Die deutsche Jungfrau

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Textdaten
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Autor: Joseph von Eichendorff
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Titel: Die deutsche Jungfrau
Untertitel:
aus: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Zwei Novellen nebst einem Anhange von Liedern und Romanzen. S. 255-256
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1826
Verlag: Vereinsbuchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Universitätsbibliothek Greifswald, Signatur: 520 Bn 420; Djvu auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[255]

 Die deutsche Jungfrau.

Es stand ein Fräulein auf dem Schloß,
Erschlagen war im Streit ihr Roß,
Schnob wie ein See die finstre Nacht,
Wollt’ überschrei’n die wilde Schlacht.

5
Im Thal die Brüder lagen todt,

Es brannt’ die Burg so blutigroth,
In Lohen stand sie auf der Wand,
Hielt hoch die Fahne in der Hand.

[256]

Da kam ein röm’scher Rittersmann,

10
Der ritt keck an die Burg hinan.

Es blitzt sein Helm gar mannigfach,
Der schöne Ritter also sprach:

„Jungfrau, komm in die Arme mein!
Sollst Deines Siegers Herrin seyn.

15
Will bau’n Dir einen Pallast schön.

In prächt’gen Kleidern sollst Du gehn.

Es thun Dein’ Augen mir Gewalt,
Kann nicht mehr fort aus diesem Wald,
Aus wilder Flammen Spiel und Graus

20
Trag’ ich mir meine Braut nach Haus!"


Der Ritter ließ sein weißes Roß,
Stieg durch den Brand hinauf ins Schloß,
Viel’ Knecht’ ihm waren da zur Hand,
Zu holen das Fräulein von der Wand.

25
Das Fräulein stieß die Knecht’ hinab.

Den Liebsten auch ins heiße Grab,
Sie selbst dann in die Flamme sprangt
Ueber ihnen die Burg zusammen sank.