Lutherbibel/Markusevangelium (1546)

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Euangelium S. Marcus.


I.[Bearbeiten]

[1]Djs ist der anfang des Euangelij, von Jhesu Christo, dem Son Gottes, [2]als geschrieben stehet in den Propheten. Sihe, Jch sende meinen Engel fur dir her, der da bereite deinen weg fur dir. [3]Es ist eine stimme eines Predigers in der Wuesten, Bereitet den weg des HERRN, machet seine steige richtig.

[4]JOhannes der war in der Wuesten, teuffet vnd prediget von der Tauffe der busse, zur vergebung der suende. [5]Vnd es gieng zu jm hin aus das gantze Juedischeland, vnd die von Jerusalem, vnd liessen sich alle von jm teuffen im Jordan, vnd bekenneten jre Suende.

[6]JOhannes aber war bekleidet mit Kameelharen, vnd mit einem leddern Guertel vmb seine Lenden, vnd ass Hewschrecken vnd wild Honig. [7]Vnd prediget, vnd sprach, Es kompt einer nach mir, der ist stercker denn ich, dem ich nicht gnugsam bin, das ich mich fur jm buecke, vnd die riemen seiner Schuch auff loese. [8]Jch teuffe euch mit Wasser, Aber er wird euch mit dem heiligen Geist teuffen.

[9]Vnd es begab sich zu der selbigen zeit, das Jhesus aus Galilea von Nazareth kam, vnd lies sich teuffen von Johanne im Jordan. [10]Vnd als bald steig er aus dem wasser, vnd sahe, das sich der Himel auffthat, Vnd den Geist, gleich wie ein Taube herab komen auff jn. [11]Vnd da geschach eine stimme vom Himel, Du bist mein lieber Son, an dem ich wolgefallen habe.


[12]Vnd bald treib jn der Geist in die Wuesten, [13]vnd war alda in der wuesten vierzig tage, Vnd ward versucht von dem Satan, vnd war bey den Thieren, Vnd die Engel dieneten jm.

[14]Nach dem aber Johannes vberantwortet ward, kam Jhesus in Galilea, vnd prediget das Euangelium vom reich Gottes, [15]vnd sprach Die zeit ist erfuellet, vnd das reich Gottes ist erbey komen, Thut busse, Vnd gleubt an das Euangelium.

[16]Da er aber an dem Galileischen meer gieng, sahe er Simon vnd Andreas seinen bruder, das sie jre netze ins Meer worffen, denn sie waren Fischer. [17]Vnd Jhesus sprach zu jnen, Folget mir nach, ich wil euch zu Menschen fischer machen. [18]Also bald verliessen sie jre netze vnd folgeten jm nach. [19]Vnd da er von dannen ein wenig furbas gieng, sahe er Jacobum den son Zebedei, vnd Johannem seinen bruder, das sie die netze im schiff flickten, Vnd bald rieff er jnen. [20]Vnd sie liessen jren vater Zebedeum im schiff mit den Tagloenern, vnd folgeten jm nach.

[21]Vnd sie giengen gen Capernaum, vnd bald an den Sabbathen gieng er in die Schulen, vnd lerete. [22]Vnd sie entsatzten sich vber seiner lere, Denn er leret gewaltiglich, vnd nicht wie die Schrifftgelerten.

[23]Vnd es war in jrer Schulen ein Mensch, besessen mit einem vnsaubern Geist, der schrey, [24]vnd sprach, Halt, was haben wir mit dir zuschaffen Jhesu von Nazareth? du bist komen vns zuuerderben, ich weis wer du bist, der heilige Gottes. [25]Vnd Jhesus bedrawete jn, vnd sprach, verstumme, vnd fare aus von jm. [26]Vnd der vnsauber Geist reis jn, vnd schrey laut, vnd fuhr aus von jm. [27]Vnd sie entsatzten sich alle, also, das sie vnternander sich befragten, vnd sprachen, Was ist das? was ist das fur eine newe Lere? er gebeut mit gewalt den vnsaubern Geistern, vnd sie gehorchen jm. [28]Vnd sein geruecht erschal bald vmbher, in die grentze Galilee.

[29]Vnd sie giengen bald aus der Schulen, vnd kamen in das haus Simonis vnd Andreas mit Jacoben vnd Johannen. [30]Vnd die schwiger Simonis lag vnd hatte das fieber, vnd als bald sagten sie jm von jr. [31]Vnd er trat


zu jr, vnd richtet sie auff, vnd hielt sie bey der hand, vnd das Fieber verlies sie bald, Vnd sie dienet jnen.

[32]Am abend aber da die Sonne vntergangen war, brachten sie zu jm allerley Krancken vnd Besessene, [33]Vnd die gantze Stad versamlet sich fur der thuer. [34]Vnd er halff vielen Krancken, die mit mancherley seuchen beladen waren, vnd treib viel Teufel aus, vnd lies die Teufel nicht reden, denn sie kenneten jn.

[35]Vnd des morgens fur tage stund er auff, vnd gieng hinaus. Vnd Jhesus gieng in eine wueste Stete, vnd betet daselbs. [36]Vnd Petrus mit denen die bey jm waren, eileten jm nach, [37]Vnd da sie jn funden, sprachen sie zu jm, Jederman suchet dich. [38]Vnd er sprach zu jnen, Lasst vns in die neheste Stedte gehen, das ich daselbs auch predige, Denn dazu bin ich komen. [39]Vnd er predigete in jren Schulen, in gantz Galilea, Vnd treib die Teufel aus.

[40]Vnd es kam zu jm ein Aussetziger, der bat jn, kniet fur jm, vnd sprach zu jm, Wiltu, so kanstu mich wol reinigen. [41]Vnd es jamerte Jhesum, vnd er recket die Hand aus, rueret jn an, vnd sprach, Jch wils thun, sey gereiniget. [42]Vnd als er so sprach, gieng der Aussatz als bald von jm, vnd er ward rein. [43]Vnd Jhesus bedrawet jn, vnd treib jn als bald von sich, [44]vnd sprach zu jm, Sihe zu, das du niemand nichts sagest, Sondern gehe hin, vnd zeige dich dem Priester, vnd opffere fur deine Reinigung, was Moses geboten hat, zum zeugnis vber sie. [45]Er aber, da er hin aus kam, hub er an, vnd saget viel dauon, vnd machet die Geschicht ruchtbar, Also, das er hinfurt nicht mehr kund oeffentlich in der Stad gehen, sondern er war haussen in den wuesten oertern, Vnd sie kamen zu jm von allen Enden.


II.[Bearbeiten]

[1]Vnd vber etliche tage, gieng er widerumb gen Capernaum, Vnd es ward ruechtbar, das er im Hause war, [2]Vnd als bald versamleten sich viel, also, das sie nicht raum hatten, auch haussen fur der thuer, vnd er sagt jnen das wort.

[3]Vnd es kamen etliche zu jm, die brachten einen Gichtbruechigen, von vieren getragen. [4]Vnd da sie nicht kundten bey jn komen, fur dem Volck, deckten sie das Dach auff, da er war, vnd grubens auff vnd liessen das bette ernider,


da der Gichtbruechige innen lag. [5]Da aber Jhesus jren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbruechigen, Mein son, deine suende sind dir vergeben.

[6]ES waren aber etliche Schrifftgelerten, die sassen alda, vnd gedachten in jren hertzen, [7]Wie redet dieser solche Gotteslesterung? Wer kan Suende vergeben, denn allein Gott? [8]Vnd Jhesus erkennet bald in seinem Geist, das sie also gedachten bey sich selbs, vnd sprach zu jnen, Was gedencket jr solchs in ewren hertzen? [9]Welchs ist leichter, zu dem Gichtbruechigen zu sagen, Dir sind deine suende vergeben? Oder, stehe auff, nim dein Bette, vnd wandele? [10]Auff das jr aber wisset, das des menschen Son macht hat, zuuergeben die suende auff Erden, sprach er zu dem Gichtbruechigen, [11]Jch sage dir, stehe auff, nim dein Bette, vnd gehe heim. [12]Vnd als bald stund er auff, nam sein Bette, vnd gieng hin aus fur allen, Also, das sie sich alle entsatzten, vnd preiseten Gott, vnd sprachen, Wir haben solchs noch nie gesehen.

[13]Vnd er gieng widerumb hin aus an das Meer, vnd alles Volck kam zu jm, Vnd er leret sie. [14]Vnd da Jhesus fur vber gieng, sahe er Leui, den son Alphei am Zol sitzen, vnd sprach zu jm, Folge mir nach. Vnd er stund auff, vnd folgete jm nach. [15]Vnd es begab sich, da er zu tisch sass in seinem Hause, satzten sich viel Zoelner vnd Suender zu tisch mit Jhesu vnd seinen Juengern, Denn jrer war viel, die jm nachfolgeten. [16]Vnd die Schrifftgelerten vnd Phariseer, da sie sahen, das er mit den Zoelnern vnd Suendern ass, sprachen sie zu seinen Juengern, Warumb jsset vnd trincket er mit den Zoelnern vnd Suendern? [17]Da das Jhesus hoeret, sprach er zu jnen. Die Starcken duerffen keines Artzes, sondern die Krancken. Jch bin komen zu ruffen den Suendern zur busse, vnd nicht den Gerechten.

[18]Vnd die Juenger Johannis vnd der Phariseer fasteten viel, Vnd es kamen etliche, die sprachen zu jm, Warumb fasten die Juenger Johannis vnd der Phariseer, vnd deine Juenger fasten nicht? [19]Vnd Jhesus sprach zu jnen, Wie koennen die Hochzeitleute fasten, die weil der Breutigam bey jnen ist? Also lange der Breutigam bey jnen ist, koennen sie nicht fasten. [20]Es wird aber die zeit komen, das der Breutgam von jnen genomen wird, denn werden sie fasten.

[21]NJemand flicket einen lappen von newem tuch, an ein alt Kleid, Denn der newe lappe reisset doch vom alten, vnd der Riss wird erger. [22]Vnd niemand fasset Most in alte schleuche, Anders zureisset der Most die schleuche, vnd der Wein wird verschuettet, vnd die schleuche komen vmb, Sondern man sol most in newe schleuche fassen.


[23]Vnd es begab sich, da er wandelte am Sabbath durch die saat, vnd seine Juenger fiengen an, in dem sie giengen, Ehren aus zu reuffen. [24]Vnd die Phariseer sprachen zu jm, Sihe zu, was thun deine Juenger am Sabbath, das nicht recht ist? [25]Vnd er sprach zu jnen, Habt jr nie gelesen, was Dauid thet, da es jm not war, vnd jn hungerte sampt denen, die bey jm waren? [26]Wie er gieng in das haus Gottes, zur zeit a Abiathar des Hohenpriesters, vnd ass die Schawbrot, die niemand thurste essen, denn die Priester, Vnd er gab sie auch denen, die bey jm waren. [27]Vnd er sprach zu jnen, Der Sabbath ist vmb des Menschen willen gemacht, vnd nicht der Mensch vmb des Sabbaths willen. [28]So ist des menschen Son ein HERr, auch des Sabbaths.


III.[Bearbeiten]

Vnd er gieng abermal in die Schule. Vnd es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrete Hand. [2]Vnd sie hielten auff jn, ob er auch am Sabbath jn heilen wuerde, Auff das sie eine sache zu jm hetten. [3]Vnd er sprach zu dem Menschen mit der verdorreten hand, Trit erfur. [4]Vnd er sprach zu jnen, Sol man am Sabbath gutes thun, Oder boeses thun? Das leben erhalten oder toedten? Sie aber schweigen stille. [5]Vnd er sahe sie vmbher an mit zorn, vnd war betruebet vber jrem verstockten Hertzen, vnd sprach zu dem Menschen, Strecke deine hand aus. Vnd er strackte sie aus, Vnd die hand ward jm gesund wie die ander.

[6]Vnd die Phariseer giengen hin aus, vnd hielten als bald einen Rat mit Herodis diener, vber jn, wie sie jn vmbbrechten. [7]Aber Jhesus entweich mit seinen Juengern an das meer, Vnd viel Volcks folgete jm nach aus Galilea, vnd aus Judea, [8]vnd von Jerusalem, vnd aus Jdumea, vnd von jenseid des Jordans, vnd die vmb Tyro vnd Sidon wonen, eine grosse menge, die seine Thatten hoereten, vnd kamen zu jm.

[9]Vnd er sprach zu seinen Juengern, Das sie jm ein schifflin hielten, vmb des Volcks willen, das sie jn nicht druengen. [10]Denn er heilete jrer viel, also, das sie jn vberfielen, alle die geplaget waren, auff das sie jn anruereten.


[11]Vnd wenn jn die vnsaubern Geister sahen, fielen sie fur jm nider, schrien, vnd sprachen, Du bist Gottes son. [12]Vnd er bedrawete sie hart, das sie jn nicht offenbar machten.

