Die Volkssagen von Pommern und Rügen

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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Die Volkssagen von Pommern und Rügen
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Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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[I]

Die
Volkssagen
von
Pommern und Rügen.


Gesammelt
von
J. D. H. Temme.


Berlin, 1840.
In der Nicolaischen Buchhandlung.


[III]


Einleitung.

Die Sage lebt in und mit dem Volke; sie gehört zu dem romantischen Theile seines Lebens, den es mit einem eigenthümlichen poetischen Kleide umgeben hat. Sie gehört in solcher Weise seinem vergangenen, wie seinem gegenwärtigen Leben an; sie zieht sich selbst bedeutungsvoll in seine Zukunft hinüber. Seiner Vergangenheit gehört die rein geschichtliche Sage an; der Gegenwart die Sage, welche entweder ganz, oder auch zum Theil als geschichtliche, an noch vorhandene Gegenden, Orte oder Denkmäler sich anknüpft. Für die Zukunft wird sie bedeutungsvoll, indem sie durch Prophezeihungen, Ahnungen, oft nur durch dunkle Andeutungen, über das künftige Schicksal des gesammten Volkes, einzelner Gegenden, Städte, Dörfer, oft nur einzelner Familien bestimmt.

Immer hat sie eine nahe Beziehung auf das Volk, dem sie angehört, aus dem sie entstanden, das sie in sich aufgenommen und sie ausgebildet hat. „Sie ist sein liebes Kind geworden, und eben dadurch sein Schutzgeist,“ wie die Brüder Grimm in ihrer Vorrede zu den Deutschen Sagen dies so schön ausführen. Durch diese Beziehung unterscheidet sie sich wesentlich vom Märchen. Das Märchen ist überall, in der ganzen Welt zu Haufe, es hat [IV] durchaus keine specielle National- oder gar nur Local-Beziehung. So wie die Sage dem Leben eines bestimmten Volkes angehört, so gehört das Märchen in seiner Allgemeinheit dem gesammten Menschengeschlechte.

Indeß giebt es zwischen beiden auch noch einen anderen erheblichen Unterschied. Das Märchen enthält immer etwas Wunderbares, es theilt Ereignisse und Wirkungen mit, deren Existenz und Ursachen der menschliche Geist nicht begreifen kann. Sein Gebiet ist das des spielenden Kindes, der duftigen Traum- Phantasie. Anders ist dies bei der Sage. Auch von ihr ist das Gebiet des Unbegreiflichen und Wunderbaren nicht ausgeschlossen. Im Gegentheile, die meisten Sagen werden gerade diesem Gebiete anheim fallen, weil der eigentliche Charakter des Volks ein unverdorben kindlicher ist, und der Charakter des Volks auch seine Poesie modificirt; sie werden ihm daher um so mehr angehören, je einfacher das Volk ist, dem sie angehören, oder je weiter der Zeitpunkt von uns zurückliegt, in dem sie entstanden sind. Denn je mehr die fortschreitende Zeit die Cultur der Völker entwickelt, desto mehr nimmt sie ihnen von ihrer Einfachheit, von ihrer kindlichen Poesie.

Aber darum ist das Wunderbare der Sage nicht wesentlich nothwendig. Sie kann auch ohne dasselbe bestehen. Man will dies nicht überall zugestehen; man will den Begriff der Sage von dem Erforderniß des Uebernatürlichen nicht trennen. Es sind in dieser Hinsicht namentlich den Preußischen und Litthauischen Sagen, die der Unterzeichnete gemeinschaftlich mit dem Landrath, jetzt Regierungsrath von Tettau herausgab, von mehreren Seiten Vorwürfe gemacht. Indeß dürfte, die Sach [V] aus dem richtigen Gesichtspunkte betrachtet, die Ansicht des Unterzeichneten Manches für sich haben. Volkssage ist, was das Volk sagt, näher: was es sich selbst und Anderen aus seinem Leben und aus dem Leben solcher Personen sagt, die ihm angehören und zugleich so bedeutend geworden sind, daß es sie als einen Theil seiner selbst betrachtet; dies ist namentlich mit seinen ausgezeichneten Fürsten der Fall. Freilich ist auch mit dieser näheren Bestimmung das Wesen der Volkssage noch nicht angegeben. Das Charakteristische der Volkssage besteht nämlich zum großen Theile auch darin, daß sie bleibend im Volke ist. Ihre Feuerprobe ist, daß sie nur mit dem Volke, dem sie gehört, stirbt, daß sie dasselbe noch sogar überlebt, wenn nicht anders das Volk späterhin seinen Sinn für sie verliert. So leben für uns noch die Griechischen Götter- und Heldensagen, obgleich das Griechische Volk längst untergegangen war; sie leben, was ihr bewährtester Probirstein ist, zum großen Theile selbst noch unter jenen wilden, uncultivirten Stämmen, die mit den alten Griechen sonst fast nichts mehr gemein haben, als den Boden, auf dem sie geboren sind, und die Luft, die sie einathmen. Mit diesem Boden, mit dieser Luft hat sich die Sage erhalten.

Volkssage ist, was das Volk aus seinem eigenen Leben erzählt. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß von bleibendem Interesse nur dasjenige für das Volk seyn kann, was ihm bedeutungsvoll, merkwürdig ist. Das Gewöhnliche, Alltägliche wird es in seinem Gedächtnisse nicht aufzeichnen.

Wollte man nun von der Sage nur einen dem Verstande unbegreiflichen, einen wunderbaren Inhalt fordern, so würde man dadurch behaupten, daß nur dies [VI] dem Volke bedeutungsvoll wäre, daß es nur dafür Empfänglichkeit hätte. Wie sehr Unrecht würde man dadurch seinem richtigen, und für alles Schöne und Große empfänglichen Sinne, seinem Geiste zufügen! Wie arm und beschränkt würde man seine Sage machen, wenn man ihm jene schönen, herrlichen Erzählungen nähme, in denen es auf seine Weise die historischen Thaten seiner Vorfahren, die glänzenden Eigenschaften seiner Fürsten feiert!

