Isidors Geschichte der Gothen, Vandalen, Sueven

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Einleitung

Für die Geschichte der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts war nach dem ersten Entwurf das Leben Eolumbans bestimmt. Da aber dieses zur Mittheilung in Übersetzung für unsere Zwecke nicht ausgiebig genug war, wurden Auszüge daraus, von D. Abel mit der Übersetzung des Fredegar verbunden und in dem neuen Verzeichniß das Leben des Papstes Gregor I. an jene Stelle gesetzt. Allein auch hier hat sich herausgestellt, daß für die Geschichte der deutschen Volksstämme nur wenig herauskommen würde, und deshalb geben wir nur die Episode aus dem Leben Gregors, welche von der Bekehrung der Angelsachsen und von der Stiftung der englischen Kirche handelt, jenem so folgenreichen und für Deutschland hochwichtigen Ereigniß; wir geben sie aus Bedas Kirchengeschichte, die am ausführlichsten davon berichtet, älter ist als die beiden Lebensbeschreibungen Gregors von Paulus Diocaonus und Johannes Diaconus und vor allem den Briefwechsel zwischen Gregor und dem Apostel der Angelsachsen, Augustin, vollständiger mittheilt als jene. – Vorangestellt ist dem Beda die Geschichte von den Königen der Gothen, Vandalen [VI] und Sueben des Isidor, Bischof von Sevilla, welche die Geschichte der deutschen Volksstämme auf der Pyrenäenhalbinsel am ausführlichsten und zusammenhängendsten unter den ältesten Quellen behandelt, eine leider nur sehr dürftige Erzählung im Vergleich mit den Geschichten der Ostgothen, Langobarden und Franken, die auf uns gekommen sind. Auf die Übersetzung von Isidors Chronikon glaubte ich verzichten zu dürfen, da es nur chronologische Aufzählung nackter Thatsachen enthält, von denen die einschlägigen in der "Geschichte von den Königen der Gothen" ebenfalls enthalten sind. – Die Übersetzung des Isidor ist gegeben nach der Ausgabe des Arevalus, wie sie in der Patrologia von Migne[1] wieder abgedruckt ist. Auf die Varianten des kürzeren Textes bin ich nicht eingegangen, da ein endgültiges Urtheil über den Werth und das Verhältniß der beiden Relationen zu einander erst dann möglich sein wird, wenn wir die neue Ausgabe des Isidor, die von Mommsen vorbereitet wird, haben. Dieselbe Patrologie ist der Übersetzung aus Beda[2]

Isidor, der Sohn des Severian, eines Provinzialen aus dem Distrikte von Karthagena, ist geboren um das Jahr 570. Er wurde ausgebildet durch seinen älteren Bruder Leander, Bischof von Sevilla (Hispalis), einen Freund des Papstes Gregor I., der in dessen Sinne viel dazu beigetragen hat, daß die Westgothen sich von der arianischen Lehre zum Katholizismus wandten. Im Anfange des 7. Jahrhunderts wurde Isidor der Nachfolger seines Bruders auf dem Bischofsstuhl von Sevilla, den er bis zu seinem Tode im Jahre 638 [VII] inne hatte. Wie sein Freund und Zeitgenosse, der Bischof Braulio von Zaragoza, sagt, hatte ihn Gott eigens gesandt, "um nach den schweren Zeiten, von denen Spanien heimgesucht worden war, die Denkmäler des Alterthums wieder aufzurichten". Als erster Bischof der spanischen Kirche leitete er zwei Konzilien und galt bei seinen Zeitgenossen als eine Stütze der Kirche, sowie als ein Mann von umfassender Gelehrsamkeit und hinreißender Beredsamkeit. Während des ganzen Mittelalters war er eine Hauptquelle aller Wissenschaft, hauptsächlich wegen seines großen Werke, der 20 Bücher Etymologiarum (oder Originum), einer Encyclopädie der gesammten Wissenschaft, die er auf Anregung seines oben erwähnten Freundes Braulio verfaßte, der auch nach des Autors Tode die Eintheilung in Bücher besorgte. Die Fülle des hier zusammengetragenen Materials ist geradezu staunenswerth, und mit Recht nennt Ebert[3] den Isidor "den größten Excerpisten und Compilator, den es vielleicht gegeben hat". Seine Bedeutung für das Mittelalter liegt darin, daß bei stets zunehmender Seltenheit der Handschrift sein Werk bald als Hauptquelle aller Kenntniß vom Alterthum galt. Auch wir bewundern den außerordentlichen Fleiß des Mannes, wenngleich wir die oft rein äußerliche Eintheilung und Behandlung der Materie und einen großen Theil seiner sogenannten Etymologien nicht billigen können. Auch Isidors andere Schriften, grammatisch-etymologischer und theologischer Art, erfreuten sich im Mittelalter großen Ansehens. An geschichtlichen Werken haben wir von ihm ersten das Chronicon, eine Weltchronik, gezählt von der Erschaffung der Welt und bis zum Jahre 615 n. Chr. reichen, im Anschluß an andere ähnliche Werke, wie die des [VIII] Julius Africanus, Eusebius-Hieronymus und Victor Tunnunensis, von Isidor selbst eingetheilt nach den sechs Augustinischen Weltaltern;[4] eine trockene Aufzählung geschichtlicher Thatsachen nach Jahreszahlen, die im sechsten Weltalter nach den römischen Kaisern geordnet sind. Sein zweites geschichtliches Werk ist die in Folgendem übersetzte Historia de regibus Gothorum, Vandalorum et Suevorum, eine chronologisch angelegte Geschichte der Westgothen, von ihrem Anfang (253 n. Chr.) bis zum Jahre 625 mit einem Anhange, der die Geschichte der Vandalen und Sueben behandelt. – Abgesehen von Einzelheiten hat Isidor für die ältere Zeit die Fortsetzung der Chronik des Eusebius von Hieronymus (bis 378) und die Historiae des Orosius (417 vollendet) benutzt, für die spanischen Verhältnisse die Chronik des Idacius (die Jahre 379–469 umfassend), für die afrikanischen die des Victor von Tunnuna (für die Jahre 444–566), gegen Ende auch seinen Zeitgenossen Johannes von Biclaro (für die Jahre 565–590) – Werke, die uns sämmtlich erhalten sind; außerdem hat Isidor noch benutzt ein verloren gegangenes Chronicon des Bischofs Maximus von Zaragoza, eines älteren Zeitgenossen. Eigenen Werth hat Isidors Werk von Eurichs Regierung an (466); wir sind auf ihn besonders angewiesen für die Jahre 531–568; von 590 an ist er unsere vorzüglichste, zum Theil sogar ausschließliche Quelle für die Geschichte des Westgothenvolks. – Hervorzuheben ist endlich noch, daß Isidor, obgleich Romane von Geburt, nicht nur sein Vaterland Spanien mit Begeisterung preist, sondern auch ganz entschieden die Westgothen für das erste Volk der Welt erklärt;[5] wir sehen also, daß sich zu [IX] seiner Zeit die Verschmelzung der Westgothen und der von ihnen unterworfenen Romanen, gefördert durch die kirchliche Vereinigung, bereits vollzogen und sich gewissermaßen ein spanisches Nationalgefühl gebildet hat. –

