Die italienischen Schulen. III. Die Italiener bis zum Ende des XVII. und XVIII. Jahrhunderts. (Woermann 1887)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Karl Woermann
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die italienischen Schulen. III. Die Italiener bis zum Ende des XVII. und XVIII. Jahrhunderts.
Untertitel:
aus: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887)
Herausgeber: Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Druck von Wilhelm Hoffmann
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


Inhaltsverzeichnis

[130]
III. Die Italiener des XVII. und XVIII. Jahrhunderts.

A. Die bolognesische Schule. [Bearbeiten]

Ludovico Carracci.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna am 21. April 1555; gest. daselbst am 13. November 1619. Schüler Prospero Fontana’s. Durch Studien in Florenz, Parma und Venedig, besonders durch das Vorbild Correggio’s in Parma, zu einem neuen Stil hindurchgedrungen. Stifter der Accademia degli Incamminati zu Bologna. Begründer der „eklektischen Schule“ des XVII. Jahrhunderts. Thätig z. B. in Rom und Piacenza, hauptsächlich jedoch in Bologna.

Die Ruhe auf der Flucht nach Aegypten. 301. (516.) 4 b.[Bearbeiten]

Links sitzt Maria auf einer Rasenbank in üppiger Waldlandschaft und blickt zu dem Engelreigen empor, der sich, von Wolken umspielt, rechts oben im Goldlicht herablässt. Sieben Englein mit den Leidenswerkzeugen Christi schweben aus ihm hervor. Das Christkind schlummert ruhig auf Maria’s Schoosse. Drei erwachsene, bekleidete Engel nahen ihm links mit Blumen, ein vierter macht sich an der anderen Seite mit dem Windelkorbe zu schaffen, ein fünfter steht ganz rechts neben Josef und dem Esel.

Leinwand; h. 0,72½; br. 0,50. − 1742 durch de Brais aus der Sammlung Carignan in Paris als „Annibale Carracci“;. Im Inv. 1754, I 215, als Ludovio Carracci; so auch bei H. Das Bild scheint jedoch nur der Schule dieser Meister anzugehören.

Annibale Carracci.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna den 3. Nov. 1560, gest. zu Rom den 15. Juli 1609. Wie sein Bruder Agostino ein Grossvetter (Geschwisterenkel) und Schüler Ludovico Carracci’s, in dessen Sinne er sich auch in Parma und Venedig weiterentwickelte. Mit Ludovico und Agostino Begründer der „Accademia degli Incamminati“ und der „eklektischen Schule“ in Bologna. Thätig anfangs vornehmlich in Bologna, später hauptsächlich in Rom.

[131]

Christus von Engeln gestützt. 302. (515.) F 2.[Bearbeiten]

Die Halbfigur des Heilands, nach links vorübergebeugt, überströmt von dem Blute, das unter der Dornenkrone hervorquillt, umwallt von weinrotem Mantel, an jeder Seite von einem Engel gestützt. Im Hintergrunde links eine Mauer, rechts ein Ausblick in’s Freie.

Leinwand; h. 0,85½; br. 1,00. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – In diese kam es (Venturi p. 292) 1680 aus der Kirche San Prospero zu Reggio, für welche Annibale es nach Malvasia (I, p. 386), in seiner Jugend noch unter dem Einlflusse Ludovico’s gemalt hatte. Als „opera pregiatissima“ Annibale’s auch im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 150. Später in Dresden (auch bei H.) irrtümlich dem Ludovico zugeschrieben. Gestochen von M. Keyl ☼ I, 18. – Phot. Braun III. 6.

Mariae Himmelfahrt. 303. (518.) F 1.[Bearbeiten]

Links vor hohen Säulen steht der leere Sarkophag, dem Maria, von einem Engelknaben gehoben und geschoben, von Flügelköpfen zu ihren Füssen umflattert, himmelan nach rechts entschwebt ist. Die Arme hat sie ausgebreitet, verklärt blickt sie zum himmlischen Lichte empor. Rechts oben vor ihr reiten drei Engelknäbiein auf Wolken, links hinter ihr schweben vier grössere musicirende Engel. Unten umstehen die Apostel das leere Grab; einer von ihnen ist rechts vorn in die Kniee gesunken. Bez. am Rande des Sarkophag-Sockels: M . D . LXXXVII.

Leinwand; h. 3,81: br. 2,45. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Diese erhielt es 1661 aus der Confraternità di San Rocco in Reggio (Veuturi a. a. O. p. 270 und 359), für welche der Meister es 1587, also in seiner bologneser Frühzeit, gemalt hatte. So auch Malvasia I, p. 502. Gestochen von J. Camerata, ☼ I. 19.

Die Madonna mit Matthäus. 304. (519.) F 3.[Bearbeiten]

Links unter hohen Säulen, zwischen denen zwei Engel einen roten Vorhang zurückschlagen, sitzt Maria, nach rechts gewandt, auf hohem, mit plastischem Bildwerk geschmückten Throne und hält auf ihrem Schoosse das lebhaft bewegte Christuskind, dem der zu ihren Füssen stehende hl. Franciscus, sich andächtig neigend, den linken Fuss küsst. Neben ihr steht der Evangelist Matthäus; sein Symbol, der Engel mit einer Schriftrolle, sitzt vorn in der Mitte zu seinen Füssen. Rechts steht Johannes der Täufer. Im Hintergrunde eine Landschaft. Bez. l. i. d. M.: HANNIBAL CARRACTIVS BON. F. MDLXXXVIII.

Leinwand; h. 3,84: br. 2,55. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Die Vorgeschichte des Bildes ist nicht bekannt; doch nennt Malvasia (I. p. 502) es schon 1678 berühmt. – Gest. von N. Dupuis ☼ I. 20. Vorher radirt von Giov. Mitelli.

[132]

Der hl. Rochus, Almosen spendend. 305. (520.) F 3.[Bearbeiten]

Rechts im Mittelgrunde teilt der Heilige zur Pestzeit auf hoher Rampe Almosen aus. Viel Volk umringt ihn; viele Hände strecken sich zu ihm empor. Rechts vorn führt ein muskulöser, von hinten gesehener Mann einen schwer Kranken auf einem Schiebkarren herein. Links vorn lagert eine Gruppe von Frauen und Kindern, welche das erhaltene Geld zählen. Aus der Mitte des Bildes nähert sich ihnen eine Mutter mit ihrem Kinde. Hinter ihnen ein Säulenpalast; in der Mitte des Mittelgrundes eine Bogenhalle.

Leinwand; h. 3,31; br. 4,77. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Diese hatte es 1661 aus der Confraternità di San Rocco zu Reggio erhalten (Venturi a. a. O. p. 270 und 358), für welche der Meister es in den neunziger Jahren des XVI. Jahrhunderts als Gegenstück zu dem Bilde Cam. Procaccini’s, N. 645 unserer Galerie, gemalt hatte. Malvasia I. p. 398–399 und 466. Das Bild galt seiner Zeit als eine der gewaltigsten Leistungen des Meisters. Gestochen von J. Camerata, ☼ I, 21. Vorher radirt von Guido Reni, Bald. Aloisi u. a.

Der Genius des Ruhmes. 306. (517.) F 3.[Bearbeiten]

Ein geflügelter Jüngling schwebt nach rechts empor. Um seine Hüften flattert ein leichtes Purpurgewand. Um sein lorbeerbekränztes Haupt leuchtet ein Strahlennimbus. In der Rechten hält er einen Stab, in der erhobenen Linken eine Krone. Um seinen linken Arm hängen die vier Siegeskränze der griechischen Spiele. Sieben Genien in Knabengestalt umspielen ihn in leichten Wolken.

Leinwand; h. 1,75½; br. 1,14. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Auch als „l’onore“ oder „il valore“ hezeichnet. Asdrubale Bombaci, ein Gelehrter von Reggio, schenkte das Bild im ersten Viertel des XVII. Jahrhunderts dem Cardinal Alessandro von Este in Rom (Venturi, p. 158). Mit dessen Nachlass kam es 1625 nach Modena. Erwähnt auch von Malvasia I, p. 502. – Gestochen von C. D. Jardinier ☼ II. 19. – Phot. Braun II, 9. – Phot. Ges.

Die Madonna mit der Schwalbe. 307. (521.) F 2.[Bearbeiten]

Kniestück. Rechts neben Maria steht ein Tisch, auf dem sie den in weissen Kissen knieenden Jesusknaben festhält, während sie nach links zu dem kleinen Johannes hinabblickt. Dieser reicht auf dem linken Zeigefinger dem Christkinde, welches mit der Rechten einen Apfel zum Munde führt, eine Schwalbe empor.

Leinwand; h. 1,00½; br. 0,85. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Erwähnt schon von Malvasia a. a. O. I. p. 502. – Radirt von Rob. v. Oudenarde; gestochen von J. S. Klauber. – Phot. Braun XIII, 4.

Bildniss eines Lautenspielers. 308. (523.) 4 a.[Bearbeiten]

Halbfigur halb nach rechts auf dunklem Grunde. Der Dargestellte ist Annibale’s Freund, der Lautenschläger Giov. Gabrielle, gen. „il Siello“ oder „il Mascherone“. [133] Er trägt kurzes, dunkles Haar, dunklen Kinn- und Schnurrbart, einen schwarzen Anzug mit kleiner weisser Halskrause. Die Laute hält er in beiden Händen. Auf dem Pulte rechts neben ihm liegt ein Notenheft.

Leinwand; h. 0.76½; br. 0.63½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Im Inv. Guarienti N. 8 als „Opera squisita“. – Erwähnt schon von Malvasia I. p. 502. – Phot. Braun XII. 8.

Christuskopf. 309. (522.) 4 c.[Bearbeiten]

Halb nach links gewandt, hebt sich der von blonden Locken und kurzem blonden Barte umrahmte Kopf des Heilands von dem lichtdurchflossenen grauen Grunde ab. Am Hals kommt ein Stück roter Tunica zum Vorschein.

Kupfer; h. 0,51; br. 0,38. – Inv. 1754, I 198. als „Autore incerto“. Als Ann. Carracci seit dem „Catalogue“ von 1765. So auch gest. von C. G. Schultze ☼ III. 5; geschabt von J. J. Freidhoff. – Phot. Braun IX. 9 und Phot. Ges.

Schule der Carracci.[Bearbeiten]

Die Abnahme Christi vom Kreuz. 310. (528.) 4 c.[Bearbeiten]

Oben fasst einer der Männer noch des Leichnams linkes Handgelenk, ein anderer stützt seine rechte Achsel, ein dritter breitet unten das Tuch aus. Johannes nimmt den Körper unten rechts in Empfang, während Christi Mutter den herabsinkenden rechten Arm und Maria Magdalena die Füsse umfasst. Links die dritte Maria.

Leinwand; h. 0,68; br. 0,44. – Zuerst im Katalog von 1835. Schon hier als „bolognesische Schule.“

Die Frauen am Grabe. 311. (529.) 35 d.[Bearbeiten]

Links im Mittelgrunde sitzt der Engel auf dem leeren Grabe des Erlösers. Rechts im Vordergrunde nahen die drei Marien.

Ital. Pappelholz; h. 0,37½; br. 0,32. – Inv. 1722, A 649. als „Ann. Carracci.“ – Dann im Inv. Guarienti (vor 1753). N. 379, als „Copia di Scarsellino di Ferrara.“ Später als „Schule der Carracci“, was, so allgemein hingestellt, richtig sein wird.

Petrus. 312. (530.) H 1.[Bearbeiten]

Brustbild auf graubraunem Grunde, mit dem Oberkörper nach rechts, mit dem Kopfe nach links gewandt. In der Rechten hält der graubärtige Apostel seinen Schlüssel.

Leinwand; h. 0,65; br. 0.48½. – Inv. 1754, I 316, als „Schule des Caravaggio“. Später als „Schule der Carracci“, was, so allgemein hingestellt, zugegeben werden kann. Gegenstück zum folgenden.

Paulus. 313. (531.) H 1.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts auf graubraunem Grunde. Der schwarzbärtige, schwarzhaarige Apostel stützt die Rechte auf sein Schwert.

Leinwand; h. 0,65; br. 0.48½. – Inv. 1754. I 321. – Gegenstück zu dem vorigen; man sehe die Bemerkungen zu diesem.

[134]

Vision des hl. Franciscus. 314. (526.) F 4.[Bearbeiten]

Der Heilige sitzt rechts mit geschlossenen Augen auf einem Strohsack. Seine Arme ruhen in seinem Schoosse, in seinen Armen liegt das Kreuz, den rechten Fuss setzt er auf einen Totenschädel. Links vor ihm schwebt ein Engel im Goldlicht auf Wolken und geigt.

Leinwand; h. 1,71; br. 1,20. – Inv. 1754, I 317. – Dort als „Autore incerto“; doch seit dem „Catalogue“ von 1705 mit Recht in der Schule der Carracci.

Der Tod des hl. Franciscus. 315. (527.) 35 d.[Bearbeiten]

Links steht der Altar, vor dem der Heilige mit dem Crucifix im rechten Arm, rücklings zusammengebrochen ist. Ein fast erwachsener Engel steht rechts hinter ihm in der Landschaft und fängt ihn auf. Links oben erscheinen drei Engel in Wolken.

Ital. Pappelholz; h. 0,44½; br. 0,35½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Damals dort (Venturi, p. 358) als Original Ann. Carracci’s, in Dresden jedoch schon im Inv. 1754, I 263, nur als Schulbild. So auch bei H. – Jedenfalls zeigt es die Hand eines guten Schülers des Meisters.

Bildniss eines Knaben. 316. (525.) 4 b.[Bearbeiten]

Halbfigur eines grau gekleideten, 9–10jährigen Knaben, neben dem rechts ein Tisch steht. Auf dem Tisch liegt ein Instrument. In den Händen hält er zwei Kirschen.

Leinwand; h. 0,65½; br. 0,48½. – 1746 aus der. herzogl. Galerie zu Modena. Damals wurde dort wohl nicht der Dargestellte, sondern der Urheber des Werkes vermutungsweise als „Antonio Carracci“ bezeichnet, der ein natürlicher Sohn Agostino’s, also ein Neffe Annibale Carracci’s war, von 1583–1618 lebte und ein recht tüchtiger Maler zu werden versprach. Vgl. Venturi, p. 354. In Dresden wurde das Bild dagegen von Anfang an (so schon im Inv. Guarienti, N. 253) als Werk Annibale’s, als Bildniss Antonio’s ausgegeben. So auch frageweise bei H. Da die Behandlung für Annibale Carracci’s Hand nicht energisch genug ist, so erscheint die Vermutung des alten Modeneser Inventars wahrscheinlicher, als diejenige der Dresdener Inventare.

Bildniss eines Malers. 317. (524.) 50 c.[Bearbeiten]

Brustbild von vorn auf grauem Grunde. Der kahlköpfige, graubärtige Künstler, welcher den Pinsel in der Rechten, die Muschelpalette in der Linken hält, trägt einen schwarzen Rock mit einer kleinen weissen Halskrause.

Leinwand; h. 0,60; br. 0,50. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Damals dort (Venturi, p. 354) vermutungsweise als Pietro Faccini, der ein Schüler Ann. Carracci’s war. In Dresden dagegen im Inv. 1754, I 321, als Ann. Carracci selbst, bei H. doch nur mehr frageweise. Auch hier dürfte das alte Modeneser Inventar der Wahrheit näher stehen, als das Dresdener.

Heilige Familie. 318. (134.) 35 b.[Bearbeiten]

Nach links gewandt sitzt Maria an ihrem Betpulte und liest. Zwischen ihren Knieen steht der nackte Christusknabe und reicht ihr eine Rose. Der Rosenkorb steht links unten. Joseph sitzt rechts, in ein Buch vertieft.

[135] Leinwand; h. 0,52½; br. 1,25½; – 1725 durch Leplat, insofern es, wie auch H. annahm, das Bild des Inventars 1722, A 1565. ist. Dieses Bild wird hier aber dem Annibal Carracci zugeschrieben, während Hübner es zu den zweifelhaften Bildern Maratti’s stellte. Für diesen hat es zu schwarze Schatten und ist es nicht flüssig genug gemalt. Jedenfalls glauben wir, dass es, wenn auch nicht einem unmittelbaren Schüler, so doch einem Enkel-Schüler der Carracci angehört.

Der hl. Sebastian. 319. (552.) H 4.[Bearbeiten]

Nur mit blauem Schamtuch angethan, ist or vor den Mauern einer Festung an einen Baumstumpf gebunden und bewegt, schon von Pieilen getroffen, krampfhaft Arme und Beine. Seine Kleider liegen links am Boden.

Leinwand; h. 1,38½; br. 0,94½. – Scheint unter „Giorgione’s“ Namen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch Le Leu aus Paris gekommen zu sein. Später der „Schule des Domenichino“ eingereiht; so auch noch bei H. – Es ist .jedoch nur im allgemeinen die Schule der Carracci erkennbar.

Angeblich Pietro Faccini.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna 1562, gest. daselbst 1602. Anfangs Schüler der Carracci. Später stellte er ohne sonderlichen Erfolg eine eigene Akademie in Bologna der ihrigen gegenüber.

Die Verlobung der hl. Katharina. 320. (537.) 32 a.[Bearbeiten]

Rechts vorn sitzt Maria in schöner Landschaft. Der Jesusknabe auf ihrem Schoosse steckt der knieenden hl. Katharina den Ring an den Finger. Rechts der hl. Hieronymus, dessen Hut am Baume hängt, und drei weibliche Heilige. Links vorn drei kleine Putten.

Ital. Pappelholz; h, 0,26½; br. 0,19½. – Inventar 1722, A 466, als Copie nach Parmeggianino, an dessen Stil es in der That erinnert. – Im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 284 dem Pietro Faccini zugeschrieben, als „Opera pregiatissima dell’ autore.“ So auch noch bei H. Ob mit Recht, steht dahin.

Maria mit dem Kinde und Heiligen. 321. (530.) 3 b.[Bearbeiten]

Das bewegte Kind liegt auf dem linken Knie der hochthronenden Maria. Von rechts beugt sich eine weibliche Heilige herüber, umfasst es und herzt es. Ganz rechts steht der hl. Franciscus mit gefalteten Händen und verneigt sich tief. Links steht Joseph; vor ihm schreitet der kleine Johannes, dem sein Lamm folgt, die Stufen hinan.

Kupfer; h. 0,42½; br. 0,31. – Im Inventar 1722, A 659 , als „Art des Parmeggianino.“ Im „Catalogue“ von 1765 als „Schule des P. Faccini.“ Seit dem Katalog von 1835, wie N. 320, als eigenhändiges Werk Faccini’s. Beide Bilder zeigen jedoch durchaus nicht dieselbe Hand.

Guido Reni.[Bearbeiten]

Geb. den 4. November 1575 zu Bologna, gest. daselbst den 18. August 1642. Anfangs Schüler des Dionigio Calvaert, [136] dann des Lud. Carracci; weitergebildet in Rom durch Annibal Carracci, sowie durch das Studium Raphael’s und der Antike. Thätig in Rom, in Neapel u. a. O., vornehmlich aber in Bologna.

Der Auferstandene vor seiner Mutter. 322. (544.) F 1.[Bearbeiten]

Der aus der Vorhölle zurückgekehrte, von den Erlösten begleitete Heiland erscheint seiner rechts vor ihm knieenden Mutter. Zwischen ihnen steht ein erwachsener Engel mit dem Banner. Hinter dem Heiland Adam und Eva, über denen im Goldlicht zwischen geöffneten grauen Wolken einige Engel erscheinen. Rechts im Mittelgrunde der hl. Carlo Borromeo mit gefalteten Händen.

Leinwand; h. 3,22; br. 1,99. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Vorher schmückte es die Kathedrale zu Modena (Venturi p. 351). Zu Malvasia’s Zeiten (1678) aber befand es sich schon in der Galerie. Er nennt es „La famosissima tavola.“ Bild der frühesten Zeit des Meisters. Gestochen von J. Tardieu ☼ I, 22.

Christuskopf mit der Dornenkrone. 323. (547.) 4 c.[Bearbeiten]

Auf hellgrauem Grunde nach links emporgewandt. Unten ein kleines Stück des Purpurmantels. Schmerz und Hoheit im Blick.

Ital. Pappelholz; hochoval; h. 0,49; br. 0,37. – Inventar 1722. A 63 a. Geschenk Papst Innocenz’ XII. an König August II. – Von diesem Kopfe existiren verschiedene Wiederholungen. Unser Exemplar ist jedoch das bekannteste und berühmteste. Gestochen von Anton Krüger ☼ III. 26; von Robert Petzsch; von J. C. B. Gottschick; von J. A. E. Mandel. – Phot. Braun II, 10 und Phot. Ges.

Venus und Amor. 324. (538.) F 2.[Bearbeiten]

Venus ruht, nach rechts gewandt, halb aufrecht in schwellenden Polstern unter blassroten Vorhängen. Ihr rechter Arm liegt nachlässig auf ihrem Kopfkissen. Mit der Linken ergreift sie den Pfeil, den der rechts neben ihr stehende kleine Flügelgott ihr reicht. Rechts ein weisses Geländer und grüne Baumwipfel unter leicht bewölktem Himmel.

Leinwand; h. 1,36; br. 1,74½. – Bei H. ohne Provenienzangabe; doch unzweifelhaft die „Venus und Cupido“ Guido’s, welche nach dem Inv. 8° (A 2259, Fol. 239) 1731 durch Leplat erworben wurde. – Phot. Braun I. 9 und Phot. Ges.

Ninus tritt der Semiramis seine Krone ab. 325. (540.) F 4.[Bearbeiten]

Unter violettem Zelte, in dem links ein Tisch mit roter Decke steht, sitzt rechts der König in feuerrotem Rocke und blauem Mantel, das Scepter in der Linken. Links neben ihm sitzt die Königin in gelbem Kleide mit grünen Aermeln. Die erhobenen rechten Hände beider fügen sich in einander. Mit der Linken setzt Semiramis sich die Krone ihres Gemahls auf’s Haupt.

Leinwand; h. 2,94; br. 2,18. – 1752 durcli den Canonicus Luigi Crespi für 3000 Dukaten vom Marchese Giov. Nic. Tanari in Bologna. – Vergl. Malvasia II [137] (1678), p. 88: „Nel Palagio de’ Signori Marchesi Tanari, della sua più delicata e compita seconda maniera, il quadio di quel Re e Regina.“ Crespi gab den Gegenstand für „Salomon und die Königin von Saba“ aus; doch erhielt das Bild in Dresdon schon im Inventar 1754 die Bezeichnung „Ninus und Semiramis“, die allen Versuchen, das Bild anders zu erklären, gegenüber als richtig aufrecht erhalten werden muss. Treffende Bemerkungen darüber (nach Plutarch) im „Abrégé“ von 1782. p. 158–159. – Gestochen von J. M. Preissler ☼ II, 20. – Phot. Braun XIII, 5 und Phot. Ges.

Maria vor dem schlafenden Kinde. 326. (541.) 4 c.[Bearbeiten]

Unter blauem Vorhang auf rosenroten Kissen liegt der schlummernde Jesusknabe. Rechts steht Maria, welche den blauen Mantel über den Kopf gezogen hat, nur als Halbfigur sichtbar, neben dem Lager, hält ihre Arme auf der Brust gekreuzt und blickt das Kind liebevoll an.

Leinwand; breitoval; h. 0,69½; br. 0,89. – Am 15. Dec. 1764 durch Prinz Xaver und Graf Bose. – Es existiren mehrere eigenhändige Wiederholungen dieses Bildes; das bekannteste Exemplar, ausser dem unseren, ist dasjenige der kais. Galerie zu Wien. – Gestochen von Paul Gleditsch. – Phot. Braun IV, 6.

Der kleine Bacchus. 327. (539.) 4 c.[Bearbeiten]

Mit Weinlaub bekränzt, lehnt er sich an das hinter ihm stehende Rotweinfass; und während er mit der Linken die erhobene Glasflasche, die noch halb voll Wein ist, an den Mund setzt, entledigt er sich zugleich, nach Kinderart ungenirt, des Getrunkenen.

Leinwand; h. 0,72; br. 0,56. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Schon von Malvasia (II, p. 91) erwähnt als „Il Baccarino ignudo che rende cio che beve.“ – Gest. von Jos. Camerata ☼ I, 24. – Phot. Braun III, 7 und Phot. Ges.

Maria auf dem Throne mit Heiligen. 328. (546.) F 1.[Bearbeiten]

Rechts sitzt Maria, nach links gewandt, auf hohem Throne. Der Jesusknabe, welcher segnend die Linke erhebt, steht, von ihr gehalten, zu ihren Füssen. Rechts unten liest der hl. Hieronymus. Links beten die Heiligen Crispus und Crispinianus an. Am Himmel schweben zwei Englein mit Ueberwinderkränzen in den Händen.

Leinwand; h. 3,18; br. 2,16. – 1746 aus der herzogl, Galerie zu Modena. Guido hatte das Bild, welches seiner schwächeren späteren Zeit angehört, nach Malvasia II, p. 43, für die Capelle der Schuhmacher-Innung in S. Prospero zu Reggio gemalt; 1680 wurde es, nach Venturi, p. 292, von dort nach Modena gebracht. – Gestochen von P. L. Surugue d. j. ☼ I, 23.

Eccehomo. 329. (542.) 4 b.[Bearbeiten]

Brustbild des Heilandes, nach links gewandt, auf grauem Grunde, aus dem der Heiligenschein um’s dornengekrönte Haupt orangefarbig herausgearbeitet ist. Seine Hände sind an seiner Brust gebunden. Das Rohr ruht in seinem Arm. Er trägt einen aschgrauen Mantel.

[138] Kupfer; h. 0,76; br. 0,59½. – 1749 aus der K. Galerie zu Prag. – Es existiren verschiedene Wiederholungen des Bildes, von denen diejenige der kaiserl. Galerie zu Wien die bekannteste ist. Gestochen von C. G. Schulze ☼ III, 4. – Phot. Braun VI, 6 und Phot. Ges.

Eccehomo. 330. (543.) 4 b.[Bearbeiten]

Brustbild des Heilandes, von vorn gesehen, auf grauem Grunde. Das nach rechts emporgewandte dornengekrönte Haupt umgiebt ein orangefarbiger Heiligenschein. Die Hände sind vorn an der Brust gebunden; das Rohr ruht ihm im Arm. Er trägt einen rosenroten Mantel.

Leinwand; h. 0,79; br. 0,65. – Inventar 1754 (I, 277) als „Schule Guido’s.“ – Gestochen von C. G. Schultze. – Phot. Braun V, 9. – Phot. Ges.

Der hl. Hieronymus. 331. (545.) F 2.[Bearbeiten]

Halbfigur nach rechts auf grauem Grunde. Ein roter Mantel hängt über der linken Schulter des graubärtigen Heiligen. Rechts steht ein Steintisch, über dem er in der Linken ein Crucifix hält, während er mit der Rechten einen Stein an seine Brust drückt.

Leinwand; h. 0,79; br. 0,64½. – Als N. 2539 im Jahre 1740 aus den „Königlichen Zimmern.“

Nach Guido Reni.[Bearbeiten]

David mit dem Haupte Goliath’s. 332. (548.) S 2.[Bearbeiten]

Der junge Held steht nach rechts gewandt; er trägt einen blaugefütterten Pelzmantel und einen roten Hut mit gelber Feder. Mit dem rechten Arm stützt er sich auf einen Säulenstumpf, mit der linken Hand hält er das Haupt Goliath’s vor sich auf eine Steinbrüstung.

Leinwand; h. 2,32; br. 1,48½. – Nach H. 1741 durch Riedel aus Wien. – Wir konnten es jedoch zuerst im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 142 nachweisen. Das Original Reni’s, ein Hauptwerk seiner späteren Zeit, im Louvre zu Paris. Schulwiederholungen an verschiedenen Orten, z. B. in der Galerie Liechtenstein zu Wien. Die unsere rührt von einem guten Schüler her. Nach Guarienti hätte Fr. Gessi sie gemalt, Guido selbst sie übergangen.

Leonello Spada.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna 1576; gest. zu Parma den 17. Mai 1622. Ursprünglich Schüler der Carracci in Bologna; später Schüler Michelangelo Merisi da Caravaggio’s in Rom. Arbeitete in Bologna, Rom, Neapel, Malta, Reggio (bei Modena) u. s. w.

Christus an der Säule. 333. (554.) 36 d.[Bearbeiten]

Halbfigur ohne Hände im Profil nach rechts auf dunklem Grunde. Links die Säule, an welche der Heiland mit den Armen auf dem Rücken festgebunden ist. Vorgebeugt, empfängt er die Geisselhiebe. Sein Mund ist geöffnet. Bittrer Schmerz spricht sich in seinem Antlitz aus.

Leinwand: h. 0,68½; br. 0,54. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena.

[139]

David mit dem Haupte Goliaths. 334. (555.) 36 b.[Bearbeiten]

Halbfiguren nach links vor rotem Vorhange. Rechts steht David im Hemd, hält das Schwert in der Linken und fasst mit der Rechten den Schopf des Riesenhauptes , welches der links stehende gehelmte und geharnischte Krieger mit beiden Händen in Empfang nimmt.

Leinwand; h. 0,73½; br. 0,99½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena, welche es 1625 aus dem Nachlasse des in Rom verstorbenen Cardinals Alessandro d’ Este erhielt. Veuturi, p. 159 und 358.

Amor, einen Leoparden bändigend. 335. (556.) 35 b.[Bearbeiten]

Vorn liegt, nach links gewandt, die grosse gefleckte Katze mit funkelnden Augen. Der kleine Flügelgott, um dessen Schulter sein Köcher hängt, sitzt auf ihr und hält sie stramm am Zügel.

Leinwand; h. 0,86; br. 1,03. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena.

Alessandro Tiarini.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna den 20. März 1577, gest. den 8. Febr. 1668. Zuerst Schüler Prospero Fontana’s, zuletzt Ludovico Carracci’s in Bologna. Thätig in Florenz, in Reggio, in Bologna.

Medoro und Angelica. 336. (557.) F 2.[Bearbeiten]

Kniestück. In romantischer Felsenwildniss beugt Medoro sich, nach links gewandt, über den Brunnenrand, in den er Angelica’s Namen gräbt. Diese steht hinter ihm, legt ihren linken Arm um seinen Nacken und deutet mit der Rechten zum Bilde hinaus. Vergl. Ariost’s Rasenden Roland XIX, 36 und XXIII. 102–103.

Leinwand; h. 1,05; br. 1,39. – 1747 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Venturi p. 355. Gestochen von Ant. Radigues ☼ II, 25.

Francesco Albani.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna den 17. März 1578; gest. daselbst den 4. Oct. 1660. Anfänglich Schüler Dion. Calvaert’s, dann der Akademie der Carracci in Bologna. Thätig in Rom, in Florenz, hauptsächlich aber in Bologna.

Amorettentanz beim Raube Proserpina’s. 337. (562.) 4 b.[Bearbeiten]

Links im Mittelgrunde jagt Pluton mit der geraubten Proserpina auf seinem Wagen davon. Rechts vor dem Tempel blicken die Gespielinnen der Proserpina dem Räuber mit entsetzten Geberden nach. Die Gottheiten der Liebe aber feiern den Raub. Vorn in der Mitte, führt eine Schar reizender Amoretten einen Ringeltanz um die Steingruppe von zwei Amoretten, die Amor hochheben, aus. [140] Sie haben die Attribute des Unterweltsgottes geraubt und zeigen triumphirend seine Schlüssel und seinen Zweizack. Am Himmel links drei musicirende Engel, rechts Venus selbst mit einer Hochzeitsfackel in den Händen, mit den Tauben zu ihren Füssen, ihren Amor umarmend.

Kupfer; h. 0,74½; br. 0,99. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Herzog Alfonso IV. hatte das Bild 1659 von einem gewissen Zaneletti gekauft. Venturi p. 190–191. Vgl. Malvasia II, p. 274. Ein ähnliches Bild in der Brera zu Mailand, doch wird der Tanz hier nicht um die Statue, sondern um einen Baum ausgeführt. – Gestochen von P. Tanjé ☼ II. 21. – Phot. Braun II. 11. – Phot. Ges.

Diana und Aktäon. 338. (563.) 4 a.[Bearbeiten]

Vorn wölbt sich ein Felsenthor über dem Weiher, der links durch einen Wasserfall gespeist wird. Diana steht in der Mitte und blickt erzürnt dem Aktäon nach, der, bereits mit dem Hirschgeweih versehen, rechts entflieht. Drei Nymphen suchen die Göttin durch ein blaues Gewand zu bedecken. Drei andere haben sich links zu ihren Kleidern geflüchtet; eine siebente versteckt sich zu Füssen Diana’s; eine achte liegt vorn rechts im Wasser.

Leinwand; h. 0,75; br. 0,94½. – Wohl 1738 durch Rossi. Inv. 8° 2372. Nach H. aus Modena, und das folgende 1741 durch Rossi. Doch muss hier eine doppelte Verwechslung vorliegen. Man vergl. darüber die Bem. zum folgenden.

Diana und Aktäon. 339. (566.) 4 a.[Bearbeiten]

Vorn wölbt sich die Grotte über dem Weiher, in dem sich einige Nymphen baden, während Diana, von anderen umgeben, am Ufer unter einem Baume sitzt. Einige breiten ein weisses Tuch aus, um sich und die Göttin zu verbergen. Aktäon flieht, schon mit dem Hirschgeweih bedacht, links bildeinwärts.

Leinwand; h. 0,74; br. 0,99½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Das Bild wurde 1639 im Atelier Albano’s selbst für Herzog Franz I. erworben. In dem Berichte stellte der Vermittler, Gher. Martinenghi, fest, dass Albani die erste Anlage habe von Schülerhand machen lassen, das ganze aber eigenhändig ausgeführt habe, sowie das es elf Figuren enthalte (Venturi p. 190). Hieraus geht hervor, dass bei H. eine Verwechslung stattgefunden; denn H. nimmt an, dass dieses zweite, von Dietrich teilweise übermalte Bild das durch Rossi erworbene, das vorige, besser erhaltene, das aus Modena stammende sei. Das vorige Bild enthält jedoch nur zehn, gerade das unsere elf Figuren. – Phot. Ges.