Es ist freilich nicht zu verkennen, daß auf solche Weise Sage und Geschichte sehr nahe an einander gebracht, in manchen Fällen gar mit einander verschmolzen werden. Aber darum bleibt noch immer ein großer Unterschied zwischen beiden. Was die Geschichte uns mittheilt, ist wahr, wenigstens so wahr, als es historische Wahrheit überhaupt giebt. Es ist also durch gültige Zeugnisse erwiesen. Was uns aber die Sage erzählt, dafür giebt es keine Zeugnisse weiter, als nur den Glauben. So wie die Geschichte durch die Feuerprobe der Kritik bewährt ist, so besteht die Sage, ein Kind des Glaubens, nur durch Glauben. Treffen nun gleichwohl Geschichte und Sage ganz zusammen, was indeß kaum in einem Falle ganz seyn dürfte, so ist das ein Zufall, der weiter nicht in Betracht kommen, namentlich auf das Wesen der Sage keinen Einfluß äußern kann. Wie Geschichte und Sage an einander grenzen, möge z.B. die Sage unter Nr. 104. (der Landvogt Barnekow) dieser Sammlung zeigen.

Dabei ist das poetische Kleid nicht zu übersehen, mit welchem das Volk seine Sage umgiebt und welches ebenfalls ein durchaus wesentlicher, nothwendiger Theil derselben ist. Was in dem Gewande der Geschichte, wenn auch ohne alle höhere Gelehrsamkeit, vorgetragen ist, wird nie [VII] Eigenthum des Volkes werden, mindestens nie in solchem Gewande. Soll es in das Volk übergehen, so wird dieses es sofort, oder vielmehr zuvor, auf seine Weise umgestalten, und seinem Wesen assimiliren. Dieses Wesen ist nun aber immer mehr oder weniger ein poetisches. Ohne poetische Elemente besteht kein Volk. Bei den meisten Völkern sind sie die überwiegenden. Daher würde man es dann nur als eine Nüchternheit des Volkes betrachten können, wenn es zufällig bei ihm eine Sage gäbe, die ganz, ohne alle poetische, sagenartige Beimischung, mit der Geschichte zusammenfiele. Die geschichtliche Volkssage steht insofern dem historischen Romane gleich; nur mit dem wesentlichen Unterschiede, daß dieser einen Romanschreiber, oder höflicher zu reden, einen Novellisten, jene aber ein poetisches Volk zum Verfasser hat. Darum erlebt die einfache Volkssage oft mehr Jahrhunderte, als die Mehrzahl der historischen Romane – Jahre.

Die hier angedeuteten Gründe haben den Herausgeber bewogen, trotz jener Einwendungen gegen einzelne Stücke seiner früheren Sammlungen, in die gegenwärtige Sammlung auch solche Sagen aufzunehmen, denen das Element des Wunderbaren fehlt, wenn sie nur sonst echte Sagen waren. In Betreff der geschichtlichen Sagen glaubte er, diesem gemäß um so mehr verfahren zu müssen, als es vielleicht keine Germanische oder Slavische Provinz geben mag, die einen solchen Reichthum der herrlichsten, kräftigsten und frischesten geschichtlichen Sagen hat, wie gerade Pommern. Aber auch in Betreff der nicht geschichtlichen, sondern blos localen Sagen glaubte er, eben so ohne Aengstlichkeit um so zuversichtlicher verfahren zu dürfen, als er das Beispiel der Brüder Grimm für sich hat, von [VIII] deren deutschen Sagen manche, z.B. der Glockenguß zu Attendorn, ebenfalls ohne allen wunderbaren Inhalt sind.

Einem zweiten Vorwurfe, der den Preußischen Sagen gemacht wurde, ist der Herausgeber schon in der Vorrede zu seinen Volkssagen der Altmark begegnet. Er hält es aber nicht für überflüssig, auch hier noch einige Worte darüber zu sagen, da er in gleicher Art auch der gegenwärtigen Sammlung gemacht werden könnte. Es sind nämlich viele Sagen blos aus Chroniken aufgenommen. Die eigentliche Volkssage aber soll nur aus dem Volke genommen werden. Jene Chroniken-Sagen hätten also nicht dürfen aufgenommen werden. Allein dieser Einwand ist illusorisch. Denn nicht der Chronikant, dem hier nacherzählt ist, hat das ihm Nacherzählte erfunden und gemacht. Die Erzählung existirte vielmehr im Volke, der Chronikant fand sie schon vor, und theilte sie nur weiter mit. Es ist hiernach also die Aufnahme der Sage in die Chroniken gerade ein Beweis für ihre Echtheit als Sage; denn das Volk hatte sie sich so ganz und gar zu eigen gemacht, daß selbst der gelehrte Chronikant sie gläubig, gar als Wahrheit mittheilte, oder doch mindestens, eben weil sie so innig mit dem Volke, dessen Geschichte er schrieb, verbunden war, es für nothwendig hielt, ihrer zu erwähnen. Rührte aber auch die Sage wirklich von dem Chronikanten, als dessen Erfindung her, so würde sie auch hierdurch nichts von ihrem Charakter verlieren. Denn auch die echteste Volkssage ist, sofern sie nicht einen geschichtlichen Boden hat, zuerst von Einem, gläubig oder ungläubig, aufgenommen und weiter erzählt, und so zur Sage geworden. Ob dieses ursprüngliche Erzählen von Einem aus dem Volke oder von einem Chronisten ausgegangen ist, bleibt gleichgültig, [IX] denn die Sage ist nur dadurch geworden, daß das Volk sie in sich aufnahm, sie als einen denkwürdigen Theil seines Lebens betrachtete, als solchen sie zu seinem Eigenthume machte und sie weiter erzählte.

Auch das läßt dieser Gattung der Volkssagen sich nicht zum Vorwurfe machen, daß sie nicht mehr im Volke leben, sondern nur noch in den todten Büchern stehen. Es genügt, daß sie einmal als Sage des Volks wirklich gelebt haben. Ist dies jetzt nicht mehr der Fall, so ist dies ein Zeichen, entweder, nach dem Obigen, daß ihr Kern und Gehalt nicht ein so echt volksthümlicher war, daß sie ganz und gar mit dem Volke sich erhalten und in ihm fortleben mußten, oder aber daß aus anderen, außerhalb der Sage und ihrem Werthe liegenden Gründen das Volk sie aufgab und vergaß. Solcher Gründe giebt es eine große Menge. Manche davon sind im Volke selbst zu suchen: Indolenz, Mangel an anhaltendem poetischen Sinne, Flüchtigkeit der Auffassung etc. Manche liegen aber auch außer ihm, wie denn leider namentlich die letztere Hälfte des vorigen Jahrhunderts in ihren auf das Volk einwirkenden Richtungen nicht dazu geschaffen war, eine kernhafte, tüchtige Volksbildung zu schaffen. Finden wir doch selbst in den Volksgeschichten, in den Städte- und Ortsbeschreibungen aus dieser Zeit eine Dürre und Nüchternheit, die auch dem trockensten Gelehrten jetzt schwerlich mehr zusagen wird, aus der am Ende gar nichts zu entnehmen ist. Solche Umstände können aber nicht zwingen, vergessene Sagen nun gar nicht mehr als Sagen gelten zu lassen. Im Gegentheile, haben sie wirklich einen echten volkstümlichen Kern, so wird es Wohlthat für den einen, und Pflicht für den anderen Theil, sie der Gefahr einer [X] gänzlichen Vergessenheit zu entreißen, und sie auch dem Volke, dem sie eigentlich angehören, zurückzugeben. Diese Sagen aber, die nicht aus Mangel an innerem Werth, sondern nur durch andere äußere Umstände dem Volke entfremdet sind, machen die unbestrittene Mehrzahl der blos noch in den Chroniken lebenden Sagen aus. Man darf sogar, ohne Uebertreibung, behaupten, daß sie es nur allein sind, oder es möchte denn eine oder die andere sich finden, die ein so eigenthümlich, dem Volkssinne widerstrebendes Element enthält, daß von vornherein angenommen werden muß, sie sey von Anfang an nichts weiter als das Hirngespinnst eines müßigen Kopfes gewesen und geblieben. Solche Erzählungen dürfen denn selbstredend in keine Sagensammlung aufgenommen werden, und der Herausgeber glaubt nicht, sie früher oder auch gegenwärtig aufgenommen zu haben.

