buechlein wie er sein konigreich regirnn sol beschriben. Auch sant martins leben.

Germanus der bischoff zu pariss. ist (als ettlich schreyben) diser zeit gar ein heillig man gewest. Er hat die konig zu franckreich alweg imm ambt behalten. der maszen das ye einer den andern an andechtiger vbung. gueetigkeit genad vnnd holdseligkeit vbertreffen wolt. was guoter werck sie an disem bischoff sahen die vbeten sie auch. So grosze ding wuercken die exempel der guoten hirten.

Samson der dolensisch bischof hat in wundersamer heiligkeit geleuechtet. in seiner weihung kom ein tawb von himel die sasz ime auff sein hawbt so lanng bis er geweyht wardt.

Amandus der traiectensisch bischoff in Vasconia (zu des zeitten das volck zumal grawsam was) hat sie mit seiner heiligkeit vnd lere zu grietigerm leben gezogen

Gregorius der tironenisch ertzbischof imm achten iar des kaisers iustini geweyhet ist in allen dingen beruembt gewest vnd hat.xv.iar das ertzbistumb verwesen. Als gregorius der groz in den babstlichen stuol kom. so hat er als ein wolgelert man die geschiht der konig zu franckreich vnd anders beschriben.

Radegundis ein konigin zu franckreich. ausz der gegent thuringie puertig wardt nach vberwundnem irem vaterland rewplich hingefueert vnd vnder des konigs lotharij gewarsam erneret. nachfolgend eim irdischen fuersten vermahelt vnnd doch von dem himlischen konig nit abgesundert. sunder darnach durch medardum zu closterlichem leben dem hernn geweihet. Sie hat dem pictauensischen volck ausz mitwuerckung der gnaden gottes durch verordnung lotharij des konigs ein closter gepawt vnn als ein abbtissin darinn.mit einer grossen menig in aller massigkeit vnd wunderwercken gelebt vnd gar ein loeblichs seligs end genomen. imm ersten tag des monats augusti.

Gregorius der grosz genant von wegen seiner heilligkeit vnd hoehe sunderer seiner sittlichen weiszheit.darinn er schier alle lerer futroffen hat ist ausz rattherrlichem edelm roemischen stammen geporn Aber wiewol er den hohsten gipfel naturlicher kunst vnd weiszheit in seiner iugent erraict. vnd auch vberflueszigen reichthuemb zeitlicher gueter hett so hat er doch alle ding verlaszen vnd gaistlichen stand auszerkorn. vnd doch auch verhinderung macnherly wertlicher gescheftige tragen. vnd zu letst nach absterben seins vaters sechs cloester in Sicilia gepawen. vnd das sibend in sant audreszen ere zu rom gezimmert. darinn er nach verachtung koestlichers gewands in schnoedem klaid gewonet hat. Er kostiget seinen leichnam mit solcher massigkeit vnd abbruch das er mit gekrencktem magen kawm leben mocht. vnd wardt von seyner fruemkeit vnn heilligkeit wegen in groszen werde gehalten. vnn hat zu constantinopel vnn auch zu rom den cristenlichen wesen zu guot vil treffenlicher schriften gemacht.