Galatea im Muschelwagen. 340. (564.) F 3.[Bearbeiten]

Die schöne Meernymphe fährt lebensgross in ganzer Gestalt, nach rechts gewandt, auf ihrem von zwei Delphinen gezogenen, von fünf kleinen Liebesgöttern umspielten und vorwärts getriebenen Wagen über’s blaue Meer. [141] Sie hält in beiden Händen ein rotes Tuch, welches sich, vom Winde geschwellt, über ihrem Haupte wölbt.

Leinwand; h. 1,88; br. 1,23 ½. – Inv. 1722 A 33. In den Inventaren Guarienti (vor 1753) N. 203 und 207 und von 1754 N. 286 und 291 hatte das Bild ein ähnliches Gegenstück, welches zu den früher verkauften Bildern gehörte, vor kurzem aber im Kunsthandel wieder auftauchte. – Phot. Braun IV, 5.

Venus und Vulkan. 341. (565.) 4 b.[Bearbeiten]

Links ruht Venus auf rot gepolstertem Lager unter einem roten Vorhange, den kleine Liebesgötter zwischen grünen Bäumen ausspannen. Vulkan, ihr Gatte, sitzt hinter ihr. Beide schauen dem Treiben der kleinen Götter zu. In der Mitte schiessen diese nach einem rechts am Baume befestigten Schilde. Einen von Pfeilen durchbohrten Schild bringen zwei von ihnen der Venus. Links im Mittelgrunde schmieden ihrer vier vor einer Felsengrotte Pfeile. Vorn rechts schnitzen einige ihre Bogen, beschäftigen andere sich anders. Zwei sitzen unter dem Baume; einer liest die Pfeile auf; in der Luft schweben zwei mit Fackeln. Reiche Landschaft im Hintergrunde.

Leinwand; h. 1,38; br. 1,83. – 1743 durch Le Leu aus Paris. Inv. 1754, I 443. Eine ähnliche, grössere Darstellung des Meisters, bekannt durch den Stich von Baudet befindet sich im Louvre zu Paris. – Phot. Braun XII, 9.

Die Vertreibung aus dem Paradiese. 342. (567.) 4 a.[Bearbeiten]

Links aus Wolken fährt im Goldlicht der Engel herab und treibt mit flammendem Schwerte das erste Menschenpaar in die rechts sich dehnende Landschaft hinaus.

Leinwand; h. 0,93; br. 1,20. – 1741 durch J. A. Riedel aus Wien. – Gestochen von Jos. Canale ☼ III, 33.[WS 1]

Die Erschaffung Eva’s. 343. (568.) 4 c.[Bearbeiten]

Adam schlummert vorn links unter einem Baume. Rechts schwebt Gottvater heran, von blauen Gewändern umwallt, von drei Engelknäbchen begleitet. Befehlend erhebt er die Rechte, und schon entsteigt Eva der linken Seite Adam’s, schon sinkt sie anbetend vor dem Schöpfer in die Kniee. Ueber ihr Engel und Flügelköpfchen. Rechts in der Landschaft grasen Lämmer neben einem Löwen.

Leinwand; rund; h. 0,68; br. 0,68 ½. – 1742 durch de Brais aus der Sammlung Carignan zu Paris.[WS 2] – Leider nicht im besten Zustande. – Phot. Braun VII, 13.

Die Anbetung der Hirten. 344. (569.) 4 c.[Bearbeiten]

In der Mitte des Stalles über der Krippe drei Flügelköpfchen. Links entblösst Maria dem Kinde ihre Brust. Hinter ihr knieen drei erwachsene Engel. Rechts [142] steht Joseph, deutet auf’s Kind und wendet sich zu den Hirten zurück, die schüchtern in der offenen Thür stehen. Oben im Goldlicht musiciren sieben nackte Engelknäblein.

Kupfer; h. 0,34½; br. 0,42½. – 1742 der Sammlung Dubreuil in Paris.

Die Ruhe auf der Flucht. 345. (570.) 3 c.[Bearbeiten]

Links unter üppigen Bäumen reicht Maria ihrem Kinde die Brust. Joseph sitzt lesend neben ihr; zwei Engel in weissen Gewändern stehen hinter ihr; drei Flügelköpfchen schweben über ihr. Zwei kleine Engel machen sich links im Wipfel einer Palme zu schaffen; drei andere musiciren rechts auf einer Wolke. Rechts unten führt ein Engel den Esel auf die Weide,

Leinwand; h. 0,67; br. 0,81. – 1742 aus der Sammlung Carignan zu Paris. – Aehnlich ein Bild des Meisters im Louvre zu Paris. – Phot. Braun XIV, 4.

Heilige Familie. 346. (571.) 4 b.[Bearbeiten]

Links unter einer abgebrochenen Säule sitzen Maria und Elisabeth; jene umfasst den vor ihr in seiner Wiege stehenden Christusknaben, diese hält den kleinen Johannes, welcher sich vom Jesusknaben umarmen und herzen lässt. Ganz links zwei Engel. Rechts sitzt Joseph mit einem Buche an seiner Hobelbank. Zwei Engel streuen Blumen.

Kupfer; h. 0,67; br. 0,50½. – 1725 durch Leplat. – Ein ähnliches Bild im Louvre zu Paris.

Schule Franc. Albano’s.[Bearbeiten]

Die Ruhe auf der Flucht. 347. (532.) 35 a.[Bearbeiten]

Rechts sitzt Maria mit dem Kinde an einem Säulenstumpfe. Links steht Joseph neben dem Esel und blickt gen Himmel, von dem sich fünf Engel mit einem Kreuze herablassen. Im Hintergrunde üppige Landschaft.

Kupfer; h. 0,70½; br. 0,51½. – 1741 durch Rossi aus Italien als „Andrea Sacchi“, was jedenfalls, da die Schule Albano’s, der dieser Meister angehörte, unverkennbar ist, genauer war, als es mit H. der „Schule der Carracci“ zuzuschreiben. – Vielleicht wirklich ein Jugendwerk Sacchi’s.

Die Wäsche während der Flucht. 348. (533.) 36 b.[Bearbeiten]

Maria kniet bei ihrer Wäsche rechts unter dem Felsenquell. Der Jesusknabe hilft ihr. Links hängt Joseph die Tücher an den Baum.

Kupfer; h. 0,42½; br. 0,30½. – Inv. 1722 A 482 als „Albano“, was jedenfalls, da die Richtung dieses Meisters unverkennbar ist, der Wahrheit näher kam, als es mit H. nur allgemein der „Schule des Carracci“ zuzuschreiben. Zeigt es dochl, wenn auch etwas anders zusammengefügt, dieselben Motive, wie Albano’s durch Guil. Vallot’s Stich bekanntes Bild „La Laveuse“.

[143]

Giovanni Lanfranco.[Bearbeiten]

Geb. zu Parma im Spätherbst des Jahres 1580, gest. zu Rom am 29. Novbr. 1647. Schüler Agostino Carracci’s in Bologna, Annibale Carracci’s in Rom. Zu einem decorativen Schnell- und Breitmaler selbständig weiterentwickelt. Thätig hauptsächlich in Rom und Neapel.

Der reuige Petrus. 349. (199.) F 2.[Bearbeiten]

Vorn im Hofe am Kohlenfeuer ist Petrus im gelben Mantel mit gefalteten Händen reuig in die Kniee gesunken und blickt von den links einfallenden Morgenstrahlen beleuchtet, schmerzlich zu dem krähenden Hahn empor. Rechts im Mittelgrunde zwei Wächter.

Leinwand; h. 1,55½; br. 1,14. – Inv. 1754. I, 80. Charakteristisches Werk des Meisters. Gestochen von J. Daullé ☼ II. 24.

Vier Zauberer. 350. (200.) 33 a.[Bearbeiten]

Kniestück. Von den vier graubärtigen Männern hält der von vorn gesehene in der Mitte ein Buch in der Rechten und erhebt redend die Linke. Derjenige zur Linken und die beiden zur Rechten, deren vorderer eine Flasche und ein Gefäss im Arm hält, zeigen sich im Profil.

Leinwand; h. 0,97; br. 1,17½. – 1742 durch Riedel aus Prag.

Domenichino.[Bearbeiten]

Domenico Zampieri, gen. il Domenichino. Geb. den 21. October 1581 zu Bologna, gest. den 15. April 1641 zu Neapel. Zuerst Schüler des Dionigio Calvaert, dann der Akademie der Carracci zu Bologna; Gehülfe Annibale Carracci’s in Rom. Thätig zu Bologna und Neapel, hauptsächlich jedoch in Rom.

Caritas. 351. (550.) F 2.[Bearbeiten]

Die Liebe als Mutter mit drei Kindern. Links unter Gebüsch liegt die junge Frau in grauem Rock, halbaufgerichtet, nach rechts gewandt, auf rotem Tuche. Mit ihrer Rechten umfasst sie das jüngste Kind an ihrer Brust, mit ihrer Linken reicht sie dem ältesten, welches von rechts herbeigelaufen kommt, einen Apfel; das mittlere schlummert an ihren Knieen. Im Hintergrunde offene Landschaft.

Leinwand; h. 1,19½; br. 1,99. – 1845 von den Erben des Galerie-Directors Matthäi. Charakteristisches Werk des Meisters. – Phot. Braun VII. 14. – Phot. Ges.

[144]

Schule Domenichino’s.[Bearbeiten]

Der hl. Franz in der Einsamkeit. 352. (354.) 35 b.[Bearbeiten]

Die Einsamkeit ist eine schöne Landschaft mit hohen Bäumen. Der Heilige kniet vorn, im Profil nach rechts gewandt, vor dem Crucifixe. Sein Buch liegt vor ihm. Rechts oben aus Wolken blicken vier Engel herab, von denen der grösste, sich selig umblickend, hinabdeutet.

Kupfer; h. 0,53½; br. 0,39½. – 1742 als „Domenichino“ aus Paris. In unseren alten Inventaren hingegen (Inv. Guarienti, vor 1753, N. 193; Inv. 1754 I, 514) dem Girolamo Muziano zugeschrieben, von dem es jedoch, wie schon H. andeutet, nicht herrührt. Vielmehr gehört das Bild der bolognesischen Schule an (vgl. auch Lerm., S. 288), ja es steht (besonders in der Landschaft und den Engeln) dem Domenichino, ohne für ein eigenhändiges Werk dieses Meisters gelten zu können, so nahe, dass seine ursprüngliche Bezeichnung der Wahrheit jedenfalls näher kam, als die spätere.

Vier spielende Genien. 353. (551.) 36 a.[Bearbeiten]

In einem Zimmer schleppen sich vier Knaben mit den Attributen der Künste und des Handels. Vorn links sitzt einer mit Meisseln und einem Steinkopfe. In der Mitte schreiten zwei auf jenen zu, von denen der vordere eine Guitarre schleppt, während der hintere, neben dem eine Palette auf einem Stuhl steht, Pinsel trägt. Ganz rechts der vierte mit dem Heroldstabe Merkur’s.

Leinwand; h. 1,30½; br. 1,62. – 1738 durch Rossi aus Venedig als Original des „Domenichino da Roma“. Für ihn selbst jedoch nicht fest und klar genug. Schon bei H. nur als Schulbild. Es fragt sich, ob es überhaupt Domenichino’s Schule angehört.

Ein betender Greis. 354. (553.) 5 b.[Bearbeiten]

Brustbild fast von vorn auf dunklem Grunde. In den gefalteten Händen hält der Alte einen Rosenkranz; den Blick wendet er flehend nach rechts empor. Sein langer grauer Bart fällt auf seine nackte Brust herab.

Ital. Pappelholz; h. 0,51; br. 0,46½. – 1857 aus Steinla’s Sammlung als Original Domenichino’s. Schon bei H. nur als Schulbild.

Francesco Gessi.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna 1588, gest. daselbst 1647 (nach Bologuini-Amorini, Vite, V. p. 241; nach Lanzi 1649). Einer der Hauptschüler Guido Reni’s. Thätig in Mantua, in Ravenna, in Neapel, hauptsächlich aber in Bologna.

Magdalena. 355. (573.) 4 c.[Bearbeiten]

Halbfigur nach rechts in einer Felsenhöhle, Ihr blondes Haar fliesst über ihre Schultern und auf ihre Brust herab. Lose umhüllt sie ein blassroter Mantel. Die rechte Hand presst sie an ihre Brust, in der linken hält sie vor [145] sich auf dem Steintische das verehrte Crucifix. Links in einer Lichtöffnung ihr goldenes Salbgefäss.

Leinwand ; h. 0,76 ; br. 0,63. – 1748 durch Bern. Benzoni aus Venedig. – Phot. Braun IV, 8. – Phot. Ges.

Il Guercino.[Bearbeiten]

Giov. Francesco Barbieri, gen. il Guercino. Getauft zu Cento (zwischen Bologna und Ferrara) den 8. Februar 1591 (nach Calvi, Notizie, Bologna 1842. p. 5); gest. zu Bologna den 22. December 1666. – Bildete sich selbstcändig im Anschluss an die Carracci. Thätig in Cento, in Rom, in Bologna.

Ekstase des hl. Franciscus. 356. (588.) H 4.[Bearbeiten]

Der Heilige ist rechts an einem alten Mauerpfeiler in sich zusammengesunken, hält aber sein Buch noch mit der Linken und bewegt die erhobene Rechte im Traume. Links sitzt ein geigender Engel auf der Wolke. In der Mitte die Landschaft mit einem Bergschloss.

Leinwand; h. 1,62½; br. 1,27. – 1756 aus der Casa Ranuzzi in Bologna. Vgl. die Bemerkungen zu N. 120. Bei den Erwerbungsakten liegt ein Zeugniss der Accademia Clementina zu Bologna vom 30. Juni 1756, dass das Bild ein Original Guercino’s sei; und der Canonico Luigi Crespi pries es als schönes Werk der ersten Manier des Meisters. In dem Verzeichniss der Werke Guercino’s (Malvasia II, p. 364) findet sich unter dem Jahre 1620: „Fece un S. Francesco in S. Pietro in Cento, con un’ angelo che suona il violino.“ Die Echtheit des Bildes wurde bei H. gleichwohl bezweifelt; und in der That ist es, in der Nähe besehen, etwas derb in der Durchführung. Aber es war vielleicht nur für die Wirkung aus der Ferne berechnet; und den auch von Caravaggio beeinflussten Stil der Jugendzeit Guercino’s zeigt es im ganzen unzweifelhaft. Vor allen Dingen kommt in Betracht, dass es, leicht verändert, schon gleichzeitig von Giov. Batt. Pasqualini als Werk Guercino’s gestochen ist.

Der Evangelist Matthäus. 357. (582.) 5 a.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links mit kahlem Kopf, langem grauen Bart. Der Heilige schreibt in dem mächtigen Buche, welches der links stehende Engel hält.

Leinwand; h. 0,89 ; br. 0,71. – 1746 mit den folgenden dreien, seinen Gegenstücken, aus der herzogl. Galerie zu Modena. Diese hatte sie 1625 aus dem Nachlasse des Cardinals Alessandro von Este in Rom erhalten. Venturi, p. 159. Gemalt hatte Guercino sie nach Malvasia (II. 366) im Jahre 1623 in Cento; und sie zeigen in der That die Kraft des entwickelten Jugendstils des Meisters.

Der Evangelist Marcus. 358. (583.) 5 c.[Bearbeiten]

Halbfigur nach rechts. Der schwarzhaarige und schwarzbärtige Heilige sitzt an einem Tische und schneidet seine Feder. Vor ihm sind Bücher aufgeschichtet, auf denen ein Tintenfass mit einem künstlichen Löwen steht.

Leinwand; h. 0,87; br. 0,70½. – 1746 aus Modena. Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu diesem. − Gest. von F. Tkadlik.

[146]

Der Evangelist Lucas. 359. (584.) 5 a.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links. Der Evangelist sitzt an einem Tische, auf dem vor ihm das Bild steht, an dem er malt. Das kahle kurzbärtige Haupt stützt er mit der Rechten; in der Linken hält er Pinsel und Palette.

Leinwand; h. 0,87; br. 0,70½. − 1746 aus Modena. Gegenstück zu den beiden vorigen und dem folgenden. − Vergl. die Bemerkungen zu N. 357.

Der Evangelist Johannes. 360. (585.) 5 c.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links. Der bartlose Apostel sitzt über sein Buch gebeugt. Mit der Rechten umfasst er seinen Adler, der eine Feder in den Klauen hält.

Leinwand; h. 0,87; br. 0,69½. − 1746 aus Modena. Gegenstück zu den drei vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu N. 357.

Kephalos an der Leiche der Prokris. 361. (577.) F 2.[Bearbeiten]

Nach der griechischen Fabel (Ovid’s Metamorphosen, VII, 835–865) hatte Kephalos seine im Gebüsch versteckte Geliebte Prokris, die ihm aus Eifersucht heimlich auf die Jagd gefolgt war, sie für ein Wild haltend, getötet. Rechts liegt ihre Leiche, deren Brust vom Pfeil durchbohrt ist, halb aufrecht an einem Felsen. Links sitzt Kephalos verzweifelnd auf einem Steine, hält seine Hände über’s Knie gefaltet und lässt seine Blicke klagend gen Himmel schweifen, wo ein kleiner weinender Amor flattert.

Leinwand; h. 2,07; br. 2,54. – 1744 durch Le Leu und Rigaud aus Paris. Vormals in der Sammlung Carignan, in welche es gleichzeitig mit N. 364 aus dem Nachlasse des Cardinals Mazarin gelangt war. Gemalt hatte Guercino es (nach Malvasia II. p. 374) 1644 im Auftrage des Marchese Cornelio Bentivoglio für die Königin von Frankreich (Anna von Oesterreich). Diese schenkte es dem Cardinal Mazarin. Vgl. die Bemerkungen zu N. 364, welches nachträglich als Gegenstück gemalt wurde. − Gest. von L. L’Empereur ☼ II. 22.

Semiramis. 362. (579.) F 2.[Bearbeiten]

Kniestück. Semiramis sitzt in blutrotem Kleide. mit der Krone im aufgelösten goldnen Haare, das eine neben ihr stehende Magd kämmt, links an ihrem Tische, wendet sich nach rechte um, wo der Bote, welcher den Ausbruch des Aufruhrs zu Babylon meldet, in der offenen Thüre steht, und erhebt, entsetzt über die Nachricht, ihre Hände. Mit der Linken hält sie zugleich noch ihr Haar.

Leinwand; h. 1,32[WS 3]; br. 1,77. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Nach Malvasia (II, p. 374) 1645 für den Cardinal Comaro gemalt; „una Semiramide quando ebbe la nova della presa di Babilonia.“ – Phot. Braun XII. 10 u. Phot. Ges.

Diana. 363. (578.) F 2.[Bearbeiten]

Kniestück nach rechts. Rechts unten in der Landschaft ein Bergschloss. Die Göttin trägt einen orangenen Chiton, eine violette Chlamys und den Halbmond auf dem Haupte. Die [147] Linke stützt sie auf ihren Speer, mit der Rechten führt sie ihr weisses Windspiel an der Leine.

Leinwand; h. 1,28; br. 1,04. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gemalt nach Malvasia (II. p. 374) 1645 für Lorenzo Delfino in Venedig; „Al clarissimo Lorenzo Delfin Veneto una Diana col cane à lassa.“ – Phot. Braun I. 10.

Venus an der Leiche des Adonis. 364. (576.) F 2.[Bearbeiten]

Vorn liegt der vom Eber getötete Jüngling auf dem Rücken. Sein Kopf ruht links. Von rechts eilt Venus in lebhafter Bewegung herbei, um sich über ihn zu werfen. Links im Mittelgrunde zerrt Amor, ihr Sohn, den Eber am Ohre herbei.

Leinwand; h. 2,06; br. 2,52½. – 1744 durch Le Leu und Rigaud aus Paris. Vormals in der Sammlung Carignan; noch früher heim Cardinal Mazarin ; für letzteren hatte Guercino (nach Malvasia II, p. 375) das Bild 1647 gemalt, offenbar als Gegenstück zu unserem schon 1644 gemalten Bilde Kephalos und Prokris, N. 361, welches die Königin von Frankreich dem Cardinal geschenkt hatte. – Gestochen in Rom von L. Rouhier (vergl. Nagler, Monogrammisten IV, S. 428); in Dresden von L. L’Empereur ☼ II, 23. – Phot. Braun III, 8.

Die Geburt des Adonis. 365. (575.) F 1.[Bearbeiten]

Nach der altgriechischen Sage (Ovid’s Metamorphosen X, 502–514) war Adonis der Sohn der in einen Myrrhenbaum verwandelten Myrrha, wurde durch Lucina (Diana als Geburtshelferin) aus der Spalte des Baumes gehoben und von den Nymphen des Berges gepflegt. Rechts, nach links gewandt, kniet Diana vor dem Baume, dem sie das Knäblein enthebt. Links halten drei Nymphen Krüge und Schalen bereit.

Leinwand; h. 2,10; br. 2,70. – Inventar 1754. I 88. – Gegenstück zum folgenden.

Der Tod des Adonis. 366. (574.) F 1.[Bearbeiten]

Vorn liegt die Leiche des Adonis, mit dem Kopfe rechts, ausgestreckt auf dem Rücken. Zu ihren Füssen zwei Hunde. Neben ihr ein kleiner Liebesgott, der mit klagender Miene auf sie hinabdeutet. Venus eilt in lebhafter Bewegung von links herbei, im Begriffe sich über ihren auf der Jagd vom Eber getöteten Liebling zu stürzen.

Leinwand; h. 2,11½; br. 2,72. – Inventar 1754, I 89. – Gegenstück zum vorigen.

Dorinda, Silvio und Linco. 367. (580.) F 4.[Bearbeiten]

Scene aus Guarini’s „Pastor fido.“ Rechts sitzt die von Silvio verwundete Dorinda auf einem Steine. Der alte Linco umfasst sie und hebt mit der Rechten ihr Hemd auf, um dem Silvio die blutende Wunde ihres weissen Leibes zu zeigen. Silvio kniet mit dem Bogen in der Linken links vor ihr und bittet sie um Verzeihung.

[148] Leinwand; h. 2,24; br. 2,91. – 1744 durch den Secretär Talon als „Femme blessé à la Chasse“ und als „bon original de Corregge“ (!) in Madrid erworben. Die Dresdener Inventare (Guarienti N. 200) bezeichneten es jedoch mit Recht sofort als Werk Guercino’s. Beglaubigt als solches ist es auch durch Malvasia (II, p. 375): gemalt 1647 für den Grafen Alfonso di Novellara; „Silvio quando feri Dorinda nel fianco, con Linco pastore.“ – Gestochen von C. F. T. Uhlemann ☼ III. 18.

Loth mit seinen Töchtern. 368. (581.) 34 c.[Bearbeiten]

Loth sitzt, nach links gewandt, auf einem Steine. Eine seiner Töchter steht hinter ihm und schenkt ihm aus einem Kruge Wein in die Schale, die er ihr mit der Rechten hinhält. Die andere sitzt links neben ihm und hält in der erhobenen Rechten einen frischen Weinkrug bereit. In der Mitte des Hintergrundes die brennende Stadt, davor Loth’s Gattin als Salzsäule.

Leinwand; h. 1,76; br. 2,25. – 1744 durch Le Leu und Rigaud aus der Sammlung Polignac zu Paris. Vorher befand es sich in Rom. Es muss von den drei Darstellungen dieses Gegenstandes, die im Verzeichniss der Werke Guercino’s vorkommen, die dritte. 1651 gemalte, sein, welche nach Malvasia (II. p. 379) nach Rom verkauft wurde. (Charakteristisches Bild der letzten Malweise des Meisters. – Phot. Ges.

Die Malerei und die Zeichnung. 369. (597.) F 1.[Bearbeiten]

Da es auf italienisch „la pittura“, aber „il disegno“ heisst, so ist die erstere als buntgekleidete junge Frau, die letztere als Mann dargestellt. Die Malerei sitzt rechts an ihrer Staffelei, den Pinsel in der Rechten, die Palette in der Linken, und malt einen schlummernden Amor. Die Zeichnung, nach welcher sie sich umwendet, hält der bärtige Mann, der links am grünen Tische sitzt.

Leinwand; h. 2,31; br. 1,81. – 1742 durch de Brais aus Paris. Damals trug das Bild den Namen Guercino’s. Erst in Dresden taufte man es auf den Namen seines Schülers Benedetto Gennari’s d. j. (1633–1715). Diesen Namen führt das Bild schon im Inv. 1754, I 260 und noch bei H.; im Katalog von 1812 jedoch vorübergehend wieder den des Guercino. – Die Gründe, welche uns veranlassen, es diesem Meister zurückzugeben, sind – ausser jener ältesten Ueberlieferung – die folgenden: 1. Die Malweise des Bildes entspricht derjenigen der übrigen späten Bilder Guercino’s, welcher gegen Ende seines Lebens härter, kälter und bunter wurde, keineswegs aber derjenigen B. Gennari’s d. j., dessen Stil, wie auch seine Biographen berichten, sich mehr der nordischen Malweise (er hatte lange in Paris und London gelebt) näherte. 2. Von H. Gennari wird zwar erzählt, dass er später in Bologna eine „Pittura“ gemalt habe, aber die Beschreibung dieses Bildes (Zanotti I, p. 176) stimmt keineswegs mit dem unseren überein. Dagegen wird in dem Verzeichniss der Gemälde Guercino’s (Malvasia II. p. 380) unter dem Jahre 1656 ausdrücklich des Bildes „La Pittura e il Disegno“ gedacht. Ein Bild Guercino’s im Madrider Museum, welches zwei ähnliche Gestalten in Halbfiguren als Breitbild darstellt, passt weniger auf diese Benennung, als das unsere, da der Mann dort nicht deutlich als „Disegno“ charakterisirt ist.

[149]

Heilige Familie. 370. (586.) R 9.[Bearbeiten]

Kniestück. Maria sitzt links vor einem Vorhang. Das Christkind auf ihrem Schoosse wendet sich mit Köpfchen und Aermchen nach der rechten Seite um, wo Joseph mit einem grossen Buche vor blauem Himmel steht.

Leinwand; h. 1,14½; br. 1,51½. – Zuerst im Kataloge von 1812. Die Eigenhändigkeit nicht unanfechtbar.

Die hl. Veronica. 371. (587.) 36 d.[Bearbeiten]

Halbfigur vor dunklem landschaftlichen Grunde nach links gewandt und vorgebeugt die Dornenkrone des Heilands in der Linken, das Schweisstuch in der Rechten.

Leinwand; h. 0,79 ; br. 0,66½. – Im Inventar 1754, I 145 als Werk des „Cremonese da Ferrara.“ Welcher Künstler sich unter diesem Namen verbirgt ist nicht ersichtlich. Seit dem Katalog von 1812 zu den Werken Guercino’s gestellt. Diese Taufe ist jedoch nicht unanfechtbar.

Nach Guercino.[Bearbeiten]

Dido’s Tod. 372. (589.) 33 d.[Bearbeiten]

Dido hat sich vorn auf dem Scheiterhaufen in ihr Schwert gestürzt und nimmt von ihren Freundinnen Abschied. Ein Amor fliegt, der Selbstmörderin den Rücken kehrend, davon. Zuschauer links und rechts. Im Hintergrunde das Meer, auf dem das Schiff des Aeneas enteilt.

Leinwand; h. 0,39½; br. 1.29½. – Inventar 1722 A 89; schon hier nicht als Original, wie H. angiebt, sondern als Copie. – Das anerkannte, lebensgrosse Original, welches Guercino (nach Malvasia II p. 368) 1631 gemalt hatte, befindet sich im Palazzo Spada zu Rom.

Angeblich Schule Guercino’s.[Bearbeiten]

Die Steinigung des hl. Stephanus. 373. (590.) 33 c.[Bearbeiten]

In der Mitte kniet der junge Märtyrer im roten Rocke, nach links gewandt. Sein Blick hängt am Himmel, wo ihm in goldduftiger Glorie links oben die hl. Dreieinigkeit erscheint. Vorn ist das Volk im Begriffe, ihn zu steinigen. Rechts wird noch eine Frau zum Richtplatz herausgeführt.

Ital. Pappelholz; h. 1,10½; br. 0,87½. – Zuerst im Katalog von 1835 als „unbekannt. Schule des Guercino.“ Das letztere erschien schon H. fraglich. Jedenfalls bolognesischen Ursprungs. Mitte des XVII. Jahrhunderts.

Angeblich Cagnacci.[Bearbeiten]

Guido Canlassi, gen. Cagnacci. Geb. zu Castel-Sant-Arcangelo bei Rimini 1601, gest. zu Wien 1681. Schüler Guido Reni’s in Bologna, später Hofmaler Kaiser Leopold’s I. in Venedig.

[150]

Magdalena. 374. (591.) 51 c.[Bearbeiten]

Halbfigur auf dunklem Grunde, fast von vorn gesehen. Ihr Oberkörper ist von ihrem aufgelöstem Haar umflossen, die Rechte presst sie an ihre Brust, mit der Linken stützt sie ihr gen Himmel gewandtes Haupt.

Leinwand; h. 0,75; br. 0,63½. – Zuerst sicher im „Catalogue“ von 1765 als Canlassi. Nach H. 1725 durch Leplat, also: Inv. 1722 ff. A 1612. Allein einerseits stimmen weder die dortige Beschreibung „eine sitzende Magdalena“, noch die dortigen Maassangaben (h. 2 Ellen 20 Zoll, br. 2 Ellen 5 Zoll) zu unserem Bilde, und andererseits ist auch seine Malweise keineswegs überzeugend diejenige des Cagnacci. Man vgl. z. B. dessen bezeichnete Bilder „Kleopatra“ und „Hieronymus“ in der kais. Galerie zu Wien.

Nach Cagnacci.[Bearbeiten]

Tarquinius und Lucrezia. 375. (72.) 34 c.[Bearbeiten]

Rücklings niedergeworfen, liegt die edle Römerin auf den weissen Kissen ihres mit roten Vorhängen geschmückten Lagers. Bis auf ein Stück roten Gewandes zu ihren Füssen ist sie unbekleidet. Sie sucht sich des Tarquinius zu erwehren, der sie, über sie gebeugt, mit seiner Linken an der Schulter gefasst hält und in der Rechten den Dolch zückt. Links in der Thür eine Dienerin.

Leinwand; h. 1,28½; br. 1,91. – Inv. 1722, A 163, als Copie nach Guercino aus Polen. Von H. für das zwischen 1730 und 1735 durch Gotter gesandte, dem Luca Giordano „auf Art des Pietro Cortona“ zugeschriebene Bild desselben Gegenstandes gehalten. Allein die angegebenen Maasse stimmen gar nicht mit diesem, nur mit jenem überein. – Bei H. galt das Bild ausserdem als Original des Florentiners Felice Ficherelli, gen. Riposo (1605–1660). Allein es ist sicher eine genaue Copie der bekannten „Lucrezia“ von Cagnacci in der Accademia di San Luca zu Rom. Der Canonicus Luigi Crespi in Bologna, der auch für die Dresdner Galerie Bilder besorgte, berichtet in seiner Fortsetzung der Felsina Pittrice (Roma 1769), p. 153, dass Franc. Albani’s Schüler Emilio Taruffi (1633–1702) eine Copie nach Cagnacci’s Lucrezia gemalt habe, die manche in manchen Stücken für schöner hielten, als das Original. Es ist möglich, dass unser Bild diese Copie von Taruffi ist.

Flaminio Torre.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna, gest. zu. Modena 1661. Schüler Cavedone’s und Guido Reni’s. Während der letzten Zeit seines Lebens Hofmaler des Herzogs Alfonso IV. zu Modena.

Heilige Familie. 376. (559.) 34 a.[Bearbeiten]

Kniestück. Maria hält das schlummernde Christkind auf ihrem Schoosse und hebt einen Zipfel des Linnentuches, das es bedeckte, empor, um es dem links unten stehenden kleinen Johannes zu zeigen. Links weiter zurück steht Joseph.

Leinwand; h. 1,05½; br. 0,87½. – 1746 aus der herzogl. Galerie in Modena. Der Meister hatte das Bild nach Venturi (p. 268) für den Grafen Toschi in Modena gemalt, aus dessen Besitz es 1681 in denjenigen der herzogl. Galerie überging.

[151]

Das Martyrium der hl. Apollonia. 377. (560.) 3 b.[Bearbeiten]

Die Heilige ist, nach links gewandt, mit den Händen auf dem Rücken an eine Säule gebunden. Vor ihr steht der Henker mit der Zange, im Begriffe, ihr die Zunge auszureissen. Vom Himmel, zu dem sie emporblickt, bringt ein Engel ihr den Kranz und die Palme.

Kupfer; h. 0,44½; br. 0,33½. – Inventar 1754, I 258. – Nach H. zum Modeneser Ankauf gehörig; doch wird es weder in dem Modeneser Inventar von 1743, noch in unserer Ankaufsliste erwähnt.

Copie nach Tizian’s Zinsgroschen. 378. (561.) 2 c.[Bearbeiten]

Genaue Copie unseres Bildes N. 169. Doch ist die Farbe heller und matter, ist der Grund grau, nicht schwarz.

Ital. Pappelholz; h. 0,75; br. 0,56½. – 1746 aus der herzol. Galerie zu Modena. Die Copie wurde ausgesprochener Maassen miterworben , damit nicht behauptet werden könne, das echte Exemplar sei in Modena geblieben. Malvasia (II, p. 449) erwähnt die Copie und fügt hinzu, dass sie für „più bello e grazioso“ gelte, als das Original (!).

Pietro Ricchi, gen. il Lucchese.[Bearbeiten]

Geb. (nach Baldinucci VII, p. 300–364) zu Lucca 1606, gest. zu Udine 1675. Ging aus der florentinischen Schule in diejenige Guido Reni’s über, liess sich jedoch durch die Venezianer beeinflussen, in deren Gebiet er vielfach thätig war.