Es ist überhaupt ein eigen Ding, die Sage bis zu ihrem Ursprunge hin verfolgen zu wollen. Dem Geschichtsforscher ist dies allerdings von Erheblichkeit, wenn sie ihm dazu dienen soll, die Geschichte zu erläutern oder zu berichtigen. Aber der Sagensammler, der sich darauf einlassen wollte, um danach einen Maßstab für den Werth, oder gar für die Aufnehmbarkeit der einzelnen Sagen zu finden, würde jedenfalls fehl greifen. Ihm muß es genug seyn, daß das, was er mittheilt, wirklich im Volke lebt oder gelebt hat. Jene, die verlangen, man solle nur diejenigen Sagen geben, welche nicht bloße Erfindungen der Chronikenschreiber seyen, haben freilich an sich Recht. Allein wie soll ihr Recht aus den concreten Verhältnissen heraus gefunden werden? Sehr viele echte Volkssagen sind sicher ursprünglich nichts, als Erfindungen eines müßigen Kopfes, [XI] oder gar eines Betrügers; in der vorliegenden Sammlung soll z.B. nur auf die Sage Nummer 256: „die brennende Mütze“ verwiesen werden. Aber ist sie darum keine Volkssage? Sollte sie aus der Sammlung hinausgestoßen werden, trotz ihres reinen, volksthümlichen Sagen-Elements?

Der Herausgeber glaubt nicht, nach den angedeuteten Richtungen hin seine Sammlung weiter rechtfertigen zu müssen. Dagegen muß er dies noch in zwei anderen Beziehungen. Es sind zuvörderst mehrere geschichtliche Sagen aufgenommen, die als Pommersche Sagen vielleicht nicht dürften bestehen können. Dies gilt namentlich von den Kämpfen zwischen den Wenden und Dänen. Neuere geschichtliche Forschungen glauben wenigstens so viel festgestellt zu haben, daß diese Streitigkeiten, wenn sie überhaupt stattgefunden, doch sicher das Pommersche Volk nicht berühren. Der Herausgeber war gleichwohl der Meinung, sie aufnehmen zu müssen. Die meisten Chronisten beziehen sie auf Pommern, insbesondere auch noch Kantzow; dies war dem Herausgeber eine Gewährleistung, daß sie irgend wann und wie von dem Pommerschen Volke sich angeeignet, und deshalb Pommersche Sagen seyen. Die Sage muß überhaupt und im Ganzen gläubig aufgenommen werden, nicht blos hinsichtlich ihres Inhalts, sondern auch hinsichtlich ihres Ursprungs und ihrer Zeit. Historische Critik muß sich ganz fern von ihr halten. Sie darf nur in einer einzigen Beziehung sich ihr nahen, nämlich nur in sofern, als es sich darum handelt, Sage und Geschichte von einander zu trennen. Diese, vorzüglich in der neueren Zeit geltend gemachte Aufgabe der Geschichtsforschung ist nun aber der Sage nichts weniger als gefährlich. Es muß auch der leidenschaftlichste Freund der Sage wohl [XII] nur mit einem „Leider“ das Gegentheil eingestehen. Dieser harmlosen Bemerkung muß eine nähere Andeutung fremd bleiben. Aber ein Wunsch kann hier nicht unterdrückt werden. Das Mittelalter und die nächste Periode nach ihm warf Geschichte und Sage ohne Critik bunt durch einander; darauf folgte eine Zeit bis tief in das vorige Jahrhundert hinein, die nur mit einem trocknen Aufsammeln des Materials sich beschäftigte. Jetzt leben wir in der Zeit der Alles zerschneidenden und zersetzenden Critik. Die Geschichte wird zur Sage und die Sage wieder wird zu gar nichts heruntergesetzt. Möge auch dies nur eine Uebergangsperiode seyn, die, ohne daß sich ihr Gegensatz an sie knüpft, zur Erkennung der lauteren historischen Wahrheit führt!

Ein zweiter Gegenstand der Rechtfertigung ist, daß der Herausgeber mehrere Sagen nicht aufgenommen hat, die von Vielen gerade als Pommersche Sagen ausgegeben werden. Hierher gehörten vorzüglich die Sagen von der Jomsburg. Allein solche Sagen, deren Localität, anders wie bei den eben erwähnten, so durchaus unbestimmt und bestritten ist, wie hier, und die zudem nur gerade durch ihre Localität in Pommern wurzeln könnten, indem im Uebrigen ihre Helden unbestritten einem fremden Volke angehören, glaubte der Herausgeber nothwendig hier ausschließen zu müssen. –

Nach diesen Erörterungen hat der Herausgeber nur noch Weniges über die gegenwärtige Sammlung zu sagen.