Beda, den die bewundernde Nachwelt schon seit dem 9. Jahrhundert Venerabilis, den Verehrungswürdigen, nannte, ist im Jahre 672 geboren auf dem Gebiete des 674 gegründeten Klosters Warmouth in Northumberland. Dem Abte jenes Klosters, Benedict, wurde er schon als siebenjähriger Knabe zur Erziehung übergeben, dann vom Abte des Tochterklosters Jarrow, Eolfrid, weiter ausgebildet. Schon im 19. Lebensjahre ward er zum Diacon, im 30. zum Presbyter geweiht. Sein ganzes Leben fast hat er in den Mauern jener beiden Klöster zugebracht; in dem letzteren starb er auch und wurde dort begraben (735). Jene beiden Aebte, besonders Benedict, hatten von ihren Romfahrten große Mengen von Büchern mitgebracht und so, außer ihrer persönlichen Anregung, den anglischen Mönchen die Möglichkeit eines umfassenden Studiums geboten. Ihr eifrigster Schüler aber war Beda, der sein reiches Wissen auf den Gebieten der Grammatik und Rhetorik, Mathematik und Poetik, der exegetischen und dogmatischen Theologie, der kirchlichen und profanen Geschichte in zahlreichen Werken niederlegte. Weitaus das bedeutendste ist die Historia ecclesiastica gentis Anglorum in fünf Büchern, die er in den letzten Jahren seines Lebens vollendete (731). Diese Geschichte der englischen Kirche ist, abgesehen von der Einleitung, welche die ersten 22 Kapitel des ersten Buches umfaßt, ganz das eigene Werk Bedas, nach umfangreichem Material und mit wörtlicher Mittheilung der wichtigsten Aktenstücke sorgfältig gearbeitet; die Wahrheit ist ihm, wie er selbst im Vorwort sagt, "das Grundgesetz der Geschichte". [X] Auch ist die Sprache ruhig und leidenschaftslos, der Ausdruck klar und gewandt, das Latein für jene Zeit von großer Reinheit, so daß er als Schriftsteller hoch über seinem Vorgänger Isidor steht, dessen Werk ihm übrigens wohlbekannt war.

Berlin, 19. Juni 1887

D. Coste

[1]

Sankt Isidors, des Bischofs von Hispalis, Geschichte von den Königen der Gothen, Vandalen und Sueben.

1. Die Gothen sind sicherlich ein sehr altes Volk; manche Leute nehmen an, daß sie von Magog, Japhets Sohn, abstammen, und berufen sich dafür auf die Ähnlichkeit der letzten Silbe dieses Wortes, noch mehr aber auf den Propheten Ezechiel.[6] Doch haben früher die Gelehrten sie vielmehr Geten als Gog und Magog genannt. Sie werden als ein sehr tapfres Volk geschildert, das auch Judäa zu verheeren versucht hat.

2. Ihr Name bedeutet in unserer Sprache die Bedeckten (Geschützten), womit ihre Tapferkeit bezeichnet wird; und wahrlich, kein Volk in der ganzen Welt hat dem römischen Reiche so viel zu schaffen gemacht wie dies. Vor ihnen warnte Alexander, fürchtete sich Pyrrhus, zog sich Cäsar zurück.[7] Viele Jahrhunderte hindurch standen sie früher unter Herzögen, dann unter Königen. Diese Regierungszeiten will ich der Reihe nach aufführen und nach alten Quellen zusammenstellen, wie sie geheißen und was für Thaten sie verrichtet haben.

3. Im Jahre 12 vor unserer Ära[8] als Gn. Pompejus und G. Julius Cäsar um die Weltherrschaft im Bürgerkriege [2] kämpften, kamen die Gothen nach Thessalien, um dem Pompejus Hülfe zu leisten und gegen Cäsar zu kämpfen. Während im Heere des Pompejus Äthiopen, Inder, Perser, Meder, Griechen, Armenier, Scythen und die anderen Völker des Orients, gegen Julius aufgerufen, kämpften, leisteten jene vor allen Übrigen dem Cäsar tapferen Widerstand. Cäsar soll sogar im Schrecken über ihre Zahl und Tapferkeit haben fliehen wollen, wenn nicht die Nacht dem Kampfe ein Ende gemacht hätte. Da sagte Cäsar, Pompejus verstehe nicht zu siegen, Cäsar aber sei unbesieglich; denn wenn jener zu siegen verstände, hätte er an diesem Tage mit so furchtbaren Kräften den Cäsar besiegen müssen.

4. Im ersten Jahre der Regierung des Valerian (253–260) und Gallienus (253-265) stiegen die Gothen von den hohen Bergen, auf denen sie wohnten, herab und verwüsteten Griechenland, Macedonien, Pontus, Kleinasien und Illyrien. Letzteres sowie Macedonien hielten sie fünfzehn Jahre lang besetzt. Dann wurden sie vom Kaiser Claudius (268-70) besiegt[9] und kehrten in ihre Stammsitze zurück. Die Römer aber rechneten es dem Claudius Augustus zu hohem Ruhme, daß er ein so tapferes Volk von den Grenzen des Reiches zurückgetrieben habe, und stellten für ihn auf dem Forum einen goldnen Schild, auf dem Kapitol eine goldne Bildsäule auf.

5. Im 26. Jahre der Herrschaft Konstantins überschwemmten die Gothen das Gebiet der Sarmaten und fielen dann in zahllosen Schwärmen über die Römer her, in ungestümer Tapferkeit alles mit Feuer und Schwert verwüstend. Gegen sie zog Konstantin aus, trieb sie nach heftigem Widerstand über die Donau zurück und erhöhte durch diesen Siege [3] über die Gothen den Ruhm, den er durch Niederwerfung anderer Völkerschaften bereits erworben hatte. Die Römer belobten ihn unter Beistimmung des Senats öffentlich dafür, daß er ein so großes Volk besiegt und die alten Grenzen des Reiches wieder hergestellt hatte.

6. Im 6. Jahre der Herrschaft des Valens gelangte zuerst zur Königsherrschaft über die Gothen Athanarich. Er regierte dreizehn Jahre. In grausamer Glaubensverfolgung wandte er sich gegen diejenigen seiner eigenen Unterthanen, welche für Christen galten, und machte sehr viele, die den Götzenbildern zu opfern sich weigerten, zu Märtyrern. Die Übrigen verfolgte er zwar auch auf mancherlei Weise; ihre große Zahl hielt ihn aber davon zurück, sie umzubringen. So schenkte er ihnen zwar das Leben, zwang sie dagegen aus seinem Reiche zu weichen und in die Provinzen des römischen Reiches auszuwandern.[10]

7. Im 13. Jahre der Herrschaft des Valens spalteten sich die Gothen an der Donau in zwei Theile, die sich unter Athanarich und Fridigern auf das Heftigste befehdeten. Athanarich aber überwand den Fridigern mit Hülfe des Kaisers Valens. Aus Dankbarkeit hierfür schickte er Gesandte mit Geschenken an selbigen Kaiser und fordert von ihm Lehrer zur Unterweisung in der christlichen Glaubenslehre. Valens aber, der von den Wahrheit der katholischen Lehre abgewichen und der Verkehrtheit arianischer Ketzerei ergeben war, sandte ketzerische Priester, durch deren Überredungskunst er die Gothen für seine verruchte Irrlehre gewann. So impfte er diesem erlauchten Volke das verderbliche Gift ein; so bekam es die Irrlehre, die es begierig einsog, und behielt sie lange.