[13]Vnd er gieng auff einen Berg, vnd rieff zu sich, welche er wolte, vnd die giengen hin zu jm. [14]Vnd er ordenete die Zwelffe, das sie bey jm sein solten, vnd das er sie aussendte zu predigen, [15]Vnd das sie macht hetten, die Seuche zu heilen, vnd die Teufel aus zu treiben. [16]Vnd gab Simon den namen Petrus, [17]vnd Jacoben den son Zebedei vnd Johannes den bru- der Jacobi, vnd gab jnen den namen Bnehargem, das ist gesagt, Donnerskinder, [18]vnd Andream, vnd Philippum, vnd Bartholomeum, vnd Mattheum, vnd Thomam, vnd Jacobum Alphei son, vnd Thadeum, vnd Simon von Cana, [19]vnd Judas Jscharioth, der jn verrhiet.

[20]Vnd sie kamen zu hause, Vnd da kam abermal das Volck zusamen, also das sie nicht raum hatten zu essen. [21]Vnd da es hoereten die vmb jn waren, giengen sie hinaus, vnd wolten jn halten, Denn sie sprachen, Er wird von b sinnen komen.

[22]Dje Schrifftgelerten aber die von Jerusalem ab her komen waren, sprachen, Er hat den c Beelzebub, vnd durch den oebersten Teufel, treibt er den Teuffel aus. [23]Vnd er rieff sie zusamen, vnd sprach zu jnen in gleichnissen, Wie kan ein Satan den andern austreiben? [24]Wenn ein Reich mit jm selbs vntereinander vneins wird, mag es nicht bestehn. [25]Vnd wenn ein Haus mit jm selbs vntereinander vneins wird, mag es nicht bestehen. [26]Setzet sich nu der Satan widersichselbs, vnd ist mit jm selbs vneins, So kan er nicht bestehen, sondern es ist aus mit jm. [27]Es kan niemand einem Starcken in sein Haus fallen, vnd seinen Hausrat rauben, Es sey denn, das er zuuor den Starcken binde, vnd als denn sein Haus beraube.

[28]WArlich, Jch sage euch, Alle suende werden vergeben den Menschenkindern, auch die Gotteslesterung, damit sie Gott lestern. [29]Wer aber den heiligen


Geist lestert, der hat keine vergebung ewiglich, Sondern ist schuldig des ewigen Gerichts. [30]Denn sie sagten, er hat einen vnsaubern Geist.

[31]Vnd es kam seine Mutter, vnd seine Brueder, vnd stunden haussen, schickten zu jm vnd liessen jm ruffen [32](vnd das Volck sass vmb jn) Vnd sie sprachen zu jm, Sihe, deine Mutter vnd deine Brueder draussen, fragen nach dir. [33]Vnd er antwortet jnen, vnd sprach, Wer ist meine Mutter vnd meine Brueder? [34]Vnd er sahe rings vmb sich auff die Juenger, die vmb jn im kreise sassen, vnd sprach, Sihe, das ist meine Mutter, vnd meine Bruedere. [35]Denn wer Gottes willen thut, der ist mein Bruder vnd mein Schwester vnd meine Mutter.


IIII.[Bearbeiten]

Vnd er fieng aber mal an zu leren am meer, Vnd es versamlet sich viel Volcks zu jm, also, das er muste in ein schiff tretten, vnd auff dem wasser sitzen, Vnd alles Volck stund auff dem lande am meer, [2]Vnd er prediget jnen lang durch Gleichnisse, Vnd in seiner predigt sprach er zu jnen, [3]Hoeret zu, Sihe, es gieng ein Seeman aus zu seen, [4]Vnd es begab sich in dem er seet, fiel etlichs an den Weg. da kamen die Vogel vnter dem himel vnd frassens auff. [5]Etlichs fiel in das Steinichte, da es nicht viel erden hatte, vnd gieng bald auff, darumb, das es nicht tieffe erden hatte, [6]Da nu die Sonne auffgieng, verwelcket es, vnd die weil es nicht wurtzel hatte, verdorret es. [7]Vnd etlichs fiel vnter die Doernen, vnd die dornen wuchsen empor, vnd die ersticktens, vnd es bracht keine frucht. [8]Vnd etlichs fiel auff ein gut Land, vnd bracht Frucht, die da zunam vnd wuchs, Vnd etlichs trug dreissigfeltig, vnd etlichs sechzigfeltig, vnd etlichs hundertfeltig. [9]Vnd er sprach zu jnen, Wer ohren hat zu hoeren, der hoere.

[10]Vnd da er allein war, fragten jn vmb diese Gleichnisse die vmb jn waren, sampt den Zwelffen. [11]Vnd er sprach zu jnen, Euch ists gegeben das geheimnis des reichs Gottes zu wissen, Denen aber draussen widerferet es alles durch Gleichnisse, [12]Auff das sie es mit sehenden augen sehen, vnd doch nicht erkennen, vnd mit hoerenden ohren hoeren, vnd doch nicht verstehen, Auff das sie sich nicht der mal eins bekeren, vnd jre suende jnen vergeben werden. [13]Vnd er sprach zu jnen, Verstehet jr diese gleichnissen nicht? Wie wolt jr denn die andern alle verstehen?


[14]DEr Seeman seet das Wort. [15]Diese sinds aber die an dem Wege sind, wo das wort geseet wird, vnd sie es gehoert haben, So koempt als bald der Satan, vnd nimpt weg das Wort, das in jr hertz geseet war. [16]Also auch, die sinds, die auffs Steinichte geseet sind, wenn sie das wort gehoert haben, nemen sie es bald mit freuden auff, [17]vnd haben keine wurtzel in jnen, sondern sind wetterwendisch, Wenn sich truebsal oder verfolgung vmbs worts willen erhebt, so ergern sie sich als bald. [18]Vnd diese sinds, die vnter die Doernen geseet sind, Die das wort hoeren, [19]vnd die Sorge dieser welt, vnd der betriegliche Reichthum, vnd viel ander lueste, gehen hinein, vnd ersticken das wort, vnd bleibet on frucht. [20]Vnd diese sinds, die auff ein gut Land geseet sind, die das wort hoeren, vnd nemens an, vnd bringen Frucht, etlicher dreissigfeltig, vnd etlicher sechzigfeltig, vnd etlicher hundertfeltig.

[21]Vnd er sprach zu jnen, Zuendet man auch ein Liecht an, das mans vnter einen Scheffel, oder vnter einen Tisch setze? Mit nichte, sondern das mans auff einen Leuchter setze. [22]Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, Vnd ist nichts heimlichs, das nicht erfuer kome. [23]Wer ohren hat zu hoeren, der hoere. [24]Vnd sprach zu jnen, Sehet zu, was jr hoeret, Mit welcherley mas jr messet, wird man euch wider messen, vnd man wird noch zugeben euch, die jr dis hoeret. [25]Denn wer da hat, dem wird gegeben, Vnd wer nicht hat, Von dem wird man nemen, auch das er hat.

[26]Vnd er sprach, Das reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch samen auffs land wirfft, [27]vnd schlefft, vnd stehet auff nacht vnd tag, Vnd der Same gehet auff vnd wechset, das ers nicht weis [28](Denn die erde bringet von jr selbs zum ersten das gras, darnach die ehren, darnach den vollen weitzen in den ehren) [29]Wenn sie aber die frucht bracht hat, so schicket er bald die sicheln hin, denn die Erndte ist da.

[30]Vnd er sprach, Wem woellen wir das reich Gottes vergleichen? vnd durch welch Gleichnis woellen wir es furbilden? [31]Gleich wie ein


Senffkorn, wenn das geseet wird auffs land, so ists das kleinest vnter allen samen auff erden, [32]Vnd wenn es geseet ist, so nimpt es zu vnd wird groesser denn alle Kolkreuter, vnd gewinnet grosse zweige, also, das die Vogel vnter dem himel vnter seinem schatten wonnen koennen. [33]Vnd durch viele solche gleichnisse saget er jnen das wort, nach dem sie es hoeren kundten, [34]vnd on gleichnis redet er nichts zu jnen. Aber in sonderheit leget ers seinen Juengern alles aus.

[35]Vnd an dem selbigen tage des abendts, sprach er zu jnen, Lasst vns hinuberfaren. [36]Vnd sie liessen das Volck gehen, vnd namen jn, wie er im schiff war, vnd es waren mehr schieff bey jm. [37]Vnd es erhub sich ein grosser windwuerbel, vnd warff die wellen in das schiff, also, das das schiff vol ward. [38]Vnd er war hinden auff dem schiff, vnd schlieff auff einem kuessen. Vnd sie wecketen jn auff, vnd sprachen zu jm, Meister, fragestu nichts darnach, das wir verderben? [39]Vnd er stund auff, vnd bedrawete den wind, vnd sprach zu dem meer, Schweig vnd verstumme. Vnd der wind leget sich, vnd ward eine grosse stille. [40]Vnd er sprach zu jnen, Wie seid jr so furchtsam? Wie das jr keinen glauben habt? [41]Vnd sie furchten sich seer, vnd sprachen vntereinander, Wer ist der? denn wind vnd meer sind jm gehorsam.


V.[Bearbeiten]

Vnd sie kamen jenseid des meers, in die gegend der Gadarener. [2]Vnd als er aus dem schiff trat, lieff jm als bald entgegen aus den grebern, ein besessen Mensch, mit einem vnsaubern Geist, [3]der seine wonung in den grebern hatte, Vnd niemand kund jn binden, auch nicht mit Ketten, [14]Denn er war offt mit fesseln vnd ketten gebunden gewesen, vnd hatte die ketten abgerissen, vnd die fessel zurieben, vnd niemand kund jn zemen. [5]Vnd er war alle zeit, beide tag vnd nacht, auff den Bergen vnd in den grebern, schrey vnd schlug sich mit steinen.

[6]DA er aber Jhesum sahe von ferns, lieff erzu, vnd fiel fur jm nider, schrey laut vnd sprach, [7]was hab ich mit dir zu thun, o Jhesu, du son Gottes des Allerhoehesten? Jch beschwere dich bey Gott, das du mich nicht quelest. [8]Er aber sprach zu jm, fare aus, du vnsauber Geist, von dem Menschen.


[9]Vnd er fragte jn, Wie heissestu? Vnd er entwortet, vnd sprach, Legion heisse ich, denn vnser ist viel. [10]Vnd er bat jn seer, das er sie nicht aus der selben Gegend triebe.

[11]VND es war daselbs an den Bergen eine grosse herd Sew an der weide, [12]Vnd die Teufel baten jn alle, vnd sprachen, Las vns in die Sew faren. [13]Vnd als bald erleubet jnen Jhesus. Da furen die vnsaubern Geiste aus, vnd furen in die Sewe. Vnd die herd stuertzte sich mit einem sturm ins meer. Jr war aber bey zwey tausent, vnd ersoffen im meer. [14]Vnd die Sewhirten flohen, vnd verkuendigten das in der Stad vnd auff dem Lande. Vnd sie giengen hinaus, zusehen was da geschehen war, [15]vnd kamen zu Jhesu, vnd sahen den, so von den Teufeln besessen war, das er sass vnd war bekleidet, vnd vernuenfftig, vnd furchten sich. [16]Vnd die es gesehen hatten, sagten jnen, was dem Besessenen widerfaren war, vnd von den Sewen. [17]Vnd sie fiengen an, vnd baten jn, das er aus jrer Gegend zoege.

[18]VND da er in das schiff trat, bat jn der Besessene, das er moecht bey jm sein. [19]Aber Jhesus lies es jm nicht zu, sondern sprach zu jm, Gehe hin in dein haus, vnd zu den deinen, vnd verkuendige jnen, wie grosse wolthat dir der HERR gethan, vnd sich deiner erbarmet hat. [20]Vnd er gieng hin, vnd fieng an auszuruffen in den zehen Stedten, wie grosse wolthat jm Jhesus gethan hatte, Vnd jederman verwundert sich.

[21]Vnd da Jhesus wider herueber fuhr im schiff, versamlet sich viel volcks zu jm, vnd war an dem meer. [22]Vnd sihe, da kam der Obersten einer von der Schule, mit namen Jairus, Vnd da er jn sahe, fiel er jm zu fuessen, [23]vnd bat jn seer, vnd sprach, Meine Tochter ist in den letzten zuegen, du woltest komen, vnd deine Hand auff sie legen, das sie gesund werde, vnd lebe. [24]Vnd er gieng hin mit jm. Vnd es folget jm viel volcks nach, Vnd sie drungen jn.

[25]Vnd da war ein Weib, das hatte den Blutgang zwelff jar gehabt, [26]vnd viel erlitten von vielen Ertzten, vnd hatte alle jr Gut drob verzeret, vnd halff sie nichts, Sondern viel mehr ward es erger mit jr. [27]Da die von Jhesu hoerete, kam sie im Volck von hinden zu, vnd ruerete sein Kleid an, [28]denn sie sprach, Wenn ich nur sein Kleid moecht anrueren, so wurde ich gesund. [29]Vnd als bald vertrucket der brun jres bluts, vnd fuelets am Leibe, das sie von jrer Plage war gesund worden.

