Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):192

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CXCI verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter
Linea der bebst // Victor der ander

VIctor der ander vormals Gebhart genant vnd der. xvii. bischof zu Aystet[1] auß bayern puertig hat nach Leone die babstlichen wirdigkeit erlanngt. aber mer auß gnad kaiser Heinrichs denn auß freyer wale. dann die roemisch pfafheit vnd volck forchten kaiser Heinrichs mechtigkeit. Als nw diser Victor mit gemainer verwilligung menigclichs zu dem babstlichen stuol bestettigt wardt do het er zu Florentz ein grosse versammlung. darinn entsetzet er vil bischoff irer bistthumb von symoney vnnd vnkeueschheit wegen. die pfafheit vermanende was inen zethun gepueret mit fuerhaltung der peen vnd straff der ihenen die die gaistlichen gesetz vnnd ordnung vbertreten. Diser Victor starb in dritten iar seins babstthumbs.

Stephanus der newnd

STephanus der newndt dauor Friderich genant auß Lothringen puertig wardt nach absterben Victoris ordenlich zu babst erkorn. Alßpald nach angenomnem babstthumb keret er fleiß fuer das die Meylendisch kirch die sich bey. iic.[200] iarn von der roemischen kirchen entzogen het die roemischen kirchen als ir oebern wider erkennet. Als diser babst schier alles welsch vnd burgundisch land mit symoney befleckt verstund do schicket er Ildebrandum den ertzdiacon daselbsthin sie von solchen vbeln zeraynigen. vnd do er ein concili gein Florentz zeberueeffen fuergenomen het do starb er am achten monat vnd achten tag vnd ist zu Florentz in der hawbtkirchen begraben.

Benedictus der zehend

BEnedictus der zehend auß Campania puertig vormals Mintius genant wardt durch die mechtigen roemer babst gehaißen wider verwilligung aller cardinel vnd pfafheit die deßmals zu rom warn. Als nw diser Mintius der Velitrensisch bischoff also in den babstlichen stuol gedrungen vnd Benedictus der zehennd genannt wardt. vnd nw Ildebrandus. die cardinel. bischoff vnd andere pfafheit kein ordenliche wale zu rom thum mochten do zohen sie gein Senis vnd erweleten Gerardum vnd Benedictus wardt außgetriben im zehenden monat seins babstthumbs.

Nicolaus der ander

NIcolaus der ander auß Sophoia[2] puertig vormals Gerardus genannt bischoff zu Florentz wardt von tugent vnd seins gemueets fuertreffenlichkeit wegen nach entsetzung des vnordenlich erkornen Benedicti zu Senis[3] babst erwelet. Diser hohweyse vnd fuersichtig babst hat in demselben concili die form vnd mass wie die bebst von den cardeneln erwelet sollen werden auffgesetzt. als dann in dem gaistlichen rechten verleibt ist. Auff das ward nach der gepurt cristi tawsent. lix.[1059] iar zu Nitrio in gegenwuertigkeit der bischoff vnd des adels ein concili gehalten. Etlich schreiben das Berengarius in disem concili von seiner irrung abgerueefft worden sey. So sind ettlich die setzen das Heinrich der vierdt von disem Nicolao dem andern die kayserlichen kron empfangen hab. Diser Nicolaus starb seins babstthumbs im dritten iar sechsten monat vnd am sechßundzwayntzigisten tag vnd der stuol feyret deßmals. xii. tag.

Alexander der ander

ALexander der ander dauor anßhelmus gehaißen auß Mailand puertig bischoff zu Luca ward von seiner holdseligkeit. gueetigkeit. senftmueetigkeit vnd lere wegen in seinem abwesen nach absterben Nicolai zu babst erkorn. vnd kom in babstlicher gestalt vnd klaidung gein rom. Nw mayneten die bischof dißhalbs gepirgs das billich wer das einer im land auß irer zal erwelet werden solt vnd erlangten durch Gibertum von Parmeno. von kaiser Heinrichen wider agnesen seiner muoter willen das ein ander babst gewelet werden solt. do zohen die teueflischen bischoff wider in Lombardiam vnd erkieseten Cadolum von parmeno zu eim babst. Dem waren die herdißhalb des gepirgs alle gehorsam. Do zohe Cadolus gein rom zu. vnd begab sich in den neronischen feldern ein schwerer streyt vnd wardt auß rom getriben. vnd darnach durch Cincium des verwesers zu rom sun in die engelburg gefueert. als aber kaiser heinrich die irrung erkennet do setzet er alexandrum widerumb ein vnd starb im zwoelften iar seins babstthumbs.

CXCII recto:[Bearbeiten]