[4] 8. Damals erfand Gulfilas, der Bischof dieser Gothen (318–388), ein Alphabet und übersetzte die Schriften des Neuen und Alten Testaments in ihre Sprache. Sobald aber die Gothen anfingen, das Alphabet und das Gesetz zu kennen, richteten sie sich Kirchen ihres Bekenntnisses ein und hatten, dem Beispiel des Arius folgend, solche Lehrsätze über die Gottheit selbst, daß sie glaubten, der Sohn sei geringer an Herrlichkeit als der Vater und sei jünger als dieser in der Ewigkeit. Ferner meinten sie, der heilige Geist sei nicht Gott, auch nicht dem Vater wesensgleich, sondern vom Sohn erschaffen, dem Vater und Sohn dienstbar und zu Gehorsam verpflichtet. Sie hielten Vater, Sohn und heiligen Geist für dem Wesen nach verschieden, so daß nicht mehr, wie die heilige Schrift überliefert, ein Gott und Herr angebetet, sondern wie in heidnischer Götzendienerei drei Götter verehrt wurden. Dieser schlimmen Gotteslästerung blieben sie ergeben durch lange Zeit, unter einer ganzen Reihe von Königen, 213 Jahre. Endlich dachten diese an ihr Seelenheil, sagten sich von dem tiefeingewurzelten Irrglauben los und gelangten durch Christi Gnade zum alleinseligmachenden, katholischen Glauben.

9. Im Jahre der Herrschaft des Valens wurden die Gothen, welche dereinst die Christen aus ihrem Lande getrieben hatten, selbst wiederum unter ihrem König Athanarich von den Hunnen vertrieben. Sie überschritten die Donau und unterwarfen sich, weil sie sich dem Kaiser Valens nicht gewachsen fühlten, jedoch ohne ihre Waffen auszuliefern. Der Kaiser wies ihnen Thrazien als Wohnsitz an. Da sie aber bemerkten, daß sie von den Römern ihrer alten Freiheit beraubt wurden, sahen sie sich zum Aufstand gezwungen. Sie verwüsteten Thrazien mit Feuer und Schwert, schlugen das römische Heer und verbrannten den Valens selbst in einer Hütte, in die er sich, durch einen Speer verwundet, geflüchtet [5] hatte.[11] So wurde der Mann von ihnen lebendig mit irdischem Feuer verbrannt, der so schöne Seelen dem ewigen Feuer preisgegeben hatte.

10. In dieser Schlacht fanden die Gothen Landsleute als Bekenner der rechten Lehre, die sie früher wegen ihres Glauben aus der Heimat vertrieben hatten, und wollten sie zur Theilnahme an ihren Raubzügen bestimmen. Da sie sich weigerten, wurden einige getödtet. Andere, die in die Berge sich flüchteten oder sonstwo Schlupfwinkel fanden, blieben nicht nur katholischen Christen, sondern beharrten auch in ihrer Treue gegen die Römer, von denen sie einst aufgenommen worden waren.

11. Im 3. Jahre der Herrschaft des Spaniers Theodosius begab sich Athanarich, um ein Friedens- und Freundschaftsbündniß mit dem Kaiser zu schließen, nach Konstantinopel und starb dort vierzehn Tage, nachdem er von Theodosius ehrenvoll empfangen war. Die Gothen schlossen nach dem Tode ihres eignen Königs, in Anbetracht der Göte des Kaisers Theodosius, ein Bündniß, traten in den Verband des römischen Reiches und blieben darin 28. Jahre.

12. Im 4. Jahre der Herrschaft Thodosius' verzichteten die Gothen auf den Schutz des römischen Bündnisses und wählten Alarich zum König, weil sie es für unwürdig hielten den Römern unterthan zu sein und denen zu gehorchen, deren Gesetz und Gebot sie schon früher verachtet hatten, deren Bündniß sie in siegreichem Kampfe abgeschüttelt hatten.

13. Im 5. Jahre der Herrschaft des Honorius und Arcadius vereinigen sich die Gothen, die bis dahin unter Alarich und Radagais getheilt, einander in mannigfachten Kämpfen zerfleischt hatten, zur Vernichtung des römischen [6] Reiches auf ein gemeinsames Vorgehen und theilen sich zur planmäßigen Ausplünderung aller Landschaften Italiens.

14. Im 11. Jahre der Herrschaft des Honorius und Arcadius machte der Gothenkönig Radagais, von Geburt ein Scythe, heidnischem Götzendienst ergeben, ein Barbar von ungezügelter Wildheit, mit 200000 Mann einen Angriff auf Italien und verwüstet einen großen Theil davon, in dem er gelobte, für den Fall, daß er siegte, das Blut der Römer seinen Göttern zu Ehren und Christo zum Hohn zu vergießen. Sein Heer wurde von Stilico, dem Feldherrn der Römer in den Bergen Tusciens eingeschlossen und mehr durch den Hunger als durchs Schwert vernichtet. Der König selbst wurde schließlich gefangen und getödtet.

15. Im 15 Jahre der Herrschaft des Arcadius machte sich Alarich, dem Namen nach Christ, aber dem Bekenntnisse nach ein Ketzer, auf, um den Tod seines Throngenossen Radagais zu rächen, da er zürnte, daß eine so große Menge Gothen von den Römern vernichtet worden war, und zog, um seine Rache zu kühlen, gegen Rom. Er belagerte, erstürmte, verwüstete es mit Feuer und Schwert. So erlag die Stadt, die einst alle Völker besiegt hatte, dem Schwerte der Gothen und mußte sich ihrem Joche beugen. So mild aber zeugten sie doch die Gothen, daß sie ein Gelübde thaten, ehe sie die Stadt betraten, daß jeder Römer, der in einem Gotteshause vorgefunden wurde, nicht der Plünderung verfallen solle. Diesem Gelübde gemäß wurde im Sturm auf die Stadt allen denen, die zu den heiligen Schwellen sich geflüchtet hatten, Leben und Freiheit geschenkt. Auch diejenigen, welche außerhalb der Stätten der Märtyrer betroffen wurden und den Namen Christi und der Heiligen anriefen, fanden gleiche Schonung.

16. Auch im Übrigen war die Ausnutzung des Sieges, [7] obgleich die Beute wehrlos dalag, maßvoll. Als die Gothen plündernd die Stadt durchzogen, stieß ein Edler auf eine ältliche Nonne und forderte sie sittsam auf, sie solle Gold und Silber, wenn sie dergleichen bei sich trüge, ausliefern. Getrost zeigte sie vor, was sie hatte. Und als jener die Form der Gefäße und ihre Feinheit bewunderte, die so recht die Herkunft aus der alten Zeit des Glanzes von Rom zeigte, sprach die Jungfrau: "Diese Gefäße sind aus dem Heiligthum des Apostels Petrus bei mir niedergelegt worden; nimm sie, wenn Du den Muth dazu hast – ich wage es nicht, die heilige Hostie fortzugeben." Als der Gothe den Namen des Apostels hörte, bekommt er einen großen Schreck und läßt dem Könige die Sache melden, der sofort in tiefster Ehrfurcht alles von jener Jungfrau in das Heiligthum des heiligen Petrus zurückschaffen ließ, denn er sagte: "Ich habe mit den Römern Krieg geführt, nicht mit den Aposteln Gottes."

17. So kehrt die Jungfrau, mit diesem höchst ehrenvollen Dienst betraut, zurück; es kehren mit ihr alle zurück, welche sich ihr angeschlossen haben, auf den Köpfen die goldenen und silbernen Gefäße tragend und Hymnen singend, während auf Befehl des Königs von allen Seiten zu ihrem Schutz bewaffnete Schaaren sich aufstellten. Bei dem Schalle dieses Gesanges strömten die Christen aus ihren Schlupfwinkeln zusammen, mit und unter ihnen auch die Heiden, welche dadurch, daß sie sich scheinbar als Knechte Christi bekannten der Todesgefahr entrannen.