Die Verlobung der hl. Katharina. 379. (592.) 34 c.[Bearbeiten]

Rechts sitzt Maria, nach links gewandt. Der Jesusknabe auf ihrem Schoosse steckt der vor ihm knieenden hl. Katharina den Ring an den Finger. Links hinter letzterer, vor der mit Palmen geschmückten Hochgebirgslandschaft, steht ein langbekleideter Engel und geigt.

Leinwand; h. 1,42; br. 1,96½. – 1738 durch Rossi; unter der unmöglichen Bezeichnung „Ann. Carrache Paolo Veronese“ (womit allerdings die beiden Schuleinflüsse, die im Bilde bemerkbar sind, bezeichnet werden). Seit dem Inv. Guarienti N. 3 einem „Lucchese“ zugeschrieben, aber nicht dem unseren, sondern dem Filippo Gherardi Lucchese (1644–1704), welcher aus der Schule Pietro da Cortona’s zu den Venezianern überging. Schon im „Catalogue“ von 1765 aber tritt, wie es scheint mit Recht, unser älterer „Lucchese“ an die Stelle des jüngeren.

Pier Francesco Mola.[Bearbeiten]

Lebensdaten nach Passeri: Geb. 1612 in Mailand, gest. 1668 als Vorsteher der Accademia di San Luca in Rom; nach Pascoli: Geb. 1621 zu Coldrè bei Como, gest. 1666 zu Rom. Vergl. Woltm. u. Woerm. III, S. 167, Anm. 1. Schüler Franc. Albani’s. Thätig zumeist in Bologna und in Rom.

[152]

Hero und Leander. 380. (595.) C 1.[Bearbeiten]

Links der Turm am europäischen, rechts die Felsenküste am asiatischen Ufer, in der Mitte das brandende Meer der Dardanellen. Vorn an einem Klippenvorsprung legen Fischer den dem Wasser entzogenen Leichnam des kühnen Schwimmers nieder. Links eilt Hero herbei, um sich über den Geliebten zu werfen. In der Luft schweben drei Amoretten mit einem langen Trauerflor.

Leinwand; h. 1,11; br. 1,60. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765. – Eine gleichwertige Wiederholung in der Galerie Liechtenstein zu Wien.

Dido’s Tod. 381. (594.) 36 b.[Bearbeiten]

Links stürzt Dido, die Schwertwunde in der Brust, rücklings zu Boden. Eine alte Amme fängt sie in ihren Armen auf. Hinter ihr steht der treue Krieger, der ihr das Schwert gehalten. Zu ihren Füssen ein wehklagendes Mädchen; Freunde und Freundinnen im Mittelgrunde. Rechts das Meer, auf dem das Schiff des Aeneas davonsegelt.

Eichenholz; h. 0,47½; br. 0,65. – Zuerst im Katalog von 1812. – Damals als „Lucrezia’s Tod“ erklärt.

Simone Cantarini.[Bearbeiten]

Simone Cantarini, gen. il Pesarese. Geb. zu Oropezza bei Pesaro 1612, gest. zu Verona den 15. Oct. 1648. Ursprünglich unter veronesisch-venezianischen Einflüssen entwickelt, dann ganz von Guido Reni beeinflusst, dessen Schule er noch in reiferem Alter besuchte. Thätig in Bologna, Rom, Mantua, zuletzt in Verona.

Joseph und das Weib Potiphar’s. 382. (593.) F 3.[Bearbeiten]

Kniestück. Die in Blau gekleidete ägyptische Verführerin sitzt, nach rechts gewandt, unter grauem Vorhang auf rotem Tuch und fasst mit beiden Händen den gelben Mantel Joseph’s, der nach rechts entflieht.

Leinwand; h. 1,38; br. 1,79. – Inv. 1754. I 81. Aus der Sammlung des Abbate Branchetta in Bologna. – Gemalt für den dortigen Senator Melara. – Gest. von Jos. Camerata ☼ II. 26.

Pietro Francesco Cittadini.[Bearbeiten]

Pietro Franc. Cittadini. gen. il Milanese. Geb. zu Mailand 1616, gest. zu Bologna den 19. Nov. 1681. Schüler Guido Reni’s. Besonders Landschafts-, Frucht- und Stillebenmaler.

Landschaft mit Hagar und dem Engel. 383. (202.) 33 d.[Bearbeiten]

Vorn hohe Bäume,hinten graue Berge, ein gelbes Abendlicht links am Himmel. Vorn sitzt Hagar auf einem Steine und blickt sich nach dem [153] Engel um, der links neben ihr steht und ihr die Quelle zeigt. Der kleine Ismael schläft rechts im Rasen.

Leinwand; h. 0,93; br. 1.26. – 1725 durch Leplat als „Mola“; doch im „Catalogue“ von 1765 bereite als P. Fr. Cittadini. Gegenstück zum folgenden.

Landschaft mit Loth und seinen Töchtern. 384. (203.) 33 d.[Bearbeiten]

Links vorn ein hoher Baum, unter dem die beiden Töchter ruhen, während der Engel mit Loth neben ihnen steht. Rechts Gebirge. Im Hintergrunde links das brennende Sodom und der See, an dessen Ufer Loth’s Gattin als Salzsäule steht.

Leinwand; h. 0,92; br. 1,26. – 1725 durch Leplat als „Lucchese“; doch im „Catalogue“ von 1765 bereits als P. Fr. Cittadini. – Gegenstück zum vorigen.

Stilleben. 385. (204.) 50 a.[Bearbeiten]

Rechts eine Felsengrotte. Links Blick auf graugrüne Berge unter blauem Himmel. Vorn in der Mitte ein ausgeweideter Hase; links und rechts totes wildes Geflügel.

Leinwand; h. 0,80½; br. 1,30. – 1741 durch Rossi. – Inv. 1754, I 429, als „autore incerto“. Wenn es von einem Cittadini herrührt, so könnte es eher einer der jüngeren Meister dieses Namens sein, als Pier Francesco. Vgl. Crespi, Vite, p. 128.

Antonio Triva.[Bearbeiten]

Geb. zu Reggio 1626; gest. zu München als bair. Hofmaler 1699. Schüler Guercino’s zu Bologna, dann unter venezianischem Einfluss. Thätig in Bologna, Venedig und München.

Venus im Bade. 386. (208.) C 1.[Bearbeiten]

Links unter hohem Baume sitzt Venus am Weiher, dessen Flut ihre Füsse umspült. Rechts neben ihr steht Amor im Wasser, bückt sich und fasst ihr linkes Bein. Rechts im Mittelgrunde hält ein Satyr ein rotes Tuch empor.

Leinwand; h. 1,91; br. 1.65½. – Inv. 1722, A 300, als „Copie in der Manier van Dycks aus Polen.“ – Doch bereits im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 243 als Triva.

Graf Carlo Cignani.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna den 15. Mai 1628, gest. zu Forlì den 6. Sept. 1719. Schüler Fr. Albani’s. Erster „Principe“ der 1709 gegründeten „Accademia Clementina“ zu Bologna. Schliesslich arbeitete er in Forlì.

Joseph und Potiphar’s Weib. 387. (596.) 4 a.[Bearbeiten]

Kniestück auf grauem Wandgrunde. Links sitzt die ägyptische Königin auf ihrem Lager. Ihr Oberkörper ist entblösst, über ihren Knieen liegt ein graublaues, goldgeblümtes Gewand. Mit beiden Armen umfasst sie den Jüngling, der sich, mit beiden Händen abwehrend, ihrer Umarmung zu entwinden sucht.

[154] Leinwand; achteckig; h. 0,99½; br. 0,99. – 1749 durch Guarienti aus der Casa Contarini in Venedig. – Dass der Meister es für den Procuratore Contarini von San Marco gemalt hatte, berichtet sein Biograph in der „Vita del gran pittore Cav. Co. Carlo Cignani“ p. 20. – Gestochen in Venedig von P. Monaco, in Dresden von L. Zucchi und von P. Tanje ☼ I. 46. – Phot. Braun III, 9 und Phot. Ges.

Elisabetta Sirani.[Bearbeiten]

Geb. den 8. Januar 1638 zu Bologna, gest. daselbst 1665. Schülerin ihres Vaters Giov. Andrea Sirani, eines Schülers Guido Reni’s. Thätig in Bologna.

Allegorische weibliche Halbfigur. 388. (549.) 34 d.[Bearbeiten]

Sie trägt ein Löwenfell um’s Haupt, eine Keule in der rechten, einen Eselskinnbacken in der linken Hand und blickt, fast von vorn gesehen, nach links zu Boden. Es ist „die Stärke“ oder „die Tapferkeit.“

Leinwand; h. 0,80; br. 0,65. – Inv. 1722 ff., B. 1102, als „unbekannt.“ Bei H. mit Recht als Schule Reni’s, frageweise schon als Werk der Elisabetta Sirani. Ein erneutes Studium der Bilder dieser Künstlerin in Italien lässt uns dieser Ansicht zustimmen; ja, es scheint, dass sich Elisabetta’s Urheberschaft urkundlich beglaubigen lässt. Sie selbst hat eine Liste aller ihrer Werke hinterlassen (abgedruckt bei Malvasia II, p. 467–476); in dieser finden sich zum Jahre 1657 die weiblichen Halbfiguren der „Fama“, der „Virtù“ u. s. w. Unser Bild ist wohl die letztere.

Marcantonio Franceschini.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna den 5. April 1648; gest. den 24. December 1729. Schüler des Grafen Carlo Cignani. Thätig hauptsächlich in Bologna.

Die büssende Magdalena. 389. (598.) F 1.[Bearbeiten]

Die Heilige sitzt nach rechts gewandt zwischen ihren drei Frauen. Ihr Oberkörper ist entblösst; ihr Unterkörper ist von weissem, goldgeblümtem Gewände bedeckt. In ihrer Linken hält sie die Geissel, unter deren Schlägen sie zusammengebrochen ist. Rechts, ausserhalb des Bildes, ist ein Altar zu denken. An ihm haften ihre Blicke, auf ihn weisen zwei ihrer Dienerinnen sie hin, während die dritte den schweren Vorhang zurückschlägt. Rechts vorn hockt ein Negerknabe und hebt das abgeworfene Perlenhalsband Magdalena’s auf.

Leinwand; h. 2,42½; br. 1.73. – 1755 durch C. C. Giovannini vom Marchese Bovi zu Bologna. – Gest.von E. Büchel ☼ III, 48. – Phot. Braun V, 10 und Phot. Ges.

Die Geburt des Adonis. 390. (599.) 36 b.[Bearbeiten]

Ovid’s Metam. X, v. 502–514. Links steht Myrrha, bereits in einen Baum verwandelt. Diana Lucina sitzt vor dem Baume und überreicht das aus diesem geborene Kind einer knieenden Nymphe. Zwei andere Nymphen betrachten verwundert den Baum; noch zwei andere stehen rechts im Wasser. [155] Links im Mittelgrunde lauschen einige Satyrn. Vorn breitet ein Amor ein Tuch aus, streut ein zweiter Blumen. Heitere Landschaft mit einem See.

Kupfer; h. 0,48½; br. 0,69. – 1742 durch de Brais aus der Sammlung Carignan in Paris. – Damals dem Carlo Cignani zugeschrieben; richtig später als Werk Franceschini’s erkannt. So auch bei H.

Giov. Gius. dal Sole.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna den 10. December 1654; gest. daselbst den 22. Juli 1719. Sohn und Schüler des Ant. Maria dal Sole, der ein Schüler Albani’s war. Mitglied der Accademia Clementina zu Bologna.

Herkules und Omphale. 391. (600.) 4 a.[Bearbeiten]

Links steht Omphale an der Säule, nur mit dem Löwenfell des Herkules bekleidet, dessen Keule sie in der Rechten hält. Rechts sitzt Herkules an einem Tische ihr gegenüber, ihren Spinnrocken in der Hand. Ein kleiner Liebesgott schwebt über ihm und schlägt einen roten Vorhang zurück.

Leinwand; h. 0,87; bv. 0,66½. – Nach H. 1741 durch Rossi als „Ann. Carracci“ aus Venedig. Doch fanden wir ein solches Bild in der Liste dieses Ankaufs nicht, fanden es vielmehr zuerst im Inv. 1754, I 9, als „Giov. Gius. dal Sole.“ – Eine Darstellung „Herkules und Jole“ des Meisters ist beglaubigt: Zanotti, Storia, I, p. 302.

Giuseppe Maria Crespi.[Bearbeiten]

Gius. Maria Crespi, gen. Lo Spagnuolo. Geb. zu Bologna den 16. März 1665, gest. daselbst den 16. Juli 1747. Schüler des Canuti. Später selbständig im naturalistischen und breitdecorativen Sinne weiterentwickelt. Thätig zumeist in Bologna.

Das Sacrament der Ehe. 392. (601.) 33 a.[Bearbeiten]

Die Gatten knieen rechts, nach links gewandt, am Betpult. Der Mann steckt der Frau gerade seinen Ring an den Finger. Der Priester steht vor ihnen und erhebt segnend und mahnend die Rechte. Hinter ihm zwei Chorknaben, hinter den Gatten zwei Zeugen.

Leinwand; h. 1,27; br. 0,94½. – Dieses Bild und die folgenden sechs, welche eine Folge „Die sieben Sacramente“ bilden, wurden um die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch König August III. aus dem Nachlasse des Cardinals Ottoboni in Rom erworben, für den der Meister sie (nach Zanotti II, p. 53–54) um 1712 gemalt hatte. − Radirt von Joh. Ant. Riedel 1754; gestochen von L. Zucchi.

Die Priesterweihe. 393. (602.) 33 a.[Bearbeiten]

Der Bischof sitzt rechts, nach links gewandt. Mit der Linken hält er den Kelch, mit der Rechten die Hostie. Der junge Priester, welcher die Zeigefinger auf die Hostie legt, kniet vor ihm. Fünf Geistliche sind Zeugen.

[156] Leinwand; h. 1,27 ; hr. 0,95. – Vergl. die Bemerkungen zum vorigen Bilde, N. 392. Radirt von Joh. Ant. Riedel 1754; gestochen von L. Zucchi.

Die letzte Oelung. 394. (603.) 33 a.[Bearbeiten]

Der sterbende Mönch liegt ausgestreckt auf dem Rücken. Links neben dem Kopfende seines Lagers steht ein schlichter Strohstuhl, auf dem ein Totenkopf liegt; neben ihm beten zwei Mönche. – Rechts vorn kniet ein dritter Mönch mit dem Weihrauchfass und der brennenden Kerze. Am Fussende des Bettes steht der Priester, welcher die letzte Oelung vollzieht; hinter ihm wendet ein vierter sein Antlitz ab.

Leinwand; h. 1,27; br. 0,94½. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 392. – Radirt von Joh. Ant. Riedel 1754; gestochen von L. Zucchi.

Die Firmelung. 395. (604.) 33 a.[Bearbeiten]

Links kniet der junge Christ mit gefalteten Händen vor dem Bischof, welcher ihm die rechte Hand segnend aufs Haupt legt. Hinter dem Knaben seine Angehörigen. Hinter und neben dem Bischof seine Gehülfen.

Leinwand; h. 1,25½; br. 0,93. – Vgl. die Bemerkungen zu N. 392. – Radirt von Torelli und 1754 von Joh. Ant. Riedel; gestochen von L. Zucchi.

Die Beichte. 396. (605.) 33 a.[Bearbeiten]

Der Priester sitzt, fast von vorn gesehen, im Beichtstuhl, zu dessen beiden Seiten die Sünder knieen. Er wendet sich mit erhobener Rechten zu dem links knieenden Beichtkinde, dessen Gesicht vom Gestühl verdeckt ist, während rechts ein Mönch seines Zuspruchs wartet.

Leinwand; h. 1,27; br. 0,94½. – Vgl. die Bemerkungen zu N. 392. Dieses Bild hatte der Meister (nach Zanotti, a. a. O. p. 53) zuerst gemalt und dem Cardinal geschenkt, welcher darauf die übrigen sechs Bilder nachbestellte. – Radirt von Joh. Ant. Riedel 1754; gestochen von L. Zucchi.

Das Abendmahl. 397. (606.) 33 a.[Bearbeiten]

Rechts knieen ein Mann und eine Frau, hinter denen andere harren. Links steht der Priester, erhebt den Kelch in der Linken und steckt dem Manne mit der Rechten die Hostie in den Mund. Hinter ihm zwei Gehülfen.

Leinwand; h. 1,27½; br. 0,94½. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 392. – Rad. von Ant. Riedel 1754; gest. von L. Zucchi.

Die Taufe. 398. (607.) 33 a.[Bearbeiten]

Links, hinter dem Taufstein, steht der Priester und giesst aus einem Löffel das Wasser über das Haupt des kleinen Täuflings, den seine rechts stehenden Angehörigen über’s Becken halten. Chorknaben leuchten mit Kerzen. Datirt links am Taufstein; MDCCXII.

Leinwand; h. 1,27; br. 0,95. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 392. – Radirt von Joh. Ant. Riedel 1754; gestochen von L. Zucchi.

[157]

Der hl. Joseph. 399. (608.) 33 a.[Bearbeiten]

Halbfigur, nach rechts. Der graubärtige, kahlköpfige Heilige hält einen Lilienstengel in der Rechten und blickt andächtig in’s Buch, das er in der Linken hält.

Leinwand; hochoval; h. 0,87; br. 0,70½. – 1749 von des Meisters Sohn, dem Canonico Luigi Crespi, in Bologna erworben.

Die Anbetung der Hirten. 400. (609.) 33 c.[Bearbeiten]

Rechts mächtiges Ruinengemäuer, links freier Himmel, unter dem drei Englein mit der frohen Botschaft schweben. In der Mitte kniet Maria am Korbe, in dem das leuchtende Christkind liegt. Rechts hinter ihr steht Joseph. Links und rechts anbetendes Hirtenvolk.

Kupfer; h. 0,54; br. 0,64½. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 406; aus der Casa Bellucci in Bologna.

Maria mit dem Kinde und Johannes. 401. (610.) 35 d.[Bearbeiten]

Kniestück. Maria hat das Kind links vor sich mit einem Kissen auf den Tisch gesetzt und entfaltet mit beiden Händen das Spruchband, welches der rechts unten stehende kleine Johannes hält.

Leinwand; h. 0,23½; br. 0,20. – Inventar 1754. I 250.

Ecce Homo. 402. (611.) 5 a.[Bearbeiten]

Halbfigur von vorn. Des Heilands Hände sind gebunden. In der Rechten trägt er das zerbrochene Rohr, auf dem schmerzlich gen Himmel gewandten Haupte die Dornenkrone, um die Schulter den Purpurmantel. Zu seinen beiden Seiten je ein behelmter Spötter.

Leinwand; h. 0,85; br. 0,66½. – Wohl, wie N. 399. 1749 von des Meisters Sohn, dem Canonico Luigi Crespi in Bologna. – Radirt von Ant. Riedel 1767. – Phot. Braun XIV. 5.

Bildniss des kais. Generals Pallfy. 403. (612.) 35 d.[Bearbeiten]

Rechts ein rot verhängter Tisch, links ein roter Vorhang. Der Feldherr schreitet nach rechts aus, stützt sich mit seiner Rechten auf den Feldherrnstab, mit der Linken, in welcher er eine Urkunde hält, auf den Tisch, unter dem vorn ein Hündchen sitzt. Links hinter ihm ein asiatischer, rechts ein afrikanischer Diener.

Leinwand; h. 2.32½; br. 1.33½. – Zuerst im „Abrégé“ von 1782.

Domenico Maria Viani.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna den 11. November 1668, gest. zu Pistoja den 1. October 1711. Schüler seines Vaters Giovanni Viani.

Venus mit zwei Amoretten. 404. (613.) 4 b.[Bearbeiten]

Die Göttin, welche Blumen im Haar und Perlen im Ohr trägt, liegt mit dem Rücken nach oben auf schwellendem weiss-blauen Lager. Ihr blaues Gewand [158] bedeckt nur ihre Beine. Vorn neben ihr sitzt ein kleiner Liebesgott, der nach seinem Köcher greift. Ein zweiter flattert oben und hebt den schweren roten Vorhang in die Höhe.

Kupfer; h. 0,28½; br. o,36½. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765. – Gestochen von C. G. Schulze ☼ III. 6. - Phot. Braun XV. 3.

Il Mirandolese.[Bearbeiten]

Pietro Paltronieri, gen. il Mirandolese. Geb. zu Mirandola 1673, gest. zu Bologna den 3. Juli 1741. Schüler des M. Chiarini. Thätig zumeist in Rom und Bologna.

Architekturstück. 405. (213.) 50 b.[Bearbeiten]

Links ein gotisches Rathaus; darunter Verkaufsläden; rechts eine gewaltige Bogenruine mit korinthischen Säulen; darunter eine Schmiede. Vorn auf der Treppenstufe ein alter Bettler und eine Bettlerin. Etwas zurück ein Priester, der einen Maueranschlag liest.

Leinwand; h. 0,93½; br. 0,77½. – 1741 durch Rossi aus Venedig.

Architekturstück. 406. (214.) 50 b.[Bearbeiten]

In den Ruinen eines mächtigen Palastes rechts vorn toscanisch-dorische, links im Mittelgrunde korinthische Säulen. Vor den letzteren eine weibliche Statue auf hoher Basis. Vorn links zwei ruhende Krieger mit einer blauen Fahne.

Leinwand; h. 0,92⅓; br. 0.78⅓. – Gegenstück zum vorigen. – 1741 durch Rossi aus Venedig.

Unbestimmter Bolognese. Anfang des XVIII. Jahrhunderts. [Bearbeiten]

Christus am Kreuze. 407. (614.) 35 d.[Bearbeiten]

Skizze. Der Heiland hängt am Kreuze, dessen Stamm Magdalena umklammert, seine Mutter bricht rechts in den Armen des Johannes und der dritten Maria zusammen.

Leinwand; h. 0,61; br. 0,31⅓. − 1875 aus der Sammlung Minutoli zu Liegnitz.

B. Die römische Schule.[Bearbeiten]

(Naturalisten und Eklektiker.)

Michelangelo da Caravaggio.[Bearbeiten]

Michelangelo Merisi (auch Amerigi oder Amerighi), gen. Caravaggio. Geb. 1569 zu Caravaggio, gest. 1609 zu Porto d’Ercole. Hatte in Venedig nach Giorgione studirt, war in Rom Arpino’s [159] Schüler gewesen, hatte sich hier aber selbständig zu dem Haupte der naturalistischen Richtung des XVII. Jahrhunderts weiterentwickelt. Thätig zumeist in Rom, Neapel und Sicilien.

Der Falschspieler. 408. (193.) F 1.[Bearbeiten]

Kniestück. Zu beiden Seiten eines Spieltisches, auf dem Karten, Silber- und Goldstücke liegen, sitzen die beiden jungen Spieler. Derjenige zur Rechten, welcher sich mit dem rechten Ellenbogen auf den Tisch stützt, ist in die Karten vertieft, welche er in der Hand hält. Hinter ihm steht, in einen Mantel gehüllt, ein Helfershelfer seines Gegners, welcher diesem, indem er zwei Finger seiner Rechten erhebt, Zeichen macht. Der falsche Spieler zur Linken aber, welcher die auszuspielende Karte noch zaudernd hinter sich verbirgt, schaut fest nach seinem Helfershelfer hinüber.

Leinwand; h. 0,94; br. 1,37⅓. – 1749 aus der K. Galerie zu Prag. – Berühmtes Bild des Meisters. Eigenhändige Wiederholung aus seiner späteren, dunkelschattigen Zeit, nach dem früheren Bilde im Palazzo Sciarra zu Rom. – Gestochen von P. Tanjé ☼ II. 28; radirt von J. C. Loedel. – Phot. Braun XII, 7.

Der heil. Sebastian. 409. (192.) F 1.[Bearbeiten]

Kniestück auf nachgedunkeltem Landschaftsgrunde. Der Heilige, dessen Hände hinter seinem Rücken gebunden sind, sitzt, nur mit dem Lendentuche bedeckt, auf einem Steine. Ein Pfeil steckt in seiner rechten Brust, ein zweiter in seiner linken Seite. Sein Körper ist nach links gewandt, sein schmerzerfülltes Antlitz nach rechts empor gerichtet.

Leinwand; h. 1,26½; br. 0,98½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Nach H. damals als „Spagnoletto, was vielleicht richtiger.“ Doch schon im Modeneser Inventar von 1743 (Venturi p. 355) als Caravaggio; ebenso in allen alten Dresdener Inventaren und Katalogen, und in der That ist die Modellirung keineswegs diejenige Spagnoletto’s. Unbezweifelt auch in F. W. Unger’s und Jul. Meyer’s Verzeichniss der Werke Caravaggio’s im Allgem. Künstler-Lexikon. Bd. I. S. 622 N. 80. – Phot. Braun VIII, 8.

Schüler und Nachahmer Caravaggio’s.[Bearbeiten]

Lesendes Mädchen. 410. (196.) 36 d.[Bearbeiten]

Brustbild. Das Mädchen sitzt an einem Tische, stützt den mit einem turbanartigen Tuche bedeckten Kopf in die Rechte und hält mit der Linken das Buch.

Leinwand; h. 0,75; br. 0,61½. – 1749 aus der K. Galerie zu Prag. – Erst 1856 wieder aus dem „Vorrat“. Ist nicht klar und fest genug für Caravaggio selbst.

Eine Wachtstube. 411. (194.) F 1.[Bearbeiten]

Neun lebensgrosse Gestalten; bis auf die Füsse sichtbar. – Links an dem Tische sitzen zwei Paare und spielen Karten. Ein Mann im Helm und einer im Harnisch sehen ihnen zu. Rechts stehen die Männer am Tische und würfeln.

[160] Leinwand; h. 1,68; br. 2,38½. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 337 als Original. Doch erscheint die Technik und Modellirung nicht klar und fest genug für Caravaggio selbst. Mit Recht als Original bezweifelt von Unger und Meyer im Allg. Künstler-Lexikon I, S. 622, N. 83. und von Bode bei v. Zahn VI, S. 197. – Vielleicht von Bart. Manfredi (1580–1617), dem Schüler Caravaggio’s. – Phot. Ges.

Die Wahrsagerin. 412. (195.) F 3.[Bearbeiten]

Sieben lebensgrosse Figuren. Kniestück. Links steht, nach rechts gewandt, der junge Mann, dem die braune Zigeunerin aus den Linien der Hand weissagt. Neben ihnen eine zweite Zigeunerin und ein zweiter junger Mann. Rechts sitzen zwei junge Leute am Tische beim Brettspiele. Ganz rechts hinter ihnen steht ein rotbärtiger Zuschauer.

Leinwand; h. 1,37½; br. 2,01. – 1749 aus der K. Galerie zu Prag als Original. Vgl. jedoch die Bemerkungen zum vorigen Bilde, die auch für dieses gelten.

Petrus, den Heiland verleugnend. 413. (197.) 34 c.[Bearbeiten]

Kniestück. Der Apostel steht in der Mitte am Kohlenfeuer und erhebt, seine Verleugnung bekräftigend , die Linke. Links eine Magd und ein Wächter. Rechts vorn ein schlafender junger Mann. Hinter ihm ein älterer, welcher dem Apostel mit dem Finger droht.

Leinwand; h. 1,26½; br. 1,74½ – 1746 als Original aus der herzogl. Galerie zu Modena. Jedoch schon in Modena selbst ohne Autornamen (Venturi, p. 358) ; und auch bei H. nur frageweise als Caravaggio. Nach Unger und Meyer (Allg. Künstler-Lexikon I, S. 622, N. 79) „sicher nicht von Caravaggio selbst“. Vielleicht, wie die vorigen, von Manfredi.

Am Spieltische. 414. (198.) 34 c.[Bearbeiten]

Kniestück. Links ein Mann im Federhut, rechts ein bunt gekleidetes Mädchen im Kopftuch und mit hochrotem Korallenhalsband. Beide halten ihre Karten in der Hand. Zwischen ihnen zwei Zuschauer.

Leinwand; h. 1,23; br. 1,72½. – H. übersah , dass auch dieses Bild 1746 mit aus der herzogl. Galerie zu Modena gekommen. Venturi, p. 359. Inv. Guarienti N. 68. – Damals galt es als Original Caravaggio’s. Doch schon bei H. als solches bezweifelt. Es ist in der That noch schwächer, als die Vorigen.

Domenico Feti.[Bearbeiten]

Geb. zu Rom 1589, gest. um 1624 zu Venedig. Schüler des Florentiners Ludovico Cardi während dessen Aufenthalt in Rom. Später im Anschluss an die Naturalisten, wie Michelangelo da Caravaggio, weiterentwickelt. Thätig in Rom, Mantua und Venedig.

David mit dem Haupte Goliath’s. 415. (107.) C 2.[Bearbeiten]

Der junge Sieger sitzt im Hemde, mit einem Felle über die Schulter, einem roten Federbarett auf dem Haupte, nach links gewandt auf einem Steine. Die Rechte stützt er auf das ungeheure Schwert. In der gesenkten Linken hält er das abgeschlagene Haupt.

[161] Leinwand; h. 1,60; br. 1,11½. – 1742 durch Riedel aus der K. Galerie zu Prag. – Gestochen von Jos. Camerata ☼ I, 26. – Phot. Ges.

Tobias und der Engel. 416. (117.) 33 c.[Bearbeiten]

Links das Wasser, rechts das mit Felsen und Bäumen geschmückte Ufer. Vorn in der Mitte zieht der junge Tobias das Netz mit dem Fische an’s Land. Hinter ihm steht der Engel. Ganz vorn in der Mitte ein Hund.

Ital. Pappelholz; h. 0,66½; br. 0,84. –Wie die folgenden 1742 durch Riedel aus der K. Galerie zu Prag. – Gestochen von Jos. Camerata 1765.

Der verlorene Sohn. 417. (109.) 5 a.[Bearbeiten]

Ev. Luc. XV, 11–21. In reicher Palasthalle empfangt der mit dem Turban geschmückte Vater den zurückgekehrten, zu seinen Füssen knieenden Sohn und ist im Begriffe, ihn liebevoll aufzuheben. Rechts die übrigen Angehörigen. Links das bewegte Volk auf der Strasse.

Ital. Pappelholz; h. 0,60½; br. 0,45. – 1742 mit den vorigen und den folgenden aus der K. Galerie zu Prag. – Gestochen von A. J. Prenner.

Der verlorene Groschen. 418. (110.) 5 a.[Bearbeiten]

Ev. Luc. XV, 8. Mit der Lampe sucht eine gebückte Frau nach dem Groschen, der sich vorn in eine Fliesenritze versteckt hat. Links eine umgestürzte Bank mit den übrigen neun Groschen. Rechts eine Truhe.

Ital. Pappelholz; h. 0,54½; br. 0,44. – 1742 wie die vorigen und folgenden aus der K. Galerie zu Prag. – Gestochen von Jos. Camerata ☼ II, 29.

Der böse Knecht. 419. (116.) 5 a.[Bearbeiten]

Ev. Matth. XVIII, 23–30. Am Fusse einer steilen Treppe hat der böse Knecht, dem sein Herr die Schuld erlassen hatte, der aber ein Gleiches nicht that an seinem Mitknechte, diesen letzteren, der vor ihm hingesunken ist, würgend am Hals gepackt.

Ital. Pappelholz; h. 0,60½; br. 0,44½. – 1742 mit den vorigen und folgenden aus der K. Galerie zu Prag.

Die Enthauptung einer Heiligen. 420. (108.) C 2.[Bearbeiten]

Die Heilige kniet über grünem Kissen auf dem Brettergerüste. Der Scherge rechts hinter ihr reisst ihr das Gewand ab. Der Henker links neben ihr hat die Hand schon am Griffe seines Schwertes. Links vorn auf der Treppe die Zuschauer. Rechts auf dem Gerüste eine Wache mit rotem Banner. Ein Engelreigen am Himmel über der Märtyrerin, die als hl. Justina oder hl. Agnes erklärt wird.

Ital. Pappelholz; h. 0,56½; br. 0,43. – 1742 wie die vorigen und folgenden aus der K. Galerie zu Prag.

Das wiedergefundene Schaf. 421. (111.) C 2.[Bearbeiten]

Ev. Luc. XV, 4–6. Links kommt der gute Hirte mit dem verlorenen Schafe auf dem Rücken. Rechts sitzt ein anderer, auf seinen Stab gestützt, [162] am Boden. Hinter diesem steht ein dritter, der freudig die Hände emporhält. Die Heerde weidet im Mittelgrunde.

Ital. Pappelholz; h. 0,60½; br. 0,44½. – 1742 wie die vorigen und folgenden aus der K. Galerie zu Prag.

Blinde führen Blinde. 422. (112.) C 2.[Bearbeiten]

Ev. Matth. XV, 14. Links Wald. Rechts Fernblick. Vorn links die Gruppe der Blinden. Der vorderste ist bereits in die Grube gestürzt und ist im Begriffe, seinen Hintermann mit herabzuzerren. Im Mittelgrund weidet ein Hirt seine Rinder.

Ital. Pappelholz; h. 0,55; br. 0,72. – 1742 wie die vorigen und folgenden aus der K. Galerie zu Prag. – Radirt von Q. Boel.

Der Arbeiter im Weinberge. 423. (113.) 5 a.[Bearbeiten]

Vgl. Ev. Matth. XX, 1–16 mit Ev. Luc. XX, 9–12. Rechts sitzt der Herr. Hinter ihm stehen zwei beturbante Diener. Vor ihm steht der Arbeiter mit der Schaufel. Zu dessen Füssen ein Hund. Links auf der Strasse deutet ein Mann in das Buch eines Schriftgelehrten.

Ital. Pappelholz ; h. 0,61; br. 0,44½. – 1742 wie die vorigen und folgenden aus der K. Galerie zu Prag. Gestochen von J. Camerata ☼ II, 30.

