Im Rohr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Im Rohr
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 164–163
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Breslau
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]
[164]
Im Rohr.


Es saß ein lust’ger Bub’ im Rohr,
Und schnitt sich Pfeifen voller Freuden;
Denn, wer da sitzet in dem Rohr,
Der, heißt es, kann sich Pfeifen schneiden.

5
Der Bube drauf die Töne griff,

Und sich ein lustig Liedlein pfiff.

Ein Jüngling auch saß in dem Rohr;
In seinen Augen thränten Leiden.
Doch weil er nun so saß im Rohr,

10
Versucht’ er Pfeifen auch zu schneiden:

Drauf blies er in das Rohr, doch klang
Sein Liebeslied wie Grabgesang.

Auch saß ein Mann im dichten Rohr,
Schien an der Menge sich zu weiden,

15
Und war, weil er so saß im Rohr,

Nicht faul, sich Pfeifen draus zu schneiden;
Er maß die Pfeifen nach Gewicht
Und blies zwar sehr, doch pfiff er nicht.

So sitzet Mancher in dem Rohr,

20
Man möchte Manchen drum beneiden;

Doch Jeder nicht, der sitzt im Rohr,
Versteht die Pfeifen recht zu schneiden.
Der Klügste, das ist sonnenklar,
Vor Allen doch der Bube war.