Geschichte von Kloster Heilsbronn/Equarhofen

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[396]
1. Equarhofen,

„Eckperhofen“, Pfarrdorf. Graf Gottfried von Hohenlohe-Brauneck (Brauneck lag ganz nahe bei Equarhofen) trat 1298, wie oben beim 13. Abt Heinrich und in den Beitr. S. 226 u. 227 berichtet wurde, zu Heilsbronn in den Orden ein. Durch Verkauf (siehe unten Waldmannshofen) und Schenkung kamen mehrere seiner Güter an das Kloster, vermuthlich auch das Pfarrpatronat von Equarhofen nebst dem Bezug von einem Zehnten, von Gülten, Handlöhnen und von einem Besthauptrecht. Diese Bezüge werden Jahr für Jahr bis zur Auflösung des Klosters in den Mönchsrechnungen des Kamerarius oder Sartors verrechnet. Dort schreibt der Rechner z. B. im Jahre 1460: „Recepi hoc anno in Eckperhoffen de siligine et spelta 55 maltra, de quibus plebano in Langenstaynach ex parte structurae domus suae data sunt 6 maltra.“ Wurden die Zehnten verliehen und in Geld erhoben, dann lautete der Eintrag z. B. i. J. 1534: „25 fl. von Eckperhouen, 23 fl. von Zimmershouen, 22 fl. von Langensteinach, 22 fl. von Großenharpach, 3 fl. von Kleinharpach, 15 fl. von Gückelhausen.“ Der 20. Abt Stromer kaufte 1405 einige Gefälle in Eckburghoven und ließ den Kauf durch den dortigen Vicarier Kon. Balbach bestätigen.

Aus den anderwärts vielleicht noch vorhandenen Urkunden über die Erwerbungen in jener Gegend dürfte sich ergeben, daß Manches in der dortigen Gegend, namentlich das Pfarrpatronat von Wallmersbach, von den ehemals in jener Gegend begüterten Herren von Ehenheim[1] (Enheim) erst durch Schenkung, [397] dann durch Kauf an das Kloster gekommen ist. Diese Adelsfamilie stand bis zu ihrem Erlöschen in stetem Verkehr mit Heilsbronn. Als Grundbesitzer in und bei Equarhofen waren die Herren von Ehenheim Vasallen der Grafen von Hohenlohe. Durch den Erwerb von Forndorf wurden sie auch Vasallen der Burggrafen von Nürnberg und der Kurfürsten von Brandenburg. Forndorf liegt ganz nahe bei dem heilsbronnischen Amtssitze Waizendorf (s. dort), wo es wegen des Viehtriebes an der Wieseth zwischen dem 22. Abt Kötzler und Wilhelm von Ehenheim-Steinsfeld zu einem Streit kam, den der Burggraf (Kurfürst) Albrecht Achilles i. J. 1441 schlichtete. 1464 wurde Georg von Ehenheim in Heilsbronn begraben. Sein um 1600 noch in der dortigen Ritterkapelle vorhandener und kopirter Todtenschild zeigte einen schwarz-weiß diagonalgestreiften Schild mit der Umschrift: „A. D. 1464. Montag nach St. Veitstag starb der streng und vest Ritter Georg von Ehenheim.“ Kunz von Ehenheim (vermuthlich Georg’s Sohn) zu Forndorf, Freund und Gevatter des 26. Abts Wenk (s. Waizendorf) verkaufte Forndorf an Apel von Seckendorf. Um 1536 wohnte Leonhard von Ehenheim in Hollach, ein Ehenheimischer Vogt in Brauneck. 1537 zeigten Engelhard und Eringius von Ehenheim dem 27. Abt Schopper die Entleibung des Pfarrers Uttenhofer in Wallmersbach (s. dort) an und baten um Wiederbesetzung der Pfarrstelle. Sie wohnten entweder in Wallmersbach, oder in Hollach und waren an beiden Orten begütert. Engelhard von Ehenheim zu Geyern, an welchen Schopper sein Antwortsschreiben richtete, erscheint bald als Amtmann zu Stauf, bald als Statthalter, als Landrichter beim kaiserlichen Landgericht des Burggrafthums, oft als Gast in Heilsbronn und in brieflichem Verkehr mit den Äbten. Feindselig erwies sich dagegen Frau Regina von Ehenheim zu Hohlach gegen den heilsbronnischen Pfarrer zu Langensteinach (s. dort). Über die Zustände in Equarhofen im Reformationsjahrhundert ist oben referirt worden. Die größte unter den im heilsbronnischen Schulzenamt Equarhofen gelegenen Pfarreien war Langensteinach; über [398] dieselbe soll daher hier zuerst berichtet werden; dann über ihre Filiale Adelhofen und Grenbach, welche durch die Äbte von der Mutterkirche getrennt und zu selbstständigen Pfarreien erhoben wurden.


  1. Vgl. Stillfried S. 215.
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