Er hat bei derselben im Ganzen dasselbe Verfahren beobachtet, wie bei den Preußischen und Altmärkischen Sagen. Jede Sage mit der gewissenhaftesten Treue wiedergegeben, so wie sie entweder noch unmittelbar im Munde des Volkes oder in den Chroniken aufgefunden ist. [XIII] Freilich entbehrt dadurch manche Sage einer eigentlichen Pointe; allein desto sicherer und ungetrübter stellt sich dadurch das Bild der Volkseigenthümlichkeit heraus, von welcher die Sagenpoesie eines Volkes Zeugniß giebt. Die äußere Einkleidung, die Sprache, ist in der einfachsten Form gehalten, wie sie ihrem einfachen Gegenstande nur angemessen seyn kann. Wo nur ein einigermaßen ansprechender, namentlich nicht zu breiter (der Hauptfehler dieser Bücher) Chronikenton vorgefunden wurde, ist dieser beibehalten. Insbesondere konnte in dieser Hinsicht der Styl Kantzows als musterhaft betrachtet werden. Seine Schreibart ist so durch und durch einfach, anspruchslos und treuherzig, klar, so eigentlich sagenhaft in einem anderen Sinne des Wortes, daß man beim Lesen desselben unwillkürlich verleitet wird, auch die wahrste Geschichte, die er erzählt, für köstliche Sagen zu halten.

Was die Anordnung der Sammlung betrifft, so muß der Herausgeber, auch abgesehen davon, daß er einige ihm zu spät zugekommene Sagen, ohne Ordnung an das Ende der Sammlung hat verweisen müssen, mehrere Vorwürfe befürchten, die er auch durch die nachfolgenden Bemerkungen nicht ganz wird beseitigen können. Er hat sich nämlich im Ganzen dabei dem Systeme der Preußischen Sagen angeschlossen, welches von der Verwandtschaft des Inhalts der einzelnen Sagen ausging. So stehen auch hier die alten geschichtlichen Sagen des Volkes und Landes voran. Unter diesen, die im Ganzen der Chronologie folgen, sind diejenigen, welche sich auf die Bekehrungsgeschichte Pommerns und späterhin Rügens beziehen, wieder besonders gruppirt. Es folgen darauf die Sagen, die sich auf einzelne Familien des Landes beziehen. Ihnen schließen [XIV] sich an zunächst die Sagen, welche das kirchliche und religiöse Leben der Provinz betreffen, besonders im Mittelalter und bis in die Zeit der Reformation hinein, welche aber desjenigen geschichtlichen Elements entbehren, das den Sagen aus den eben genannten Bekehrungsperioden eigenthümlich ist. Hierauf folgen die eigentlichen Localsagen allerlei Inhalts. Sie sind zumeist nach Verschiedenheit dieses Inhalts verschieden classificirt, jenachdem sie sich mit dem Ursprung von Eigennamen der Städte, Dörfer etc. beschäftigen, oder versunkene Oerter, Seeen, Steine, Berge, Raubritter, Riesen, Zwerge, Unterirdische, Zauberer und dergleichen mehr zum Gegenstande haben.

Hierbei nun fanden sich mannigfache Schwierigkeiten. Zuerst war der Inhalt mancher Sagen der Art, daß sie sowohl zu der einen als zu der anderen Classe gehörten; es entstand daher die Frage: wo sie unterzubringen. Der Herausgeber hat zwar in der Regel nach dem am meisten hervorstechenden Stoffe die Classification vorgenommen; er kann aber auch nicht läugnen, manchmal mehr nach einer augenblicklichen Laune, als nach einer durch jene Rücksicht gegebenen Nothwendigkeit verfahren zu haben. Zum Andern führte gerade eine solche Rücksicht einen anderen, nicht unerheblichen Uebelstand herbei. Manche einzelne Gegenden und Städte haben nämlich einen überwiegend großen Reichthum an Sagen, so daß, wenn gleich diese von dem verschiedenartigsten Inhalte sind, es doch interessant seyn mußte, sie in einer Gruppe beisammengestellt zu sehen. Namentlich war dies bei Stettin und bei dem Gollenberge der Fall. Hierauf mußte nun leider verzichtet werden. Nur eine einzige Ausnahme glaubte der Herausgeber machen zu müssen, auf die Gefahr hin, daß sie ihm [XV] als Inconsequenz ausgelegt werden würde. Die Stadt Stralsund nämlich, so wie sie noch bis auf den heutigen Tag eine Stellung behaupten will, die gegen die Stellung auch der am meisten privilegirten Corporationen im gegenwärtigen Staatsrechte wenigstens sehr eigenthümlich ist, hat sich von der ersten Zeit ihres Entstehens an eben so sehr durch diese nämliche Eigenthümlichkeit als durch die Wichtigkeit ihrer Stellung ausgezeichnet. Sie ist in sofern von ihrem Entstehen bis jetzt hin eine geschichtliche Merkwürdigkeit. Dieser ihr Charakter stellt sich nun auch wieder in ihren Sagen heraus, deren im Ganzen zwar nur wenige sind, von denen aber jede einzelne etwas so Besonderes und Eigenes, und zugleich in der angegebenen Hinsicht Charakteristisches hat, daß es schon darum allein Schade wäre, sie zu trennen, wenn sie auch nicht eben durch ihre Gesammtheit dazu beitrügen, uns ein Bild von dem ganz besonderen Leben einer merkwürdigen Stadt zu geben. Einigermaßen vervollständigt wird dieses Bild durch manche Sagen der, ebenfalls durch Eigenthümlichkeiten, wenn auch in einem weit geringeren Grade ausgezeichneten Stadt Greifswald; darum wurden auch deren Sagen meist in ihrem Zusammenhange mitgetheilt.

Eine dritte, wenn gleich nicht ganz hierher gehörige Schwierigkeit lag in der anordnenden Behandlung der einzelnen Sagen selbst, besonders der geschichtlichen. Schon den Preußischen Sagen wurde der Vorwurf gemacht, daß sie zu sehr zerrissen, daß anstatt einer Menge einzelner kleiner Sagen nicht eine einzige Sagengeschichte gegeben wäre. So hätten namentlich auch hier die Kämpfe der Wenden und Dänen, die Sagen vom H. Otto, von der Bekehrung der Insel Rügen, ferner die Sagen von Bogislav [XVI] X. jedesmal als eine einzige Sage mitgetheilt werden können. Allein in jenem Vorwurfe selbst dürfte zugleich dessen Widerlegung liegen. Es war und ist nicht die Aufgabe, die Sagengeschichte eines Volkes zu schreiben. Es sollen nur die einzelnen Sagen des Volks wiedergegeben werden, als solche, sowohl ihrem Inhalte, als ihrer Form nach. In letzterer Beziehung existiren sie eben nur einzeln. Zudem ist nicht außer Acht zu lassen, daß ein Erzählen vieler einzelnen Geschichten im Zusammenhange, ohne Abschnitte und Ruhepunkte, nothwendig etwas Ermüdendes hat, was bei der eigentlichen Geschichte nur durch die kritische und pragmatische Darstellung derselben beseitigt wird, also durch eine Form, die am allerwenigsten für die Sage passen würde. –

Die vorliegende Sammlung bietet einen reichen Stoff zu Vergleichungen dar, sowohl der Pommerschen Sagen mit den Sagen anderer deutschen Provinzen, und dieser wieder mit denen anderer Völker, als auch der Volkssage überhaupt mit dem ihr verwandten Volksliede, so wie mit der sogenannten Schildsage, die nur für einzelne Familien traditionell geblieben ist, ohne in das Volk selbst überzugehen. Allein alles dieses würde hier zu weit führen, und der Herausgeber behält sich daher vor, das Material, das er darüber gesammelt hat, bei einer anderen Gelegenheit zu bearbeiten zu suchen.

