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MKL1888:Nußbaum

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Nußbaum“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Nußbaum“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 12 (1888), Seite 285
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Nußbaum. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 12, Seite 285. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Nu%C3%9Fbaum (Version vom 07.07.2025)

[285] Nußbaum, s. Walnußbaum und Haselstrauch.

Nußbaum, Johann Nepomuk von, Mediziner, geb. 2. Sept. 1829 zu München, studierte daselbst und ging dann nach Berlin und Paris, habilitierte sich 1857 in München für Chirurgie und Augenheilkunde, errichtete ein großes Privatspital mit orthopädischem Institut und erhielt 1860 die Professur der Chirurgie und Augenheilkunde daselbst. 1867 wurde er in den Adelstand erhoben. 1870 und 1871 ging er als Oberstabsarzt im Stab des Generals v. d. Tann nach Frankreich und wurde gegen Ende des Kriegs zum Generalarzt des 1. bayrischen Armeekorps ernannt. Nußbaums Name ist verknüpft mit den meisten hervorragenden Leistungen der neuern Chirurgie; er hat dieselbe sowohl durch seine vollendete operative Geschicklichkeit als auch durch zahlreiche Erfindungen und neue Methoden gefördert. Seine wichtigsten Arbeiten sind: „Über Cornea artificialis“ (Münch. 1853), über Chloroform, Gesichtsschmerz und Nervenresektionen, Steinschnitt mit Steinzertrümmerung, kavernöse Tumoren, Transfusion; „Pathologie und Therapie der Ankylosen“ (das. 1862); die operative Behandlung der Blasen-, Scheiden- und Mastdarmkrebse, Ovariotomie, welche er bei Spencer Wells in London studierte, subkutane Injektionen; „Vier chirurgische Briefe an seine in den Krieg ziehenden ehemaligen Schüler“ (das. 1866); Bauchwunden, Anästhetica, temporäre Tracheotomie, Dehnung der Nerven, Kniegelenkresektionen, Drainage der Bauchhöhle bei Ovariotomie, Knochentransplantation, Krebs, Hospitalbrand, die antiseptische Wundbehandlung in seiner Klinik (1875), Bildung eines künstlichen Harnleiters, Radikaloperation der Hernien-Cirkumcision bei chronischen Unterschenkelgeschwüren (1876). Er schrieb noch: „Die Behandlung der Hornhauttrübung“ (Münch. 1856); „Ovariotomien“ (das. 1869); „Anästhetica“ und „Die Verletzungen des Unterleibs“ in Pitha-Billroths „Handbuch der Chirurgie“ und in Billroth-Lückes „Deutscher Chirurgie“; „Anleitung zur antiseptischen Wundbehandlung“ (2. Aufl., das. 1885); den größern „Leitfaden zur antiseptischen Wundbehandlung“ (5. Aufl., Stuttg. 1887); „Eine kleine Hausapotheke“ (3. Aufl., Berl. 1882); „Die erste Hilfe bei Verletzungen“ (2. Aufl., Augsb. 1886); „Neuer Versuch zur Radikaloperation der Unterleibsbrüche“ (Münch. 1886); „Über Chloroformwirkung“ (Bresl. 1885); „Neue Heilmittel für Nerven“ (das. 1888) u. a.