18. In dieser Zeit nehmen die Gothen Placidia, die Tochter des Kaisers Theodosius und Schwester der Kaiser Honorius und Arcadius in Rom gefangen. Dazu einen ungeheuren Schatz an Gold und Silber. Am dritten Tage, nachdem sie die Römer ausgeplündert, die Stadt zum großen Theil in Brand gesteckt und zerstört hatten, brechen sie auf [8] und besteigen wiederum die Schiffe. Als sie aber nach Sizilien, das von Italien nur durch eine schmale Meerenge getrennt ist, übersetzen wollten, erlitten sie durch einen Sturm große Verluste. Doch der Ruhm, Rom erobert zu haben, erschien ihnen so groß, daß sie im Vergleich dazu jene Verluste gar nicht in Anschlag brachten und die Schäden Schiffbruchs durch den Sieg für reichlich aufgewogen erachteten. Bald darauf starb Alarich im 28. Jahre seiner Herrschaft in Italien.

19. Im 17. Jahre der Herrschaft des Honorius, im ersten Theodosius' des Jüngeren, als Alarich nach Einnahme der Stadt Rom gestorben war, gaben die Gothen die Krone Italiens an Athaulf, der sie sechs Jahre trug. Im fünften Jahre seiner Regierung verließ er Italien und ging nach Gallien. Er heiratete Placidia, des Theodosius Tochter, welche die Gothen zu Rom gefangen genommen hatten. Nach einigen soll hierdurch eine Weissagung des Propheten Daniel in Erfüllung gegangen sein, welche sagt, die Tochter des Königs des Ostens werde sich dem Könige des Westens vermählen, ohn daß jedoch aus dieser Ehe ein Sohn übrig bleiben würde. Denn der Prophet fügt in dem Folgenden hinzu: "Und ihr Same wird nicht bestehen."[12] Sie gebar nämlich keinen Sprößling, der dem Vater in der Herrschaft hätte folgen können. Während Athaulf dann Gallien verließ, um Spanien anzugreifen, wurde er bei Barcelona von einem seiner Leute während einer vertraulichen Unterhaltung umgebracht.

20. Im 22. Jahre der Herrschaft des Honorius nach dem Tode Athaulfs wurde von den Gothen Sigerich zum König erhoben, der bald darauf von den Seinigen getödtet wurde, weil er sehr geneigt war, mit den Römern Frieden zu schließen.

[9] 21. In demselben Jahre folgte auf Sigrich Walia. Er regierte drei Jahre (415–419), und obgleich er von den Gothen in kriegerischer Absicht zum Könige gewählt worden war, schloß er bald nach seinem Regierungsantritt ein Bündniß mit dem Kaiser Honorius, da ihn die göttliche Vorsehung zu einem Werkzeug des Friedens bestimmt hatte. Auch gab er dem Kaiser seine Schwester Placidia, welchen von den Gothen in Rom gefangen genommen war, aufs Ehrenvollste zurück und versprach dem Kaiser, im Interesse des Staates ihm jeglichen bewaffneten Beistand zu leisten. Daher brachte er, als ihn der Patrizier Constantius nach Spanien rief, im Namen des römischen Volkes den Barbaren schwere Niederlagen bei.

22. Die Selinguischen Vandalen in Baetica vernichtete er. Die Alanen, welche über Vandalen und Sueven herrschten, schlug er derart aufs Haupt, daß nach dem Fall ihres Königs Ataces die wenigen Übriggebliebenen keinen eignen König mehr wählten, sondern sich der Herrschaft des Vandalenkönigs Gunderich, der in Gallaecien[13] seinen Sitz hatte, unterwarfen. Als Walia Spanien unterjocht hatte und sich rüstete mit einer großen Flotte nach Afrika überzusetzen, wurde er in der Meerenge von Gades (Cadiz)[14] durch einen gewaltigen Sturm übel zugerichtet. Deshalb, und vielleicht auch im Andenken jenes Schiffbruchs des Alarich, unterließ er die Fahrt, verließ Spanien und kehrte nach Gallien zurück. Der Kaiser gab ihm zur Belohnung für seinen Sieg Aquitania secunda[15] und einige Städte von benachbarten Provinzen bis zu dem (atlantischen) Ozean.

23. Im 25. Jahre der Herrschaft des Honorius wurde nach dem Tode Walias König Theudered,[16] der 33 Jahre [10] regierte (419–451). Dieser war mit der Herrschaft über Aquitanien nicht zufrieden, erneuerte das Bündniß mit den Römern nicht, sondern nahm die meisten römischen Städte der angrenzenden Gebiete und belagerte Arelas,[17] die vornehmste Stadt Galliens, mit aller seiner Macht. Durch die Tapferkeit des römischen Feldherrn Aëtius wurde er gezwungen, diese Belagerung aufzugeben.

24. Als dann Aëtius auf Befehl des Kaisers Valentinian seines Kommandos entsetzt worden war, belagerte Theudered die Stadt Narbo[18] und drohte sie auszuhungern, wurde aber auch hier von dem römischen Feldherrn Liborius mit Hülfe der Hunnen abgewiesen. Liborius aber, der zuerst so glücklich gegen die Gothen gekämpft hatte, ließ sich durch Teufelszeichen und Antworten von Wahrsager so weit blenden, daß er unbedachter Weise den Gothen eine Schlacht lieferte, in der das römische Heer vernichtet, er selbst überwunden und erschlagen wurde.[19] An seinem Beispiel kann man recht sehen, wie viel jene Schaaren, die mit ihm den Tod fanden, hätten nützen können, wenn er sich mehr an den christlichen Glauben, als an die trügerischen Zeichen der Teufel hätte halten wollen.

25. Nach dem Untergang des Liborius schloß Theudered mit den Römern Frieden und lieferte gegen die Hunnen, welche Galliens Provinzen weit und breit verwüsteten und zahlreiche Städte zerstört hatten, mit Beihülfe des römischen Feldherrn Aëtius auf den Catalaunischen Gefilden[20] eine Feldschlacht, in der er siegreich kämpfend fiel. die Gothen aber setzten unter seinem Sohne Thorismund den Kampf mit solcher Tapferkeit fort, daß in dieser Schlacht von ihrem Anfang bis zu Ende ungefähr 300000 Mann gefallen sind.

[11] 26. Am Himmel und auf Erden erschienen zu der Zeit mancherlei Zeichen, die auf einen so blutigen Krieg hindeuteten. Unter wiederholten Erdbeben erschien der Mond im Osten in röthlichem Licht, und im Westen zeigte sich ein Komet, der in ungewöhnlicher Größe erglänzte. Im Norden war der Himmel ganz roth, wie von Feuer oder Blut, und in der feurigen Röthe befanden sich hellere Streifen, die wie blitzende Lanzen aussahen. Es ist auch gar nicht zu verwundert, daß von Gott durch allerlei Zeichen auf dies furchtbare Blutbad hingewiesen wurde.

