Im deutschen und im fremden Wald

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Textdaten
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Autor: Hans Hermann Behr
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Titel: Im deutschen und im fremden Wald
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 227
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1873
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Im deutschen und im fremden Wald.


Wie ist der deutsche Wald so schön,
Der Buchenhain an Bergeshöhn,
Der starken Eiche Stolz und Macht,
Der schlanken Birke Wipfelpracht,

5
Wie rauscht es in den Kronen stolz,

Wie flüstert’s hold im Unterholz,
     Wie rinnt so hell
     Der muntre Quell,
     Und hüpft aus Waldesdunkel

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     Mit Murmeln und Gefunkel!


Wie traurig ist der fremde Wald,
Wie öde, still und ungestalt
Das starre Laub am fremden Holz,
Das ist zum Flüstern viel zu stolz,

15
Das hat nicht Worte, heimisch traut,

Das knarrt und klappt in fremdem Laut.
     Und schwarz und schwach
     Schleicht dort der Bach,
     Umstrüppt von Reis und Dorne

20
     Aus schlammgefülltem Borne.


Wie bist du deutscher Wald so schön,
Du heil’ger Wald im Frühlingswehn,
Wenn es in allen Wipfeln schallt
Von Liebeslust und Lenzgewalt,

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Von Finkenruf und Amselschlag,

Von Stimmen all im Blätterdach!
     O Wiederhall
     Im Waldessaal,
     O grüne Wipfellieder

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     Wie traut tönt ihr hernieder!

 

Dr. H. Behr (Ati Kambang) in San Francisco.