Das Gastmahl der Armen. 424. (114.) C 2.[Bearbeiten]

Ev. Luc. XIV, 12–14. Rechts der Palast des Reichen mit der gedeckten Tafel ohne Gäste. Der Hausherr steht, fast von hinten gesehen, in phantastischer Tracht mit grossem Federbarette auf der Stufe und bedeutet dem entblössten Hauptes vor ihm stehenden Diener, die Armen und Elenden zu laden, welche sich von links herandrängen.

Ital. Pappelholz; h. 0,61; br. 0,44½. – 1742 wie die vorigen und das folgende aus der K. Galerie zu Prag.

Der barmherzige Samariter. 425. (115.) 33 c.[Bearbeiten]

Ev. Luc. X. 30–34. Vorn rechts in wilder Landschaft ein mächtiger kahler Baum. Der Samariter im Turban ist im Begriffe, den halbnackten Verwundeten auf sein Lasttier zu heben. Links im Mittelgrunde reitet der Levit davon.

Ital. Pappelholz; h. 0,68½; br. 0,82½. – 1742 wie die vorigen aus der K. Galerie zu Prag. – Gestochen von Jos. Camerata.

Pietro da Cortona.[Bearbeiten]

P. Berrettini, gen. Cortona. Geb. zu Cortona den 1. November 1596, gest. zu Rom den 16. Mai 1669. Gebildet in Florenz unter Andrea Comodi; weiterentwickelt unter dem Einflusse Poccetti’s. Thätig, vornehmlich als Wand- und Deckenmaler, [163] in Florenz und in Rom. Wegen seiner einflussreichen Thätigkeit in Rom in der Regel zur römischen Schule gerechnet.

Der römische Feldherr vor den Consuln. 426. (121.) H 4.[Bearbeiten]

Rechts sitzen die beiden Consuln, nach links gewandt, auf steinerner Erhöhung. In der Mitte steht der Feldherr, seinen Bericht erstattend, mit erhobener Linken vor ihnen. Links hinter ihm seine Begleiter.

Leinwand; h. 0,98½; br. 1,50½. - 1731 durch Leplat.

Des Aeneas Heimkehr. 427. (120.) S 1.[Bearbeiten]

Virgil’s Aeneide IV v. 253–255. Merkur schwingt sich aus der Luft herab, um dem Aeneas die beschleunigte Abreise von Karthago zu befehlen. In der Mitte steht Aeneas, das Schwert in der Rechten. Links am Ufer liegt das stark bemannte Schiff. Vorn sind Sklaven beschäftigt, Geräte einzuladen. Rechts Karthago an der Meeresbucht.

Leinwand; h. 2,57½; br. 4,17. – 1738 durch Rossi aus Italien. – Im Inventar von 1754, I 389, und in den Katalogen des vorigen Jahrhunderts wohl richtiger, nur als Schulbild.

Michelangelo Cerquozzi.[Bearbeiten]

Auch M. A. delle Battaglie genannt. Geb. zu Rom den 2. Februar 1602, gest. daselbst den 4. April 1660. Ursprünglich Schüler des Cavaliere d’Arpino. Später, besonders unter dem Einflüsse des Niederländers P. van Laar in Rom, zum Schlachten- und Genremaler entwickelt. Thätig in Rom.

Kriegsscene. 428. (124.) 33 c.[Bearbeiten]

Links beraubt ein Soldat einen Toten seiner Kleider. Ein anderer legt einem Knieenden einen Sack auf den Rücken. Ein ungesatteltes Pferd steht daneben. Vorn rechts ist eine Frau, die ein Kind an der Brust hat, vor einem Officiere in die Kniee gesunken. Dämmerlicht von links.

Leinwand; h. 0,60; br. 0,73. – Im Inv. 1754, I 278. als „Maniera di Michelangelo delle Battaglie.“ Schon im „Catalogue“ von 1765 mit Recht als Original.

Begräbniss während der Schlacht. 429. (125.) 33 b.[Bearbeiten]

Ganz links vorn auf der Anhöhe werden die Toten begraben, steht etwas zurück ein mit zwei Ochsen bespannter Lastwagen. In der Mitte halten vier hohe Officiere, von denen der vordere, auf weissem Rosse, mit dem Feldherrnstab in der Rechten, Befehle erteilt. Rechts und im Mittelgründe das Thal, in welchem die Schlacht tobt. Leichtbewölkter, von links gelbsonnig beleuchteter Himmel.

Leinwand; h. 0,74; br. 1,20½. – Inventar 1754, I 463.

[164]

Sassoferrato.[Bearbeiten]

Giov. Battista Salvi, gen. Sassoferrato. Geb. am 11. Juli 1605 zu Sassoferrato in der Mark Ancona, gest. zu Rom den 3. April 1685. Ausgebildet unter dem Einfiuss der Carracci- Schüler, insbesondere Guido Reni’s. Thätig zumeist in Rom.

Maria mit dem Kinde in der Engelglorie. 430. (126.) B 2.[Bearbeiten]

Maria als Halbfigur in Wolken; das Christkind, nur mit Windeln angethan, auf ihrem linken Arm. Schlummernd legt es sein Köpfchen an den Hals der Mutter, die sich liebevoll zu ihm herabbeugt. Links und rechts je drei Flügelköpfchen.

Leinwand; h. 0,75½; br. 0,99. – 1744 (nicht 1741) durch Rossi aus Casa Grimani Calergi in Venedig. – Die Composition ist einer eigenhändigen Radirung Guido Reni’s (Bartsch XVIII, p. 279, N. 2) entlehnt, doch sind die Cherubimköpfchen selbständig hinzugefügt. – Phot. Braun VI, 5 und Phot. Ges.

Maria mit dem Kinde. 431. (128.) B 2.[Bearbeiten]

Halbfigur auf graubraunem Grunde, nach links gewandt. Das Christkind schlummert, nur teilweise mit einem Tuche bedeckt, nach rechts gewandt, auf ihren Armen.

Leinwand; h. 0,46½; br. 0,39. – 1744 durch Rossi aus Casa Grimani Calergi in Venedig. – Die Composition ist der eigeuhandigen Radirung Guido Reni’s (Bartsch 3) entlehnt. – Phot. Braun X, 3 und Phot. Ges.

Maria betend. 432. (127.) B 2.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände nach links auf braungrauem Grunde. Maria’s Blick ist gesenkt, ihre Hände sind gefaltet erhoben.

Leinwand; h. 0,49½; br. 0,38½. – Inv. 1754. I 166. – Durch ein ähnliches Gemälde Guido Reni’s eingegeben. – Phot. Braun VIII, 9 und Phot. Ges.

Viviano Codagora.[Bearbeiten]

Geburtsort, Geburts- und Todesjahr unbekannt. Blühte um 1650 und war abwechselnd in Rom und Neapel thätig. Wird oft mit Ottavio Viviani verwechselt und „il Viviani“ genannt. Lanzi VI, p. 43; II, p. 207–208 u. 340. Ein Hauptmeister der italienischen Architekturmalerei.

Architekturstück. 433. (209.) 49 b.[Bearbeiten]

Links vorn ein gewaltiger Palastbau mit vorspringenden gewundenen Säulen. Etwas weiter zurück, in der Mitte, ein mächtiger Tempel mit hoher Freitreppe, mit korinthischen Säulenhallen und mit plastisch verziertem Giebelfelde. Rechts hinter einem Obelisken die Berglandschaft. Verschiedene ruhende Staffage-Figuren im Vordergrunde.

[165] Leinwand; h. 1,79; br. 2,28½. – 1744 (nicht 1741) durch V. Rossi aus Venedig. Schon im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 117 dem Ottavio Viviani zugeschrieben. Allein schon Lanzi hebt hervor, dass dieser Meister oft mit Codagora verwechselt wurde, welcher der bedeutendere als Staffeleimaler war. Die Vortrefflichkeit dieses breit und kräftig gemalten Bildes und der Charakter seiner Stattage-Figuren, welche auf Mico Spadaro (1612–1679) hinweisen, der gerade nur für Codagora’s Bilder während dessen Aufenthalt in Neapel die Staffage malte, veranlassen uns, anzunehmen, dass auch in diesem Falle die Verwechslung stattgefunden, und es dem Codagora zurückzugeben. Vergl. auch die Bemerkungen zu N. 460.

Giacinto Brandi.[Bearbeiten]

Geb. zu Poli 1623, gest. zu Rom 1691. (So nach Pascoli; nach anderen geb. zu Gaëta 1633, gest. zu Rom 1701.) Schüler Lanfranco’s. Thätig zumeist in Rom.

Moses. 434. (130.) 33 a.[Bearbeiten]

Halbfigur, nach rechts gen Himmel blickend, die Gesetzestafeln vor sich haltend. Den nackten Oberkörper umfliesst ein rotes Gewand. Der Kopf ist kahl, der Bart grau, die Flammen auf dem Haupte sind nur leicht angedeutet.

Leinwand; h. 0,99½; br. 0,75. – Inv. 1754. I 190.

Dädalus und Icarus. 435. (129.) R 2.[Bearbeiten]

Links Dädalus, rechts Icarus in halbliegender Stellung auf rotem Gewande. Dädalus erhebt einen Flügel in der linken Hand, um ihn an Icarus’ Schulter zu setzen.

Leinwand; h. 1,73; br. 1,39½. – Inv. 1754. I 427.

Carlo Maratti (Maratta).[Bearbeiten]

Geb. den 13. Mai 1625 zu Camerano in der Mark Ancona, gest. den 15. December 1713 zu Rom. Schüler Andrea Sacchi’s in Rom. Durch Studium nach Raphael, den Carracci etc. weitergebildet. Hauptmeister der „römischen Schule“ des XVII. Jahrhunderts.

Die heilige Nacht. 436. (131.) B 1.[Bearbeiten]

Maria, als Halbfigur, beugt sich zur Krippe hinab, über der sie das Christkindchen hält, und hebt zugleich mit der Rechten einen Windelzipfel empor. Zwei Flügelköpfchen zur Linken, einer zur Rechten. Alles Licht geht vom Kinde aus.

Leinwand; h. 0,99; br. 0,75. – 1744 durch Le Leu und Rigaud aus der „Succession Polignac“ in Paris. – Hauptbild des Meisters. – In Schwarzkunst von B. Picart d. j. – Gestochen von C. D. Jardinier ☼ I. 44 und F. Knolle. – Phot. Braun II. 12. – Phot. Ges.

Maria mit dem Kinde. 437. (132.) B 2.[Bearbeiten]

Halbfigur vor grünem Vorhange. Maria hält das an ihrer Brust schlummernde Kindchen im linken Arm, während sie mit der Rechten einen Zipfel der Windel emporhebt.

Leinwand; h. 0,44; br. 0,34½. – 1743 durch Algarotti von Marattis Verwandten in Venedig. – Gestochen von Jean Daulé ☼ I. 45. – Phot. Ges.

[166]

Maria mit dem Kinde und Johannes. 438. (133.) B 2.[Bearbeiten]

Halbfigur. Links brauner Vorhang, rechts Landschaft. Das Christkind liegt nackt auf dem Rücken und streckt beide Hände zu seiner Mutter empor, die mit der Linken einen Zipfel des Linnens erhebt, auf dem es ruht. Links unten, als Brustbild, der kleine Johannes,

Leinwand; h. 0,45; br. 0,35½. – 1743 durch Algarotti, mit dem vorigen, aus Venedig.

Angeblich Carlo Maratta und Carlo dai Fiori.[Bearbeiten]

Karel van Vogelaer, gen. Distelblum oder Carlo dai Fiori, geb. 1653 zu Maestricht, fand in Rom, wo er 1695 starb, an Carlo Maratta, dem er Früchte und Blumen malte, einen Gönner.

Die schöne Obstleserin. 439. (135.) 35 a.[Bearbeiten]

Kniestück.[WS 4] Eine Dame in bauschiger, gelb, weiss und roter Modegewandung mit entblösster linker Brust steht unter einem Apfelbaum, zu dem sie mit der Rechten emporgreift, während sie in der Linken einen Apfel hält. Vor ihr im Korbe und auf der Brüstung liegen Trauben, Feigen, Aepfel und Granatäpfel.

Leinwand; h. 1,32½; br. 0,98. – 1749 durch Striebel aus Rom. – Im Inventar 1754, I 227, ebenfalls Maratti als der Maler der Figur, hingegen ein sonst unbekannter Paolo Chiaramonti als Maler der Früchte. Schon im „Catalogue“ 1765 trat Carlo dai Fiori an des letzteren Stelle. Herr Barthel Suermondt in Aachen dagegen teilt uns mit, dass er einen gewissen Michel Angelo dal Campidoglio für den Meister der Blumen und Früchte halte. Im Suermondt-Museum zu Aachen wird diesem Meister allerdings ein Bild zugeschrieben, dessen Früchte dieselbe Hand zeigen, wie das unsere. Doch wissen wir nicht, wodurch es beglaubigt ist. – Phot. Braun X, 4.

Nicolo Berettoni.[Bearbeiten]

Geb. 1637 zu Montefeltro, gest. zu Rom 1682. Schüler des Simone Cantarini und des Carlo Maratti in Rom.

Die Anbetung der Hirten. / Die Taufe Christi. 440. (137.) 4 b.[Bearbeiten]

Vorderseite: Links hält Maria das vor ihr sitzende Christkind. Joseph steht hinter ihr, wendet sich den rechts anbetenden Hirten zu und deutet auf das Kind. Engel mit dem Spruchbande in der Himmelsglorie. Im Hintergrunde links eine Säulenruine, rechts die Landschaft.

Rückseite: Links steht Christus im Wasser des Jordans. Rechts steht Johannes der Täufer unter einem Baume und giesst mit erhobener Rechten aus einer Muschel das Wasser auf des Heilands Haupt. Oben zwischen Flügelköpfen die Taube des heiligen Geistes.

Auf Kupfer; h. 0,73; br. 0,36. – Inventar 1754. I 520.

[167]

Andrea Pozzo.[Bearbeiten]

Geb. zu Trient 1642, gest. zu Wien den 31. August 1709. – Jesuitenpater. Malte in verschiedenen Städten, besonders in Rom.

Schlafendes Christkind. 441. (385.) 34 b.[Bearbeiten]

Der kleine Heiland liegt auf seiner linken Seite in schwellenden Kissen. Am rechten Handgelenke ein Armband. Rechts neben seinem Haupte ein blauer Vorhang. Links zwei Engel, von denen einer ein Kreuz trägt.

Leinwand; h. 0,73½; br. 0,96. – Inventar 1754, I 480.

Pasquale Rossi.[Bearbeiten]

Gen. Pasqualino di Roma. Geb. zu Vicenza 1641, gest. zu Rom 1718. Autodidakt. Seit 1670 Akademiker in Rom.

Die Anbetung der Hirten. 442. (138.) 4 b.[Bearbeiten]

Rechts im Stalle liegt das Kind auf weissem Linnen. Maria kniet vor ihm und hebt mit der Rechten das Tuch empor. In der Mitte winkt Joseph die von links nahenden Hirten heran.

Leinwand; h. 0,25½; br. 0,32. − Inventar 1754. I 251.

Die Predigt Johannes des Täufers. 443. (139.) 35 a.[Bearbeiten]

Der Täufer sitzt links unter den Felsen und greift erzählend mit der Rechten an die Linke. Hinter ihm zwei Männer. Rechts reitet, steht und kniet das lauschende Volk. Vorn ein stattlicher Neger.

Leinwand; h. 0,48½; br. 0,63½. – Inventar 1754. I 560.

Giuseppe Chiari.[Bearbeiten]

Geb. zu Rom 1654, gest. daselbst den 8. September 1727. ( Woltm. u. Woerm. III. S. 232, Anm. 2.) Schüler Carlo Maratti’s.

Die Anbetung der Könige. 444. (141.) 36 b.[Bearbeiten]

Maria steht mit dem Kinde links auf der Treppenstufe; hinter ihr Joseph; neben ihr zwei Engel; rechts vor ihr die verehrenden Könige. Der vordere hat die Krone niedergelegt und beugt sich tief zur Erde. Der mittlere überreicht dem Kinde knieend seinen Kasten. Der dritte, der schwarze, nimmt ein Prachtgefäss aus den Händen seines Pagen. Gefolge mit Kameelen rechts im Mittelgrunde. Bez. links u.: IOSEPH CLARVS PINGEBAT. ANNO MDCCXIV.

Leinwand; h. 2,45; br. 281. – Inventar 1754, I 360.

Francesco Trevisani.[Bearbeiten]

Geb. 1656 zu Castelfranco oder Treviso (Federici Mem. II, p. 127), gest. zu Rom 1746. Schüler des A. Zanchi in Venedig; später in Rom, wo er hauptsächlich thätig blieb, zum Eklektiker geworden.

[168]

Der bethlehemitische Kindermord. 445. (388.) E 1.[Bearbeiten]

Links und rechts mächtige Palasthallen. In wildem Durcheinander von Henkerkörpern und von Frauen- und Kinderleibern füllt das Gemetzel den ganzen Vordergrund. In der Mitte steht ein fast nackter Mann von rötlicher Fleischfarbe, hält das Schwert in der Rechten und erhebt mit der Linken ein Kind, das dessen Mutter ihm zu entreissen sucht. Ganz rechts ein reitender Herold mit der Trompete und ein mit einem Kinde unter jedem Arm davoneilender Henker. Links vorn zu Boden gesunkene Mütter mit ihren Kindern und ein von hinten gesehener Henker im roten Rock, der sich über sie beugt.

Leinwand; h. 2,50; br. 4,64. – Inventar 1754, I 205.

Heilige Familie. 446. (389.) 35 b.[Bearbeiten]

Kniestück. Das Christkind schlummert im linken Arm Maria’s, welche mit der Rechten den Zipfel des dünnen Schleiertuches emporhebt. Rechts blickt Joseph herüber.

Ital. Pappelholz; h. 0,39 ; br. 0,31. – Nach H. 1743 durch Algarotti aus Venedig, wofür der Beweis jedoch nicht aufgefunden wurde. – Wahrscheinlich als „Scuola di Carlo Maratti“ im Inv. 1754, I 509. – Als „Trevisani“ seit dem Katalog von 1835.

Die Ruhe auf der Flucht nach Aegypten. 447. (390.) F 4.[Bearbeiten]

Grosse Landschaft. Unter dem Baume in der Mitte sitzt Maria. Das Christkind auf ihrem Schoosse wendet sich dem links neben ihr knieenden Engelknäblein zu. Rechts steht Joseph, dem andere Engel Früchte zuwerfen. Noch andere ergehen sich im Wipfel des Palmbaums, der rechts neben einer zerbrochenen Statue steht.

Leinwand; h. 2,47½; br. 2,76. – Inventar 1754. I 213.

Maria mit dem Kinde und Johannes. 448. (391.) B 2.[Bearbeiten]

Kniestück auf grauem Grunde. Vorn liegt das Christkind, verkürzt mit den Füssen dem Beschauer zugewandt. Maria hebt mit beiden Händen das weisse Tuch, unter dem es geschlummert, empor, um es dem rechts anbetenden Johannesknaben zu zeigen.

Leinwand; h. 0,99½; br. 0,74. – 1744 durch Le Leu und Rigaud aus Paris. − Gestochen von J. G. Schmidt ☼ III, 19. – Phot. Braun IX, 11.

Heilige Familie. 449. (392.) 4 c.[Bearbeiten]

Das Christkind auf Maria’s Schoosse, die mit gefalteten Händen in der Mitte sitzt, blickt zu dem oben in Wolken erscheinenden Engel empor, streckt aber seine Händchen nach seiner Grossmutter Anna aus, welche rechts mit einem Buche sitzt. Hinter ihr Joachim. Links zwei Engel an der Wiege und Joseph mit seinem Buche.

Leinwand; h. 0,65; br. 0,50. – Inventar 1754. I 279.

[169]

Christus am Oelberg. 450. (393.) 3 b.[Bearbeiten]

Der Heiland ist, nach links gewandt, in sich zusammengesunken. Sein linker Arm ruht auf einem Felsen. Ein erwachsener Engel steht hinter ihm und unterstützt ihn. Ein zweiter schwebt aus goldenem Licht herab und reicht ihm den Kelch. Zwei Engelknäblein spielen in der Wolke.

Leinwand; h. 0.45½; br. 0,64. – Im Inventar 1722. A 473, als „Carlo Maratti.“; – Als „Trevisani“ seit dem Inventar 1754, I 264.

Der hl. Antonius, einen Kranken heilend. 451. (394.) 4 b.[Bearbeiten]

Der Kranke wird links von seinen Angehörigen gehalten. Der Heilige steht rechts, ergreift den Fuss des Kranken und blickt flehend gen Himmel, wo ihm Englein im Lichtglanz erscheinen. Hinter dem Heiligen ein zweiter Mönch; hinter dem Kranken ein Mann, der ihn durch’s Augenglas betrachtet. Vorn auf der Strasse drei Frauen, ein Kind und ein Hund.

Leinwand ;h. 0,76½; br. 0,38½. – Inv. 1754, I 437.

Der hl. Franz mit dem geigenden Engel. 452. (395.) C 1.[Bearbeiten]

Der Heilige sitzt mit geschlossenen Augen links vor einer Grotte. Seine linke Hand ruht über seinem Buche auf einem Totenschädel. Hinter ihm steht ein Crucifix. Rechts vor ihm sitzt ein geigender Engel auf einer herabgeschwebten Wolke. Rechts hinten am Meere sitzt ein zweiter Mönch und liest.

Leinwand; h. 0,74; br. 0,61. – 1751 durch Sigm. Striebel aus Rom. H. – Inv. 1754. I 303.

Pompeo Battoni.[Bearbeiten]

Geb. zu Lucca den 5. Februar 1708; gest. zu Rom den 4. Februar 1787. Bildete sich in Rom durch das Studium der alten Meister. Angesehenster italienischer Maler des XVIII. Jahrhunderts.

Johannes der Täufer. 453. (142.) C 3.[Bearbeiten]

Der Täufer liegt halb aufgerichtet nach links gewandt am Waldrande. Ein rotes Gewand umhüllt ihn teilweise. Ein Lamm schmiegt sich rechts an seine Seite. Sein Kreuzesstab liegt neben ihm. Auf die Linke stützt er sich. Mit der Rechten weist er in die Landschaft hinaus, in welcher jenseits des Flusses der Heiland erscheint.

Leinwand; h. 1,19½; br. 1,85½. – Inv. 1754, I 373. – Gegenstück zum folgenden. – Gestochen von K. L. B. Buchhorn. In Schwarzkunst von J. P. Pichler. − Phot. Braun XV, 5 und Phot. Ges.

[170]

Magdalena. 454. (143.) C 3.[Bearbeiten]

Die schöne blonde Büsserin liegt halbaufgerichtet, ihre Hände vor sich auf einem Steine faltend, neben einer Höhle. Ein blaues Gewand umfliesst ihren Unterkörper; ein Hemd bedeckt ihre linke Schulter; ihre rechte Schulter und Brust sind entblösst. Sie blickt in’s Buch, das aufgeschlagen vor ihr über einem Totenkopfe liegt. Rechts zu ihren Füssen Blick durch ein Felsenthor in freiere Landschaft.

Leinwand; h. 1,21; br. 1,87½. – Inv. 1754, I 262. – Gegenstück zum vorigen. – Gestochen von Jos. Camerata 1752, von J. F. Bause 1780, von J. C. Krüger, Carl von Pechwell, C. G. Schultze, F. Zimmermann. In Schabkunst von J. P. Pichler. – Phot. Braun I, 12 und Phot. Ges.

Die bildenden Künste. 455. (144.) B 1.[Bearbeiten]

Links steht die Baukunst mit der Papierrolle und dem Zirkel in der gesenkten Rechten und legt die Linke auf die Schulter der in der Mitte sitzenden Malerei. Diese hält die Palette in der Linken und blickt zur Bildhauerei hinab, welche mit dem Meissel in der rechten, dem Hammer in der linken Hand rechts zu ihren Füssen sitzt.

Leinwand; h. 0,99; br. 0,74. – Inv. 1754, I 397. – Ein gleiches Bild, nebst einem Gegenstücke, „Die redenden Künste“, durch Apollon und zwei Musen dargestellt, befand sich 1884 im Privatbesitze zu Stuttgart.

Domenico Roberti.[Bearbeiten]

Soll um 1690 in Rom geboren, seiner Zeit dort der berühmteste Architekturmaler und Lehrer des G. P. Pannini gewesen sein. Weiteres unbekannt.

Römische Säulenruine. 456. (217.) 48 c.[Bearbeiten]

Rechts ionische Säulen; davor ganz vorn zwischen Pilastern eine sitzende Zeusstatue. Links ein Stück einer Pyramide; im Mittelgrunde ein Hochrenaissance-Palast. Verschiedene Staffage-Figuren.

Leinwand; h. 0,66; br. 0,49½. – Inv. 1722. A 495. – Gegenstück zum folgenden.

Römische Säulenruine. 457. (218.) 50 b.[Bearbeiten]

Links vorn korinthische Säulen ; davor, von hinten gesehen, eine männliche Statue. Rechts im Mittelgrund ein Rundtempel mit einem auf Pilastern ruhenden Giebel-Vorbau. Verschiedene Stattage-Figuren.

Leinwand; h. 0,66; br. 0,49½. – Inv. 1722. A 491. – Gegenstück zum vorigen.

Römische Säulenruine. 458. (219.) 50 b.[Bearbeiten]

Rechts ein römischer Tempel mit toscanisch-dorischer Vorhalle. Davor eine weibliche Statue, die einen Kranz in der erhobenen Linken hält. Im Mittelgrunde [171] führt links die Landstrasse in die Ferne. Verschiedene Staffagefiguren.

Leinwand; h. 0,65; br. 0,47. − Inv. 1722, A 460. – Gegenstück zum folgenden.

Römische Säulenruine. 459. (220.) 49 c.[Bearbeiten]

Die Reste einer ionischen Säulenhalle vorn in der Mitte. Links die Statue des Hercules. Rechts im Mittelgrund ein Rundtempel mit korinthischen Säulen. Verschiedene Staffage-Figuren.

Leinwand; h. 0,64½; br. 0,46½. − Inv. 1722. A 464. – Gegenstück zum vorigen.

Art des Dom. Roberti.[Bearbeiten]

Forum Romanum. 460. (210.) 49 c.[Bearbeiten]

Links im Vordergrund die ionische Säulenruine. Rechts im Mittelgrunde der Bogen des Septimius Severus. Im Hintergrunde das Capitol. Priester in weissen Röcken und Hüten, Cavaliere, Eselstreiber und anderes Volk als Staffage.

Leinwand; h. 1,21½; br. 1,68½. – Im „Catalogue“ von 1765 als Ottavio Viviani. So auch bei H. Nach letzterem 1741 durch Rossi aus Venedig. Allein diese Herkunft fanden wir nicht bestätigt und Ottavio Viviani, welcher nach Fenaroli (Dizionario degli artisti Bresciani, 1877, p. 227, 235, 236) schon 1579 (nicht 1650) geboren war, scheint überhaupt nicht in Rom gemalt zu haben. Dass unser Bild nicht von der Hand eines so frühen Meisters herrührt, beweisen schon die Trachten. Dieselbe Hand wie N. 433, welche ebenfalls dem Ottavio Viviani zugeschrieben wurde, zeigt es sicher nicht. Uns scheint es der Kunstweise Robertis ziemlich nahe zu stehen.

Buti.[Bearbeiten]

Der Name dieses Meisters ist nur durch die Inschrift unseres Bildes beglaubigt. Die Jahrzahl 1701 weist ihm seine Lebenszeit an. Einer der lexikographisch bekannten Künstlern namens Buti kann der unsere nicht sein. Dem Stile nach scheinen die Bilder römischen Ursprungs zu sein.

Architekturbild. 461. (221.) 51 b.[Bearbeiten]

Ein Prachtpalast mit gewölbten, von korinthischen Säulen getragenen Hallen und Gängen. Links Höfe und Gärten mit Springbrunnen. Im Vordergrunde ein grosses Wasserbecken; links Mädchen am Brunnen; in der Mitte auf den Stufen ein alter, halbnackter Mann mit einem Hunde. Bezeichnet nicht P. F., wie bei H., sondern:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 171.jpg

[172] Leinwand; h. 1,35; br. 0,98. – Inventar 1754, I 404. als „autore moderno“; seit dem „Catalogue“ von 1765 als G. P. Pannini (1695– 1768), für den das Bild jedoch zu leer in der Technik und zu trocken im Vortrag ist. Auch macht schon die Jahreszahl dessen Urheberschaft unmöglich. – Gegenstück zum folgenden.

Architekturbild. 462. (222.) 51 b.[Bearbeiten]

Rechts vom überspannt ein von toscanisch-dorischen Säulen getragener Ruinenbogen die Strasse. Weiter zurück, unter einer Spitzbogenhalle, eine Sammlung von Trophäen und Kanonen. Im Hintergrunde ein Palast. Links im Vordergrund ein umgestülptes Boot, in dem Zimmerleute arbeiten.

Leinwand; h. 1,36½; br. 0,98½. – Inventar 1754. I 405, als „autore moderno.“ – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu diesem.

C. Die neapolitanische Schule.[Bearbeiten]

Massimo Stanzioni.[Bearbeiten]

Geb. zu Neapel 1585, gest. daselbst 1656. Zuerst Schüler des Fabrizio Santafede. dann des Carracciolo in Neapel; bildete sich in Rom nach Guido Reni, kehrte aber nach Neapel zurück.

Die Naturkunde. 463. (621.) B 2.[Bearbeiten]

Eine Gestalt in gelbem Kleide mit blauem Mantel sitzt auf Wolken. Im rechten Arme, dessen Hand sie auf ein astronomisches Instrument legt, hält sie eine weisse Statuette, in der erhobenen Linken hält sie einen Kranz.

Leinwand; h. 1,27½; br. 0,82½. – Zuerst verzeichnet im Katalog von 1812 als „M. Stanzione“ und „Muse Urania“; gest. von Jos. Canale (gest. 1802) ☼ III. 31 als „Domenichino“; und „La gloire“. Seit 1817 stets als „Massimo Stanzione“ und als „Astronomie“ oder als „Naturkunde.“

Andrea Vaccaro.[Bearbeiten]

Geb. zu Neapel 1598, gest. daselbst den 18. Januar 1670. Ursprünglich Schüler Girolamo Imparato’s. Später durch Massimo Stanzioni für die Bolognesen gewonnen. Sein Stil zeigt deutlich den Einfiuss Guido Reni’s in Verbindung mit dem neapolitanischen Naturalismus. Thätig zumeist in Neapel.

Christus mit den Erlösten der Vorhölle vor seiner Mutter. 464. (622.) H 1.[Bearbeiten]

Der Heiland steht, leicht von weissem Tuche umwallt, mit erhobener Rechten in der Mitte des Bildes vor seiner Mutter, die rechts am Betpulte kniet, erschreckt zurückfährt und traurig und liebevoll zu ihm aufblickt. Links hinter dem Heiland sitzen Adam und Eva, kniet Johannes der Täufer, stehen Moses und Aaron und blicken noch vier andere Patriarchenköpfe herüber. [173] Rechts erscheinen Abraham und Isaak, ferner Noah mit seiner Arche, David mit seiner Krone und der reuige Schacher mit seinem Kreuze. Bez. u. l. (nur notdürftig erhalten): A. V. . . F.

Leinwand; h. 2,37½; br. 2,54. – 1723 durch L. Rossi als „Guido Reni“; im „Catalogue“ von 1745 zuerst mit Recht als „Andrea Vaccaro.“ – Gutes Werk des Meisters. – Gestochen von Jos. Camerata ☼ II. 36. – Phot. Braun VI, 18.

Mattia Preti.[Bearbeiten]

Geb. den 24. Februar 1613 zu Taverna in Calabrien, gest. zu Malta den 13. Januar 1699. Schüler seines Bruders Gregorio in Rom. Guercino’s in Cento; später im Sinne einer Vermischung bolognesischer und neapolitanischer Kunstempfindung weiterentwickelt. Thätig in Rom, in Modena. in Neapel und Malta.

Die Marter des hl. Bartholomäus. 465. (628.) H 4.[Bearbeiten]

Kniestück. Der graubärtige Heilige ist fast nackt an den rechts stehenden Pfahl gebunden. Links vor ihm steht der Henker, der das Messer im Munde hält und am rechten Arm beginnt, ihm die Haut abzuziehen. Rechts unten Kopf und Hände eines jugendlichen Gehülfen, in der Mitte Helm und Speer eines Kriegers.

Leinwand; h. 2,00; br. 1,46½. – 1749 aus der Kaiserl. Galerie zu Prag. Gestochen von von C. L. Wüst ☼ I, 33.

Der Unglaube des Thomas. 466. (629.) H 2.[Bearbeiten]

Kniestück. Christus stützt sich, fast von vorn gesehen, mit erhobener Linken auf sein Kreuz und beugt sich leicht zum Apostel Thomas hinab, der links neben ihm steht und ihm den rechten Zeigefinger in die Wunde legt. Zu beiden Seiten andere Apostel und Zuschauer.

Leinwand; h. 1,47; br. 1,99½. – 1743 durch Riedel aus Wien. – Gestochen von Jos. Canale und J. Beauvarlet ☼ I, 34.

Die Befreiung Petri aus dem Gefängnisse. 467. (630.) H 1.[Bearbeiten]

Es ist Nacht. Rechts sieht man die geöffneten Gefängnisspforten, links blickt man in’s Freie. Vorn schlummern die Wächter. Oben schwebt der Engel, nach links gewandt, und zeigt dem Apostel Petrus, welcher den Schlüssel in der Rechten erhebt, den rettenden Ausweg.

Leinwand; h. 2,04½; br. 2,56. – 1748 durch B. Benzoni aus der Casa Ghelthof in Venedig. – Gestochen von P. Campana ☼ 1, 32.