[30]VND Jhesus fuelet als bald an jm selbs die krafft, die von jm ausgangen war, vnd wandte sich vmb zum Volck, vnd sprach, Wer hat meine


Kleider angerueret? [31]Vnd die Juenger sprachen zu jm, Du sihest, das dich das Volck dringet, vnd sprichst, wer hat mich angerueret? [32]Vnd er sahe sich vmb, nach der die das gethan hatte. [33]Das Weib aber furchte sich, vnd zittert (denn sie wuste was an jr geschehen war) kam vnd fiel fur jm nider, vnd saget jm die gantze warheit. [34]Er sprach aber zu jr, Mein Tochter, dein glaube hat dich gesund gemacht, Gehe hin mit frieden, vnd sey gesund von deiner Plage.

[35]Da er noch also redet, kamen etliche vom gesinde des Obersten der schule, vnd sprachen, Deine Tochter ist gestorben, was muehestu weiter den Meister? [36]Jhesus aber hoeret bald die rede, die da gesagt ward, vnd sprach zu dem Obersten der schule, Fuerchte dich nicht, gleube nur. [37]Vnd lies niemand jm nachfolgen, denn Petrum vnd Jacobum vnd Johannem den bruder Jacobi.

[38]VND er kam in das haus des Obersten der schule, vnd sahe das getuemel, vnd die da seer weineten vnd heuleten. [39]Vnd er gieng hin ein, vnd sprach zu jnen, Was tummelt vnd weinet jr? das kind ist nicht gestorben, sondern es schlefft. Vnd sie verlachten jn. [40]Vnd er treib sie alle aus, vnd nam mit sich den vater des Kindes, vnd die mutter, vnd die bey jm waren, vnd gieng hin ein, da das Kind lag, [41]vnd er greiff das Kind bey der hand, vnd sprach zu jr, Talitha kumi, das ist verdolmetsch, Meidlin, ich sage dir, stehe auff. [42]Vnd als bald stund das Meidlin auff, vnd wandelte, Es war aber zwelff jar alt. Vnd sie entsatzten sich vber die mass. [43]Vnd er verbot jnen hart, das es niemand wissen solte, Vnd saget, sie solten jr zu essen geben.


VI.[Bearbeiten]

Vnd er gieng aus von dannen, vnd kam in sein Vaterland, vnd seine Juenger folgeten jm nach. [2]Vnd da der Sabbath kam, hub er an zu leren in jrer Schule. Vnd viel die es hoereten verwunderten sich seiner Lere, vnd sprachen, Wo her kompt dem solchs? vnd was weisheit ists, die jm gegeben ist, vnd solche Thaten, die durch seine Hende geschehen? [3]Jst er nicht der Zimmerman, Marie son, vnd der bruder Jacobi vnd Joses vnd Jude vnd Simonis? Sind nicht auch seine Schwestern alhie bey vns? Vnd sie ergerten sich an jm. [4]Jhesus aber sprach zu jnen, Ein Prophet gilt nirgend weniger, denn im Vaterland, vnd daheim bey den seinen. [5]Vnd er kund


alda nicht ein einige That thun, on wenig Siechen leget er die Hende auff, vnd heilet sie, [6]Vnd er verwunderte sich jres vnglaubens, vnd er gieng vmbher in die Flecken im kreis, vnd lerete.

[7]Vnd er berieff die Zwelffe, vnd hub an, vnd sandte sie, ja zween vnd zween, vnd gab jnen macht vber die vnsaubern Geister. [8]Vnd gebot jnen, das sie nichts bey sich truegen auff dem wege, denn allein einen stab, keine tasche, kein brot, kein geld im guertel, [9]Sondern weren geschucht, vnd das sie nicht zween Roecke anzoegen. [10]Vnd sprach zu jnen, Wo jr in ein Haus gehen werdet, da bleibet innen, bis jr von dannen ziehet. [11]Vnd welche euch nicht auffnemen noch hoeren, Da gehet von dannen heraus, vnd schuettelt den staub abe von ewren fuessen, zu einem gezeugnis vber sie. Jch sage euch warlich, es wird Sodomen vnd Gomorren am juengsten Gerichte treglicher ergehen, denn solcher Stad. [12]Vnd sie giengen aus, vnd predigeten, Man solte Busse thun, [13]vnd trieben viel Teufel aus, vnd salbeten viel Siechen mit Ole, vnd machten sie gesund.

[14]Vnd es kam fur den koenig Herodes (denn sein Name war nu bekand) vnd er sprach, Johannes der Teuffer ist von den todten aufferstanden, darumb thut er solche Thaten. [15]Etliche aber sprachen, er ist Elias, Etliche aber, er ist ein Prophet, oder einer von den Propheten. [16]Da es aber Herodes hoeret, sprach er, Es ist Johannes den ich entheubtet habe, der ist von den Todten aufferstanden.

[17]ER aber Herodes hatte ausgesand, vnd Johannem gegriffen, vnd ins gefengnis gelegt, vmb Herodias willen, seines bruders Philippus weib, Denn er hatte sie gefreiet. [18]Johannes aber sprach zu Herode, Es ist nicht recht, das du deines bruders Weib habest. [19]Herodias aber stellet jm nach, vnd wolt jn toedten, vnd kund nicht. [20]Herodes aber furchte Johannem, denn er wuste, das er ein fromer vnd heiliger Man war, Vnd verwaret jn, vnd gehorchet jm in vielen Sachen, vnd hoeret jn gerne.

[21]Vnd es kam ein gelegener tag, das Herodes auff seinen Jartag, ein Abendmal gab, den Obersten vnd Heubtleuten vnd furnemesten in Galilea. [22]Da trat hin ein die tochter der Herodias, vnd tantzete, vnd gefiel wol dem Herode, vnd denen die am tisch sassen. Da sprach der Koenig zum meidlin,


Bitte von mir was du wilt, ich wil dirs geben. [23]Vnd schwur jr einen Eid, was du wirst von mir bitten, wil ich dir geben, bis an die helffte meines Koenigreichs. [24]Sie gieng hinaus, vnd sprach zu jrer mutter, Was sol ich bitten? Die sprach, das heubt Johannis des Teuffers. [25]Vnd sie gieng bald hin ein mit eile zum Koenige, bat vnd sprach, Jch wil das du mir gebest, jtzt so bald, auff eine Schuessel, das heubt Johannis des Teuffers.

[26]DER Koenig war betruebt, Doch vmb des Eides willen, vnd dere die am tische sassen, wolt er sie nicht lassen eine Feilbitte thun. [27]Vnd bald schickte hin der Koenig den Hencker, vnd hies sein heubt her bringen. Der gieng hin, vnd entheubte jn im gefengnis, [28]vnd trug her sein Heubt auff einer schuesseln, vnd gabs dem Meidlin, vnd das meidlin gabs jrer Mutter. [29]Vnd da das seine Juenger hoereten, kamen sie, vnd namen seinen Leib, vnd legten jn in ein grab.

[30]Vnd die Apostel kamen zu Jhesu zusamen, vnd verkuendigten jm das alles, vnd was sie gethan vnd geleret hatten. [31]Vnd er sprach zu jnen, Lasset vns besonders in eine wuesten gehen, vnd ruget ein wenig, Denn jrer war viel, die abe vnd zu giengen, vnd hatten nicht zeit gnug zu essen. [32]Vnd er fuhr da in einem schiff zu einer wueste besonders. [33]Vnd das Volck sahe sie wegfaren, vnd viel kandten jn, vnd lieffen daselbs hin mit einander zu fusse, aus allen Stedten, vnd kamen jnen zuuor, vnd kamen zu jm. [34]Vnd Jhesus gieng heraus, vnd sahe das grosse Volck, vnd es jamerte jn derselben, Denn sie waren wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Vnd fieng an eine lange predigt.

[35]Da nu der tag fast dahin war, tratten seine Juenger zu jm, vnd sprachen, Es ist wueste hie, vnd der tag ist nu dahin, [36]Las sie von dir, das sie hin gehen vmbher in die Doerpffer vnd Merckte, vnd keuffen jnen brot, Denn sie haben nicht zu essen. [37]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Gebet jr jnen zu essen. Vnd sie sprachen zu jm, Sollen wir denn hin gehen, vnd zwey hundert pfennig werd Brot keuffen, vnd jnen zu essen geben? [38]Er aber sprach zu jnen, Wie viel Brot habt jr? gehet hin vnd sehet. Vnd da sie es erkundet hatten, sprachen sie, Fuenffe, vnd zween Fisch.

[39]VND er gebot jnen, das sie sich alle lagerten bey tisch vollen, auff das gruene gras. [40]Vnd sie satzten sich nach Schichten, ja hundert vnd hundert, funffzig vnd funffzig. [41]Vnd er nam die funff Brot, vnd zween Fisch, vnd sahe auff gen Himel, vnd dancket, vnd brach die Brot, vnd gab sie den Juengern, das sie jnen furlegten, Vnd die zween Fisch teilet er vnter sie alle. [42]Vnd sie


assen alle, vnd wurden sat. [43]Vnd sie huben auff die Brocken, zwelff Koerbe vol, vnd von den Fischen. [44]Vnd die da gessen hatten, der war fuenff tausent Man.

[45]Vnd als bald treib er seine Juenger, das sie in das schiff tratten, vnd vor jm hin vber fueren gen Bethsaida, bis das er das Volck von sich liesse. [46]Vnd da er sie von sich geschaffet hatte, gieng er hin auff einen Berg zu beten. [47]Vnd am abend war das schiff mitten auff dem Meer, vnd er auff dem lande alleine. [48]Vnd er sahe, das sie not lidden im ruddern, Denn der wind war jnen entgegen. Vmb die vierde wache der nacht, kam er zu jnen, vnd wandelte auff dem meer. [49]Vnd er wolt fur jnen vbergehen. Vnd da sie jn sahen auff dem Meer wandeln, meineten sie, es were ein Gespenst, vnd schrien, [50]denn sie sahen jn alle, vnd erschracken. Aber als bald redet er mit jnen, vnd sprach zu jnen, Seid getrost, Jch bins, Fuerchtet euch nicht. [51]Vnd trat zu jnen ins schiff, vnd der wind leget sich. Vnd sie entsatzten vnd verwunderten sich vber die mass, [52]Denn sie waren nichts verstendiger worden vber den Broten, vnd jr hertz war verstarret.

[53]Vnd da sie hinuber gefaren waren, kamen sie in das land Genesareth, vnd fuhren an. [54]Vnd da sie aus dem schiff tratten, als bald kandten sie jn, [55]Vnd lieffen alle in die vmbligenden Lender, vnd huben an die Krancken vmbher zufueren auff betten, wo sie hoereten das er war. [56]Vnd wo er in die Merckte oder Stedte, oder Doerffer eingieng, da legten sie die Krancken auff den marckt, vnd baten jn, das sie nur den saum seines kleides anrueren moechten, Vnd alle die jn anruereten, worden gesund.


VII.[Bearbeiten]

Vnd es kamen zu jm die Phariseer, vnd etliche von den Schrifftgelerten, die von Jerusalem komen waren. [2]Vnd da sie sahen etliche seiner Juenger mit gemeinen, das ist, mit vngewasschen henden das brot essen, versprachen sie es. [3]Denn die Phariseer vnd alle Jueden essen nicht, sie wasschen denn die hende manchmal. Halten also die auffsetze der Eltesten, [4]vnd wenn sie vom Marckt komen, essen sie nicht, sie wasschen sich denn. Vnd des dings ist viel, das sie zu halten haben angenomen, von trinckgefessen, vnd kruegen, vnd ehrnen gefessen, vnd tisch zu wasschen.

[5]DA fragten jn nu die Phariseer vnd Schrifftgelerten, Warumb wandeln deine Juenger nicht nach den auffsetzen der Eltesten, sondern essen das Brot mit


vngewasschenen henden? [6]Er aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Wol fein hat von euch Heuchlern Jsaias geweissaget, wie geschrieben stehet, Dis Volck ehret mich mit den lippen, Aber jr hertz ist ferne von mir. [7]Vergeblich aber ists, das sie mir dienen, dieweil sie leren solche Lere, die nichts ist denn Menschen gebot. [8]Jr verlasset Gottes gebot, vnd haltet der Menschen auffsetze, von kruegen vnd trinckgefessen zu wasschen, vnd desgleichen thut jr viel.