27. Die Hunnen, welche gründlich aufs Haupt geschlagen waren, verließen unter ihrem König Attila Gallien und zogen eilends nach Italien, wo sie einige Städte einnahmen. Dort fanden sie theils durch Hunger, theils durch andere Schläge der Hand Gottes den Untergang. Außerdem brachte ihnen ein Heer, das der Kaiser Marcian ausgesandt hatte, empfindliche Verluste bei, so daß sie bedeutend geschächt und vermindert in ihre Heimat zurückkehrten, wo ihr König Attila bald nach der Ankunft starb.

28. Nach seinem Tode richtete sich das Hunnenvolk durch innere Kämpfe vollends zu Grunde. Sofort entstanden unter seinen Söhnen um die Krone große Streitigkeiten, und die Hunnen, welche schon durch alle die Niederlagen stark zusammengeschmolzen waren, fielen nun in brudermörderischem Kampf. Es ist hierin wunderbar, wie, während jede Schlacht den anderen Völkern Schaden bringt, jene im Gegentheil durch ihren Fall noch Nutzen stiften. Es ist aber dem so, weil sie zur Zuchtruthe der Gläubigen gesetzt sind, wie z. B. auch das persische Volk.

29. Denn sie sind eine Ruthe des Zornes Gottes, und jedesmal wenn sein Grimm über die Gläubigen entbrennt, werden sie durch jene gegeißelt, damit sie durch Kümmernisse [12] geprüft, sich vor weltlicher Lust und Sünde bewahren und das Erbe des Himmelreichs besitzen. So schrecklich aber ist dies Volk, daß es bei einer Hungersnoth während des Krieges den Pferden die Adern öffnete und durch Trinken des Blutes dem Hunger wehrte.

30. Im 1. Jahre der Herrschaft Marcians (450–457) gelangte Turismund auf den Thron, Theudereds Sohn, und regierte ein Jahr (451–453). Da er gleich zu Anfang seiner Regierung durch sein gewaltsames Verfahren sich viele Feinde machte und manche Frevelthaten verübte, wurde er von seinen Brüdern Theuderich und Frigdarich umgebracht.

31. Im 2. Jahre der Herrschaft Marcians folgte Theuderich (Theoderich II. 453–466) seinem ermordeten Bruder auf dem Thron und regierte dreizehn Jahre. Dafür, daß er dem Kaiser Avitus (455. 56), zusammen mit den Galliern zur Erlangung der Kaiserwürde behülflich gewesen war, erhielt er von dem genannten Kaiser die Erlaubniß, von Aquitanien aus gegen Spanien sich zu wenden, und griff das Land mit einem ungeheuren Heer im fünften Jahre seiner Herrschaft an. Ihm trat mit ansehnlicher Heeresmacht der Suevenkönig Recchiarius, am zwölften Meilenstein von der Stadt Astura aus, an einem Fluß, der Urbicus[21] heißt, entgegen. In der Schlacht, die sich sofort entspann, wurde er besiegt, die Schaaren der Sueven theils niedergehauen, theils gefangen, theils in die Flucht geschlagen. Der König selbst floh zuletzt, von einem Geschoß verwundet und wurde, von den Seinen gänzlich verlassen, bei Portucale[22] gefangen und lebendig dem König Theuderich vorgeführt.

32. Nachdem er umgebracht war ergaben sich viele, die aus jenem Treffen entkommen waren. Eine größere Anzahl [13] davon wurde trotzdem niedergemacht, das Reich fast zerstört und der Herrschaft der Sueven ein Ende bereitet. Der Rest der Sueven, welcher im entferntesten Theil von Gallaecien zurückgeblieben war, wählte sich dem Sohn des Masilas, Namens Maldras, zum König. So wurde das Suevenreich wiederhergestellt. Theuderich zog nach dem Tode des Recchiarius als Sieger aus Gallaecien nach Lusitanien. Als er dabei war, die Stadt Emerita[23] auszuplündern, wurde er durch Wunderzeichen der heiligen Eulalia davon zurückgeschreckt, brach sofort mit dem ganzen Heere auf und kehrte nach Gallien zurück.

33. Bald darauf schickte er den einen Theil seines Heeres unter Ceurilas nach Baetica, den anderen unter Singerich und Nepotian nach Gallaecien, letzte schlugen die Sueven bei Lucus[24] gründlich aufs Haupt. In Gallien übergab der römische Bürger und Graf Agrippinus, um gegen seinen Nebenbuhler, den Grafen Aegidius, sich die Hülfe der Gothen zu sichern, Narbona an Theuderich. Dann kamen einige Gesandte vom Suevenkönige Remismund, Maldras' Sohn, zu Theuderich, um Frieden und Freundschaft von ihm zu erlangen. Gleicherweise schickte auch Theuderich an Remismund Gesandte, denen er als Gastgeschenke Waffen mit gab und auch ein Weib, das er zur Gattin nehmen sollte. Später schickte er auch Sallanes als Gesandten an Remismund. Als dieser nach Gallien zurückkam, fand er Theuderich von seinem Bruder Eurich umgebracht.

34. Im 8. Jahre der Herrschaft Leos (L. I., oström. Kaiser, 457–474) folgte Eurich (466–484) seinem Bruder durch die gleiche Mordthat, wie jener und regierte siebenzehn Jahre. Sobald er, wenn auch durch ein Verbrechen, auf [14] den Thron gelangt war, schickte er Gesandte an den Kaiser Leo. Ungesäumt greift er mit Ungestüm Lusitanien an. Dann sendet er ein anderes Heer aus, welches Pampilona und Caesaraugusta[25] nimmt, und so bringt er auch das obere Spanien in seine Gewalt. Auch den Adel der Tarraconensischen Provinz,[26] der sich ihm widersetzt hatte, vernichtete er auf einem Heereszug. Dann kehrte er nach Gallien zurück und eroberte Arelate und Massilia,[27] die fortan beide zu seinem Reiche gehörten.

35. Als eines Tages die Gothen mit ihm im Gespräch standen, sah er die Lanzen, die sie alle in Händen hielten, an dem Eisen statt in ihrer natürlichen Farbe in Grün, Rosenfarbig, Gelb oder Schwarz erglänzen. – Unter diesem Königen fingen die Gothen an, ihre Gesetze schriftlich aufzuzeichnen, die bis dahin nur durch Sitte und Gewohnheit festgestanden hatten. Der König Eurich starb zu Arelate eines natürlichen Todes.

36. Im 10. Jahre der Herrschaft Zenos (Z. Isauricus 474–491) wurde nach dem Tode Eurichs sein Sohn Alarich (II. 484–507) in der Stadt Tolosa[28] zum König der Gothen ausgerufen. Er regierte 23 Jahre. Gegen ihn zog Fludujus (Chlodwig), der König der Franken aus, welcher nach der Herrschaft über ganz Gallien strebte, unterstützt von den Burgunden. Derselbe schlug die gothischen Heere, besiegte schließlich Alarich bei Pistacium (Poitiers) und tödtete ihn. Als aber Theoderich (der Große), der König von Italien, den Tod seines Schwiegersohnes erfahren hatte, brach er sofort nach Gallien auf, brachte die Franken zum Weichen und brachte den Theil des Reiches, den die feindlichen [15] Schaaren besetzt hatten, wieder unter die Botmäßigkeit der Gothen.

37. Im 17. Jahre der Herrschaft des Anastasius wurde Gisalich, der Sohn des vorgenannten Königs von einer Kebse, König von Narbo und regierte vier Jahre (507–511). Wie seine Abkunft sehr anrüchtig war, so war er auch höchst unglücklich und unthätig. Als sein Land vom Burgundenkönig Gundebad verwüstet wurde, zog er sich nach starken Verlusten, zu seiner eignen Schande, nach Barcinona[29] zurück und blieb dort, bis er wegen seiner schmachvollen Flucht von Theoderich auch seiner königlichen Würde beraubt ward.

