Meißner Künstler:Friedrich Moritz Grösel
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[32] Friedrich Moritz Grösel,[1] geb. den 22. Februar 1805 in Meißen. Sein Vater war Maler und später Aufseher über das Seilitzer Erdenwerk der Manufaktur. Er erhielt seine Ausbildung als Porträtmaler auf der Dresdner Akademie und unternahm dann größere Reisen nach Italien. 1847 begab er sich nach Konstantinopel, wo er durch einen Brand alle seine fertigen Arbeiten verlor. In Smyrna lebte er über ein Jahr und fand einträgliche Beschäftigung. Als er auf der Rückreise nach Athen auf der Insel Syra wegen der Quarantäne verweilen mußte, beredeten ihn dortige Deutsche daselbst zu bleiben. Er folgte ihrem Rate und hat zehn Jahre in inniger Freundschaft mit dem österreichischen Konsul von Hohn dort zugebracht. An Aufträgen fehlte es ihm nie, wie er den Verwandten in Meißen mitteilen konnte. Als ihm aber „das Alter wacker zu Leib rückte“, kehrte er im Jahre 1858 in die Heimat zurück und nahm zunächst seinen Aufenthalt in Dresden. Besonders in höhern Kreisen galt er als ein gesuchter Porträtmaler; zugleich war er gern gesehener Gast in vielen vornehmen Familien Sachsens und Norddeutschlands. 1872 zog er nach Niederfähre bei Meißen, wo er am 27. November 1879 starb.
- ↑ Nach Mitteilungen des Herrn Stadtrat Fischer hier und nach Briefen Grösels an seine Verwandten.