Gerichtet

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Textdaten
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Autor: Rainer Maria Rilke
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Titel: Gerichtet
Untertitel:
aus: Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 44.
Herausgeber: Rilke-Archiv in Verbindung mit Ruth Sieber-Rilke, besorgt durch Ernst Zinn
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1955
Verlag: Insel-Verlag
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Erscheinungsort: Frankfurt am Main
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf den commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck 1895
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[44] GERICHTET

Am ›Ring‹ stand einst ein Blutgerüst,
lang ist es her; doch wenn der Schein
des runden Monds das Rathaus küßt,
dann wallen aus dem heilgen Teyn

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Gerichtete in Geisterreihn ...

Weh wer sie sah!

Viel Herren fielen auf dem Ring;
die Herren finden Ruhe nicht; –
sie zogen eines Nachts: Es ging

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voran Herr Christus, groß und licht,

mit ernstem, traurigem Gesicht ...
Und einer sahs!

Der war ein Maler. Und im Flug
malt er, wie er geschaut, den Ring.

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Er malt den ganzen Geisterzug,

dem ernst voran Herr Christus ging.
Er malt ... bis ihn ein Fieber fing ...
Jetzt ist er tot. –