Salvator Rosa.[Bearbeiten]

Geb. zu Arenella bei Neapel den 20. Juni 1615, gest. zu Rom den 15. März 1673. Anfangs Schüler seines Schwagers Fr. Francanzone, eines Schülers Ribera’s, dann Ribera’s selbst und [174] des Schlachtenmalers Aniello Falcone. Durch eigene Naturstudien zu dem eigenartigsten italienischen Schlachten- und Landschaftsmaler und einem Figurenmaler der naturalistisch-neapolitanischen Richtung entwickelt. Thätig zuerst in Neapel, dann in Rom, dann neun Jahre in Florenz, zuletzt wieder in Rom.

Ein Seesturm. 468. (623.) H 3.[Bearbeiten]

Vorn ein Uferstreifen vor dem empörten Meere, links eine steile Felsenküste. In den Wellen kämpfen Segelschiffe. Rechts vorn steht ein Fahnenträger neben zwei gelagerten Soldaten. Schwarze Wolken am Himmel.

Leinwand; h. 0,73; br. 1,12. – 1742 durch de Brais aus Paris. – Die Malweise des Bildes ist zu schwer, die Zeichnung zu unsicher für des Meisters eigne Hand. Der „Catalogue“ von 1765 und das „Abrégé“ von 1782 haben es auch nicht aufgenommen. Es kann nur vorläufig als Werk des Meisters verzeichnet bleiben.

Bildniss eines Mannes mit einem Affen. 469. (624.) 34 d.[Bearbeiten]

Halbfigur, fast von vorn. Der ältliche braunhaarige Mann mit kleinem Schnurrbart trägt eine braune Jacke mit blauen Aermeln und ein weisses Halstuch. In der Linken hält er ein Nest mit jungen Vögeln. Auf seinem Rücken sitzt ein Affe.

Leinwand; h. 0,78½; br. 0,64½. – 1741 als Selbstbildniss Luca Giordano’s aus den königl. Zimmern; Inv. 1754, I 372, als Selbstbildniss Salvator Rosa’s. Dem Verfasser scheinen jedoch weder die Züge des Mannes mit denjenigen des Selbstbildnisses Salvator’s in den Uffizien zu Florenz, noch scheint ihm die etwas hart pastose Malweise des Bildes mit derjenigen der anerkannten Figurenbilder Salvator Rosa’s übereinzustimmen. Es kann daher nur bis auf weiteres unter Rosa’s Namen verzeichnet bleiben.

Schule Salvator Rosa’s.[Bearbeiten]

Waldlandschaft. 470. (627.) H 3.[Bearbeiten]

Links eine mächtige Baumgruppe. Rechts ein Flussthal. In der Mitte ein Felsen. Ein sitzender Alter spricht mit zwei Männern, von denen der eine einen Becher in der Hand hält; vielleicht Diogenes, im Begriffe, ihn wegzuwerfen.

Leinwand; h. 0,73; br. 0,97½. – Inventar 1754, I 419, als Original Salvator Rosa’s. So auch noch im „Catalogue“ von 1765 und im „Abrégé“ von 1782. Schon bei H. mit Recht nur als Schulbild. Das aus S. und R. verschlungene Monogramm u. i. d. M. trägt es unzweifelhaft mit Unrecht.

Giovanni Ghisolfi.[Bearbeiten]

Geb. um 1623 zu Mailand, gest. daselbst 1680. War in Rom Schüler Salvator Rosa’s und malte hauptsächlich in dieser Stadt, erblindete jedoch früh und zog sich dann in seine Heimat zurück. Wir können ihn nicht von der Schule Salvator Rosa’s trennen.

[175]

Die Ruinen von Karthago. 471. (205.) 51 b.[Bearbeiten]

Rechts die Trümmer eines gewaltigen Rundbogen- und Gewölbebaues mit den Resten einer ionischen Säulenhalle. Links vom Mittelgrunde an das Meer, vorn eine kleinere Bogenruine. An dem mächtigen Brunnenbecken des Vordergrundes bunte Kriegergruppen. An einem Steine unten steht HIC . CARTHAGO . FVIT.

Leinwand; h. 1,16½; br. 1,67. – 1744 (nicht 1741) durch Rossi aus der Casa Grimani Calergi in Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Ein Seehafen. 472. (207.) 33b.[Bearbeiten]

Links vorn am Ufer römische Triumphbogenruinen und zahlreiches Volk. Rechts vorn im Meer einige mächtige Schiffe, von denen eins einen Schuss abfeuert. Am Ufer landet ein Boot und streichelt ein Mann in orientalischer Tracht einen Hund.

Leinwand; h. 1,17; br. 1,66. – 1744 (nicht 1741) durch Rossi aus der Casa Grimani Calergi in Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Ruinen am Meer. 473. (206.) 33 b.[Bearbeiten]

Links die Ruine eines römisch-ionischen Säulentempels. Rechts vorn nur Säulenstümpfe. Ueberall mächtige Trümmerblöcke. Im Mittelgrunde das Meer. Vorn in der Mitte eine Gruppe von Würfelspielern.

Leinwand; h. 1,01; br. 1,36½. – 1744 (nicht 1741) durch Rossi aus der Casa Grimani Calergi in Venedig.

Luca Giordano.[Bearbeiten]

Gen. Fa Presto. Geb. 1632 zu Neapel, gest. daselbst den 12. Januar 1705. Schüler Giuseppe Ribera’s in Neapel; dann in Rom im Anschluss an Pietro da Cortona zum bedeutendsten Schnellmaler (daher sein Beiname) seiner Zeit entwickelt. Thätig in Neapel, in Florenz, in Rom, in Madrid (von 1692 bis nach 1700), schliesslich wieder in Neapel.

Hercules und Omphale. 474. (639.) H 3.[Bearbeiten]

Links sitzt der Halbgott neben der schönen Königstochter, in deren Banden er schmachtet. Sie erhebt eine Rose in ihrer Rechten, er hält ihren Spinnrocken in der Linken. Seine Keule liegt am Boden. Drei Dienerinnen sind um das Paar beschäftigt. Zwei andere harren rechts unter dem Baume am Wasserfall. Ganz rechts in den Blumen prüft ein kleiner Liebesgott seinen Bogen. Zwei andere spielen im Baume. Bez. unten links an der Stufe:

[176]
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 176 1.jpg

Leinwand; h. 2,26½; br. 2,82. – Inventar 1722, A 32. – Nach Dominici III. 415 ursprünglich für Don Andrea d’Avalos, Fürsten von Montesarchio gemalt. Die Verwechselung Jole’s mit Omphale’s war damals allgemein. – Gest. von Cl. Duflos ☼ I, 40. − Die Jahreszahl las H. 1690. Wir lesen 1670. – Phot. Braun IV, 16.

Ariadne von Bacchus überrascht. 475. (641.) H 3.[Bearbeiten]

Links schlummert die verlassene Ariadne am Meeresstrande. Ein kleiner Amor, über dem ihr Sternbild glänzt, schwebt über ihrem Haupte. Von der rechten Seite naht das Gefolge des Bacchus; in der Ferne Silen auf seinem Esel, in der Mitte der Panther mit Satyrn und Bacchanten, unter denen wir Bacchus selbst zu suchen haben, ganz vorn ein Liebesgott auf einem Ziegenbock, den ein kleiner bocksbeiniger Panisk führt. Bez. l. u. (verkleinert):

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 176 2.jpg

[177] Leinwand; h. 1,81½; br. 2,61½. – 1725 durch Leplat. – Gestochen von Fr. Basan ☼ I, 39.

Perseus und Phineus. 476. (640.) D 3.[Bearbeiten]

Ovid. Metam. IV, v. 662 ff. – Als Perseus seine Hochzeit mit Andromeda feierte, wollte König Phineus, dem sie früher verlobt gewesen war, sie ihm mit Waffengewalt streitig machen. Aber Perseus hielt ihm und seinen Gefährten das Medusenhaupt entgegen, welches sie versteinerte. – Rechts im Mittelgrunde der Halle die Festtafel. Vorn links steht Perseus, das Schwert in der gesenkten Rechten, das Haupt der Medusa in der erhobenen Linken. Vorn rechts suchen Phineus und die Seinen vergeblich über die Leichen ihrer schon zu Boden gesunkenen Gefährten vorzudringen. Andere fliehen. Bez. l. unten (wie N. 475): Jordanus F.

Leinwand; h. 2,54; br. 3,60. – 1742 aus der Sammlung Carignan in Paris. – Nach Dominici III, p. 435, befand sich ein Bild des Meisters mit demselben Gegenstand beim Marchese Gir. Durazzo in Genua. – Gestochen von J. Beauvarlet ☼ II, 39.

Susanna mit den beiden Alten. 477. (652.) H 1.[Bearbeiten]

Rechts sitzt Susanna auf einer Steinbank vor dem mit einer Statue geschmückten Brunnen. Sie ist nackt; doch bedeckt sie ihren Leib mit dem Linnentuch, indem sie sich erschrocken nach den beiden zudringlichen Alten umwendet, welche sich links hinter ihr durch den Rosengarten herangeschlichen haben. Bez. unten in der Mitte:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 177.jpg

Leinwand; h. 1,67; br. 2,40½. – 1725 durch Leplat. – Inventar 1722, A 1580. Gestochen von J. F. Beauvarlet ☼ II, 38.

Magdalena. 478. (654.) R 11.[Bearbeiten]

Lose vom Gewande umflossen, sitzt die blonde Büsserin links vor einem Felsenthore. Ihren Kopf stützt sie mit der Rechten. Buch und Totenkopf liegen unter ihrem rechten [178] Arm. Mit der Linken hält sie das Crucifix auf ihren Knieen. Bez. unten in d. M. am Stein (wie N. 477): Jordanus. F.

Leinwand; h. 1,04; br. 1,26. – Zuerst im Katalog von 1835 als Fr. Soliraena. Als Giordano richtig im Katalog von 1843.

Die Pflege des hl. Sebastian. 479. (655.) H 3.[Bearbeiten]

Halbtot ist der von Pfeilen durchbohrte Heilige, der mit den Händen nach oben am Baume befestigt ist, unter der Pflege der Frauen in die Kniee herabgesunken. Die hl. Irene kniet links neben ihm und hält ein Tuch auf seine Wunde. Hinter ihr eine alte Dienerin. Rechts zwei Mönche. Am Himmel ein Engelreigen.

Leinwand; h. 2,00; br. 1,50. – Inv. 1722, A 46. – Das Bild zeigt den frühesten, sich noch eng an Ribera anlehnenden Stil des Meisters.

Der Einsiedler Paulus. 480. (685.) H 3.[Bearbeiten]

Brustbild auf dunklem Grunde. Der graubärtige Heilige hält mit der Rechten sein braunes Gewand, in der Linken sein Kreuz und wendet sein Antlitz gen Himmel. Links vor ihm auf dem Steintische liegt sein Brod.

Leinwand; h. 0,76½; br. 0,62½. – Inv. 1722, A 6, als „St. Johannes“ von Ribera. – Gegenstück zum folgenden. – Nach H. bez.: Jusepe de Ribera, español; doch konnte diese Bezeichnung nicht aufgefunden werden; und dem rötlichen Tone und der derben Behandlung nach zu schliessen, gehören dieses Bild und das folgende, wie schon verschiedene Kenner bemerkt haben, zu jenen Jugendbildern Luca Giordano’s, des Schülers Ribera’s, welche bis in die neueste Zeit herein mit den Bildern des letzteren verwechselt worden sind. – Phot. Braun XIV, 6.

Der hl. Hieronymus. 481. (686.) H 3.[Bearbeiten]

Brustbild nach links auf dunklem Grunde. Der graubärtige Heilige hält mit der Linken sein rotes Gewand und legt die Rechte auf den Totenkopf, der links vor ihm auf dem Tische ruht.

Leinwand; h. 0,77; br. 0,63. – Inv. 1722, A 8, als „Ribera.“ – Gegenstück zum vorigen. Nach H. bez.: Jusepe de Rivera; doch konnte diese Bezeichnung nicht aufgefunden werden. – Vgl. die Bemerkungen zum vorigen. – Phot. Braun VIII, 19.

David mit dem Haupte Goliaths. 482. (647.) R 12.[Bearbeiten]

Kniestück. Der blonde Recke steht links, blickt zurück und legt mit der linken Hand das fahle, blutige Haupt des Riesen auf den Steintisch. Lächelnd blicken rechts zwei Frauen herüber, von denen die eine eine Handpauke hält. Links in der Ferne tobt die Schlacht.

Leinwand; h. 1,02; br. 1,27½. – 1723 durch den Cardinal Salerno als „Enthauptung des Täufers.“ – Gestochen von L. Zucchi.

Abraham, Hagar verstossend. 483. (646.) H 1.[Bearbeiten]

Kniestück. Abraham macht, nach links gewandt, mit der rechten Hand die fortweisende Bewegung. Sarah steht hinter ihm. Der kleine Isaak hält sich [179] vorn an seinem Gewande fest. Links zieht Hagar davon. Der kleine Ismael an ihrer Seite wendet sich noch einmal nach seinem Spielgefährten um. Andere Gestalten im Mittelgrunde.

Leinwand; 1,49 ½; br. 2,03. – Inventar 1722. A 75.

Bacchus und Ariadne. 484. (645.) 36 c.[Bearbeiten]

Links am Meeresstrande blickt Ariadne, welche in der Rechten den Garnknäuel hält, von Amoretten umspielt, gen Himmel, an dem auf Wolken die Herrlichkeit des Olympes mit ihrem zukünftigen Sternbilde erscheint. Hinter ihr hat Bacchus sich auf einer Wolke herabgelassen und ist im Begriffe, zu ihr zu eilen. Sein Gefolge umschwärmt ihn. Ganz vorn rechts reitet ein kleiner Amor auf einem Ziegenbock.

Leinwand; h. 2,62½; br. 1,80. – Nach H. 1725 durch Leplat. Doch beruht dies auf einer Verwechselung mit N. 475; vielmehr zuerst im Inv. 1754, I 441. als „Schulbild“.

Der Raub der Sabinerinnen. 485. (644.) H 3.[Bearbeiten]

Rechts vorn ist eine Sabinerin in die Kniee gesunken. Ein behelmter Römer naht ihr von hinten, um sie davonzutragen. Links vorn sträubt eine andere sich in den Armen ihres Räubers. Andere Römer tragen im Mittelgrunde, teils zu Fuss, teils zu Pferde, ihre schöne Beute davon. Links im Hintergrunde eine Säulenhalle.

Leinwand; h. 2,03; br. 2,32½. – Inv. 1722, A 51. – Nach Dominici III, p. 415 hatte der Meister ein Bild dieses Gegenstandes für die Königin von Spanien zu malen. Da diese aber starb, als das Bild vollendet war, ging es in den Besitz des Don Giulio Navarretta, Marchese della Terza, über. – Gest. von D. Sornique und Gaillard ☼ II, 40.

Lucrezia und Tarquinius. 486. (643.) 34 c.[Bearbeiten]

Links liegt die blonde Lucrezia, nackt, halb von hinten gesehen, unter gelbem Vorhange auf ihrem schneeigen Lager. Halbaufgerichtet stützt sie sich auf ihren linken Arm, während sie die Rechte abwehrend gegen Tarquinius erhebt, der sie mit der einen Hand anpackt, mit der andern nach rechts hinausdeutet, wo sein Negersklave steht.

Leinwand; h. 1,35; br. 1,84½. – 1728 durch Lor. Rossi. – Nach Dominici III, p. 415 ursprünglich im Besitze des Don Andrea d’Avalos, Fürsten von Montesarchio. – Gestochen von P. Tanjé ☼ I, 37.

Seneca’s Tod. 487. (642.) H 1.[Bearbeiten]

Rechts wird der sterbende Philosoph von seinen schmerzlich bewegten Schülern aus der Wanne gehoben, in der er sich die Adern aufgeschnitten hat. Links sitzen andere Schüler, von denen einer vorliest. Rechts vorn sitzt ein zweiter mit einem grossen Buche. Im Hintergrund ein Fenster, zu dem man auf Rom hinausblickt, während ein Zuschauer hereinblickt.

[180] Leinwand; h. 1,50; br. 2,27. – 1751 aus der Sammlung Crozat zu Paris H. – Inv. 1754, I 206. – Wahrscheinlich, auch nach dem „Abrégé“,. das Bild dieses Gegenstandes, welches der Meister in 24 Stunden gemalt hatte, um einem Nebenbuhler sein Können zu zeigen: Dominici III, p. 432. – Gestochen von P. Aveline ☼ I, 38.

Rebecca mit Abrahams Knecht. 488. (648.) 34 b.[Bearbeiten]

Kniestück. Rechts steht Rebecca am Brunnen, eine Feder im Haar. Hinter ihr blicken die Köpfe eines Kameels und seines Treibers hervor. Links neigt sich vor ihr der junge Knecht Abrahams, welcher ihr die Geschenke seines Herrn überreicht. Neben ihm noch zwei andere Männer und ein Pferd.

Leinwand; h. 1,25½; br. 1,46½. − Inv. 1722, A 1147. – Gestochen von Jos. Wagner ☼ I, 36.

Maria mit dem Kinde. 489. (653.) 36 d.[Bearbeiten]

Kniestück. Die Muttergottes sitzt etwas vorübergebeugt nach rechts gewandt und drückt mit beiden Armen den göttlichen Knaben an ihre Brust.

Leinwand; h. 0,74; br. 0,62. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765.

Loth mit seinen Töchtern. 490. (651.) D 2.[Bearbeiten]

Loth sitzt, nach links gewandt, mit dem Rücken an den Knieen einer seiner Töchter. Er erhebt in der Rechten seine Weinschale. Seine zweite Tochter kniet mit dem Kruge links neben ihm. Im Hintergrunde links die brennende Stadt.

Leinwand; h. 1,52; br. 2,06. – 1742 durch Riedel aus Prag. – Gestochen von J. Beauvarlet ☼ II, 37.

Jacob und Rahel am Brunnen. 491. (649.) H 3.[Bearbeiten]

Links Jakob mit seiner Karawane; Kameele im Hintergrunde. Rechts Rahel mit ihrer Heerde; die Stadt im Hintergrunde. Jakob ist im Begriffe, den schweren Steindeckel vom Brunnen zu heben. Rahel schaut, auf ihren Hirtenstock gestützt, dankbar-wohlgefällig zu.

Leinwand; h. 2,04; br. 2,32. – Inv. 1722, A 47. – Nach Dominici III, p. 404, hatte der Meister diesen Gegenstand für die Nunziatakirche zu Neapel gemalt. – Gestochen von Jos. Wagner ☼ I, 35.

Die Schlacht der Israeliten mit den Amalekitern. 492. (650.) R 10.[Bearbeiten]

Vorn das Schlachtgewühl zu Fuss und zu Pferde. Links oben auf dem Berge Moses und Aaron. Rechts unten liegen Leichen. Das Schlachtgewühl bewegt sich von links nach rechts. Die Bezeichnung Iordanus F. u. i. d. M. sieht verdächtig aus.

Leinwand; h. 1,76½; br. 2,20. – 1748 durch Benzoni aus Venedig. – Inv. 1754, I 379, als Original. Gegenstück zum folgenden. Die Echtheit dieses Bildes wurde schon bei H. bezweifelt, ob mit Recht, steht dahin.

[181]

Gideons Sieg über die Midaniter. 493. (656.) R 13.[Bearbeiten]

Buch der Richter VII, von 8–13. Nachtstück. Wildes Handgemenge von Reitern und Fusssoldaten, welche Fackeln in den Händen halten. Das Schlachtgewühl bewegt sich von links nach rechts. Die Bezeichnung Iordanus F. unten rechts sieht verdächtig aus.

Leinwand; h. 1,78½; br. 2,28. – 1748 durch Benzoni aus Venedig. – Inv. 1754, I 378. – Gegenstück zum vorigen. Vergleiche die Bemerkung zu diesem.

Männliches Bildniss. 494. (657.) H 1.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts auf braunem Grunde. Brauner Hut, brauner Rock. Rechts ein Totenkopf, den der Dargestellte mit dem Daumen und dem Zeigefinger seiner linken Hand berührt.

Leinwand; h. 0,73; br. 0,60½. – 1741 als Selbstbildniss des Meisters aus den königl. Gemächern zur Galerie. Das Inv. von 1754, I 369, der „Catalogue“ von 1765 und das Abrégé von 1782 gaben die Bezeichnung als Selbstbildniss auf und nannten es nur noch als Schulbild, was jedenfalls vorsichtiger war. Bei H. wieder unter den echten Bildern des Meisters.

Männliches Bildniss. 495. (658.) 34 d.[Bearbeiten]

Halbfigur, nach rechts, auf graubraunem Grunde. Der barhäuptige, schwarzhaarige Herr trägt einen schwarzen Rock mit aufgeschlitzten Aermeln. Nur seine rechte Hand ist sichtbar.

Leinwand; h. 0,83; br. 0,64½. – 1856 aus dem Vorrat; von H. den Bildern Luca Giordano’s eingereiht. Doch ist diese Bestimmung mindestens zweifelhaft, um so mehr, da die Angabe, dass es „Jordanus“ bezeichnet sei, sich nicht bestätigt.

Francesco Solimena.[Bearbeiten]

Gen. l’Abbate Ciccio. Geb. zu Nocera den 4. October 1657, gest. zu Neapel den 5. April 1747. Durch mannigfaltige Einflüsse und Reisen zu einem eklektischen Manieristen herangebildet. Thätig zumeist in Neapel.

Der Kampf der Kentauren und Lapithen. 496. (660.) H 1.[Bearbeiten]

Ovid’s Metamorphosen XII, V. 210 ff. Die Kentauren überfielen die Lapithen, als deren Fürst Pirithous Hochzeit mit der schönen Hippodamia hielt. In der Mitte kämpft ein Kentaure, nach links gewandt, die Keule in beiden Händen schwingend, gegen den gehelmten und geharnischten Lapithen, der ihn am Schultermantel zerrt und seinen rechten Fuss auf den Leib eines gefallenen Kentauren setzt. Links vorn liegen Verwundete am Boden. Hinter ihnen flüchten Frauen. Rechts hinten jagen Kentauren mit geraubten Frauen von dannen.

[182] Leinwand; h. 1,78½; br. 2,74. – 1725 durch Leplat. Nach dem Inventar Guarienti (vor 1753) N. 202, Fol. 46, ein Jugendwerk des Meisters: „opera fatta in gioventù.“ – Phot. Braun XIV. 7.

Maria in Wolken über Heiligen. 497. (664.) H 1.[Bearbeiten]

Vorn auf dem Felsengrunde steht links, von einem Schutzengel geleitet, ein Knabe, kniet rechts der hl. Franciscus de Paula. Beiden erscheint Maria mit dem Kinde, welche vor goldgelbem Lichtglanz, von Engeln und Engelköpfen umspielt, auf Wolken thront.

Leinwand; h. 0,97½; Br. 0,98½. – 1745 durch Rossi mit dem folgenden, seinem Gegenstücke, aus der Casa Widman in Venedig. Gestochen von P. A. Kilian ☼ II, 41; desgleichen von Jos. Wagner. – Phot. Ges.

Die Vision des hl. Franciscus. 498. (665.) H 1.[Bearbeiten]

Der Heilige ist, nach links gewandt, am Fusse seines dürftigen Lagers zusammengebrochen. Auf seinem Lager aber sitzt der Engel, welcher die Geige spielt. Andere, mit herabgeschwebte Engel umringen ihn.

Leinwand; h. 1,00; br. 1,00½. – 1745 durch V. Rossi aus der Casa Widman in Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Mater dolorosa. 499. (666.) 4 c.[Bearbeiten]

Halbfigur, fast von vorn, auf braunem Grunde. Sie faltet die Hände und blickt mit rot geweinten Augen gen Himmel. Rechts neben ihr ein Felsentisch.

Ital. Pappelholz; h. 0,53 ; br. 0,42. – Im September 1743 erworben. Wahrscheinlich Inv. 1754, I 199, als „unbekannt.“ Im „Catalogue“ von 1765 schon als „Solimena.“ – Gest. von E. G. Krüger und F. Müller. – Phot. Braun V, 17. – Phot. Ges.

Sophonisbe. 500. (662.) R 7.[Bearbeiten]

Rechts thront die Königin zwischen Säulen unter gelbem Vorhange. Zu ihrer Rechten steht eine alte Dienerin, zu ihrer Linken, als Halbfigur sichtbar, ein beturbanter Diener. Links vor ihr steht der geharnischte Bote ihres Gatten in seinem Gefolge und überreicht ihr das Gefäss mit dem Gift.

Leinwand; h. 1,77; br. 2,32. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 16. Mit dem folgenden, seinem Gegenstücke, aus der Sammlung des Procurator Canale zu Venedig.

Juno, Jo und Argus. 501. (663.) H 1.[Bearbeiten]

Links thront Juno auf einer Wolke; Iris, die geflügelte Botin der Götter, steht neben ihr; ein kleiner Amor unter ihr. Links zu ihren Füssen liegt die Kuh, in welche sie Jo aus Eifersucht verwandelt hat. Sie überweist dieselbe, mit der Rechten auf sie hinabdeutend, dem rechts inmitten seiner Heerde sitzenden Hüter Argos.

Leinwand; h. 1,81; br. 2,32. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 59. Mit dem vorigen, seinem Gegenstücke, aus der Sammlung des Procurator Canale in Venedig. Phot. Braun XV, 4.

[183]

Der Frauenraub der Kentauren. 502. (661.) 33 b.[Bearbeiten]

Andere Scene der Handlung unseres Bildes N. 496. In der Mitte sprengt ein Kentaur, der eine geraubte Frau im Arm hat, nach links davon. Ein zweiter folgt ihm. Zwei Amoretten schweben über ihnen in der Luft. Vorn zwei abwehrende Frauen. Links liegt ein toter Kentaur am Boden. Kechts im Mittelgrunde tobt der Kampf.

Leinwand; h. 1,17; br. 2,51. – 1723 durch Lor. Rossi. Damals (zu Lebzeiten Solimena’s) ohne den Namen des Künstlers. Im Inventar Guarienti N. 282 und in allen gedruckten Katalogen als eigenhändiges Werk des Meisters. Es fragt sich, ob das Inventar 1722 ff. (A 1508) nicht richtiger urteilte.

Nach Solimena.[Bearbeiten]

Maria in Wolken über Heiligen. 503. (667.) R 5.[Bearbeiten]

Links vorn ein Knabe, von einem Engel geleitet. Rechts vorn der heil. Franciscus de Paula.

Leinwand; h. 0,76; br. 0,66. – Zuerst im Katalog von 1835. – Es ist eine etwas verkleinerte und zusammengezogene Copie nach unserem Bilde N. 497. Als ihr Urheber gilt ein gewisser Pietro Paccia, der ein Schüler Solimena’s gewesen sein soll.

Schule Solimena’s.[Bearbeiten]

Die Muttergottes. 504. (668.) R 15.[Bearbeiten]

Halbfigur, von vorn gesehen, auf grauem Grunde. Sie hält ein Buch in der rechten Hand und blickt andächtig gen Himmel.

Leinwand; h. 0,47½; br. 0,35½. – Im Inventar 1754, I 307, als Original Solimena’s. Doch schon bei H. mit Recht nur als Schulbild.

Sebastiano Conca.[Bearbeiten]

Geb. zu Gaeta 1676, gest. zu Rom 1764. Zuerst Schüler des Solimena in Neapel, schloss er sich später in Rom, wo er hauptsächlich thätig war, der Richtung Pietro da Cortona’s an.

Die hl. drei Könige vor Herodes. 505. (669.) H 3.[Bearbeiten]

Links thront Herodes mit seiner Gattin unter grünlich-blauem Vorhange vor mächtigen Palastbauten. In seinem Gefolge ganz vorn ein Jüngling mit einem Hunde. Herodes erhebt sich, um die drei Könige zu begrüssen, welche von rechts genaht sind. Vorn steht der Mohrenkönig. Rechts im Mittelgrunde rüstet ihr Gefolge sich zur Abreise. Im Hintergrunde zahlreiche Zuschauer.

Leinwand; h. 2,47; br. 4,64. – 1743 durch V. Rossi.

[184]

D. Die florentinische Schule.[Bearbeiten]

Francesco Furini.[Bearbeiten]

Geb. zu Florenz um 1600, gest. daselbst 1649. Schüler des Matteo Rosselli zu Florenz. Thätig zumeist in Rom und Florenz.

Eine Märtyrerin. 506. (71.) 3b.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände auf dunklem Grunde. Sie blickt schwärmerisch nach links empor. An der rechten Seite ihres Halses eine Schnittwunde.

Leinwand; h. 0,47; br. 0,36½. – 1856 aus Steinla’s Sammlung. – Bisher als heil. Cäcilie erklärt, wofür kaum genügende Anhaltspunkte vorhanden sind.

Simone Pignoni.[Bearbeiten]

Geb. zu Florenz 1614, gest. daselbst 1698 (nicht 1706; vergl. Nagler, XI S. 300). Schüler des Fr. Furini. Thätig in Florenz.

Die Gerechtigkeit. 507. (73.) 34 d.[Bearbeiten]

Halbfigur, nach links gewandt, nach rechts emporschauend. Die Wage in der Linken, das Schwert in der Rechten. Ein Lorbeerkranz auf dem Haupte. Bez. u. r. : S. P.

Leinwand; h. 0,91½; br. 0,75. – Aus der Kunstkammer. Inv. 1722, A 183.

Carlo Dolci.[Bearbeiten]

Geb. zu Florenz den 25. Mai 1616; gest. daselbst den 17. Jan. 1686. – Schüler des Jacopo Vignali, eines Schüler des Matteo Rosselli. Thätig in Florenz.

Tochter der Herodias. 508. (74.) B 1.[Bearbeiten]

Kniestück. Sie wendet ihren blonden Kopf nach rechts, hält aber die Schüssel mit dem Haupte Johannes des Täufers nach links empor. Sie trägt ein blaues Kleid über grünem Rocke, einen reich mit Edelsteinen besetzten Gürtel und ein Perlenhalsband. Blutflecken an der Schüssel.

Leinwand; h. 0,95½; br. 0,80½. – 1742 durch de Brais aus der Sammlung des Prinzen Carignan zu Paris. – Nach Baldinucci (Vol. VI, 1728, p. 503) für den Marchese Rinuccini in Florenz gemalt. Gestochen von P. A. Kilian ☼ I. 42. Phot. Braun XIV, 2 und Phot. Ges.

Die hl. Cäcilie. 509. (75.) B 1.[Bearbeiten]

Cäcilie sitzt als Halbfigur, nach links gewandt, im Profil gesehen, an der mit rotem Vorhang geschmückten Orgel. Sie trägt ein gelbes Kleid mit violettem Mantel und eine Perlenbroche mit einem Rubin in der Mitte. Ihre Hände gleiten über die Tasten. Links unten eine Lilie.

[185] Leinwand; h. 0,96½; br. 0,79½. – 1742 mit dem vorigen aus der Sammlung Carignan in Paris. Gemalt nach Baldinucci (Vol. VI, 1728, p. 503) für den Grossherzog Cosmus III., der es dem Schatzmeister des Königs von Polen schenkte. Gestochen von P. A. Kilian ☼ I. 43 und von F. Knolle. Phot. Braun I. 11 und Phot. Ges.

Halbfigur des Heilandes. 510. (76.) B1.[Bearbeiten]

Christus sitzt, von vorn gesehen, an einem weissbedeckten Tische, auf dem der Kelch steht. Die Rechte hält er segnend erhoben, in der Linken hält er das Brod, den Blick wendet er nach rechts empor. Der Heiligenschein ist hell aus dem grauen Grunde herausgearbeitet.

Leinwand; h. 0,87; br. 0,75. – 1746 aus der Casa Rumieri in Venedig. – Erwähnt von Baldinucci (Vol. VI, 1728, p. 505). Eine Copie im Louvre zu Paris; dort auch nur als solche bezeichnet. – Gestochen von Fr. Basan I. 41 und von Planer. – Phot. Braun III. 3 und Phot. Ges.

Schule Carlo Dolci's.[Bearbeiten]

Halbfigur der Maria. 511. (77.) B1.[Bearbeiten]

Grauer Grund. Ihr Blick ist zur Erde gesenkt. Ihre Hände sind auf der Brust gekreuzt.

Leinwand; h. 0,77; br. 0,60. – 1741 durch Heinecken aus Hamburg, ohne Angabe des Meisters. Als „Maniera di Carlo Dolci“ seit dem Inventar 1754, I 455; nach H. wahrscheinlich von Carlo’s Tochter Agnese Dolci, was man gelten lassen kann.

Ant. Dom. Gabbiani.[Bearbeiten]

Geb. zu Florenz 1652, gest. daselbst 1722. Schüler des Dandini in Florenz und des Ciro Ferri in Rom. Durch beide Enkelschüler des Pietro da Cortona. Thätig in Rom und Florenz.

Das Gastmahl beim Pharisäer Simon. 512. (140.) 33 d.[Bearbeiten]

Der Heiland sitzt links am Tische und deutet auf Maria Magdalena, die vor ihm kniet und seinen linken Fuss umklammert. In der Mitte trägt ein Neger eine Fruchtschüssel in der erhobenen Linken. Der Säulensaal ist links rot verhängt. Rechts Blick in’s Freie.

Leinwand; h. 0,03; br. 1,39. — Zuerst im „Catalogue“ von 1765.

Benedetto Luti.[Bearbeiten]

Geb. zu Florenz den 17. November 1666; gest. zu Rom den 17. Juni 1724. Schüler des Ant. Dom. Gabbiani in Florenz. Thätig zumeist in Florenz und Rom.

Der Heiland. 513. (78.) B 3.[Bearbeiten]

Brustbild auf bräunlichem Grunde. Er hält die Rechte segnend erhoben.

Leinwand; hochoval; h. 0,73½; br. 0,60. — 1742 durch Riedel aus Prag. – Bezeichnet auf der Rückseite: „Eques Benedictdus Lutis pingebat. Anno 1722.“ Gegenstück zum folgenden.

[186]

Maria. 514. (79.) B3.[Bearbeiten]

Brustbild auf bräunlichem Grunde. Ihre Blicke sind zu Boden gesenkt. Ihre Hände sind auf der Brust gekreuzt.

