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Einem unglickliche Familjevatter der nor verrzeh Döchter hat

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor:Friedrich Stoltze
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Titel:Einem unglickliche Familjevatter der nor verrzeh Döchter hat
Untertitel:
aus:Gedichte in Frankfurter Mundart. Band 1, S. 354–356
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum:1880
Verlag:Heinrich Keller
Drucker:{{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:Frankfurt am Main
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle:Commons
Kurzbeschreibung:
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[354]
Einem unglickliche Familjevatter der nor verrzeh Döchter hat.





Verrzeh Döchter is e Sege,
Verrzeh Döchter is e Wonn!
Verrzeh Barblee for den Rege!
Verrzeh Schermcher for die Sonn!

[355]

Verrzeh Regemäntel detto!
Verrzeh paar Galosche netto!
Achtunzwanzig Gummischuh! –
Himmel, gieß! un regen zu!

Verrzeh Hüt mit Band un Fedder,
Blumme, Käwern, Schmetterling!
Verrzeh Äärm voll Braceletter!
Achtunzwanzig Händ voll Ring!
Achtunzwanzig Ohring leider!
Verrzeh Brosche un so weiter!
Achtunzwanzig falsche Zöpp! –
Verrzeh Zottelfranze-Köpp!

Verrzeh goldne Uhrn mit Kette!
Ach, un Handschuh ganze Schöck!
Verrzeh-verrzehmal Manschette!
Hunnertverrzig Unnerröck!
Vierunachtzig Spitzehose!
Verrzeh große Puderdose!
Verrzeh venez’jansche Schwämm!!
Enge Kämm un weite Kämm.

Jetz kimmt net des kläänste Iwel
Vom Papa seim Hääptplaisir,
Dieser Poste, der heeßt: Stiwel!
Verrzeh Döchter en chaussür’!
Von so verrzeh zarte Seele,
Wer vermag die Strimp zu zehle,
Dhäls gewebt un dhäls gestrickt,
Un mit Ränftercher geschmickt?


[356]

Die Korsette un so weiter
Wolle gar merr net berihrn, –
Doch e Unglick is der Schneider!
Verrzeh Döchter dhut merr spiern!
Moll un Woll, Kattun un Seide
Verrzehmal, lääft in die Kreide!
Verrzeh Döchter sammt der Schlepp
Uff en Baal, was kost des Krepp’!

Verrzeh Döchter is e Sege,
E Gedanke zauwerhaft!
Awer wer is so verwege,
Daß ern verrzeh Männer schafft?
Verrzeh reiche, junge, scheene
Hoffnungsvolle Schwiegersöhne,
Awer ääch, als Lohn derrfor,
Eine Schwiegermutter nor!