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Die neuen Pfarrthurmsglocken

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor:Friedrich Stoltze
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Titel:Die neuen Pfarrthurmsglocken
Untertitel:
aus:Gedichte in Frankfurter Mundart. Band 2, S. 264–265
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:1878
Erscheinungsdatum:1884
Verlag:Heinrich Keller
Drucker:{{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:Frankfurt am Main
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle:Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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Bild
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[264]
Die neuen Pfarrthurmsglocken.


(1878.)



Der Pathorn hat sei räthselhaft
Schweihe gebroche,
Hat widdremal zur Nachberschaft
Ebbes gesproche.

Der alte Mark un’s Worschtquardier,
Jed Haus un Häusi,
For Rihrung warn die un Pläsir
Still wie e Mäusi.

Es hawe alle Thern gehorcht
Un alle Glocke,
Der Paulsthorn, um sein Ruhm besorgt,
Is sehr erschrocke.

Ganz Frankfort hat gespitzt die Ohrn
Un kam geloffe,
Selbst Berjer weit draus vor de Dhorn
Sin eigetroffe.

Rings um den Dom stann Mann an Mann
Vatter un Söhnche,
Sogar in viele Ääge stann
Ääch noch e Thränche.


[265]

Un alles hat enuff geseh,
Alte un Junge,
So voll un dief, so hell un schee,
Hat’s da geklunge.

Un was der Pathorn hat geschwätzt,
Was es gewese,
Des haw ich wörtlich iwersetzt,
Hie steht’s ze lese:

     Bim! bam! bum!
     War zehe Jahr lang stumm!

     Bum! bim! bam!
     Dorch Feuer un dorch Flamm.

     Bum! bam! bim!
     Jetz haw ich widder e Stimm!

Gott segen unser Vatterstadt!
Mehr dhut mich heut net frage,
Un haw ich ehrscht e Zifferblatt,
Wie viel die Glock geschlage hat,
Des will ich Euch dann sage!

     Bim, bam, bum.
     Der Borjemääster Mumm,
     Der Magistrat dernewe,
     Des borjerlich Collegium
     Un des verehrlich Bublikum,
     Ganz Frankfort, des soll lewe!
     Bim, bam, bum.