Leinwand; hochoval; h. 0,72½; br. 0,60½. – 1742 durch Riedel aus Prag. – Bezeichnet wie das vorige, sein Gegenstück.

E. Die Schulen Venedigs und seines Gebietes.[Bearbeiten]

Alessandro Turchi.[Bearbeiten]

Gen. l’Orbetto. Geb. 1582 zu Verona, gest. 1648 zu Rom. Ursprünglich Schüler F. Brusasorci’s in Verona, bildete er sich in langen Wanderjahren zum Eklektiker aus. Thätig anfangs zumeist in Verona, später hauptsächlich in Rom.

Die Anbetung der Hirten. 515. (356.) 3 b.[Bearbeiten]

Schwarzer Grund. Rechts kniet Maria mit dem Kinde im Arme neben Joseph. Links nahen die drei Hirten. Der vordere kniet anbetend nieder, der mittlere mit dem Hut auf dem Kopfe steigt die Treppe herab; ihm folgt der dritte. Rechts oben am Himmel erscheinen Engel. Bezeichnet links über dem Treppengewölbe: ALEXANDER TVRCIS F.

Schiefer; h. 0,45; br. 0,37½. – Zuerst im Katalog von 1835.

Die Darstellung Christi im Tempel. 516. (357.) 33 c.[Bearbeiten]

Links steht Simeon mit dem Christkind im Arme; vor ihm kniet Maria; hinter ihm stehen zwei junge Tempeldiener mit brennenden Kerzen; neben ihm steht ein zweiter Priester, dem Joseph die Tauben überreicht; über ihm schwebt ein Engelreigen. Rechts vorn unter andern Zuschauern eine halbnackte Frau, die ihr Kind emporhebt. Bez. l. u.: ALEXANDER VERONENSIS F.

Kupfer; h. 1,06½; br. 0,81½. – 1742 aus der Sammlung Carignan zu Paris. – Vergleiche Heinecken, Nachrichten (1768) I, S. 210.

Der Schmerzensmann. 517. (358.) 4 b.[Bearbeiten]

Halbfigur von vorn auf schwarzem Grunde. Die Hände des Heilandes sind gebunden. Das Rohr hält er im Arme. Der Purpurmantel umhüllt ihn lose. Das dornengekrönte, von hellen Strahlen umleuchtete Haupt richtet er schmerzlich nach links gen Himmel.

Schiefer; hochoval; h. 0,15; br. 0,11. – Inventar 1754, I 518.

Die Steinigung des hl. Stephanus. 518. (359.) 32 a.[Bearbeiten]

Schon ist der Heilige nach links rückwärts zu Boden gesunken. Links und rechts halten kräftige Männer noch Steine, zum Wurf ausholend, in [187] den erhobenen Händen. Weiter zurück gafft das Volk. Aus der himmlischen Herrlichkeit schwebt links oben ein Engel mit der Krone und der Palme herab. Violetter Grund ohne Landschaft.

Amethyst-Mosaik; breitoval; von bunt verziertem achteckigem Rahmen umschlossen; h. 0,24½; br. 0,32½. – Zuerst im Katalog von 1812.

Die hl. Dreifaltigkeit 519. (360.) 3 c.[Bearbeiten]

Schwarzer Grund. Gottvater thront von vorn gesehen, doch blickt er nach links. Er hält den Leichnam Christi auf dem Schoosse. Ueber ihm schwebt die Taube des heiligen Geistes zwischen Engeln und Engelköpfen.

Schiefer; h. 0,33; br. 0,28. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765.

Maria mit dem Kinde. 520. (361.) 3 c.[Bearbeiten]

Schwarzer Grund. Maria thront von vorn gesehen, hält das Kind auf ihrem linken Knie und entblösst mit ihrer rechten Hand ihre linke Brust, um sie dem Kinde zu reichen. Rechts vorn der Korb mit den Windeln. Schiefer; h. 0,25½; br. 0,18½. – Inventar 1722. A 387.

Venus und Adonis. 521. (362.) 3 c.[Bearbeiten]

Verkürzt von vorn gesehen, liegt der tötlich verwundete Adonis an den Knieen der Venus, welche seinen schlaffen rechten Arm mit dem ihren ausstreckt und sich über ihn beugt, um ihn zu küssen. Rechts zwei Hunde. Links stützt Amor sich bewegt auf seinen Bogen.

Schiefer; h. 0,27; br. 0,34. – 1742 aus der Sammlung Dubreuil in Paris. – Im Inventar Guarienti (N. 1346) als „Opera perfetta dell’ autore“ gerühmt. – Gestochen von J. Beauvarlet ¤ II. 15.

Das Paris-Urteil. 522. (363.) 32 c.[Bearbeiten]

Der schöne Hirt sitzt rechts, nach links gewandt, auf einer kleinen Anhöhe. Merkur steht hinter ihm. Amor sitzt vor ihm. Seine Schafheerde ruht neben ihm. Er ist im Begriffe der vor ihm stehenden Venus, über deren Kopf ein Liebesgott schwebt, den Apfel zu reichen, während links hinter ihr Juno sich erzürnt abwendet und Minerva sich nach ihren Gewändern bückt, um sich wieder anzukleiden.

Ital. Pappelholz; h. o,60; br. 0,84½. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 499. Früher beim Senator Isolani in Bologna.

David mit dem Haupte Goliath’s. 523. (365.) C 3.[Bearbeiten]

Kniestück nach rechts auf dunklem Grund. David trägt einen gelbroten, mit Pelz gefütterten Rock und eine Pardelfellmütze. Die Rechte stützt er auf das Schwert, in der Linken hält er das Haupt des Riesen.

Leinwand; h. 1,27; br. 1,14½. – Ob es das im Inv. 1722 (A 102) erwähnte unbekannte Original aus Polen sei, wie H. annahm, ist nicht mehr auszumachen. Als Orbetto im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 28; mit H. an dieser Benennung zu zweifeln, sehen wir keinen Grund. – Phot. Braun VI. 11 und Phot. Ges.

[188]

Schule des Orbetto.[Bearbeiten]

Venus mit der Leiche des Adonis. 524. (364.) R 14.[Bearbeiten]

Vorn tragen sieben Amoretten den Leichnam des Adonis herein. Zwei begiessen ihn von oben mit Wasser. Rechts entsteigt Venus ihrem Tauben-Wagen und eilt lebhaft bewegt ihrem Liebling entgegen. Links in der Landschaft der Eber, der ihn getötet.

Leinwand; h. 0,66; br. 0,90. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein zu Dux. Bei H. unter den echten Werken Orbetto’s; ist jedoch zu roh für diesen Meister.

Alessandro Varotari.[Bearbeiten]

Gen. il Padovanino. Geb. zu Padua 1590, gest. zu Venedig 1650. Gebildet hauptsächlich nach dem Vorbilde Tizian’s und Paolo Veronese’s; thätig in Padua und in Venedig.

Judith. 525. (366.) 5 c.[Bearbeiten]

Kniestück. Mit dem Körper nach rechts, mit dem Kopfe halb nach links gewandt, steht die schöne Jüdin da. Die Linke stützt sie auf das Schwert, mit der Rechten hält sie das Haupt des Holofernes. Sie trägt einen gelben Mantel über rot und weiss gestreiftem Kleide. Ihre linke Brust ist entblösst. Links hinter ihr ein roter Vorhang, rechts die blaue Luft.

Leinwand; h. 1,32½; br. 0,96. – 1725 durch Leplat. – Ein gleiches Bild in der Kaiserl. Galerie zu Wien. – Schwarzkunstblatt nach dem Wiener Exemplare von Premier; Stich von J. Troyen. – Phot. Braun VI, 12. – Phot. Ges.

Weiblicher Studienkopf. 526. (369.) 5 c.[Bearbeiten]

Der schöne, von rotbrauner Flechte umwundene Kopf hebt sich, fast von vorn gesehen, vom dunklen Grunde ab. Die Brust ist, so weit sie sichtbar, mit einem auf den Schultern zusammengeknöpften weissen Hemde bedeckt.

Leinwand; h. 0,40½; br. 0,28½. – Inventar 1722, A 292, als „Salviati. “ – Bei H. bereits als „Varotari.“ – Phot. Ges.

Schule des Varotari.[Bearbeiten]

Lucretia. 527. (368.) R 14.[Bearbeiten]

Kniestück auf dunklem Grunde. Die Römerin sitzt vorgebeugt, nach rechts gewandt an einem Tische, auf welchen sie ihren linken Arm legt, während sie sich mit der Rechten den Dolch in die Brust stösst.

Leinwand; h. 1,08; br. 0,92. – 1725 durch Leplat als „Schüler Tizian’s.“ Im „Catalogue“ von 1765 nicht, wie das folgende, sein Gegenstück, als „Varotari.“ Beide sind zu schwach für eigenhändige Bilder des Meisters.

Kleopatra. 528. (367.) R 14.[Bearbeiten]

Kniestück auf dunklem Grunde. Links ein Tisch, auf dem eine Schale steht. Die ägyptische Königin sitzt zurückgebeugt da, entblösst mit der Linken ihre Brust und hält mit der Rechten die Natter, von der sie sich beissen lässt.

[189] Leinwand; h. 1,08; br. 0,92. – 1725 durch Leplat als „Schüler Tizian’s“. Doch schon im Katalog von 1765 als „Varotari“. Vergl. die Bem. zum vorigen Bilde.

Pietro Liberi.[Bearbeiten]

Geb. zu Padua 1605, gest. zu Venedig den 18. October 1687. (Diese Daten, durch Zanetti p. 385 urkundlich beglaubigt, haben gegenüber anderen Angaben als allein richtig zu gelten.) Nachfolger des Varotari, jedoch selbständig zu oberflächlichem Manierismus weiterentwickelt. Thätig zumeist in Venedig.

Das Paris-Urteil. 529. (370.) E 4.[Bearbeiten]

Paris sitzt rechts unter dem Baume und reicht der links stehenden, halb von hinten gesehenen Venus den Apfel. Hinter ihm steht Juno, deren Pfau auf dem Baume sitzt, und legt ihren linken Arm schmeichelnd auf seine Schulter. Vor ihm am Boden sitzt Pallas Athene. Zwei kleine Liebesgötter treiben zwischen Paris und Venus ihr Spiel.

Leinwand; h. 1.99; br. 1.67. – Inventar 1722, A 27. – Phot. Braun V, 16.

Alter und Jugend. 530. (371.) 36 a.[Bearbeiten]

Kniestück auf grauem Grunde. Ein weissbärtiger Mann mit verhülltem Haupte hält in der Rechten ein Buch und erhebt mit der Linken eine dreiköpfige Tierbronze als Symbol ägyptischer Weisheit. An seine Brust schmiegt sich ein Jüngling, den er mit seinem Mantel umhüllt. Die Allegorie wird als „Jugend im Schutze der Weisheit“ gedeutet.

Leinwand; h. 1,18; br. 1,99½. – Nach H. im Inventar 1722, was jedoch auf einem Irrtum zu beruhen scheint. – Sicher im „Catalogue“ von 1765. – Gestochen (unvollendet) von C. G. Rasp.

Pietro della Vecchia.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1605, gest. daselbst 1678. Schüler Varotari’s. Thätig in Venedig.

Ein schwarzbärtiger Krieger. 531. (372.) 37 a.[Bearbeiten]

Kniestück vor grauer Nische. Weisse Weste, dunkler Mantel. Mit der Rechten zieht er sein Schwert, dessen Scheide auf seinem Knie ruht.

Leinwand; h. 1,17½; br. 0,99½. – 1748 durch B. Benzoni aus Casa Ghelthof in Venedig.

Ein geharnischter Krieger. 532. (374.) 37 a.[Bearbeiten]

Kniestück, fast von vorn. Stahlhelm und Stahlpanzer. In beiden Händen ein rotes Banner. Unten im Hintergrunde eine weite, dunkle Landschaft.

Leinwand; h. 1,17; br. 0,93. – Inventar 1754, I 237.

[190]

Saul und David mit dem Haupte Goliaths. 533. (375.) 37 d.[Bearbeiten]

Kniestück. Der alte graubärtige Saul steht in glänzender Rüstung an der Brüstung, auf welcher er mit der Rechten das Haupt des Riesen hält. Rechts hinter ihm David in rotem Federhut.

Leinwand; h. 1,18½; br. 1,01½. – Inventar 1722. A 185.

Die Spindeldiebe. 534. (373.) 37 d.[Bearbeiten]

Kniestück. Eine Alte schlägt nach links gewandt, mit dem Pantoffel auf drei Kinder ein, von denen das vordere sich mit ihrem Spinnrocken und ihrer Spindel davonmacht, während ein zweites ihr den Arm zu halten sucht. Im Hintergrunde ein Baum.

Leinwand; h. 1,01; br. 1,18. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765.

Wahrsagerscene. 535. (376.) 35 d.[Bearbeiten]

Kniestück auf grauem Grunde. In der Mitte sitzt ein Zauberer in rotem Mantel und rotem Hut vor einem Buche an dem Tische, an welchem rechts die beturbante Wahrsagerin mit Totenkopf und Buch, links aber ein junger Krieger steht, welcher jener seine Hand hinüberreicht.

Buchenholz; h. 0,16½; br. 0,26½. – Inv. B 542, als „Prete Genovese“, ein Philosophus. – Im Inv. 1754, I 504. dagegen als „Maniera di Pietro della Vecchia.“ Als Original dieses Meisters seit dem „Abregé“ von 1782.

Giulio Carpione.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1611, gest. zu Verona 1674. Schüler Al. Varotari’s. Thätig zu Venedig, Vicenzo und Verona.

Latona, die Bauern in Frösche verwandelnd. 536. (377.) 34 d.[Bearbeiten]

Ovids Metamorphosen VI. v. 338–380. Die Mutter Apollons und Diana’s sitzt rechts mit ihren beiden Kindern im Rasen. Links im Wasser unter hohen Bäumen die schilfschneidenden Bauern, welche die umherirrende Göttin hinderten, ihren Durst zu löschen. Zwei von ihnen zeigen bereits die Köpfe der Frösche, in die sie zur Strafe verwandelt wurden.

Leinwand; h. 1,08; br. 1,31½. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Koronis in eine Krähe verwandelt. 537. (378.) 34 d.[Bearbeiten]

Ovid’s Metamorphosen II. v. 572–588. Vorn links läuft der alte Neptun, nach rechts gewandt, der Nymphe Koronis nach, welche, fast schon in’s Meer gedrängt, von der mit zwei Amoretten am Himmel erscheinenden Pallas Athene in eine Krähe verwandelt wird. Schon ist ihr linker Arm zum Flügel geworden; schon hat sie sich über das Meer in die Luft erhoben. Hinter Poseidon sein Muschelwagen.

[191] Leinwand; h. 1,08; br. 1,31½. – 1738, wie das vorige, sein Gegenstück, durch Rossi aus Venedig, nicht wie H. annimmt, 1744 aus der Casa Grimani Calergi.

Ariadne, von Bacchus entdeckt. 538. (379.) 34 b.[Bearbeiten]

Links unter hohem Baume vor rotem Vorhange auf gelbem Teppich liegt Ariadne und wendet sich, halb aufgerichtet, nach rechts, wo Bacchus steht, sie liebevoll anblickt und ihr die Krone bietet. Ueber ihm schwebt Amor mit der Fackel. Links und rechts, vorn und hinten, ergeht sich das Gefolge des Gottes; ganz vorn zügelt ein kleiner Paniske den Panther mit einem Rebenkranze.

Leinwand; h. 1,11; br. 1,54. – 1725 durch Leplat.

Bacchanal. 539. (380.) 34 b.[Bearbeiten]

Links eine Bacchusherme auf hohem Sockel. Darunter ein Knabentrinkgelage neben mächtigem Weinkruge. In der Mitte ein mit Tüchern behängter Baum. Davor ein Bacchantinnenconcert; etwas weiter zurück ein Satyr, der lebhaft bewegt, mit hoch erhobenem linken Beine mit einer Bacchantin tanzt. Rechts vorn schlummert eine andere Bacchantin.

Leinwand; h. 1,16½; br. 1,56½. – 1725 durch Leplat.

Girolamo Forabosco (Ferabosco, Ferrabosco).[Bearbeiten]

Geb. zu Padua im ersten Drittel des XVII. Jahrhunderts, gest. zu Venedig um 1680. Seiner Zeit neben Pietro Liberi der angesehenste Meister Venedigs.

Die junge Frau und der Tod. 540. (381.) 36 d.[Bearbeiten]

Halbfigur ohne Hände, nach links, auf dunklem Grunde. Sie trägt einen Blumenkranz im Haar. Ihr Oberkörper ist ganz entblösst. Rechts hinter ihr steht der Tod, dessen Knochenarm ihre Seite umfasst. Sie sucht zu entrinnen. Ihr Antlitz ist schmerzlich verzogen.

Leinwand; h. 0,74½; – br. 0,59½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Damals dem Guido Canlassi (Cagnacci) zugeschrieben. So auch in dem Modeneser Inv. bei Venturi p. 354. Doch seit dem Inv. 1754, I 335, dem Forabosco gegeben.

Giovanni Battista Molinari.[Bearbeiten]

Geb. 1636 zu Venedig, lebte daselbst noch 1682. Schüler P. della Vecchia’s. Thätig zu Venedig.

Die Trunkenheit Noah’s. 541. (414.) E 1.[Bearbeiten]

Der trunkene Patriarch sitzt rechts unter einem Baume auf rotem Gewande. Einer seiner Söhne hebt mit dem Henkel eines Korbes das rechte Bein desselben in die Höhe. Hinten als Halbfiguren tiefer stehende Zuschauer.

Leinwand; h. 2,03 ; br. 2,38. – 1731 durch Leplat (nicht 1741 durch Rossi, wie bei H.), ohne Angabe des Künstlernamens, den das Bild jedoch schon im Inventar 1754 (I 355) erhielt.

[192]

Andrea Celesti.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1639, gest. daselbst 1706. Suchte das Studium der älteren venezianischen Meister mit der in den Formen ausladenderen, in der Färbung süsslicheren Geschmacksrichtung seiner Zeit zu vereinigen. Thätig zu Venedig.

Der bethlehemitische Kindermord. 542. (382.) E 1.[Bearbeiten]

Links vor einem Palaste ein wildes Durcheinander von dreinhauenden und stechenden Männern, toten, flüchtenden, ringenden Frauen und sterbenden Kindern. Weiter rechts hält ein kräftiger, stark ausschreitender Mann ein Kind in die Höhe. Noch weiter rechts kniet ein anderer, im Begriffe, ein Kind, das er am rechten Beine emporhält, mitten durchzuhauen.

Leinwand; h. 2,72; br. 4,34. – Inventar 1722. A 69.

Die Israeliten, ihren Schmuck zusammentragend. 543. (383.) E 3.[Bearbeiten]

2. Buch Mosis, Cap. 32. Aus dem Goldschmucke soll das goldne Kalb gegossen werden. Links sitzt eine Frau, deren nacktes Kind neben ihr steht und sich an sie schmiegt. Rechts bücken sich zwei Männer, um ihre Gaben auf den Boden zu legen. Hinten das Volk in der Wüste.

Leinwand; h. 1,39; tr. 2,02. – 1725 durch Leplat.

Bacchus und Ceres. 544. (384.) E 3.[Bearbeiten]

Links sitzen die beiden Gottheiten liebend nebeneinander: Ceres vorn, Bacchus, welcher eine Schale in der erhobenen Linken hält, weiter zurück. Zu ihren Füssen erhebt ein kleiner Liebesgott einen Pfeil in der Linken; ein zweiter verrichtet ein Bedürfniss. Hinten bacchisches Treiben.

Leinwand; h. 1,78; br. 1,93. – 1725 durch Leplat. – Phot. Braun X, 9.

Antonio Bellucci.[Bearbeiten]

Geb. 1654 zu Pieve di Soligo bei Treviso, gest. ebenda 1715. (Federici Mem. II, p. 122.) Gebildet in Venedig; thätig nacheinander an den Höfen Kaiser Joseph’s II. in Wien, des Kurfürsten Johann Wilhelm in Düsseldorf und zu London. Vorzugsweise aber in Venedig.

Venus und Amor. 545. (386.) 35 a.[Bearbeiten]

Die Göttin sitzt rechts auf rotem Tuche im grünen Rasen, auf schwellende Kissen gelehnt. Mit beiden Händen hält sie ihre Taube, die sie füttert. Links zu ihren Füssen sitzt Amor, eine Taube an der Leine. Schöne Berglandschaft.

[193] Leinwand; h. 1,35½; br. 1,75½. – 1731 durch Leplat. Damals, Inv. 1728, A 2260 ff., fol. 239, als „Guido Congianzo“ (Cagnacci?). Dagegen im Inv. Guarienti, N. 244, bereits als „Bellucci. “

Maria mit dem Kinde. 546. (387.) 4 b.[Bearbeiten]

Kniestück auf grünem Grunde. Das Christkind liegt auf weissen Linnen vor seiner Mutter, die, von vorn gesehen, zu ihm hinabblickt und mit beiden Händen die Windel fasst.

Leinwand; h. 0,71; br. 0,56½. – Inventar 1754, I 336.

Fra Vittore Ghislandi.[Bearbeiten]

Geb. zu Bergamo 1655, gest. daselbst 1743. Schüler des Seb. Bombelli. Arbeitete vornehmlich in Bergamo.

Männliches Bildniss. 547. (211.) 51 c.[WS 5][Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände, halb nach rechts, auf grauem Grunde. Copie nach einem Selbstbildnisse Rembrandt’s. Brauner Rock, Pelzmantel, schwarzer Hut.

Leinwand; h. 0,72½; br. 0,58. – 1742 erworben.

Sebastiano Ricci.[Bearbeiten]

Geb. zu Cividal di Belluno 1659 oder 1660, gest. zu Venedig den 13. Mai 1734. Schüler des Cervelli und des Al. Magnasco in Mailand. Arbeitete hauptsächlich in Venedig.

Christi Himmelfahrt. 548. (401.) 36 a.[Bearbeiten]

Mit erhobener Rechten und ausgestreckter Linken schwebt der Heiland vom Erdboden empor und blickt nach links hinab, wo in der Apostelgruppe Johannes die Arme nach ihm ausstreckt. Von den elf Aposteln bilden fünf zur Linken, sechs zur Rechten eine lebhaft bewegte Gruppe. Rechts vorn im Buche die Jahreszahl 1702.

Leinwand; h. 2,71; br. 3,04. – Inventar 1722, A. 1283. – Damals in der katholischen Kirche. – Gestochen 1756 von J. Punt.

Eine Priesterin am Altar. 549. (399.) 5 c.[Bearbeiten]

Links auf dem Altare eine Schale mit flackerndem Feuer, von Knaben bedient. In der Mitte die Priesterin. Links und rechts im Vordergrunde das verehrende, Früchte und Blumen spendende Volk. Im Hintergrunde links ein Giebeltempel, rechts ein Park.

Leinwand; h. 0,56½; br. 0,73. – 1743 durch Algarotti von Zanetti in Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Ein Priester am Altar. 550. (400.) 5 c.[Bearbeiten]

Rechts eine Satyrbüste auf dem mit Gefässen beladenen Altar. Der Priester legt seine linke Hand auf den Kopf der Büste. Rechts vorn kniet ein Knabe neben [194] einer weiblichen Gestalt. Links vorn führt das verehrende Volk Schafe und Rinder zum Opfer herbei. Im Hintergrunde ein Rundtempel mit Giebelvorhalle.

Leinwand; h. 0,56; br. 0,72. – 1743 durch Algarotti von Zanetti in Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Giuseppe Diamantini.[Bearbeiten]

Geb. zu Fossombrone 1660, gest. zu Venedig 1722. (Diese Daten nach Huber und Rost, Handbuch S. 81. Nach H. hätte er 1740 gelebt, nach Lanzi wäre er 1708 gestorben.)

David mit dem Haupte Goliaths. 551. (440.) 34 a.[Bearbeiten]

Kniestück. Der fast nackte Jüngling steht, von vorn gesehen, nach links emporblickend, neben der Brüstung, auf welcher er mit der Rechten das Haupt des Riesen hält, während er sich mit der Linken auf sein Schwert stützt. Im Hintergrunde Berggipfel und Luft.

Leinwand; h. 1,18; br. 0,85. – 1741 aus der Galerie Wallenstein in Dux.

Antonio Molinari.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1665. Sohn des Giov. Batt. Molinari. War noch um 1727 in seiner Vaterstadt thätig. Schüler A. Zanchi’s und seines Vaters.

Amor und Psyche. 552. (415.) C 1.[Bearbeiten]

Amor, ein schöner geflügelter Jüngling, schlummert, nach links gewandt, auf einem Sessel. Psyche steht, nackt wie er, mit der Lampe in der erhobenen Linken, vor ihm.

Leinwand; h. 1,91; br. 1,66½. – 1723 durch Lor. Rossi. – Inventar 1722, A 1499; damals „im hohen Saal beym Printzen.“

Luca Carlevaris.[Bearbeiten]

Gen. Casanobrio (Da Cà Zenobio). Geb. zu Udine 1665, gest. zu Venedig, wahrscheinlich 1731. Vorgänger A. Canale’s als Vedutenmaler Venedigs.

Venezianisches Stadtbild. 553. (413.) 37 b.[Bearbeiten]

Vorn die Riva degli Schiavoni, rechts der Dogenpalast, weiter zurück die Piazetta, hinten in der Mitte S. Maria della Salute. Links das Meer, reich mit Prachtgondeln belebt. Vorn am Ufer eine bunte Menschenmenge. Die Würdenträger der Republik empfangen den kaiserlichen Gesandten Grafen Colloredo.

Leinwand; h. 1,29⅓; br. 2,58. – Inventar 1754, I 523.

[195]

Marco Ricci.[Bearbeiten]

Geb. zu Cividal di Belluno 1679, gest. zu Venedig 1729. Schüler und Neffe Sebastiano Ricci’s. Thätig in England und Venedig. Geschätzter Landschaftsmaler seiner Zeit.

Landschaft mit dem hl. Hieronymus. 554. (404.) 22 b.[Bearbeiten]

Mächtige Bäume beherrschen den Vordergrund. Links im Mittelgrunde eine Anhöhe. Hieronymus sitzt, nach rechts gewandt, vorn unter dem Baum. Sein Löwe schreitet links bildeinwärts.

Leinwand; h. 1,47½; br.1,11½. – Zuerst im Katalog von 1812. – Gegenstück zum folgenden.

Landschaft mit der hl. Magdalena. 555. (405.) 22 b.[Bearbeiten]

Rechts eine hohe Baumgruppe. Links Fernblick auf eine beleuchtete Ortschaft am Fusse des Gebirges. Vorn am Felsen sitzt Magdalena mit dem Totenkopfe, dem Kreuze und der Salbbüchse zu ihren Füssen.

Leinwand; h. 1,46; br. 1,11. – Zuerst im Katalog von 1812. – Gegenstück zum vorigen.

Am Flusse vor der Stadt. 556. (403.) 37 a.[Bearbeiten]

Links vorn der Fluss mit kleinem Wasserfall; an ihm ein heiteres Treiben von Hirten und Heerden. Rechts im Mittelgrunde die Stadt, zu der eine lange Brücke führt. Links im Hintergrunde Berge; helles Licht von links.

Leinwand; h. 0,99; br. 1,53. – 1738 durch Rossi aus Venedig.

Winterlandschaft. 557. (411.) 37 a.[Bearbeiten]

Die beschneite Strasse wendet sich links bildeinwärts. Rechts vorn ein Dorf mit einem runden Turm; davor auf der Strasse zwei Reiter; links ein kahler Baum.

Leinwand; h. 1,01; br. 1,46½. – 1738 durch Rossi aus Venedig.

Die Mühle im Thal. 558. (406.) 34 a.[Bearbeiten]

Die Mühle liegt mitten im Flussthal. Neben ihr erhebt sich ein viereckiger Turm. Eine Bogenbrücke führt links zu ihr hinüber. Vorn rechts stehen hohe Bäume. Links vorn baden Frauen im Flusse. Licht von links.

Leinwand; h. 0,99½; br. 1,30. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Die Landstrasse vor dem Thal. 559. (407.) 34 a.[Bearbeiten]

Im Mittelgrunde ein hell beleuchtetes Flussthal. Vorn rechts führt eine belebte Strasse zur Anhöhe hinauf. Links vorn stehen hohe Bäume, in deren Schatten zwei Männer rasten. Licht von rechts.

Leinwand; h. 0,97; br. 1,31. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

[196]

Landschaft mit dem Rundtempel. 560. (409.) 22 b.[Bearbeiten]

Im Mittelgrunde glänzt ein See, an dem eine hell beleuchtete Ortschaft mit einem Turm und einem Rundtempel liegt. Links vorn unter hohen Bäumen ruhen zwei Rinder, ein Schaf und der Hirte am Bache.

Leinwand; h. 1,26; br. 1,28½. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Der Brunnen am Wege. 561. (410.) 22 b.[Bearbeiten]

Rechts unter einer einsamen korinthischen Säule ein stattlicher Rundbrunnen, aus dem ein Reiter seinen Schimmel saufen lässt. Links im Mittelgrunde am Fuss des Gebirges eine hell von rechts beleuchtete Ortschaft mit brennendem Turme (Kalkofen?).

Leinwand; h. 1,25; br. 1,24. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Am Bergsee. 562. (408.) 35 c.[Bearbeiten]

Rechts im Mittelgrunde der See; vor ihm eine stattliche Baumgruppe. Links im Mittelgrunde eine Brücke und eine hell beleuchtete Kirche; davor ein Fluss, in dem Kinder baden, während am Ufer zwei Jäger nach Vögeln schiessen.

Leinwand; h. 0,96; br. 1,29½. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Die Wäsche im Thale. 563. (412.) 35 c.[Bearbeiten]

Einsame Berglandschaft. Ein hoher Baum steht links an dem Wege, auf dem sich zwei Reiter entfernen, während in der Mitte am Bache einige Wäscherinnen beschäftigt sind, eine andere rechts am Wege wartet.

Leinwand; h. 0,96; br. 1,29. – 1738 durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Carlo Brisighella.[Bearbeiten]

Gen. Eismann (auch Eisenmann, Leismann, Lismann). Geb. zu Venedig 1629, gest. wahrscheinlich zu Verona, wo er hauptsächlich thätig war. Schüler seines Adoptivvaters Job. Ant. Eismann, der nach dal Pozzo (Vite p. 196) 1604 zu Salzburg geboren war, aber in Venedig arbeitete und hier, 94 Jahre alt, 1698 starb.

Reitergefecht. 564. (427.) Q 1.[Bearbeiten]

Die Schlacht tobt in der ganzen Breite des Vordergrundes. Der Hintergrund ist von Rauch und Wolken verhüllt; doch rechts unter blauem Himmel ein Rundturm.

Leinwand; h. 0,69; br, 1,39½. – 1742 durch Riedel aus Prag.

Reitertreffen. 565. (428.) Q 2.[Bearbeiten]

Das Gefecht tobt rechts im Mittelgrunde, links im Hintergrunde und in der Mitte des Vordergrundes. Ganz vorn liegen zwei tote Pferde und ein gefallener Soldat. Rechts vorn eine Felswand, links Berge am Horizonte.

[197] Leinwand; h. 0,37½; br. 0,73. – 1741 als „Borgognone“ durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Reiterangriff. 566. (429.) Q 2.[Bearbeiten]

Vor den Stadtmauern, die links den Mittelgrund schliessen, stürmt eine Reiterschar zum Angriff vor. Die Angegriffenen halten in der Mitte des Bildes nur noch teilweise stand. Ein Pferd, das seinen Reiter verloren, jagt rechts bildeinwärts. Rechts im Hintergrunde tobt die Schlacht.

Leinwand; h. 0,37½; br. 0,73. – 1741 als „Borgognone“ durch Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Nach der Schlacht. 567. (430.) Q 1.[Bearbeiten]

Das Schlachtfeld ist mit Leichen besäet. An der Spitze einer kleinen Reiterschar hält vorn in der Mitte ein Offizier auf einem Schimmel, wendet sich nach seinen Gefährten um und deutet auf die Leichen. Links vorn einige andere Reiter; rechts eine Burg auf einer Anhöhe.

Leinwand; h. 0,95½; br. 1,55. – Im Inv. 1754, IT 375, als „Eisenmann.“

Gasparo Diziani.[Bearbeiten]

Geb. zu Belluno, gest. zu Venedig 1767. Schüler Seb. Ricci ’s. Arbeitete als Theaterdecorationsmaler in Rom und in Dresden, zumeist aber in Venedig.

Im Atelier. 568. (402.) R 5.[Bearbeiten]

Carricatur. Ein bäurisch gekleideter Maler sitzt auf einer umgestülpten Waschbütte an seiner Staffelei und malt den dickbäuchigen Herrn, der links behaglich im Lehnsessel ruht. Rechts blicken ihm zwei Zuschauer über die Schultern.

Leinwand; h. 0,85; br. 0,73. – Inv. 1754. I 483, als „autore incerto.“ Als „Diziani“ zuerst bei H. in der 4. Aufl. 1872.

Giov. Batt. Piazetta.[Bearbeiten]

Geb. (nach Federici Mem. I. p. 122 u. p. 138) den 13. Februar 1682 zu Pietrarossa im Trevisanischen, gest. den 24. April 1754 zu Venedig. Schüler des A. Molinari. Selbständig weiterentwickelt. Thätig zumeist in Venedig.

Das Opfer Abraham’s. 569. (417.) 37 a.[Bearbeiten]

Kniestück. Isaak sitzt vorn, nach links gewandt, auf dem Opferstein und lehnt den verbundenen Kopf an seinen Vater, welcher das Messer in der Rechten hält. Von rechts oben erscheint der rettende Engel.

Leinwand; h. 1,52½; br. 1,14½. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein zu Dux.