Dagegen fühlt er sich um desto mehr verpflichtet, hier öffentlich seinen Dank auszusprechen für die viele und freundliche Theilnahme und Unterstützung, die von fast allen Seiten der Provinz Pommern seinem Unternehmen geworden ist. Ganz besonderen Dank ist er der verehrlichen Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde schuldig, [XVII] die ihm bereitwillig ihre Acten mittheilte, und den Herren Professoren Böhmer und Hering in Stettin, die ihn nicht nur mit einer Menge von Beiträgen unterstützten, sondern ihm auch außerdem manchen lehrreichen Wink und manche freundliche Aufmunterung zu Theil werden ließen. Wer es weiß, mit wie vielen Schwierigkeiten das Sammeln von Volkssagen verbunden ist, zumal in der gegenwärtigen Zeit, wo die Cultur der unteren Stände des Volkes im Gähren, und in vieler Hinsicht noch eine Aftercultur ist, die namentlich auch durch ein vornehmes Verläugnen aller Eigenthümlichkeit, und mit ihr der Sage, sich kund giebt, der wird sich von der Aufrichtigkeit des hier ausgesprochenen Dankes überzeugen.

Es knüpft sich hieran noch eine Bemerkung. Die vorliegende Sammlung giebt Zeugniß von dem Sagenreichthum Pommerns. Schon bei den Preußischen Sagen wurde deren Reichthum anerkannt. Die Provinz Preußen aber hat über zwei Millionen Einwohner, wogegen Pommern kaum eine Million hat; in fast gleichem Verhältnisse steht das Areal beider Provinzen. Gleichwohl war, durch mehrjährigen unermüdeten Fleiß und durch vielfache Unterstützung, in Preußen eine nicht so reiche Sammlung zu Stande zu bringen, als die gegenwärtige. Nur Eins bedauert der Herausgeber hierbei: daß es ihm nicht hat gelingen wollen, von einzelnen, noch in mittelalterlicher Eigenthümlichkeit abgeschlossen lebenden Volksstämmen mehr Sagen zu erhalten, insbesondere von den Cassuben in Hinterpommern, zum Theil von den Mönchgutern auf der Insel Rügen. Es existirt bei diesen Stämmen eine, ganz ihrer äußeren Abgeschlossenheit gleichstehende innere Verschlossenheit, [XVIII] zumal auch in Ansehung ihrer Sagen, worüber hier an das erinnert werden darf, was der Herausgeber in gleicher Beziehung auf die Altmark in der Vorrede zu den altmärkischen Sagen angeführt hat. –

Wie den früheren Sammlungen, hat der Herausgeber auch der gegenwärtigen einen Anhang von abergläubischen Volksmeinungen und Gebräuchen beigefügt. Sie ergänzen das Gebiet und oft das Verständniß der Sage. Es ist darunter ein Gebrauch aufgenommen – das Tonnenabschlagen auf dem Darß – der zwar nicht zu den abergläubischen gerechnet werden kann, der aber um seiner Eigenthümlichkeit willen nicht ganz unwillkommen seyn dürfte. Es dürfte überhaupt ein nicht verdienstloses Unternehmen seyn, eine Beschreibung aller besonderen Volksfeste einer Provinz oder eines Landes zu veranstalten. –

Zur leichteren Uebersicht der Quellen ist zugleich ein Verzeichniß der zu der Sammlung hauptsächlich benutzten Werke mitgetheilt.

Der Herausgeber.


[XIX]


Verzeichniß der Werke,
die zu den Pommerschen Sagen benutzt sind.

1. Des fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzil Wandalia, oder: Beschreibung Wendischer Geschicht etc., transferiret und übersetzet durch M. Stephanum Macropum vom Andreasberge. Lübek, bei und in Verlegung Laurentz Albrechts, Buchhändlers, 1600.

2. Johannis Micrälii Sechs Bücher vom Pommerlande etc. Stettin und Leipzig, Johann Kunkel, 1723.

3. Martini Rangonis Origines Pomeranicae etc. Colbergae, Georg. Bothius, 1684.

4. Joh. Bugenhagii Pomerania etc., Gryphiswaldiae, Jac. Löfflerus, 1738.

5. Valentini ab Eikstedt Epitome Annalium Pomeranie etc. Gryph. J. Löfflerus, 1728.

6. Alberti Georgii Schwarzii Historia finium principatus Rugiae etc., Gryph. Typis Höpfnerianis, 1727.

7. Diplomatische Geschichte der Pommersch-Rügenschen Städte Schwedischer Hoheit, nach ihrem Ursprunge und erster Verfassung. Nebst angehängter Historie der Pommerschen Grafschaft Gützkow. Entworfen von Albert Georg von Schwarz. Greifsw. bei H.J. Struck (Mit einer vom 15. November 1755 datirten Vorrede von J.H. Dähnert, der dieses Werk nach dem Tode des Verfassers herausgegeben hat.)

8. Das große Pommesche Kirchen-Chronikon D. Danielis Crameri etc. Alten Stettin, Nic. Barthelt, 1628.

9. Pomerania, oder Ursprunk, Altheit und Geschichte der Völker und Lande Pomern, Cassuben, Wenden, Stettin, Rhügen, in vierzehn Büchern beschrieben durch Thomas Kantzow, weiland Geheimschreiber in der Fürstlich-Pommerschen Kanzley zu Wolgast, und aus dessen Handschrift herausgegeben von Hans Gottfried Ludwig Kosegarten. Greifswald, auf Kosten des Herausgebers 1816. II. Theil 1817.

[XX] 10. Geschichte von Pommern bis auf das Jahr 1129, von Peter Friedrich Kanngießer. Greifsw. in Comm. der Univ. Buchh. 1824. (Auch unter dem besonderen Titel: Bekehrungsgeschichte der Pommern zum Christenthum.)

