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MKL1888:Schleiz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Schleiz“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Schleiz“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 14 (1889), Seite 512
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Schleiz. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 14, Seite 512. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Schleiz (Version vom 23.12.2025)

[512] Schleiz, Haupt- und Residenzstadt des frühern Fürstentums Reuß=Schleiz, seit der Vereinigung der beiden Fürstentümer Reuß jüngere Linie (1848) die zweite Residenz des Landes, in lieblicher Lage an der Wiesenthal und an der Eisenbahn

Wappen von Schleiz.

S.-Schönberg, 429 m ü. M., hat ein neues, schönes fürstliches Residenzschloß, 2 evang. Kirchen (darunter die altertümliche Bergkirche mit der fürstlichen Gruft), ein Gymnasium, ein Schullehrerseminar, eine Taubstummenanstalt, eine Holzschnitzschule, eine Idiotenanstalt, ein Waisenhaus, ein Hospital, ein Arbeitshaus, die fürstliche Kammer, ein Amtsgericht, ein Landratsamt (für den Oberländischen Bezirk), einen fürstlichen Marstall, Fabrikation von Metall-und Spielwaren, Weberei, Strumpfwirkerei, Gerberei, Buchbinderei, Bierbrauerei etc. und (1885) 4966 fast nur evang. Einwohner. In der Nähe das Lustschloß Heinrichsruhe und 4 km südwestlich in romantischer Lage hoch über der hier vielfach gewundenen Saale das alte Schloß Burgk (s. d.). An der Stelle des jetzigen Residenzschlosses in S. stand in ältester Zeit eine sorbenwendische Warte; die Stadt selbst wird urkundlich zuerst 1273 erwähnt und Slowitz genannt und erhielt 1359 städtische Rechte; sie hatte im Hussiten- und im Dreißigjährigen Krieg sehr viel zu leiden und brannte 1689, 1837 und 1850 größtenteils ab. Vom 13. bis 16. Jahrh. bestand hier eine Niederlassung des Deutschen Ordens. Am 9. Okt. 1806 fand hier ein für die Franzosen unter Davollt siegreiches Gefecht gegen die Preußen unter Tauenzien statt. Vgl. Alberti, Geschichte des deutschen Hauses zu S. etc. (Schleiz 1877).