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MKL1888:Vercelli

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Vercelli“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Vercelli“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 16 (1890), Seite 99
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Vercelli. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 16, Seite 99. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Vercelli (Version vom 07.07.2025)

[99] Vercelli (spr. wertschélli), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Novara, unweit der Sesia, an der Eisenbahn Turin-Mailand, die hier nach Casale und Mortara abzweigt, hat 8 Vorstädte, einen großen Platz mit der Statue Cavours, eine moderne Kathedrale, 9 andre Kirchen (darunter San Christoforo mit schönen Fresken von Gaudenzio Ferrari und die frühgotische, 1219 erbaute Kirche Sant’ Andrea), ein ehemaliges Schloß, 2 Hospitäler, ein Lyceum, Gymnasium, eine technische Schule, Hebammenschule, ein Seminar, mehrere Bibliotheken, ein Institut der schönen Künste, Seidenspinnerei, Fabrikation von Maschinen, Kerzen und Seifen, Zündhölzchen, Musikinstrumenten etc., lebhaften Handel und (1881) 20,165 (als Gemeinde 28,999) Einw. Die ehemaligen Festungswerke sind zu hübschen Spaziergängen umgewandelt worden. V. ist Sitz eines Erzbischofs (seit 1817), eines Unterpräfekten, eines Gerichts- und Assisenhofs. In der Umgegend wird starker Reisbau und Seidenzucht getrieben. – V. hieß im Altertum Vercellä und war die Hauptstadt der Libici im cisalpinischen Gallien, später ein befestigtes Munizipium der Römer. 101 v. Chr. schlug Marius die Cimbern auf den Raudischen Feldern bei V. Nachdem V. im Mittelalter unter verschiedenen Herren gestanden hatte, kam es unter Mailand und 1429 an Savoyen. 1638 wurde die Stadt von den Spaniern erobert, im Pyrenäischen Frieden aber an Savoyen zurückgegeben.