11. Geschichte des Herzogthums Pommern von den ältesten Zeiten bis zum Tode des letzten Herzogs, oder bis zum Westphälischen Frieden 1648. Von Johann Jacob Sell. Nach dessen Tode herausgegeben. Berlin, Flittner, I. und II. Th. 1819. III. Th. 1820.

12. Pommerbuch, oder vaterländisches Lesebuch für die Provinz Pommern. Herausgegeben von Karl Lappe. Stralsund, 1820.

13. Rügensche Geschichte. Ein Versuch von E.D. Gustav v.d. Lanken. Greifsw. a. Kosten d. Verf. 1819.

14. Märchen und Jugenderinnerungen von E.M. Arndt, Berlin, Realschulbuchhandlung, 1818.

15. Pommersche Sagen, in Balladen und Romanzen, von Ed. Hellm. Freyberg, Pasewalk und Prenzlau, in Comm. b.F.W. Kalbersberg, 1836. (Enthält neunzehn poetisch bearbeitete Pommersche Sagen.)

16. Berliner Kalender auf die Jahre 1837 und 1838. (In beiden namentlich die schätzbare „Geschichte von Pommern und Rügen“ vom Professor Barthold in Greifswald.)

17. Chronik der Stadt Wolgast, von Carl Heller, Greifsw. gedr. bei Kuhnike, 1829.

18. Pommersches Magazin, herausgegeben von D. C.G.N. Gesterding. Greifswald und Stralsund, 1747-1782.

19. Pommersches Museum, von Demselben. Gedr. zu Rostock 1782-1787.

20. Pommersche Mannigfaltigkeiten, von Demselben, Neu-Brandenburg, 1796.

21. Pommersche Denkwürdigkeiten, gesammelt von Friedrich Rühs. Greifswald 1803.

22. Altes und Neues Pommerland, von Christian Schöttchen, Stargard 1721.

23. Nicolaus von Klempzen, vom Pommerlande und dessen Fürsten-Geschlecht-Beschreibung. Stralsund 1777.

24. Historische Nachricht von den alten Einwohnern in Pommern, auch von dero Religion und Bekehrung etc. von Christiano Zickermann. Stettin 1724.

25. Wahrhafftige erschreckliche newe Zeitung und Geschichte, so sich ausser und in der Stadt Stralsundt dieses jetzt lauffenden 97. Jahrs der minderzall zugetragen und begeben. Als das es zu unterschiedlichen [XXI] malen Blut und Schwefel geregnet etc. Greifswald. 1597.

26. Memorabilia Pomeraniae etc. quae etc. recenset etc. M. Christophorus Pylius. Sedini (ohne Jahrszahl).

27. Stralsundische Chroniken, herausgegeben von D. G. Ch. F. Mohnike und D. E.H. Zober, Stralsund, 1833.

28. Baltische Studien, herausgegeben von der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde. Stettin, 1833 fern.

29. Geschichte von Rügen und Pommern, durch F.W. Barthold, Prof. zu Greifswald. Hamburg 1839.

30. Der Darß und der Zingst, ein Beitrag zur Kenntniß von Neuvorpommern. Vom Hauptmann August von Wehrs. Hannover 1819.

31. Pommersche Provinzial-Blätter für Stadt und Land. Band 1 bis 5. Treptow a.d. Rega 1820-1823.

32. Jahresberichte der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde. Stettin 1827 etc.

33. Beiträge zur Geschichte der Kirchen und Klöster in Neuvorpommern, von Diedrich Herrmann Biederstedt. Vier Theile, Greifswald 1818 und 1819.

34. Altes und Neues Rügen, das ist, Kurtzgefaßte und umständliche Nachricht von demjenigen, was sowohl in civilibus, als vornehmlich in ecclesiasticis mit dem Fürstenthum Rügen von Anfang an bis auf gegenwärtige Zeit sich zugetragen etc. (von E.H. Wackenroder). Zu finden bei bei Jacob Löfflern, Buchhändler 1730.

35. Geschichte der Klöster in Pommern und den angränzenden Provinzen etc., von Johann Joachim Steinbrück, Prediger bei der St. Peters- und Paulskirche zu Alten-Stettin. Stettin 1796.

36. Neue und genaue geographisch-statistisch-historische Darstellung von der Insel und dem Fürstenthume Rügen. Zur näheren und gründlichen Kenntniß dieses Landes entworfen von Johann Jacob Grümbke, 2 Theile. Berlin, bei Reimer, 1819.

37. Topographische und chronologische Beschreibung der Pommerschen Kauf- und Handelsstadt Anklam, von Carl Friedrich Stavenhagen, Stadt-Secretair in Anclam. Greifswald 1773.

38. Beschreibung und Geschichte der uralten, ehemals festen, großen und berühmten Hansestadt Demmin etc., von Wilhelm Carl Stolle, Archidiacono an der St. Bartholomäikirche und Pastore zu St. Marien in Demmin. Greifswald 1772.

39. Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern, von Ludwig Wilhelm Brüggemann, K. Preuß. Consistorialrath und [XXII] Hofprediger bei der Schloßkirche zu Stettin. Stettin, 1779-1800. 5 Theile.

40. Geschichte und Beschreibung der St. Marien- Dom-Kirche zu Colberg. Vom Dr. I. G. W. Maaß, Königl. Superintendent und Oberprediger. Colberg 1837.

41. J. C. Dähnert, Pommersche Bibliothek (eine Zeitschr.) Greifswald 1753 folg.

42. Reise durch Pommern nach der Insel Rügen etc., von Joh. Friedr. Zöllner, K. Pr. Ober-Consistorialrath und Probst. Berlin, 1797.

43. Bartholomäi Sastroven Herkommen, Geburt und Lauff seines ganzen Lebens etc. Aus der Handschrift herausgegeben und erläutert von Gottl. Christ. Friedr. Mohnike, Consistorial- und Schulrathe etc. zu Stralsund. Greifswald 1823. 1824.


