MKL1888:Zelter
[864] Zelter, ein Pferd, das mehr zum Tragen als zum Reiten bestimmt ist; das Wort kommt von dem altdeutschen „Zelt“ (franz. amble) her, das den Gang des Pferdes zwischen Paß und Trab bedeutet. Daher versteht man unter Z. besonders ein ruhiges und deshalb zum Reiten für Damen geeignetes Pferd; s. Gangarten des Pferdes.
Zelter, Karl Friedrich, Komponist, geb. 11. Dez. 1758 zu Berlin, besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium daselbst, mußte aber in seinem 17. Jahr als Maurerlehrling dem Beruf seines Vaters folgen. 1783 Maurermeister geworden, verwandte er, seiner Neigung folgend, alle freie Zeit auf das Studium der Musik, wobei ihm Fasch Lehrer und Führer war, den er später in der Direktion der Singakademie unterstützte. Nach dem Tode desselben (1800) übernahm Z. die Leitung der genannten Anstalt, erhielt bald darauf den Professortitel und wurde später auch vom König durch den Auftrag ausgezeichnet, in Königsberg die Kirchenmusik zu organisieren. Er starb 15. Mai 1832, wenige Tage nach dem ihm innig befreundeten Goethe. Als Komponist hat sich Z. namentlich auf vokalem Gebiet großes Verdienst erworben, und seine Lieder, darunter viele humoristische, für die von ihm begründete erste Berliner Liedertafel geschriebene Männerchöre, haben noch bis zur Gegenwart ihre Wirksamkeit bewährt. Zu seinen Schülern gehört auch Mendelssohn-Bartholdy. [865] Der „Briefwechsel zwischen Goethe und Z. in den Jahren 1796–1832“ wurde nach seinem Tod von Riemer herausgegeben (Berl. 1832–34, 6 Bde). Vgl. Rintel, Karl Friedr. Z. (Berl. 1861).
