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MKL1888:Logographen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Logographen“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Logographen“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 10 (1888), Seite 872873
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Logographen. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 10, Seite 872–873. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Logographen (Version vom 26.06.2025)

[872] Logographen (griech.), die ältesten griech. Geschichtschreiber, welche die mündlich überlieferten und im Umlauf befindlichen Nachrichten über die Vorzeit, insbesondere über alles, was die Gründung und Einrichtung der einzelnen Städte und Landschaften sowie [873] die einzelnen Geschlechter und Völkerstämme betraf, schriftlich aufzeichneten. Sie schrieben, die bisher übliche gebundene Form der Rede verlassend, zuerst in Prosa. Kritik der überlieferten Angaben war ihnen aber noch fremd. Als die eigentliche Heimat der Logographie ist Ionien zu betrachten: Kadmos, Dionysios und Hekatäos waren aus Milet, Hellanikos aus Mytilene, Damastes aus Sigeion, Charon aus Lampsakos etc. Mit Akusilaos von Argos und Pherekydes von Leros zu Anfang des 5. Jahrh. v. Chr. wird die Reihe der L. gewöhnlich geschlossen. Ihre Bruchstücke wurden am vollständigsten von Müller in „Historicorum graecorum fragmenta“ (Bd. 1, Par. 1841) gesammelt.