der werlt
Blat CXCII
Linea der kaiser // Heinrich der vierdt

HEinrich der vierd des vorgenanten kaiser Heinrichs des dritten sun ward im im.lvii. iar des herren[4] nach seins vaters absterben noch also iung von den churfuersten zu koenig vnd kuenftigem kaiser erkorn vnd herrschet bey. l.[50] iarn. Nach absterben seins vaters was er vnder seiner muter agnesen der kaiserin huot vnd bewarung. die dann ettliche zeit das kaiserthumb weyßlich vnd fridlich regiret. darnach auß verlayttung der seinen verachtet er der muoter rete vnd empfrembdet sich von ir. das was ein vrsach vnd samen großer zwittrachtigkeit. Nw wolt sich die kaiserin als ein gotzdienstlichs weib in die werltliche gescheft nicht einwickeln darumb erwelet sie ir ein gaistlichs leben in eim closter. darnach zohe sie von andacht wegen gein rom. alda vbet sie sich in vil guoten tugentlichen wercken bis in ir heilligs ende vnd wardt ir leichnam in sant Peters kirchen bey sant Petronelle altar begraben. Diser sighaftig vnd zu rom gekroenter kaiser Heinrich kom mit seim heer durch apuliam wider anhayms in sein vaterlannd. Er was langzeit ein ruomwirdiger. wolberedter. scharpfsinniger. des almuosens mylter. vnd in ritterlichen henndeln vnnd taten ein fast glueckhaftiger fuerst. wiewol er im ende seins kaiserthumbs zu widergeltung seiner verhandlung von den fuersten vnd auch von seinem aigen sun vil widerwertigkeit vnd anstoesse erlidden hat. Zu geprauch der freyheit seiner iugent setzet er ime fuer in sachßen zewonen. Aber nach dem er sich vnderstunnd den adel zeuerdrucken vnd auff iegerey vnd spil mer fleiß dann auff pflegnus der gerechtigkeit zehaben. do fiengen die sachßen an ine zeuerachten vnd vil wider ine dem roemischen babst zeuerkuenden. Auff das verließ er sachßen land vnnd vnderfieng sich andere gegent des reichs zeregiren. Nw gedacht er wie er den babstlichen gewalt vnd macht myndern moecht. darumb machet er wider babst alexandrum den andern Cadolum den parmensischen bischoff zu babst darauß enstuond vil vnrats vnd mords. Dieweil die ding in welschen landen entpor giengen do kriegen diser Heinrich wider die sachßen. die vberwunde er. aber nit on entgeltnus. dann im warden[5] bey fuenff tawsent seiner ritterschaft verloren. Auß solcher vberwindung ward er also hohmueetig das er mancherlay vnzymmlicher sachen wider den babst fuernemen getorste. Erstlich wolt er sich auß der bebstlichen gehorsam entziehen. vnd hieß Sigifredum den mayntzischen ertzbischoff zu Wurms ein concili machen. daselbst warden die bischof vnd ebbt des reichs kaiser Heinrichs vermanet Gregorium nicht fuer babst zehalten[.] Auß derselben vrsach entsetzet Gregorius dieselben bischoff irer befolhnen kirchen vnd verpote disem Heinrich die gubernirung. titel vnd wirdigkeit des reichs. vnd absoluiret alle fuersten vnd voelcker auß bebstlichem gewalt von der pflicht damit sie demselben Heinrichen versand waren. Dem nach empfrembdten sich vil prelaten. fuersten vnd volck vnd ein großer teyl der teuetschen von ime. so waren die sachßen die ersten zum krieg. also erkennet sich diser Heinrich demueetigclich gnade vom babst bittende. vnd wardt vom babst widerumb in die einigkeit der muoter der kirchen genomen. vnd durch ine frid geschworn vnd zohe gein Papiam zuo. daselbst er vnlang darnach den frid zerbrach vnnd newe sachen anfienge in fuersatz Gregorium nochmaln abzesetzen. darumb hielt er ein versamlung vnnd machet Gibertum den rauennischen ertzbischof zu babst. vnnd nennet ine Clemens[.] den fueeret er in feyntlichem gemueet gein rom vnnd belegerten Gregorium in der engelburg. do kom Guiscardus hertzog zu apulia dem babst zu hilff. also das Heinrich auß forchten mit seim babst Clemens in teuetsche land zohe vnd die statt augspurg belegeret. Darnach machet er zu Ach[6] seinen iungern sun Heinrichen den fuenften zu koenig. der darnach im sechsten iar wider seinen vater zuernende ine bey Luettig in einem streyt erniderleget. Nach seynem tod wardt er erstlich zu Luettig begraben. darnach gein Speyer gefueert. daselbst blib er fuenff iar vnbegraben. vnd wardt zu letst erlich zu der begrebnus bestattet. Man sagt das vor disem kaiser Heinrich kein keiser vom babst gepannet worden sey.

Rudolff koenig

RVdolffus hertzog zu sachßen wardt auß vrsachen des fridbruchs vnnd schweren fuernemens des obgenanten Heinrichs bey Forchem zu koenig erhebt vnd zu mitterfasten von dem Mayntzischen ertzbischof Sigefrido zu koenig gesalbet. Nw begeret Heinrich erstlich vom babst das er Rudoffen mit dem pann vom reich abtreyben solt. aber als er das vom babst nit erlangen kund do gryffen sie bederseyten zu der weer vnnd schluogen dreymal hart einander. vnnd wiewol der babst sein treffenliche potschaft zu hinlegunng der sachen in teuetsche lannd sendet so wolt doch Heinrich in nichten verwilligen es wer dann das Rudolf auß babstlichem gewalt gepannet wuerde. Dem nach zohe Heinrich mit heereßkraft vber Rudolffen in sachßen. der zohe ime mit dreyen wagenburgen entgegen vnd schluogen sich zum vierden mal aneinander. Rudoff wardt vngeuerlich von den seinen verwundt vnd starb zu Merseburg begraben. so wardt Heinrich in der flucht verlorn vnnd darnach erst am sibenden tag widergefunden.


  1. Eichstätt
  2. Savoyen
  3. Siena
  4. 1057 n. Chr.
  5. Druckfehler im Original: wardeu
  6. Aachen