Melpomene/Band 1/077 Bei dem Grabe einer Frau, die an einer hitzigen Krankheit starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 244-245
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[244]

77. Bei dem Grabe einer Frau, die an einer hitzigen Krankheit starb.

Melod. IX.

1. Hier modert im düstern Grabe
Rosalia Steinhauserin,
Sie brachte zur willigen Gabe
Dem Schöpfer ihr Leben dahin;
[245] Zwar wünschte sie länger zu leben,
Und bebte zurück vor dem Tod;
Doch hat sie sich willig ergeben,
Sobald es ihr Jesus geboth.

2. Wie fürchterlich waren die Schmerzen,
Womit sie die Krankheit befiel!
Sie drangen zum bebenden Herzen,
Und führten sie schnelle zum Ziel;
Ihr Eingeweid wurde durchdrungen
Von Todes vergiftetem Stahl,
Eh siebenzig Stunden verklungen,
Erlag sie der schreklichen Qual.

3. Doch brachte sie würdige Früchte
Der Buße für jegliche Schuld,
Und fand dort gewiß beim Gerichte
Die sehnlich erwartete Huld.
Drum laßt uns erwägen im Herzen,
Das blutige Zähren vergießt:
Daß sie nach vollendetem Schmerzen
Die Freuden des Himmels genießt.

4. Denn wenn wir im Buße und Reue
Verfluchen die sündige Schuld,
Erlässt uns mit redlicher Treue
Gott unsere Strafen und Schuld.
Laßt uns daher voller Vertrauen
Auf Gottes Barmherzigkeit seyn,
Dann darf uns im Tode nicht grauen,
Er führt uns zur Seligkeit ein.