Melpomene/Band 1/030 Bei dem Grabe einer Frau, die an der Wassersucht starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 136-137
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[136]

30. Bei dem Grabe einer Frau, die an der Wassersucht starb.

Melod. X.

1. Endlich fand im Erdenschoos
Sie den wahren Frieden,
Und es war ein bessres Loos
Jenseits ihr beschieden.
Nur auf zwei und fünfzig Jahr
Stiegen ihre Tage,
Und ihr ganzes Leben war
Voll der Müh und Plage.

2. Lang schon hatte ihre Brust
Bangigkeit empfunden,
Und es war die Lebenslust
Gänzlich ihr entschwunden;
Endlich hat die Wassersucht
Sich daraus ergeben;
Manches Mittel ward versucht,
Aber ach! vergebens.

3. Von des Wassers Menge war
Ganz ihr Leib durchdrungen,
Und es reichte die Gefahr
Bis an Herz und Lungen
Jeden Tag vermehrten sich
Ihre Qual und Schmerzen,
Und der Wurm des Todes schlich
Sich zu ihrem Herzen.
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4. Doch sie gab sich willig hin
In des Höchsten Leitung,
Machte noch mit reinem Sinn
Ihre Vorbereitung,
Und verließ voll Zuversicht
Dieses Reich der Erde:
Daß sie dort bei dem Gericht
Gnade finden werde.

5. Lasset also vor dem Tod
Alle Furcht verschwinden;
Fürchtet nur die größte Noth,
Hütet euch vor Sünden;
Sucht vor Allem Gottes Reich
Auf der Bahn der Pflichten,
Dann wird Jesus gnädig euch
Nach dem Tode richten.