MKL1888:Blau, Otto Hermann

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Meyers Konversations-Lexikon
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Blau, Otto Hermann. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 3, S. 6. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Blau,_Otto_Hermann&oldid=- (Version vom 14.09.2014)

Blau, Otto Hermann, hervorragender Kenner des Orients und der orientalischen Litteraturen, geb. 21. April 1828 zu Nordhausen, studierte seit 1848 in Halle und Leipzig Theologie und Philosophie, besonders aber unter Rödiger u. a. orientalische Sprachen. Seit dem Herbst 1852 Attaché der preußischen Gesandtschaft in Konstantinopel, bereiste er von hier aus 1854–55 einen Teil Kleinasiens und die griechischen Inseln, wurde 1855 Vizekanzler der Gesandtschaft und machte 1857 nach Abschluß des preußisch-persischen [7] Handelsvertrags im Auftrag der preußischen Regierung eine Reise durch Persien, deren Ergebnisse er zum Teil in der Schrift „Kommerzielle Zustände Persiens“ (Berl. 1858) niederlegte. Ende 1858 ging er als preußischer Konsul nach Trapezunt, wo er eine bedeutende handelspolitische Thätigkeit entwickelte, wurde 1861 mit einer Sendung nach der Herzegowina und nach Montenegro betraut, die ihm tiefe Einblicke in die südslawischen Zustände eröffnete, erhielt infolgedessen 1864 das neubegründete preußische Konsulat für Bosnien zu Serajewo und wurde 1870 zum deutschen Generalkonsul für Bosnien und die Herzegowina ernannt. Ein Ergebnis dieses Aufenthalts ist das Werk „Reisen in Bosnien und der Herzegowina“ (Berl. 1876). Im J. 1873 zum Generalkonsul in Odessa ernannt, machte er hier 26. Febr. 1879 seinem Leben selbst ein Ende. Über seine sonstigen Erfahrungen und Beobachtungen hat B. in zahlreichen Aufsätzen im „Preußischen Handelsarchiv“, in der Berliner „Zeitschrift für Erdkunde“ etc. berichtet. Seine gelehrten Arbeiten über orientalische Sprach- und Altertumskunde finden sich in den „Blättern für Münzkunde“ und der „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ (z. B. die Untersuchungen über die lykischen Inschriften, die er aus dem Albanesischen zu erklären suchte, 1863; über die „Wanderung der sabäischen Stämme im 2. Jahrhundert“, 1869: „Arabien im 6. Jahrhundert“, 1870; „Altarabische Sprachstudien“, 1872–73). Als selbständige Schriften sind noch zu erwähnen: „De nummis Achaemenidarum aramaeo-persicis“ (Leipz. 1855) und „Bosnisch-türkische Sprachdenkmäler“ (das. 1868).