[9]VNd er sprach zu jnen, Wol fein habt jr Gottes gebot auffgehaben auff das jr ewer Auffsetze haltet. [10]Denn Moses hat gesagt, Du solt deinen Vater vnd deine Mutter ehren, vnd wer vater oder mutter fluchet, der sol des todes sterben. [11]Jr aber leret, Wenn einer spricht zum vater oder mutter (Corban, das ist, wenn ichs opffere, so ist dirs viel nuetzer) der thut wol, [12]Vnd so lasst jr hinfurt jn nichts thun seinem vater oder seiner mutter, [13]vnd hebt auff Gottes wort durch ewer auffsetze die jr auffgesetzt habt, Vnd des gleichen thut jr viel.

[14]Vnd er rieff zu jm das gantze Volck, vnd sprach zu jnen, Hoeret mir alle zu, vnd vernemets. [15]Es ist nichts ausser dem Menschen, das jn kuende gemein machen, so es in jn gehet, Sondern das von jm ausgehet, das ists das den Menschen gemein macht. [16]Hat jemand ohren zu hoeren der hoere.

[17]VND da er von dem Volck ins haus kam, Fragten jn seine Juenger vmb diese gleichnis. [18]Vnd er sprach zu jnen, Seid jr denn auch so vnuerstendig? Vernemet jr noch nicht, das alles was aussen ist, vnd in den Menschen gehet, das kan jn nicht gemein machen? [19]Denn es gehet nicht in sein hertz, sondern in den bauch, vnd gehet aus durch den natuerlichen gang der alle speise ausfeget. [20]Vnd er sprach, was aus dem Menschen gehet, das macht den menschen gemein. [21]Denn von innen aus dem hertzen der Menschen, gehen heraus, boese gedancken, ehebruch, hurerey, mord, [22]dieberey, geitz, schalckheit, list, vnzucht, schalcksauge, Gotteslesterung, hoffart, vnuernunfft. [23]Alle diese boese stueck gehen von jnnen heraus, vnd machen den Menschen gemein.

[24]Vnd er stund auff vnd gieng von dannen, in die grentze Tyri vnd Sidon, vnd gieng in ein haus, vnd wolt es niemand wissen lassen, Vnd kund doch nicht verborgen sein. [25]Denn ein Weib hatte von jm


gehoert, welcher Toechterlin einen vnsaubern Geist hatte, vnd sie kam, vnd fiel nider zu seinen fuessen [26](vnd es war ein Griechisch weib aus Syrophenice) Vnd sie bat jn, das er den Teufel von jrer Tochter austriebe. [27]Jhesus aber sprach zu jr, Las zuuor die Kinder sat werden. Es ist nicht fein, das man der Kinder brot neme, vnd werffs fur die Hunde. [28]Sie antwortet aber, vnd sprach zu jm, Ja HERR, Aber doch essen die Huendlin vnter dem tisch, von den brosamen der Kinder. [29]Vnd er sprach zu jr, Vmb des worts willen, so gehe hin, der Teufel ist von deiner Tochter ausgefaren. [30]Vnd sie gieng hin in jr haus, vnd fand, das der Teufel war ausgefaren, vnd die Tochter auff dem bette ligend.

[31]Vnd da er wider ausgieng von den grentzen Tiri vnd Sidon, kam er an das Galileische meer, mitten vnter die grentze der zehen Stedte. [32]Vnd sie brachten zu jm einen Tauben, der Stum war, vnd sie baten jn, das er die Hand auff jn legte. [33]Vnd er nam jn von dem Volck besonders, vnd legete jm die Finger in die Ohren, vnd spuetzet, vnd rueret seine Zunge, [34]vnd sahe auff gen Himel, seufftzet, vnd sprach zu jm, Hephethah, das ist, thu dich auff. [35]Vnd als bald thaten sich seine ohren auff, vnd das band seiner zungen ward los, vnd redet recht. [36]Vnd er verbot jnen, sie soltens niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, [37]vnd wunderten sich vber die mass, vnd sprachen, Er hats alles wol gemacht, die Tauben macht er hoerend, vnd die Sprachlosen redend.


VIII.[Bearbeiten]

[1]Zv der zeit, da viel Volcks da war, vnd hatten nicht zu essen, rieff Jhesus seine Juenger zu sich, vnd sprach zu jnen, [2]Mich jamert des volcks, Denn sie haben nu drey tage bey mir beharret, vnd haben nichts zu essen, [3]Vnd wenn ich sie vngeessen von mir heim liesse gehen, wuerden sie auff dem wege verschmachten, Denn etliche waren von ferne komen.

[4]SEine Juenger antworten jm, Woher nemen wir brot hie in der wuesten, das wir sie settigen? [5]Vnd er fragte sie, wie viel habt jr Brots? Sie sprachen,


sieben. [6]Vnd er gebot dem volck, das sie sich auff die erden lagerten. Vnd er nam die sieben Brot, vnd dancket, vnd brach sie, vnd gab sie seinen Juengern, das sie die selbigen furlegten. Vnd sie legten dem Volck fur. [7]Vnd hatten ein wenig Fischlin, vnd er danckt, vnd hies die selbigen auch fur tragen. [8]Sie assen aber vnd wurden sat, Vnd huben die vbrigen Brocken auff, sieben Koerbe. [9]Vnd jrer war vier tausent, die da gessen hatten. Vnd er lies sie von sich.

[10]Vnd als bald trat er in ein schiff mit seinen Juengern, vnd kam in die gegend Dalmanutha. [11]Vnd die Phariseer giengen heraus, vnd fiengen an sich mit jm zubefragen, versuchten jn, vnd begerten an jm ein Zeichen vom himel. [12]Vnd er seuffzet in seinem Geist, vnd sprach, Was suchet doch dis Geschlechte zeichen? Warlich, ich sage euch, Es wird diesem Geschlecht kein zeichen geben. [13]Vnd er lies sie, vnd trat widerumb in das schiff, vnd fur herueber.

[14]Vnd sie hatten vergessen brot mit sich zu nemen, vnd hatten nicht mehr mit sich im schiff denn ein brot. [15]Vnd er gebot jnen, vnd sprach, Schawet zu, vnd sehet euch fur, fur dem sawerteig der Phariseer, vnd fur dem sawerteig Herodis. [16]Vnd sie gedachten hin vnd wider, vnd sprachen vnternander, Das ists, das wir nicht brot haben. [17]Vnd Jhesus vernam das, vnd sprach zu jnen, Was bekuemmert jr euch doch, das jr nicht brot habt? Vernemet jr noch nichts, vnd seid noch nicht verstendig? Habt jr noch ein verstarret hertz in euch? [18]Habt augen vnd sehet nicht, vnd habt ohren vnd hoeret nicht. Vnd dencket nicht dran, [19]da ich fuenff brot brach vnter fuenff tausent, Wie viel Koerbe vol brocken hubt jr da auff? Sie sprachen, zwelffe. [20]Da ich aber die sieben brach vnter die vier tausent, Wie viel Koerbe vol brocken hubt jr da auff? Sie sprachen, sieben. [21]Vnd er sprach zu jnen, Wie vernemet jr denn nichts?

[22]Vnd er kam gen Bethsaida, Vnd sie brachten zu jm einen Blinden, vnd baten jn, das er jn anrueret. [23]Vnd er nam den Blinden bey der hand vnd fueret jn hinaus fur den Flecken, vnd spuetzet in seine augen, vnd legete seine Hand auff jn, vnd fraget jn, Ob er ichtes sehe? [24]Vnd er sahe auff, vnd sprach, Jch sehe Menschen gehen, als sehe ich a bewme. [25]Darnach leget er


abermal die Hende auff seine augen, vnd b hies jn abermal sehen, Vnd er ward wider zu rechte bracht, das er alles scharff sehen kundte. [26]Vnd er schicket jn heim vnd sprach, Gehe nicht hin ein in den Flecken, vnd sage es auch niemand drinnen.

[27]Vnd Jhesus gieng aus, vnd seine Juenger in die Merckte der stad Cesaree Philippi, Vnd auff dem wege fraget er seine Juenger, vnd sprach zu jnen, Wer sagen die Leute, das ich sey? [28]Sie antworten, Sie sagen, du seiest Johannes der Teuffer. Etliche sagen du seiest Elias. Etliche du seiest der Propheten einer. [29]Vnd er sprach zu jnen, Jr aber, wer saget jr, das ich sey? Da antwortet Petrus, vnd sprach zu jm, Du bist Christus. [30]Vnd er bedrawet sie, das sie niemand von jm sagen solten.

[31]Vnd hub an sie zu leren, Des menschen Son mus viel leiden, vnd verworffen werden von den Eltesten vnd Hohenpriestern vnd Schrifftgelerten, vnd getoedtet werden, Vnd vber drey tage aufferstehen. [32]Vnd er redet das wort frey offenbar. Vnd Petrus nam jn zu sich, fieng an jm zu weren. [33]Er aber wand sich vmb, vnd sahe seine Juenger an, vnd bedrawet Petrum, vnd sprach, Gehe hinder mich du Satan, denn du meinest nicht das goettlich, sondern das menschlich ist.

[34]Vnd er rieff zu sich dem Volck sampt seinen Juengern, vnd sprach zu jnen, Wer mir wil nachfolgen, der verleugne sich selbs, vnd neme sein Creutz auff sich, vnd folge mir nach. [35]Denn wer sein leben wil behalten, der wirds verlieren, Vnd wer sein leben verleuret, vmb meinen vnd des Euangelij willen, der wirds behalten. [36]Was huelffs den Menschen, wenn er die gantze Welt gewuenne, vnd neme an seiner Seelen schaden? [37]Oder was kan der Mensch geben, da mit er seine Seele loese? [38]Wer sich aber Mein vnd meiner wort schemet, vnter diesem ehebrecherschen vnd suendigem Geschlecht, Des wird sich auch des menschen Son schemen, wenn er komen wird in der herrligkeit seines Vaters, mit den heiligen Engeln. IX. [1]Vnd er sprach zu jnen, Warlich ich sage euch, Es stehen etliche hie, die werden den tod nicht schmecken, bis das sie sehen das reich Gottes mit Krafft komen.


IX.[Bearbeiten]

[2]Vnd nach sechs tagen, nam Jhesus zu sich Petrum, Jacobum vnd Johannem, vnd fueret sie auff einen hohen Berg besonders alleine, vnd verkleret sich fur jnen. [3]Vnd seine Kleider wurden helle vnd seer weis, wie der schnee, das sie kein Ferber auff erden kan so weis machen. [4]Vnd es


erschein jnen Elias mit Mose, vnd hatten eine rede mit Jhesu. [5]Vnd Petrus antwortet, vnd sprach zu Jhesu, Rabbi, hie ist gut sein, Lasset vns drey huetten machen, Dir eine, Mosi eine, vnd Elias eine. [6]Er wuste aber nicht was er redet, denn sie waren verstoertzt. [7]Vnd es kam eine Wolcken, die vberschattet sie. Vnd eine stimme fiel aus der wolcken, vnd sprach, Das ist mein lieber Son, Den solt jr hoeren. [8]Vnd bald darnach sahen sie vmb sich, vnd sahen niemand mehr, denn allein Jhesum bey jnen.

[9]DA sie aber vom berge erab giengen, verbot jnen Jhesus, das sie niemand sagen solten, was sie gesehen hatten, Bis des menschen Son aufferstuende von den Todten.

[10]Vnd sie behielten das wort bey sich, vnd befragten sich vnternander, Was ist doch das aufferstehen von den Todten? [11]Vnd sie fragten jn, vnd sprachen, Sagen doch die Schrifftgelerten, das Elias mus vor komen? [12]Er antwortet aber, vnd sprach zu jnen, Elias sol ja zuuor komen, vnd alles wider zu recht bringen, Dazu des menschen Son sol viel leiden vnd verachtet werden, wie denn geschrieben stehet. [13]Aber ich sage euch, Elias ist komen, Vnd sie haben an jm gethan, was sie wolten, nach dem von jm geschrieben stehet.

[14]Vnd er kam zu seinen Juengern, vnd sahe viel Volcks vmb sie, vnd Schrifftgelerten, die sich mit jnen befrageten. [15]Vnd als bald da alles Volck jn sahe, entsatzten sie sich, lieffen zu, vnd gruesseten jn. [16]Vnd er fragete die Schrifftgelerten, Was befraget jr euch mit jnen? [17]Einer aber aus dem Volck antwortet, vnd sprach, Meister, ich habe meinen Son herbracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist, [18]vnd wo er jn erwisschet, so reisset er jn, vnd schewmet vnd knirsschet mit den zeenen, vnd verdorret. Jch habe mit deinen Juengern geredt, das sie jn austrieben, vnd sie koennens nicht.

[19]ER antwortet jm aber, vnd sprach, O du vngleubiges Geschlecht, wie lange sol ich bey euch sein? wie lange sol ich mich mit euch leiden? Bringet jn her zu mir. [20]Vnd sie brachten jn zu jm. Vnd als bald da jn der Geist sahe, reis er jn, vnd fiel auff die erden, vnd waltzet sich vnd schewmet. [21]Vnd er fraget seinen Vater, wie lange ists, das jm widerfaren ist? Er sprach, von kind auff, [22]vnd offt hat er jn in fewr vnd wasser geworffen,


das er jn vmbbrechte. Kanstu aber was, so erbarm dich vnser, vnd hilff vns. [23]Jhesus aber sprach zu jm, Wenn du kuendest gleuben, Alle ding sind mueglich dem der da gleubet. [24]Vnd als bald schrey des kindes Vater mit threnen, vnd sprach, Jch gleube, Lieber HERR hilff meinem vnglauben.