38. Von dort begab er sich nach Afrika, wo er die Hülfe der Vandalen gewinnen wollte, um sein Reich wieder zu erlangen. Da er dort nichts ausgerichtet hatte, kam er aus Afrika zurück und begab sich aus Furcht vor Theoderich nach Aquitanien, wo er sich ein Jahr lang verborgen hielt. Dann ging er wieder nach Spanien, wurde von einem Herzog des Königs Theoderich am zwölften Meilensteine von Barcinona aus geschlagen, dann jenseits des Flusses Druentius[30] in Gallien gefangen genommen und getödtet. So verlor er erst die Ehre, dann das Leben.

39. Im 21. Jahre der Herrschaft des Anastasius wurde der jüngere Theoderich,[31] der schon lange vorher vom Kaiser Zeno zum Konsul und König zu Rom ernannt worden war, nachdem er den Ostgothenkönig Odoakar getödtet, dessen Bruder Honoulf besiegt und über die Donau zurückgeworfen und 49 über Italien regiert hatte, König von Spanien und blieb es 15 Jahre lang. Dann übergab er noch bei seinen Lebzeiten die Herrschaft an seinen Enkel Amalarich und ging nach Italien zurück, wo er noch einige Zeit in [16] Glück und Glanz regierte. Durch ihn erhielt Rom einen Theil seiner alten Würde wieder; denn er baute die Stadtmauer wieder auf, wofür er vom Senat mit einer goldenen Bildsäule geehrt wurde.

40. Im ersten Jahre der Herrschaft Justinians, als Theoderich nach Italien zurückgekehrt und dort gestorben war, wurde sein Enkel Amalarich König udn blieb es fünf Jahre (526–531). Als er vom Frankenkönig Childebert (Chlodwigs Sohn) bei Narbona geschlagen war, floh er eiligst nach Barcinona. Dadurch machte er sich allen verächtlich und wurde von seinen eigenen Leuten auf dem Marktplatz zu Narbona erschlagen.

41. Im sechsten Jahre der Herrschaft Justinians wurde an Amalarichs Stelle Theudis König von Spanien und regierte 17 Jahre und 5 Monate (531–548). Obgleich er ein Ketzer war, gewährte er der Kirche Frieden und gab sogar den katholischen Bischöfen die Erlaubniß, in der Stadt Toletum[32] zusammenzukommen und dort in Freiheit und nach Gutdünken anzuordnen, was für die Kirchenzucht nöthig geworden war. Als unter seiner Herrschaft die Frankenkönige mit unzähligen Schaaren in Spanien eingefallen waren und die Tarraconensische Provinz verwüsteten, verlegten die Gothen unter Herzog Teudischus die Pässe (in den Pyrenäen) und schlugen die Franken glänzend. Ebenderselbe Herzog ließ sich durch Bitten und große Geldsummen bestimmen, einen Tag und eine Nacht en übriggebliebenen Feinden zum Abzug zu gewähren. Wer in dieser Zeit die Pässe nicht hatte überschreiten können, fiel unter dem Schwert der Gothen.

42. Nach einem so großen Siege handelten die Gothen jenseits der Meerenge sehr unbedacht. Denn als sie gegen [17] die Soldaten, die nach Vertreibung der Gothen die Stadt Septe[33] besetzt hatten, über die Meerenge [von Gibraltar] gegangen waren und jenes Kastell nach hartem Kampf erobert hatten, legten sie an dem folgenden Tage, einem Sonntag, die Waffen ab, um nicht den heiligen Tag durch Kampf zu beflecken. Diese Gelegenheit ergriffen die Gegner, um plötzlich einen Überfall zu machen; sie schlossen das Heer zu Lande und zu Wasser ein und hieben die waffen- und machtlose Menge bis auf den letzten Mann nieder.

43. Bald darauf ereilte auch den König die wohlverdiente Strafe. Er wurde im Palast von einem Menschen verwundet, der schon lange sich wahnsinnig gestellt hatte, um den König zu täuschen. So gelang es ihm, sich seinem Opfer zu nähern, und er durchbohrte den Fürsten, der sofort zu Boden sank und unter dem Schwert des Mörders sein unwürdige Seele aushauchte. Währen sein Blut in Störmen floß, soll er seine Umgebung beschworen haben, man möchte ja nicht den Mörder umbringen, denn an ihm werde nur das Recht der Vergeltung geübt, da er vor der Thronbesteigung im Zorn seinen Herzog erschlagen habe.

44. Im 23. Jahre der Herrschaft Justinians wurde nach der Ermordung des Theudes der Herzog desselben, Theudischus König der Gothen. Er regierte ein Jahr und drei Monate (548. 49.). Er hatte durch offenkundigen Ehebruch mehrere Edle entehrt und sich dadurch den tödlichen Haß Vieler zugezogen. Deshalb wurde er von einer Schaar Verschworener zu Hispalis[34] beim Mahl überfallen und erschlagen.

45. Im 24. Jahre der Herrschaft Justinians wurde nach dem Tode des Theudischus Agila König und regierte fünf Jahre (549–554). Derselbe zog gegen die Stadt Corduba zu Felde. Als er aus Verachtung des katholischen [18] Glaubens den allerseligsten Märtyrer Acisclus beleidigte und wie ein Kirchenschänder mit dem Blut der Feinde und Rosse die heilige Stätte seines Grabes besudelte, erhielt er durch die Hand der Heiligen in einem Kampf gegen die Bürger von Cordubar seine gerechte Strafe. Denn sein Angriff wurde blutig abgewiesen, er verlor außer zahlreicher Mannschaft dabei den eigenen Sohn und obendrein seinen ganzen Schatz, der sehr bedeutend war.

46. Er selbst zog sich nach der Niederlage, von elender Furcht gescheucht, nach Emerita zurück. Bald darauf griff Athanagild, von Herrschsucht verblendet, nach der Krone und schlug das Heer, welches der König gegen ihn ausgesandt, bei Hispalis aufs Haupt, und die Gothen, welche gewahr wurden, wie sie sich unter einander zerfleischten, und fürchteten, die römischen Heerschaaren könnten unter dem Vorwand der Hilfsleistung Spanien betreten, tödteten den Agila zu Emerita und gaben sich unter die Hand Athanagilds.

47. Im 29. Jahre der Herrschaft Justinians war Agila getödtet worden, und Athanagild trug die Krone, die er an sich gerissen hatte, von da an 14 Jahre (554–567). Als er sich schon zum Herrscher aufgeworfen hatte und den Agila der Krone berauben wollte, hatte er den Kaiser Justinian um Hülfstruppen gebeten, die er nachher trotz aller Bemühungen nicht wieder aus dem Königreiche entfernen konnte. Bis auf diesen dauern die Kämpfe mit ihnen fort. Nach vielfachen Niederlagen sind sie endlich ganz und gar beseitigt worden.[35] Athanagild aber starb zu Toletum eines natürlichen Todes, und der Thron blieb fünf Monate leer.

