Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1881/21)

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Titel: Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1881/21)
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 351
Herausgeber: Ernst Ziel
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[352] C. L. in C. Sie fragen an, ob die sogenannten Promessen (gemeinschaftliches Spielen einer Anzahl Loose von Lotterie-Anleihen) auf solider Basis beruhen oder nicht. Hätten Sie sich die Mühe genommen, ein wenig nachzurechnen, würden Sie selbst gefunden haben, daß derartige Unternehmungen stark auf die - Leichtgläubigkeit des Publicums speculiren. Hier ein Beispiel aus dem von Ihnen eingesandten Prospect: zwanzig Theilnehmer spielen zusammen zehn Loose der badischen Lotterie-Anleihe von 1845 (sogenannte 35 Gulden-Loose), jeder also ein halbes Loos. Der Cours dieser Loose ist, während wir dies schreiben, 136 1/4, ein halbes Loos kostet demnach 68 1/8 M. und Sie bezahlen dafür 150 M. Freilich haben Sie dabei Antheil an 10 Loosen, unter denen moglicherweise ein Haupttreffer sein kann. - Zu rathen ist Jedem, der es nun einmal nicht lassen kann, bei solchem Gesellschaftsspiel sich zu betheiligen, dies wenigstens bei einer als solid bekannten Firma zu thun und sein Geld nicht dem ersten besten unbekannten Agenten anzuvertrauen; denn es ist schon vorgekommen, daß Unternehmer oder deren Agenten mit dem erhobenen Gewinne das Weite gesucht und den Spielern das Nachsehen gelasseu haben.

M. Z. in Reval. Die Anwendung der Elektricität in der Müllerei, wie sie die Amerikaner neuerdings versucht haben, ist insofern von einem großen culturhistorischen Interesse, als sich darin ein Gedanke wiederholt, den man schon vor mehreren tausend Jahren gehabt hat. Ueber eine älteste Anwendung der Elektricität in den Gewerben erzählt uns nämlich Plinius: „In Syrien verfertigen die Frauen kleine Schwungräder für die Spindeln aus Bernstein, und nennen ihn Räuber (Harpax), weil er Blätter, Spren und Fasern der Kleider an sich zieht.“ Wie hier die anziehende Kraft des geriebenen .Bernsteins, dem bekanntlich die große Naturkraft ihren Namen - Elektricität heißt Bernsteinigkeit - verdankt, benutzt wurde, um das Gespinnst von der Spren zu reinigen, so haben amerikanische Mühlen-Ingenieure über den Griessieden ein über zwei Walzen laufendes, endloses Band aus Hartgummi angebracht, welches durch Reibung gegen ein Schaffell elektrisch wird und nun die zu entfernenden Kleintheilchen anzieht, welche nachher durch eine Bürste in einem besonderen Behälter abgekehrt werden. Die Idee scheint im höchsten Grade originell zu sein, und dennoch bestätigt sie nur das alte Sprüchwort: „Nichts neues unter der Sonne!“

Charles le Blanc in Wien. Die Adresse des beklagenswerthen Mädchens ist uns leider unbekannt. Sollen wir Ihre Gabe zu einem andern mildthätigen Zwecke verwenden? Wenn nicht, so bitten wir um Angabe Ihrer Adresse.

„Alter Abonnent“ in Sprottau. Wir warnen Sie vor all diesen „Herren“, soll heißen: Beutelschneidern.

T. E. Derartige Vertrauensangelegenheiten können nur mit offenem Visir, das heißt brieflich, nicht aber auf dieser öffentlichen Tribüne der Anonymität verhandelt werden. Bitte, Ihre Adresse! An uns wird es nicht fehlen, Ihnen gefällig zu sein.

E. W. in Bunzlau. O, Sie schlechter Leser! Spangenberg’s Bild „Der Zug des Todes“ finden Sie bereits in Nr. 15. unseres Jahrg. 1879.

Sophie R. in Suczawa. Wir bedauern, Ihnen nicht rathen zu können.

M. H. in Leipzig. Jedes gute Conversationslexicon giebt Ihnen die gewünschte Auskunft.