Im Kegelclub der Kunsthütte
All’ Montags auf dem Kegelschub
Da kommt zusammen unser Club:
Um dort, getheilt in zwei Partei’n,
Zu schieben Wettkampf im Verein.
Manch’ Braver ist’s, der dort mit Kraft
Und mit Geschick die Kugeln rafft.
D’rum singe jetzt mein Lied den Preis
Der Künstler aus dem Keglerkreis.
Kopp, der mit Kraft und mit Bravour
Schon oft verhunzt die sich’re Jour
Und immer „in die Vollen“ geht,
Der ist der Längste auf dem Bret.
Das größte Maul hat Dingeldey,
Schiebt er auch nur der Kegel zwei;
Doch glückten ja ihm einmal mehr,
Schiebt Keiner „glänzender“ wie Er.
Der Ancke wie ’ne Wespge sticht,
Fehlt niemals keinen Kegel nicht;
D’rum heißt es bei ihm öfter wohl:
Der „Stecher vor“ mit dem Pistol.
Arndt I „Bangspitze“[1] wird genannt
Mit Knasterpfeifchen in der Hand;
Die Kugeln sind ihm nimmer recht
D’rum schiebt er „meestens“ immer schlecht. –
Arndt II ist unser Veteran,
Er ist schon lange auf der Bahn;
Doch ärgert es ihn sicherlich:
Fällt „so ein mucksches Luder“ nich.
Der Gottschaldt Türkenkugeln liebt,
Mit ihnen um die Ecke schiebt;
Doch thut es ihm auch oft passir’n,
Daß sie sich „in die Eck“ verlier’n.
Ein ganz besondrer Künstler ist,
Wie Ihr ja alle längst es wißt:
Inspector Fuchs, der hier zu Land
Der „Königstiger“ wird genannt.
Wenn ja einmal die Majestät
Mit Bauern auf dem Brete steht:
So stürzt er vor und auf das Wort
Vollbringt er einen „Königsmord“. –
Ein feiner Schieber Fischer ist,
Auch Händler, eh’mals „böser Christ“.
Was Lembcke, Kretzschmar, leisten kann,
Bekannt ist es bei Jedermann.
Einenkel, Torge, Duderstädt,
Sie stellen ihren Mann am Bret,
Wenns Dessin und Visir ist fein
Stürzt manchmal „Einer von die Neun“.
Ich kenne zwar noch manchen Mann
Dem ich mein Lob nur spenden kann.
Doch käm’ der Drucker nicht zurecht
Wenn ich noch viele Verse brächt’.
D’rum fasse ich den ganzen Stamm
Zum Schlusse noch einmal zusamm’
Und bringe nun mit aller Kraft
Ein „Hoch“ der Kegler-Künstlerschaft!
G.
- ↑ Handschriftlich korrigiert, vermutlich: Bergspitze