Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):272

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Schedelsche Weltchronik d 272.jpg
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CCLXXI verso:[Bearbeiten]

Die walachey
Nuremberg chronicles f 283r.jpg

Walachey ist gar ein prayte gegent von den Sibenburgern anfahende bis zu dem Euxinischen meer raichende schier gantz eben vnd der wasser duerftig. gein mittag die Thonaw. vnd gein mitternacht die Rewssen vnd gegen dem fluss Thiram Nomades das Scitisch geschlecht die Tartern genant habende. In disem land haben ettwen gewonet das volck Gethe die den koenig Darium den sun Histaspis in flucht gepracht vnd das land Traciam mit vil erniderlegung bekuemert haben. Zu letst sind sie von den roemischen waffen ernydergetruckt vnd abgetilgt vnnd alda ein statt zu wonung der roemer (die die Dacos bezwunge) auffgericht. vnder dem Roemischen hawbtman Flacco. von dem sie Flaccia. vnd darnach vber lange verweylung der zeit auß verwandlung irs namens Walachia genant. vnd also fuer Flacci Walachi gehaissen worden. Diss volck sprache ist nochmals roemisch wiewol zum maisten tail verwandelt vnd einem welschen menschen kawm verstentlich. Zu vnßern zeiten sind vnder den Walachen zwuo auffruor gewesen. eine des volcks Danorum. die ander des volcks Dragularum. nach dem aber Dragule an der mechtigkeit den Danis vngleich waren vnnd mancherlay weiß von ine bedranngt warden do forderten sie ine die Tuercken zu hilff mit derselben beystanndt tilgten sie die danos schier gar ab. Aber Johannes huniades oder hunianisch raichet auß geprauch des hungrischen gewalts den danis hilff vnd bracht sie nit allain herwider sunder erlanget auch imeselbs daruon ruom vnd reichthuemer. Die walachen wonen auch bey den innseln der Thonaw. vnder welchen innseln ich Peuecen die innseln bey den alten gschihtbschreibern als nammhaftig gemerckt hab. Sie haben auch in Tracia wonung. Ein teil der Walachen sind den Tuercken. ein teil den Hungern vnderworffen. Mir ist vnuerborgen das gar mueesam ist die prouintzen zebeschreiben. so doch die gschihtbschreiber den man nachfolgen muoß nicht allain mancherlay sunder einander widerwertig vnd fast mißhellig gefunden. vnd die oerter der prouintzen nach gestalt vnnd gewalt irer herrscher zum dickern mal verwandelt werden. dann ettliche vor zeitten gar weyte prouintzen vnd land sind zu vnßern zeitten gar enng vnd klain. hin

CCLXXII recto:[Bearbeiten]

Blat CCLXXII

widerumb die gar klein gewest ist die sehen wir yetzo weit vnd prayt in hoher plueung. Lombardiam Romandiolam Insubnam Emiliam vnd Flaminiam die Welschen gegent hat man ettwen als vnnamhaftig nicht erkent. So ist Macedonia ettwen vnder dem koenig Emathione von ime Emathia zugenambt gar ein kleins dinng gewest. aber nachfolgend hat die kraft irer herrscher vnnd die geschicklichkeit irs volcks mit ansichziehung irer nachpawrn ire gegent weit vnd prayt erstreckt. darumb ob die ihenen die dise mein schrift lesen die ende oder oertter der gegent nicht also erfarn wie sie inen die in irem getrechte fuernemen oder bey andern finden so woellen sie mir (bit ich) nicht zum ergsten zumessen sunder obgemeldt vrsach der wandelperlichkeit vor awgen haben.


Tracia
Nuremberg chronicles f 276r (Achaia).jpg

TRacia ist (als vil treffenliche gschihtbschreiber setzen gar ein fast weytte vnd prayte prouintz oder land. vom orient das Euxinisch meer. von mittag das Egeysch meer vnd den fluss Strimon vnd das Macedonisch feld. von mitternacht die Thonaw. vnd vom occident oder nydergang das Peonisch gepirg. hungern vnd die Saw. Diser maynung sind gewest die gschihtbschreiber Plinius. vnd Strabo. der sagt dz der berg Hemus dz land Traciam myten tayle vnd dz die voelcker Dardani. tribali. mysi in tracia wonen. So sind die tribali in den feldern gewont darinn yetzo die Rasciani oder raytzen. oder Syruen wonen. aber die mysi erstrecken sich nach den tribalos gein orient bis in das Euxinisch