[25]DA nu Jhesus sahe, das das Volck zulieff, bedrawet er den vnsaubern Geist, vnd sprach zu jm, Du sprachloser vnd tauber Geist, ich gebiete dir, das du von jm ausfarest, vnd farest hinfurt nicht in jn. [26]Da schrey er, vnd reis jn seer, vnd fur aus, Vnd er ward als were er tod, das auch viel sagten, er ist tod. [27]Jhesus aber ergreiff jn bey der hand, vnd richtet jn auff, Vnd er stund auff. [28]Vnd da er heim kam, frageten jn seine Juenger besonders, Warumb kundten wir jn nicht austreiben? [29]Vnd er sprach, Diese Art kan mit nichte ausfaren, denn durch beten vnd fasten.

[30]Vnd sie giengen von dannen hinweg, vnd wandelten durch Galilean, vnd er wolte nicht, das es jemand wissen solt. [31]Er leret aber seine Juenger, vnd sprach zu jnen, Des menschen Son wird vberantwortet werden in der Menschen hende, vnd sie werden jn toedten, Vnd wenn er getoedtet ist, so wird er am dritten tage aufferstehen. [32]Sie aber vernamen das wort nicht, vnd furchten sich jn zu fragen.

[33]Vnd er kam gen Capernaum, vnd da er daheim war, fraget er sie, Was handelt jr mit einander auff dem wege? [34]Sie aber schwigen, Denn sie hatten mit einander auff dem wege gehandelt, welcher der groessest were? [35]Vnd er satzte sich, vnd rieff den Zwelffen, vnd sprach zu jnen, So jemand wil der Erste sein, der sol der letzte sein fur allen, vnd aller Knecht. [36]Vnd er nam ein Kindlin, vnd stellet es mitten vnter sie, vnd hertzete dasselbige, vnd sprach zu jnen, [37]Wer ein solchs Kindlin in meinem namen auffnimpt, Der nimpt mich auff, vnd wer mich auffnimpt, der nimpt nicht mich auff, sondern Den, der mich gesand hat.

[38]Johannes aber antwortet jm, vnd sprach, Meister, wir sahen einen, der treib Teufel in deinem Namen aus, welcher vns nicht nachfolget, Vnd wir verbotens jm, darumb das er vns nicht nachfolget. [39]Jhesus aber sprach, Jr solts jm nicht verbieten, Denn es ist niemand der eine That thue in meinem Namen, vnd muege bald vbel von mir reden. [40]Wer nicht wider vns ist, der ist fur vns. [41]Wer aber euch trencket mit einem Becher wassers, in meinem Namen, darumb das jr Christum angehoeret, Wahrlich, ich sage euch, Es wird jm nicht vnuergolten bleiben. [42]Vnd wer der Kleinen einen ergert,


die an Mich gleuben, dem were es besser, das jm ein muelstein an seinen Hals gehengt wuerde, vnd ins Meer geworffen wuerde.

[43]So dich aber deine hand ergert, So hawe sie abe, Es ist dir besser, das du ein kroepel zum Leben eingehest, denn das du zwo Hende habest, vnd farest in die Helle, in das ewige fewr, [44]da jr wuerm nicht stirbt, vnd jr fewr nicht verlesscht. [45]Ergert dich dein fus, So hawe jn abe, Es ist dir besser, das du lam zum Leben eingehest, denn das du zween fuesse habest, vnd werdest in die Helle geworffen, in das ewige fewr, [46]da jr wurm nicht stirbt vnd jr fewr nicht verlesscht. [47]Ergert dich dein Auge, so wirffs von dir, Es ist dir besser, das du eineugig in das reich Gottes gehest, denn das du zwey Augen habest, vnd werdest in das hellische fewr geworffen, [48]da jr wurm nicht stirbet, vnd jr fewr nicht verlesscht.

[49]Es mus alles mit fewr a gesaltzen werden, vnd alles Opffer wird mit saltz gesaltzt. [50]Das saltz ist gut, So aber das saltz thum wird, wo mit wird man wuertzen? Habt saltz bey euch, vnd habt Friede vnternander.


X.[Bearbeiten]

Vnd er macht sich auff, vnd kam von dannen an die oerter des Juedischenlands, jenseid des Jordans, vnd das Volck gieng abermal mit hauffen zu jm, Vnd wie seine gewonheit war, leret er sie abermal.

[2]Vnd die Phariseer traten zu jm, vnd fragten jn, Ob ein Man sich scheiden muege von seinem Weibe? vnd versuchten jn damit. [3]Er antwortet aber, vnd sprach, Was hat euch Moses geboten? [4]Sie sprachen, Moses hat zugelassen einen Scheidbrieff zu schreiben, vnd sich zu scheiden. [5]Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Vmb ewers Hertzen hartigkeit willen hat er euch solch Gebot geschrieben, [6]Aber von anfang der Creatur, hat sie Gott geschaffen ein Menlin vnd Frewlin. [7]Darumb wird der Mensch seinen vater vnd mutter lassen, vnd wird seinem Weibe anhangen, [8]Vnd werden sein die zwey ein Fleisch, So sind sie nu nicht zwey, sondern ein Fleisch. [9]Was denn Gott zusamen gefueget hat, sol der Mensch nicht scheiden.

[10]VNd daheim frageten jn abermal seine Juenger vmb dasselbige. [11]Vnd er sprach zu jnen, Wer sich scheidet von seinem Weibe, vnd freiet ein andere, der bricht die Ehe an jr. [12]Vnd so sich ein Weib scheidet von jrem Manne, vnd freiet einen andern, die bricht jre Ehe.


[13]Vnd sie brachten Kindlin zu jm, das er sie anruerete, Die Juenger aber furen die an, die sie trugen. [14]Da es aber Jhesus sahe, ward er vnwillig, vnd sprach zu jnen, Lasst die Kindlin zu mir komen, vnd weret jnen nicht, Denn solcher ist das reich Gottes. [15]Warlich, ich sage euch, wer das reich Gottes nicht empfehet, als ein Kindlin, Der wird nicht hinein komen. [16]Vnd hertzet sie, vnd leget die hende auff sie, vnd segenet sie.

[17]Vnd da er hinaus gangen war auff den weg, lieff einer forne fur, kniet fur jn, vnd fraget jn, Guter Meister, was sol ich thun, das ich das ewige leben ererbe? [18]Aber Jhesus sprach zu jm, Was heissestu mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott. [19]Du weisest je die Gebot wol, Du solt nicht ehebrechen. Du solt nicht toedten. Du solt nicht stelen. Du solt nicht falsch gezeugnis reden. Du solt niemand teuschen. Ehre deinen vater vnd mutter. [20]Er antwortet aber, vnd sprach zu jm, Meister, das hab ich alles gehalten von meiner Jugent auff. [21]Vnd Jhesus sahe jn an, vnd liebet jn, vnd sprach zu jm, Eines feilet dir, Gehe hin, verkeuffe alles was du hast, vnd gibs den Armen, so wirstu einen schatz im Himel haben, Vnd kom, folge mir nach, vnd nim das Creutz auff dich. [22]Er aber ward vnmuts vber der rede, vnd gieng trawrig dauon, denn er hatte viel Gueter.

[23]Vnd Jhesus sahe vmb sich, vnd sprach zu seinen Juengern, Wie schwerlich werden die Reichen in das reich Gottes komen. [24]Die Juenger aber entsatzten sich vber seiner rede. Aber Jhesus antwortet widerumb vnd sprach zu jnen, Lieben kinder, wie schwerlich ists, das die, so jr vertrawen auff Reichthum setzen ins reich Gottes komen. [25]Es ist leichter, das ein Kameel durch ein naddeloehre gehe, denn das ein Reicher ins reich Gottes kome. [26]Sie entsatzten sich aber noch viel mehr, vnd sprachen vnternander, Wer kan denn selig werden? [27]Jhesus aber sahe sie an, vnd sprach, Bey den Menschen ists vnmueglich, aber nicht bey Gott, Denn alle ding sind mueglich bey Gott.

[28]Da saget Petrus zu jm, Sihe, wir haben alles verlassen, vnd sind dir nachgefolget. [29]Jhesus antwortet, vnd sprach, Warlich, ich sage euch, Es ist niemand, so er verlesst haus, oder brueder, oder schwester, oder vater, oder mutter, oder weib, oder kinder, oder ecker, vmb Meinen willen, vnd vmb des Euangelij willen, [30]Der nicht hundertfeltig empfahe, jtzt in dieser zeit, heuser vnd brueder, vnd schwester vnd muetter, vnd kinder vnd ecker, mit a verfolgungen, Vnd in der zukuenfftigen welt das ewige Leben. [31]Viel aber werden die letzten sein, die die ersten sind, Vnd die ersten sein, die die letzten sind.


[32]Sje waren aber auff dem wege, vnd giengen hinauff gen Jerusalem, vnd Jhesus gieng fur jnen, vnd sie entsatzten sich, folgeten jm nach, vnd furchten sich. Vnd Jhesus nam abermal zu sich die Zwelffe vnd saget jnen, was jm widerfaren wuerde. [33]Sihe, wir gehen hinauff gen Jerusalem, Vnd des menschen Son wird vberantwortet werden den Hohenpriestern vnd Schrifftgelerten, Vnd sie werden jn verdamnen zum Tode, vnd vberantworten den Heiden, [34]die werden jn verspotten vnd geisseln, vnd verspeien, vnd toedten, Vnd am dritten tage wird er aufferstehen.

[35]Da giengen zu jm Jacobus vnd Johannes die soene Zebedei vnd sprachen, Meister, wir wollen, das du vns thuest, was wir dich bitten werden. [36]Er sprach zu jnen, Was wolt jr, das ich euch thue? [37]Sie sprachen zu jm, Gib vns, das wir sitzen, einer zu deiner Rechten, vnd einer zu deiner Lincken, in deiner Herrligkeit. [38]Jhesus aber sprach zu jnen, Jr wisset nicht was jr bittet. Kuend jr den Kelch trincken, den ich trincke, vnd euch teuffen lassen mit der Taufe, da ich mit getaufft werde? [39]Sie sprachen zu jm, Ja, wir koennen es wol. Jhesus aber sprach zu jnen, Zwar jr werdet den Kelch trincken, den ich trincke, vnd getaufft werden mit der Taufe, da ich mit getaufft werde. [40]Zu sitzen aber zu meiner Rechten vnd zu meiner Lincken, stehet mir nicht zu euch zu geben, sondern welchen es bereitet ist.

[41]Vnd da das die Zehen hoereten, wurden sie vnwillig vber Jacobum vnd Johannem. [42]Aber Jhesus rieff jnen, vnd sprach zu jnen, Jr wisset das die weltlichen Fuersten herrschen, vnd die Mechtigen vnter jnen, haben gewalt. [43]Aber also sol es vnter euch nicht sein, Sondern welcher wil gros werden vnter euch, der sol ewer Diener sein, [44]Vnd welcher vnter euch wil der Fuernemest werden, der sol aller Knecht sein. [45]Denn auch des menschen Son ist nicht komen, das er jm dienen lasse, Sondern das er diene, vnd gebe sein Leben zur bezalung fur viele.

[46]Vnd sie kamen gen Jericho, Vnd da er aus Jericho gieng, er vnd seine Juenger, vnd ein gros Volck, da sass ein blinder Bartimeus Timei son, am wege vnd bettelt. [47]Vnd da er hoeret, das es Jhesus von Nazareth war, fieng er an zu schreien, vnd sagen, Jhesu du Son Dauid, erbarm dich mein. [48]Vnd viel bedraweten jn, Er solte stille schweigen. Er aber schrey viel mehr, Du son Dauid, erbarm dich mein. [49]Vnd Jhesus stund stille, vnd lies jm ruffen. Vnd sie rieffen dem Blinden, vnd sprachen zu jm, Sey getrost, stehe auff, er


ruffet dir. [50]Vnd er warff sein Kleid von sich stund auff, vnd kam zu Jhesu. [51]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jm, Was wiltu, das ich dir thun sol? Der Blinde sprach zu jm, Rabboni, das ich sehend werde. [52]Jhesus aber sprach zu jm, Gehe hin, dein glaube hat dir geholffen, Vnd als bald ward er sehend, vnd folgete jm nach, auff dem wege.


