Leben, Literatur und Kunst (Wünschelruthe Nro. 17)

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Textdaten
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Autor: tn.
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Titel: Leben, Literatur und Kunst
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 17, S. 68.
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Scans auf Commons
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Leben, Literatur und Kunst.




Zeitgenossen 9tes Heft. Wir hatten in unserm Blatte Nro. 7. die für dieses Heft der Zeitgenossen verheißene Lebensgeschichte der Frau von Stael von A. W. v. Schlegel berührt; diese ist ausgeblieben und an deren Stelle erscheint: „Ueber den Character und die Werke der Frau von Stael von K. J. Schütz.“ Brokhaus entschuldigt dabei weiter nichts, er, - ich will sagen die Redaktion ersucht bloß, diesen fachreichen Aufsatz als einen Vorläufer der umständlichen Biographie zu betrachten, die sie künftig von A. W. v. Schlegel zu liefern hoffe“ - Das diene uns dann bis dahin für unsere frühere wohlgemeinte Bemerkung. - Herrn Schütz werden viele Leser die genauere Nachweisung der sämtlichen Werke der Verehrten, auch mancher interessanten französischen Kritik derselben, verdanken; wir schätzen an seiner Arbeit auch, daß sie die Geschiedene ganz und von Herzen ehrt und lobt. Desto widrigern Eindrucks, überdem an dieser Stelle, ist aber der Reifende mit seiner ungeschickt wehmüthigen Vergleichung von Göthe's italienischen Briefen mit der Corinna; die schöne Sitte ungetrübter Verehrung Deutschlands für seinen größten Dichter hätte er von seinen Reisen wieder nach Haus bringen sollen!

Wir lenken noch zu einem andern Zeitgenossen, der allen Geschichten dieses Hefts vorsteht: „Aus dem Leben Heinrich von Krosigks, von Steffens.“ Von diesem wird kein Leser scheiden, ohne sich in seinen innersten Beziehungen bis in das feinste hinein belebt, getroffen, und ergänzt zu fühlen. Und alle antisentimentalen Richtungen der Zeit werden hier zunächst den Seegen ungeirrt männlicher Tugend, ja unerschütterlicher Individualität zu preisen finden, aber die historische Denkungsart wird dabey von dem bänglichen - gegen das Ende hin peinlichen Verhalten derselben zu der Gegenwart erschüttert werden müssen; es fühlt sich da, wo auch solche Kraft ihr nicht entgeht, die schmerzliche Wirkungslosigkeit des Einzelnen[WS 1], wie in den Kriegen, so auf das Leben unserer Tage im Großen überhaupt neu und zwiefach tief, denn dieses Streben erreicht wieder nicht die Größe der daran gesetzten herrlichen Natur, von der wir eben durch des edlen Freundes ihr gestiftetes Andenken die lebhafteste und beste Vorstellung erhalten. Diese wollen wir uns denn hier schließend bewahren, wie nahe uns grade auch die vergleichende Betrachtung verwandter Zustände aus anderer, mehr die Persönlichkeit begünstigender Zeit liegt. - Wer noch, eben dem Nro. 5. unseres Blattes ausgesprochenen Wunsch nach ausführlicher Mittheilung über die Schillschen, Oelsschen und Dörnbergischen Aufstände beygestimmt hat, dem wird hier, wenn nicht diese selbst, doch damit Verbundenes - die Hallischen Anregungen - erfüllend entgegen kommen; treffendere Züge aus den Zeiten dieser fremden Herrschaft, auch wie die Deutschen sie getragen, sind in dem Sinne nirgends geschrieben: das sind Westphälische Denkwürdigkeiten!

tn.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: im Einzelnen. Siehe Druckfehler S. 88.