48. Im zweiten Jahre der Herrschaft Justins des Jüngeren [19] folgte auf Athanagild Liuva (568–571). Er wurde zu Narbo von den Gothen gewählt und regierte drei Jahre. Im zweiten Jahre nach seiner Thronbesteigung ernannte er seinen Bruder Leovigild nicht nur zum Nachfolger, sondern sogar zum Mitregenten und überließ ihm die Verwaltung Spaniens, während er selbst sich mit Gallien begnügte. So regierten beide, während sonst kein Herrscher jemand neben sich duldet. Dem Liuva wird in der Chronologie nur ein Jahr gerechnet, die übrigen aber seinem Bruder Leovigild zugezählt.

49. Im dritten Jahre der Herrschaft Justins des Jüngeren (565–578) erlangte Leovigild (569–586) die Herrschaft über Gallien und Spanien und beschloß, mit gewaffneter Hand sein Reich und seine Macht zu mehren. Durch die Gunst des Schicksals und die Tapferkeit seines Heeres trug er zahlreiche Erfolge davon. Er eroberte nämlich Cantabrien, unterwarf die Aregenser und nach Sabaria[36] ein; auch unterwarfen sich ihm die meisten aufrührerischen Städte Spaniens. Ferner besiegte er die (römischen) Soldaten und nahm ihnen einige Castelle ab. Darauf belagerte er seinen Sohn Hermenegild, der sich gegen die Befehle des Vaters empört hatte, und überwand ihn.[37] Endlich überzog er die Sueven mit Krieg und richtete ihr Reich mit wunderbarer Schnelligkeit nach gothischer Weise ein. So gehorchte ihm der größte Theil von Spanien; bis dahin nämlich waren die Gothen auf einen engen Raum beschränkt gewesen. Nur der Irrthum der Ketzerei verdunkelte den Ruhm solcher Tapferkeit.

50. Erfüllt von der Wuth arianischen Unglaubens, verfolgte er die Katholiken und verbannte die Mehrzahl der [20] Bischöfe. Er nahm den Kirchen ihre Einkünfte und Privilegien, trieb durch Schreckmittel viele zum Übertritt in die arianische Pestilenz, noch mehr gewann er dafür ohne Verfolgung durch Gold und Geschenke. Er wagte sogar außer anderen ketzerischen Schändlichkeiten die Katholiken umzutaufen, und zwar nicht nur Laien, sondern auch Mitglieder des Priesterstandes, so den Vincentius von Caesaraugusta, der einem Bischof ein Apostat wurde und so zu sagen aus dem Himmel in die Hölle geschleudert ward.

51. Er wurde auch seinem eigenen Volke verderblich, denn die Edelsten und Mächtigsten ließ er entweder enthaupten, oder er zog ihr Vermögen ein, ächtete sie und trieb sie in die Verbannung. Er war der erste, der den Fiscus bereicherte, der erste, der den Staatsschatz mit geraubtem Gute, von den Feinden wie von den eigenen Unterthanen, füllte. Auch war er der erste, der in königlichem Gewande auf seinem Thron zu sitzen pflegte, denn bis auf ihn hatten die Gothen gleiche Kleidung und gleichen Sitz mit ihren Königen gehabt. Auch gründete er in Celtiberien eine Stadt, die er nach dem Namen seines Sohnes Recapolis[38] nannte. Ferner verbesserte er da, was im Gesetzbuch Eurichs noch unvollkommen geblieben war, fügte eine große Anzahl bis dahin fehlender Gesetze hinzu und merzte ebenso viele überflüssige aus. Er regierte 18 Jahre und starb eines natürlichen Todes zu Toletum.

52. Im dritten Jahre der Herrschaft des Mauricius kam nach Leovigilds Tode dessen Sohn Recared auf den Thron, ein frommer Mann und seinem Vater ganz unähnlich. Denn dieser war ganz ungläubig und ein großer Kriegsmann, jener treu im Glauben und ein Mann des Friedens; dieser hatte mit den Künsten des Schwertes die Herrschaft seines [21] Volkes erweitert, dieser erhöhte sein Volk durch das Siegeszeichen des Glaubens. Denn gleich zu Anfang seiner Regierung trat er zum katholischen Glauben über und veranlaßte das gesammte Gothenvolk, die Seuche des eingewurzelten Irrglaubens abzuschütteln und zum Bekenntnisse des rechten Glaubens zurückzukehren.

53. Darauf versammelte er eine Synode der Bischöfe aus den verschiedenen Provinzen Galliens und Spaniens zur Verdammung der arianischen Ketzerei. Auch wohnte derselbe fromme Fürst dieser Synode bei und bekräftigte ihre Beschlüsse durch seine Gegenwart und Unterschrift, indem er mit all den Seinigen dem falschen Glauben entsagte, zu dem sich bis dahin das gothische Volk nach der Lehre des Arius bekannt hatte. Er erklärte sich laut dafür, daß die drei Personen in Gott eins seien, daß der Sohn vom Vater consubstantialiter gezeugt sei, daß der heilige Geist von Vater und Sohn untrennbar ausgehe und das [sic!] beider Geist eins sei, wie sie dem Wesen nach eins sind.

54. Auch führte er ruhmreiche Kriege gegen feindliche Völkerschaften, und sein Glaube gab ihm Kraft dazu. Als die Franken mit einem Heer von 60000 Mann in Gallien einbrachen, sandte er seinen Herzog Claudius gegen sie aus und errang einen glänzenden Sieg; niemals haben die Gothen in Spanien einen größeren oder auch nur ähnlichen erfochten. Denn viele Tausende von Feinden wurden in der Schlacht erschlagen oder gefangen genommen, und der Rest des Heeres, das ganz gegen seine Erwartung geschlagen war, wurde von den Gothen bis an die Grenze des Königreichs verfolgt. Auch gegen die Übergriffe der Römer und die Einfälle der Basken erhob er öfters das Schwert. So führte er nicht nur Krieg, sondern schien auch sein Volk, wie die Ringer [22] in der Ringbahn, durch Übung zur Schlagfertigkeit zu erziehen.

55. Die Provinzen, welche sein Vater erobert hatte, erhielt er dem Reiche und regierte sie mit weiser Mäßigung. Er war sanft und mild, von außerordentlicher Herzensgüte. Dieser Gesinnung entsprach die Freundlichkeit, die in seinen Mienen zu lesen war, so daß er selbst seine Gegner unwiderstehlich anzog und an sich fesselte. Er war so freigebig, daß er das Vermögen einzelner und die Kirchengüter, die seines Vaters frevelhafte Habgier dem Fiscus zugewiesen hatte, ihren rechtmäßigken Eigenthümern zurückgab; er war so milde, daß er dem Volke die fälligen Steuern oftmals erließ.

56. Viele beschenkte er mit Gütern, noch mehrere erhöhte er in Rang und Würden. Sein Geld vertheilte er unter die Armen, seine Schätze unter die Bedürftigen, da er sich bewußt war, das Königreich sei ihm dazu gegeben, daß er es zum allgemeinen Besten verwalte. Seine gute Regierung ward gekrönt mit einem guten Ende: den Ruhm des rechten Glaubens, den er zu Anfang seiner Herrschaft angenommen hatte, mehrte er dadurch, daß er zuletzt ein öffentliches Bekenntniß der Reue über seine Sünden ablegte. Nach einer 15jährigen Regierung entschlief er sanft zu Toletum.

57. Im 19. Jahre der Herrschaft des Mauricius folgte Recared dessen Sohn Liuva, der zwei Jahre regierte (601–603). Er stammte zwar von einer Mutter niederer Herkunft, war aber mit ausgezeichneten Eigenschaften begabt. In der Blüthe seiner Jugend wurde er von Wichterich, der sich empört hatte, ohne seine Schuld vom Throne gestoßen. Die rechte Hand wurde ihm abgehauen, und er starb im 20. Jahre seines Lebens, im zweiten seiner Regierung.