[XXIII]

Inhalts-Verzeichniß.
Seite
Einleitung III
Verzeichniß der benutzten Werke XVIII
Sagen.
1. Die Zweikämpfe um die Oberherrschaft zwischen den Wenden und Dänen 4
2. Unterjochung der Wenden durch die Dänen 7
3. Der Dänen-König Frotho und die Wendischen Schnapphähne 8
4. Die Königin Wißna 9
5. Der gefangene König Jaromar 10
6. Die Longobarden in Rügen 13
7. Der Liebeskampf 14
8. König Schweno von Dänemark und die Wolliner 15
9. Der Ranisberg bei Lübeck 18
10. Strafe des Kirchenraubes 19
11. Der Ritter auf dem weißen Rosse 21
12. Der Wendische Hund 22
13. Rethra 23
14. Wineta
15. Julin 27
16. Der Bischof Bernard und die Juliner 29
17. Der heilige Brunnen bei Pyritz 32
18. Das heidnische Edelweib zu Cammin 35
19. Sanct Otto in Julin, und Bogdal 36
20. Die Bekehrung der Stettiner 37
21. Julins Abfall vom Christenthum 40
22. Stettins Abfall vom Christenthum 41

[XXIV]

Seite
23. Die Bekehrung von Wolgast 42
24. Stettins Wiederbekehrung 45
25. Der Götzenbaum in Stettin 46
26. Die Götzenfliegen zu Gützkow 47
27. Die bestraften Götzenpriester 48
28. Der Gott Triglaf und das Dorf Triglaf 49
29. Wunderwerke des H. Otto 51
30. St. Otto’s Tritte 53
31. Der schwarze Hahn des H. Otto
32. Die singenden Todtenköpfe
33. Die Heiligung des Meeres 54
34. Die Corveier Mönche auf Rügen 55
35. Die Fünte bei Schwantow 56
36. Swantewit und Arcona
37. Die Götter in Carenza 64
38. Der Hertha-See 65
39. Claus Hane 67
40. Die Frauen und Jungfrauen in Stolpe 68
41. Sanct Johann! Sanct Johann! 69
42. Die verdorrte Linde zu Schildersdorf 70
43. Zacharias Hase 71
44. Der Seeräuber Eseborn 74
45. Herzog Bogislav X. und der Hofnarr 75
46. Bogislav X. und Hans Lange 76
47. Herzog Bogislav X. und die Türken 79
48. Herzogs Bogislav X. Rückkehr aus dem heiligen Lande 83
49. Jürgen Krokow 84
50. Herzog Philipps Trauring 86
51. Die Oderburg bei Stettin
52. Das Aussterben der Herzöge von Pommern 87
53. Wunderzeichen zu Pyritz 89
54. Der große Churfürst in Pommern 90
55. Die Bauern zu Connerow 92
56. Drei hohe Häupter auf dem Darß 94
57. Napoleon und der Teufel 94
58. Die Manteuffel
59. Die Familie von Lepell 97
60. Der erste Lepell in Pommern 98
61. Die Schlieffen und Adebare in Colberg 99
62. Das Wappen der Familie von Dewitz 100
63. Die Kirche zu Gingst 101

[XXV]

Seite
64. Entstehung der Gertrudenkirche zu Stettin 102
65. Die Capelle auf dem Gollenberg
66. Der Gollenberg 103
67. Die drei Mönche im Dome zu Colberg 104
68. Der ermordete Herzog Wartislav 106
69. Baggus Speckin 107
70. Die Capelle zu Levenhagen 109
71. Die Kirche zu Cablitz 110
72. Die offene Kirche zu Pollnow 111
73. Das Spiel zu Bahne
74. Die beiden Störe und die geizigen Mönche zu Grobe 112
75. Die Maränen im Madüesee 113
76. Die Gräfin Jarislav von Gützkow 114
77. Das hochmüthige Edelweib zu Wusseken 115
78. Die Raubmönche zu Stettin 116
79. Eulenspiegel in Pommern 117
80. Die Putzkeller im Lande Bart 118
81. Die blutigen Judenkinder 120
82. Matthias Puttkammer der Schläfer 121
83. Der jähzornige Edelmann zu Dünnow
84. Der disputirende Mönch 123
85. Bestrafung eines Meßpfaffen 124
86. Der Papenhagen in Langenhagen
87. Der Teufel in der St. Nicolaus-Kirche zu Stettin
88. Die Verschwörer wider die Ehe 125
89. Magister Fristus 126
90. Der Gotteslästerer in Lassahn
91. Pastor Cradelius 127
92. Die ungerathenen Kinder in Stettin 128
93. Die Blutflecken in der Jacobikirche zu Stettin 129
94. Der verzweifelte Kornwucherer 130
95. Treue Liebe 131
96. Das Feuer in Stargard 132
97. Das fluchende Weib in Demmin
98. Das Feuer in Garz 133
99. Der Brand in Pyritz 134
100. Der Artushof in Stralsund 135
101. Der todte Rathsherr in Stralsund 137
102. Die Gefangenen in den Tonnen 138
103. Der Priesteraufruhr in Stralsund 139
104. Der Landvogt Barnekow 141

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Seite
105. Der Dänholm bei Stralsund 144
106. Herzog Wallenstein vor Stralsund 145
107. Der Katzenritter zu Stralsund 147
108. Der Kampf der Blinden in Stralsund
109. Der Büttel und die grauen Mönche in Stralsund 148
110. Der gotteslästerliche Organist in Stralsund 149
111. Der Teufel in der Nicolaikirche zu Stralsund 150
112. Der Blutregen in Stralsund 152
113. Der Calands-Ornat zu Stralsund
114. Die arme reiche Frau 154
115. Die Straßenbeleuchtung in Stralsund 155
116. Der Name Greifswald 156
117. Der Rathsspruche in Greifswald 157
118. Der Wettlauf um das Opfergeld 159
119. Das Nordfenster im Nicolaithurme zu Greifswalde 161
120. Hans Katte
121. Greifswalder Lammsbraten 162
122. Anklamer Schwinetrecker 163
123. Cösliner Sacksöfers
124. Pook und Kollen 164
125. Der hochgelobte Adel
126. Das neue Tief 165
127. Die Insel Hiddensee 166
128. Die Insel Rattenort 169
129. Die Bewohner des Darß 170
130. Die Strandbewohner in Hinterpommern
131. Der Name Demmin 171
132. Der Name Usedom
133. Der Name Swinemünde 172
134. Neuwarp
135. Das Dorf Klempin 173
136. Putbus
137. Der Königstuhl auf Stubbenkammer 174
138. Das Nonnenloch auf Mönchgut 175
139. Das Zeichen am Thurme zu Bergen
140. Das zehntfreie Dorf 176
141. Das Bozelgeld in Schlave
142. Die Kirche ohne Thurm 178
143. Die Ruine des Hauses Demmin 179
144. Der Ritter mit der goldenen Kette 180
145. Ritter Flemming 181

[XXVII]