XI.[Bearbeiten]

Vnd da sie nahe zu Jerusalem kamen, gen Bethphage vnd Bethanien an den oeleberg, sandte er seiner Juenger zween, [2]vnd sprach zu jnen, Gehet hin in den Flecken, der fur euch ligt, Vnd als bald wenn jr hinein kompt, werdet jr finden ein Fuellen angebunden, auff welchem nie kein Mensch gesessen ist, Loeset es ab, vnd fueret es her. [3]Vnd so jemand zu euch sagen wird, warumb thut jr das? So sprechet, Der HERR darff sein, so wird ers bald her senden. [4]Sie giengen hin, vnd funden das Fuellen gebunden an der thuer, aussen auff dem wegscheid, vnd loesetens ab. [5]Vnd etliche die da stunden, sprachen zu jnen, was machet jr, das jr das Fuellen abloeset? [6]Sie sagten aber zu jnen, wie jnen Jhesus gebotten hatte, vnd die liessens zu.

[7]VNd sie fuereten das Fuellen zu Jhesu, vnd legten jre Kleider drauff, vnd er satzte sich drauff. [8]Viel aber breiteten jre Kleider auff den weg. Etliche hieben meien von den bewmen, vnd streweten sie auff den weg. [9]Vnd die forne vor giengen, vnd die hernach folgeten, schrien vnd sprachen, Hosianna, [10]Gelobet sey der da kompt in dem namen des HERRN, Gelobet sey das Reich vnsers vaters Dauid, das da kompt in dem namen des HERRN, Hosianna in der hoehe. [11]Vnd der HERR gieng ein zu Jerusalem, vnd in den Tempel, vnd er besahe alles, Vnd am abend gieng er hin aus gen Bethanien mit den Zwelffen.

[12]Vnd des andern tages, da sie von Bethanien giengen, hungerte jn, [13]Vnd sahe einen Feigenbawm von ferne, der bletter hatte, Da trat er hinzu, ob er etwas drauff fuende. Vnd da er hinzu kam, fand er nichts denn nur Bletter, Denn es war noch nicht zeit, das Feigen sein solten. [14]Vnd Jhesus antwortet vnd sprach zu jm, Nu esse von dir niemand keine Frucht ewiglich. Vnd seine Juenger hoereten das.


[15]Vnd sie kamen gen Jerusalem, vnd Jhesus gieng in den Tempel, fieng an vnd treib aus die Verkeuffer vnd Keuffer in dem Tempel, vnd die tische der Wechsler, vnd die stuele der Taubenkremer sties er vmb, [16]vnd lies nicht zu, das jemand etwas durch den Tempel truege. [17]Vnd er leret, vnd sprach zu jnen, Stehet nicht geschrieben, Mein Haus sol heissen ein Bethaus allen Voelckern, Jr aber habt eine Moerdergrueben daraus gemacht. [18]Vnd es kam fur die Schrifftgelerten vnd Hohenpriester, Vnd sie trachten wie sie jn vmbbrechten. Sie fuerchten sich aber fur jm, Denn alles Volck verwundert sich seiner lere. [19]Vnd des abends gieng er hinaus fur die Stad.

[20]Vnd am morgen giengen sie fur vber, vnd sahen den Feigenbawm, das er verdorret war, bis auff die wurtzel. [21]Vnd Petrus gedachte dran vnd sprach zu jm, Rabbi, sihe der Feigenbawm, den du verflucht hast, ist verdorret. [22]Jhesus antwortet vnd sprach zu jnen, Habt glauben an Gott, [23]Warlich, ich sage euch, Wer zu diesem Berge spreche, heb dich vnd wirff dich ins Meer, vnd zweiuelte nicht in seinem hertzen, sondern gleubte, das es geschehen wuerde, was er saget, So wirds jm geschehen, was er saget. [24]Darumb sage ich euch, Alles was jr bittet in ewrem Gebet, gleubet nur, das jrs empfahen werdet, so wirds euch werden. [25]Vnd wenn jr stehet vnd betet, so vergebet, wo jr etwas wider jemand habt, Auff das auch ewr Vater im Himel euch vergebe ewr Feile.

[27]Vnd sie kamen abermal gen Jerusalem, vnd da er in den Tempel gieng, kamen zu jm die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten vnd die Eltesten, [28]vnd sprachen zu jm, Aus waser macht thustu das? vnd wer hat dir die macht gegeben, das du solchs thust? [29]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Jch wil euch auch ein wort fragen, antwortet mir, so wil ich euch sagen, Aus waser macht ich das thu. [30]Die tauffe Johannis, war sie vom Himel, oder von Menschen? antwortet mir. [31]Vnd sie gedachten bey sich selbs, vnd sprachen, Sagen wir, sie war vom Himel, so wird er sagen, Warumb habt jr denn jm nicht gegleubet? [32]Sagen wir aber, sie war von Menschen, so fuerchten wir vns fur dem Volck, Denn sie hielten alle, das Johannes ein rechter Prophet were. [33]Vnd sie antworten, vnd sprachen zu Jhesu, wir wissens nicht. Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, So sage ich euch auch nicht, aus waser macht ich solchs thue.


XII.[Bearbeiten]

Vnd er fieng an zu jnen durch Gleichnisse zu reden. Ein Mensch pflantzet einen Weinberg, vnd fueret einen Zaun drumb, vnd grub eine Kelter, vnd bawet einen Thurn, vnd thet jn aus den Weingartnern, vnd zog vber land. [2]Vnd sandte einen Knecht, da die zeit kam zu den Weingartnern, das er von den weingartnern neme von der Frucht des weinberges. [3]Sie namen jn aber vnd steupten jn, vnd liessen jn leer von sich. [4]Abermal sandte er zu jnen einen andern Knecht, demselbigen zerworffen sie den Kopff mit steinen, vnd liessen jn geschmecht von sich. [5]Abermal sandte er einen andern, denselben toedten sie, vnd viel andere, Etliche steupten sie, etliche toedten sie.

[6]Da hatte er noch einen einigen Son, der war jm lieb, den sandte er zum letzten auch zu jnen, vnd sprach, Sie werden sich fur meinem son schewen. [7]Aber dieselben Weingartner sprachen vnternander, Dis ist der Erbe, Kompt lasst vns jn toedten, so wird das Erbe vnser sein. [8]Vnd sie namen jn vnd toedten jn, vnd wurffen jn heraus fur den Weinberg. [9]Was wird nu der Herr des weinberges thun? Er wird komen, vnd die weingartner vmbbringen, vnd den Weinberg andern geben. [10]Habt jr auch nicht gelesen diese Schrifft? Der stein, den die Bawleute verworffen haben, der ist ein Eckstein worden. [11]Von dem HERRN ist dis geschehen, vnd es ist wunderbarlich fur vnsern augen. [12]Vnd sie trachten darnach, wie sie jn griffen, vnd furchten sich doch fur dem Volck, Denn sie vernamen, das er auff sie diese Gleichnisse geredt hatte, Vnd sie liessen jn, vnd giengen dauon.

[13]Vnd sie sandten zu jm etliche von den Phariseern vnd Herodis dienern, das sie jn fiengen in worten. [14]Vnd sie kamen vnd sprachen zu jm, Meister wir wissen, das du warhafftig bist, vnd fragest nach niemand, Denn du achtest nicht das ansehen der Menschen, sondern du lerest den weg Gottes recht, Jsts recht, das man dem Keiser zinse gebe, oder nicht? sollen wir jn geben, oder nicht geben? [15]Er aber mercket jre heucheley, vnd sprach zu jnen, Was versuchet jr mich? bringet mir einen grosschen, das ich jn sehe. [16]Vnd sie brachten jm. Da sprach er, Wes ist das Bilde vnd die vberschrifft? Sie


sprachen zu jm, Des Keysers. [17]Da antwortet Jhesus, vnd sprach zu jnen, So gebet dem Keyser, was des keisers ist, vnd Gotte was Gottes ist. Vnd sie verwunderten sich sein.

[18]Da tratten die Saduceer zu jm, die da halten, es sey keine Aufferstehung, die fragten jn, vnd sprachen, [19]Meister, Moses hat vns geschrieben, Wenn jemands Bruder stirbt, vnd lesst ein weib, vnd lesst keine Kinder, So sol sein Bruder desselbigen weib nemen, vnd seinem bruder samen erwecken. [20]Nu sind sieben Brueder gewesen, Der erste nam ein weib, der starb, vnd lies keinen samen. [21]Vnd der ander nam sie, vnd starb, vnd lies auch nicht samen. Der dritte desselben gleichen, [22]vnd namen sie alle sieben, vnd liessen nicht samen. Zu letzt nach allen, starb das Weib auch. [23]Nu in der aufferstehung, wenn sie aufferstehen, welchs weib wird sie sein vnter jnen, Denn sieben haben sie zum weibe gehabt?

[24]DA antwortet Jhesus vnd sprach zu jnen, Jsts nicht also? Jr jrret, Darumb das jr nichts wisset von der Schrifft, noch von der krafft Gottes. [25]Wenn sie von den todten aufferstehen werden, so werden sie nicht freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himel. [26]Aber von den todten, das sie aufferstehen werden, habt jr nicht gelesen im buch Mosi, bey dem pusch wie Gott zu jm saget, vnd sprach, Jch bin der Gott Abraham, vnd der Gott Jsaac, vnd der Gott Jacob. [27]Gott aber ist nicht der todten, sondern der lebendigen Gott Darumb jrret jr seer.

[28]Vnd es trat zu jm der Schrifftgelerten einer, der jnen zugehoeret hatte, wie sie sich miteinander befrageten, vnd sahe das er jnen fein geantwortet hatte, vnd fraget jn, Welchs ist das furnemest Gebot fur allen? [29]Jhesus aber antwortet jm, Das furnemest Gebot fur allen geboten ist das, Hoere Jsrael, Der HERR vnser Gott ist ein einiger Gott, [30]Vnd du solt Gott deinen HERRN lieben, von gantzem hertzen, von gantzer Seele, von gantzem Gemuete, vnd von allen deinen Krefften, das ist das furnemeste Gebot. [31]Vnd das ander ist jm gleich, Du solt deinen Nehesten lieben, als dich selbs. Es ist kein ander groesser Gebot, denn diese.

[32]VND der Schrifftgelerter sprach zu jm, Meister, du hast warlich recht geredt, denn es ist ein Gott, vnd ist kein ander ausser jm, [33]Vnd denselbigen lieben von gantzem hertzen, von gantzem gemuete, von gantzer seele, vnd von


allen krefften, Vnd lieben seinen Nehesten als sich selbs, das ist mehr denn Brandopffer vnd alle Opffer. [34]Da Jhesus aber sahe, das er vernuenfftiglich antwortet, sprach er zu jm, Du bist nicht ferne von dem reich Gottes. Vnd es thurste jn niemand weiter fragen.

[35]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach, da er leret im Tempel, Wie sagen die Schrifftgelerten, Christus sey Dauids son? [36]Er aber Dauid spricht, durch den heiligen Geist, Der HERR hat gesagt zu meinem HERRN, Setze dich zu meiner Rechten, Bis das ich lege deine Feinde zum schemel deiner fuesse. [37]Da heisst jn ja Dauid seinen Herrn, wo her ist er denn sein Son? Vnd viel Volcks hoeret jn gerne.

[38]Vnd er leret sie, vnd sprach zu jnen, Sehet euch fur, fur den Schrifftgelerten die in langen Kleidern gehen, vnd lassen sich gerne auff dem marckte gruessen, [39]vnd sitzen gerne oben an in den Schulen, vnd vber tisch im Abendmal, [40]Sie fressen der Widwen heuser, vnd wenden langes Gebet fur, Dieselben werden deste mehr verdamnis empfahen.

[41]Vnd Jhesus setzet sich gegen den Gotteskasten, vnd schawet, wie das volck geld einlegte in den Gotteskasten, vnd viel Reichen legten viel ein. [42]Vnd es kam eine arme Widwe, vnd legte zwey Scherfflin ein, die machen einen Heller. [43]Vnd er rieff seine Juenger zu sich, vnd sprach zu jnen, Warlich, ich sage euch, diese arme Widwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt, denn alle die eingelegt haben. [44]Denn sie haben alle von jrem vbrigen eingelegt, Diese aber hat von jrem armut alles was sie hat, jre gantze Narung eingelegt.


XIII.[Bearbeiten]

Vnd da er aus dem Tempel gieng, sprach zu jm seiner Juenger einer, Meister, sihe, welche steine, vnd welch ein Baw ist das? [2]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jm, Sihestu wol allen diesen grossen Baw? Nicht ein stein wird auff dem andern bleiben, der nicht zubrochen werde.

[3]Vnd da er auff dem Oleberge sass gegen dem Tempel, fragten jn besonders Petrus vnd Jacobus vnd Johannes vnd Andreas, [4]Sage vns, wenn wird das alles geschehen? Vnd was wird das Zeichen sein, wenn das alles sol volendet werden? [5]Jhesus antwortet jnen, vnd fieng an zu sagen, Sehet zu, das euch nicht jemand verfuere, [6]Denn es werden viel komen vnter meinem Namen, vnd sagen ich bin Christus, Vnd werden viel verfueren.