58. Im 21. Jahre der Herrschaft des Mauricius starb Liuva, und Wichterich, der bei jenes Lebzeiten sich zum Herrscher aufgeworfen hatte, regierte sieben Jahre (603–610). Er war zwar ein tapferer Mann, aber das Siegesglück fehlte ihm. Denn obwohl er öfters gegen die römischen Soldaten zu Felde zog, hatte er doch keinen entscheidenden Erfolg; nur seine Herzöge nahmen eine Anzahl Soldaten in Segontia[39] gefangen. Er verübte während seines Lebens zahlreiche Übelthaten, und wie er durch das Schwert emporgekommen war, so fiel er auch durchs Schwert. So blieb der Tod des unschuldigen Liuva an ihm nicht ungerächt: er wurde durch Verschworene beim Mittagsmahl umgebracht, sein Körper in aller Stille hinausgeschafft und beerdigt.

[23] 59. Im achten Jahre der Herrschaft des Phokas folgte auf Wichterich Gundemar und regierte zwei Jahre (610–612). Er unternahm einen erfolgreichen Feldzug gegen die Basken und belagerte außerdem die römischen Soldaten. Er starb zu Toletum eines natürlichen Todes.

60. Im zweiten Jahre der Herrschaft des Heraclius bestieg nach Gundemar der allerchristlichste Sisebut den Thron und regierte acht Jahre und sechs Monate (612–620). Zu Anfang seiner Regierung veranlaßte er die Juden, zum christlichen Glauben überzutreten; er hatte zwar den richtigen Eifer, aber es fehlte ihm an Einsicht, denn er trieb sie mit Gewalt dazu, während er sie durch die überzeugende Kraft des Glaubens hätte bekehren müssen. Aber wie geschrieben steht, entweder bei günstiger Gelegenheit oder durch die Wahrheit (findet die Bekehrung statt), bis Christus wieder kommt. Er war ein glänzender Redner und ein gelehrter Mann, denn er beherrschte einen großen Theil der Wissenschaften. Als Richter zeigte er sich gerecht und fromm, voll großen Eifers, [24] auch war er gütig gesinnt. Seine Regierung war sehr glänzend und auch durch Proben kriegerischer Tüchtigkeit und Siege ausgezeichnet.

61. Das Heer nämlich, welches er gegen die Asturer, die sich empört hatte, ausschickte, unterwarf jene. Die Rucconen, welche von steilen Bergen rings umschlossen wohnen, besiegte er ebenfalls. Auch über die Römer triumphierte er dann zweimal und eroberte einige ihrer Städte; die übrigen an der Meerenge (von Gades) entvölkerte er gänzlich, so daß die Gothen sie bald darauf mit leichter Mühe nahmen. Nach dem Siege zeigte er sich so milde, daß er viele, die von seinen Leuten in die Sklaverei verkauft waren, mit eigenem Gelde loskaufte und so die Befreiung der Gefangenen sein Schatz wurde. Nach einigen starb er eines natürlichen Todes, nach anderen durch übermäßigen Gebrauch einer Arznei; noch andere sagen, er sei an Gift gestorben. Sein Tod war nicht nur dem Klerus, sondern auch den besten unter den Laien sehr schmerzlich. Er hinterließ einen ganz kleinen Sohn, Recared (II.), der nach seines Vaters Tode wenige Tage die Krone trug und dann starb.

62. Im zehnten Jahre der Herrschaft des Heraclius ergriff nach göttlichem Rathschluß der allerruhmreichste Suintila das Szepter (620–631). Unter dem König Sisebut war er Herzog geworden, hatte die römischen Kastelle erobert und die Rucconen niedergeworfen. Nachdeem er aber den Gipfel der königlichen Würde bestiegen, gewann er durch eine Schlacht die Städte Spaniens, die sich noch in den Händen der römischen Schaaren befanden, und genoß den Erfolg seines Triumphes mit mehr Glück als die übrigen Könige. Er zuerst herrschte über ganz Spanien bis zur Meerenge, die in den Ozean führt, was bis dahin keinem [25] Könige zu Theil geworden war. Der Glanz seines Sieges wurde noch dadurch erhöht, daß er zwei Patrizier in seine Gewalt brachte, den einen durch List, den anderen in der Schlacht selbst.

63. Am Anfang seiner Regierung unternahm er auch einen Feldzug gegen die Basken, welche mit ihren Raubzügen die Tarraconensische Provinz heimsuchten.

Anmerkungen der Übersetzung

  1. Patrologiae Cursus Completus accur. J.-P. Migne, Patr. Lat. tom. LXXXIII, Paris 1862. – Über das Verhältniß des kürzeren und längern Textes der Hist. Gothorum etc. vergl. H. Hertzberg, Die Historia und die Chronika des Isidorus von Sevilla. Göttingen 1874.
  2. ebendas. Patr. Lat. tom. 95. Paris 1861.
  3. A. Ebert, Geschichte der christlich-lateinischen Litteratur bis zum Zeitalter Karls d. Gr. Leipzig 1874, S. 556.
  4. S. Aug. de Civitate Dei. XVI. 43. XXII. 30.
  5. das darf man behaupten, selbst wenn man das Elogium Hispaniae, welches in den besten Handschriften fehlt, für einen späteren Zusatz hält. Vergl. Hertzberg, a. a. O. S. 18.
  6. Hesekiel 38, 39.
  7. Drosius 1, 16.
  8. In Wirklichkeit 49 v. Chr.; I. rechnet nach der sogenannten spanischen Ära, die 38 Jahre mehr zählt als die jetzt gebräuchliche des Dionysius.
  9. 269 bei Naïssus (Nisch an der Morava).
  10. 370 unter dem 8 genannten Ulfilas.
  11. vgl. Ammianus Marcellinus, Geschichtsschreiber d. d. Vorzeit. Lf. 57. S. 106 ff.
  12. Dan. 11, 6.
  13. Die nordwestlichste Landschaft der Pyrenäenhalbinsel.
  14. Jetzt Meerenge von Gibraltar genannt.
  15. An der unteren Garonne.
  16. Sonst Theoderich.
  17. Arles.
  18. Narbonne.
  19. Bei Toulouse.
  20. Bei Chalons an der Marne.
  21. Orbiga zur Esla, Nbfl. des Duero, östlich von Astorga.
  22. Oporto.
  23. Merida am Guadiana.
  24. Lugo am Minho.
  25. Pampeluna und Zaragoza.
  26. Aragon.
  27. Marseille.
  28. Toulouse.
  29. Barcelona.
  30. Durance, I. Nbfl. der Rhone.
  31. s. Kap. 36.
  32. Toledo.
  33. Ceuta.
  34. Sevilla.
  35. Die Südküste Spaniens vom Kap Tarifa bis Karthagena gehörte zum oströmischen Staat bis in den Anfang des 7. Jahrhunderts; vgl. Kap. 61 f.
  36. Die Deutung der beiden Namen ist unsicher.
  37. Leovigild nahm seinen Sohn 584 in Cordova gefangen und ließ ihn 585 zu Tarragona hinrichten, weil er zum katholischen Glauben übergetreten war und sich nicht zum Arianismus zurückwenden wollte.
  38. Am oberen Tajo.
  39. In den südlichsten Theilen Spaniens, westlich von Algeciras.