[198]

David mit dem Haupte Goliath’s. 570. (418.) 33 b.[Bearbeiten]

Der fast nackte junge Sieger beugt sich nach rechts zu der Brüstung herab, auf welche er den Kopf des Riesen niederlegt. Links erhebt ein tieferstehender Krieger erstaunt die Hände.

Leinwand; h. 0, 84½; br. 0,99. – 1743 durch Algarotti aus Venedig.

Ein junger Fahnenträger. 571. (419.) 37 b.[Bearbeiten]

Kniestück, nach links. Der junge rothaarige Bursche in braunem Beinkleid und in blauer Jacke stützt seine Linke auf eine Steinbrüstung und hält das weisse Banner in der Rechten.

Leinwand; h. 0,87; br. 71½. – 1743 durch Algarotti aus Venedig. – Phot. Braun III, 7.

Francesco Migliori.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1684, gest. daselbst 1734. Thätig zu Venedig.

Bacchus und Ariadne. 572. (420.) D.-Z.[Bearbeiten]

Ariadne, über deren Kopf ein Amor mit einem Kranze flattert, sitzt rechts auf einem Fasse und legt ihren rechten Arm um die Schultern des wohlgenährten Bacchus, der neben ihr steht und ein Glas in der Rechten erhebt. Ganz vorn hält ein auf den Rücken gefallener kleiner Amor einen Panther an einer roten Leine. Das Gefolge des Gottes füllt mit lustigem Treiben die weite Landschaft.

Leinwand; h. 2,98; br. 4,04. – Inv. 1722, A 1297. – Damals im Prinzen-Palais. – Gegenstück zum folgenden.

Die Entführung der Europa. 573. (421.) D.-Z.[Bearbeiten]

Links sitzt Europa auf dem im Rasen liegenden weissen Stier, den ihre Gefährtinnen bekränzen. Ueber ihr im Baume spielen Amoretten; einer fliegt bereits mit der Fackel voran; andere spielen rechts unten mit Ziegenböcken. Im Mittelgrunde lehnt Merkur, der Götterbote, sich an ein Rind.

Leinwand; h. 2,98; br. 4,04. – Inv. 1722, A 1298. -- Damals im Prinzlichen Palais. – Gegenstück zum vorigen.

Joseph als Traumdeuter. 574. (422.) D.-Z.[Bearbeiten]

Joseph steht links und spricht mit lebhaft bewegten Fingern. Der ratlose ägyptische Traumdeuter ist wohl der Kahlkopf, der nachdenkend zu seinen Füssen hockt, der Pharao der hinter diesem auf höherem Sitze thronende schwarzhaarige fast nackte Mann.

Leinwand; h. 2,73; br. 2,05. – Inv. 1722, A. 729. – Gegenstück zu den folgenden vieren; alle vier hingen damals an der „grossen Treppe.“

[199]

Das Opfer Abrahams. 575. (423.) R 1.[Bearbeiten]

Vorn sitzt Isaak, nach rechts gewandt, mit auf den Rücken gebundenen Händen, bereits auf dem Opferstein. Hinter ihm steht Abraham, hält das Messer in der Rechten und blickt zu dem Engel empor, der sich, Einhalt gebietend, herablässt. Links unten der Widder.

Leinwand; h. 2,66; br. 2,00. – Inv. 1722, A 726. – Vgl. die Bemerkungen zum vorigen, seinem Gegenstücke.

Kain und Abel. 576. (425.) S 1.[Bearbeiten]

Der Erschlagene liegt vom auf dem Rücken. Der Mörder eilt nach rechts davon. Links erscheint der Engel, der ihn verjagt.

Leinwand; h. 2,73; br. 2,05. – Inv. 1722. A 728. Vergl. die Bem. zu N. 574.

Die „Carità Romana.“ 577. (426.) R 4.[Bearbeiten]

Kimon im Kerker durch seine Tochter Pera ernährt. Jener sitzt in Ketten rechts am Boden und nimmt die Brust seiner Tochter, deren Söhnchen beide Arme zu ihr emporstreckt. Durch die Eisenstäbe des Kerkerfensters zur Linken blickt ein behelmter Wächter herein.

Leinwand; h. 2,71 ; br. 2,03. – Inv. 1722, A 727. Vergl. die Bem. zu N. 574.

Giovanni Battista Pittoni.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1687, gest. daselbst 1767. Schüler seines Oheims Fr. Pittoni. Thätig in Venedig.

Der Tod der Agrippina. 578. (441.) S 1.[Bearbeiten]

Rechts liegt, in Tücher und Kissen zurückgesunken, der Leichnam der Mutter Nero’s. Neben ihr steht der Mörder, welcher das Messer noch in der Rechten hält, während er die Linke an die aus der Wunde hervortretenden Gedärme legt. Zu beiden Seiten des Thrones entsetzte Frauen, an seinen Stufen ein Knabe, vorn ein Hund. Links steht, lorbeerbekränzt, der Kaiser; neben ihm zwei Begleiter mit pathetischen Geberden. Bez. links unten: G. BA. PITONI.

Leinwand; h. 2,37; br. 3,06½. – Inv. 1722, A 787. Damals hing es auf der „grossen Treppe.“ – Gegenstück zum folgenden.

Der Tod des Seneca. 579. (442.) S 1.[Bearbeiten]

Rechts thront Nero zwischen drei Begleitern. Links wird die Wanne mit der Leiche des Lehrers des Kaisers hereingetragen. Ein Krieger hebt sie heraus. Links im Mittelgründe zwei weinende Frauen. Vorn ein Knabe und ein Hund. Bez. unten rechts: G. BA. PITONI.

Leinwand; h. 2,36; br. 3,06. – Inv. 1722, A 786. Damals hing es, als Gegenstück zum vorigen, auf der „grossen Treppe.“

[200]

Pietro Negri.[Bearbeiten]

Arbeitete zu Venedig im letzten Drittel des XVII. Jahrhunderts. Näheres unbekannt.

Nero an der Leiche Agrippina’s. 580. (416.) R 9.[Bearbeiten]

Kniestück. Rechts steht der Kaiser mit verschränkten Armen und betrachtet düsteren Blickes die Leiche seiner Mutter, welche mit entblösstem Oberkörper auf einem Sessel von links hereingetragen wird. Drei Frauen sind um sie beschäftigt. Neben Nero ein alter Mann.

Leinwand; h. 1,37; br. 1,65. – 1731 als „Jordan“ durch Rossi. – Als „Negri“ schon im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 237.

Antonio Canaletto.[Bearbeiten]

Ant. da Canale, gen. Canaletto oder il Tonino. Geb. zu Venedig den 18. October 1697, gest. daselbst den 20. April 1768. Schüler seines Vaters, des Decorationsmalers Bern. da Canale. Durch weitere Studien in Rom zu dem bedeutendsten Maler städtischer Ansichten seiner Zeit entwickelt. Thätig hauptsächlich in Venedig, doch 1746 und 1747 in London.

Der grosse Canal in Venedig. 581. (449.) 37 a.[Bearbeiten]

Der Canal führt rechts bildeinwärts. Rechts hinten die Rialtobrücke, vorn ein grosser gotischer Palast, davor einige gelbgedeckte Seefahrzeuge. Links zweigt sich ein Seitencanal ab. Gondeln beleben die ganze Wasserfläche. Teilweise bewölkter Himmel. Licht von links.

Leinwand; h. 1,45½; br. 2,34. – Inv. 1754, I 524. – Phot. Braun II, 17.

Bei S. Giovanni e Paolo in Venedig. 582. (458.) 37 d.[Bearbeiten]

Links der überbrückte Canal. Rechts der in der Mitte durch die Scuola di S. Marco, rechts durch die Kirche S. Giovanni e Paolo begrenzte Platz. Vor letzterer rechts vorn Andrea del Verrocchio’s Reiterdenkmal Colleoni’s. Diese rechte Seite im Schatten.

Leinwand; h. 1,25; br. 1,65. – Inv. 1754, I 555, als Werk Ant. Canale’s; und seine breitere weichere Malweise, seine wärmere Stimmung, sowie das Fehlen der conventionellen Wellenlinien im Wasser, weisen in der That darauf hin, dass dieser ältere Meister, nicht dessen Neffe und Schüler Bernardo Belotto, dem H. das Bild zuschrieb, sein Urheber ist. Da Bern. Belotto, als das Inv. von 1754 angefertigt wurde, selbst in Dresden ansässig war, wäre es damals, wenn es von ihm herrührte, auch sicher nicht seinem Oheim zugeschrieben. – Phot. Braun XIV, 9.

Das Campo S. Giacomo di Rialto zu Venedig. 583. (451.) 37 d.[Bearbeiten]

Links der im Mittelgrunde durch die hell vom Sonnenschein beleuchtete Kirche begrenzte Platz. Rechts die an einem Riesenpalaste entlang führende, in tiefem Schatten liegende Strasse.

[201] Leinwand; h. 0,95½; br. 1,17. – Inv. 1754, I 558. – Also zu Lebzeiten des Meisters als „Ant. Canale“ erworben. –Gegenstück zum folgenden. – Phot. Braun XV. 7.

Der Marcusplatz zu Venedig. 584. (452.) 37 d.[Bearbeiten]

Im Hintergrunde die Marcuskirche. Rechts vor ihr der Marcusturm. Weiter vorn links die Procurazie vecchie, rechts die Procurazie nuove, erstere hell beleuchtet, letztere in tiefem Schatten.

Leinwand; h. 0,96; br. 1,17. – Inv. 1754, I 550. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkung zu diesem. – Phot. Braun XI. 3.

Vor dem grossen Canal zu Venedig. 585. (450.) 37 b.[Bearbeiten]

Rechts vorn die Kirche S. Maria della Salute. Links im Mittelgrunde die Piazzetta mit dem Dogenpalaste, weiter zurück die Riva degli Schiavoni. Links graue Wolken, rechts helles Sonnenlicht.

Leinwand; h. 0,65 ; br. 0,98. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Gegenstück zum folgenden. – Phot. Braun X. 11.

Auf dem grossen Canal zu Venedig. 586. (454.) 37 b.[Bearbeiten]

Vorn rechts vor schlichtem grossen Palaste ein Stück des Steindammes, an dem ein Schiff liegt. Weiter zurück eine Kirchenkuppel. Links ein stattlicher Rundbogenpalast.

Leinwand; h. 0,65½; br. 0,97½. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Gegenstück zum vorigen.

Bartolo Nazari.[Bearbeiten]

Geb. zu Bergamo den 10. Mai 1699, gest. zu Mailand den 24. August 1758. Schüler Ghislandi’s in Bergamo und Fr. Trevisani’s in Venedig. An verschiedenen, auch an deutschen, Höfen als Bildnissmaler thätig, ansässig jedoch in Venedig.

Bildniss eines alten Mannes. 587. (438.) 5 b.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände, fast von vorn, auf grauem Grunde. Ueber langem grauen Haar trägt der bartlose Alte eine schwarze Kappe. Sein schwarzer Anzug ist reich mit Gold gestickt.

Leinwand; h. 0,49½; br. 0.38½. – 1743 durch Algarotti aus Venedig. – Inv. 1754. I 10. - Gegenstück zum folgenden.

Bildniss einer alten Frau. 588. (439.) 5 b.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände, fast von vorn, auf dunklem Grunde. Das dunkle Kleid der weisshaarigen Alten ist an der Brust geöffnet. Sie hüllt sich in ein gelbgraues, schwarzgestreiftes Tuch.

Leinwand; h. 0,49; br. 0,37½. – 1743 durch Algarotti aus Venedig. – Inv. 1754. I. 11. – Gegenstück zum vorigen.

[202]

Giuseppe Nogari.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1699 oder 1700, gest. daselbst 1763. Schüler des Giov. Batt. Pittoni und des Ant. Balestra. Bildete sich einen eigenen, halb an die Schule Rembrandt’s, halb an diejenige Denner’s erinnernden Stil in der Darstellung von Charakterköpfen. Thätig in Venedig.

Der Geizige. 589. (432.) B 1.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links auf graublauem Grunde. Der Alte mit grauem Haar und Vollbart, in braunem Rock und blauem Pelzmantel, schüttet mit der Rechten einen Beutel Gold in eine Schale und hält in der Linken einen Schlüssel.

Leinwand; h. 0,74½; br. 0,59. – 1743 durch Algarotti in Venedig vom Maler selbst. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 226. – Gegenstück zum folgenden. – Gestochen 1744 von Fel. Polanzani. – Phot. Ges.

Der Gelehrte. 590. (433.) B 1.[Bearbeiten]

Halbfigur nach rechts auf graugelbem Grunde. Der Alte mit grauem Haar und dünnem grauen Barte trägt einen violettbraunen Mantel. Rechts auf dem Tische liegen zwei Bücher und eine Brille. Seine Linke ruht auf den Büchern, in der Rechten hält er ein beschriebenes Papier.

Leinwand; h. 0,75½; br. 0,59½. – 1743 durch Algarotti in Venedig vom Maler selbst. – Gegenstück zum vorigen. – Phot. Braun VI, 13. – Phot. Ges.

Der Sparsame. 591. (434.) 5 b.[Bearbeiten]

Halbfigur auf grauem Grunde, fast von vorn gesehen. Der Alte mit grauem Haar und Bart trägt einen schwarzen Mantel und eine schwarze Kappe. Rechts auf der Brüstung, auf welcher Goldstücke liegen, hat er seine Hände übereinander gelegt. In der Linken hält er eine Brille.

Nussbaumholz; h. 0,60; br. 0,44½. – 1743 durch Algarotti in Venedig vom Maler selbst. – Gegenstück zum folgenden. – Gestochen von J. C. Gudeborn ☼ III, 50. – Phot. Braun III, 8 und Phot. Ges.

Die Alte mit dem Kohlenbecken. 592. (435.) 5 b.[Bearbeiten]

Halbfigur auf grauem Grunde, halb nach links. Die weisshaarige Alte in braunem Mantel über blauem Kleide wärmt sich die Hände an dem links neben ihr stehenden Kohlenbecken.

Nussbaumholz; h. 0,59; br. 0,43. – 1743 durch Algarotti in Venedig vom Maler selbst. – Gegenstück zum vorigen. – Gestochen von J. C. Gudeborn ☼ III, 50[WS 6], von Fr. Aug. Speck und von Fol. Polanzani. – Phot. Braun VIII, 16.

Petrus. 593. (437.) 36 d.[Bearbeiten]

Halbfigur auf grauem Grunde, halb nach rechts. Den Schlüssel hält der Apostel in seiner Linken; das Buch liegt neben ihm. Sein kurzes Haupt- und Barthaar ist grau, sein Oberkörper ist entblösst.

[203] Leinwand; h. 0,84½; br. 0,60½. – 1743 durch Algarotti in Venedig vom Künstler selbst.

Angeblich Giuseppe Nogari.[Bearbeiten]

Männliches Bildniss. 594. (436.) 34 d.[Bearbeiten]

Halbfigur nach rechts auf dunklem Grunde. Der Alte mit grauem Haar und grauem Bart, schwarzem Rock und schwarzer Kappe sitzt im Sessel, an dessen Armlehnen seine Hände ruhn.

Leinwand; h. 0,89; br. 0,73. – Dass Nogari der Urheber dieses Bildes sei, bezweifelte schon H. Nach H. mit dem vorigen 1743 durch Algarotti aus Venedig. Wir fanden es jedoch zuerst (frageweise als Nogari) im Katalog von 1835.

Pietro Longhi.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1702, gest. daselbst 1762. Schüler des A. Balestra in Venedig und des Gius. Crespi zu Bologna.

Bildniss einer älteren Dame. 595. (496.) 5 b.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände nach links auf grauem Grunde. Sie trägt ein weisses, golddurchwirktes Kleid, eine Haube und einen durchsichtigen Schleier.

Leinwand; h. 0,67½; br. 0,57½. – Inv. 1722, B 1282, als „Van Dyck.“ und „aus dem grünen Gewölbe.“ – Bei H. als unbekannt. Als Arbeit Pietro Longhi’s richtig erkannt von Lerm. S. 229.

Graf Pietro Rotari.[Bearbeiten]

Geb. zu Verona 1707, gest. zu St. Petersburg 1762. Schüler des A. Balestra in Venedig. Malte an verschiedenen Höfen; zuletzt als Hofmaler der Kaiserin Katharina in St. Petersburg.

Die Ruhe auf der Flucht. 596. (443.) 33 c.[Bearbeiten]

Nachtstück. Die Sichel des zunehmenden Mondes steht rechts oben am Himmel. Maria sitzt in der Mitte neben einem Brunnen, auf dem sie das Christkind, von dem alles Licht ausgeht, festhält. Links vorn beten zwei Engel an, von denen einer ein Wickeltuch bringt. Rechts hinter dem Baume steht Joseph, vor ihm der Esel, welcher seinen Durst stillt. Engel und Engelköpfe am Himmel.

Leinwand; h. 2,74; br. 2,08. – Inventar 1754, I 306.

Ein alter Mann. 597. (444.) 36 a.[Bearbeiten]

Brustbild nach links auf graugrünem Grunde. Der gen Himmel blickende, auf seinen Stab gestützte Alte im braunroten Mantel wird als Apostel Jacobus bezeichnet.

Leinwand; h. 0,52½; br. 0,43½. – Zuerst, nur als „buste d’un homme“, im „Abrégé“ von 1782.

[204]

Ein Bischof. 598. (445.) 36 a.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts auf graugrünem Grunde. Der mit dem Bischofsgewand bekleidete, mit gefalteten Händen gen Himmel blickende Alte ist irriger Weise als hl. Franciscus erklärt worden.

Leinwand; h. 0,44½; br. 0,35. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765 nur als „Buste d’un évêque priant.“

Die hl. Magdalena. 599. (446.) 4 b.[Bearbeiten]

Brustbild von vorn auf grauem, epheuumranktem Steingrunde. Nur die rechte Hand der Heiligen, welche sie an ihre nackte Brust legt, ist sichtbar. Ihr langes blondes Haar fällt aufgelöst auf ihre Schultern herab, die ein blauer Mantel umfliesst.

Auf Leinwand; h. 0,45; br. 0,35. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765. – Phot. Braun IV, 15 und Phot. Ges.

Prinzessin Elisabeth. 600. (447.) 33 c.[Bearbeiten]

Kniestück, nach rechts. Die Tochter König August’s III. trägt ein blaues Kleid und hält einen Fächer in der gesenkten Rechten. Ihre Linke ruht auf den Tasten des rechts stehenden Claviers. Hinter ihr ein roter Stuhl.

Leinwand; h. 1,07; br. 0,86. – Zuerst im Nachtrag zum „Catalogue“ von 1765, p. 244. – Gegenstück zum folgenden.

Prinzessin Kunigunde. 601. (448.) 33 c.[Bearbeiten]

Kniestück, fast von vorn. Die Tochter König August’s III. trägt ein rotes Kleid. An ihrer linken Seite hängt ein Nähbeutel. In ihrer Rechten hält sie eine Seidenfadenrolle, mit der Linken fasst sie den Faden.

Leinwand; h. 1,07½; br. 0,87. – Zuerst im Nachtrag zum „Catalogue“ von 1765, p. 244. – Gegenstück zum vorigen.

Bernardo Belotto.[Bearbeiten]

Gen. Canaletto. Geb. zu Venedig den 30. Januar 1720 (Meyer’s Künstler-Lex. III, S. 437), gest. zu Warschau den 17. October 1780. Neffe und Schüler Antonio Canale’s, dessen Beiname auch der seine wurde. Arbeitete anfangs in Venedig, dann nördlich der Alpen, 1747 bis 1755 in Dresden, 1758 bis 1760 in Wien, dann in Warschau und wieder in Dresden, wo er 1764 Mitglied der Akademie, 1768 aber entlassen wurde, um Hofmaler König Stanislaus Poniatowski’s von Polen zu werden.

Ansicht von Dresden. 602. (464.) 38 a.[Bearbeiten]

Vom rechten Eibufer oberhalb der Augustusbrücke. Die Elbe zieht sich vom Vordergrunde links zum Hintergrunde rechts hinab. Links am jenseitigen Ufer [205] die Brühl’sche Terrasse; dahinter die Kuppel der Frauenkirche. In der Mitte die Brücke, neben ihr die katholische Hofkirche. Vorn am Ufer sitzt der Maler selbst zwischen seinen stehenden Collegen Thiele und Dietrich. Ausserdem befinden sich (nach H.) unter den Figuren des Vordergrundes der durch seine Corpulenz bekannte Sopransänger Niccolo Pozzi, gen. Niccolini, der Hofnarr August’s des Starken und August’s III. Joseph Fröhlich, und der Leibarzt der Königin Maria Josepha Philippe de Violante. Links vorn eine Schildwache, rechts ein gemalter Zettel mit der Inschrift: BERNARDO . BELLOTO . DETTO . CANALETO . F . ANNO . 1747 . IN . DRESDA.

Leinwand; h. 1,32; br. 2.36. – Inventar 1754, I 532.

Zwischen Padua und Venedig. 603. (455.) 37 d.[Bearbeiten]

Links vorn neben der Schleuse ein Wirtshaus. Rechts vorn eine grosse Freitreppe, die zu einer Barockkirche emporführt. Im Mittelgrunde ein langgestrecktes Haus; im Hintergrunde der Fluss und die Säulenfassade einer Kirche. Licht von links. Bez. l. u.: BERNARDO . BELOTO . DETO . CANALETTO . FE . ANNO . 1748.

Leinwand; h. 1.32; br. 2,32. – Inventar 1754, I 540.

Die Etsch in Verona. 604. (456.) 37 a.[Bearbeiten]

Man blickt stromaufwärts. Der Fluss wendet sich im Hintergrunde vor dem Castell S. Pietro nach links. Beide Ufer fassen Häuserreihen ein. Vorn links eine Landungsbrücke, an welcher ein Segelboot anlegt.

Leinwand; h. 1,31½; br. 2,31½. – Inventar 1754, I 544. – Gegenstück zum folgenden.

Der alte Ponte delle Navi in Verona. 605. (457.) 37 a.[Bearbeiten]

Die Etsch fliesst vom Hintergrunde links herab. Vorn die zweiteilige Brücke mit dem alten Zinnenturm, welche 1757 durch eine Ueberschwemmung zerstört wurde.

Leinwand; h. 1,32½; br. 2,33½. – Inventar 1754, I 542. – Gegenstück zum vorigen.

Ansicht von Dresden. 606. (465.) 38 a.[Bearbeiten]

Vom rechten Eibufer unterhalb der Augustusbrücke. Die Elbe fliesst vom Hintergrunde links zum Vordergrunde rechts herab. Rechts, am jenseitigen Ufer, die katholische Hofkirche, die Brücke, die Kuppel der Frauenkirche. Vorn links ein Haus neben einem Baume. Davor am Ufer verschiedene Staffage-Figuren. Bezeichnet unten in der Mitte:

[206]
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 206 1.jpg

Leinwand; h. 1,32½; br. 2,35. – Inventar 1754, I 543.

Ansicht von Dresden. 607. (466.) 38 d.[Bearbeiten]

Vom linken Eibufer, unterhalb der Festungswerke. Rechts hinter den Gräben, Mauern und Wällen die noch von Gerüsten umgebene katholische Hofkirche. Links am jenseitigen Ufer das japanische Palais, im Hintergrunde die Brücke. Am Ufer vorn rechts hält ein vierspänniger Wagen, links steht ein Mann, ruht eine Frau. Bezeichnet (nebenstehend) links unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 206 2.jpg

Leinwand; h. 1,34½; br. 2,37. – Inventar 1754, I 539.

Ansicht von Dresden. 608. (479.) 37 c.[Bearbeiten]

Blick stromabwärts vom linken Eibufer. Links das Residenzschloss, rechts die ersten Joche der Brücke, in der Mitte die katholische Hofkirche, noch von Gerüsten umgeben; rechts hinten die Berge der Lössnitz. Bezeichnet u. l.: BERNARD° . BELOTO DETTO CANALETO . F . AN° . 1748.

Leinwand; h. 1,32½; hr. 2,35. – Inventar 1754, I 531.

Ansicht von Dresden. 609. (480.) 37 b.[Bearbeiten]

Blick auf den ehemaligen Zwingergraben. In der Mitte führt ein Holzsteg vom südlichen Zwingerpavillon über den von Schwänen belebten Graben nach der Friedrichstädter Allee. Im Hintergrunde [207] rechts das ehemalige Wilsdruffer Thor, in der Mitte der Turm der damaligen Kreuzkirche.

Leinwand; h. 1,32½; br. 2,34½. – Inventar 1754. I 534.

Ansicht des Neumarktes zu Dresden. 610. (467.) 38 a.[Bearbeiten]

Vom Judenhofe gesehen. Links vorn das ehemalige Galeriegebäude; in der Mitte des Mittelgrundes die Frauenkirche; vor dieser die 1760 zerstörte Hauptwache. Vorn der von sechs Schimmeln gezogene Wagen August’s III. Hinter ihm das Gefolge des Königs.

Leinwand; h. 1,35½; br. 2.36½. – 1749 gemalt. Im Juli 1751 durch Canaletto selbst zur Galerie. H. – Inventar 1754. I 530.

Ansicht der ehemaligen Festungswerke zu Dresden. 611. (468.) 38 a.[Bearbeiten]

Vom alten Wilsdruffer Thor gesehen. In der Mitte die damalige Wilsdruffer Thor-Brücke; dahinter die Festungswerke, überragt von dem 1744 erbauten Anton’schen Hause. Links weiter zurück ein Stück des Zwingers.

Leinwand; h. 1,31½; br. 2.36. – 1750 gemalt. Im Februar 1751 durch Canaletto selbst zur Galerie. H. – Inventar 1754. I 530.

Ansicht der Dresdner Neustadt. 612. (469.) 38 a.[Bearbeiten]

Blick vom Platze vor der Brücke durch die jetzige „Hauptstrasse“ in die dahinterliegende Haide. In der Mitte, von hinten gesehen, das vergoldete Reitestandbild August’s des Starken. Vorn ein zweispänniger Wagen.

Leinwand; h. 1,33½; br. 2, 35½. – 1750 gemalt; im Februar 1751 durch Canaletto selbst zur Galerie. H. – Inventar 1754. I 538.

Ansicht des Neumarktes zu Dresden. 613. (470.) 37 b.[Bearbeiten]

Von der Moritzstrasse gesehen. Rechts die 1700 zerstörte Hauptwache; dahinter die Frauenkirche. Vorn Jahrmarktsbuden. Links auf einem vom Volke umstandenen Gerüste ein Charlatan mit einem Ausrufer und einem Geiger.

Leinwand; h. 1,35; br. 2,36½. – 1750 gemalt. H. – Inv. 1754, I 541.

Ansicht des Altmarktes zu Dresden. 614. (471.) 38 a.[Bearbeiten]

Von der Schlossstrasse gesehen. Rechts das Rathaus. In der Mitte das erst 1878 abgebrochene Chaisen-Träger-Haus. Links die ehemalige Kreuzkirche. Ein Sechsspänner in der Mitte des Platzes, ein Zweispänner vorn rechts. Die rechte Seite liegt im Schatten.

Leinwand; h. 1,36½; br. 2,38. – 1751 gemalt und von Canaletto selbst geliefert. H. – Inventar 1754, I 536.

Ansicht des Altmarktes zu Dresden. 615. (472.) 37 c.[Bearbeiten]

Von der Seestrasse gesehen. Rechts vorn das Chaisen-Träger-Haus, hinten links der Turm der katholischen Hof kirche. rechts die Kuppel der Frauenkirche. [208] Die von Menschen erfüllte Mitte des Platzes ist von Jahrmarktsbuden umgeben. Die linke Seite liegt im Schatten.

Leinwand; h. 1,36½; br. 2,39. – 1751 gemalt und von Canaletto selbst geliefert. H. – Inventar 1754. I 533.

Ansicht der ehemaligen Kreuzkirche zu Dresden. 616. (473.) 38 b.[Bearbeiten]

Rechts die westliche Turmfassade der 1760 zerstörten Kirche. Damen mit Reifröcken und andere Andächtige kommen aus der Kirche. Rechts ein zweispänniger Wagen. Links die Kreuzstrasse.

Leinwand; h. 1,95½; br. 1,85½, – 1751 gemalt. (1757 bei H. muss Druckfehler sein). – Inventar 1754, I 528. – Gegenstück zum folgenden.

Ansicht der Frauenkirche zu Dresden. 617. (481.) 38 b.[Bearbeiten]

Links das mächtige Gotteshaus. Rechts die Rampe’sche Strasse, in welche eine Abteilung Soldaten hineinreitet. Vorn rechts singende Chorschüler.

Leinwand; h. 1,93; br. 1,85½. – 1751 gemalt. – Inventar 1754, I 529. – Gegenstück zum vorigen.

Ansicht von Pirna. 618. (482.) 38 c.[Bearbeiten]

Vom rechten Elbufer oberhalb der Stadt. Die Elbe fliesst vom Vordergrunde links zum Hintergrunde rechts hinab. Rechts vorn das hohe Ufer beim Dorfe Posta mit Weinbergen und Felsen. Links im Mittelgrunde, hell von der Sonne beschienen, der Sonnenstein über der Stadt.

Leinwand; h. 1,37; br. 2,38. – Dieses Bild und die folgenden zehn sind zwischen 1752 und 1755 gemalt. Vier von ihnen verzeichnet das Inventar 1754. I zwischen 529 und 549 ; doch nur eins, N. 623, genau genug, um es erkennen zu lassen.

Ansicht von Pirna. 619. (483.) 38 c.[Bearbeiten]

Vom rechten Eibufer oberhalb der Stadt. Die Elbe fliesst vom Vordergrunde links zum Hintergrunde rechts hinab. Rechts vorn die Landstrasse beim Dorfe Posta. Links der Sonnenstein; unter ihm, in der Mitte des Mittelgrundes, die von ihrer rotdachigen Kirche überragte Stadt.

Leinwand; h. 1,36; br. 2,41. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618.

Ansicht des Sonnensteins über Pirna. 620. (484.) 38 c.[Bearbeiten]

Die Veste Sonnenstein thront rechts im Mittelgrunde. Vor ihr am Abhang eine Wiese mit weidendem Vieh. Links unten liegt die Stadt, in der Mitte von ihrer Kirche überragt. Fernblick stromabwärts.

Leinwand; h. 1,32; br. 2,35. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618. – Gestochen von J. C. Gudeborn ☼ IV, 3.

Ansicht von Pirna. 621. (485.) 37 c.[Bearbeiten]

Von der Westseite, Ecke der Breitegasse. Rechts an der Strasse ein ummauerter Garten, links Häuser und Bäume. In der Mitte des Hintergrundes ragt der Kirchturm, rechts der Sonnenstein.

Leinwand; h. 1,34½; br. 2,34½. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618.

[209]

Ansicht der Breitegasse zu Pirna. 622. (486.) 38 c.[Bearbeiten]

Vorn links der Meilenstein in Obeliskenform, in der Mitte ein Pfahl, an dessen Schild die Jahreszahl 1752 steht. Weiter zurück links die Strasse, in der Mitte die weisse Giebelseite eines kleinen, rotdachigen Hauses, rechts der Sonnenstein.

Leinwand; h. 1,34½; br. 2,34½. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618.

Ansicht des Marktplatzes zu Pirna. 623. (487.) 38 c.[Bearbeiten]

Links das hell beleuchtete, getürmte Rathaus. Rechts hinter ihm die Kirche, weiter im Hintergrunde der Sonnenstein. Rechts vorn der Brunnen.

Leinwand; h. 1,34; br. 2,37½. – Inventar 1754, I 546. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618. – Ein gleiches, doch kleineres Bild im Berliner Museum. – Phot. Braun VIII, 17 und Phot. Ges.

Ansicht von Pirna. 624. (488.) 37 c.[Bearbeiten]

Vorn die Landstrasse vor dem Oberthor. Rechts oben der Sonnenstein, dessen Mauern zur Stadt hinabführen.

Leinwand; h. 1,32; br. 2,34. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618. – Gestochen von J. C. Gudeborn ☼ IV, 4.

Ansicht von Pirna. 625. (490.) 38 d.[Bearbeiten]

Vom Sonnenstein gesehen. Rechts thront der Sonnenstein über den Rasenabhang, an dem ganz vorn die hölzerne Treppe hinabführt. Links unten die Stadt, beherrscht von ihrer Kirche, dahinter der Fluss und das jenseitige Ufer mit dem Dorfe Kopitz.

Leinwand; h. 1,32½; br. 2,34. – Vgl. die Bem. zu N. 618. – Phot. Braun III. 9.

Ansicht von Pirna. 626. (491.) 38 c.[Bearbeiten]

Von der Schiffervorstadt gesehen. Vorn ein grosser Teich, der rechts durch einen überbrückten kurzen Canal in die Elbe mündet. In der Mitte vor ihm ein Fischerzelt. Links oben der Sonnenstein. Hinter dem Teiche die Häuser.

Leinwand; h. 1,36; br. 2,37. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618.

Ansicht von Pirna. 627. (492.) 38 c.[Bearbeiten]

Vom rechten Eibufer unterhalb der Stadt. Der Strom fliesst von links hinten nach rechts vorn herab. Vorn links ein Stück des Ufers bei Kopitz. Drüben, in der Mitte des Mittelgrundes, der Sonnenstein, unter dem sich die Stadt bis zum Vordergrunde rechts herabzieht.

Leinwand; h. 1,35; br. 2,36. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 618.

Ansicht des Sonnensteins. 628. (489.) 38 b.[Bearbeiten]

Links die Festung, vorn der von fester Mauer umgebene Platz, auf dem Kanonen und Soldaten, aber auch ein Zechtisch stehen. Rechts unten die Stadt Pirna, der Fluss und der Fernblick über’s jenseitige Elbufer.

Leinwand; h. 2,03½; br. 3,31. – Vgl. die Bern, zu N. 618. Doch ist dieses Bild zu gross, als dass es eins der vier im Inv. 1754 verzeichneten sein könnte.