Seite
146. Claus Hinze 182
147. Die Windmühlen bei Stettin 184
148. Sagen vom Schlosse zu Daber
149. Die Grafen von Eberstein in Retztow 187
150. Der geizige Graf von Eberstein 190
151. Das Schloß zu Matzdorf 191
152. Der Cracauberg bei Zachan 192
153. Die Eule im Schlosse zu Labes
154. Der Dollgemost auf Rügen
155. Die Burg Ralow 193
156. Claus Störtebeck und Michael Gädeke 194
157. Die Räuber im Gollenberge 195
158. Das Raubschloß bei Cantreck 198
159. Der Raubritter Vicho 201
160. Der Leichensee 202
161. Die Räuberhöhle bei Schmölle 204
162. Das versunkene Schloß bei Plathe 205
163. Das versunkene Dorf im Madüesee 206
164. Die alte Stadt bei Werben 207
165. Das Pommersche Sodom und Gomorrha 208
166. Der schwarze See bei Grimmen 209
167. Die versunkene Stadt im Grabowsee 210
168. Die versunkene Stadt im Scharpsower See
169. Die versunkene Stadt im Barmsee
170. Die versunkene Stadt Regamünde 211
171. Der Nonnensee bei Bergen
172. Der Gollen auf Usedom 212
173. Die Hühnengräber zu Züssow 213
174. Das Hühnengrab bei Gristow 214
175. Der lange Berg bei Baggendorf
176. Der Hühnenstein bei Wusterhusen 215
177. Der Riesenstein bei Zarrentin
178. Der Opferstein bei Buschmühl 216
179. Der Teufelsstein auf dem Wartherfelde 217
180. Der hohe Stein bei Anclam
181. Der Riesenstein bei Kleptow 218
182. Der Riesenstein bei Rehhagen 219
183. Der Teufelsstein bei Polchow 220
184. Der Teufelsstein bei Hohen-Kränik
185. Der verwünschte Schäfer 221
186. Der Stein bei Wiskow 222

[XXVIII]

Seite
187. Die großen Steine bei Groß-Tycho und Burzlaff 223
188. Die Steine bei Pumlow 226
189. Hühnengräber auf Rügen
190. Der Dubberworth 228
191. Die neun Berge bei Rambin 229
192. Der Riesenstein bei Nadelitz 230
193. Das Hühnengrab bei Nobbin 231
194. Der Mägdesprung auf dem Rugard 232
195. Die sieben Steinreihen auf der Prove
196. Der Schatz im Hause Demmin 233
197. Der Schatz in Demmin 234
198. Der Schatz bei Gahlkow 235
199. Die Kriegskasse bei Hanshagen
200. Der Schatz zu Schwerinsburg
201. Der Schatz und der Stiefel 236
202. Die Klosterruine zu Eldena 237
203. Die Ruine des Klosters Belbog 238
204. Der Schatz in Plathe
205. Sagen von Gollnow 239
206. Die drei Ringe zu Pansin 240
207. Der Schatz bei Lanken 241
208. Die Jungfrau im Ziegenorter Forst 242
209. Prinzessin Swanwithe 244
210. Die schwarze Frau auf dem Königsstuhle 247
211. Die Jungfrau am Waschstein bei Stubbenkammer 248
212. Die schwarze Frau in der Stubbenkammer 250
213. Die Seejungfer im Haff 252
214. Der Chimmeke in Loitz
215. Die Kobolde mit den rothen Hosen 253
216. Die Erdgeister in Greifswald 254
217. Die Uellerkens bei Boek 256
218. Die Unterirdischen bei Bernstein 257
219. Die Unterirdischen bei Budow 258
220. Das Pathengeschenk 260
221. Die Zwerge in den neun Bergen
222. Johann Wilde 261
223. Fritz Schlagenteufel 263
224. Der leichte Pflug 265
225. Jochen Schulz 266
226. Matthes Pagels 267
227. Das unterirdische Wasser zu Rothemühle 268

[XXIX]

Seite
228. Die Bergschlange im Bauerberg bei Wolgast 270
229. Die beiden Lindwürmer 271
230. Der Jungfernberg bei Rankwitz 272
231. Der alte Mann im Gollenberge
232. Die vier Eichen bei Stolzenburg 273
233. Der Teufelsdamm im Galenbecker See 274
234. Der Teufelsdamm im Naugarder See 276
235. Die Schätze in Greifswald 277
236. Der Grenzwächter 278
237. Der Feuerkönig auf dem Seegrunder See 279
238. Der Strand zwischen Swine und Dievenow
239. Die drei Lichter am H. drei Königs-Abend 282
240. Der Schimmelreiter bei Pasewalk
241. Der Mann ohne Kopf bei Pyritz 283
242. Der Spuk auf der Brücke bei Pyritz
243. Der Teufel in Greifenberg 284
244. Der schußfeste General 288
245. Der Schwarzkünstler in Eldena
246. Sidonia Borken 289
247. Der unschuldige Hexenmeister 292
248. Die verbrannte Hexe zu Hohendorf
249. Die Hexenmütze und der Kreuzdornstock 293
250. Das Gespenst in Hohen-Bünsow
251. Die sieben bunten Mäuse 294
252. Der Erbdegen 297
253. Der Kalfater oder Klabatermannn 300
254. Das Brodmännlein in Stettin 302
255. Das Waldhorn in Gahlkow 303
256. Die brennende Mütze 304
257. Die todte Schlange 306
258. Die Vampyre in Cassuben 307
259. Die Währwölfe in Greifswald 308
260. Der Währwolf bei Zarnow
261. Die Cholera 309
262. Der prophezeihende Täufling
263. Der Beamte mit dem rothen Faden um den Hals 311
264. Die drei Schüsse nach dem lieben Gott
265. Der Teufel auf dem Tanzboden 313
266. Die gebannten Glocken 312
267. Der schwarze See und die gebannte Glocke bei Wrangelsburg 314

[XXX]

Seite
268. Die singende Glocke 316
269. Die Glocke in Stargard 317
270. Hack up, so fret ik di
271. Das von Hexengeld aufgebaute Dorf 318
272. Der Thurm zu Wobeser 319
273. Die Schwedin in Pommern 320
274. Das Mannagras an der Leba
275. Der Bettler auf der Insel Oie 321
276. Die Steinprobe 323
277. Der Geist des Herrn von Kemnitz 328
278. Die alte Stadt Grimmen
279. Der Mäusewagen in Grimmen 329
280. Die sieben eingemauerten Bauern zu Turow
281. Der Schatz in der Vollmondsnacht 330
282. Die Wenden-Glocken im Wirchow-See 332
283. Der Geist des Bürgermeisters Rubenow 333
Anhang.
Abergläubische Meinungen und Gebräuche in Pommern und Rügen 338
Schiffer-Meinungen und Gebräuche 346
Fischer-Meinungen 351
Das Tonnenabschlagen auf dem Darß