[7]WEnn jr aber hoeren werdet von Krieger, vnd kriegs geschrey, So fuerchtet euch nicht, denn es mus also geschehen, Aber das ende ist noch nicht da. [8]Es wird sich ein Volck vber das ander empoeren vnd ein Koenig- reich vber das ander. Vnd werden geschehen Erdbeben hin vnd wider, vnd wird sein Thewre zeit vnd schrecken, Das ist der Not anfang.

[9]Jr aber sehet euch fur, Denn sie werden euch vberantworten fur die Ratheuser vnd Schulen, Vnd jr muesset gesteupet werden, vnd fur Fuersten vnd Koenige muesset jr gefueret werden, vmb meinen willen, zu einem zeugnis vber sie. [10]Vnd das Euangelium mus zuuor geprediget werden, vnter alle Voelcker.

[11]WEnn sie euch nu fueren vnd vberantworten werden, so sorget nicht was jr reden solt, vnd bedencket auch nicht zuuor, Sondern was euch zu derselbigen stunde gegeben wird, das redet, Denn jr seids nicht die da reden, sondern der heilige Geist. [12]Es wird aber vberantworten ein Bruder den andern zum tode, vnd der Vater den Son, vnd die Kinder werden sich empoeren wider die Eltern, vnd werden sie helffen toedten. [13]Vnd werdet gehasset sein von jederman, vmb meines Namens willen. Wer aber beharret bis an das ende, der wird selig.

[14]Wenn jr aber sehen werdet den Grewel der verwuestung, von dem der Prophet Daniel gesagt hat, das er stehet, da er nicht sol (Wer es lieset, der verneme es) Als denn wer in Judea ist, der fliehe auff die Berge. [15]Vnd wer auff dem Dache ist, der steige nicht ernider ins Haus, vnd kome nicht drein etwas zu holen aus seinem hause. [16]Vnd wer auff dem Felde ist, der wende sich nicht vmb, seine Kleider zu holen. [17]Weh aber den Schwangern vnd Seugern zu der zeit. [18]Bittet aber, das ewre Flucht nicht geschehe im winter. [19]Denn in diesen tagen werden solche Truebsal sein, als sie nie gewesen sind bis her, vom anfang der Creaturen, die Gott geschaffen hat, vnd als auch nicht werden wird. [20]Vnd so der HERR diese tage nicht verkuertzt hette, wuerde kein Mensch selig, Aber vmb der Ausserwelten willen, die er ausserwelet hat, hat er diese tage verkuertzt.

[21]Wenn nu jemand zu der zeit wird euch sagen, Sihe, hie ist Christus, sihe, da ist er, So gleubet nicht. [22]Denn es werden sich erheben falsche Christi, vnd falsche Propheten, die Zeichen vnd Wunder thun, das sie


auch die Ausserweleten verfueren, so es mueglich were. [23]Jr aber sehet euch fuer, sihe, Jch habs euch alles zuuor gesagt.

[24]Aber zu der zeit, nach diesem truebsal, werden Sonne vnd Mond jren schein verlieren, [25]vnd die Sterne werden vom Himel fallen, vnd die Kreffte der himel werden sich bewegen. [26]Vnd denn werden sie sehen des menschen Son komen in den wolcken, mit grosser Krafft vnd Herrligkeit. [27]Vnd denn wird er seine Engel senden, vnd wird versamlen seine Ausserwelten, von den vier Winden, von dem ende der erden, bis zum ende der Himel.

[28]AN dem Feigenbawm lernet ein gleichnis, Wenn jtzt seine zweige safftig werden, vnd Bletter gewinnet, So wisset jr, das der Sommer nahe ist. [29]Also auch, wenn jr sehet, das solchs geschicht, so wisset, das es nahe fur der thuer ist. [30]Warlich, ich sage euch, Dis geschlecht wird nicht vergehen, bis das dis alles geschehe. [31]Himel vnd Erden werden vergehen, Meine wort aber werden nicht vergehen. [32]Von dem tage aber vnd der stunde weis niemand, auch die Engel nicht im himel, auch der Son nicht, sondern allein der Vater.

[33]Sehet zu, wachet vnd betet, denn jr wisset nicht, wenn es zeit ist. [34]Gleich als ein Mensch, der vber land zoch, vnd lies sein Haus, vnd gab seinen Knechten macht, einem jglichen sein werck, vnd gebot dem Thurhueter, er solt wachen. [35]So wachet nu, denn jr wisset nicht, wenn der Herr des hauses kompt, ob er kompt am abend, oder zu mitternacht oder vmb den Hanenschrey, oder des morgens, [36]Auff das er nicht schnelle kome, vnd finde euch schlaffend. [37]Was ich aber euch sage, das sage ich allen, Wachet.


XIIII.[Bearbeiten]

Vnd nach zween tagen war Ostern, vnd die tage der suessen brot. Vnd die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten suchten, wie sie jn mit listen grieffen vnd toedten. [2]Sie sprachen aber, Ja nicht auff das Fest, das nicht ein Auffrhur im volck werde.

[3]Vnd da er zu Bethanien war in Simonis des aussetzigen hause, vnd sass zu tisch, Da kam ein Weib, die hatte ein glas mit vngefelschtem vnd koestlichem Nardenwasser, vnd sie zubrach das glas, vnd gos es auff sein Heubt. [4]Da waren etliche, die wurden vnwillig, vnd sprachen, Was sol doch dieser vnrat? [5]Man kuend das Wasser mehr denn vmb drey hundert grosschen verkaufft haben, vnd dasselb den Armen geben. Vnd murreten vber sie.


[6]JHEsus aber sprach, Lasset sie mit frieden, was bekuemmert jr sie? Sie hat ein gut werck an mir gethan. [7]Jr habt alle zeit Armen bey euch, vnd wenn jr wolt koennet jr jnen guts thun, Mich aber habt jr nicht allezeit. [8]Sie hat gethan, was sie kund, Sie ist zuuor komen meinen Leichnam zusalben zu meinem begrebnis. [9]Warlich ich sage euch, wo dis Euangelium geprediget wird in aller Welt, Da wird man auch das sagen zu jrem gedechtnis, das sie jtzt gethan hat.

[10]Vnd Judas Jscharioth, einer von den Zwelffen, gieng hin zu den Hohenpriestern, das er jn verrhiet. [11]Da sie das hoereten, wurden sie fro, vnd verhiessen jm das geld zu geben. Vnd er suchete, wie er jn fueglich verrhiet.

I Alte Osterlamb. [12]Vnd am ersten tage der suessenbrot, da man das Osterlamb opfferte, sprachen seine Juenger zu jm, Wo wiltu, das wir hin gehen vnd bereiten, das du das Osterlamb essest? [13]Vnd er sandte seiner Juenger zween, vnd sprach zu jnen, Gehet hin in die Stad, vnd es wird euch ein Mensch begegen, der tregt einen krug mit wasser, folget jm nach, [14]Vnd wo er eingehet, da sprechet zu dem Hauswirte, Der Meister lesset dir sagen, wo ist das Gasthaus, darinne ich das Osterlamb esse mit meinen Juengern? [15]Vnd er wird euch einen grossen Saal zeigen, der gepflastert vnd bereit ist, daselbs richtet fur vns zu. [16]Vnd die Juenger giengen aus, vnd kamen in die Stad, vnd fundens, wie er jnen gesagt hatte, Vnd bereiteten das Osterlamb.

[17]AM abend aber kam er mit den Zwelffen. [18]Vnd als sie zu tisch sassen vnd assen, sprach Jhesus, Warlich, ich sage euch, Einer vnter euch der mit mir isset, wird mich verrhaten. [19]Vnd sie wurden trawrig, vnd sagten zu jm, einer nach dem andern, Bin ichs? Vnd der ander, Bin ichs? [20]Er antwortet, vnd sprach zu jnen, Einer aus den Zwelffen, der mit mir in die Schuessel tauchet. [21]Zwar des Menschen Son gehet hin, wie von jm geschrieben stehet. Weh aber dem Menschen, durch welchen des menschen Son verrhaten wird, Es were dem selben Menschen besser, das er nie geborn were.

Abenimal des HERREN. [22]Vnd in dem sie assen, nam Jhesus das Brot, dancket, vnd brachs, vnd gabs jnen, vnd sprach, Nemet, esset, das ist mein Leib. [23]Vnd nam den Kelch, vnd dancket, vnd gab jnen den, Vnd sie truncken alle draus, [24]Vnd er sprach zu jnen, Das ist mein Blut, des newen Testaments, das fur viele vergossen wird. [25]Warlich, ich sage euch, das ich hinfurt nicht trincken werde vom gewechse des Weinstocks, bis auff den tag, da ichs new trincke, in dem reich Gottes.


II. Oleberg. [26]Vnd da sie den Lobgesang gesprochen hatten, giengen sie hinaus an den oeleberg. [27]Vnd Jhesus sprach zu jnen, Jr werdet euch in dieser nacht alle an mir ergern, Denn es stehet geschrieben, Jch werde den Hirten schlahen, vnd die Schafe werden sich zurstrewen. [28]Aber nach dem ich aufferstehe, wil ich fur euch hin gehen in Galilean. [29]Petrus aber saget zu jm, Vnd wenn sie sich alle ergerten, So wolte doch ich mich nicht ergern. [30]Vnd Jhesus sprach zu jm, Warlich ich sage dir, Heute, in dieser nacht, ehe denn der Hane zwey mal krehet, wirstu mich drey mal verleugnen. [31]Er aber redete noch weiter, Ja wenn ich mit dir auch sterben mueste, wolt ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten sie alle.

[32]Vnd sie kamen zu dem Hofe, mit namen Gethsemane, Vnd er sprach zu seinen Juengern, setzet euch hie bis ich hingehe, vnd bete. Geistlich leiden Christi im Garten. [33]Vnd nam zu sich Petrum vnd Jacobum vnd Johannem, vnd fieng an zu zittern vnd zu zagen, [34]vnd sprach zu jnen, Meine seele ist betruebt bis an den tod, Enthaltet euch hie vnd wachet. [35]Vnd gieng ein weinig furbas, fiel auff die erden, vnd betet, Das, so es mueglich were, die stunde fur vbergienge, [36]vnd sprach, Abba, mein Vater, es ist dir alles mueglich, vberhebe mich dieses Kelchs, Doch nicht was ich wil, sondern was du wilt.

[37]VND kam vnd fand sie schlaffend. Vnd sprach zu Petro, Simon schleffestu? Vermoechtestu nicht eine stunde zu wachen? [38]Wachet vnd betet, das jr nicht in versuchung fallet. Der Geist ist willig, Aber das fleisch ist schwach. [39]Vnd gieng wider hin, vnd betet, vnd sprach dieselbigen wort. [40]Vnd kam wider, vnd fand sie abermal schlaffend, Denn jre augen waren vol schlaffs, vnd wusten nicht, was sie jm antworten. [41]Vnd er kam zum dritten mal, vnd sprach zu jnen, Ah wolt jr nu schlaffen vnd rugen? Es ist gnug. Die stunde ist komen, Sihe, des menschen Son wird vberantwortet in der Suender hende, [42]Stehet auff, lasst vns gehen. Sihe, der mich verrhet, ist nahe.

[43]Vnd als bald, da er noch redet, kam erzu Judas der Zwelffen einer, vnd eine grosse Schar mit jm, mit schwerten vnd mit stangen, von den Hohenpriestern vnd Schrifftgelerten vnd Eltesten. [44]Vnd der Verrheter hatte jnen ein Zeichen gegeben, vnd gesagt, Welchen ich kuessen werde, der ists, den


Leiblich leiden Christi im Garten. greiffet, vnd fueret jn gewis. [45]Vnd da er kam, trat er bald zu jm, vnd sprach zu jm, Rabbi, Rabbi, vnd kuesset jn. [46]Die aber legten jre hende an jn, vnd griffen jn. [47]Einer aber von denen, die dabey stunden, zoch sein Schwert aus, vnd schlug des Hohenpriesters knecht, vnd hieb jm ein ohre ab.

[48]VND Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Jr seid ausgegangen, als zu einem Moerder, mit schwerten vnd mit stangen, mich zu fahen, [49]Jch bin teglich bey euch im Tempel gewesen, vnd habe geleret, vnd jr habt mich nicht gegriffen, Aber auff das die Schrifft erfuellet werde. [50]Vnd die Juenger verliessen jn alle, vnd flohen. [51]Vnd es war ein Juengling, der folgete jm nach, der war mit Linwad bekleidet auff der blossen haut, vnd die Juenglinge grieffen jn. [52]Er aber lies den Linwad faren, vnd flohe blos von jnen.

