MKL1888:Clausius

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Clausewitz
Nächster
Clauson-Kaas
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: Rudolf Clausius

Tango style Wikipedia Icon.svg
Wikipedia-Artikel: Rudolf Clausius
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag:
Seite mit dem Stichwort „Clausius“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
165

korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Empfohlene Zitierweise
Clausius. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 4, S. 165. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Clausius&oldid=- (Version vom 08.05.2016)

Clausius, Rudolf, Physiker, geb. 2. Jan. 1822 zu Köslin, studierte seit 1840 in Berlin, habilitierte sich daselbst als Privatdozent und ward dann Lehrer der Physik an der Artillerieschule daselbst. Im J. 1855 als Professor der Physik an die polytechnische Schule in Zürich berufen, erhielt er 1857 auch eine ordentliche Professur an der dortigen Universität; 1867 folgte er einem Ruf nach Würzburg und 1869 nach Bonn. C.’ Arbeiten erstrecken sich über die verschiedensten Gebiete der mathematischen Physik. Er gilt als der eigentliche Begründer der mechanischen Wärmetheorie. Nachdem R. Mayer, Joule und besonders Helmholtz die Allgemeinheit des Prinzips von der Erhaltung der Arbeit erkannt und den Satz der Äquivalenz von Wärme und Arbeit begründet hatten, erschien im J. 1850 in „Poggendorffs Annalen“ die Abhandlung von C.: „Über die bewegende Kraft der Wärme und die Gesetze, welche sich daraus für die Wärme selbst ableiten lassen“. In dieser Arbeit sind die Grundzüge der mechanischen Wärmetheorie gegeben, die dem Satz von der Äquivalenz von Wärme und Arbeit entsprechenden Folgerungen gezogen und der Carnotsche Satz, daß die von der Wärme geleistete Arbeit dem Quantum der aus dem Kessel der Dampfmaschine in den Kondensator übergeführten Wärme proportional sei, ohne daß Wärme verbraucht werde, dahin korrigiert, daß die in Arbeit verwandelte Wärme der übergeführten Wärme und der Temperaturdifferenz von Kessel und Kondensator proportional sei. C.’ weitere Arbeiten beteiligten sich nicht nur in hervorragender Weise an dem Ausbau der eigentlichen mechanischen Wärmetheorie, sondern schlossen mit der Abhandlung „Über die Art der Bewegung, welche wir Wärme nennen“ ein neues Gebiet auf, das der dynamischen Gastheorie, dessen weitere Bearbeitung durch C., Maxwell, Boltzmann u. a. zu den interessantesten Resultaten geführt hat. Höchst bedeutsam sind auch C.’ Arbeiten auf dem Gebiet der Elektrizität, in denen er teils die Prinzipien der mechanischen Wärmetheorie für die elektrischen Erscheinungen verwertete, teils ein neues elektrodynamisches Grundgesetz entwickelte, welches die von Weber seinem Grundgesetz als Voraussetzung dienende Annahme, daß im elektrischen Strom gleiche Mengen entgegengesetzter Elektrizitäten sich mit gleicher Geschwindigkeit gegeneinander bewegen, nicht mehr notwendig macht. Seine „Abhandlungen über die mechanische Wärmetheorie“ (Braunschw. 1864 u. 1867) erschienen in 2. Auflage in Form einer systematischen Behandlung (Bd. 1: „Die mechanische Wärmetheorie“, Bd. 2: „Die mechanische Behandlung der Elektrizität“, das. 1876 und 1879). Außerdem schrieb C.: „Über das Wesen der Wärme“ (Zürich 1857); „Die Potentialfunktion und das Potential“ (3. Aufl., Leipz. 1877).

Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl.
Ergänzungen und Nachträge
Vorheriger
Clausewitz
Nächster
Clay
Band 17, Seite 195

[195] Clausius, Rudolf, Physiker, starb 24. Aug. 1888 in Bonn. Vgl. Riecke, Rudolf C. (Götting. 1889).