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MKL1888:Kara Mustafa

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Kara Mustafa“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Kara Mustafa“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 9 (1887), Seite 501
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Kara Mustafa. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 9, Seite 501. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Kara_Mustafa (Version vom 13.09.2025)

[501] Kara Mustafa, Großwesir, Sohn eines Spahi, ward von Mohammed Köprili erzogen und befördert, auch zum Schwiegersohn erwählt, kämpfte mit diesem 1667–69 auf Kreta, folgte 1676 seinem Schwager Achmed Köprili als Großwesir, führte dann mit Polen Krieg, schloß Sobieski am Dnjestr ein, machte aber 1680 Frieden. Nachdem er sich mit einer Tochter Mohammeds IV. vermählt, unternahm er 1682, um Tököly als Vasallenkönig von Ungarn einzusetzen, mit einem großen Heer einen Kriegszug gegen Kaiser Leopold I. und drang langsam bis Wien vor, das er vom Juli bis September 1683 belagerte. Da er dasselbe aber nicht erstürmen ließ, um nicht die Beute mit dem Heer teilen zu müssen, und 12. Sept. die große Niederlage am Kahlenberg erlitt, sodann auf dem fluchtähnlichen Rückzug nach Belgrad bei Parkany noch eine Schlacht verlor, wurde er 25. Dez. 1683 auf Befehl des Sultans in Belgrad erdrosselt.