[210]

Ansicht des Zwingerhofes zu Dresden. 629. (474.) 38 d.[Bearbeiten]

Vom westlichen Mittelpavillon aus. Links hinter dem Zwinger das königl. Residenzschloss, in der Mitte der Turm der Kreuzkirche, rechts die umliegenden Hügel.

Leinwand; h. 1,34; br. 2,37. – Nach H. 1758 gemalt; doch schon im Inventar 1754, I 535. – Gestochen von Louis Schultz 1886–87.

Ansicht von Dresden. 630. (477.) 38 b.[Bearbeiten]

Vom rechten Eibufer unterhalb der Augustusbrücke. Kleinere Wiederholung des Bildes N. 606 mit einigen Veränderungen, besonders in den Staffage-Figuren, aber auch mit anderem Licht und in kühlerem Tone.

Leinwand; h. 0,95; br. 1,65. – 1778 aus dem Spahn’schen Nachlass. – Gegenstück zum folgenden.

Ansicht von Dresden. 631. (478.) 38 b.[Bearbeiten]

Vom rechten Eibufer oberhalb der Augustusbrücke. Kleinere Wiederholung des Bildes N. 602 mit einigen Veränderungen, besonders in den Staffage-Figuren, unter denen die Gruppe der drei Maler fehlt; aber auch mit anderem Licht und in kühlerem Tone.

Leinwand; h. 0,95; br. 1,65. – 1778 aus dem Spahn’schen Nachlass. – Gegenstück zum vorigen.

Sinnbildliches Zierstück. 632. (462.) 37 d.[Bearbeiten]

Kniestück. Die Figuren angeblich von C. W. E. Dietrich. Eechts sitzt die Polonia und stützt ihre linke Hand auf ihren Schild. Links steht ein Mann in bräunlich-roter polnischer Tracht. Rechts unter dem roten Vorhange bringt eine Taube ein Blatt, auf dem die Worte stehen: INCLINATA RESURGIT. Daneben am Postament die Jahreszahl MDCCLXII.

Leinwand; h. 1,09; br. 1, 54½. – Erst 1860 zur Galerie. – 1762 als Zierbild über einer Thür des Warschauer Schlosses gemalt. – Gegenstück zum folgenden.

Sinnbildliches Zierstück. 633. (463.) 37 b.[Bearbeiten]

Kniestück. Die Figuren angeblich von C. W. E. Dietrich. Links sitzt ein geharnischter Jüngling, den Hermelin um die Schulter. Neben ihm steht ein alter Herr in polnischer Tracht und hält in der Rechten eine Perle über seinem Haupte. Rechts vor freiem Felde ein stattlicher Bogen. Vor ihm eine Krone auf einer Weltkugel; unter ihm ein Hund. Am Bogen steht: EX ARDUIS IMMORTALITAS.

Leinwand; h. 1,09; br. 1,55. – Erst 1860 zur Galerie. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu diesem.

Im Palast zu Warschau. 634. (459.) 38 b.[Bearbeiten]

Breit und vielstufig führt rechts die grosse Treppe empor. Auf ihren Stufen verschiedene Gestalten. In der Mitte begrüssen sich zwei Herren in Allongeperrücken.

[211] Leinwand; h. 1,04½; br. 1,46. – Erst 1855 zur Galerie. – Gegenstück zum folgenden. – Ursprünglich als Zierbild über einer Thür.

Im Palast zu Warschau. 635. (460.) 38 b.[Bearbeiten]

Prächtige Säulenhalle. Rechts der Palast, links Bogengänge. Verschiedene Staffage-Figuren. Rechts vorn zwei Männer mit polnischen Schnürröcken , in der Mitte ein Wachtposten.

Leinwand; h. 1,04½; br. 1,46. – Erst 1855 zur Galerie. – Gegenstück zum vorigen. – Vergl. die Bemerkungen zu diesem.

Im Palasthof zu Warschau. 636. (461.) 37 d.[Bearbeiten]

Links führt die Treppe zur Terrasse empor. Vor ihr im Schatten ein Scheerenschleifer. Am Fusse der Treppe ein Wachtposten in rotem Rocke.

Leinwand; h. 1,03; br. 1,45½. – Erst 1855 zur Galerie. – Gegenstück zu dem vorigen. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 634.

Ansicht von Dresden. 637. (476.) 37 c.[Bearbeiten]

Von der Neustadt unterhalb der Brücke. Links die Brücke, rechts die Schiffe im Flusse. Am jenseitigen Ufer links die Frauenkirche, in der Mitte die katholische Hofkirche, rechts die umliegenden Hügel. Bezeichnet unten links: BERNARDO . BELOTTO . DE CANALETTO.

Leinwand; h. 0,99½; br. 1,34. – Erst 1855 zur Galerie. – Auf der Rückseite die Inschrift: „Bernardus Belotto de Canaletto Academiae Electoralis Artium Sodalis, ad naturam pinxit Anno 1765. In Memoriam receptionis suae Academiae. D . D . D . Dresdae d. 5. Mart. 1766 ipsa Expositionis Die.“ Das Bild war also 1766 ausgestellt, 1765 als Receptionsbild nach des Meisters Aufnahme in die Akademie gemalt worden. Diese Aufnahme hatte aber schon 1764 stattgefunden.

Die Trümmer der ehemaligen Kreuzkirche zu Dresden. 638. (475.) 38 d.[Bearbeiten]

Nach der Beschiessung des Jahres 1760, vor dem am 22. Juni 1765 erfolgten Einsturz der Turmruine. Auf dem Turme sind Mauerleute mit Abtragungsarbeiten beschäftigt, während vorn bereits die Grundmauern der neuen Kirche, zu der am 16. Juli 1764 der Grundstein gelegt worden war, sich erheben. Rechts das Rutokowski’sche Palais, welches am 21. Februar 1786 niederbrannte. Bezeichnet unten in der Mitte: BERNAR : BELOTO DE CANALETTO . FEC . A . MDCCLXV.

Leinwand; h. 0.80; br. 1,09½. – Erst 1855 zur Galerie. – 1765 vom Künstler übernommen, dem dafür eine Remuneration von 200 Thalern zur Bezahlung seiner Schulden bewilligt wurde. Vgl. M. Wiessner. Die Akademie der bildenden Künste zu Dresden. 1864. S. 59. Das Receptionsbild war jedoch das vorige, wie dessen Inschrift beweist.

Giov. Domenico Tiepolo.[Bearbeiten]

Geb. zu Venedig 1726; Jahr und Ort seines Todes unbekannt. Schüler seines Vaters, des berühmten Giov. Batt. Tiepolo [212] (1693–1770), den er als Gehilfe auch nach Würzburg und nach Madrid begleitete.

Die Darstellung im Tempel. 639. (431.) 36 b.[Bearbeiten]

Kniestück. Ein breiter Rundbogen überspannt die heilige Handlung vor hellblauem, rosig bewölktem Himmel. Links vom Altar, auf dem Kerzen brennen, steht ein rotgekleideter Priester und liest in einem aufgeschlagenen Buche. Hinter ihm einige Zuschauer. Der weissgekleidete Oberpriester, dem Maria von rechts das nackte Kind darreicht, steht in der Mitte. Rechts Joseph mit einer brennenden Kerze.

Leinwand; h. 0,40; br. 0,48½. – 1875 aus der Sammlung Minutoli in Liegnitz als „Giov. Batt. Tiepolo.“ Der kältere Ton und die glattere Ausführung lassen es jedoch als Werk des Sohnes, nicht des Vaters, erkennen. – Phot. Braun XV, 8.

Unbestimmte Venezianer. Anfang des XVIII. Jahrhunderts. [Bearbeiten]

Venedig vom Meere aus. 640. (453.) 37 b.[Bearbeiten]

Vorn die reich belebte, mit Schiffen bedeckte Lagune; im Mittelgrunde die Stadt; in der Mitte die Piazzetta und der Marcusturm, links die Libreria vecchia, rechts der Dogenpalast.

Leinwand; h. 0,56½; br. 0,98. – Inventar 1722, A 225, als „Prospect von S. Marcoplatz zu Venedig“ von „Casp. de Tors“. Dieser Künstler ist unbekannt. Bei H. galt das Bild als Werk Antonio Canale’s, für den es jedoch viel zu schwer in der Farbe, viel zu derb in der Behandlung ist.

Loth und seine Töchter. 641. (424.) R. 16.[Bearbeiten]

Loth sitzt vorn unter einem Baume und erhebt in der Linken die Schale, in welche seine rechts stehende Tochter ihm aus einer Kanne Wein eingiesst, während die links stehende ihre rechte Hand an sein Knie legt. Links im Mittelgrunde Loth’s Gattin als Salzsäule, im Hintergrunde die brennende Stadt.

Leinwand; h. 2,75; br. 2,06. – Inv. 1722, A 1301 (damals im Prinzlichen Palais) als Fr. Trevisani; Inv. 1754, I 267, als G. B. Molinari; bei H. dem Fr. Migliori zugeschrieben. Die echten Bilder dieser drei Meister zeigen jedoch, dass es von keinem von ihnen herrührt.

F. Die mailändische Schule.[Bearbeiten]

Giulio Cesare Procaccini.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna 1548, gest. zu Mailand um 1626. Bruder Camillo’s, Schüler seines Vaters Ercole Procaccini des älteren, der von Bologna nach Mailand zog und hier eine Schule gründete. [213] Später besonders durch das Studium Correggio’s weiterentwickelt. Thätig zu Bologna, zu Genua, hauptsächlich aber zu Mailand.

Ein Frauenraub. 642. (511.) E 2.[Bearbeiten]

Links zieht ein Mann das rechts vorn im Wasser liegende Boot an’s Ufer. Im Boote hält ein alter Wächter eine Frau, welche abwehrend die Rechte emporstreckt. Der jugendliche, fast nackte Held des Stückes schreitet mit seinem Schwert in der Rechten über einen zu Boden gestürzten Gegner hinweg, um ein geraubtes nacktes Weib in’s Boot zu tragen.

Leinwand; h. 2,65; br. 2,50. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Venturi p. 358. – Der Gegenstand lässt sich schwer näher bestimmen.

Heilige Familie. 643. (512.) F 3.[Bearbeiten]

Maria umfasst, nach rechts gewandt den vor ihr stehenden Christusknaben, der mit der Linken nach ihr emporgreift, mit der Rechten aber, abgewendeten Blickes, in einen Fruchtkorb langt, den der vordere der beiden rechts stehenden grossen Engel ihm reicht. Links blickt Joseph herüber.

Eichenholz; h. 1,62; br. 1,07½. – Inv. 1722 ff., A 1151; 1728 durch Perodi als „Caravaggio.“ Jedoch im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 153 bereits als „Giulio Cesare Procaccini“, dessen Typen und Farben es zeigt, und als „aus der Sammlung Belgiojoso in Mailand.“ – Gestochen von Jos. Camerata. – Phot. Braun XIV. 3.

Schule Giulio Cesare Procaccini’s.[Bearbeiten]

Heilige Familie. 644. (513.) R 8.[Bearbeiten]

Maria beugt sich, nach links gewandt, zu dem neben ihr stehenden, sie umhalsenden Jesusknaben herab. Links sitzt Joseph. Rechts stehen zwei Engel mit Blumen. Im Hintergrunde eine stark nachgedunkelte Landschaft.

Leinwand; h. 0,76; br. 0,96½. – Zuerst nachweisbar im Katalog von 1835. – Die Verwandtschaft mit dem vorigen Bilde ist augenfällig. Für den Meister selbst ist es jedoch nicht gut genug.

Camillo Procaccini.[Bearbeiten]

Geb. zu Bologna um 1550, gest. zu Mailand 1627. Bruder Giulio Cesare’s, Schüler seines Vaters Ercole Procaccini d. ä., welcher Bolognese war, aber eine Schule in Mailand gründete. Thätig zumeist in Mailand.

Der hl. Rochus, Pestkranke heilend. 645. (510.) F 3.[Bearbeiten]

Der Heilige, über dem ein Engel schwebt, steht, vom Volk umringt, in der Mitte vor einem Palaste. Vor ihm kniet flehend ein junger Mann. Links vorn unter anderen Leichen liegt eine Mutter mit ihrem Kinde. Rechts trägt ein kräftiger, von hinten gesehener Mann, neben dem ein jüngerer schreitet, eine Leiche auf seiner Schulter.

[214] Leinwand; h. 3,55; br. 4,76. – 1746 aus der heizogl, Galerie zu Modena. Als Werk Camillo’s in der Confraternità di San Rocco zu Reggio, für die der Meister PS (nach Malvasia I, p. 277) „ad inchiesta del Canonico Brami“ gemalt hatte. Von dort 1661 in die Galerie zu Modena. Venturi p. 269–270. – In Modena (Inv. 1743) nur einem der beiden Brüder Procaccini zugeschrieben. Im Dresdener Inv. Guarienti (vor 1753) N. 45 als Werk Giulio Cesare’s. Erst im „Catalogue“ von 1765 richtig dem Camillo zurückgegeben. – Gestochen von J. Camerata ☼ II, 18.

Francesco Cairo.[Bearbeiten]

Geb. zu Varese 1598, gest. zu Mailand 1674. Schüler des Pierfrancesco Mazzucchelli, gen. „il Morazzone“, zu Mailand. Durch eklektische Studien selbständig weitergebildet. Thätig zumeist in Mailand.

Venus, Amor und Apollon. 646. (201.) 3 b.[Bearbeiten]

Die Liebesgöttin hockt halb knieend auf ihrem schneeigen Lager und erhebt einen Pfeil in der rechten Hand. Rechts, am Fussende des Bettes, spielt Amor auf Apollon’s Leyer. Der lorbeerbekränzte Gott hat links hinter der Göttin den Vorhang zurückgeschlagen.

Kupfer; h. 0,40; br. 0,27. – 1741 durch Rossi aus Italien. – Im Inventar 1754, I 55, als „Giulio Cesare Procaccini.“ Seit dem „Catalogue“ von 1765 als „Francesco Cairo“, was, nach Maassgabe der Bilder dieses Meisters in Mailand, richtig ist. – Phot. Braun VII, 15.

Giuseppe Danedi.[Bearbeiten]

In der Regel mit seinem Bruder Stefano Danedi zusammen genannt. Gemeinsam führten sie den Beinamen I Montalti. Treviglio war ihre Heimat; Mailand war ihr Wirkungsort. Giuseppe soll auch die Schule Guido Reni’s in Bologna besucht haben. Stefano war nach Orlandi 1608 geboren und starb 1689; Giuseppe’s Lebensdaten sind unbekannt.

Der hl. Antonius, das Christkind herzend. 647. (558.) 34 a.[Bearbeiten]

Halbfigur im Profil nach links. Der Heilige trägt eine Lilie in der Rechten, fasst mit der Linken den Kopf des vor ihm auf dem Buche stehenden Knäbchens und drückt ihn zärtlich an seine Wange.

Leinwand; h. 0,87½; br. 0,76½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Im Modeneser Inventar von 1743 (Venturi p. 354) nur als „d’uno de i due Fratelli Danedi.“ Auch im Dresdener Inventar von 1754, I 384, wohlweislich nur im allgemeinen als „Montalto.“ Erst seit dem „Catalogue“ von 1765 wird Giuseppe Danedi genannt; ob mit Recht, wird schwerlich nachweisbar sein.

[215]

Paolo Pagani.[Bearbeiten]

Geb. zu Valsolda 1661, gest. zu Mailand 1716. Bildete sich nach den Venezianern. Thätig in Venedig und in Mailand.

Magdalena. 648. (212.) 34 b.[Bearbeiten]

Nur mit einem Schurz bekleidet, sitzt die schöne Büsserin, nach rechts gewandt, auf einem Steine. Sie drückt die Wange an das Kreuz, welches sie auf ihren Knieen hält. Links hinter ihr sitzt ein kleiner Engel mit Geisseln.

Leinwand; h. 1,14½; br. 1.49. – 1725 durch Leplat. – Gestochen von N. Tardieu ☼ II, 42.

Alessandro Magnasco.[Bearbeiten]

Gen. Lissandrino. Geb. zu Genua 1681, gest. daselbst 1747. Schüler des Filippo Abbiati zu Mailand, dessen pastose Breite er geistvoll auf die Spitze trieb. Thätig während der grössten Zeit seines Lebens in Mailand, erst 1735 nach Genua zurückgekehrt (Ratti, Vite p. 155–162).

Nonnen im Chor. 649. (215.) 34 a.[Bearbeiten]

Der Altar, über dem das Bild des Gekreuzigten hängt, steht in der Mitte der Schlusswand. An jeder seiner Seiten steht eine Nonne. Die Oberin sitzt vor ihm und liest aus einem Buche vor. Vorn knieen an jeder Seite fünf Nonnen.

Leinwand; h. 0,91½; br. 0,71½. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Gegenstück zum folgenden.

Kapuziner im Refectorium. 650. (216.) 34 a.[Bearbeiten]

An der Rückwand hängt ein leeres Kreuz mit den Marterwerkzeugen. Vorn an der runden Tafel lassen es sich sechs kahlköpfige, meist graubärtige Mönche wohl sein. Bedient werden sie von sechs anderen, jüngeren Mönchen.

Leinwand; h. 0,91; br. 0,72. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Gegenstück zum vorigen.

Die Versuchung des hl. Antonius. 651. (625.) H 2.[Bearbeiten]

Grosse Landschaft. Links vor wildem Gebüsch an einem Baumstamm ein Kreuz, darunter ein Feuer. In der Mitte der hl. Antonius, auf seinen Stab gestützt. Links neben ihm sein Schwein. Rechts neben ihm der Satan, der hervortritt, ihn zu versuchen. Rechts im Mittelgrunde zwei Palmen, im Hintergrunde, sonnig beleuchtet, die Stadt.

Leinwand; h. 1,41½; br. 1,11. – 1875 mit dem folgenden, seinem Gegenstück, von Herrn L. Löwenstein aus Warschan als „Salvator Rosa“; so auch H. Allein für Salvator sind sie viel zu wild und fahrig gemalt; der Vergleich mit den Bildern Magnasco’s in Florenz und Mailand beweist, dass sie von diesem Meister herrühren. So auch Lerm. S. 221 und Eisenmann in der Kunstchronik XVI, S. 653.

[216]

Der hl. Hieronymus in der Einsamkeit. 652. (626.) H 2.[Bearbeiten]

Grosse Landschaft. Wildes, struppiges Urwaldsdickicht. Rechts vorn kahle Felsen; links im Mittelgrunde unter sonnigem Abendhimmel das erregte Meer mit einem Segelschiffe. Vorn kniet der hl. Hieronymus. Hinter ihm liegt sein Löwe. Das Crucifix umschweben rechts zwei geflügelte Engelköpfe.

Leinwand; h. 1,42; br. 1,11. – 1875 mit dem vorigen, seinem Gegenstücke, aus Warschau. – Vergl. die Bemerkungen zu diesem. – Phot. Braun VII, 17.

Angelo Maria Criveili.[Bearbeiten]

Gest. zu Mailand 1750. Wahrscheinlich Schüler des Alessandro Magnasco. Thätig in Mailand.

Römische Ruinen. 653. (223.) 49 b.[Bearbeiten]

Links im Gewölbebau ein Rundsaal. Rechts hinter einem Bogen die Landschaft. Links kniet eine Frau mit einem Kinde vor einer anderen. Rechts hockt ein Knabe vor einem alten Manne, der sich mit seinem Lumpenkorb auf dem Rücken ausruht. Bez., nach H., A. P. – nicht auffindbar.

Leinwand; h. 1,05½; br. 1,29. – 1741 durch Kaiserling. – Im Inv. 1754, I 380, wie das folgende, sein Gegenstück , als „Crivelli“, die Figuren von „Lissandrino“. Die Richtung Al. Magnasco’s (Lissandrino’s) ist unverkennbar; auch dass die Figuren von dessen eigener Hand gemalt seien, erscheint glaubwürdig.

Römische Ruinen. 654. (224.) 49 b.[Bearbeiten]

Rechts prächtige Mauern und Gewölbe. Unter ihnen haben Zimmerleute ihre Werkstatt aufgeschlagen. Zwei Männer sägen, einer hobelt. Vorn in der Mitte kauern ein Alter und zwei junge Leute am Boden.

Leinwand; h. 1,05; br. 1,27. – 1741 durch Kaiserling. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu diesem.

G. Die genuesische Schule.[Bearbeiten]

Bernardo Strozzi.[Bearbeiten]

Gen. „il Prete Genovese“ oder „il Capuccino.“ Geb. zu Genua 1581, gest. zu Venedig den 3. August 1644. Ursprünglich Schüler des in Genua thätigen Sienesen Pietro Sorri. Später Säcularpriester in Venedig und selbstständig in naturalistischer Richtung weitergebildet.

Bathseba vor David. 655. (617.) F 3.[Bearbeiten]

Erstes Buch der Könige. I, 15–16. Kniestück. David thront links unter rotem Vorhange. Rechts steht Bathseba vor ihm und erinnert ihn, die Rechte an ihre [217] Brust legend, daran, dass er die Krone Israels ihrem Sohne Salomon versprochen habe. Zwischen beiden die schöne Dienerin Abisag mit einem Kelch in der Hand.

Leinwand; h. 1,82; br. 1,41½. – Inv. 1754, I 90. – Als Gegenstand giebt das „Abregé“ von 1782; „Esther erfleht vom König Ahasverus Gnade für ihr Volk.“ "Bei H. schon richtig als David und Bathseba. – Phot. Ges.

Rebecca mit Jakob’s Knecht am Brunnen. 656. (620.) C 1.[Bearbeiten]

Links steht Rebecca am Brunnen. Den Krug hält sie mit beiden Händen dem jungen Manne hin, der ihr gegenüber am Brunnen steht und ihn ergreift. Links hinten grüne Bäume, rechts das Kameel und sein Führer.

Leinwand; h. 1,84; br. 1,45. – 1725 durch Le Plat. – Als Hauptbild des Meisters wiederholt repruducirt. Bei H. wird seine Echtheit ohne Grund bezweifelt. Es befand sich in schlechtem Zustande, ist aber neuerdings hergestellt.

David mit dem Haupte Goliath’s. Kniestück. 657. (618.) F 1.[Bearbeiten]

Der rothaarige, stämmige Recke wendet den Körper etwas nach links, den Kopf leicht nach rechts. Sein Hemd bedeckt nur seine rechte Schulter, über welcher er das Schwert trägt; sein linker Arm und seine linke Brust sind entblösst. Der Kopf des Riesen liegt vor ihm.

Leinwand; h. 1,34 ; br. 1,00. – 1743 durch Algarotti aus der Casa Sagredo in Venedig. Wahrscheinlich das Bild der Casa Bonfadini . von welchem Boschini (Carta del Navegar pitoresco, Venezia 1660, p. 566) singt:

Del Prete Genoese pur si vede
David, tuto vigor, tuto energia,
Co’l Spadon, e la testa de Golia,
E ch’l sia vivo, che l’osserva hà fede.

Phot. Braun VI. 14.

Eine Bassgeigenkünstlerin. 658. (619.) 5 a.[Bearbeiten]

Kniestück nach rechts. Die blühende junge Frau stützt sich auf den Tisch, auf dem ihr Notenheft liegt; in der linken Hand hält sie die Bassgeige und den Bogen. Sie trägt eine Blume im braunen Haar, einen feuerroten Rock, ein weisses Hemd und eine blaue Schärpe.

Leinwand; h. 1,25½; br. 0,98½. – 1743 durch Algarotti aus der Casa Sagredo in Venedig. – Phot. Braun VII. 16 und Phot. Ges.

Giov. Benedetto Castiglione.[Bearbeiten]

Geb. zu Genua 1616; gest. zu Mantua 1670. Ursprünglich Schüler Giov. Batt. Paggi’s, dann Giov. Andr. Deferrari’s, vorübergehend auch A. v. Dyck’s in Genua, entwickelte sich später selbständig zu dem durch seine biblischen Karawanenbilder bekannten Meister. Thätig besonders in Genua, Rom, Neapel, Venedig, Parma und Mantua.

[218]

Vor der Arche Noah’s. 659. (631.) 36 c.[Bearbeiten]

Noah selbst, wie es scheint, steht rechts vor der Arche und weist dem Geflügel, den Katzen, den Kaninchen, den Dachsen u. s. w., die paarweise im Vordergrunde aufgestellt sind, den Weg. Der Hauptzug der Tierpaare bewegt sich im Mittelgrunde von links her auf die Arche zu; ihm voraus ein beturbanter Mann, der ein Gefäss auf der linken Schulter trägt.

Leinwand; h. 1,45; br. 1,94½. – 1742 durch de Brais aus Paris (nicht aus der Casa Sagredo in Venedig). – Gegenstück zum folgenden. – Gest. von P. Aveline ☼ II, 31.

Jakob’s Heimzug. 660. (632.) 36 c.[Bearbeiten]

Rechts unter hohen Bäumen sitzen Jakob und Rahel mit vielem Gefolge zu Pferde. Links vorn bückt ein Knabe sich, um ein grosses Messinggefäss aufzuheben. Der Zug bewegt sich auf Pferden und Kameelen, begleitet von Sklaven, Rindern, Schafen, Ziegen und Hunden, im Mittelgrunde unter dem hoch ragenden Pyramidenberge nach links.

Leinwand; h. 1,44; br. 1,97½. – 1742 durch de Brais aus Paris (nicht aus der Casa Sagredo in Venedig). – Gegenstück zum vorigen. – Gest. von P. Aveline ☼ II, 32.

Schule Ben. Castiglione’s.[Bearbeiten]

Hirten und Heerden. 661. (634.) R 12.[Bearbeiten]

Links der Hirt, die Hirtin und ein Knabe mit einem Spinnrocken, nebst ihrer Heerde. Rechts vorn ein Fluss, über den ein Fährmann eine Schafheerde führt. Im Hintergrunde eine Berglandschaft.

Leinwand; h. 0,94½; br. 1,33½. – Erst 1861 aus dem Vorrat. Auch bei H. nur frageweise dem Ben. Castiglione zugeschrieben, dessen Richtung es nur im allgemeinen zeigt.

Francesco Castiglione.[Bearbeiten]

Geb. wahrscheinlich zu Genua, gest. daselbst in hohem Alter 1716. Sohn und Schüler Benedetto Castiglione’s. Arbeitete lange am herzogl. Hofe zu Mantua.

Jagdhunde mit ihren Wärtern. 662. (635.) 35 c.[Bearbeiten]

Der Herzog von Mantua mit seinem Gefolge reitet rechts im Hintergrunde vor der Stadt. Im Vordergrunde zwei Neger und ein Zwerg mit den herzogl. Hunden und anderen Tieren. Links unter einer Prachtvase sitzt der Zwerg zwischen zwei weiss und schwarz gefleckten Doggen. Von den beiden Negern hält der eine einen Jagdfalken auf der erhobenen Linken, der andere ein Hündchen in den Armen.

Leinwand; h. 2,08; br. 3,29. – Inv. 1754. I 377.

[219]

Giov. Battista Langetti.[Bearbeiten]

(Später auch Langhetti geschrieben.) Geb. zu Genua 1625 nach Ratti (Vite p. 22), 1635 nach Zanetti (p. 520); gest. zu Venedig 1676. Schüler Pietro da Cortona’s in Rom, später in Venedig von den Venezianern beeinflusst.

Apollon und Marsyas. 663. (659.) F 2.[Bearbeiten]

Der von Apollon überwundene Satyr ist rechts vorn, mit dem Kopfe nach unten, mit den Bocksbeinen an den Baumstamm gebunden. Vorn links beugt Apollon sich über ihn und beginnt an seinen Beinen, ihm die Haut abzuziehen. Links entsetzt dreinblickende Zuschauer. Rechts sitzt ein alter Satyr mit verschränkten Armen.

Leinwand; h. 2,10; br. 2,37. – 1731 durch Leplat. – Nach Boschini’s Carta del Navegar pitoresco (Venezia 1660, p. 539–540), die es eingehend und begeistert besingt, zu Lebzeiten des Künstlers beim Conte Gasparo Tiene zu Venedig. – Gest. von L. Zucchi ☼ I, 47. – Phot. Braun VI. 16.

Bartolommeo Biscaino.[Bearbeiten]

Geb. zu Genua um 1632, gest. daselbst 1657 an der Pest. Schüler Valerio Castello’s. Thätig zu Genua.

Die Ehebrecherin vor Christus. 664. (636.) F 3.[Bearbeiten]

Kniestück. In der Mitte deutet Christus, nach rechts gewandt, auf die Schrift zu seinen Füssen und wendet sein Antlitz dem links hinter ihm stehenden, beide Hände lebhaft bewegenden Schriftgelehrten zu. Rechts wird die Ehebrecherin, welche ihre rechte Hand auf die Brust legt, von zwei behelmten Kriegern hereingeführt. Weiter zurück die Köpfe drei anderer Schriftgelehrten.

Leinwand; h. 1,47½; br. 1,99½. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 15. – Gestochen von J. Camerata ☼ II, 33. – Phot. Braun VI, 15 und Phot. Ges.

Die Anbetung der Könige. 665. (637.) 3 c.[Bearbeiten]

Maria sitzt links vor dem Stalle; Joseph steht neben ihr; das Christkind auf ihrem Schoose wendet sich lebhaft dem rechts vor ihm knieenden Könige zu, dessen Krone sein Page hält. Hinter ihm neigt sich der Mohrenkönig zum Niederknieen; noch weiter rechts wartet der dritte König, dem ein Page die Schleppe des Mantels trägt. Rechts im Mittelgrunde ein Trompeter auf einem Schimmel.

Leinwand; h. 0,54½; br. 0,60. – Inventar 1722, A 404. – Damals, wie das folgende, sein Gegenstück, mit Unrecht dem Luca Giordano zugeschrieben. Die Schule Valerio Castell’s ist vielmehr unverkennbar und die Uebereinstimmung mit unserm Bilde N. 664 gross genug, um es mit dem „Catalogue“ von 1765 Biscaino zu lassen.

[220]

Die Darstellung im Tempel. 666. (638.) 3 c.[Bearbeiten]

In der Mitte steht, nach links gewandt, der Hohepriester mit dem Christkind in den Armen. . Neben ihm der zweite mit dem Buche, hinter ihm Gehülfen, einer mit einer Kerze. Vor ihm, nach rechts gewandt, knieen Maria und Joseph auf den Stufen. Links unten, hinter ihnen, zwei Zuschauer.

Leinwand; h. 0,55; br. 0,59. – Inventar 1722, A 403. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu diesem.

H. Unbestimmte Oberitaliener.[Bearbeiten]

Unbestimmte Oberitaliener. XVII. Jahrhundert. [Bearbeiten]

Heilige Familie. 667. (398.) 35 b.[Bearbeiten]

Kniestück. Links die hl. Anna. Rechts das Christkind. In der Mitte Maria, welche mit dem linken Arm ihr Kind, mit dem rechten ihre Mutter umfasst. Im Gemache links ein roter Vorhang, rechts ein Fenster.

Leinwand; h. 0,49; br. 0,37½.– Zuerst im Verzeichniss von 1835 als „unbekannt.“

Ein alter Mann. 668. (123.) H 1.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände nach rechts auf schwarzem Grunde. Kahlkopf mit grauem Haar im Nacken, langem Barte, braunem Gewande.

Leinwand; h. 0,71½; br. 0,57. – Inv. 1722, A 95, als „Manier des Tintoretto.“ – Von H. zu den fraglichen Bildern Pietro da Cortona’s gestellt.

Stilleben. 669. (136.) R 15.[Bearbeiten]

Beim Geflügelhändler. Auf dem Tische links unter dem Fenster liegt ein Hase zwischen allerlei Geflügel. Davor rupft ein Knabe einen Vogel. Rechts macht ein anderer Knabe seinen Hühnerhund auf die Katze aufmerksam, welche fauchend links oben im Fenster steht.

Leinwand; h. 1,34½; br. 0,95. – 1741 durch Rossi aus Italien; als “Monsieur Davidde“, „die Figuren von Maratta.“ – Im Inventar 1754, I 402, unter dem Namen des fast unbekannten „Busello di Parma.“

Der Erzengel Michael. 670. (500.) R 3.[Bearbeiten]

Gehelmt und geharnischt, von einem Purpurmantel umwallt, das Schwert in der erhobenen Rechten, die Waage in der Linken, tritt der Himmelsjüngling auf den Satan, der sich am Boden windet.

Leinwand; h. 1,04; br. 0,75½. -Zuerst im Verzeichniss von 1835 als „unbekannt.“

[221]

Ein bärtiger Mann. 671. (396.) 3 a.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände halb nach links auf grauem Grunde. Kurzes dunkles Haar, langer brauner Bart, schwarzer Rock, glatt anliegender weisser Kragen. Rechts ein Stück Vorhang.

Leinwand ; h. 0,68; br. 0,51. – 1869 aus Ungers Nachlass in Berlin als Seb. del Piombo. Früher in der Sammlung Rezzonico zu Venedig. Bei H. als „unbekannt“ in der venezianischen Schule.

Bildniss eines jungen Menschen. 672. (534.) 36 a.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände halb nach rechts auf grauem Grunde. Der junge Mann mit kurzem braunen Haare trägt einen schwarzen Rock und eine weisse Halskrause.

Eichenholz; h. 0,46½; br. 0.34½. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Bisher der Schule der Carracci zugeschrieben; doch scheint uns auch der niederländische Ursprung, auf den die Holzart der Tafel hinweist, nicht ausgeschlossen.




Anmerkungen (Wikisource)

  1. Ergänzung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 141. Zu N. 342 zum Schluss hinzuzufügen: ☼ III, 33.
  2. Ergänzung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 141. Zu N. 343. In Zeile 5 von unten ist der Satz „Gestochen von – 23“ zu streichen.
  3. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 146 Zeile 6 von unten lies 1,32 statt 0,32.
  4. Ergänzung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 166 Zeile 12 von oben ist „Kniestück“ einzuschalten.
  5. Berichtigung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 193 am Rande zu N. 547 lies 51 c statt H 1.
  6. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 202 Zeile 6 von unten lies III, 50 statt 3, 50.