III. Jhesus gefuert in Caiphas hause. [53]Vnd sie fuereten Jhesum zu dem Hohenpriester, da hin zusamen komen waren alle Hohepriester vnd Eltesten vnd Schrifftgelerten. [54]Petrus aber folgete jm nach von fernen, bis hin ein in des Hohenpriesters pallast, Vnd er war da, vnd saß bey den Knechten, vnd wermete sich bey dem liecht.

[55]Aber die Hohenpriester vnd der gantze Rat, suchten zeugnis wider Jhesum, auff das sie jn zum Todte brechten, vnd funden nichts. [56]Viel gaben falsch zeugnis wider jn, Aber jr zeugnis stimmete nicht vber ein. [57]Vnd etliche stunden auff, vnd gaben falsche zeugnis wider jn, vnd sprachen, [58]Wir haben gehoeret das er saget, Jch wil den Tempel, der mit henden gemacht ist, abbrechen, vnd in dreien tagen einen andern bawen, der nicht mit henden gemacht sey. [59]Aber jr zeugnis stimmete noch nicht vber ein.

[60]VNd der Hohepriester stund auff vnter sie, vnd fragete Jhesum, vnd sprach, Antwortestu nichts zu dem, das dise wider dich zeugen? [61]Er aber schweig stille, vnd antwortet nichts. Da fragete jn der Hohepriester abermal, vnd sprach zu jm, Bistu Christus der son des Hochgelobten? [62]Jhesus aber sprach, Jch bins, Vnd jr werdet sehen des menschen Son sitzen zur rechten Hand der krafft, vnd komen mit des Himels wolcken. [63]Da zureis der Hoheprister seinen rock vnd sprach, was duerffen wir weiter Zeugen? [64]Jr habt gehoeret die Gotteslesterung. Was duencket euch? Sie aber verdampten jn alle, das er des Todes schuldig were. [65]Da fiengen an etliche jn zu verspeien, vnd verdecken sein Angesichte, vnd mit feusten schlahen, vnd zu jm sagen, Weissage vns, Vnd die Knechte schlugen jn ins angesichte.


[66]Vnd Petrus war da nidden im Pallast, Da kam des Hohenpriesters megde eine, [67]vnd da sie sahe Petrum sich wermen, schawet sie jn an, vnd sprach, Vnd du warest auch mit Jhesu von Nazareth. [68]Er leugnet aber vnd sprach, Jch kenne jn nicht, weis auch nicht was du sagest. Vnd er gieng hin aus in den vorhoff, vnd der Han krehet. [69]Vnd die Magd sahe jn, vnd hub aber mal an zu sagen denen die da bey jm stunden, Dieser ist der einer. [70]Vnd er leugnet abermal. Vnd nach einer kleinen weile sprachen abermal zu Petro, die dabey stunden, Warlich du bist der einer, denn du bist ein Galileer, vnd deine sprache lautet gleich also. [71]Er aber fieng an sich zu verfluchen vnd schweren, Jch kenne des Menschen nicht, von dem jr saget. [72]Vnd der Han krehet zum andern mal. Da gedachte Petrus an das wort, das Jhesus zu jm sagte, Ehe der Hane zweymal krehet, wirstu mich dreymal verleugnen. Vnd er hub an zu weinen.


XV.[Bearbeiten]

IIII. Christus Pilato vberantwortet. Vnd bald am morgen, hielten die Hohenpriester einen rat mit den Eltesten vnd Schrifftgelerten, da zu der gantze Rat, vnd bunden Jhesum, vnd fuereten jn hin, vnd vberantworten jn Pilato. [2]Vnd Pilatus fraget jn, Bistu ein Koenig der Jueden? Er antwortet aber, vnd sprach zu jm, Du sagests. [3]Vnd die Hohenpriester beschuldigeten jn hart. [4]Pilatus aber fragte jn abermal, vnd sprach, Antwortestu nichts? Sihe, wie hart sie dich verklagen. [5]Jhesus aber antwortet nichts mehr, also, das sich auch Pilatus verwunderte.

[6]Er pflegte aber jnen auff das Osterfest einen Gefangen los zu geben, welchen sie begerten. [7]Es war aber einer, genant Barrabas, gefangen mit den Auffrhuerischen, die im auffrhur einen Mord begangen hatten. [8]Vnd das Volck gieng hin auff, vnd bat, das er thet, wie er pfleget. [9]Pilatus aber antwortet jnen, Wolt jr, das ich euch den Koenig der Jueden los gebe? [10]Denn er wuste, das jn die Hohenpriester aus neid vberantwortet hatten. [11]Aber die Hohenpriester reitzeten das volck, das er jnen viel lieber den Barrabam los gebe.

[12]PJlatus aber antwortet widerumb, vnd sprach zu jnen, Was wolt jr denn, das ich thue, dem, den jr schueldiget, Er sey ein Koenig der Jueden? [13]Sie schrien abermal, Creutzige jn. [14]Pilatus aber sprach zu jnen, was hat er vbels gethan? Aber sie schrien noch viel mehr, Creutzige jn. [15]Pilatus aber gedachte dem Volck gnug zu thun, vnd gab jnen Barrabam los, Vnd vberantwortet jnen Jhesum, das er gegeisselt vnd gecreutziget wuerde.


[16]Dje Kriegsknechte aber fuereten jn hin ein in das Richthaus, vnd rieffen zusamen die gantze Schar. [17]vnd zogen jm ein Purpur an, vnd flochten eine doerne Krone, vnd setzten sie jm auff, [18]vnd fiengen an jn zugruessen, Gegruesset seiestu der Jueden Koenig. [19]Vnd schlugen jm das Heubt mit dem Rhor, vnd verspeieten jn, vnd fielen auff die knie, vnd beteten jn an.

V. Leiden Christi am Creutz [20]Vnd da sie jn verspottet hatten, zogen sie jm die Purpur aus, vnd zogen jm seine eigene Kleider an, vnd fuereten jn aus, das sie jn creutzigten. [21]Vnd zwungen einen, der fur vbergieng, mit namen Simon von Cyrene, der vom felde kam (der ein vater war Alexandri vnd Ruffi) das er jm das Creutze truege. [22]Vnd sie brachten jn an die stet Golgatha, das ist ver- dolmetschet, Scheddelstet, [23]Vnd sie gaben jm Myrrhen im Wein zu trincken, vnd nams nicht zu sich.

[24]Vnd da sie in gecreuziget hatten, teileten sie seine Kleider, vnd worffen das Los drumb, welcher was vberkeme. [25]Vnd es war vmb die dritte stunde, da sie jn creutzigten. [26]Vnd es war oben vber jn geschrieben, was man jm schuld gab, nemlich, Ein Koenig der Jueden. [27]Vnd sie creutzigeten mit jm zween Moerder, einen zu seiner rechten, vnd einen zur lincken. [28]Da ward die Schrifft erfuellet die da sagt, Er ist vnter die Vbeltheter gerechnet.

[29]Vnd die fur vbergiengen, lesterten jn, vnd schuettelten jre heubte, vnd sprachen, Pfu dich, wie fein zubrichestu den Tempel, vnd bawest jn in dreien tagen. [30]Hilff dir nu selber, vnd steige erab vom creutze. [31]Desselbigen gleichen die Hohenpriester verspotteten jn vnternander, sampt den Schrifftgelerten vnd sprachen, Er hat andern geholffen, vnd kan jm selber nicht helffen. [32]Jst er Christus, vnd Koenig in Jsrael, so steige er nu vom Creutze, das wir sehen vnd gleuben. Vnd die mit jm gecreutziget waren, schmeheten jn auch.

[33]Vnd nach der sechsten stunde, ward ein Finsternis vber das gantze Land, bis vmb die neunde stunde. [34]Vnd vmb die neunde stunde, rieff Jhesus laut, vnd sprach, Eli, Eli, lama asabthani? Das ist verdolmetschet,


Mein Gott, mein Gott, warumb hastu mich verlassen? [35]Vnd etliche die dabey stunden, da sie das hoereten, sprachen sie, Sihe, er ruffet dem Elias. [36]Da lieff einer, vnd fuellet einen schwam mit Essig, vnd stecket jn auff ein Rhor, vnd trencket jn, vnd sprach, Halt, lasst sehen, ob Elias kome, vnd jn erab neme. [37]Aber Jhesus schrey laut, vnd verschied.

[38]Vnd der Furhang im Tempel zureis in zwey stueck, von oben an, bis vnten aus. [39]Der Heubtman aber der da bey stund gegen jm vber, vnd sahe, das er mit solchem geschrey verschied, sprach er, Warlich dieser Mensch ist Gottes son gewesen.

[40]Vnd es waren auch Weiber da, die von ferne solches schaweten, vnter welchen war Maria Magdalena, vnd Maria des kleinen Jacobs vnd Joses mutter, vnd Salome, [41]die jm auch nachgefolget, da er in Galilea war, vnd gedienet hatten, vnd viel andere, die mit jm hin auff gen Jerusalem gegangen waren.

VI. Christus begraben. [42]Vnd am abend, dieweil es der Rustag war, welcher ist der Vorsabbath, [43]kam Joseph von Arimathia, ein erbarer Ratsherr, welcher auch auff das reich Gottes wartet, der wagts, vnd gieng hin ein zu Pilato, vnd bat vmb den leichnam Jhesu. [44]Pilatus aber verwunderte sich, das er schon tod war. Vnd rieff dem Heubtman, vnd fraget jn, ob er lengest gestorben were? [45]Vnd als ers erkuendet von dem Heubtman, gab er Joseph den Leichnam. [46]Vnd er kauffte eine Linwad, vnd nam jn abe, vnd wickelt jn in die linwad, vnd legte jn in ein Grab, das war in einen Fels gehawen, vnd weltzet einen Stein fur des grabs thuer. [47]Aber Maria Magdalena, vnd Maria Joses schaweten zu, wo er hin gelegt ward.


XVI.[Bearbeiten]

Vnd da der Sabbath vergangen war, kaufften Maria Magdalena, vnd Maria Jacobi vnd Salome specerey, auff das sie kemen, vnd salbeten jn. [2]Vnd sie kamen zum Grabe an einem Sabbather seer fruee, da die sonne auffgieng. [3]Vnd sie sprachen vnternander, Wer waltzet vns den stein von des Grabs thuer? [4]Vnd sie sahen dahin, vnd wurden gewar, das der Stein abgeweltzet war, denn er war seer gros.

[5]VNd sie giengen hin ein in das Grab, vnd sahen einen Juengling zur rechten hand sitzen, der hatte ein lang weis Kleid an, vnd sie entsatzten sich.


[6]Er aber sprach zu jnen, Entsetzet euch nicht. Jr suchet Jhesum von Nazareth den gecreutzigten, Er ist aufferstanden, vnd ist nicht hie, Sihe da, die Stete, da sie jn hinlegten. [7]Gehet aber hin, vnd sagts seinen Juengern, vnd Petro, Das er fur euch hingehen wird in Galilea, Da werdet jr jn sehen, wie er euch gesagt hat. [8]Vnd sie giengen schnelle eraus, vnd flohen von dem Grabe, denn es war sie zittern vnd entsetzen ankomen, Vnd sagten niemand nichts, denn sie furchten sich.

[9]Jhesus aber, da er aufferstanden war, fruee am ersten tage der Sabbather, erschein er am ersten der Maria Magdalene, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte. [10]Vnd sie gieng hin, vnd verkuendigets denen, die mit jm gewesen waren, die da leide trugen vnd weineten. [11]Vnd dieselbigen, da sie hoereten, das er lebete, vnd were jr erschienen, gleubten sie nicht. [12]Darnach, da Zween aus jnen wandelten, offenbart er sich vnter einer andern gestalt, da sie auffs feld giengen. [13]Vnd dieselbigen giengen auch hin, vnd verkuendigeten das den andern, Den gleubten sie auch nicht.

[14]Zvletzt, da die Eilffe zu tisch sassen, offenbart er sich, vnd schalt jren vnglauben, vnd jres hertzen hertigkeit, Das sie nicht gegleubt hatten, denen, die jn gesehen hatten aufferstanden. [15]Vnd sprach zu jnen, Gehet hin in alle Welt, vnd prediget das Euangelium aller Creaturn. [16]Wer da gleubet vnd getaufft wird, der wird selig werden, Wer aber nicht gleubet, der wird verdampt werden.

[17]DJe Zeichen aber, die da folgen werden, denen, die da gleuben, sind die, Jn meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit newen Zungen reden, [18]Schlangen vertreiben. Vnd so sie etwas toedlichs trincken, wirds jnen nicht schaden. Auff die Krancken werden sie die Hende legen, so wirds besser mit jnen werden.

[19]VND der HERR, nach dem er mit jnen geredt hatte, ward er auffgehaben gen Himel, vnd sitzet zur rechten hand Gottes. [20]Sie aber giengen aus, vnd predigten an allen oertern, Vnd der HERR wirckte mit jnen, vnd bekrefftiget das Wort, durch mitfolgende Zeichen.

Siehe auch[Bearbeiten]

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