Ein Geburtstagswunsch für Herzog Ernst von Coburg-Gotha

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Fr. Hofmann
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein Geburtstagswunsch für Herzog Ernst von Coburg-Gotha
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 31, S. 495
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1863
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[495]
Ein Geburtstagswunsch für Herzog Ernst von Coburg-Gotha
und des Fürsten Antwort an den Dichter.




Der Wunsch.
Am einundzwanzigsten Juni 1863.

Es trübt sich zu, der Himmel blickt
Von Wolken schwer zur deutschen Erde.
Wenn Gott uns jetzt ein Wetter schickt –
Wer kündet, wie es enden werde?
Ist unten doch wie oben Spiel
Des leichten Sinns und Frevels Mode!
Es steckt die Hast sich Ziel an Ziel
Und hetzt die deutsche Kraft zu Tode.

Die jubeln in den Tag hinein
Ob unsers Siegs vor fünfzig Jahren –
Und sehen nicht den Feuerschein
Der tückisch züngelnden Gefahren.
Sie ziehen stolzerfüllt von Fest
Zu Fest mit schwarz-roth-goldnen Fahnen,
So weit man die sie tragen lässt –
Nur was uns droht, will Keines ahnen.

Und Jene sä’n der Zwietracht Gift
In’s eigne Land, den Muth zu brechen,
Der, wenn des Unglücks Pfeil sie trifft,
Allein sie retten kann und rächen.
Sie stützen keck im Hinterhalt
Ein fremdes Haus, für das sie wachen –
Und wissen nicht, wie bald, wie bald
Des eignen Hauses Balken krachen!

In solcher wetterschwülen Zeit
Erhebt den Geist der tief Gebeugten
Ein Fürstenherz, dem Volk geweiht,
Ein Mannesang’ voll Wetterleuchten.
An Ihm hebt sich das Volk empor,
Auf daß es fest zu halten wage,
Was es so bitter oft verlor:
Die Hoffnung bessrer deutscher Tage.

Um dieses Trostes willen kann
Des Herzens Stimme heut nicht schweigen,
Es sei mein Lied Dir, Fürst und Mann,
Vom Volkesdank ein kleines Zeichen.
Der Himmel führe Deinen Geist
Und Du das Volk des Heiles Pfade,
Daß segnend einst die Welt Dich preist:
Er war ein Fürst „durch Gottes Gnade“!

Fr. Hofmann.


Die Antwort.


Mit Ihren tiefempfundenen, herzlichen Worten haben Sie mir eine große Freude bereitet, mein bester Hofmann, und ich kann nicht umhin, Ihnen persönlich meinen wärmsten Dank auszusprechen.

In gebundener Sprache, im duftenden Kleide der Poesie haben Sie der tiefen Prosa der Zeit die richtigen Worte verliehen.

Ja wohl, die Zeit ist trüb! Zwietracht und Schwäche auf den Thronen, Mißgunst und Eigenliebe im Schooße der Parteien; viel hohle Phrasen und schöne Worte, wehende Fahnen und donnernde Hochs!!

Wo sind die Handlungen, wo die Thaten?

In tiefer Trauer schlägt das Herz des wahren Patrioten, und wehmüthig schweifen seine Blicke umher nach Gesinnungsgenossen. Ruhiges Erwägen, großherziges Selbstverleugnen, unbedingtes Unterordnen unter die erwählten Führer fehlen, nicht Muth und Begeisterung.

O möchte das deutsche Lied, der fromme deutsche Sänger, dem Volke vor Allem jene Tugenden preisen! Nur durch sie können wir einst werden: ein freies Volk „durch Gottes Gnade“.

Coburg, 1/7 63.

Ihr ergebener
Ernst.