Melpomene/Band 1/043 Bei dem Grabe eines Mannes, der an der Auszehrung starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 167–168
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[167]

43. Bei dem Grabe eines Mannes, der an der Auszehrung starb.

Melod III.

1. Nun endlich hat für ihn geschlagen
Die heiß ersehnte Todesstund,
Und von der Schmerzen lauten Klagen
Verstummte nun sein kalter Mund;
Denn lange schon war aus dem Herzen
Verschwunden jede Lebenslust;
Und selten unterbrochne Schmerzen
Durchwühlten seine kranke Brust.

2. Denn schon vor sieben Viertel Jahren
Verlor er seine Leibeskraft,
Und alle Medizinen waren
Von keiner Heilungseigenschaft;
Zwar schien es einmal gut zu werden,
Allein es war und blieb nur Schein,
In Bälde stellten die Beschwerden,
Nur größer noch, sich wieder ein.
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3. Am Ende nahm sein kranker Magen
Zur Nahrung keine Speise mehr,
Und also wurde auch zum Schlagen
Sein armes Herz vom Blute leer.
So zehrte bis auf Haut und Knochen
Sein Körper ab in Qual und Krampf,
Bis endlich mit Gewalt gebrochen
Sein Aug und Herz im Todeskrampf.

4. Doch litt er alle diese Schmerzen
Mit unermüdeter Geduld,
Und bath mit reuevollem Herzen
Gott um Verzeihung, Gnad und Huld,
Genoß mit wahrer Vorbereitung
Noch des Erlösers Fleisch und Blut,
Ergab sich ganz in Gottes Leitung,
Und starb voll Hoffnung, Trost und Muth.

5. Dieß läßt uns nun die Hoffnung nähren:
Er werde gut gestorben seyn,
Gott werde sein Gebeth erhören,
Und seine Sünden ihm verzeihn.
Laßt uns daher das Böse meiden
Und unser Herz der Tugend weihn,
Dann gehn wir zu den Himmels Freuden
Am Ende dieses Lebens ein.