MKL1888:Abbeokuta

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Meyers Konversations-Lexikon
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Abbeokuta. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 1, S. 16. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Abbeokuta&oldid=- (Version vom 07.09.2014)

Abbeokuta, Hauptstadt der Egba im Reiche Joruba in Westafrika, am schiffbaren Ogun, 89 km nördlich vom Hafenplatz Lagos an der Guineaküste. Der über 100,000 Einw. zählende Ort dehnt sich zu beiden Seiten des Ogun aus; er ist von einer 2 m hohen, ca. 20 km langen Erdmauer umgeben, durch welche fünf Thore führen, und besteht eigentlich aus einem Komplex mehrerer schmutziger Ortschaften mit viereckigen, strohgedeckten Negerhütten. Als hervorragendes Gebäude kann nur die hölzerne christliche Kirche gelten. Es besteht oder bestand eine Zeitung, die in der Egbasprache von den Zöglingen der Missionsschulen gedruckt wurde. Sehr lebhaft ist der Handel mit Palmöl, das auf dem Ogun nach Lagos verschifft wird, von wo dagegen alle europäischen Industrieprodukte eingeführt werden. — Der zu A. gehörige Distrikt, das sogen. Königreich A., ist nur klein. An der Spitze steht ein Alake oder Häuptling, in gewisser Beziehung ein konstitutioneller Monarch, neben dem die Ältesten und die vom Volk erwählten Ogboni Einfluß auf die Regierungsgeschäfte und Steuererhebung [17] haben. — Nachdem das alte Reich Joruba in den 20er Jahren unsers Jahrhunderts durch die mohammedanischen Fellata zerstört worden war, sammelten sich die Egba, eins der Völker jenes Negerreichs, wieder in der fruchtbaren Umgebung Abbeokutas, das schnell zur Blüte gelangte. Um jene Zeit war auch durch schwarze Christen aus Sierra Leone das Evangelium dorthin gebracht. Allmählich richteten die englische Missionsgesellschaft und die Wesleyaner dort Stationen ein, die aber mehrere Male durch Einfälle der feindlichen Dahoméer bedroht waren; 1857 und 1863 wurden diese mit Erfolg zurückgeschlagen. Im Oktober 1867 entstand jedoch in A. selbst eine Revolution gegen die christlichen Missionäre; diese wurden vertrieben, und das Werk der Christianisierung Abbeokutas blieb seitdem den einheimischen Konvertiten überlassen. Vgl. W. Hoffmann, A. (Berl. 1859); Burton, A. and the Camaroons mountains (Lond. 1863); die „Proceedings of the Royal Geographical Society of London“ (1879–80).