Eine Erschröckliche Geschicht / Von einem Soldaten welchen das Gewitter in die Erde geschlagen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Eine Erschröckliche Geschicht / Von einem Soldaten welchen das Gewitter in dem Städtlein Kahl bey Altenburg in die Erde geschlagen
Untertitel:
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: um 1700
Verlag: Vorlage:none
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: im VD17 unter der Nummer 1:693615Q
Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Weitere Flugschriften des 17. Jahrhunderts
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
1 693615Q 001.png
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]
Editionsrichtlinien:

[1]

Eine Erschröckliche
Geschicht/
Von einem Soldaten welchen
das Gewitter in dem Städtlein
Kahl bey Altenburg in die
Erde geschlagen.


[2]      In seiner eignen Mel. WAch auff / O Mensch / vom Sünden-Schlaff / Ermuntre dich verlohrnes Schaaff / und bessre bald dein Leben / daß du nicht darffst in Ewigkeit / die wehret eine lange Zeit / Ewig im Feuer schweben.

Ach spotte ja nicht deinen GOtt / sonst wird dich die verfluchte Rott / in das Verderben stürtzen; Gleichwie anjetzt geschehen ist / drum mercket all zu dieser Frist / in einer Stadt nicht ferne.

Kahle / bey Altenburg sie heist / allda der grosse Satans-Geist / einen Soldat besessen; Der hat gelästert GOtt so sehr / daß ihn der Donner schröcklich schwer / hin in die Erd geschlagen.

Als er beym guten Biere saß / und darbey seinen Gott vergaß / erschröcklich thät er sagen: Ich höre jetzt den Drummel-Schlag / darauff er von dem Tisch gieng ab / und thät gar spöttisch fragen:

[3] Du Drummel-Schläger durst dich auch? Darauff der grosse Donner- Hauch / ihn in die Erd thät schlagen / daß er biß an den halben Leib / in dieser Klufft verborgen bleib / und kont kein Wort mehr sagen.

Als nun stunde gantz verstört / nicht sahe und auch nicht mehr hört; Welchs gräßlich anzusehen / so war doch keine Hülffe da und ob man ihn mit Thränen sah / doch must er bleiben stehen.

Das Bier im Glaß war kochend heiß / die Angst trieb ihm auß einen Schweiß / wust nicht wie ihm geschahe / leben und sterben kan er nicht / drum sehe man an Gottes Gericht / GOtt lässet sich nicht spotten.

Ob man ihn schon wolt rausser ziehn / jedennoch must er bleiben stehn in der geschlagenen Grube / die Erde ward wie Eisen und Stahl / darinnen er must leyden Quaal / der Gottvergessne Bube.

[4] O Mensch so du nun zweiffeln wilt an den geschehnen Trauer-Bild / so kan dich GOtt auch straffen; Hätt dieß der rohe Mensch bedacht / und GOttes Güte nicht veracht / wär er so nicht entschlaffen.

Ach fliehe doch des Teuffels strick die böse Welt mit ihrer Tück / laß ab / Gott zu verachten / sonst must du in der Höllen-Pein / da mehr denn tausend Hencker seyn / in Ewigkeit verbleiben.

Ach meyde ja des Teuffels strick / die Wollust kan ein Augenblick / und länger nicht ergätzen; Dafür wilt du dein arme Seel / hernachmahls in des Teuffels Höhl / O Mensch / zu Pfande setzen.

Lieb deinen GOtt von Hertzen rein / auff daß du mit den Engelein / im Himmel Theil mögst haben: Ach leb und stirb auff Christi Blut / das tilgt die grosse Sünden-Glut / und wird dich ewig laben.

E N D E.