Kurtzweilige Beschreibung des Baurn-volcks jhrer Rockenstuben / vnd was darinnen für schöne Possen getrieben werden

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Titel: Kurtzweilige Beschreibung des Baurn-volcks jhrer Rockenstuben / vnd was darinnen für schöne Possen getrieben werden.
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Erscheinungsdatum: um 1675
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Quelle: im VD17 unter der Nummer 23:674758S
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Kurtzweilige Beschreibung des Baurn-volcks jhrer Ro-
ckenstuben / vnd was darinnen für schöne Possen getrieben werden.


Ausschnitt Baurn-volck.jpg


[Links] ZU Hofe sihet man ins Frauenzimmer kommen
die Cavalier / alda viel Lust wird eingenommen
beym schönen Damenvolck; da Herkules / entzündt
von Omfale / mit jhr in ihrem Schosse spinnt
am Rocken seiner Lieb. So pflegt man zwischen Mauren:
Was solten dann nit thun im Dorfe Knecht und Bauren /
die ja so gern vielleicht sich reiben an die Mägd /
wann sich der Liebespfeil bey ihnen auch erregt;
im Hertzen / wolt ich sag’n. Sie sind ja auch geschossen.
Priapus ihnen macht offt manchen Schmertz u. Possen
mit seinem grossen Trumm / daß Pfeil und Bogen ist
und viel ein grössern Poltz / als der Cupido / schiest.
Demnach so finden sich die tieffverliebten Buben
ins Frauenzimmer auch / das ist die Rockenstuben:
daselbst diß Völklein klein- und groben Faden spinnt.
Seht doch und höret zu / wie sie so lustig sind.
H. Der Coridon / der jungst jhnen zum Dantz aufpfiffe /
(nur daß er sehen möcht ihr Wesen und die Griffe)
der hat es mir erzehlt. Dort gumpen sie daher.
A. Cunz Mucken bald darob die Bruch entfallen wär
die Hosen und der Latz. B. Clar Hupfaufs will den Rocken
nit lassen auß der Hand. D. Claus greifft der schmucken[1] Docken /
deß Bauren Magd / geschwind an ihren hintern Schramm /
C (als das verschütte Kraut / sie wieder rafft zusamm.)

[Mitte] will Schwalben nemen auß / kommt hintenwarts geschlichen /
wär in der Stuben gern / und klopffet an die Küchen.
E. Deß Schulzen Magd kehrt dort die Bein in alle höh;
F. Matz Pumpe guckt / weil er gern in Calender säh /
obs roth steh oder schwarz; er lässt Stellatum gehen
die Augen / möchten gern den Venusstern ersehen.
G. Der Schultz / das grobe Holtz / schläfft auf dem Holz im Sauß /
zieht vornen heim und ein / und hinten lässt er auß;
die Augen sind jhm zu / der Hinter aber offen.
I. Oldütschen hat ein Schuß auß diesem Stuck getroffen /
drüm er die Nase rümpft / das Pulver schmeckt jhm nit.
K. des Schultzen Weib indeß (ihr Mann es doch nit siht)
fasst Nachbar Hansen an / und küst jhn / daß es klappet.
M. Veit Schnitzer dorten auch nach Annkens Düntschel schnappet;
doch wird ihm nichts zu theil / sie zieht den Kopf zu ruck;
er gibt ihr aber doch sonst einen guten Druck.
N. Baß Margret murt darob. L. Lutz Mauser führet Greten
in Winkel / liset ihr fein heimlich den Planeten.
O. Cort Sauffaus fasst den Krug und bringt es seiner Braut /
käm ihr aufs Leder gern P. Sie auch / die Kitzelhaut
gieng selber lieber heut als Morgen mit ihm schlaffen.
Q. Die alte Schwiger kommt / will ihrem Durst rath schaffen /

[Rechts] und greiffet nach dem Krug. R. Ihr Mann / der Flegel / legt
die Flegel auf den Tisch / und seiner Ruhe pflegt.
S. Hänschen / sein kleiner Sohn[2] / darf noch nit in die Stube;
doch gucket er hinein / der arge Leckerbube /
in dieses Kinderspiel und sihet fleissig zu /
daß er auch wissen mög einmahl / wie man ihm thu.
T. Lex Schrämchen / an der Thür der macht ein schön Spektakel.
iß das nit ein Naschpect? V. Thrin leucht ihm mit der Fackel.
Nun schaut in die Capell; sie hat ein fein Geleut.
W. Vtz Läppisch kommt darzu / und sihet seine Freud
X. mit seiner Els hieran. Schau / wz gibts hier zu lachen?
Z. Frantz Wochendölpel will bey Bärbeln Handschuch machen /
er greiffet auch nach ihr / wie hart sie sich schon wehrt /
wird auch schon in dem Straus der Bierkrug ümbgekehrt.
Y. Lisbeth / des Hirten Möhm / siht alles an / und dencket /
wie ihre Jugend sie den Freuden auch geschenket /
gethan / was diese Tuhn. Soviel hat Coridon
mir jüngst in Schertz erzehlt / so viel sah er darvon.
Doch halt ich / daß es geb noch viel der Höflichkeiten
in dieser Spinnestub / bey so schnuptilen Leuten.
Geh / Gröbling / hier zur Schul / und lerne gröber seyn.
Was grob ist / währt fein lang; Der Lehrsatz der ist dein.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. chmucken Vorlage
  2. Sohu Vorlage