MKL1888:Saadi

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Saadi“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 14 (1889), Seite 110
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Wikipedia-Artikel: Saadi
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Saadi. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 14, Seite 110. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Saadi (Version vom 11.04.2021)

[110] Saadi (Sa’adi), Scheich Moslich ed-din, der berühmteste didaktische Dichter der Perser, geb. 1184 zu Schiras, daher el Schirâsi genannt, ward am Hof des Atabek Abu Bekr ben Saad erzogen, machte große Reisen, lebte dann am persischen Hof und starb nach der gewöhnlichen Überlieferung 11. Dez. 1291 (wahrscheinlicher im August 1263). Außer einem „Diwan“, aus welchem Graf in der „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ (Bd. 9–18) sehr reichhaltige und geschmackvolle Proben der Kassiden, Ghasele, Elegien, Vierzeiler und Einzelverse in persischem Text und metrischer Nachbildung gegeben hat, besitzen wir von ihm: den „Gulistan“ („Rosengarten“, im Abendland öfter, im Orient über hundertmal gedruckt; am besten hrsg. von Sprenger, Kalkutta 1851, und von Johnson, Lond. 1877; deutsch von Graf, Leipz. 1846, von Nesselmann, Berl. 1864), ein moralisierendes, teils erzählendes, teils reflektierendes Werk in Prosa, mit zahlreichen Versen gemischt; den „Bostan“ („Baumgarten“, hrsg. von Graf, Wien 1858; deutsch von demselben, Jena 1850, und von Rückert, Leipz. 1882), ein ähnliches, aber ganz in Versen geschriebenes Werk; das „Herrenbuch“, für den Wesir des Hulagu, Dschuweini, verfaßt (daraus: „Saadis Aphorismen und Sinngedichte“, hrsg. und übersetzt von Bacher, Straßb. 1879), und viele andre kleine Erzählungen, Fabeln und Abhandlungen, sämtlich in reiner, zierlicher und dabei einfacher Sprache abgefaßt. Saadis sämtliche Werke erschienen in persischer Sprache zu Kalkutta 1791–1795, 2 Bde. Vgl. Bacher, S.-Studien (in der „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“, Bd. 30); Graf, Die Moral des S. (in Reuß und Cunitz’ „Beiträgen zu den theologischen Wissenschaften“, Bd. 3, Jena 1851).