Melpomene/Band 1/075 Bei dem Grabe einer Frau, die am Schlagfluß starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 236-237
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[236]

75. Bei dem Grabe einer Frau, die am Schlagfluß starb.

Melod. X.

1. Laß, o Christ, gerührt herab
Heisse Thränen fliessen;
Denn es wölbt ein neues Grab
Sich zu deinen Füssen;
Ach! es hat des Todes Hand
Uns ein Weib entrissen,
Die wir als ein Liebespfand
Doch so schwer vermissen.

2. Schmerzen fuhren zwar sehr oft
Ihr durch alle Glieder,
Liessen endlich unverhofft
Sich im Kopfe nieder;
Zwar verschwand auch da der Schmerz,
Doch sie war entkräftet;
[237] Hielt jedoch ihr armes Herz,
Stets auf Gott geheftet.

3. Endlich kam ihr Sterbetag
Wider alles Hoffen;
Denn es hatte sie der Schlag
Wie der Blitz getroffen:
Doch sie war zum Tod bereit
Durch ein frommes Leben,
Und wird nun zur Seligkeit
Ihren Geist erheben.

4. Denn ein sanfter, guter Tod
Ist das Loos der Frommen,
Und sie werden einst zu Gott
In den Himmel kommen.

5. Laßt uns also jederzeit
Nur nach Tugend streben,
Dann wird Gott zur Seligkeit
Unsern Geist erheben.