Hans Steutlinger

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Autor: Unbekannt
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Titel: Hans Steutlinger
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 381–382
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[381]
Hans Steutlinger.

Was wollen wir singen und heben an?
Von einem Hans Steutlinger;
Hat aus dem Adel geheurathet,
Hat geheurath eine adliche Frau.

5
„Ei Knechte, lieber Knechte mein,

Sattle mir und dir zwei Pferd,
Gen Freiburg wollen wir reiten,
Gen Offenburg haben wir guten Weg.“

Und da ich in Freiburg eine[1] kam,

10
Für’s jungen Herrn Friedrich sein Haus,

Da schaute der junge Herr Friedrich
Zum oberen Fenster heraus.

„Hans Steutlinger, lieber Hans Steutlinger,
Kommt zu mir jetzt herein;

15
Steigt ab von Eurem Sattel,

Helft essen die wildesten Schwein!“

„Vom Sattel will ich wohl steigen,
Will treten auch zu Euch hinein,
Wenn Ihr mir wollet verheißen,

20
Daß ich kein Gefangner mehr sey.“ –


Sie gaben dem Hans Steutlinger gute Wort,
Bis sie ihn brachten oben an Tisch:
„Ei iß’ und trink, Hans Steutlinger,
Dein Leben wird nimmermehr frisch!“

[382]
25
„Wie kann ich essen und trinken,

Wie kann ich nur fröhlich seyn?
Mein Herz möcht’ mit versinken
Beim Meth und beim kühlesten Wein.“

„Hans Steutlinger, wem vermacht Ihr Euer Weib?“

30
„Ich vermach sie dem lieben Herrn Friederich;

Dem vermach’ ich ihren untreuen Leib,
Der sieht sie viel lieber noch als ich.“

„Hans Steutlinger, lieber Hans Steuelinger,
Wem vermacht Ihr Eure Kind’?“

35
„Ich vermach sie dem lieben Gott selber,

Der weiß am besten, wem sie sind.“

„Hans Steutlinger, lieber Hans Steutlinger,
Wem vermachet Ihr Euer Gut?“
„Ich vermach’s den armen Leuten,

40
Die Reichen haben selber genug.“
(Aus „Des Knaben Wundethorn etc.“ 1. Band S. 173.)

  1. hinein.